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Ab sofort auch online: Der BfR-Welt-Almanach zur Lebensmittelsicherheit

Aus Anlass des „Welttags der Lebensmittelsicherheit“ stellt das BfR die
neue Ausgabe des Handbuchs ins Netz
Sicherere Lebensmittel, bessere Gesundheit” – unter diesem Motto findet
am 7. Juni 2022 der vierte Welttag der Lebensmittelsicherheit (World Food
Safety Day) statt. Passend dazu geht der BfR-Welt-Almanach zur
Lebensmittelsicherheit (BfR World Food Safety Almanac) des Bundesinstituts
für Risikobewertung (BfR) online. Der Online-Welt-Almanach gibt einen
Überblick über die Verwaltungsstrukturen verschiedener Länder in der
Lebens- und Futtermittelsicherheit. Zu den besonderen Herausforderungen
gehört, dass die Auswahl an Lebensmitteln in den vergangenen Jahren viel
reichhaltiger geworden ist. „Die Sicherheit unserer Lebens- und
Futtermittel entlang komplexer globaler Lieferketten muss gewährleistet
bleiben“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Der BfR-
Welt-Almanach leistet dazu einen wichtigen Beitrag, indem er die
internationale Zusammenarbeit wesentlich erleichtert.“

Außerdem soll mit dem Almanach die Harmonisierung bestehender Methoden
unterstützt und Doppelarbeit vermieden werden. Denn die Lebens- und
Futtermittelsicherheit kann nur durch einen internationalen Ansatz
gewährleistet werden, der eine enge Zusammenarbeit der Länder und
Organisationen vorsieht.

Derzeit sind 37 Länder mit ihrem Profil im BfR-Online-Almanach vertreten.
Das Online-Projekt soll um weitere Länder aus verschiedenen Kontinenten
erweitert werden. Dank des Online-Formats erhält jedes Land Zugang zum
eigenen Länderprofil und steht in der Verantwortung, dieses stetig zu
aktualisieren.

Zu finden ist der BfR-Online-Almanach unter
<https://worldfoodsafetyalmanac.bfr.berlin/>

Die Vereinten Nationen haben 2018 den Welttag der Lebensmittelsicherheit
ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung sicherer Lebensmittel aufmerksam
zu machen. Jedes Jahr erkrankt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO)
weltweit jeder zehnte an lebensmittelbedingten Krankheiten, die im
schlimmsten Fall tödlich enden – davon sind alle Länder betroffen.

Mehr Informationen über den „Welttag der Lebensmittelsicherheit“ sind hier
zu finden: <https://www.who.int/campaigns/world-food-safety-day/2022>

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Wichtige Koordinierung bei lebensmittelbedingten Krankheiten

Das BVL veröffentlicht jährlich Berichte zu Erkrankungen durch
Lebensmittel

Der immer am 7. Juni stattfindende World Food Safety Day, der
Internationale Tag der Lebensmittelsicherheit, will Menschen für sichere
Lebensmittel sensibilisieren. Doch nicht immer lassen sich
lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche vermeiden. Wenn es zu größeren
derartigen Krankheitsausbrüchen kommt, koordiniert das Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Kommunikation
zwischen den beteiligten Behörden.

Die Lebensmittelunternehmen sind für die Sicherheit ihrer Erzeugnisse
verantwortlich. Falls deren Kontrollmechanismen einmal versagen, können
mit Krankheitserregern wie Bakterien, Viren oder Parasiten belastete
Produkte in den Handel gelangen. Kommt es dann zu einem Krankheitsausbruch
in mehreren Bundesländern, stellt das BVL den raschen
Informationsaustausch zwischen dem Robert Koch-Institut (RKI), das diese
Krankheitsfälle erfasst, den Lebensmittel-Überwachungsbehörden der
Bundesländer und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sicher. So
können schnell Maßnahmen zur Eindämmung und Beendigung des Ausbruchs
getroffen werden.

Weiterhin sammelt das BVL für die Europäische
Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) Daten zu Lebensmitteln, die an
Krankheitsausbrüchen beteiligt sind, und veröffentlicht jedes Jahr
zusammen mit dem RKI einen Bericht zu lebensmittelbedingten
Krankheitsausbrüchen in Deutschland: https://bvl.bund.de/bela

Die Expertinnen und Experten im BVL unterstützen bei Bedarf die
Überwachungsbehörden bei der Ausbruchsaufklärung und geben ihr Wissen bei
Schulungen an Behördenmitarbeiter weiter. Dabei werden methodische Ansätze
und Werkzeuge der Ausbruchsaufklärung vorgestellt und geübt.

Hintergrund

Der World Food Safety Day, der Internationale Tag der
Lebensmittelsicherheit, wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2019 ins
Leben gerufen. Er wird jährlich am 7. Juni begangen. Ziel ist es, Menschen
für sichere Lebensmittel zu sensibilisieren, um so lebensmittelbedingte
Erkrankungen verhindern zu können. Weltweit beteiligen sich zahlreiche
Einrichtungen mit verschiedenen Aktivitäten rund um das Thema
Lebensmittelsicherheit an diesem Ereignis.

Das BVL erfüllt noch viele weitere Aufgaben im Bereich
Lebensmittelsicherheit. Wir koordinieren Programme zur Kontrolle von
Lebensmitteln und Pflanzenschutzmitteln, einschließlich dem Handel im
Internet. Weiterhin lassen wir Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und
gentechnisch veränderte Organismen zu – wenn sie für Menschen, Tiere und
Umwelt gesundheitlich unbedenklich sind. Wir informieren zudem regelmäßig:
Wir veröffentlichen jährliche Berichte und Daten zur Qualität von
Lebensmitteln in Deutschland und über die Ergebnisse der Verkehrs- und
Anwendungskontrollen im Pflanzenschutz.

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DLR Projektträger führt „Plastik-Piraten“ in weitere europäische Länder

Offizieller Startschuss: Seit dem 1. Juni 2022 können die in Deutschland
erfolgreichen „Plastik-Piraten“ auch in anderen Ländern Plastikmüll in
Fließgewässern erforschen. Der DLR Projektträger, der die Initiative in
Deutschland für das Bundesministerium für Bildung und Forschung betreut,
koordiniert nun auch die Umsetzung auf europäischer Ebene.

„Plastic Pirates – Go Europe!“ Unter diesem Motto kann die sehr
erfolgreiche Initiative gegen Plastikmüll an und in Flüssen jetzt auch
außerhalb Deutschlands starten. Nachdem die Initiative während der
deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 bereits auf Portugal und Slowenien
ausgeweitet wurde, fördert die EU-Kommission nun über einen Zeitraum von
30 Monaten die Einführung in weiteren Mitgliedstaaten sowie assoziierten
Ländern der EU. Der DLR Projektträger (DLR-PT) koordiniert die gesamte
Initiative und unterstützt die neuen Partnerländer mit seinen langjährigen
Erfahrungen aus Deutschland.

Plastikmüll an und in Flüssen bestimmen und kartieren

Die „Plastic Pirates“ sind eine Bürgerforschungsinitiative („Citizen
Science“), die das Bewusstsein für Flüsse als gemeinsame Lebensadern und
für den Schutz natürlicher Ressourcen stärken soll. Große Mengen
Plastikmüll gelangen über Bäche und Flüsse in die Meere und den Ozean.
Spätestens dort werden Mikro- und Makroplastik zur Gefahr für die Tier-
und Pflanzenwelt und schädigen die regulierende Funktion der Meere. Wo
genau der Müll in die Flüsse gelangt und welche Auswirkungen Plastik auf
Lebewesen in Fließgewässern und Meeren hat, beschäftigt Forscherinnen und
Forscher seit langem. In den Ländern Europas fehlt es jedoch wie im Rest
der Welt an genauen Daten. Die Plastic Pirates helfen dabei, diese Lücke
zu schließen, indem Schulklassen und Jugendgruppen an und in
Fließgewässern den Umfang sowie die Art von Plastikmüll bestimmen und
kartieren. Die Daten werden anschließend auf eine Online-Karte hochgeladen
und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

Die Ausweitung der Initiative auf Europa fördert die EU-Kommission mit der
internationalen Maßnahme „Europeanisation of the Plastic Pirates citizen
science initiative“ als Teil des Rahmenprogramms für Forschung und
Innovation, Horizont Europa, im Bereich der Mission für Gesunde Ozeane,
Meere, Küsten- und Binnengewässer.

DLR Projektträger heuert Plastik-Piraten in ganz Europa an

Der DLR Projektträger übernimmt die internationale Koordination der
Maßnahme, mobilisiert in Kooperation mit den jeweiligen Partnerländern
Schulen und Jugendgruppen und übersetzt die begleitenden Lehrmaterialien
in die offiziellen Sprachen. Außerdem bietet der DLR-PT Trainings-
Workshops zur Initiative selbst, zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
rund um die Plastik-Piraten sowie zur Durchführung der Datenanalyse an.
Gemeinsam mit den Partnerländern wird darüber hinaus eine
Weiterentwicklung der bürgerwissenschaftlichen Methodik angestrebt.

„Plastic Pirates – Go Europe!“ ist eine Initiative, die das
Bundesministerium für Bildung und Foschung (BMBF) mit Unterstützung des
DLR-PT in die europäische Agenda zur Umsetzung des Europäischen
Forschungsraums (EFR) eingebracht hat. Im Rahmen der EFR-Aktion „Bring
Science closer to Citizens“ trägt die Ausweitung der Initiative zur
Neuausrichtung des Europäischen Forschungsraums bei (ERA Policy Agenda
2022-2024). Als eine der ersten Pilotinitiativen hat die Initiative
„Plastic Pirates – Go Europe!“ Pioniercharakter für zukünftige Initiativen
des neuen Europäischen Forschungsraums, auch in anderen Themenbereichen.
Der DLR-PT unterstützt das BMBF konzeptionell und beratend in der
europäischen Forschungspolitik und bei der Umsetzung von Maßnahmen des
Europäischen Forschungsraums in Deutschland.

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Was für ein Arzt will ich sein

Mit einem neuen Lehrprojekt unterstützt das Universitätsklinikum Jena die berufliche Persönlichkeitsentwicklung der Medizinstudierenden.  Friederike Klein  Universitätsklinikum Jena
Mit einem neuen Lehrprojekt unterstützt das Universitätsklinikum Jena die berufliche Persönlichkeitsentwicklung der Medizinstudierenden. Friederike Klein Universitätsklinikum Jena

Das Medizinstudium vermittelt Fachwissen und praktische Fertigkeiten –
hohe Erwartungen haben Patienten, Kollegen und die Gesellschaft auch an
das Verantwortungsbewusstsein und die Integrität von Ärztinnen und Ärzten.
Mit einem neuen langfristigen Lehrangebot zur ärztlichen
Professionalitätsentwicklung will das Universitätsklinikum Jena die
Entwicklung eines wissenschaftlichen und beruflichen Ethos unterstützen.

„Was für eine Ärztin oder ein Arzt möchte ich später einmal sein? Und wie
kann ich das erreichen?“ Um diese komplexe und oft auch persönliche Frage
geht es in den Seminaren von ‚LongProf‘, wenn sich Medizin-Studierende mit
ihrer professionsbezogenen Entwicklung auseinandersetzen. Das
‚Longitudinale Curriculum zur Ärztlichen Professionalitätsentwicklung‘
befindet sich zurzeit in der Pilotphase und ist auf zwei Jahre angelegt.
Die Lehrangebote richten sich an die Studierenden im Klinischen Abschnitt
ab dem fünften Fachsemester, die werden zurzeit von sechs ärztlichen und
zwei psychologischen Lehrenden moderiert. Die Gesamtkoordination übernimmt
das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena.

„Im Medizinstudium steht zunächst das Fachliche im Vordergrund: Die
Studierenden lernen Fakten, verstehen Zusammenhänge und trainieren
praktische Tätigkeiten – und das oft in vielen Einzelkursen mit jeweils
anderen Lehrenden. Aspekte, die über die fachliche Expertise hinausgehen,
aber für die berufliche Persönlichkeit wesentlich sind, werden oftmals nur
punktuell oder implizit vermittelt“, so der Leiter des Projektes, Dr. Sven
Schulz. Solche Aspekte will LongProf ansprechen, zum Beispiel die
Verantwortungsübernahme und Autonomie des Arztes, den Umgang mit Fehlern,
auch den eigenen Fehlern, die Schaden-Nutzen-Abwägung oder das
Spannungsfeld von Patientenwohl und Ökonomie.

„Das geht schon ans Eingemachte“, wie es eine Teilnehmerin des
Auftaktseminars ausdrückte. Der Kurs startete im Wintersemester mit 20
Studierenden. Gemeinsam mit dem LongProf-Team nähern sie sich mit
vielfältigen Methoden wie Biographie-Arbeit, Gruppenreflexion und
Rollenspielen den großen Themen. Dabei werden fünf Handlungs- und
Beziehungsebenen der zukünftigen Ärztinnen und Ärzte berücksichtigt: die
zur Patientin, die zu sich selbst als Arzt, im Team, im Gesundheitssystem
und die Verantwortung für und in unserer Gesellschaft. Die Erfahrungen und
Bedürfnisse der Studierenden werden hier aktiv mit den Lehrangeboten
verknüpft und bilden die Basis für die eigene
Professionalitätsentwicklung.

Der Psychologe Dr. Jens Rißmann betont: „Wir wollen auch zur
Selbstreflexion und Selbstfürsorge anregen, zum Nachdenken über
persönliche und berufliche Befürchtungen und Erwartungen. Dabei gehen wir
auch auf die Anregungen und Erfahrungen der Studierenden ein.“ In einem
wöchentlichen Mentoringangebot können die Studierenden engeren Kontakt zu
einer Ärztin oder einem Arzt knüpfen, den sie nicht nur als Kardiologen
oder Chirurgin kennenlernen, sondern in erster Linie als
Gesprächspartnerin und Begleiter der beruflichen Entwicklung.

Im April startet das Pilotprojekt in sein zweites Semester – Hauptthemen
werden die ärztliche und die Patientenautonomie sein sowie Achtsamkeit und
Resilienz. Neben dem unmittelbaren Feedback der Teilnehmenden plant das
Projektteam eine umfassende qualitative und quantitative Evaluierung für
den gesamten Kurs mit dem Ziel, das Lehrangebot langfristig im
Medizinstudium zu verankern. „Wir wollen die Studierenden darin
unterstützen, eigene Überzeugungen und Werte für ärztliches Handeln
herauszubilden und sich zu einer ärztlichen Persönlichkeit zu entwickeln.
Mit einer solchen Förderung der Professionalität könnte das Jenaer
Medizinstudium bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen“, betont Prof. Dr.
Jutta Bleidorn, Direktorin des Jenaer Instituts für Allgemeinmedizin.

Weitere Informationen:
Das Projekt wird im Rahmen des Strategie- und Innovationsfonds der
Medizinischen Fakultät gefördert.
https://player.vimeo.com/video/577223032  Trailer zum Projekt

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