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Automatisierung als Trend bei Bad-Innovationen

Das 3D-Erfassungssystem CeramDetect ermöglicht eine sichere Erkennung des Modelltyps und eine Lagebestimmung von Werkstücken.  Copyright: GFaI
Das 3D-Erfassungssystem CeramDetect ermöglicht eine sichere Erkennung des Modelltyps und eine Lagebestimmung von Werkstücken. Copyright: GFaI

Der Sommer ist die Zeit fürs Renovieren und
Sanieren. Einer der größten Posten bei den Investitionen in den eigenen
vier Wänden ist das Badezimmer. Mieter wie Eigentümer von Wohnraum wollen
ihre Bäder individuell gestalten – dafür profitieren sie von Neuerungen
der Forschung, die sich das Potenzial der Automatisierung zunutze machen.
Innovationen aus dem Kreis der Zuse-Gemeinschaft sind in mehr Komfort,
Ressourcenschutz und Sicherheit gemündet.

Die Sanitärwirtschaft mit ihrer Expertise rund ums Bad gehört mit
jährlichen Umsätzen von mehr als 20 Mrd. Euro zu den wichtigsten Branchen
am Bau. An vorderen Positionen in der Beliebtheitsskala der Verbraucher
rangiert die Sanitärkeramik mit Waschbecken, Wannen und WCs. Glasiert
werden diese zunehmend automatisiert in Roboterlinien. Die einhergehenden
Produktivitätszuwächse mit Automatisierungstechnik aus Deutschland bringen
angesichts des globalen Wettbewerbs Vorteile für die Produktion in Europa.
Damit die Modellwechsel in den Roboterlinien reibungslos und effizient
verlaufen, hat die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik
(GFaI) den Einsatz der Roboter mit ihrem System CeramDetect vorangebracht.

Laserlichtschnitt meistert Vielfalt auf dem Fließband
Die auf einem Drehtisch platzierte Keramik wird mit dem von der GFaI
entwickelten 3D-System per Laserlichtschnitt komplett erfasst. Aus den
gewonnenen Daten lassen sich dann über eine Datenbank der Typ des Werk-
stücks wie auch dessen ideale Position für die bevorstehende Glasur
bestim-men. Problemlos lässt sich die große Vielfalt von Modellen auf
demselben Fließband - Resultat vieler individueller Kundenwünsche -
automatisiert bearbeiten. Die manuelle Eingabe von Modellnummern entfällt,
denn das Zusammenspiel von Laser- und Rechenleistung meistert die Vielfalt
auf dem Fließ-band. Im Anlernmodus lassen sich neue Modelle bequem
innerhalb von 60 Sekunden pro Modell in die Datenbanken einpflegen. Mit
künftigen Versionen von CeramDetect werden weitere Entlastungen für die
Arbeitskräfte erwartet.

Verlässliche Verbindungen für Fußbodenheizungen
Für Automatisierung, bei der man keine kalten Füße bekommt, steht eine
Forschungsinnovation aus Sachsen: Am Institut Chemnitzer Maschinen- und
Anlagenbau (ICM) haben die Forschenden ein neues kosten- und
materialsparendes Verfahren zur Produktion aufwändiger Verteilerbalken
entwickelt. Es führt das Einbringen der Kragen und Gewinde an den Rohren
mit der Herstellung der Verteilerbalken zusammen, die u.a. für
Fußbodenheizungen benötigt werden.
Ausgangsbasis ist das Innenhochdruck-Umformen (IHU), das durch die
Integration der Gewindeherstellung erweitert wurde. Mit bis zu 2.500 bar
wird beim IHU zunächst eine Wasser-Öl-Emulsion in die Rohlinge gedrückt.
Dadurch fließen die Metalle in eine Werkzeugform. Anschließend werden
Gewindefittinge und Dichteinsätze eingepresst. In einem einzigen
Arbeitsschritt fertigen die Chemnitzer Forscher auf diese Weise aus einem
rohrförmigen Halbzeug die fertigen Endprodukte. Eventuelle Schweiß- oder
Klebeprozesse können entfallen.

Somit lassen sich die Fertigungskosten um rund ein Drittel senken. Durch
die Verfahrenskombination ist es auch möglich geringere Wandstärken des
Ausgangsrohres zu verwenden, wodurch sich Materialeinsparungen bis zu rd.
30 Prozent ergeben. „Das Herstellverfahren ist automatisierbar, das darauf
aus¬gelegte Maschinen- und Werkzeugkonzept flexibel. Somit wird es vor
allem für eine roboterunterstützte Klein- und Mittelserienfertigung
lukrativ“, erklärt ICM-Institutsleiter Dr. Sebastian Ortmann. Die
erfolgreiche Entwicklung für die Sanitärbranche lässt sich nach seiner
Einschätzung auf andere Branchen übertragen, so auf Auto- oder
Lebensmittelindustrie und den Wärmetauscherbau.

Individuelle Gestaltung – Gesellschaftlicher Anspruch
Bei aller individueller Gestaltung des Bades: Mit der Küche bildet es über
den Anschluss an die Kanalisation zugleich die Verbindung zu den
Kreisläufen der Abwasserwirtschaft. Rund 576.000 km Kanalnetz ziehen sich
durch Deutschland, wo jährlich rund 5 Milliarden Kubikmeter Schmutzwasser
entstehen. Das Institut für Automation und Kommunikation (ifak) aus
Magdeburg hat nun in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und
Praxis einen kostenlosen Simulator entwickelt, der Anstöße für ein
Umdenken weg von konventionellen Verfahren der Schwemmkanalisation gibt
und neuartige kommunale Sanitärkonzepte visualisiert.

Dabei geht es um die Veranschaulichung von Stoffströmen in der
Wasserwirtschaft. „Mit dem Simulator können Planer und Kommunen
überschlägig einschätzen, welcher Aufwand und welche Vorteile sich durch
ausgewählte oder umfassende Investitionen in ihre Abwassersysteme bieten“,
erläutert ifak-Projektleiter Dr. Manfred Schütze den Ansatz des von der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts, dessen erste
Ergebnisse jüngst in der Fachzeitschrift Water, Science and Technology
publiziert worden sind. Beispielsweise vermag der Simulator überschlägig
Nährstoffströme, Treibhausgasemissionen und Energiebilanzen in
Abwassersystemen abzuschätzen. „In einer Branche wie der Wasserwirtschaft,
die an vielen Stellen an der Schwelle zur Digitalisierung steht, ist bei
Investitionen auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen mitzudenken, so
z.B. beim Betrieb von Pumpen und Klärwerken“, erläutert Dr. Schütze.

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Sonnige Aussichten auf dem Bau: Nachhaltig bauen vom Keller bis zum Dach

80 Prozent Luft, 20 Prozent Ziegel: Der luftige Stein nutzt Luft gegen Lärm.  Bildquelle: D. Ivanova/Institut für Ziegelforschung
80 Prozent Luft, 20 Prozent Ziegel: Der luftige Stein nutzt Luft gegen Lärm. Bildquelle: D. Ivanova/Institut für Ziegelforschung

In vielen Teilen Deutschland wächst die Bevölkerung wieder und mit ihr der
Bestand an Wohnungen. Für nachhaltiges, effizientes Bauen entwickeln
Forschungsinstitute der Zuse-Gemeinschaft praxistaugliche Innovationen -
vom Ziegel bis zur Heizung.

Berlin, 19. Februar 2019. Mit dem zu Ende gehenden Winter und der milderen
Witterung erhöht sich die Aktivität auf den Baustellen. In den heute
entstehenden Häusern bekommen nicht nur Menschen und Gewerbe ein neues
Zuhause, es wird auch das Fundament für die Energieversorgung der Zukunft
gelegt. Grundlagen dafür haben Wissenschaftler geschaffen: Wie z.B.
Wasserstoff nachhaltig Energie liefert, weiß man beim DBI in Freiberg.
Dort haben Forschende gezeigt, wie sich mit Wasserstoff in
Brennstoffzellen hocheffizient nicht nur Heizenergie, sondern durch Kraft-
Wärme-Kopplung auch Strom erzeugen lässt. Der für die Brennstoffzellen
benötigte Wasserstoff kann dezentral im eigenen Keller z.B. aus Erdgas
gewonnen werden. Aber auch am direkten Einsatz nachhaltig erzeugten
Wasserstoffs arbeiten die Wissenschaftler. Das DBI entwickelt dafür
innovative Komponenten für Brennstoffzellen-Heizungen, wie
Spitzenlastkessel und Deodorierungssysteme.

Solarenergie vom Dach und von der Fassade
Dass Verbraucher nicht nur im Keller, sondern auch auf dem Dach Strom und
Wärme kombiniert erzeugen können, zeigt das Institut für
Solarenergieforschung in Hameln (ISFH). Dem in Kooperation mit
Mittelständlern entstandenen und in Kleinserie verfügbaren solaren
Hybridsystem gelingt eine effiziente Flächennutzung durch die
gleichzeitige Umwandlung der Solarstrahlung in Nutzwärme und Strom. Das
funktioniert, indem der mit Flüssigkeit durchströmte Wärmeüberträger aus
Aluminium zugleich das selbsttragende Montagesystem für die Photovoltaik-
Module bildet, das ins Dach integriert ist. Dass die Nutzung der
Solarenergie nicht aufs Dach beschränkt bleiben muss, zeigt das Institut
für Angewandte Bauforschung in Weimar (IAB). Zusammen mit Partnern hat es
eine solaraktive Designfassade entwickelt. Auch an anderen Instituten der
Zuse-Gemeinschaft arbeiten Forschende an der Integration der Solarenergie
in Bauelemente.

Ziegel arbeitet mit dem Schall
Ist die Gebäudehülle fertig, geht es an den Innenausbau, wo Materialien
gefragt sind, die Behaglichkeit, Ruhe und ansprechende Optik verströmen.
Eine Erfindung des Instituts für Ziegelforschung (IZF) bringt diese
Eigenschaften in einem Schall schluckenden Keramikziegel zusammen. Der hat
nur etwa ein Zehntel des Gewichts, den sein massives Pendant beanspruchen
würde. Um das zu erreichen, nutzen die Bau-Experten aus Essen einen Trick:
Am Anfang der Produktion steht ein Schaumstoffschwamm, der mit einer
dünnen Tonschicht überzogen und dann gebrannt wird. Der Kunststoff
verbrennt, doch der entstehende Ziegel behält die luftdurchlässige
Struktur des Kunststoffs, auf dem er entstanden ist. Wie alle
offenporigen, porösen, Materialien kann der neue Ziegel hervorragend den
Schall aufnehmen. Denn seine poröse Struktur provoziert viel Reibung
zwischen den Luftmolekülen, wodurch sie an Schallenergie verlieren. Der
innovative Ziegel aus Essen eignet sich nicht nur zur Schalldämmung,
sondern auch als schickes Gestaltungsobjekt in Seminarräumen, Restaurants
oder Klassenzimmern. Hinzu kommt: Im Unterschied zu Akustikschaumstoffen
erreicht er die höchste Brandschutzklasse A1.

Forschung mit Fingerspitzengefühl
Ist das Haus schlüsselfertig übergeben, heißt es umsichtig beim Einzug
sein. Denn die meisten Unfälle passieren zu Hause - nicht zuletzt an
Türen. Forschung mit Fingerspitzengefühl hat daher das Institut für
Holzenergie (IHD) in Dresden abgeliefert: Die Tüftler entwickelten
zusam¬men mit zwei Firmen eine neuartige Fingerschutzvorrichtung für die
Montage an Innentüren. Der Mechanismus schlägt nur bei raschen Bewegungen
an, langsam lässt sich die Tür hingegen ganz einfach schließen. Nicht nur
zu Hause, sondern gerade auch in Kindergärten oder Schulen bewahrt dieser
Einklemmschutz vor schlimmen Verletzungen.

„Bei zahlreichen weiteren Forschungsprojekten rund ums Bauen, sei es zur
Energieversorgung oder Bauteilentwicklung, für Baustoffe und für
Gebäudetechnik, haben Institute der Zuse-Gemeinschaft mehr als nur einen
Fuß in der Tür für eine nachhaltige Entwicklung der Branche. Denn für
erfolgreichen Technologietransfer arbeiten die Forschenden eng mit
Unternehmen und anderen Praxispartnern zusammen“, erklärt die
Geschäftsführerin der Zuse-Gemeinschaft, Dr. Annette Treffkorn.

Erfolgreiche Forschung kann damit zu nachhaltigem Bauen und Wohnen
beitragen. Die Wohnflächennachfrage aller Haushalte wird sich laut
Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in
Deutschland bis 2030 um rund 7 Prozent auf 3,5 Milliarden Quadratmeter
erhöhen. Dies ist laut BBSR insbesondere dem Bedeutungsgewinn  der
Eigentümerhaushalte sowie der Zunahme der Haushaltszahlen geschuldet.

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Studie: Investitionen in deutsche Immobilien 2018 gesunken - Grundstücke in attraktiven Lagen sind heiß begehrt, kaum verfügbar und bieten wenig Rendite

Anleger haben 2018 weniger Geld in
deutsche Immobilien investiert als im Vorjahr. Das geht aus dem
Immobilienmarktbericht 2018 des Beratungs- und Planungsunternehmens
Arcadis hervor. Vor allem in den Metropolen stehen Kaufpreise und
Mieteinnahmen nicht mehr in einem wirtschaftlichen Verhältnis. Doch
die Niedrigzinsen sorgen weiter für eine hohe Nachfrage - trotz des
geringen Immobilienangebots in attraktiven Lagen und sinkender
Renditen. Insbesondere ausländische Investoren lassen sich von den
hohen Preisen nicht abschrecken. Besonders gerne legen sie ihr Geld
in zwei Immobilienarten an.

+++ Der vollständige Arcadis-Immobilienmarktbericht 2018 kann über
folgenden Link heruntergeladen werden: http://arcad.is/ImmoMarkt +++

Der jahrelange Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt zeigt Wirkung:
Wegen des Mangels an Kaufobjekten und sinkenden Renditen war das
Transaktionsvolumen 2018 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Das
gilt sowohl für Wohn- als auch für Gewerbeimmobilien. Dennoch kann
von einer Krise keine Rede sein. So sorgen die Rahmenbedingungen aus
niedrigen Zinsen und dem im europäischen Vergleich positiven
Rendite-Risiko-Verhältnis auf dem deutschen Markt weiter für hohe
Kapitalzuflüsse. "Bei den Investitionen liegen immer mehr Projekte im
Trend, die für eine lebenswerte Stadt stehen", sagt Marcus Herrmann,
CEO von Arcadis Europe Central. "Investoren suchen insbesondere nach
Immobilien in Quartieren mit einer starken Durchmischung der
Nutzungen, zum Beispiel durch eine Kombination von Wohn- und
Arbeitsflächen oder deren Nähe zu Kultur-, Einkaufs- oder
Freizeiteinrichtungen."

Investoren weichen bei Wohnimmobilien ins Umland der Metropolen aus
Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Immobilienarten
auch Unterschiede. Bei den Wohnimmobilien ist ein Ende der Nachfrage
nach Objekten in Metropolen nicht in Sicht. Das knappe Angebot führt
inzwischen immer mehr zu einer Verlagerung der Investitionen ins
Umland. Zudem erfreuen sich Nischenmärkte wie Studentenwohnungen und
Mikroapartments mit einem Anteil von neun Prozent des Umsatzes dieser
Immobilienart großer Beliebtheit. Die geringe Verfügbarkeit führte
dazu, dass 2018 das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um
24 Prozent fiel. Gemessen am Rekordjahr 2015 sank es sogar um 41
Prozent.

Knappes Angebot und hohe Nachfrage prägen auch den Markt für
Büroimmobilien. Mit einem Umsatz von 25,1 Milliarden Euro
verzeichnete das Segment 2018 einen Rückgang um 14 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. Wegen der steigenden Preise fiel an vielen
Orten die Rendite geringer aus. So sank der Wert in München auf 2,9
Prozent und in Frankfurt sowie Hamburg auf 3,15 Prozent. In den
sogenannten B-Städten locken hingegen höhere Renditen. 

Online-Handel verändert die Rahmenbedingungen

Mit geringeren Spitzenrenditen haben auch die Investoren auf dem
Markt für Einzelhandelsimmobilien zu kämpfen. Im Durchschnitt lagen
sie 2018 bei 2,9 Prozent. Das liegt vor allem am Anstieg der
Kaufsummen auf einen Quadratmeterpreis von 2.400 Euro - 350 Euro pro
Quadratmeter mehr als noch im Vorjahr. Damit war das vergangene Jahr
ein Ausnahmejahr, denn über die vergangenen fünf Jahre betrachtet
sank das Kaufpreisniveau um 12,6 Prozent. Grund dafür ist die
zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. "Der Einzelhandel wird
künftig noch stärker auf die Konkurrenz aus dem Internet reagieren
müssen", sagt Falk Schollenberger, Head of Business Advisory, Arcadis
Europe Central. "Insbesondere Flächen an weniger attraktiven
Standorten sowie gering frequentierte Shopping-Center werden weiter
unter Druck geraten."

Der Trend zur schnellen Online-Bestellung wirkt sich hingegen positiv
auf den Markt für Logistikimmobilien aus. 2018 stieg das
Transaktionsvolumen für Industrie- und Logistikobjekte bundesweit auf
6,6 Milliarden Euro. Noch besser war das Ergebnis nur im Jahr 2017 -
dieser Rekordwert wurde 2018 aber um 24 Prozent verfehlt. Doch
steigende Preise sorgen auch bei Logistikimmobilien für sinkende
Renditen. Im Durchschnitt liegen sie momentan bei 4,2 Prozent.
Trotzdem investieren vor allem ausländische Anleger überproportional
oft in diese Anlageklasse. Ihr Anteil betrug 2018 zwei Drittel am
Umsatz.

Darüber hinaus interessieren sich ausländische Investoren stark für
Hotelimmobilien. 2018 lag ihr Anteil bei 40 Prozent. Insgesamt stieg
das Transaktionsvolumen 2018 auf 3,8 Milliarden Euro. Für Anleger ist
das Segment wegen der zunehmenden Übernachtungszahlen sehr
interessant. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2017 rund 460
Millionen Übernachtungen - Tendenz steigend.

Über Arcadis

Arcadis ist das führende globale Planungs- und Beratungsunternehmen
für Immobilien, Umwelt, Infrastruktur und Wasser. In Zusammenarbeit
mit unseren Kunden erzielen wir durch die Anwendung unserer profunden
Marktkenntnisse sowie kollektiver Planungs-, Beratungs-, Ingenieur-,
Projekt- und Managementleistungen herausragende und nachhaltige
Ergebnisse während des gesamten Lebenszyklus natürlicher Schutzgüter
und baulicher Vermögenswerte unserer Kunden. Mit unseren 27.000
Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern erwirtschaften wir einen Umsatz
von 3,2 Milliarden Euro. Wir unterstützen UN-Habitat, das Zentrum der
Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, mit Wissen und
Know-how, um die Lebensqualität in schnell wachsenden Städten auf der
ganzen Welt zu verbessern

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5 Tipps für ein Leben im Grünen auf dem Land

Wohnen auf dem Land
Wohnen auf dem Land

In Zeiten von technisierten Wohnungen und innovativen Smartphones, die einem kleinen Hochleistung-Rechenzentrum gleichen, ist es gar nicht so einfach, sich auf sich selbst zu besinnen. Natürlichkeit als Lebensphilosophie – was soll denn das heißen? Es bedeutet, dass du dich bemühst, im Einklang mit der Natur zu leben. Wir zeigen dir mit 5 einfachen Tipps, wie dein Lifestyle sofort grüner, natürlicher und gesünder wird.

  1. Wohn-Check: Wie und wo wohnst du?
    Besonders nachhaltig ist es natürlich, wenn du nicht in der Stadt lebst, sondern auf dem Land. Wer gerade über ein Eigenheim nachdenkt und auf nachhaltige Art und Weise bauen möchte, für den ist ein Haus in einer ländlichen Gegend auf jeden Fall zu empfehlen. Bei Gussek-Haus gibt es eine skandinavisch angehauchte Landhausserie, deren Häuser Naturnähe und Nachhaltigkeit vermitteln und in denen man wie im Paradies lebt. Gussek-Haus hat aufgrund der Gussek-Hybrid-Außenwand darüber hinaus im Jahr 2015 bereits das Nachhaltigskeits-Zertifikat für seine Ein- und Zweifamilienhäuser bekommen. Das ist ein weiterer Vorteil, denn nachhaltiges Wohnen bedeutet natürlich nicht nur, dass du im Grünen lebst, sondern auch die Bauart deines Eigenheims sollte umweltfreundlich sein. Wenn du umweltfreundlich wohnen willst, solltest du daher auch darauf achten, dass dein Haus auf dem Land energieeffizient ist. Die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit eines Hauses hängt dabei unter anderem von den folgenden Faktoren ab:
  • Dämmung: Die Fassaden, das Dach, die Fenster und die Türen sollten gut gedämmt sein, damit mehr Wärme im Haus gespeichert werden kann.
  • Verwendung erneuerbarer Energien: Erneuerbare Energien sind Energieträgern wie Gas oder Öl auf jeden Fall vorzuziehen.
  • Schonender Umgang mit den Energiequellen: Im Alltag kannst du eine Menge tun, um Energie zu sparen – dazu zählt beispielsweise, die Räume nicht zu Überheizen, die Räume richtig zu lüften, auf einen geringen Stromverbrauch zu achten, und die Verwendung einer Stromschaltleiste.
  1. Klamotten-Check: Wie viel Synthetik lässt du an deinen Körper?
    Welche Kleidung ist deine Lieblingskleidung? Und aus welchem Material besteht diese? In vielen Kleiderschränken hängt Mischgewebe mit einem hohen Anteil synthetischer Fasern. Zu einem natürlichen Lifestyle passt das nicht. Nun bedeutet das aber nicht, dass du dort sofort deine gesamte Garderobe entsorgen musst. Vielmehr eröffnet sich eine neue Shopping Welt. Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, achte auf das Material. Zu den Top 3 natürlicher Materialien zählen diese:
  • Baumwoll•Leinen •Seide

Im Alltag heißt das, beim nächsten Unterwäschekauf Seide statt Synthetik zu wählen und Baumwolle statt Polyester. Dein Körper wird es dir mit Wohlbefinden danken. Allerdings ist nicht jedes Naturmaterial akzeptabel. Im Sinne der neuen Natürlichkeit müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Das heißt ökologisch vertretbarer Anbau, sozialverträgliche Arbeitsbedingungen und faire Verbraucherpreise. Einen Anbieter zu finden, der all diese Merkmale erfüllt, ist gar nicht so einfach. Das Internet bietet Hilfe. Diese Bestenliste zeigt Modelabels für faire Kleidung, die online zu beziehen sind. Köstliches Brot, gesunder Aufstrich und ein paar Kräuter – die ideale Zwischenmahlzeit.

  1. Lebensmittel-Check: Wie kaufst du ein?
    Mit ihrem Haushaltsbudget gehen viele Frauen erstmals zum günstigen Discounter shoppen und weil es so günstig ist, landet das ein oder andere ungesunde Produkt ebenfalls im Einkaufswagen. Gesund einzukaufen, so meinen viele, ist teurer. Doch das ist ein Trugschluss. Gesund einkaufen heißt, bewusst einkaufen. Man kauft weniger ein, tut sich und seiner Gesundheit aber mehr Gutes. Wer auf dem Land wohnt, hat beispielsweise auch die Möglichkeit, dort regionale Lebensmittel vom Bauern um die Ecke zu kaufen. Hochwertige Lebensmittel sättigen stärker und versorgen den Körper optimal mit Vitaminen, Mineralien und allem, was er braucht. Die Folge ist, dass wir weniger essen. Ganz nebenbei verliert man im Rahmen der gesunden Ernährung ein paar Pfunde. Das liegt daran, dass frisches Obst und Gemüse weniger kalorienreich, weniger fettreich und super gesund sind.

Es gibt viele Diäten, die sich genau nach diesem Prinzip richten. Ganz so streng, wie beim Clean Eating geht es bei der gesunden Ernährung aber nicht zu. Beim Clean Eating werden nur unverarbeitete frische, saisonale und möglichst lokale Lebensmittel verwendet. Der Beitrag „Gesünder essen? Drei Konzepte helfen dir dabei“ informiert ausführlich über diesen Ernährungsstil.

  1. Urlaubs-Check: Wie viel C02 verursacht deine Urlaubsreise?
    Es gibt Menschen, die fahren das ganze Jahr Fahrrad und fliegen dann mit einem Flugzeug um die halbe Welt, um 10 Tage unter südlicher Sonne zu entspannen. Das Problem: Mit dieser einzigen Flugreise machen sie die Menge des eingesparten CO2 eines ganzen Jahres zunichte. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus stellt einen Fußabdruck-Rechner zur Verfügung. Damit kannst du herausfinden, inwieweit dein Lebensstil die Umwelt belastet und vor allem auch, wie du deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern kannst. In Sachen Urlaub geht es auch ganz anders. Du kannst buchstäblich fair reisen! Ökotourismus ist angesagt und das bedeutet, dass es immer mehr Anbieter auf dem Markt gibt, die diesem Trend Vorschub leisten. Es liegt an dir, den richtigen für dein Urlaubsziel zu finden.
  2. Mobilität-check: Fährst du noch oder läufst du schon?
    Zu Fuß zum Supermarkt, mit dem Rad zur Schule und Treppe statt Lift – es gibt zu jeder Fortbewegungsart eine natürliche Alternative. Natürlichkeit als Lebensphilosophie bedeutet, das Thema Mobilität durch die grüne Naturbrille anzusehen. Fährst du viel Auto? Dann ist hier ein Ansatzpunkt, den sich genauer zu betrachten lohnt. Oft lässt sich schon durch einige wenige Änderungen ein dickes Plus auf dem Naturkonto verbuchen. Es muss nicht immer das Auto sein, wenn es zum Einkaufen geht. Oft tut es auch ein Fahrrad mit Packtaschen. Busfahren ist nicht selten eine Alternative zum Auto und es ist durchaus möglich, gewisse Strecken grundsätzlich zu Fuß zu gehen. Je weniger du mit dem Auto unterwegs bist, desto gesünder für dich und die Umwelt. Ganz nebenbei entlastest du damit auch deine eigene Haushaltskasse und kannst dir zur Belohnung etwas Schönes gönnen.

Fazit: Einfach anfangen und sofort natürlicher leben

Die Strategie der kleinen Schritte heißt, den Lebensstil Stück für Stück zu verändern. Du muss nicht sofort alles radikal umstellen. Fang einfach mit den Dingen an, dir nicht schwerfallen, sondern sogar Spaß machen. Denke beim Kauf von Kosmetikartikeln, Kleidungsstücken und Lebensmitteln einfach ein bisschen grüner als bisher und achte auf die Dinge, für die du Geld bezahlst. So finden nach und nach immer mehr faire Produkte den Weg in dein Leben und werden es nachhaltig verändern.

 

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