Geldverschwendung bei Gesundheitskarte: 728 Millionen Euro ''ohne Mehrnutzen''
Die Krankenkassen prangern Geldverschwendung bei der elektronischen Gesundheitskarte an und fordern finanzielle Sanktionen für die Verantwortlichen. Die Gesundheitskarte sei "aufgrund der erheblichen finanziellen Investitionen ohne erkennbaren Mehrnutzen im Vergleich zu der bisherigen Krankenversicherungskarte nicht mehr zu rechtfertigen", heißt es in einer Beschlussvorlage des Verwaltungsrats des Spitzenverbands für eine Sitzung am 27. Juni. Aus einem weiteren vertraulichen Papier des Spitzenverbandes geht hervor, dass die Kassen bislang 728 Millionen Euro an Beitragsgeldern in die Karte investiert haben. Der Spitzenverband beklagt, dass die Zielsetzungen der elektronischen Gesundheitskarte immer wieder unterlaufen würden.
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Pro Jahr kommt es in Deutschlands Krankenhäusern zu etwa 18 Millionen Behandlungsfällen. Bei den niedergelassenen Ärzten sind es gar unvorstellbare 540 Millionen. Gemessen daran spielt der Verdacht auf Behandlungsfehler nur eine sehr untergeordnete Rolle. Ausweislich der jüngsten Statistik machten im Vorjahr gerade einmal 12.200 Patienten von ihrem Beschwerderecht bei ärztlichen Gutachterstellen Gebrauch. Doch wer selbst einmal in die Situation gekommen ist, an der Kunst der Mediziner zu zweifeln, dem nutzen solche Statistiken wenig. Was zählt, ist der individuelle Fall. Und der ist immer einer zuviel. Die Zahl der Beschwerden ist seit 2007 übrigens kontinuierlich gestiegen. Dies spricht zunächst einmal für das wachsende Selbstbewusstsein der Bürger gegenüber den "Halbgöttern in Weiß". Denn es ist noch gar nicht so lange, da galt die Kritik am Arzt als Sakrileg. Auch die breite Diskussion über das neue Patientenrechtegesetz hat sicher dazu beitragen, dass diese Tatsache endgültig der Vergangenheit angehört.