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Gynäkologische Fachorganisationen empfehlen die COVID-19-Schutzimpfung für schwangere und stillende Frauen

n einem Update sprechen sich elf medizinische Fachverbände, darunter der
Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF), die Deutsche Gesellschaft für
Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die Deutsche Gesellschaft für
Perinatale Medizin e. V. (DGPM), die Deutsche Gesellschaft für Pränatal-
und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) und die AG Geburtshilfe und
Pränatalmedizin in der DGGG e. V. (AGG) für eine priorisierte
COVID-19-Schutzimpfung für schwangere und stillende Frauen mit einem mRNA-
basierten Impfstoff aus. Als Grundlage für die Empfehlung haben die
AutorInnen die verfügbare wissenschaftliche Literatur ausgewertet.

Berlin, im Mai 2021 – In einem Update sprechen sich elf medizinische
Fachverbände, darunter der Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF), die
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die
Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM), die Deutsche
Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) und die AG
Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGG e. V. (AGG) für eine
priorisierte COVID-19-Schutzimpfung für schwangere und stillende Frauen
mit einem mRNA-basiertem Impfstoff aus. Als Grundlage für die Empfehlung
haben die AutorInnen die verfügbare wissenschaftliche Literatur
ausgewertet.

Die wissenschaftliche Datenlage zeige demnach, dass eine
COVID-19-Erkrankung in der Schwangerschaft eine ernsthafte Gefahr für
Mutter und Kind darstellen kann. Im Vergleich zu Nicht-Schwangeren macht
ein entsprechender Ausbruch sechsmal häufiger eine intensivmedizinische
Betreuung nötig. Eine Beatmung ist sogar 23-mal häufiger notwendig als bei
der nicht schwangeren Vergleichsgruppe.

„Wir betreuen bundesweit etwa 800.000 Schwangere pro Jahr. Eine
COVID-19-Impfung ist für diese Gruppe besonders wichtig, weil erkrankte
Schwangere prozentual häufiger schwere Krankheitsverläufe als
gleichaltrige nicht schwangere Frauen zeigen.“
(Dr. Christian Albring, Präsident, Berufsverband der Frauenärzte [BVF e.
V.])

Die AutorInnen der Empfehlungen berichten zudem, dass US-amerikanische
systematische Nachbeobachtungen von über 4.700 geimpften schwangeren
Frauen keinen einzigen Hinweis für vermehrte Komplikationen, wie etwa
Frühgeburt, Fehlbildungen oder Wachstumseinschränkungen beim Säugling
aufgewiesen haben.

„Die Auswertung der wissenschaftlichen Daten zeigt uns, dass eine Impfung
aller Schwangeren äußerst sinnvoll wäre. Denn allein das Frühgeburtsrisiko
liegt bei COVID-19 positiv getesteten Frauen bis zu 80 % höher, als bei
gesunden Schwangeren. Hinzu kommen zahlreiche weitere Risiken für die
nicht geimpfte erkrankte Mutter und ihr ungeborenes Kind.“ (Prof. Dr.
Anton J. Scharl, Präsident
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe [DGGG e. V.])

Die COVID-19-Impfung von Schwangeren mit mRNA-basierten Impfstoffen führt
zudem nicht zu einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko oder zu einem Anstieg
von Erkrankungen. Zudem können die mütterlichen Antikörper auch einen
Infektionsschutz, eine sogenannte Leihimmunität, für das Neugeborene
bewirken.

„Da nachgewiesen ist, dass durch die Impfung gebildete Antikörper über die
Muttermilch transportiert werden, sind gestillte Neugeborene durch eine
Nestimmunität geschützt.“ (Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Vizepräsident
der Deutschen Gesellschaft
für Perinatale Medizin [DGPM e. V.] & Leiter der Autorengruppe)

Die AutorInnen der elf Fachorganisationen betonen zugleich die Sicherheit
der mRNA-basierten Impfung für stillende Mütter. Wichtig zu wissen:
Wenngleich häufig befürchtet, erfordert eine solche Impfung keine
Stillpause.

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Von Bluthochdruck bis Schilddrüsenerkrankung: Was man am Auge alles erkennen kann

Das Auge ist eines der wichtigsten Sinnesorgane, ohne Sehfähigkeit können
wir uns nicht orientieren. Das Auge ist zugleich aber auch ein Spiegel ins
Innere des Körpers und kann Auskunft über seinen Zustand geben. Ob
Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, Borreliose, Tuberkulose,
Multiple Sklerose oder Rheuma: Viele innere Erkrankungen können zuerst an
den Augen in Erscheinung treten. Auf welche Anzeichen zu achten ist,
erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

„Am Auge können wir Erkrankungen erkennen, die ihre Ursachen an ganz
anderen Stellen des Körpersystems haben“, erläutert Professor Dr. med.
Gerd Geerling, Vizepräsident der DOG. Im Falle eines Bluthochdrucks etwa
spüre der Patient zwar zunächst keine Beschwerden direkt am Auge. „Aber
bei der Untersuchung des Augenhintergrundes finden Augenärzte typische
Gefäßveränderungen an der Netzhaut“, fügt der Direktor der Klinik für
Augenheilkunde am Universitätsklinikum Düsseldorf hinzu. „Die Gefäße sind
verengt und gestreckt, wir sehen winzige Blutungen und Schwellungen.“

Auch Fehlfunktionen der Schilddrüse können sich schmerzlos am Auge
bemerkbar machen. „In diesem Fall zeigt sich die Lederhaut, das ‚Weiße‘
über der Iris unterhalb des Oberlides, an einem oder beiden Augen“, sagt
Geerling. Der Augenarzt kann dies durch bloßen Blick erkennen. Betroffen
sind häufig Frauen in der dritten oder vierten Lebensdekade. „Wir
empfehlen dann, einen Hormonspezialisten aufzusuchen und die
Grunderkrankung zu behandeln“, erläutert der DOG-Experte. Schwankungen der
Sehschärfe innerhalb eines Tages wiederum können ein Zeichen für einen
unerkannten Diabetes mellitus sein – Ursache dafür ist der steigende
Blutzuckerspiegel, der über Wassereinlagerungen die Form der Augenlinse
vorübergehend verändert. Die Zuckerkrankheit kann sich aber vor allem auch
an der Netzhaut zeigen: „Finden wir an den Gefäßen der Netzhaut winzige
Blutungen, Aussackungen oder Gefäßneubildungen, steht der Gang zum
Internisten an“, betont Geerling.

Darüber hinaus zeigen sich mitunter infektiöse Erkrankungen zuerst am
Auge. „Eine Borreliose beispielweise kann sich als Entzündung an jedem
Teil des Auges bemerkbar machen, an der Bindehaut, Hornhaut oder am Lid“,
so der DOG-Experte. Auch eine Tuberkulose kann die Augen befallen und eine
Entzündung an der Gefäßhaut im Augeninneren auslösen, eine sogenannte
Uveitis. „Die Patienten registrieren eine starke Rötung, vor allem aber
eine Sehverschlechterung“, berichtet Geerling. Ähnliches gilt für eine
Syphilis, die auf die Augen übergreift. In diesen Fällen gilt:
„Laboruntersuchungen und die Überweisung an den Spezialisten schaffen
Klarheit, ob eine solche Infektion vorliegt. Dann muss die
zugrundeliegende Infektionskrankheit zum Beispiel mit Antibiotikatabletten
oder -Infusionen behandelt werden“, so Geerling.

Multiple Sklerose und Rheuma zählen ebenfalls zu entzündlichen
Erkrankungen, die sich am Auge manifestieren können – allerdings ist hier
keine Infektion der Auslöser, sondern eine Fehlregulation des
Immunsystems. „Bei älteren Menschen meldet sich eine Riesenzellarteriitis,
eine schwere Form einer rheumatischen Gefäßentzündung, oft mit plötzlichem
Sehverlust und schweren Kopfschmerzen in der Schläfengegend“, erläutert
der DOG-Experte. Ein wichtiger Hinweis sind verhärtete, geschlängelte
Schläfenarterien, die auf leichten Druck hin schmerzen. Dann droht dem
Sehnerven Gefahr. „Der Sehnerv kann durch die Entzündung der Blutgefäße
eine Art Schlaganfall erleiden, was zum Verlust des Sehvermögens führt“,
betont Geerling. Die akute Riesenzellarteriitis muss zügig mit Kortison
behandelt werden.

Zeigt sich eine Multiple Sklerose am Auge, leidet der Patient oft unter
Sehstörungen durch eine Sehnerventzündung. „Man sieht unscharf, kann nicht
mehr lesen, die Farben erscheinen blass, die Kontraste sind verschwommen
und die Augenbewegungen schmerzen“, beschreibt Geerling typische Symptome.
Der Augenarzt sammelt weitere Hinweise: Ist die Pupillenreaktion
verändert, treten Schmerzen auf, wenn man leicht auf das Auge drückt? Bei
Verdacht auf Multiple Sklerose folgt eine Magnetresonanztomographie und
die Überweisung an den Neurologen.

Mitunter kann ein Rheuma der Gelenke und Wirbelsäule als erstes die Augen
befallen – oft in Form einer Regenbogenhautentzündung. Hier kann der
Augenarzt dafür sorgen, dass frühzeitig eine medikamentöse und
physiotherapeutische Behandlung begonnen werden kann und eine
Gelenkversteifung verhindert wird.

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Knochenbrüche exakt und gesundheitsschonend diagnostizieren?! Ultraschall macht’s möglich

Wenn der Verdacht auf einen Knochenbruch vorliegt, kommt in der Regel
zunächst das Röntgenverfahren zum Einsatz. Oft kann jedoch die
gesundheitsschonendere Ultraschalldiagnostik präzisere
Untersuchungsergebnisse liefern, darauf machen Experten der Deutschen
Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) aufmerksam. Vor
allem Kindern könnte die Sonografie bei Knochenbrüchen – die
Fraktursonografie - zu Gute kommen, da sie fünf- bis zehnmal empfindlicher
auf Strahlenbelastung reagieren als Erwachsene.

So hätten Erkenntnisse einer neuen Multicenterstudie gezeigt, dass der
Einsatz von Ultraschall in Deutschland pro Jahr allein bei kindlichen
Handgelenksbrüchen circa 80 Prozent der Röntgenaufnahmen vermeiden könnte.
Darüber und über weitere Vorteile des Ultraschallverfahrens berichten
Experten der DEGUM auf ihrer Online-Pressekonferenz am Mittwoch, den 5.
Mai um 11 Uhr.

Die Fraktursonografie eignet sich besonders gut, um den häufigsten
Knochenbruch des Kindesalters, den Handgelenksbruch, zu diagnostizieren.
„Auch wenn die Strahlenbelastung einer einzelnen Röntgenaufnahme sehr
gering ist, so kann durch die hohe Zahl an Untersuchungen, die auch
mittels Ultraschall durchgeführt werden könnten, eine signifikante
Reduktion der Strahlenbelastung im Kindesalter erreicht werden“, betont
DEGUM-Experte PD Dr. med. Ole Ackermann, Facharzt für Orthopädie und
Unfallchirurgie aus Duisburg. Laut Erkenntnissen der aktuellen
internationalen Multicenterstudie mit 498 kleinen Patienten, ließen sich
durch die konsequente Anwendung der Fraktursonografie 81 Prozent der
potenziell schädlichen Röntgenuntersuchungen bei kindlichen
Handgelenksbrüchen vermeiden. In Deutschland bedeutet dies, dass pro Jahr
in diesem Bereich circa 280.000 Röntgenaufnahmen vermieden werden können.
„Zahlreiche Metastudien haben zudem mittlerweile die Sicherheit der
Ultraschalluntersuchung nachgewiesen“, so Ackermann. „Die Qualität der
Diagnostik blieb bei den Studienergebnissen im Vergleich zu
Röntgenuntersuchungen unverändert hoch.“

Die Ultraschalldiagnostik bietet den Behandelnden aber noch weitere
wesentliche Vorteile: „Da die Untersuchungsebene des Knochens frei gewählt
werden kann, ermöglicht die Fraktursonografie eine besonders präzise
Beurteilung einer Achsabweichung nach einem Knochenbruch“, erläutert der
DEGUM-Experte. Die Entscheidung für oder gegen ein operatives Vorgehen
hänge nämlich vor allem von dem Ausmaß der Abweichung ab, die mittels
Ultraschalldiagnostik exakt bestimmt werden könne. Eine
Röntgenuntersuchung liefere dagegen keine vergleichbare Bildgebung.
„Während bei der Röntgenuntersuchung nur zwei zueinander liegende,
rechtwinklige Ebenen aufgenommen werden, kann die Ultraschalldiagnostik
beliebig viele Ebenen darstellen“, sagt Ackermann. „Damit ist eine
genauere Messung der Achsabweichung möglich, was die Entscheidung für ein
operatives oder nicht-operatives Vorgehen deutlich erleichtert.“ Ein
weiterer Vorteil des Ultraschall-Verfahrens bei Knochenbrüchen ist, dass
dieses auch deutlich schmerzärmer ist. Zudem könnten die kleinen Patienten
während der Untersuchung bei ihren Eltern bleiben und es könnten wichtige
Kontrolluntersuchungen ebenfalls ohne erhöhte Strahlenbelastung erfolgen.

Allerdings weist der erfahrene Facharzt auch auf mögliche Nachteile der
Fraktursonografie hin: „Das Verfahren ist nicht bei jedem Knochenbruch
anwendbar und beispielsweise bei Brüchen mit Beteiligung der Gelenkflächen
nicht sicher genug.“ Des Weiteren erfordere die Methode Training und
Erfahrung, um verlässliche Diagnosen zu stellen. Und zuletzt sind
spezifische Erkrankungen, wie etwa Knocheninfektionen oder Knochentumore,
mit der Sonografie nicht erkennbar. „Die Röntgendarstellung wird daher in
vielen Fällen unverzichtbar bleiben, auch wenn die Fraktursonografie dazu
beiträgt, eine hohe Zahl an unnötigen Strahlenuntersuchungen zu
vermeiden“, resümiert daher Ackermann.

Neben dem Einsatz des Ultraschalls bei Knochenbrüchen diskutieren die
DEGUM-Experten auf ihrer Online-Pressekonferenz darüber, warum die
Sonografie bei Brustkrebs eine besonders genaue Diagnose ermöglicht – und
welche Vorteile sie dabei gegenüber dem Röntgenverfahren hat. Auch der
Einsatz moderner Ultraschalltechnik bei akuten und chronischen
Erkrankungen im Bauchraum ist ein zentrales Thema der virtuellen
Veranstaltung.

Als Vertreter der Medien laden wir Sie dazu herzlich ein. Das vorläufige
Programm finden Sie untenstehend. Sie können sich hier bereits vorab für
die Teilnahme registrieren:
<https://attendee.gotowebinar.com/register/201309997600434700>

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Tückisch uneindeutig: Herzinfarkt-Symptome bei Frauen

Engagiert sich für mehr Aufklärung über den Herzinfarkt, das Broken-Heart-Syndrom und die Rolle von Stress dabei: Lisa Ortgies, Journalistin und „Frau tv“-Moderatorin.  Foto: Andreas Kueppers / www.andreaskueppers.com
Engagiert sich für mehr Aufklärung über den Herzinfarkt, das Broken-Heart-Syndrom und die Rolle von Stress dabei: Lisa Ortgies, Journalistin und „Frau tv“-Moderatorin. Foto: Andreas Kueppers / www.andreaskueppers.com

Zum Weltfrauentag: Herzspezialistin appelliert an Frauen, Herzinfarkt-
Symptome zu kennen. Herzstiftungs-Interview mit „Frau tv“-Moderatorin Lisa
Ortgies über ihren Herzinfarkt und die Rolle von Stress

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Umso
tragischer, dass pro Jahr über 46.000 Herzinfarkttote in Deutschland zu
beklagen sind. Denn viele der Sterbefälle wären zu verhindern, weil etwa
30 Prozent der Patienten am akuten Herzinfarkt versterben, noch bevor sie
die Klinik erreichen. In den ersten Minuten und Stunden nach Verstopfung
der Herzkranzarterie ist das Sterberisiko beim Infarkt besonders hoch.
„Fatalerweise zögern Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange,
den Notruf 112 abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt.
Frauen zögern dabei häufiger als Männer“, berichtet die Kardiologin Prof.
Dr. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen
Herzstiftung. „Häufiger als bei Männern können bei Frauen weniger
eindeutige Symptome auftreten, etwa Atemnot, ein Ziehen in den Armen,
unerklärliche Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch
oder Rücken. Symptome wie der klassische Brustschmerz etwa können bei
Frauen fehlen“, erklärt die Chefärztin für Kardiologie am Marien-Hospital
Wesel. Prof. Tiefenbacher appelliert deshalb an alle Frauen, sich
frühzeitig über die Symptome des Herzinfarkts, seine Ursachen und wie man
dem Infarkt vorbeugt, zu informieren. Unter www.herzstiftung.de/interview-
herzinfarkt bietet die Herzstiftung ein Interview mit Lisa Ortgies. Die
Journalistin und Moderatorin der WDR-Sendung „Frau tv“ wurde mit 51 Jahren
von einem Herzinfarkt völlig aus ihrem Leben gerissen. Weitere hilfreiche
Beiträge für Frauen zu Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen sind unter
www.herzstiftung.de abrufbar.

„Habe nur auf eine Magenverstimmung oder ein Kreislaufproblem getippt“
Auch für Lisa Ortgies waren während einer Amerikareise die Symptome ihres
Broken-Heart-Syndroms mit einer verengten kleineren Herzkranzarterie, auf
das ein Jahr später ein Herzinfarkt folgte, nicht sofort dem Herzen
zuzuordnen. „Selbst, als ich schon im New Yorker Krankenhaus war, habe ich
nur auf eine Magenverstimmung oder ein Kreislaufproblem getippt – und das,
obwohl ich eindeutige Herzinfarkt-Symptome hatte“, erinnert sie sich. Ein
Grund für die falsche Zuschreibung der Symptome: Ortgies erkannte
Herzkrankheiten weniger als ein Problem für Frauen ihres Alters. „Ich
stellte mir einen Herz-Patienten ganz anders vor“, so die Journalistin.
„Für mich waren das eher ältere Männer. Deshalb habe ich damals auch so
lange gebraucht, um meine Symptome einzuordnen.“ Aber auch die Ärzte in
der New Yorker Klinik dachten bei den Symptomen zuerst an Sodbrennen.
Dabei sind der Herzinfarkt und andere Herzkrankheiten keineswegs eine
reine Männerkrankheit. Von den ca. 46.200 an Herzinfarkt Gestorbenen im
Jahr 2018 waren etwa 19.300 Frauen (Deutscher Herzbericht 2019). Bei Lisa
Ortgies kam es beim Broken-Heart-Syndrom neben einem starken
Schwächegefühl auch zum infarkttypischen Vernichtungsschmerz, „so große
Schmerzen, dass ich panische Angst bekam“ und die strahlten auch bei ihr
in den Arm aus. „Jeder Mensch sollte die häufigsten Symptome für einen
Herzinfarkt unbedingt gut kennen, um im Notfall gleich den Notarzt unter
der 112 zu rufen. Das spart lebensrettende Minuten“, weiß Ortgies heute.
Infos zu den Alarmzeichen sind abrufbar unter www.herzstiftung.de
/herzinfarkt-frauen-symptome

Broken-Heart-Syndrom: Warnschuss vor dem Herzinfarkt
Der Herzinfarkt folgte dann ein Jahr nach dem Broken-Heart-Syndrom. Für
Ortgies kam der Infarkt daher mit Ansage. Auch Stress-Kardiomyopathie
genannt, ist das Broken-Heart-Syndrom eine plötzlich auftretende
Herzmuskelerkrankung, die vor allem durch emotionalen Stress – sowohl
negativ als auch positiv – ausgelöst wird. „Die Krankheit tritt sehr
selten auf. Frauen erkranken häufiger als Männer“, erklärt Prof.
Tiefenbacher. Beim Broken-Heart-Syndrom lässt die Pumpleistung des Herzens
akut nach, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Situation. „Die Symptome
ähneln denen eines Herzinfarkts, es liegt allerdings kein Verschluss eines
Herzkranzgefäßes vor“, so die Kardiologin aus Wesel. Hingegen hat der
Herzinfarkt, bei dem ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Herzkranzgefäß
vollständig verschließt, häufig eine längere Vorgeschichte. Ihm geht eine
chronische Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) über
viele Jahre voraus. Nach ihren beiden schweren Herznotfällen und mit zwei
Stents im Herzen hat Lisa Ortgies ihr Leben umgestellt.

Krank sein durch Stress wird Männern, aber nicht Frauen zugestanden
Im Interview berichtet sie, welche Bedeutung ihr Umgang mit beruflichem
und privatem Stress für ihre Herzereignisse hatte und was daraus für sie
folgte. Den Alltag bewusster zu gestalten kann helfen, Stress abzubauen.
Für Ortgies zum Beispiel sich gezielt Zeit zu nehmen, um länger mit
Freundinnen zu telefonieren und dabei spazieren zu gehen. „Ich achte seit
dem Herzinfarkt auch nochmal stärker auf genügend Bewegung in meinem
Leben.“ Krank sein durch Stress, sagt Ortgies, werde auch heute noch vor
allem Männern zugestanden, nicht Frauen. „Es heißt nicht ohne Grund
Managerkrankheit und nicht Managerinnenkrankheit.“ Frauen sollten deshalb
ihre Mehrfachbelastung durch Job, Haushalt, Erziehung anerkennen und auch
ernstnehmen – noch bevor, es zu Herzproblemen kommt.

Was kann man gegen Broken-Heart-Syndrom und Herzinfarkt tun?
Ein Broken-Heart-Syndrom kann jeden ereilen. Nicht die klassischen
Herzinfarkt-Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes oder
Bewegungsmangel spielen eine Rolle, sondern emotionaler Stress. Eine
sinnvolle Prävention sind Entspannungstechniken (Meditation, progressive
Muskelentspannung, Atemtherapie, Yoga). „Wichtig ist es, Stress-Momente im
Alltag zu erkennen und geeignete Strategien zu entwickeln, die diesen
Stress reduzieren“, sagt die Ärztin Prof. Tiefenbacher. Um sich vor einem
Herzinfarkt zu schützen, ist es vor allem wichtig, den eigenen Lebensstil
kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wer etwa Sport treibt, nicht raucht,
sich ausgewogen ernährt und in Maßen oder gar keinen Alkohol trinkt, beugt
am gezieltesten vor.

Das vollständige Interview mit Lisa Ortgies lesen Sie unter
www.herzstiftung.de/interview-herzinfarkt

Infos zum Thema Herzinfarkt-Symptome bei Frauen sind abrufbar unter
www.herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-symptome

HERZ heute zum Themenschwerpunkt Frauenherzen: Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Ein kostenfreies
Probeexemplar der Ausgabe HERZ heute 4/2020 „Schlagen Frauenherzen
anders?“ ist unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
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