Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. und IKK classic starten Aktion zur Zertifizierung von „Sonnenschutz-Kindergärten“ in Bochum
Wenn die Sonne scheint, macht das Herumtollen im Freien doppelt so viel Spaß. Die Sonne gibt zwar Energie, birgt aber auch Gefahren, denn zu viel UV-Strahlung fördert das Sonnenbrandrisiko. Kinder sind besonders gefährdet. Ihre Haut ist noch sehr dünn und hat noch keinen natürlichen Eigenschutz. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken. Damit es nicht dazu kommt startet die Krebsgesellschaft NRW in Partnerschaft mit der IKK classic in Bochum die Aktion „Sun Pass“ für Kindergärten. Ziel der Initiative ist es, Kitas und Eltern im Umgang mit der Sonne zu beraten und sie bei der konkreten Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu unterstützen.
Um Kindergärten für die Aktion zu gewinnen, wurden in Bochum alle Kitas angeschrieben. Diese konnten sich bei der Krebsgesellschaft NRW anmelden. In der ersten Projektphase bekommen die Kitas nun Besuch von einem „Sonnenschutz-Team“. Bei den Begehungen werden die Ausgangssituation sowie Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. Im Verlauf der Aktion finden dann Schulungen zur Hautkrebsprävention mit Einigung auf eine Sonnenschutzvereinbarung statt. Diese legt u. a. fest, dass die stärkste Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit vermieden wird, Kinder durch Kopf- und Nackenbedeckung sowie Sonnensegel vor UV-Licht geschützt und nicht bekleidete Hautpartien regelmäßig mit Sonnenschutzmitteln eingecremt werden. Ergänzend erhält jede Kita speziell entwickelte Materialien, um den Kindern spielerisch den gesunden Umgang mit der Sonne zu vermitteln.
Kitas, die alle Punkte der Sonnenschutzvereinbarung erfüllen, erhalten schließlich die Auszeichnung „Sonnenschutz-Kindergarten“. Mit diesem „Siegel“ verpflichten sich die Kita, die Maßnahmen kontinuierlich auf ihre Effektivität zu überprüfen und die Sonnenschutzvereinbarung, wenn nötig, jedes Jahr zu überarbeiten.
Die Aktion „Sun Pass“ basiert auf einem Konzept der Europäischen Hautkrebsstiftung (European Skin Cancer Foundation, kurz ESCF), das für Kindertagesstätten in ganz Europa entwickelt wurde. Partner des Projektes ist in der Bundesrepublik die Deutsche Krebsgesellschaft mit ihren 16 Landesgesellschaften – darunter die Krebsgesellschaft NRW. Fachlich begleitet wird die Initiative von Dermatologinnen und Dermatologen vor Ort. Im letzten Jahr führte die Krebsgesellschaft NRW in Kooperation mit der IKK classic die Zertifizierung mit guter Resonanz in den Städten Bonn und Münster durch.
Tipps zum Schutz der Haut für zu Hause und den Urlaub
• Vermeiden Sie die stärkste Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Nutzen Sie die Vormittags- und Nachmittagsstunden für Aktivitäten im Freien.
• Halten Sie sich bei starker Sonneneinstrahlung im Schatten auf. Auch Wolken halten nur 20 Prozent der UV-Strahlung ab.
• Schützen Sie Ihre Haut durch angemessene Bekleidung. (Schultern, Ellbogen und Knie sollten bedeckt sein) und vergessen Sie auch die Kopfbedeckung nicht.
• Schützen Sie nicht bekleidete Hautpartien mit Sonnencreme. Benutzen Sie Präparate mit hohem Lichtschutzfaktor (ab LSF 30), die möglichst keine allergenen Stoffe beinhalten.
• Tragen Sie die Produkte rechtzeitig (20 Minuten vor den Aktivitäten im Freien) und großzügig auf.
• Babys und Kleinkinder gehören nicht in die direkte Sonne.
Zur spielerischen Vermittlung des Themas „Sonnenschutz“ hat die Krebsgesellschaft NRW die Kinderfibel „Wenn der Eisbär in die Sonne geht“ entwickelt. Innerhalb von NRW kann das Büchlein kostenlos bestellt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Kinderfibel als PDF-Dokument herunterzuladen. Telefonische Bestellungen unter 02 11 / 15 76 09 90 Downloads und Online-Bestellungen unter: www.krebsgesellschaft-nrw.de (Broschüren).
Fakten: Hautkrebs in Deutschland
Die Anzahl von Menschen, die in Deutschland an Hautkrebs erkranken, steigt nach Angaben der ESCF jährlich um 7 bis 10 Prozent und liegt derzeit bei mehr als 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Dabei wird bei rund 26.000 Menschen Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom) diagnostiziert. Der größte Risikofaktor für Hautkrebs ist die unsichtbare Strahlung der Sonne. Während die kurzwellige UVB-Strahlung nur in die oberen Hautschichten eindringt, erreicht die UVA-Strahlung auch tiefere Schichten und lässt die Haut schneller altern. Beide Strahlenarten können zu Hautkrebs führen, da sie langfristig eine Veränderung der Erbinformation der Hautzellen bewirken. Mit jedem Sonnenbrand steigt somit die Gefahr, später an Hautkrebs zu erkranken.
Die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.
Seit mehr als 60 Jahren setzt sich die Krebsgesellschaft NRW mit Sitz in Düsseldorf für die Verbesserung der onkologischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen ein. Bedeutende Aufgabenfelder sind die Vorbeugung und Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehört der wissenschaftliche und gesundheitspolitische Diskurs, welche Maßnahmen als sinnvoll und empfehlenswert einzustufen sind, ebenso wie die öffentliche Aufklärung darüber.
Die IKK classic
Die IKK classic ist mit rund 3,6 Millionen Versicherten die sechstgrößte deutsche Krankenkasse und das führende Unternehmen der handwerklichen Krankenversicherung. Die Kasse mit Hauptsitz in Dresden ist mit rund 7.000 Beschäftigten an bundesweit mehr als 300 Standorten tätig. Ihr Haushaltsvolumen beträgt rund 10 Milliarden Euro.
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