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Generation Zukunftsangst“ – Podcast-Serie gibt Einblick in die Lebenswelt junger Menschen in Deutschland

Klimawandel, Krankheiten, Kriege – angesichts der Großkrisen unserer Zeit
gibt es viele Gründe, Angst zu haben. Auch die Furcht vor Armut und vor
einem Rechtsruck der Gesellschaft sind laut Umfragen unter jungen Menschen
weit verbreitet. Wie man konstruktiv damit umgeht, zeigt eine neue
Podcast-Serie mit dem Titel „Generation Zukunftsangst“, die der
Masterstudiengang Journalismus der Universität Leipzig in Kooperation mit
MDR Wissen produziert hat. Sie startet am 7. Juni.

Zu finden ist sie auf der Website des MDR und in der ARD-Audiothek.
Journalismus-Studierende haben sich gemeinsam mit Studierenden der
Studiengänge Digital Humanities und Data Science die fünf genannten Ängste
genauer angeschaut. Für die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind eine
Podcast-Reihe und ein Daten-Dashboard entstanden, die die jeweilige Angst
und ihre Ursachen analysieren – in Expert:innen-Interviews und Erzählungen
junger Menschen, aber auch in Zahlen und Grafiken, die die realen Umstände
der beschriebenen Ängste verdeutlichen.

„Als Masterstudiengang Journalismus möchten wir gemäß unserer Maxime
‚Digital. Innovativ. Relevant‘ gesellschaftlich wichtige Themen anpacken
und journalistisch interessant aufbereiten“, sagt Studiengangsleiter Prof.
Dr. Markus Beiler. „Wir möchten dabei nicht nur auf die Probleme
hinweisen, sondern auch konstruktiv wirken.“ Ann-Kathrin Lautenschläger
aus dem studentischen Redaktionsteam ergänzt: „Daher erzählen wir die
Geschichten der Betroffenen, geben ihren Perspektiven einen Raum und
zeigen gleichzeitig Bewältigungsstrategien gegen die Ängste auf.“ Neue
Impulse von den künftigen Kolleginnen und Kollegen erhalten, das ist für
Gerald Perschke von MDR WISSEN eine der wichtigen Erfahrungen dieses
Projekts. „Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie die Studierenden
die Herausforderungen, die wir am Anfang des Semesters stellen, annehmen
und kreativ umsetzen.“

Die Folgen

Folge 1: „Angst vor Armut“. Die betrifft vor allem die abstiegsbedrohte
Mittelschicht: „Weil die noch etwas zu verlieren haben“, weiß Olivier
David, Autor des Buches „Keine Aufstiegsgeschichte“. Im Podcast erklärt
er, warum Menschen, die bereits arm sind, wenig Zeit für Angst und
Introspektion haben.

Folge 2: „Angst vor einem Rechtsruck“. 40 Prozent der jungen Menschen in
Deutschland haben sie. Warum? Weil Rassismus in unserem Land für Menschen
wie Anass Halime Alltag ist. Und weil es schwer sein kann, Zivilcourage zu
zeigen. Wie man dennoch aufsteht und sich für Betroffene rechter Gewalt
stark macht, erklärt Zivilcourage-Trainerin Julia Miller.

Folge 3: „Klima-Angst“. Was ist das eigentlich? Für Clara ist es die Angst
davor, wie das Leben ihrer Familie in Zukunft aussehen wird. Für viele
andere gesellen sich zu solchen Sorgen noch Wut und Ärger dazu, weiß Felix
Peter von den Psychologists for Future. Er erklärt, wie man mit diesen
Gefühlen umgehen kann. Und Klimaforscher Mojib Latif erzählt von den
konkreten Handlungsmöglichkeiten, die uns bleiben.

Folge 4: „Angst vor Krankheiten“. In unserer Leistungsgesellschaft bleibt
wenig Platz für Krankheit und für Menschen, die die Anforderungen nicht
erfüllen – etwa die Tausende, die unter Long Covid leiden. Das macht
vielen Angst vor Krankheit. Die Podcast-Folge zeigt, wo diese Menschen
Verständnis und Unterstützung finden.

Folge 5: „Angst vor Krieg“. Armut, Rechtsruck, Klima, Krankheit reichen,
oder? Nein. Am 24. Februar hat Russland die Ukraine angegriffen, und junge
Menschen in Deutschland sehen sich nun auch mit Krieg konfrontiert sehen
und mit Gefühlen von Furcht und Hilflosigkeit. Es geht aber auch um die
Perspektiven junger Menschen aus der Ukraine und Russland.
Die Projektbeteiligten

An dem Projekt beteiligt waren die Studierenden Immanuel von Detten,
Vincent Ebneth, Alexandra Hilpert, Hannah Hoffner, Alexandra Ketterer,
Ann-Kathrin Lautenschläger, Ann-Kathrin Leclère, Katharina Lorch,
Alexander Nette, Maximilian Omlor, Robert Putzbach, Laurie Stührenberg,
Elisabeth Winkler, Michael Zichert und Marie Zinkann – unter der Leitung
von Gerald Perschke (MDR Wissen) sowie Dr. Uwe Krüger und Maria
Hendrischke (Universität Leipzig).

Im Masterstudiengang Journalismus lernen die Studierenden, den digitalen
Wandel des Journalismus zu begleiten und innovativ mitzugestalten. Dazu
vereinigt das Studium eine vertiefte journalistische Ausbildung mit
informatikwissenschaftlichen Kompetenzen und Kenntnissen angewandter
Sozial- und Journalismusforschung. Das dreijährige Studium schließt ein
Volontariat ein. Mehr Informationen: https://kmw.uni-
leipzig.de/journalismus

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Exzellenzcluster MATH+ richtet am 1. Juli eine der Veranstaltungen der Reihe Die 7 größten Abenteuer der Mathematik aus

Der Exzellenzcluster MATH+ richtet am 1. Juli eine Veranstaltung der
diesjährigen bundesweiten Reihe „Die 7 größten Abenteuer der Mathematik“
aus. In der öffentlichen Veranstaltung am 1. Juli von 9 bis 13 Uhr im
Futurium in Berlin geht es um das berühmte Millenium-Problem „P versus
NP“; behandelt wird dabei die Frage, wie schnell ein Computer Aufgaben
bestimmter Komplexität lösen kann und warum die Suche nach einem
effizienten Algorithmus bisher erfolglos gewesen ist. Hierzu gehört
beispielsweise, auch das „Problem des Handlungsreisenden, die kürzeste
Rundreise durch mehrere Orte zu suchen“, wofür bislang kein effizienter
Algorithmus bekannt ist.

Der Veranstaltungsteil von 9 bis 13 Uhr ist öffentlich, der Eintritt frei.
MATH+ Co-Sprecher Prof. Dr. Martin Skutella von der Technischen
Universität Berlin, Prof. Dr. Kurt Mehlhorn vom MPII Saarbrücken und die
Juniorprofessorin Dr. Sarah Wolf von der Freien Universität Berlin
vermitteln in ihren verständlichen Vorträgen, wie aktuelle mathematische
Forschung funktioniert, und erklären auch für Laien, warum Mathematik so
faszinierend ist und ein großes Abenteuer sein kann. Die Veranstaltung
findet unter dem Slogan „Wir feiern Mathematik!“ statt; geboten wird ein
abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen und spannenden Aktivitäten rund
um das Problem „P versus NP” . Die Veranstaltung richtet sich an
Schülerinnen und Schüler, Journalistinnen und Journalisten,
Mathematikerinnen und Mathematiker sowie alle anderen Interessierten.

Begleitet wird das Vormittagsprogramm im Futurium von Beispielen
mathematischer Anwendung in Form einer kleinen Ausstellung „KI-Kunst zum
Anfassen“ und der Comic-Vorstellung „Ida und der Mathe-Agent oder Eine
Geschichte vom Modellieren der Mobilität von Morgen”, die der Zeichner
Alberto Madrigal vor Ort signiert.

Für Journalistinnen und Journalisten wird eigens von 10.40-11.30 Uhr ein
„Journalist*innen-Talk“ mit den vortragenden Mathematikerinnen und
Mathematikern zum Thema „Mathematik – Algorithmen – Wahrheit“ angeboten.
Neben der Bedeutung der Millennium-Probleme für die Mathematik geht es
hier auch um grundsätzliche Fragen der Wahrheitsfindung in der Mathematik.
Moderiert wird der Talk von Dr. Anna Maria Hartkopf vom MIP.labor, einer
Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und
Physik. Für den Talk ist eine Anmeldung auf der Veranstaltungsseite
notwendig.

Am Nachmittag des 1. Juli versammelt sich dann die MATH+/BMS-Community in
der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) zum ersten
Präsenz-Treffen seit Ausbruch der Pandemie. Hier findet von 14.15 Uhr an
ein Fachvortrag zum Millennium-Problem „P versus NP“ von Prof. Dr. Irit
Dinur vom Weizmann Institute of Science auf Englisch statt, zu dem auch
Mathematikerinnen und Mathematiker sowie Wissenschaftsjournalistinnen und
-journalisten eingeladen sind.

Der Vortrag wird begleitet von dem Seminar “What is …?”, das von
Studierenden der Berlin Mathematical School (BMS) organisiert wird.
Anschließend werden die BMS-Alumni und MATH+ Dissertationspreis-Gewinnerin
und -gewinner mit einer feierlichen Zertifikatsverleihung geehrt. Dieser
Teil der Veranstaltung ist nicht öffentlich.

Die bundesweite Veranstaltungsreihe „Die 7 größten Abenteuer der
Mathematik“ läuft von Frühjahr bis Herbst. Im Mittelpunkt stehen dabei
sieben mathematische Fragestellungen, die sogenannten Millennium-Probleme,
für deren Lösung das Clay Mathematics Institute im Jahr 2000 jeweils eine
Million US-Dollar Preisgeld in Aussicht stellte. Sie sind – mit nur einer
Ausnahme, der Poincaré- Vermutung – bis heute ungelöst. Initiatoren der
Veranstaltungsreihe sind die Junge Akademie und die Deutsche Mathematiker-
Vereinigung (DMV), unterstützt werden sie von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Rahmen der Reihe organisieren
verschiedene mathematische Forschungsstandorte Veranstaltungen zu je einem
der Millennium-Probleme. MATH+ widment sich dem Problem „P versus NP“.

MATH+ ist ein Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenzstrategie und eine
gemeinsame Einrichtung der drei großen Berliner Universitäten – Freie
Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Technische
Universität Berlin – sowie des Weierstraß-Instituts für Angewandte
Analysis und Stochastik (WIAS) und des Zuse-Instituts Berlin (ZIB).
Weitere Informationen zum Vormittags- und Nachmittagsprogramm finden Sie
hier:

https://mathplus.de/de/p-np/
Die Anmeldung für die Veranstaltung am 1. Juli ist bis 12. Juni 2022
möglich.

Weitere Informationen zur bundesweiten Veranstaltungsreihe finden Sie
unter https://7abenteuer.diejungeakademie.de/ oder #7Abenteuer.

Das Berlin Mathematics Research Center MATH+ ist ein
institutionsübergreifender und interdisziplinärer Exzellenzcluster für
anwendungsgetriebene mathematische Forschung mit gesellschaftlicher
Relevanz. MATH+ basiert auf dem Dreiklang von exzellenter
Nachwuchsausbildung in der gesamten mathematischen Breite,
anwendungsorientierter Mathematik mit Schwerpunkt in datengetriebener
Modellierung, Simulation, Optimierung und der Eröffnung neuer
mathematischer Denkräume und wird dabei getragen von der Gesamtheit der
Berliner Mathematik in Kooperation mit anderen Wissenschaftsdisziplinen.
Seit dem 1. Januar 2019 wird MATH+ als Exzellenzcluster durch die
Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert.

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Neu: ifaa stellt Leitfaden für erfolgreiche Changeprozesse bei hybrider Wertschöpfung vor

„Die Hybridisierung bietet das Potenzial, Kunden langfristig zu binden,
die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und mehr Wertschöpfung zu generieren.
Jedoch sind damit auch zahlreiche Veränderungen im Betrieb verbunden.
Dieser „Change“ stellt Betriebe vor Herausforderungen,“ so Nicole
Ottersböck, wissenschaftliche Expertin des ifaa. Um Betriebe aktiv im
Changeprozess zu unterstützen, ist in dem Forschungsprojekt AnGeWaNt ein
Praxisleitfaden mit hilfreichen Werkzeugen, Methoden und Hinweisen*
entstanden. Leitfaden „Hybride Geschäftsmodelle erfolgreich im Unternehmen
einführen. Daten und Produkte vereinen.“
https://www.arbeitswissenschaft.net/handlungshilfe-angewant

Was kann der Praxisleitfaden? Ein Überblick.

Perspektivwechsel und Beispiele aus der Praxis

Seit Jahrzehnten verkaufen die im Projekt AnGeWaNt beteiligten Betriebe
physische Produkte, wie eichfähige Waagen, Nutzfahrzeuge oder Anbauteile
für Nutzfahrzeuge. Um Potenziale für hybride, datengetriebene
Geschäftsmodelle abzuleiten, können unterschiedliche Herangehensweisen
unterstützen. Zum Beispiel kann es hilfreich sein, die Perspektive der
Kundschaft einzunehmen oder technologische Treiber zu fokussieren, um
hybride Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Drei Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung wurden im Projekt entwickelt
und erfolgreich getestet. Der Leitfaden enthält Praxisbeispiele hybrider
Geschäftsmodelle sowie einen Verweis auf die kostenfreien Anleitungen zur
Durchführung der Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung.

1. Information und Partizipation = Akzeptanz und Erfolg

Der Leitfaden gibt Betrieben Instrumente an die Hand, um die anstehenden
Veränderungen zu erfassen und gemeinsam mit ihren Beschäftigten den
Changeprozess zu gestalten. Die Basis bilden umfassende Informationen der
Belegschaft zur geplanten Geschäftsmodellerweiterung mit verschieden
Methoden. Für einen ganzheitlichen Blick sollten bereits zu Beginn der
Geschäftsmodellentwicklung Beschäftigte aus allen Arbeitsbereichen
einbezogen werden. Nebeneffekt dieser partizipativen Vorgehensweise ist
die Förderung von Verständnis zur Notwendigkeit der anstehenden
Veränderungsmaßnahmen. Dies kann zu Akzeptanz und Erfolg der
Hybridisierung beitragen.

2. Anpassung von Prozessen an die datenbasierte Wertschöpfung

Wenn sich das Geschäftsmodell verändert und zusätzlich datenbasierte
Dienste angeboten werden sollen, können sich bestehende Arbeitsabläufe und
Schnittstellen verändern. Methoden zur Prozessanalyse, die helfen,
alteingesessene Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und neu zu denken,
finden sich im Leitfaden.

3. Kompetenzlücken ergründen und füllen

Im Zuge der Hybridisierung entstehen neue Aufgaben und
Kompetenzanforderungen. Nach der Geschäftsmodellentwicklung gilt es
zukünftig mögliche Veränderungen frühzeitig zu erfassen, um bestehende
Kompetenzlücken schnellstmöglich füllen zu können. Der Leitfaden hilft mit
Analysemethoden, Workshopanleitungen und Kompetenzchecks, neu entstehende
Anforderungen an Beschäftigte in verschiedenen Arbeitsbereichen
aufzuspüren. Zusätzlich finden sich Hinweise für einen praxistauglichen
Aufbau von zukunftsrelevanten Kompetenzen.

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Deutsche Leberstiftung zum „International NASH Day“: Erkrankung der Leber mit endemischen Ausmaßen

Der Internationale NASH-Tag („International NASH Day“, kurz IND) findet am
12. Juni 2022 zum fünften Mal statt. Das Global Liver Institute (GLI) hat
sich zum Ziel gesetzt, mit der weltweiten Aufklärungs- und
Handlungsinitiative auf die steigenden Zahlen der nicht-alkoholischen
Fettlebererkrankung (NAFLD) und ihrer fortgeschrittenen Stufe, der nicht-
alkoholischen Fettleberentzündung (NASH), aufmerksam zu machen. Laut GLI
sind von NASH mehr als 115 Millionen Menschen auf der ganzen Welt
betroffen. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl bis 2030
verdoppeln wird und sprechen von einer versteckten Epidemie.

Auch in Deutschland erkranken immer mehr Erwachsene und Kinder. Der Kampf
gegen NAFLD und NASH zählt zu den etablierten Aktionsfeldern der Deutschen
Leberstiftung. Daher unterstützt sie den IND.

„Mittlerweile ist die NAFLD die häufigste Lebererkrankung deutschlandweit.
Während die einfache Verfettung, also eine Non Alcoholic Fatty Liver, kurz
NAFL, noch relativ harmlos ist, liegen bei einer NASH entzündliche
Veränderungen der Leberzellen und beginnende Ablagerungen von narbigen
Fasern vor. Durch Laborwerte, bildgebende Verfahren wie Ultraschall und
eventuell eine Leberprobe können Leberspezialisten diese Stadien
unterscheiden“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Während
sich bei den meisten Lebererkrankungen ein Leberzellkrebs aus der
Leberzirrhose entwickelt, muss dies bei der Fettleber nicht der Fall sein.
Bei fast 50 Prozent der fettleberbedingten Krebsfälle litten die Patienten
vorher offensichtlich nicht an einer Leberzirrhose, sondern lediglich an
einer NASH, also einer entzündeten Fettleber.“ Die Ursache für eine NAFLD
ist in den meisten Fällen starkes Übergewicht, das durch die westlichen
Ernährungsgewohnheiten mit zu viel Fett, Kohlenhydraten und Fructose
entsteht. Der häufige Verzehr von Fertigprodukten in Kombination mit wenig
Bewegung ist schon fast eine „Garantie“ für die Entstehung einer nicht-
alkoholischen Fettleber. Darüber hinaus begünstigen sich eine Fettleber
und ein Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) gegenseitig. Bei Vorliegen
beider Erkrankungen steigt das Risiko unter anderem für kardiovaskuläre
Erkrankungen und Tumorerkrankungen nochmals sehr stark an.

Dass NAFLD mit einem gesteigerten kardiovaskulären Risiko und einer
kürzeren Lebenserwartung einhergeht, bestätigt eine aktuelle Studie: Unter
den NAFLD-Patienten, die zu Studienbeginn keine kardiovaskulären
Erkrankungen hatten, erkrankten zehn Prozent kardiovaskulär gegenüber vier
Prozent in der Kontrollgruppe. Nach der Berücksichtigung von Störfaktoren
wiesen die Personen mit NAFLD ein um das 2,6-fache erhöhtes Risiko dafür
auf. Bei nicht tödlichen kardiovaskulären Erkrankungen war das Risiko der
NAFLD-Patienten um das 3,7-fache gesteigert.

Es gibt bislang keine zugelassenen medikamentösen NAFLD-Therapien. Im
Rahmen von Studien wird aktuell eine Vielzahl von neuen Medikamenten zur
Behandlung der NAFLD erforscht. Die aktuelle Therapie bei NAFLD zielt in
erster Linie auf eine Lebensstil-Veränderung, die mehr Bewegung und eine
Ernährungsumstellung umfasst. Dabei stehen der Verzicht auf Fett sowie
Fructose und Kohlenhydrate, die von der Leber in Fette umgewandelt werden,
und eine gewichtsadaptierte Kalorienreduktion im Fokus. Je übergewichtiger
der Patient ist, desto mehr sollte reduziert werden. Es wird empfohlen,
körperliche Aktivitäten zu entfalten. Beispielsweise fünf bis sieben
Trainingseinheiten pro Woche, in denen über mindestens 20 Minuten eine
Pulserhöhung gewährleistet ist – gerne auch längere Einheiten.

„NAFLD und NASH sind eine globale Herausforderung für das öffentliche
Gesundheitswesen. Neben der kontinuierlichen Aufklärung der Bevölkerung
und besonderen Aktionstagen wie beispielsweise dem „Internationalen NASH-
Day“ muss die Zielsetzung sein, die wachsende Zahl von Patienten sicherer
und effektiver zu diagnostizieren und die Versorgung von Betroffenen zu
optimieren. Mit dem „Deutschen NAFLD-Register“ leisten wir dazu einen
wesentlichen Beitrag. Die Deutsche Leberstiftung hat das Register mit
Unterstützung von zwei Forschungsgruppen – „NAFLD CSG“ der universitären
Zentren und „FLAG-Studie“ des Berufsverbandes der Niedergelassenen
Gastroenterologen Deutschlands (bng) – initiiert und führt es seit
Dezember 2020 über die Leberstiftungs-GmbH. In diesem Register erfassen
wir momentan Daten zur Versorgungsrealität und planen die Dokumentation
der jeweiligen Therapien nach deren Zulassung. Das ist extrem wichtig, um
die Versorgung der Patienten zu verbessern“, erklärt Prof. Manns das
besondere Engagement der Deutschen Leberstiftung im Bereich der NAFLD.

Die Deutsche Leberstiftung bietet eine Kurzbroschüre zum Thema „Leber und
Fett“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter
https://www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: Jetzt in der vierten, aktualisierten und erweiterten Auflage:
„Das Leber-Buch“ informiert umfassend und allgemeinverständlich über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien. Es ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D]. Weitere
Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch. Sie
können ein Rezensionsexemplar per Mail an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> (Frau M.
Asche) anfordern.

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