Zum Hauptinhalt springen

Die Universität Freiburg lädt zum 41. (Winter)Kolloquium „Forst und Holz“ am 30 Juni und 1. Juli 2022 ein

Vorträge und Diskussionen beschäftigen sich mit Informationsgrundlagen in
der Wald- und Holzwirtschaft

Im Frühsommer 2021 war in Deutschland die Frage präsent, warum Bauholz
teurer und generell Holz so knapp sei. Eine Bestätigung dieser Aussage wie
auch genaue Antworten darauf konnten Expert*innen nicht liefern, da keine
verlässlichen statistischen Quellen existierten. Die aktuelle
geopolitische Lage verschärft jedoch die generelle Unsicherheit über die
tatsächliche Versorgungssicherheit weiter.

Veranstaltungen am 30. Juni und 1. Juli 2022

Aus diesem Grund geht das – in diesem Jahr im Sommer stattfindende -
Winterkolloquium „Forst und Holz“ der Frage nach, wie vertrauenswürdig die
Datenquellen sind, die Forschende im Bereich der Holzmärkte aber auch für
den gesamten Forstsektor zur Verfügung haben. An der Universität Freiburg
diskutieren Expert*innen aus dem Holzsektor am Donnerstag, 30. Juni 2022,
und Freitag, 1. Juli 2022, zu verschiedenen Aspekten der
Informationsgrundlagen in der Wald- und Holzwirtschaft. Insbesondere soll
herausgearbeitet werden, welche Informationsgrundlagen zukünftig benötigt
werden, um auf die Herausforderungen in Folge der zu erwartenden weiter
zunehmenden Dynamiken in Klima, Umwelt, Politik und Märkten vorbereitet zu
sein.

Anmeldefrist: 12. Juni 2022

Alle Interessierten sind herzlich zum Kolloquium eingeladen. Die Anmeldung
ist bis zum Sonntag, 12. Juni 2022, online möglich unter:
www.winterkolloquium.uni-freiburg.de

  • Aufrufe: 17

Online-Umfrage: Die Digitalisierung der industriellen Bioökonomie

Digitale Technologien und Methoden der Künstlichen Intelligenz werden in
immer mehr Industriebereichen eingesetzt. Doch was sind Potenziale für die
industrielle Bioökonomie? Wie verbreitet sind solche Ansätze in Forschung
und Produktion? Welche Rolle spielt die Forschungsförderung dabei? Zu
diesen und weiteren Fragen möchte der Projektträger Jülich (PtJ) im
Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit Hilfe
einer Online-Umfrage Meinungen einholen.

Neuartige Technologien sind notwendig, um bestehende Produktionsprozesse
in der industriellen Bioökonomie optimieren und gänzlich neue
Verfahrenskonzepte etablieren zu können. So können kostengünstige,
effektive und nachhaltige Bioprozesse entstehen, die ein hohes
Innovationspotenzial bieten und Anreize liefern, die Bioökonomie verstärkt
in verschiedenen Wirtschaftsbereichen zu verankern.

Bereits heute werden biobasierte Verfahren genutzt, um neue Medikamente,
Chemikalien, Nahrungsmittelzusatzstoffe oder Materialien nachhaltig zu
produzieren. Doch das Potenzial der industriellen Bioökonomie ist noch
lange nicht erschöpft. Um die Entwicklung von cutting edge-Technologien
für die industrielle Bioökonomie breit zu fördern, hat das BMBF im Jahr
2020 die Förderinitiative „Zukunftstechnologien für die industrielle
Bioökonomie“  gestartet. Die Initiative ist als Maßnahmenreihe geplant,
die sich unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten widmet.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage  zum Einsatz von KI und anderen
digitalen Technologien in der industriellen Bioökonomie fließen direkt in
die weitere Ausgestaltung der BMBF-Förderinitiative „Zukunftstechnologien
für die industrielle Bioökonomie“ ein. So können Sie mit Ihrer Teilnahme
einen Beitrag für eine maßgeschneiderte Forschungsförderung leisten – egal
ob Sie von einer Hochschule, einer Forschungseinrichtung oder aus der
Industrie kommen – Ihre Meinung ist gefragt!
Hier der Link zur Online-Umfrage:
https://services2.ptj.de/limesurvey25/index.php/756658?lang=de

Über den Projektträger Jülich (PtJ)

Als größter Projektträger Deutschlands ist PtJ Partner für Wissenschaft,
Wirtschaft und Politik. Mit seinen Kompetenzen im Forschungs- und
Innovationsmanagement unterstützt er seine Auftraggeber in Bund und
Ländern sowie die Europäische Kommission bei der Realisierung ihrer
forschungspolitischen Zielsetzungen. Förderinteressierte und
Antragstellende berät er über aktuelle Förderinitiativen und betreut sie
bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Vorhaben.

Neben der Projektförderung engagiert sich PtJ in der strategischen
Vorausschau und der Innovationsbegleitung, insbesondere in der
Fachkommunikation sowie dem begleitenden Monitoring und in
Evaluationsprozessen. Damit trägt PtJ dem Anspruch seiner Auftraggeber
Rechnung, Ergebnisse der Forschungs- und Innovationsförderung in die
Gesellschaft hinein zu kommunizieren und die Zielerreichung der Programme
stets im Blick zu haben.

  • Aufrufe: 14

Sieben Märchen, die die Wissenschaft schrieb

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) veröffent-
licht ein Märchenbuch, das einmal anders über wissenschaftliche Projekte
berichtet. Beim Tag der offenen Tür, 11. Juni 2022, und beim
darauffolgenden Märchentag wird es zum ersten Mal vorgestellt.

Es war einmal… so fangen viele Märchen an, auch die der Hochschule für
nachhaltige Ent-wicklung Eberswalde (HNEE). Dabei zeigt sich, dass
Wissenschaft und Märchen sehr viel näherliegen, als ihnen gemeinhin
zugeschrieben wird. Aus Mythen können manchmal Fakten werden. So wie einst
beispielsweise die Behauptung widerlegt wurde, die Erde sei eine Scheibe.
Im Wissenschaftskommunikationsprojekt „Es wa(h)r einmal… HNEE (True)
Storytelling“ ver-schwimmen die Grenzen zwischen der Wissenschafts- und
Märchenwelt. Ging es in einem Forschungsprojekt um das
Interaktionsverhalten zwischen Rotwild und Wolf, wird daraus die
Geschichte von Rotwildkäppchen und der guten Fähe, die das Märchen vom
bösen Wolf als ein solches enttarnt und einen Kauz als Großvater hat.
Phantasievoll werden auf diese Art vier wissenschaftliche Projekte im
HNEE-Märchenbuch vorgestellt. Es handelt sich um aktu-elle oder
abgeschlossene Forschungs- und Transferprojekte. Eines nimmt
Untersuchungen zu alten, fast vergessenen Gemüsesorten zum Anlass, die
Geschichte eines nimmersatten Riesens zu erzählen, der erlebt, wie ein
Wesen namens Vielfalter, seine einfältige Welt auf den Kopf stellt.
Fabelwesen mit ihren Ideen und Aktionen berichten von Innovationen und
Fortschritt. Sie probieren aus, begegnen einander und verbünden sich. Sie
scheitern und stehen wieder auf, um Neues zu wagen. Davon lebt auch die
Wissenschaft. Sie ist stets im Prozess, innovativ und lösungsorientiert.
Davon weiß auch eine kleine Waldmaus zu berich-ten, die sich nichts
sehnlicher wünscht, als zur See zu fahren. Eine magische Wurzel und
nachhaltige Materialien im Bootsbau sind Teil ihres Abenteuers, während
vergessene Wün-sche von Eberswalder Bürger*innen im Mittelpunkt einer
anderen Erzählung um den lokalen Rofin-Park stehen.
Drei weitere Geschichten machen Leser*innen zu Erzähler*innen ihrer
eigenen Märchen und berichten von einem außergewöhnlichen Alumni-Projekt,
in dem eine Prinzessin auf der Tro-ckentoilette eine ungewöhnliche
Hauptrolle spielt.
Am Tag der offenen Tür der HNEE, Samstag, 11. Juni 2022, ab 9:30 Uhr gibt
es einen ersten Eindruck vom Märchenbuch. Am Stand der HNEE-Mitarbeiterin
Melanie Adam, die dieses Projekt umgesetzt hat, wird es mehrmals die
Vorführung eines Märchen-Medleys in Form eines interaktiven
Figurentheaters geben. Zusätzlich hat der Film „Das Märchen vom bösen Wolf
oder Rotwildkäppchen und die gute Fähe“ Premiere.
Aber nicht nur das – auf dem Waldcampus präsentiert sich die HNEE mit
vielen Ange-boten zum Informieren und Mitmachen. Willkommen sind
Schülerinnen und Schüler, die sich über die Studienprogramme der HNEE
näher informieren wollen, aber auch Eltern, Leh-rer*innen sowie
Kooperations- und Forschungspartner*innen, die einen Blick hinter die Ku-
lissen werfen möchten. Professorinnen und Professoren, Mitarbeitende und
Studierende stehen für alle Fragen rund um die Themen Studium, Lehre,
Wissenschaft und Forschung zur Verfügung.
Die Verleihung des Engagementpreises an Studierende durch die Eberswalder
Hochschulgesellschaft findet ab 13:30 Uhr statt.
Weitere Informationen und das Programm zum Tag der offenen Tür erhalten
Sie unter: www.hnee.de/offen

Am Folgetag, dem offiziellen Märchentag, werden weitere Märchen gezeigt:
Sonntag, 12. Juni 2022, ab 10:00 Uhr auf dem Waldcampus, Alfred-Möller-
Str. 1, 16225 Eberswalde.
Das HNEE-Märchenbuch befindet sich derzeit im Druck und wird planmäßig ab
August erhältlich sein. An den Druckkosten haben sich der Förderverein
„Eberswalder Hochschulgesellschaft“ und die Stadt Eberswalde beteiligt. An
den beiden Veranstaltungstagen besteht die Möglichkeit, das Buch digital
zu lesen.

Programmablauf für beide Tage

Am Samstag, 11. Juni 2022: Tag der offenen Tür
9.30 – 16.00 Uhr, Infostand mit interaktivem Bühnenprogramm
gezeigt wird mehrmals das Märchen-Medley „Das Land hinter dem Tellerrand“

15.15 Uhr & 16.15 Uhr
Filmpremiere „Das Märchen vom bösen Wolf oder Rotwildkäppchen und die gute
Fähe“
Waldcampus, Haus 17 (Mensagebäude), Raum 107

Infos zum Tag der offenen Tür
       Samstag, 11. Juni 2022, 9:30 bis 17:00 Uhr
       Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
(HNEE), Alfred-Möller-Straße 1, Eberswalde
Vollständige Programm: www.hnee.de/offen

Am Sonntag, 12. Juni 2022: Tag des Märchenbuchs auf dem Waldcampus mit
Vorstellung weiterer Inhalte
10.00 – 13.00 Uhr
Mitbring-Brunch mit kulturellem Programm

11.00 Uhr
Interaktives Schatten- & Figurentheater (im kl. Hörsaal des Pfeil
Auditoriums)
„Das Meerchen von der seefahrenden Waldmaus“

10.15 Uhr & 12.15 Uhr
Filmvorführung (Hochschulkino)
„Das Märchen vom bösen Wolf oder Rotwildkäppchen und die gute Fähe“

14.00 – 16.00 Uhr
Mitbring-Kaffeeklatsch mit kulturellem Programm

14.30 Uhr & 15.30 Uhr
Szenische Lesung (in der Jurte) „Die Wunschfabrik“

14.00 Uhr & 15.00 Uhr
Filmvorführung (Hochschulkino)
„Das Märchen vom bösen Wolf oder Rotwildkäppchen und die gute Fähe“

Über das Projekt
Laufzeit: 01.07.2020 – 31.12.2021
Förderer: Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK)

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Melanie Adam
HNEE-Mitarbeiterin im Projekt Storytelling
Tel.: +49 3334 657- 585
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

  • Aufrufe: 24

Am Fallbeispiel lernen, wie alle zum Wohle der Kinder zusammenwirken sollten

Interdisziplinärer Kinderschutz-Fachtag nach Frankfurter Modell ab
Wintersemester 2022/23 als kostenfreies Online-Modul verfügbar sowie in
Teilen schon jetzt öffentlich zugänglich

Es sind Nachrichten wie die aus Hanau, die uns aufschrecken und
erschüttern. Wie kann man helfen, bevor es zu spät ist und Kinder sterben?
Es können die eigenen Eltern sein, die Kindern Schlimmes und Schlimmstes
antun. Um gegen Gewalt an Kindern vorzugehen, braucht es gut qualifizierte
Fachkräfte. Aber ab wann und wie sollte man sich als Fachkraft mit dem
Thema Kinderschutz befassen? Für Prof. Dr. phil. Maud Zitelmann ist die
Antwort auf diese Frage eindeutig: „Die Auseinandersetzung mit dem
Kinderschutz muss beginnen, bevor man Fallverantwortung trägt!“ Die
Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit, Jugendhilfe und
Kinderschutz an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt
UAS) setzt sich gemeinsam mit Prof. Dr. Carola Berneiser, Professorin für
Familienrecht, Kinder- und Jugendhilferecht sowie Kinderschutz, und vielen
weiteren Mitstreiter/-innen seit vielen Jahren für die Verankerung des
Kinderschutzes bereits in der Ausbildung und im Studium der Sozialen
Arbeit ein. Eines ist Zitelmann dabei besonders wichtig: „Kinderschutz
gelingt nur interdisziplinär: wenn alle Berufsgruppen voneinander wissen,
einander wertschätzen und miteinander kooperieren. Vor allem aber braucht
er einen auf das Kind gerichteten Blick – auf seine oft traumatischen
Erfahrungen, sein Erleben, seine Bedürfnisse und Ängste. Das Kind muss im
Zentrum stehen.“

Deshalb wird der Interdisziplinäre Kinderschutzfachtag ab dem
Wintersemester 2022/23 kostenfrei als E-Learning-Modul für die Lehre an
Hochschulen verfügbar sein. Er wurde in Frankfurt entwickelt und ist dort
seit Jahren fest verankert. Für die Studierenden der Frankfurt UAS ist er
seit 2014 verpflichtend. Auch andere hessische Hochschulen bieten ihn seit
einem Jahr in den Studiengängen Soziale Arbeit an. Dank des Online-
Formates wird er nun auch an einigen Hochschulstandorten in ganz
Deutschland auf Lernplattformen integriert.

Bereits jetzt gibt es einen öffentlich zugänglichen Teil des Kurses zum
Kinderschutz für die Praxis. Er richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe
und andere fallverantwortliche Berufsgruppen im Kinderschutz und kann für
die Fort- und Weiterbildung eingesetzt werden. Dieser „Basiskurs
Interdisziplinärer Kinderschutz“ steht mit etwa acht Stunden Filmmaterial
auf der Homepage der Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt
Nordrhein-Westfalen (PsG.nrw) zur Verfügung: <https://psg.nrw
/interdisziplinaerer-kinderschutz/>. Gefördert wurde dieses
Drittmittelprojekt vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder,
Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI NRW).

Inhalte und Ziel des E-Learning-Moduls „Interdisziplinärer
Kinderschutzfachtag“
Auf der Website sowie im Onlinemodul finden sich Videos und Informationen
zu folgenden Punkten: Gefährdungseinschätzung, medizinischer Kinderschutz,
Inobhutnahme und Diagnostik, kindzentrierte Elternarbeit,
familiengerichtliches Verfahren, langfristige Hilfen sowie Jugendamt.
Anhand des anonymisierten Falles der achtjährigen „Mia“ werden alle
wichtigen Stationen des Kinderschutzes – Fachdisziplinen und Institutionen
– durchlaufen, die gemeinsam zum Wohle des Kindes agieren, bis dieses in
Sicherheit ist und langfristig gut versorgt wird. Es wird über den Fall,
die Aufgaben und den Berufsalltag gesprochen. Zu Wort kommen Fachkräfte
aus Jugendamt, Polizei, Schulpsychologie, Forensik und
Kinderschutzmedizin, aus dem Kinderheim, dem Familiengericht und dem
Oberlandesgericht. Zudem gibt es ergänzend Lehrvorträge:
Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Maud Zitelmann, Frankfurt UAS, geht
auf die Situationen ein, in denen sich ein Kind im pädagogischen Alltag
öffnet, die Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Carola Berneiser, Frankfurt
UAS, führt in verschiedene Rechtsgebiete des Kinderschutzes ein und Dr.
Constanze Niess, Fachärztin für Rechtsmedizin, erläutert Aufgaben und
Arbeitsweise der Rechtsmedizin im Kinderschutz.

Der Interdisziplinäre Kinderschutzfachtag ist ab dem Wintersemester
2022/23 bundesweit kostenfrei als E-Learning-Modul verfügbar für die Lehre
an Hochschulen, die den Kinderschutz in ihr Curriculum aufnehmen möchten.
Der Kurs führt multimedial in Grundlagen des Kinderschutzes ein, um
Studierende auf ihre Arbeit mit gefährdeten Kindern und ihren Familien
vorzubereiten. Das Selbstlernangebot im Umfang von rund zehn Stunden wird
mit einem Zertifikat abgeschlossen. Das Konzept wurde in Frankfurt und an
anderen Hochschulen in Präsenz erprobt. In Koblenz und Villingen wird der
Kurs zum Wintersemester starten; Interesse an einer Integration des Moduls
in das Lehrangebot wurde zudem aus Berlin, Esslingen, Hildesheim,
Oldenburg, Bremen und Hamburg geäußert. In Kooperation mit dem Hessischen
Kultusministerium wird der Kinderschutzfachtag online gegenwärtig um
spezifische Ausbildungsinhalte für Lehrkräfte erweitert. Er wird
voraussichtlich ab dem Wintersemester 2022/23 in Hessen in der Aus- und
Fortbildung von Lehrkräften eingesetzt.

„Die Haltung der für diesen Kurs ausgewählten Gesprächspartnerinnen und
-partner spiegelt unser grundlegendes Verständnis des interdisziplinären
,Frankfurter Modells Kinderschutz in der Lehre‘ wider, in dem das
misshandelte Kind mit seinen Erfahrungen und Bedürfnissen im Zentrum von
Verfahren und Institutionen des Kindeschutzes stehen soll. Aus der
Zielsetzung einer solchen, kindzentrierten Praxis ergab sich die Auswahl
der Fachkräfte, die in diesem Kurs zu Wort kommen“, erläutert Berneiser.
„Ähnlich wie nun die Stadt Hanau und das Land Hessen nach den furchtbaren
Morden an den beiden Kindern zur Aufarbeitung gefordert sind, wurden wir
vor etwa einem Jahrzehnt an unserer Hochschule mit dem Tod des Babys Siri
konfrontiert, das in Fallverantwortung einer unserer Absolventinnen zu
Tode kam. Aus den damaligen Defiziten in unserer Lehre im Bereich
Kindswohlgefährdung haben wir die Konsequenz gezogen und das ,Frankfurter
Modell: Kinderschutz in der Lehre‘ entwickelt. Wir sehen unsere Online-
Kurse, von denen wir aktuell noch weitere entwickeln, als große Chance,
dieses bundesweit einzigartige interdisziplinäre Lehrangebot publik zu
machen und damit zur Verankerung des Kinderschutzes als Fachgebiet an
anderen Hochschulen beizutragen. Interdisziplinäres Fachwissen über den
professionellen Umgang mit Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und
Kindesmisshandlung ist in Studiengängen, die auf eine Tätigkeit in der
Jugendhilfe vorbereiten, leider noch nicht verpflichtend. Für die Kinder
aber ist ein sensibles Umfeld und kompetentes Handeln der Fachkräfte
unverzichtbar, um Schutz und Hilfe zu erhalten“, betont Zitelmann.

Kinderschutzfachtag und „Frankfurter Modell: Kinderschutz in der Lehre“
Prof. Dr. Maud Zitelmann und Prof. Dr. Carola Berneiser organisieren
jährlich den „Kinderschutzfachtag“ als Pflichtveranstaltung im Bachelor-
Studiengang Soziale Arbeit der Frankfurt UAS und haben gemeinsam mit
Kolleginnen und Kollegen anderer Hochschulen eine interdisziplinäre
Vorlesungsreihe Kinderschutz initiiert. Das „Frankfurter Modell:
Kinderschutz in der Lehre“ gilt mit seiner juristischen, medizinischen,
psychologischen und sozialpädagogischen Einführung in verschiedene Formen
der Kindeswohlgefährdung bundesweit als Pilotprojekt. Es wurde gemeinsam
mit Lehrenden der Goethe-Universität entwickelt und hat den HanseMerkur
Kinderschutzpreis 2019 erhalten. Zitelmann erhielt 2013 den Einzelpreis
des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre für ihr
Engagement in Lehre, Forschung und Praxis gegen die Gewalt gegen Kinder in
Familien und Institutionen.

Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit unter
<www.frankfurt-university.de/fb4>; mehr zu Prof. Dr. Maud Zitelmann unter:
<https://www.frankfurt-university.de/de/hochschule/fachbereich-4-soziale-
arbeit-gesundheit/kontakt/professor-innen/maud-zitelmann/
> und zu Prof.
Dr. Carola Berneiser unter <https://www.frankfurt-
university.de/de/hochschule/fachbereich-4-soziale-arbeit-
gesundheit/kontakt/professor-innen/carola-berneiser/
>.

  • Aufrufe: 14