Rund zwei Drittel der Deutschen würden es begrüßen, wenn eine Künstliche
Intelligenz sie beim Einsparen von Ressourcen unterstützen würde – das
ergab eine Umfrage im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 anlässlich des
Weltumwelttages.
Berlin, 5. Juni 2019 – Ein Großteil der Deutschen schreibt der
Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz (KI) die Fähigkeit zu, einen
Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Dies ergab eine repräsentative
Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des
Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz anlässlich des
Weltumwelttages durchführte. 62,7 Prozent der Befragten waren dabei der
Meinung, dass KI künftig noch stärker für den Artenschutz eingesetzt
werden sollte. Ebenfalls über 60 Prozent sehen ein Potential für den
Klimaschutz. 31,8 Prozent antworteten auf die Frage, ob Künstliche
Intelligenz einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, sogar mit „Ja,
auf jeden Fall“. Auch ihren eigenen Ressourcenverbrauch würden die
Bundesbürgerinnen und -bürger gern von intelligenten Anwendungen
optimieren lassen. Etwa zwei Drittel würden eine Unterstützung beim
Einsparen etwa von Strom oder Wasser mittels KI begrüßen.
Restlos überzeugt sind die Deutschen jedoch noch nicht, wie die Umfrage
zeigt. Etwa jeder Fünfte ist nicht der Meinung, dass KI helfen könne, das
Klima zu schützen. Dabei gibt es bereits heute mehrere Ansätze, mit Hilfe
von KI für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen: Lernende Systeme können
beispielsweise Klimamodelle errechnen, Landwirte bei einer nachhaltigeren
und ressourcenschonenden Produktion unterstützen oder dabei helfen,
Wilderer aufzuspüren. Auch um über diese Technologien und
Anwendungsmöglichkeiten zu informieren und zu diskutieren, hat das
Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2019 das
Wissenschaftsjahr zum Thema Künstliche Intelligenz ausgerufen.
Simone Kaiser, stellvertretende Leiterin des Fraunhofer Center for
Responsible Research and Innovation (CeRRI), unterstreicht das Potential
von Künstlicher Intelligenz, zur Lösung einer der größten globalen
Zukunftsfragen beizutragen, weist allerdings zugleich auf
Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Hinsicht hin: „KI eröffnet durch ihre
Fähigkeit, riesige Datenmengen in kürzester Zeit zu verarbeiten und
komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren
noch kaum vorstellbar waren. So können Klimaschutz, Artenvielfalt und
Ressourcenschonung durch neue KI-Technologien unterstützt werden. Um das
Potential von KI noch systematischer für mehr Nachhaltigkeit nutzen zu
können, braucht es jedoch eine stärkere Verknüpfung der jeweiligen
Expertisen in Technikentwicklung und Umweltschutz. Dazu sind neue Dialog-
Methoden und interdisziplinäre Plattformen erforderlich. Noch arbeiten die
einzelnen Disziplinen zu häufig getrennt voneinander.“ Mit Blick auf die
Umfrageergebnisse ermuntert sie: „Die Unterstützung durch die Bürgerinnen
und Bürger in Deutschland sollte als Bestärkung aufgefasst werden, weiter
an KI-Technologien im Sinne der Nachhaltigkeit zu forschen und diese
einzusetzen.“
Aus diesem Grund wird das Thema KI in Verknüpfung mit Umweltschutz in den
nächsten Monaten im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 verstärkt
beleuchtet.
Weitere Informationen: https://www.wissenschaftsjahr.de/