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„Air Supply“: Industriedesigner zeigen aufblasbare Konsumprodukte bei der Design Week in Mailand

Wie lässt sich Luft als konstruktives Material nutzen? Wie entstehen
Design-Objekte aus Recycling-Folie? Mit diesen Fragen haben sich
Studierende des Industriedesigns der Kieler Muthesius Kunsthochschule
befasst. Ihre Antwort stellen sie nun unter dem Titel "Air Supply" bei der
Design Week in Mailand aus.

Sie ist eine der weltweit wichtigsten Designveranstaltungen und lockt Jahr
für Jahr Zehntausende Besucherinnen und Besucher nach Norditalien: die
Design Week in Mailand. Wo noch bis Sonntag, 12. Juni, die Werke
etablierter internationaler Design-Persönlichkeiten präsentiert werden,
sind sie mittendrin: die Industriedesign-Studierenden der Muthesius
Kunsthochschule. „Air Supply“ heißt ihre Ausstellung, die viel mehr zeigt
als Luft – auch wenn sie mithilfe von Luft als konstruktivem Material
Konsumprodukten neues Leben einhaucht.

„Wir haben uns mit Konsumprodukten beschäftigt und uns die Frage gestellt:
Wie können wir deren Produktion und täglichen Gebrauch mit den
Möglichkeiten und Erwartungen individueller, offener und digitaler
Produktionsmethoden anders gestalten?“, erklärt Martin Postler, Professor
für Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule, die Idee hinter der
Schau. Ausgehend vom Konzept des Industriedesign-Studenten Benjamin
Unterluggauer, der sich während seiner Residency am Hamburger Museum für
Kunst und Gewerbe (MKG) mit aufblasbaren Objekten befasst hat, haben die
Studierenden eine Reihe von Konsumprodukten wie Kleidung, Koffer oder
Leuchten entwickelt. Mithilfe digitaler Produktion – wie dem CNC-
Folienschweißen – sind sie aus Recycling-Kunststofffolien gefertigt
worden.

Ihre Ergebnisse stellen die Studierenden nun auf einem ehemaligen
Militärgelände in Mailand aus. Die Designwoche macht’s möglich: Denn
während die Designwelt in die Lombardei blickt, aktiviert Alcova – eine
Plattform für unabhängiges Design – vergessene Orte von historischer
Bedeutung und verwandelt sie in Ausstellungsorte. Das Ziel: Arrivierte
Designerinnen und Designer gemeinsam mit aufstrebenden Talenten zu
präsentieren und neue, aufregende Entwicklungen in den Bereichen
Technologie, Materialien, nachhaltige Produktion und soziale Praxis zu
erforschen. So gibt es neben Ausstellungen und Performances auch
ökologische, politische oder anthropologische Diskurse.

An der Ausstellung „Air Supply“, die Martin Postler und Benjamin
Unterluggauer mithilfe der ausstellenden Studentinnen und Studenten
kuratiert haben, sind beteiligt: Hansol Kim, Jesse Jacobsen, Paul Meyer,
Karl Sperhake, Jannick Steffen, Bent Bischoff, Gunnar Kähler, Tjard
Tensfeld, Julius Bahl, Arista Meier, Ben Wesch, Friederike Haeuser,
Christa Carstensen, Greta Lola Lauk, Christin Großmann, Jonas Bendlin und
Lotta Kunft.

Zu sehen bis Sonntag, 12. Juni: täglich von 11 bis 19 Uhr – am Donnerstag,
9. Juni, von 11 bis 16 Uhr: Via Simone Saint Bon 1, Mailand. Weitere
Informationen: https://alcova.xy

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Vom Pendeln zum Computer: Wie wir ein Gleichgewicht am hybriden Arbeitsplatz finden können.

Gleichgewicht am hybriden Arbeitsplatz
Gleichgewicht am hybriden Arbeitsplatz

Obwohl es zahlreiche Vorteile hat, von zu Hause aus zu arbeiten, hat die Zeit einige der negativen Auswirkungen der Telearbeit ans Licht gebracht und daran erinnert, dass Ausgewogenheit der Schlüssel zu einem hybriden Arbeitsumfeld ist. Eine kürzlich von AT&T und Dubber durchgeführte Umfrage ergab, dass 81 % der Befragten glauben, dass hybride Arbeitsformen bis 2024 das vorherrschende Arbeitsmodell sein werden, wobei 56 % der Arbeit außer Haus erledigt wird. Beeindruckende 100 % der Befragten glauben, dass ein hybrides Arbeitsmodell dazu beitragen wird, junge Talente anzuziehen.

Es ist klar, dass sich hybrides Arbeiten durchsetzen wird. Aber wie können Arbeitnehmer ein Gleichgewicht zwischen Büro und Zuhause herstellen? Achtsamkeit ist eine wesentliche Komponente, um das hybride Büro erfolgreich zu meistern. Ulla Oksanen, Creative Technologist bei Framery, hat viele Einblicke in die Bedeutung von Achtsamkeit in der hybriden Arbeitsumgebung, darunter:

  • Den “Spiegeleffekt” bekämpfen: Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Häufigkeit, mit der wir uns am Arbeitsplatz sehen, und der Häufigkeit, mit der wir uns aus der Ferne einwählen. Bei Zoom können wir uns leicht von unserem Aussehen ablenken lassen: Sehe ich engagiert aus? Sehe ich müde aus? Sind meine Haare zerzaust? Scheinbar triviale Fragen beschäftigen uns dann und ermüden uns, bevor wir überhaupt in der Lage sind, uns auf das eigentliche Thema des Anrufs einzulassen. Videokonferenzen werden nicht verschwinden, und obwohl sie viele Vorteile für ein Unternehmen mit sich bringen, kann es eine gute Möglichkeit sein, einen Schritt weg von unseren Heimbüros zu machen und uns eine Pause vom Spiegeleffekt zu gönnen, indem wir ins physische Büro kommen.
  • Lösung für Probleme mit eingeschränkter Mobilität: Wenn wir von einer Besprechung zur nächsten gehen, sieht das zu Hause ganz anders aus als im Büro. Wenn wir im Büro sind, steigen wir vielleicht in einen office pod, um eine Telefonkonferenz unter vier Augen zu führen, oder wir gehen in einen Pausenraum, um eine Teambesprechung oder ein Brainstorming abzuhalten. Hier ist Bewegung im Spiel: Wir gehen von einem Raum zum nächsten und geben unserem Geist einen Moment Zeit, sich zu entspannen, und uns selbst einen Moment zum Atmen. Es ist wichtig, sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz auf diese natürlichen Übergänge zu achten und die virtuelle Arbeitsumgebung zu verlassen, um die physische aufzusaugen.

Vor der Pandemie schienen Unternehmen nur selten proaktive Lösungen für Burnout am Arbeitsplatz zu implementieren. Jetzt haben wir die einmalige Chance, ein Gleichgewicht zwischen Präsenz- und Fernarbeit zu finden und Arbeitsplätze zu schaffen, die im hybriden Raum gedeihen. Sind Sie daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, wie Achtsamkeit eine unglaublich wichtige Komponente für den erfolgreichen Umgang mit dem hybriden Büro sein wird? Ich würde mich freuen, Sie für weitere Informationen mit Framery in Verbindung zu setzen.

ÜBER FRAMERY 

Framery ist ein Pionier der Arbeitsplatzindustrie, dem Glück an erster Stelle steht. Das Produktangebot der Marke besteht aus Kabinen, Telefonzellen und schallisolierten Privaträumen. Damit löst Framery Probleme mit Lärmbelästigungen und der Privatsphäre in Großraumbüros und macht Mitarbeiter in Dutzenden von weltweit führenden Unternehmen, darunter Microsoft, Puma, Vodafone und Deloitte, glücklicher und produktiver. Tatsächlich nutzen 40% aller Forbes 100 Unternehmen Framery.

 

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Veränderte Kommunikation im „Mensch-Maschine-Zeitalter“ – Umfrage über Zukunftsszenarien von Sprache und Technologie

Würden Sie einer Maschine vertrauen, die bei einem Geschäftstreffen oder
einem Date für Sie übersetzt? Würden Sie eine Maschine Ihre Gedanken lesen
lassen, um ohne Worte zu kommunizieren? – Diese und andere wahrscheinliche
Szenarien der nahen Zukunft erkunden vier Video-Animationen, die vom
Forschungsnetzwerk „Language in the Human-Machine Era“ (LITHME) produziert
wurden, an dem die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) beteiligt
ist. Die Videos zeigen, wie Technologien die Art und Weise, wie wir
Sprache verwenden, verändern.

Zusammen mit den Animationen hat LITHME eine Online-Umfrage gestartet, um
die Meinung der Öffentlichkeit zu diesen Themen zu erkunden. Interessierte
sind eingeladen, an der internationalen Umfrage teilzunehmen.
Die Animationen und die Umfrage sind unter https://lithme.eu/animations
verfügbar.

Das Forschungsnetzwerk „Language in the Human-Machine Era“ (LITHME)
erforscht die Auswirkungen neuer Technologien auf die alltägliche
Kommunikation und Sprache. Die vier Animationsvideos illustrieren einige
Zukunftsszenarien, die ein öffentlicher Bericht des Netzwerkes aus dem
Jahr 2021 als wahrscheinliche Entwicklung neuer Sprachtechnologien
aufzeigt. Ziel ist es, zum Nachdenken darüber anzuregen, wie das Leben
aussehen wird, wenn solche transformativen Technologien weit verbreitet
sind.

Hintergrund
LITHME ist ein vierjähriges Netzwerkprojekt, das von der Europäischen
Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie (COST) finanziert wird und
im Oktober 2020 begonnen hat. LITHME hat über 300 Mitglieder aus 52
Ländern, darunter alle 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie weitere Länder aus
allen Kontinenten. Das Projekt soll die Kluft zwischen Sprachwissenschaft
und Technologie überbrücken, damit erstere von einer besseren
technologischen Vorausschau und letztere von einem besseren Verständnis
der potenziellen sprachlichen und gesellschaftlichen Folgen neuer
Technologien profitieren können.
Die an den zwei deutschen Universitäten des Netzwerkes angesiedelten
Arbeitsgruppen (Ideologien, Einstellungen & Sprachvariation) konzentrieren
sich auf die kritische Begleitung neuer Technologie. Prof. Dr. Britta
Schneider, Inhaberin der Professur für Sprachgebrauch und Migration an der
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und Dr. Miriam Lind von der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersuchen, welche
kulturtheoretischen, sozialwissenschaftlichen und soziolinguistischen
Reflexionen nötig sind, um von der Technologieentwicklung bisher oft wenig
beachtete soziale Ausschlüsse zu vermeiden. Sie thematisieren unter
anderem, wie soziale Diskriminierung und Vorurteile in der Programmierung
von Sprachtechnologie verhindert werden können. Auch die Frage, wie
Sprechende wenig dominanter Sprachen abseits von Englisch von
Sprachtechnologie profitieren können, spielt eine Rolle.
Weitere Informationen zum Netzwerk:

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Jubiläum eines tatkräftigen Visionärs: Prof. Albrecht ist seit 20 Jahren Medizinischer Vorstand am Dresdner Uniklinikum

Professor Michael Albrecht blickt auf zwanzig Jahre als Medizinischer
Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden zurück: Der
2002 erfolgte Wechsel des Anästhesisten in den Vorstand markiert den
Beginn einer medizinisch wie wirtschaftlich sehr erfolgreichen Entwicklung
des Universitätsklinikums und der Hochschulmedizin Dresden insgesamt. Mit
seinem Sachverstand, seiner Weitsicht und seinem strategischen Geschick
einen entscheidenden Anteil. Deshalb wird sein Dienstjubiläum nicht nur
mit einer Feierstunde am heutigen Mittag (07.06.) im Uniklinikum begangen,
sondern ist auch Anlass für die Verleihung des Sächsischen
Verdienstordens, der ihm am Abend verliehen wird.

Professor Albrecht erhält den Sächsischen Verdienstorden, weil er sich „um
die Weiterentwicklung des nationalen und internationalen
Krankenversorgungssystems verdient gemacht hat“, würdigt Sachsens
Ministerpräsident Michael Kretschmer in seiner Laudatio. Der langjährige
Medizinische Vorstand war maßgeblich am Auf- und Ausbau des
Gesundheitswesens im Freistaat beteiligt, wobei es ihm zudem gelang „mit
großem Sachverstand, Weitsicht und strategischem Geschick, die
Hochschulmedizin Dresden zum Wohle der Patienten zu einer weithin
geschätzten und anerkannten Einrichtung für Krankenversorgung, Forschung
und Lehre zu entwickeln“, so der Ministerpräsident weiter. Professor
Albrecht „verstand und versteht es, Allianzen aufzubauen, die der
Entwicklung interdisziplinärer Strukturen dienen. Dazu gehörte die
Konzeption und der Aufbau innovativer Zentrumsstrukturen, die bundesweit
zur Blaupause für die Neuorganisation großer Krankenhäuser mit hohem
Spezialisierungsgrad wurden“, so der Sächsische Ministerpräsident weiter.

Krisenmanagement in der Jahrhundertflut als erste Herausforderung
Nahezu von den ersten Tagen seines Wirkens als Medizinischer Vorstand
stand Professor Michael Albrecht vor Herausforderungen, die nicht mit
herkömmlichen Mitteln und Strategien zu bewältigen waren. Den Beginn
markierte die Jahrhundertflut im August 2002, die das Universitätsklinikum
dazu zwang, den Betrieb nahezu auf null herunterzufahren. Bereits in
dieser Ausnahmesituation gelang es unter der Leitung des neu berufenen
Medizinischen Vorstands in kürzester Zeit Strategien zu entwickeln und
Strukturen aufzubauen, um das Heft des Handelns nicht abgeben zu müssen.
So wurden die Patientinnen und Patienten nach und nach in andere Kliniken
verlegt, anstatt auf eine vom sächsischen Krisenstab angeordnete riskante
Evakuierung des gesamten Klinikums zu warten.

Rückblickend waren es jedoch andere Herausforderungen, deren Bewältigung
einen entscheidenden Anteil an der positiven Entwicklung des Dresdner
Uniklinikums hatten. Dazu gehörte die Umstellung des Finanzierungssystems
der Diagnostic related Groups – DRG. Dank strategischer, von Professor
Albrecht initiierter Weichenstellungen gelang es auch bei diesem
komplexen, durch ganz unterschiedliche betriebswirtschaftliche und
medizinische Aspekte geprägten Wandel die Basis für eine stabile
Entwicklung zu schaffen. Das zeigt sich auch in dem Umstand, dass das
Dresdner Haus als eines der sehr wenigen Universitätsklinika in
Deutschland auf 18 Jahre mit positiven wirtschaftlichen Ergebnissen
zurückblickt. Zudem war es Professor Albrecht stets wichtig, dass die
Deutschen Universitätsklinika mit ihrem besonderen Versorgungsauftrag und
den damit verbundenen Herausforderungen mehr Gehör in der Politik finden
und auch in der Öffentlichkeit entsprechend wahrgenommen werden. Deshalb
engagierte er sich seit 2006 im Verband der Universitätsklinika (VUD) und
war knapp zehn Jahre 1. Vorsitzender des Vorstandes.

Interdisziplinarität und medizinische Exzellenz stehen ganz oben in der
Agenda
Professor Michael Albrecht gelang es als Medizinischer Vorstand vom ersten
Tag an alle Akteurinnen und Akteure der Hochschulmedizin zu motivieren,
bei den entscheidenden Themen geschlossen an einem Strang zu ziehen. Basis
dafür war seine Tätigkeit als Direktor der Klinik für Anästhesiologie und
Intensivtherapie mit seinen vielfältigen Kontakten zu den anderen
Fachgebieten sowie die vor 2002 bekleideten akademischen Ämter – erst als
Forschungsdekan und dann als Dekan der Medizinischen Fakultät. Das bereits
in dieser Zeit aufgebaute, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte
Netzwerk war ein entscheidender Erfolgsfaktor beim Aufbau
interdisziplinärer Zentren. Den Auftakt machte das Universitäts
KrebsCentrum als eines der ersten deutschen Comprehensive Cancer Center
(CCC). Wie tragfähig die damals entwickelten Konzepte sind, zeigt sich mit
dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT / UCC). Das hier
gelebte Miteinander von Krankenversorgung und patientennaher Forschung
sichert Menschen mit Tumorerkrankungen eine exzellente Versorgung auf
Spitzenniveau. Dazu entstand eine wegweisende Infrastruktur, die vor allem
von Bund und Land finanziert wurden. Leuchtturm ist dabei die Universitäts
Protonentherapie mit seinen in diesen Dimensionen weltweit einmaligen
Forschungsflächen.

Dass eine exzellente Krankenversorgung zwingend einer herausragenden, auf
Kernthemen fokussierten Forschung bedarf, war Professor Michael Albrecht
bereits vor dem Wechsel in den Klinikumsvorstand bewusst. Gemeinsam mit
weiteren, Anfang der 90-er Jahre nach Dresden berufenen Professoren
entwickelte er für die Medizinische Fakultät die Strategie von drei
Forschungsschwerpunkten, die in weiten Teilen noch heute Bestand haben.
Bei den Themen Krebs und Diabetes zeigt sich dies mit den NCT / UCC sowie
dem noch in diesem Jahr in Betrieb gehenden Zentrum für Metabolisch-
Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen (MITS) mit
prägnanten, auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie den
Forschenden zugeschnittenen Neubauten.

„In den mehr als 20 Jahren, die ich an der Dresdner Hochschulmedizin tätig
war, hatte ich das große Glück, aktiv die dynamische und sehr erfolgreiche
Entwicklung von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät
mitgestalten zu können. In dieser Zeit habe ich Professor Albrecht als
eine absolut verlässliche Persönlichkeit kennengelernt, der als Visionär
und Vordenker weit über die eigene Institution hinaus Maßstäbe gesetzt
hat. Dabei gelang es ihm immer wieder, die Menschen für seinen Kurs zu
gewinnen und ihnen gleichzeitig die notwendigen Freiräume zu eröffnen.
Daraus resultierte eine Dynamik, die einen auch rückblickend in Erstaunen
versetzt. Ohne sein Gespür für künftige Entwicklungen und seine Tatkraft
wäre die Dresdner Hochschulmedizin nicht in der herausragenden Position,
die sie heute unbestritten einnimmt“, sagt Professor Michael Baumann,
Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen
Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Netzwerke für eine flächendeckende Krankenversorgung auf höchstem Niveau
Professor Albrecht hat sich frühzeitig dafür eingesetzt, dass sich alle
Akteure des Gesundheitswesens zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten
vernetzen. Wie groß der Handlungsbedarf ist, konnte er im Rahmen seiner
Tätigkeit für die „Expertenkommission zum demografischen Wandel und seinen
Folgen in Sachsen“ verdeutlichen. Um dieser Herausforderung mit
praktikablen Lösungen zu begegnen, brachte Professor Albrecht unter
anderem das 2009 gegründete Netzwerk „Carus Consilium Sachsen“ auf den Weg
und unterstützte zahlreiche vom Universitätsklinikum ausgehende
Initiativen.

Ein Beispiel dafür ist das SOS-NET, dem telemedizinischen Netzwerk zur
Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Inzwischen
wurde eine Vielfalt an Netzwerken geschaffen, um die
Gesundheitsversorgung, gerade auch in Regionen abseits der noch immer
zumeist gut versorgten Ballungsräume sicherzustellen und
weiterzuentwickeln. Dank dieses Miteinanders entstand ein
Vertrauensverhältnis, das mit der Coronakrise eine ganz neue Wirksamkeit
entfaltete. Unter Einbeziehung aller 36 Krankenhäuser der Region wurde im
Frühjahr 2020 innerhalb nur weniger Tage die „Corona Krankenhaus-
Leitstelle Dresden / Ostsachsen“ aufgebaut und in Betrieb genommen. Dank
dieser bundesweit wegweisenden Kooperation ist es gelungen, die Versorgung
der an Covid-19 erkrankten Patientinnen und Patienten adäquat zu
gewährleisten und so zu verhindern, dass es an ländlichen Kliniken zu
ähnlichen Situationen kam, die in der norditalienischen Region um Bergamo
für einen Kollaps der Krankenversorgung und vielen vermeidbaren
Todesfällen führten.

In der Begründung zur Verleihung des sächsischen Verdienstordens heißt es
in diesem Zusammenhang über Professor Albrecht: „Darüber hinaus machte er
sich als umsichtiger Krisenmanager in der Corona-Pandemie einen Namen.
Seine Expertise war Grundlage zahlreicher politischer Entscheidungen zur
Eindämmung des Infektionsgeschehens.“

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