Migros Kulturprozent Classic Tournee VI: London Symphony Orchestra, Interpreten Daniel Harding (Leitung), Janine Jansen (Violine), Tonhalle Zürich, 29. Mai 2015, besucht von Irène Hubschmid
Konzertprogramm:
Edward Rushton
«I nearly went, there»
Uraufführung, Kompositionsauftrag Migros-Kulturprozent-Classics
Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Interpreten:
London Symphony Orchestra
Daniel Harding (Leitung)
Janine Jansen (Violine)
Rezension:
Der Auftakt von Edward Rushtons Uraufführung war gewaltig, furios, keineswegs harmoniereich. Das zahlenmässig grosse, im Jahre 1904 gegründete sehr routinierte Orchester spielte fulminant. Der begeisternd auf die Konzertbühne springende Edward Rushton zeigte sich zufrieden mit der Interpretation seiner zeitgenössischen melodielosen Komposition, man hörte keine Klangharmonien. Er liess sich von Mahler inspirieren. Nur hat es bei Mahler eben Harmonien.
Geradezu kontrapunktierend wohltuend fiel die bekannte Melodie von Felix Mendelssohn ins Ohr. Die elfenhafte Solistin Janine Janson spielte ihre Violine mit grosser Verve, da fehlte nichts. Sie nahm das Publikum völlig für sich ein. Für ihr Können erntete sie grossen Beifall.
Die niederländische Virtuosin spielt auf der Barrere-Stradivarius von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1727.
Mahlers 5. Sinfonie ist gigantisch. Sie zeigt die innere Zerrissenheit des früh verstorbenen Komponisten ganz deutlich. Das Potenzial des London Symphony Orchestera, dessen ständige Spielstätte seit 1982 das Barbican Center London ist, in dem es jährlich etwa 70 Konzerte bestreitet, erwies sich als schlichtweg grossartig.
Der Dirigent Daniel Harding leitete seine Musiker zart, leicht, elegant und temperamentvoll. Er überspielte die Sätze in einem grossen Bogen vom Trauermarsch (er erinnerte an den Trauermarsch von New Orleans) bis zum lieblichen Walzer. Ein grosses Werk!
Das begeisterte Publikum verliess zufrieden den Saal in die laue Vorsommernacht, dies nach langanhaltendem frenetischem Applaus.
Text: www.irenehubschmid.ch
Fotos: http://www.migros-kulturprozent-classics.ch/de/Home
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Das Luftschiff, eine amüsante Sommernachtskomödie
Besetzung:
Besetzung und Programm:
Im 2. Konzertteil kam für mich musikalisches Neuland, mit der Sonate für Violine und Klavier A-Dur von César Franck erlebte ich eine Live Premiere, hatte ich diese doch bisher ausschliesslich ab Tonträgern gehört. Beim Studieren des Programms vor Konzertbeginn hatte ich noch erstaunt zur Kenntnis genommen, dass gleich zwei der total 3 vorgetragenen Sonaten in A-Dur geschrieben sind. Schnell war aber klar, dass dies aufgrund der Verschiedenheit der Werke, nicht von Bedeutung war und sich besonders der junge Pianist in Franck`s Meisterstück sehr wohl fühlte, ausserordentlich im perlenden Allegro ausdrucksstark ausgelebt. Auch hier fanden sich die beiden Musiker wieder im Recitativa. Fantasia, bevor mit dem brillant vorgetragenen Allegretto poco mosso (da hatte Toncian sich längst vom Übereifer verabschiedet), der absolute Höhepunkt dieses aussergewöhnlichen Konzerterlebnisses folgte. Für mich der optimale Auftakt in „meine“ persönlichen Salzburger Festspiele in dieser ersten Juniwoche 2015.