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Gesundheit

Flugreise nach Herzinfarkt oder mit Herzschwäche: Was müssen Betroffene beachten?

Experten-Beitrag der Deutschen Herzstiftung bietet Betroffenen Sicherheitshinweise und Tipps / Wichtiger Info-Service auch für Ärzte


Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an koronarer Herzkrankheit (KHK), die dem Herzinfarkt vorausgeht und die häufigste Ursache der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist. Jährlich werden bundesweit bei KHK-Patienten z. B. nach einem Herzinfarkt über 320.000 Gefäßstützen (Stents) eingebracht und über 53.000 Bypassoperationen durchgeführt. Viele der Betroffenen planen eine Reise und verzichten nur ungerne auf das Fliegen. Flugreisen führen aber u. a. wegen der veränderten Atmosphäre in der Druckkabine (niedrigerer Luftdruck, geringere Sauerstoffsättigung) zu zusätzlichen Belastungen für das Herz-Kreislauf-System, die Herzpatienten kennen müssen. Welche weiteren wichtigen Punkte Betroffene vor der Buchung einer Flugreise beachten sollten, erläutern Herzspezialisten mit flug- und reisemedizinischer Expertise in dem Beitrag der Deutschen Herzstiftung „Flugreisen – auch bei KHK und Herzschwäche“, der kostenfrei unter www.herzstiftung.de/fliegen-achtung-herz oder telefonisch unter 069 955128-400 angefordert werden kann.
„Herzpatienten dürfen in der Regel fliegen. Letztlich entscheidend für die Flugreise eines Patienten mit KHK oder Herzschwäche ist die Leistungsfähigkeit des Herzens. Um Komplikationen über den Wolken zu vermeiden, sollten Betroffene deshalb noch vor der Reiseplanung ihre Flugreisetauglichkeit vom Kardiologen bestimmen lassen“, unterstreicht der Herzspezialist Prof. Dr. med. Wolfgang Schöls vom Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung und Leiter des Herzzentrums Duisburg. So führt etwa der leichte Sauerstoffmangel eines Passagierjets auf Reiseflughöhe zum Anstieg von Herzfrequenz, Blutdruck und zu erhöhtem Sauerstoffverbrauch des Herzens. „Das können Betroffene mit KHK oder Herzschwäche nicht ohne weiteres kompensieren.“

Nach Herzinfarkt: Wann darf man wieder fliegen?
Nach einem Herzinfarkt hängt die Flugreisetauglichkeit u. a. von der Infarktgröße ab. Kardiologen unterscheiden zwischen niedrigem, mittlerem und hohem Risiko. Bei niedrigem Risiko kann ca. fünf bis acht Tage nach einem kleinen Infarkt geflogen werden. „Auf Langstreckenflüge sollte jedoch auch bei niedrigem Risiko verzichtet werden“, betont Prof. Schöls. Niedriges Risiko bedeutet u. a.: Alter unter 65, erster Herzinfarkt, erfolgreiche Gefäßwiedereröffnung, Auswurffraktion des Herzens über 45 % und keine Komplikationen. Wie es um die Flugtauglichkeit bei Infarktpatienten mit mittlerem oder hohem Risiko steht und unter welchen Voraussetzungen KHK-Betroffene nach einer Stent-Therapie, Katheteruntersuchung oder Bypassoperation fliegen dürfen, ist dem Experten-Beitrag der Herzstiftung zu entnehmen.

Flugreisende mit Herzschwäche: Gewicht kontrollieren, Gangplatz in Toilettennähe
Betroffene mit Herzschwäche sollten vor Reiseantritt Ursache und Schweregrad der Herzschwäche (nach der sog. NYHA-Klassifikation) bestimmen lassen. Bei chronisch stabiler Herzschwäche bis NYHA-Stufe II (belastbar bis 75 Watt) besteht volle Flugreisetauglichkeit (wissenschaftlich belegt sind nur Flüge bis sieben Stunden Reisedauer). „Jede Verschlechterung der Symptome wie Atemnot, Gewichtszunahme wegen Wassereinlagerung, Erschöpfung, Herzenge oder Rhythmusstörungen in den letzten vier Wochen macht fluguntauglich“, erläutert Prof. Schöls. „Nach akutem Linksherzversagen sollte bis zu sechs Wochen mit dem Fliegen gewartet werden.“ Betroffene mit Herzschwäche sollten ihr Körpergewicht (Wassereinlagerungen) kennen und am besten einen Gangplatz nahe der Toilette buchen, da sie häufig Entwässerungsmittel (Diuretika) einnehmen und der Harndrang durch den leichten Sauerstoffmangel verstärkt wird.

Gefahr durch Venenthrombose
Ein Problem, das Kranke wie Gesunde betrifft, ist die Venenthrombose, die bis zu acht Wochen nach einer Flugreise mit oder ohne Lungenembolie auftreten kann. Bei Flügen unter vier Stunden ist das Risiko gering. Bei einer Flugdauer von acht Stunden aber tritt eine Venenthrombose häufiger auf (bei einem von 200 Passagieren). Jeder Flugreisende sollte wissen, ob ein erhöhtes Thromboserisiko besteht (z. B. Alter über 60, Herzschwäche, starkes Übergewicht bei BMI über 30), wie die Thrombose entsteht (z. B. langes Sitzen, Abknicken der Venen in der Kniekehle), um sich mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen zu schützen. Ausführliche Infos erreichbar unter www.herzstiftung.de/fliegen-achtung-herz

Der umfangreiche Experten-Beitrag „Flugreisen – auch bei koronarer Herzkrankheit (KHK) und Herzschwäche (6 S.) von Dr. Ilse Janicke und Prof. Dr. Wolfgang Schöls kann unter www.herzstiftung.de/fliegen-achtung-herz kostenfrei heruntergeladen oder telefonisch unter 069 955128-400 angefordert werden.

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Gesundheitswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge in Biomedizin, Pharmaökonomie und Pflege

Die Rheinische Fachhochschule Köln informiert am 23. Mai 2016 über die gesundheitswissenschaftlichen Bachelor-Studiengänge in Biomedizin, Pharmaökonomie und Pflege.

Drei gesundheitswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge stellt die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) an ihrem Informationsabend am 23. Mai 2016 um 18 Uhr vor. Getrennt nach den Studiengängen Molekulare Biomedizin, Pharmaökonomie und Intensivierte Fachpflege informieren die Studiengangsleiter in der RFH, Schaevenstr. 1 a/b, 50676 Köln (Erdgeschoss).

Akademische Fachkräfte sind in der Gesundheitsbranche gesucht. Sowohl für Absolventen als auch für diejenigen, die bereits in einem medizinischen Beruf tätig sind, bieten sich beste berufliche Perspektiven nach ihrem Studienabschluss.

Der Studiengang Molekulare Biomedizin spricht Studieninteressierte an, die jetzt ihr Abitur oder ihre Fachhochschulreife machen und ein Studium an der Schnittstelle von Medizin und molekularer Biologie mit modernen analytischen Labormethoden suchen. Für ausgebildete MTA-Labor, VMTA und BTA eröffnet der Studiengang neue Aufstiegschancen und ermöglicht eine berufliche Neuorientierung. Da der Studiengang auch berufsbegleitend angeboten wird, können sie gleichzeitig berufstätig sein und studieren.

Im neuen Studiengang Pharmaökonomie vermitteln die Professoren und Dozenten ein breitgefächertes Wissen zu den Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf die pharmazeutische Branche. In der Pharmaökonomie fließen Kenntnisse aus der Medizin, Pharmazie, Ökonomie, des Arzneimittelrechts und der Gesundheitspolitik zusammen. Interessant ist der Studiengang besonders für PTA. Ihnen bieten sich nicht nur gute Karriereaussichten in der Pharmaindustrie, sondern auch bei Krankenhäusern, bei Krankenkassen, öffentlich-rechtlichen und medizinischen Vereinigungen, wo Kosten-Nutzen-Analysen für die Arzneimitteltherapie erstellt werden. Auch diesen BA-Studiengang bietet die RFH in Vollzeit und berufsbegleitend an.

Der berufsbegleitende Bachelorstudiengang Intensivierte Fachpflege richtet sich an Pflegekräfte, die sich akademisch qualifizieren möchten. Er wurde in Kooperation mit dem Bildungszentrum des Universitätsklinikums Bonn entwickelt. Studierende mit einer abgeschlossenen Fachweiterbildung (z.B. OP, Onkologie, Intensivpflege) haben die Möglichkeit, sich die ersten drei Semester dieses Studiengangs anerkennen zu lassen, sodass sie den Bachelor-Abschluss bereits nach vier Semestern erlangen können. Die gestiegenen Ansprüche an die fachlichen Qualifikationen des Pflegepersonals machen die innovative Weiterentwicklung im Rahmen einer Akademisierung der Pflegeberufe empfehlenswert. Der Studiengang hat zum Ziel, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, neue berufliche Perspektiven für Pflegende zu schaffen und der Forderung des Wissenschaftsrates zur Akademisierung der Pflegeberufe beizutragen.

Alle drei Studiengänge schließen mit einem Bachelor of Science ab. Auf dem Arbeitsmarkt bestehen für Absolventinnen und Absolventen dieser gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge ein großer Bedarf und ein breites Tätigkeitsfeld. Denn qualifiziert ausgebildete akademische Fachkräfte sind in der Gesundheitsbranche Mangelware.

Weitere Informationen auf der Homepage http://www.rfh-koeln.de

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AIDS: Gesundheitsministerium startet neue Aufklärungskampagne

Gib Aids keine ChanceBundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat dazu aufgerufen, im Kampf gegen Aids und andere durch Sexualkontakte übertragbare Krankheiten nicht nachzulassen. Vor dem Start einer neuen Informationskampagne an diesem Mittwoch sagte Gröhe der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Deutschland gehöre heute zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Aber noch immer infizierten sich 3200 Menschen jährlich mit HIV. Bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, etwa Syphilis, würden sogar steigende Infektionszahlen beobachtet.

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Immer mehr Kinder mit Typ-1-Diabetes: Diabetologen setzen auf Früherkennung

Mit etwa 30 500 Betroffenen ist Typ-1-Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Jährlich kommen über 3000 Neuerkrankungen hinzu. Da die Erkrankung bereits bei Kleinkindern ausbricht, konzentrieren sich neueste Forschungen auf die Prävention und Früherkennung der Autoimmunerkrankung. Der diesjährige Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 4. bis 7. Mai 2016 in Berlin thematisiert die Entstehung und Therapie von Diabetes Typ 1. Im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag, den 6. Mai 2016, stellen Experten aktuelle Daten und Studien aus der Typ-1-Diabetes-Forschung vor.


Mit etwa 30 500 Betroffenen ist Typ-1-Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Jährlich kommen über 3000 Neuerkrankungen hinzu. Da die Erkrankung bereits bei Kleinkindern ausbricht, konzentrieren sich neueste Forschungen auf die Prävention und Früherkennung der Autoimmunerkrankung. Der diesjährige Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 4. bis 7. Mai 2016 in Berlin thematisiert die Entstehung und Therapie von Diabetes Typ 1. Im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag, den 6. Mai 2016, stellen Experten aktuelle Daten und Studien aus der Typ-1-Diabetes-Forschung vor.

Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Typ-1-Diabetes-

Erkrankungsraten weltweit. Durch eine Autoimmunerkrankung zerstört das Abwehrsystem die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das lebenswichtige Hormon Insulin produzieren. Die Betroffenen müssen ihr Leben lang künstliches Insulin spritzen. „Dieser Prozess beginnt überwiegend bereits im Alter von eins bis fünf Jahren. Meist kommt die Krankheit erst zum Vorschein, wenn die Kinder mit einer lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden“, sagt Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, Inhaberin des Lehrstuhls für Diabetes und Gestationsdiabetes am Klinikum rechts der Isar in München und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Daher und weil 80 bis 90 Prozent der Patienten keinen weiteren Diabetesfall in der Familie haben, sei es umso wichtiger, eine frühzeitige Diagnose und Prävention zu fördern.

Mehrere Forschungsprojekte gehen derzeit diesen Weg. So bietet das Pilotprojekt Fr1da jedem Kind in Bayern zwischen zwei und fünf Jahren eine Blutanalyse an. „Monate bis Jahre vor Ausbruch kündigt sich die Autoimmunerkrankung durch nachweisbare Autoantikörper an“, sagt Ziegler. „So konnte bislang schon bei 102 Kindern ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium entdeckt werden, bevor es zu einer Stoffwechselentgleisung kam.“

Die europäische Initiative GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes) legt ihren Fokus auf Neugeborene. Innerhalb des regulären Neugeborenen-Screenings will sie zukünftig auch das genetische Risiko für Typ-1-Diabetes untersuchen – Babys mit einem erhöhten Risiko erhalten Nachsorge. Auch die Arbeitsgruppe um Ziegler setzt ihr Augenmerk auf die Altersgruppe unter zwei Jahren: „In diesem Lebensabschnitt entstehen die Grundlagen, die zu einer Autoimmunerkrankung führen und das Immunsystem ist noch besonders beeinflussbar“, so die Expertin. Eine orale Insulin-Impfung soll in der Pre-POINTearly Studie das Immunsystem der Kinder an das körpereigene Hormon gewöhnen. Ziel der Studie ist es deshalb, dass das kindliche Immunsystem das blutzuckersenkende Insulin nicht als Fremdkörper wahrnimmt und so ein Ausbruch der Erkrankung möglicherweise verhindert wird.
Alle Informationen zum Diabetes Kongress 2016 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de zu finden. Kurzfilme mit Interviews und Beiträgen zum Diabetes Kongress 2016 finden Interessierte in der Mediathek.

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