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Regional

Stadt Bochum Infos:„"Verborgene Orte (4): BOGESTRA"

Bogestra Unterwerk Transformator
Bogestra Unterwerk Transformator

In den Sommerwochen präsentieren die Stadt und ihre Gesellschaften einige stille Stars, die sonst eher nicht im Rampenlicht stehen: ihre verborgenen Orte. Manche schwer zu finden, manche nur schwer zugänglich – und doch spielen alle eine wichtige Rolle im vielfältigen Leben der Stadt – so wie das Lebenselixier der Bochumer Straßenbahnen.

 

Sommerserie „Verborgene Orte“

Das BOGESTRA-Unterwerk im Stadtbahn-Bahnhof Schauspielhaus

Das Lebenselixier der Straßenbahn kommt aus dem Untergrund. Daher passieren die Straßenbahnen und die Wagen der U35, wenn sie in Bochum durch die Stadtbahntunnel fahren, immer wieder auch die Anlagen, die für die Stromversorgung der Bahnen zuständig sind.

 

Diese Anlagen werden Unterwerke genannt. Sie haben eine Lebensdauer von rund 30 Jahren und kosten ca. 1,5 Millionen Euro. Eines der rund 40, die die BOGESTRA davon hat, befindet sich an einem „verborgenen Ort“ im Stadtbahn-Bahnhof Schauspielhaus. Viele Besucher hat so ein Unterwerk natürlich nicht. Normalerweise halten sich dort nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams Energie und Bahnstrom der BOGESTRA auf. Und auch diese können die Räumlichkeiten nur nach Voranmeldung betreten, denn sie sind alarmgesichert.

 

Strom für Bahnen und Fahrtreppen

„Unsere Aufgabe ist es sieben Tage die Woche, rund um die Uhr für den Strom zu sorgen, den unsere Bahnen brauchen“, sagt Teamleiter Andreas Mendritzki. Er hat auch die Erklärung, wofür es hier unten die großen Schaltschränke, die Bauteile und Transformatoren gibt.

 

Die Straßenbahnen fahren mit Gleichstrom mit einer Spannung von ca. 750 Volt. Am Unterwerk angeliefert wird so genannter Drehstrom mit einer Spannung von 10.000 Volt. Durch verschiedene Schritte wird er im Unterwerk zu dem benötigten Strom umgeformt. Doch nicht nur das passiert in der Anlage. Weil auch zum Beispiel Fahrtreppen, Aufzug und Beleuchtung Strom brauchen, wird dort auch der „Stations-Strom“ aus dem 10.000-Volt-Drehstrom gemacht.

 

Transformator – Gleichrichter – Bahnstromverteilung

Damit die Bahnen den „richtigen“ Strom erhalten, kommen Gleichrichter und Transformatoren ins Spiel. Auf dem Weg zur Bahn folgt der Strom im Unterwerk einer festen Route: Vom Einspeisepunkt des 10.000-Volt-Drehstroms geht es via Schaltschrank zum Transformator. Dort wird die Spannung auf etwa 600 V herabgesetzt. Mit Hilfe des Schaltschranks kann der Transformator überwacht bzw. ab- oder angeschaltet werden. Die transformierte Drehstrom-Spannung wird anschließend mittels Gleichrichter auf etwa 750 Volt gleichgerichtet. In der heutigen Zeit geschieht das mit so genannten Dioden-Gleichrichtern. Über eine weitere Schaltschrank-Station wird der so entstandene Bahnstrom an die Stelle gebracht, wo er ins Fahrleitungssystem gelangt.

 

Doppelt ist besser

Eine Besonderheit lässt sich beim Blick auf die Schaltschränke schnell feststellen: In Stadtbahn-Unterwerken kommen Bauteile wie Transformatoren und Gleichrichter in der Regel mehrfach vor. Und das hat einen guten Grund. Andreas Mendritzki: „Durch die Dopplung sind wir in der Lage auf gesteigerte Leistungsanforderungen zu reagieren und haben bei Defekten schnell die Möglichkeit auf die Parallelstrukturen umzuschalten und die Versorgung der Bahnen ist weiter gewährleistet.“ Damit das Umschalten im Fall der Fälle ohne Probleme klappt, werden die Unterwerke mindestens einmal pro Jahr auf Herz und Nieren durchgecheckt. Darüber hinaus gilt: Wenn es zwei parallele Systeme gibt, werden sie im Wechsel genutzt. D.h. nach einer gewissen Zeit wird vom einen auf das andere System gewechselt. Somit wird die Abnutzung gleichmäßig verteilt. Keine gute Lösung wäre, wenn ein Gerät läuft und das Backup-Gerät ungebraucht daneben steht. „Da gibt es Erfahrungswerte: Wenn eine Anlage jahrelang nicht gebraucht wird, wird sie nicht besser“, sagt Andreas Mendritzki.

 

Mega-Schalter und Rückspeisung

Dass im Unterwerk der Strom nicht so richtig mit dem zu vergleichen ist, was zu Hause aus der Steckdose kommt, macht das Zeichen für Hochspannung klar, das im und am Unterwerk an ganz vielen Stelle zu sehen ist. Dass daher auch ein „Schalter“ hier anders aussieht als zu Hause, ist zu erkennen, wenn Andreas Mendritzki einen Schaltschrank öffnet. Um das Gerät gut warten zu können, kann ein Teil des Mega-Schalters sogar herausgezogen werden. Ein paar Schaltschränke weiter sind Anzeigen zu finden, auf denen nicht nur zu sehen ist, wenn Strom aus dem Unterwerk an die Bahnen abgegeben wird, sondern auch wenn Strom von den Bahnen zurückkommt. Heutzutage sind alle Straßenbahnen und die Wagen der U35 in der Lage Energie, die sie beim Bremsen erzeugen, zurück ins System zu speisen. Also auch, wenn sie neben dem „verborgenen Ort“ am Bahnsteig des Stadtbahn-Bahnhofs Schauspielhaus halten.

 

Nächste Folge der Serie „Verborgene Orte“ am 16.8.2019, Sparkasse Bochum.

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Stadt Bochum Infos:„Der Bochumer Südwesten von oben“ ist ab sofort als DVD erhältlich

Cover der DVD
Cover der DVD

Beeindruckende Bilder aus der Luft zeigt der Film „Der Bochumer Südwesten von oben“. Der städtische Fotograf und Filmflieger Lutz Leitzmann vom Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation hat einen rund vierminütigen Film zusammengestellt, der Weitmar, Dahlhausen, Sundern und Linden aus der Vogelperspektive zeigt. Die DVD ist ab sofort für fünf Euro im Bürgerbüro Weitmar, Hattinger Straße 387, erhältlich.

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FW Hemer: Gedenkfeier zum Unfall am Wixberg

Löschgruppe Hemer an Gedenkfeier am Wixberg
Löschgruppe Hemer an Gedenkfeier am Wixberg

Hemer (ots) Am 10. August 2019 traf sich die Löschgruppe Hemer zu einer Gedenkfeier am Wixberg in Altena, die von Pastor Gröne begleitet wurde. Vor 50 Jahren stürzte hier das Hemeraner Tanklöschfahrzeug "Gustav" einen steilen Abhang hinunter.

Es war der 07. August 1969, der bislang wohl schwärzeste Tag in der Geschichte der Feuerwehr Hemer, als die Feuerwehr zu einem Waldbrand am Wixberg gerufen wurde. Die Feuerwehr Altena hatte um Löschhilfe gebeten, woraufhin die Hemeraner Kameraden alarmiert wurde.

Auf der Einsatzfahrt, fuhr das mit sechs Feuerwehrmännern besetzte Tanklöschfahrzeug im Wald auf einen Felsvorsprung auf, geriet dabei in Seitenlage und stürzte einen 200m steilen Abhang herab. Dabei überschlug es sich mehrfach, wobei die sechs Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert wurden. Alle Feuerwehrmänner zogen sich dabei schwere Verletzungen zu. Am schlimmsten traf es den Unterbrandmeister Klaus Klein. Während die anderen sechs Feuerwehrmänner erst ins Krankenhaus nach Altena, dann nach Hemer transportiert wurden, wurde Klaus Klein aufgrund der schwere der Verletzungen direkt nach Bochum ins Klinikum Bergmannsheil gefahren. Trotz aller Bemühungen der Ärzte verstarb Klaus Klein wenige Tage nach dem Unfall.

Wie lange die Unfallopfer nach dem Absturz im Wald gelegen haben, ehe sie entdeckt wurden, kann heute niemand mehr genau sagen . Fakt ist, dass Anwohner aus Altena, die mehrere hundert Meter Luftlinie entfernt waren, den Absturz des Tanklöschfahrzeuges beobachtet haben und daraufhin die Polizei verständigt haben, die letztendlich dann als erste das verunfallte Fahrzeug im Wald gefunden hatten.

Noch heute haben die Überlebenden, sowohl mit den körperlichen, als auch seelischen Folgen des Unfalls zu kämpfen. Heutzutage können die Einsatzkräfte durch geschultes Personal der Psychosozialen Unterstützung (PSU) die belastenden Einsatzsituationen verarbeiten und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen ,um zumindest den seelischen Folgen einer Belastungssituation vorzubeugen.

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Gewitterbote Wind - Darum frischt der Wind vor einem Gewitter auf

Eine Böenfront walzt heran. Quelle: WetterOnline
Eine Böenfront walzt heran. Quelle: WetterOnline

Wenn ein Gewitter aufzieht, nimmt der Wind oft sprunghaft bis auf Sturmstärke zu und es ist ein deutlicher Temperaturrückgang spürbar. Wie dieses Phänomen entsteht und welche Bedeutung es hat, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. 

Kaltluft macht Front

Machen sich Tiefdruckgebiete mit ihren Fronten auf den Weg und vertreiben die sommerliche Wärme, entstehen häufig Gewitter. Mit diesen zusammen treten oft Sturm- und Orkanböen, Starkniederschläge sowie Hagel auf. „Die kräftigen Winde, die wir am Boden spüren, sind aus großer Höhe in Richtung Boden fallende Abwinde aus der Gewitterwolke. Wir Meteorologen bezeichnen diese auch als ‚Outflow‘. Bei starken Gewittern geht die Böenfront einher mit einer markant ausgeprägten Wolke.“, erklärt Habel. „Sie zeigt den vorderen Randbereich der aus der Gewitterwolke hinausströmenden Kaltluft an und erinnert in ihrer Form an eine riesige Walze. Daher nennen wir diese Wolke „Böenwalze“. Dabei schieben sich die kalten Abwinde keilförmig unter die wärmere Luft, wodurch diese dann kondensiert. Die dadurch entstehenden Wolken trennen die abwärts gerichtete Kaltluft von der in das Gewitter strömenden feuchten Warmluft. Mit dem Durchzug der Böenfront frischt der Wind meist stürmisch auf und kräftige Regengüsse lassen nicht lange auf sich warten.“ 

Vor dem Abwind steht der Aufwind

Ein Gewitter kann sich nur dann bilden, wenn warme und feuchte Luft in höhere Luftschichten transportiert wird. Es braucht also kräftige Aufwinde. Die warme und feuchte Luft kondensiert während des Aufstieges, es entstehen Tropfen, die immer größer werden. Wenn sie schwer genug sind, dass der Aufwind sie nicht mehr in der Luft halten kann, fallen sie als Platzregen oder Hagel Richtung Boden. Dabei wird aus der Höhe kalte Luft mitgerissen, die unten aufprallt und sich in jede Richtung ausbreiten kann. Dies nennen wir Meteorologen „Outflow“. Die kühle Luft des Outflows wiederum zwingt die wärmere Luft zum Aufstieg und kann so das Gewitter ein Weile lang nähren oder sogar zur Bildung neuer Gewitterwolken führen. Je stärker der Aufwind eines Gewitters, umso heftiger sind die Wettererscheinungen. Sieht man eine beeindruckende Böenwalze heranrollen, ist ein heftiges Donnerwetter meist nicht weit. 

Ob sich eine Gewitterfront nähert, kann auf www.wetteronline.de, der WetterOnline App und dem Messenger-Service beobachtet werden.

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