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Tag der Immunologie: Das Immunsystem als Brücke zwischen Gesundheit und Krankheit

Am 29. April wird jedes Jahr auf der ganzen Welt der Tag der Immunologie
gefeiert. Der von der European Federation of Immunological Societies
(EFIS) ins Leben gerufene Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für
die Bedeutung der Immunologie und immunologischen Forschung als Grundlage
für die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden stärken. Forschende
des Universitätsklinikums und der Universität Würzburg schildern, welche
Relevanz die Immunologie in ihrem jeweiligen Fachbereich hat.

Würzburg. Killerzellen, Fresszellen, Gedächtniszellen oder Helferzellen.
Sie alle sind wichtige Kämpfer in unserem Immunsystem, die unseren Körper
vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie Giften
schützen. Warum wir diesen Abwehrmechanismen nicht erst Aufmerksamkeit
schenken sollten, wenn sie uns im Stich lassen, und wie die Immunologie,
also die Lehre der Grundlagen dieser Abwehrmechanismen sowie der Störungen
und Fehlfunktionen, unsere Gesundheit verbessern kann, verdeutlichen
Fachleute aus verschiedenen Disziplinen am Universitätsklinikum Würzburg
und an Instituten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Zu Beginn unseres Lebens ist unser Immunsystem besonders formbar

Schon mit der Geburt muss sich das kindliche Immunsystem an die neue
Umwelt anpassen und lernen, bedrohliche Einflüsse wie Infektionen
abzuwehren. „Dabei spielen die Besiedlung mit Keimen, das Mikrobiom, aber
auch Infektionen selbst entscheidende Rollen, um das Immunsystem zu
trainieren und eine Balance zwischen Toleranz und Abwehr einzustellen“,
weiß Prof. Dr. med. Dorothee Viemann, Ko-Sprecherin des
Sonderforschungsbereichs DECIDE - DECisions in Infectious DisEases (www
.crc-decide.de) und Leiterin der Translationalen Pädiatrie am Uniklinikum
Würzburg.

Prof. Dr. Martina Prelog Expertin für Kinder- und Jugendmedizin und
Immunologie bestätigt. „Unser Immunsystem bleibt fit, indem eine
ausbalancierte immunologische Interaktion mit unserer Umwelt und der
Selbsttoleranz stattfindet. Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen
wir das Immunsystem, sei es im Rahmen von Entzündungsreaktionen,
Heilungsprozessen, Tumorabwehr, Abwehr von Infektionserregern, im
Austausch mit dem Mikrobiom oder einfach nur in Entwicklung und Alterung.“

Es gibt jedoch auch angeborene Erkrankungen des Immunsystems, die bereits
im frühen Kindesalter zur Immunschwäche und Anfälligkeit für schwere
Infektionen führen. Die Früherkennung sei extrem wichtig, um den
erkrankten Kindern Leid zu ersparen und die Behandlungsprognose deutlich
zu verbessern, betont Privatdozent Dr. Henner Morbach, Leiter der
Pädiatrischen Entzündungsmedizin an der Kinderklinik des UKW und Sprecher
des Zentrums für Primäre Immundefekte und Autoinflammatorische
Erkrankungen (ZIDA). Das Immundefektzentrum am UKW bietet als eines der
wenigen Zentren in Deutschland die Möglichkeit zur umfangreichen
Diagnostik und Therapie an „Durch eine Stammzelltransplantation lassen
sich viele dieser Erkrankungen heilen“, so Morbach.

Immunstatus kontrollieren und Impflücken schließen

Was wir selbst tun können, um unser Immunsystem fit zu halten? Dr. Manuel
Krone, kommissarischer Leiter Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und
Antimicrobial Stewardship empfiehlt: „Kontrollieren Sie Ihren Impfpass und
schließen Sie Impflücken!“ Das Immunsystem sei die wichtigste Barriere
unseres Körpers gegenüber Infektionserregern, durch Impfungen könne es
gestärkt werden. Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken,
empfiehlt ebenfalls Prof. Dr. Oliver Kurzai, Leiter des Nationalen
Referenzzentrums für Invasive Pilzinfektionen (NRZMyk) und Vorstand des
Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg.
„Impfungen sind ein gezieltes Fitness-Training für unser Immunsystem.
Darüber hinaus hilft unserem Immunsystem ein gesunder Lebensstil:
ausgewogenes Essen, Bewegung und frische Luft.“

Lebensbedrohliche Pilzinfektionen, wenn das Immunsystem nicht funktioniert

Oliver Kurzai und seine Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, dass der
Ausfall unseres Immunsystems dramatische Auswirkungen haben kann.
„Lebensbedrohliche Pilzinfektionen treten dann auf, wenn unser Immunsystem
nicht funktioniert! Besonders wichtig für den Schutz sind unsere
Immunzellen.“ Prof. Dr. Jürgen Löffler beschäftigt sich in seiner
Arbeitsgruppe zum Beispiel mit der funktionalen Analyse von Immunzellen in
deren Interaktion mit humanpathogenen Pilzen (Schimmelpilze), auch im
Zusammenspiel dieser Pilze mit Viruserkrankungen. „Wir möchten verstehen,
welche Immunzellen wie auf Schimmelpilze reagieren, warum sie bestimmte
Defekte haben, und wie wir solchen Immunzellen helfen können,
Pilzinfektionen besser abzuwehren.“

Rheuma: Wenn sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper

Die Auswirkungen von fehlgesteuerten Immunzellen sieht Privatdozent Dr.
Marc Schmalzing, Leiter des Schwerpunkts Rheumatologie und Klinische
Immunologie am UKW Tag für Tag. Bei rheumatischen und immunologischen
Erkrankungen richtet sich das Immunsystem zum Beispiel gegen den eigenen
Körper, die Immunzellen reagieren über oder verlieren ihre Funktion. Mit
einer Blockierung bestimmter immunologischer Botenstoffe könne diese
Fehlsteuerung der angeborenen und erworbenen Immunzellen gezielt
beeinflusst werden.

Behandlung von Hauttumoren mit Antikörper-basierten Immuntherapien

Gerät das Immunsystem aus der Balance können zudem verschiedenste
entzündliche Hautkrankheiten entstehen. „Erfreulicherweise können wir
diese Entzündungen häufig durch immer präzisere Immunmodulatoren
erfolgreich behandeln“, berichtet Prof. Dr. Bastian Schilling, Leiter der
AG Translationale Tumorimmunologie und Immuntherapie in der Haut-Klinik.
Für ihn ist das Immunsystem Fluch und Segen zugleich. Denn gleichzeitig
werden Hauttumoren vom Immunsystem oftmals spontan erkannt. „Wir können
dieses Phänomen durch Antikörper-basierte Immuntherapien nutzen, um selbst
sehr fortgeschrittene Tumoren zu behandeln und teilweise dauerhaft unter
Kontrolle bringen.“ Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Astrid Schmieder
arbeitet zum Beispiel gerade daran, Tumor-assoziierte Makrophagen
umzuprogrammieren: „Die Makrophagen, auch als Fresszellen bekannt, können
unter geeigneten Umständen das Wachstum von Krebszellen fördern. Wir
versuchen sie so zu verändern, dass sie gegen den Prozess der
Tochtergeschwulstbildung, der Metastasierung agieren und den Tumor
angreifen.“

CAR-T-Zellen zählen zu den großen Hoffnungsträgern in der Krebsmedizin

„Unser Immunsystem ist die beste Waffe gegen Krebs!“ Davon ist auch
Privatdozent Dr. Leo Rasche überzeugt von der Medizinischen Klinik und
Poliklinik II überzeugt. Man müsse dem Immunsystem aber manchmal auf die
Sprünge helfen, sonst kann es die Tumorzellen nicht erkennen und
beseitigen. „In der Hämatologie und Onkologie machen wir das mithilfe von
CAR-T-Zellen, bispezifischen Antikörpern und sogenannten Checkpoint-
Inhibitoren. Dabei leisten vor allem die T-Zellen eine wichtige Arbeit.
Diese Zellen sind Serial Killer, eine einzige kann tausende Tumorzellen
beseitigen.“ Prof. Dr. Michael Hudecek, einer der weltweit führenden
Wissenschaftler für die CAR-T-Zelltherapie ergänzt: „Mit Hilfe dieser
intelligenten CAR-modifizierten Immunzellen ist es möglich, selbst weit
fortgeschrittene Krebserkrankungen wirkungsvoll zu behandeln. CAR-
modifizierte Immunzellen als „lebendes Medikament“ sind in der modernen
Medizin eine der vielversprechendsten Behandlungsmethoden gegen Krebs.“
Das Uniklinikum Würzburg spielt bei der Erforschung, Anwendung und
Ausweitung dieses neuen Arzneimittelprinzips eine international bedeutende
Rolle. Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II und
Sprecher des NCT-Standortes WERA, gilt als Meinungsführer in der
CAR-T-Zelltherapie, er hat diese als erster in Europa klinisch eingesetzt.
Einsele ist Co-Sprecher in drei verschiedenen Transregio
Sonderforschungsbereichen mit Fokus auf das Immunsystem: TRR 124
„FungiNet“, TRR721 „Steuerung der Transplantat-gegen-Wirt- und
Transplantat-gegen-Leukämie-Immunreaktionen nach allogener
Strammzelltransplantation“ und TRR 338 „LETSImmun“.

Blutplättchen steuern neben Blutgerinnung auch Entzündung und Immunantwort

Neben den weißen Blutzellen, den Leukozyten, haben auch die Blutplättchen,
die so genannten Thrombozyten, wichtige Funktionen im Immunsystem. Sie
sind zentral an der Steuerung von Entzündungsprozessen und der
Immunantwort beteiligt sind, indem sie das Zusammenspiel von Immunzellen
und der Gefäßwand koordinieren und antreiben. Mit diesen gänzlich neuen
und klinisch hochrelevanten Funktionen der Thrombozyten beschäftigt sich
der TRR 240 „Platelets“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard
Nieswandt, Direktor des Instituts für Experimentelle Biomedizin. So wurde
in Würzburg der nunmehr international etablierte Begriff der Thrombo-
Inflammation geprägt, um diese neuen Krankheitsprozesse zu beschreiben.
„Thrombo-Inflammation spielt bei einer stetig wachsenden Zahl von
Krankheitsgeschehen, wie Schlaganfall, akutes Atemnotsyndrom, Sepsis, aber
auch bei Tumorerkrankungen eine entscheidende Rolle, was weitreichende
Möglichkeiten für neue Therapieansätze eröffnet“, ist Bernhard Nieswandt
überzeugt.

Thrombo-Inflammation bei Schlaganfall

PD Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors in der Neurologie
verdeutlicht die Relevanz des Immunsystems bei Schlaganfall: „Direkt
während eines Schlaganfallereignisses und somit viel früher als bisher
angenommen kommt es zu einer massiven lokalen Entzündungsreaktion. Dabei
sind T-Zellen und neutrophile Granulozyten beteiligt, und Blutplättchen
greifen steuernd ein. Wir konnten erste wichtige Signalmoleküle dieses
Zusammenspiels zwischen Blutplättchen und Immunzellen experimentell und
sogar unter Zuhilfenahme lokaler Biomarker bei Schlaganfallpatienten
identifizieren.“ Die Verfahren zur lokalen Biomarkergewinnung haben die
Kooperationspartner der Neuroradiologie, Dr. Alexander Kollikowski und
Prof. Dr. Mirko Pham, etabliert. Sie sind zuversichtlich, „dass genau in
diesen winzigen Tropfen Blut direkt aus dem Gehirn während eines
Schlaganfalls wichtige Informationen für neue Therapieansätze, die
speziell die lokale Thrombo-Inflammation modulieren, stecken.“

Die regenerative Macht des Immunsystems auf unser Herz

Darüber hinaus hat sich Würzburg weltweit einen Namen in der aufstrebenden
Fachrichtung Immunkardiologie gemacht. „Unser Immunsystem verhindert zum
Beispiel, dass unser Herz aus dem Takt gerät, es beeinflusst die Alterung
des Herzens und ist wichtig, um zerstörtes Herzgewebe, etwa nach einem
Herzinfarkt, wieder richtig heilen zu lassen“, berichtet Prof. Dr. Stefan
Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik I am UKW und Sprecher des SFB
1525 „Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem". Auf der anderen Seite
könne eine Überaktivierung des Immunsystems die Funktion des Herzens auch
negativ beeinflussen. „Im SFB beschäftigen wir uns mit genau diesen
Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem. Mithilfe der gewonnenen
Erkenntnisse wollen wir die Diagnostik verbessern und ein Fundament für
zielgerichtete immunmodulatorische Therapien legen.“

Das Immunsystem als unerlässlicher Bestandteil aller Organe

Ein starker Partner sowohl im SFB „Cardioimmune Interfaces“ als auch in
vielen weiteren Forschungsprojekten am UKW ist die Max-Planck
Forschungsgruppe Systemimmunologie. Sie wird geleitet von Prof. Dr.
Wolfgang Kastenmüller und Prof. Dr. Georg Gasteiger, die an der Uni
Würzburg die Lehrstühle für Systemimmunologie I und II leiten. Die
Experten fassen zusammen: „Immunzellen spielen eine Rolle bei sehr
unterschiedlichen Prozessen im Körper, zum Beispiel der Regulation des
Stoffwechsels, des regelmäßigen Herzschlags, und der aktiven Erhaltung der
Gesundheit durch Steuerung der Gewebserneuerung. Als fester Bestandteil
der Gewebe unterstützen lokal ansässige auf ihre Umgebung spezialisierte
Immunzellen deren Funktion, Wachstum und Reparatur und interagieren vor
Ort mit den Organen.“

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Pflegerische Vorbehaltsaufgaben im Krankenhaus

Das Projekt "Vorbehaltsaufgaben der Pflege im Krankenhaus" (VAPiK),
gefördert vom Katholischen Krankenhausverband Deutschlands (KKVD), startet
bundesweit mit acht Krankenhäusern, um Erkenntnisse im Hinblick auf die
pflegerische Qualität, die Zusammenarbeit im Krankenhaus und einen
zukünftigen Handlungsrahmen für den Umgang mit den Vorbehaltsaufgaben zu
gewinnen.

Mit dem Pflegeberufegesetz (PflBG) sind seit 2020 bestimmte Aufgaben des
pflegerischen Versorgungsprozesses dem Pflegefachpersonal vorbehalten.
D.h., diese Aufgaben dürfen nur noch von Personen ausgeübt werden, die
über eine abgeschlossene Qualifikation als Pflegefachperson verfügen. In
der Praxis wirft diese Regelung allerdings noch viele Fragen auf. Daher
startet das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP)
nun mit dem Projekt „Vorbehaltsaufgaben der Pflege im Krankenhaus“
(VAPiK). Gefördert wird das Projekt vom Katholischen Krankenhausverband
Deutschlands (KKVD), der sich Erkenntnisse im Hinblick auf die
pflegerische Qualität, die Zusammenarbeit im Krankenhaus und einen
zukünftigen Handlungsrahmen für den Umgang mit den Vorbehaltsaufgaben
verspricht. An VAPiK, das bundesweit umgesetzt wird, sind Mitarbeitende
aus acht Krankhäusern in katholischer Trägerschaft beteiligt.

Das PflBG regelt im § 4 u.a. die Erhebung und Feststellung des
individuellen Pflegebedarfs, die Organisation, Gestaltung und Steuerung
des Pflegeprozesses sowie die Analyse, Evaluation und Entwicklung der
Pflegequalität erstmals als pflegerische Vorbehaltsaufgaben. Allerdings
gelten die Vorbehaltsaufgaben nur in beruflichen Kontexten, d.h. pflegende
Angehörige können weiterhin die pflegerische Unterstützung für ihre
pflegebedürftigen Angehörigen planen und organisieren.

Dem Gesetzgeber geht es bei den Vorbehaltsaufgaben in erster Linie um
diejenige pflegerische Verantwortung, die für die Pflegequalität und den
Patientenschutz von besonderer Bedeutung ist. Zugleich soll mit der
gesetzlichen Regelung eine merkliche Aufwertung der Pflegeberufe erreicht
werden, da eine prozessbezogene Fachpflege in den verschiedenen
Praxisfeldern nur noch durch entsprechend ausgebildetes Personal mit den
erforderlichen Kompetenzen wahrgenommen werden darf.

Was bedeutet dies nun für die aktuelle Versorgung von Patientinnen und
Patienten im Krankenhaus? Welche Konsequenzen haben die Vorbehaltsaufgaben
für die Zusammenarbeit im Krankenhaus und für die Kooperation mit weiteren
Einrichtungen etwa bei Entlassungen aus dem Krankenhaus? Welche
Erfahrungen liegen in den Klinken bereits vor? Im Rahmen des Projektes
VAPiK sollen diese Fragen bis zum Ende des Jahres beantwortet und ein
Handlungsrahmen entwickelt werden, der zu mehr Klarheit und
Rechtssicherheit in den Krankenhäusern beitragen soll. Begleitend zum
Projekt ist nun auch die Website www.vorbehaltsaufgaben-pflege.de online
gegangen. Hier werden nach und nach auch Informationen zu VAPiK und
weiteren Themenfeldern rund um die pflegerischen Vorbehaltsaufgaben
bereitgestellt.

Kontakt: Elke Grabenhorst, Tel: 0221/ 4 68 61 – 30, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der DIP e.V. ist ein gemeinnütziges Institut an der Katholischen
Hochschule NRW in Köln, das seit mehr als 20 Jahren nahezu 200 Projekte in
der Versorgung, Bildung und zu Innovationen in der Pflege umgesetzt hat.

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Elektronische Patientenakte: acatech und Körber-Stiftung starten digitale Orientierungshilfe

Bald schon soll für jeden Bürger und jede Bürgerin eine elektronische
Patientenakte (ePA) angelegt werden. So will es das Bundesministerium für
Gesundheit. Noch aber stößt die ePA in der Bevölkerung auf Vorbehalte,
viele wissen über die Neuerung zudem kaum Bescheid. Das heute gestartete
Webangebot „ePA Check-up“ von acatech und Körber-Stiftung soll den
Menschen bei einem komplexen Thema sachgestützt und für alle gut
nachvollziehbar Orientierung geben.

Knapp ein Viertel der Deutschen kennt das Angebot der elektronischen
Patientenakte (ePA) nicht – so das Ergebnis des TechnikRadar 2022, einer
repräsentativen Befragung zu den Technikeinstellungen der Deutschen.
Tatsächlich genutzt wird sie von weniger als einem Prozent der
Versicherten. Dabei soll nach Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit
im nächsten Jahr für alle Patientinnen und Patienten automatisch eine ePA
angelegt werden, wenn nicht ausdrücklich widersprochen wird. Um diese
Entscheidung informiert, reflektiert und kompetent fällen zu können, haben
Körber-Stiftung und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
eine digitale Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger entwickelt.

Der ePA Check-up führt die Nutzenden durch insgesamt sechs Themenfelder:
von Diagnose und Alltag über Daten und Therapie bis hin zu Sicherheit und
Forschung. Mit anschaulichen Beispielen, nützlichen Informationen und
kleinen Quiz-Elementen können sich Nutzenden Klarheit über die
Funktionsweise, den konkreten Nutzen, die Chancen, aber auch die möglichen
Risiken der ePA verschaffen. Ausgewählte Umfrageergebnisse und Ratschläge
von Expert:innen helfen bei der Meinungsbildung. Zuletzt erhalten die
Nutzerinnen und Nutzer eine Auswertung ihres aktuellen Standpunktes.

Stimmen zum ePA Check-up

Thomas Paulsen, Vorstand Körber-Stiftung: „Mit der ePA stehen die
Bürgerinnen und Bürger vor der Frage, ob und mit wem sie zukünftig ihre
sehr persönlichen und sensiblen Gesundheitsdaten teilen wollen. Diese
wichtige Entscheidung sollte man wohl überlegt und informiert treffen. Für
diejenigen, die noch unsicher sind oder in kompakter Form mehr zum Thema
wissen wollen, haben wir den ePA Check-up entwickelt.“

Ortwin Renn, acatech Präsidiumsmitglied: „Wie bei anderen Diskussionen
rund um digitale Innovationen zeigt sich auch bei der ePA, dass viele
Deutsche besorgt sind, ihre persönliche Souveränität könne eingeschränkt
und sensible Daten ohne Zustimmung weitergereicht werden. Diese Sorgen und
Anliegen der Menschen müssen wir aufgreifen und einen breiten Bürgerdialog
darüber führen. Der ePA Check-up soll diesen Dialog befruchten und den
Menschen bei einem komplexen Thema sachgestützt und für alle gut
nachvollziehbar Orientierung geben. Uns ist es wichtig, dass wir auf der
Website sowohl Nutzen als auch Risiken der ePA aufzeigen. Der ePA Check-up
ist darüber hinaus ein Versuch, neue Wege der Wissensvermittlung und
Technikkommunikation zu gehen – wir sind gespannt, welche Erkenntnisse wir
am Ende aus dem Projekt ziehen.“

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Neue Wissensplattform Herzmedizin.de soll Informationen zu Herzgesundheit für alle bieten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit rund 40 Prozent die häufigste
Todesursache in Deutschland. Die Ursachen sind vielfältig und
Informationen darüber sind der breiten Öffentlichkeit nur unzureichend
zugänglich. Mit dem Launch von Herzmedizin.de schafft die Deutsche
Gesellschaft für Kardiologie (DGK) gemeinsam mit dem Bund Niedergelassener
Kardiologen (BNK) eine zentrale Wissensplattform sowohl für Patient:innen
und Interessierte als auch für Fachexpert:innen rund um das Thema
Herzgesundheit.

Düsseldorf, 21. April 2023 – Unter dem Motto „Wissen teilen, Gesundheit
stärken.“ will die Nationale Herz-Allianz, eine Initiative der DGK und
allen großen, deutschen Fachgesellschaften der Herz-Kreislauf-Medizin, mit
dem neuen Informationsportal Herzmedizin.de für mehr Aufklärung rund um
das Thema Herzgesundheit sorgen. Das Besondere: Die Plattform richtet sich
explizit gleichzeitig an die Mitglieder von DGK und BNK, an Ärzt:innen und
medizinisches Personal sowie Herzpatient:innen und Interessierte. Sie
bietet umfassende Informationen zu allen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen,
deren (Früh-) Erkennung, Diagnose, Prävention, Therapiemöglichkeiten und
Rehabilitation, die im Vorfeld streng von Kardiolog:innen geprüft und
freigegeben werden. „Unser Wunsch war es, alle relevanten Informationen
rund um das Thema Herzmedizin an einem Ort zu bündeln und für alle
Betroffenen, seien sie Patient:innen oder Expert:innen, jeweils auf
Augenhöhe interessant, informativ und zugänglich zu gestalten,“ sagt PD
Dr. Stefan Perings, einer der beiden Herausgeber des Portals.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten Nummer eins.
Dennoch werden sie in der Öffentlichkeit meist nicht so wahrgenommen und
in ihrer Tragweite unterschätzt. Viele Menschen halten die Ursachen für
fast ausschließlich selbstverschuldet, etwa durch ungünstige
Lebensgewohnheiten wie Rauchen, schlechte Ernährung oder mangelnde
körperliche Aktivität. Diese klassischen Risikofaktoren erklären jedoch
nur knapp die Hälfte aller Erkrankungen an den Herzkranzgefäßen; Mit
bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzmuskelschwäche stehen sie
überhaupt nicht in Zusammenhang. „Zwar gibt es bereits vielfältige
Informationsangebote für Gesundheitsfragen im Netz, jedoch führen diese
teils widersprüchlichen Informationen vielmehr zu Verwirrung und schaffen
weniger Orientierung – besonders für Betroffene und deren Angehörige. Das
wollen wir mit Herzmedizin.de insbesondere im großen Bereich der Herz-
Kreislauf-Erkrankungen ändern“, so Prof. Stephan Baldus, Past-Präsident
der DGK.

Die Plattform Herzmedizin.de ging im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie, die vom 12. bis 15. April in Mannheim
stattfand, erstmals online. Für die Konzeption und das Design des
Internetangebots sowie dessen technische Umsetzung konnte das Joint
Venture BAUERSERVICEPLAN als Partner gewonnen werden. Betrieben wird das
Portal durch die HKM – Herz-Kreislauf-Medizin gGmbh, einer
einhundertprozentigen Tochter der DGK.

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