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Künstliche Intelligenz: Wie sich ihr missbräuchlicher Einsatz verhindern lässt

Wie lässt sich verhindern, dass Terroristen ein autonomes Fahrzeug als Waffe missbrauchen? Das zeigt das Anwendungsszenario der Plattform Lernende Systeme.  Plattform Lernende Systeme
Wie lässt sich verhindern, dass Terroristen ein autonomes Fahrzeug als Waffe missbrauchen? Das zeigt das Anwendungsszenario der Plattform Lernende Systeme. Plattform Lernende Systeme

Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt Menschen bereits heute im Alltag
und verbessert Prozesse in Unternehmen und Behörden. Selbstlernende
Systeme können aber auch entgegen ihrem eigentlichen Zweck eingesetzt
werden und der Gesellschaft und Wirtschaft schaden. Wie sich KI-Systeme
schützen lassen, zeigt ein aktuelles Whitepaper der Plattform Lernende
Systeme. Die Expertinnen und Experten veranschaulichen anhand
realistischer Anwendungsszenarien mögliche Herausforderungen und benennen
konkrete Vorkehrungen, um einen Missbrauch zu verhindern. Ihr Fazit: Von
der Entwicklung bis zur Entsorgung eines KI-Systems müssen mögliche
Einfallstore für eine schadhafte Anwendung geschlossen werden.

Autonome Fahrzeuge können Personen sicher durch den Straßenverkehr bewegen
– oder, als Waffe umfunktioniert, in eine Menschenmenge gelenkt werden.
KI-gesteuerte Flugdrohnen können Pakete zustellen – oder Drogen liefern.
Sprachmodelle können den Kundenservice verbessern – oder täuschend echte
Phishing-Mails verfassen, um Schadsoftware in ein Unternehmen zu
schleusen. Die nutzbringenden Einsatzmöglichkeiten von KI sind ebenso
vielfältig wie die missbräuchlichen Anwendungsfälle. Als „Zweckentfremdung
mit negativen Folgen“ beschreiben die Autorinnen und Autoren des
Whitepapers „KI-Systeme schützen, Missbrauch verhindern“ den sogenannten
Missbrauch von KI-Systemen. Dahinter stehe immer menschliche Absicht
unterschiedlicher Akteure mit unterschiedlichen Motiven. Die Expertinnen
und Experten betonen die besondere Tragweite einer Manipulation von KI-
Systemen im Vergleich mit anderen technischen Systemen: So können die
Handlungen von Menschen und Maschinen beeinflusst werden, wenn KI-Systeme
zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

„Fakt ist, dass KI-Systeme von Kriminellen, staatlichen Organisationen
oder wirtschaftlichen Wettbewerbern immer auch für unlautere Zwecke
missbraucht werden können – sei es, um Spionage zu betreiben,
Falschinformationen zu streuen oder Menschen zu überwachen. Wir müssen
deshalb den Blick von Anfang an auf mögliche Schwachstellen richten, vom
Design bis zur Wartung“, sagt Jürgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer-
Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und Leiter
der Arbeitsgruppe „Lebensfeindliche Umgebungen“ der Plattform Lernende
Systeme. „Wir müssen uns in einen möglichen Täter hineinversetzen und
überlegen, welche Angriffsszenarien im konkreten Anwendungsfall denkbar
sind. Hierfür sind technische Schutzmechanismen zu integrieren, aber auch
organisatorische Vorkehrungen zu treffen.“
Nicht nur das KI-System selbst, sondern auch seine Daten und Lernprozesse
müssen geschützt werden. Zum technischen Schutz der KI-Systeme dienen
sowohl klassische Vorrichtungen der Cybersecurity als auch KI-gestützte
Instrumente wie die Erkennung von Anomalien oder Identitäten.

“Missbrauch bedeutet dabei nicht notwendigerweise, dass das KI-System
gehackt wird, sondern dass es, so wie es ist, für einen nicht
beabsichtigten, bösartigen Zweck verwendet wird. So könnte ein autonomes
Auto für Angriffe missbraucht werden, oder ein KI-System, das aus
Sicherheitsgründen Giftstoffe erkennt, dazu verwendet werden, neuartige,
noch giftigere Stoffe zu entwickeln“, erklärt Jörn Müller-Quade, Professor
für Kryptographie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Leiter
der Arbeitsgruppe IT-Sicherheit, Privacy, Ethik und Recht der Plattform
Lernende Systeme. „Deshalb müssen schon in der Entwicklung von KI-Systemen
Vorkehrungen getroffen werden, die eine derartige kriminelle Nutzung
bestenfalls erkennen und unterbinden, zumindest aber deutlich erschweren.“

Die Autorinnen und Autoren des Whitepapers unterstreichen, dass
Schutzvorkehrungen auch die Umgebung des KI-Systems berücksichtigen
sollten sowie die Menschen, die es entwickeln, anwenden oder
kontrollieren. Das Fehlverhalten von Menschen könne in jeder Phase des
Lebenszyklus eines KI-Systems zu Risiken führen. Klare Prozesse und
Regeln, etwa zum Umgang mit KI im Unternehmen, erschweren einen
missbräuchlichen Einsatz. Notwendig sei es, das Wissen zu KI in der
Gesellschaft zu stärken und die Auseinandersetzung mit Schwachstellen von
KI zu fördern, heißt es im Whitepaper.  Zudem empfehlen die Expertinnen
und Experten, ausgewählte KI-Systeme regelmäßig von unabhängigen
Drittstellen auf Schwachstellen überprüfen zu lassen – auch nach deren
Zulassung – sowie die Verantwortlichkeiten und Haftung im Fall eines
Missbrauchs auf europäischer Ebene zu klären.

Über das Whitepaper
Das Whitepaper „KI-Systeme schützen, Missbrauch verhindern“ wurde
federführend von Expertinnen und Experten der Arbeitsgruppen
„Lebensfeindliche Umgebungen“ und „IT-Sicherheit, Privacy, Ethik und
Recht“ der Plattform Lernende Systeme verfasst. Mitglieder weiterer
Arbeitsgruppen waren beteiligt.

Über die Plattform Lernende Systeme
Die Plattform Lernende Systeme ist ein Netzwerk von Expertinnen und
Experten zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Sie bündelt vorhandenes
Fachwissen und fördert als unabhängiger Makler den interdisziplinären
Austausch und gesellschaftlichen Dialog. Die knapp 200 Mitglieder aus
Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln in Arbeitsgruppen
Positionen zu Chancen und Herausforderungen von KI und benennen
Handlungsoptionen für ihre verantwortliche Gestaltung. Damit unterstützen
sie den Weg Deutschlands zu einem führenden Anbieter von
vertrauenswürdiger KI sowie den Einsatz der Schlüsseltechnologie in
Wirtschaft und Gesellschaft. Die Plattform Lernende Systeme wurde 2017 vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf Anregung des
Hightech-Forums und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
gegründet und wird von einem Lenkungskreis gesteuert.

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Innovative Hochschule: HNEE ist dabei

Nun ist es offiziell. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung
Eberswalde (HNEE) ist im einzigen Verbundprojekt aus Brandenburg mit von
der Partie bei der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.
Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung werden künftig in und für die
Region vorangebracht.

15 Millionen Euro fließen ab 2023 in das Verbundprojekt „InNoWest –
einfach machen“. Gemeinsam mit den Fachhochschulen aus Brandenburg an der
Havel und Potsdam hat sich die HNEE damit unter 165 Anträgen durchgesetzt.
„Wir sind der einzige Verbund aus Brandenburg, dem das gelungen ist“,
freut sich Prof. Dr. Alexander Pfriem, Vize-Präsident für Forschung und
Transfer in Eberswalde.
Mit der Förderung wollen die 3 Hochschulen Transferprojekte in Nord-West-
Brandenburg realisieren, die die Lebensqualität verbessern und die Region
zukunftsfähig entwickeln. Innovationsteams, gemischt aus
Wissenschaftler:innen und lokalen Akteur:innen aus Politik, Verwaltung,
Kommunen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Zivilgesellschaft,
werden gemeinsam in den drei Planungsregionen Uckermark-Barnim, Prignitz-
Oberhavel und Havelland-Fläming wirken. „Sie unterstützen beispielsweise
Kommunen bei der Entwicklung von Strategien zur digitalen Daseinsvorsorge
und Nutzung digitaler Daten oder beim Umbau regionaler, repräsentativer
Gebäudetypen mit nachhaltigen Baumaterialien wie z.B. Holz und Lehm“,
zählt Alexander Pfriem auf. Bürger:innen können dabei selbst aktiv werden
und für ihre Kommunen Nachhaltigkeitslösungen erarbeiten, die sich an den
17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs), orientieren. „Einfach machen, ist ein
Aufruf an alle, die im ländlichen Raum etwas bewirken wollen“, betont
Prof. Dr. Benjamin Nölting. Hierfür bringen die Hochschulen ausgeprägte
Kompetenzen in verschiedenen Bereichen mit. „Dazu gehören die ökologische
Nachhaltigkeit der HNEE, das Know-how für gesellschaftliche
Transformationsprozesse der Fachhochschule Potsdam und die Verbindung von
Technologie und Wirtschaft der Technischen Hochschule Brandenburg“, sagt
der Leiter des HNEE- Forschungszentrums Nachhaltigkeit| Transformation|
Transfer.

Über die Förderinitiative Innovative Hochschule
Die „Innovative Hochschule“ ist eine Förderinitiative des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Gemeinsamen
Wissenschaftskonferenz (GWK). Sie nimmt die Mission „Transfer und
Innovation“ in den Blick und richtet sich insbesondere an kleine und
mittlere Universitäten sowie an Fachhochschulen. In dieser zweiten
Förderrunde hat die Bund-Länder-Initiative insgesamt 55 Hochschulen in 16
Einzel- und 13 Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt. Darunter sind 39
Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaft, 3 Kunst- und
Musikhochschulen sowie 13 Universitäten und Pädagogische Hochschulen.
Die „Innovative Hochschule“ trägt dazu bei, dass aus Erkenntnissen der
Forschung in allen Wissenschaftsdisziplinen noch effizienter kreative
Lösungen für die drängenden Herausforderungen unserer Zeit werden. Ein
regionaler Bezug ist hier besonders wichtig: Hochschulen leisten einen
wichtigen Beitrag zu Innovationen in ihrer Region. Sie machen einerseits
durch Lehre und Forschung Wissen regional verfügbar, nehmen andererseits
Ideen und konkrete Fragestellungen aus ihrer Umgebung auf und erarbeiten
mit ihren Partnern innovative Produkte und Dienstleistungen. Die
Fördermittel werden jeweils im Verhältnis 90:10 vom Bund und Land
getragen. Mindestens die Hälfte der Fördermittel und mindestens die Hälfte
der Förderfälle sollen auf Fachhochschulen oder Verbünde unter
Koordination einer Fachhochschule entfallen.

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PM 10/2022 Vortragsreihe „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ startet

Künstliche Intelligenz (KI) befasst sich mit der Automatisierung
intelligenten Verhaltens auf der Basis großer Datenmengen.  KI spielt
bereits heute bei der Diagnostik und Früherkennung von verschiedenen
Krankheiten eine große Rolle. Die Chancen der datengestützten Medizin
stehen ebenso im Mittelpunkt der Akademievorlesungsreihe wie die Grenzen
von KI und die gesellschaftlichen Konsequenzen. Der Mathematiker und
Physiker Prof. Dr. Dr. Fabian Theis eröffnet am 12. Mai 2022 die
Vorlesungsreihe. Ebenso sind der Medizininformatiker Prof. Dr. Christoph
Bock und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar über den YouTube-
Kanal der Akademie der Wissenschaften in Hamburg zu erleben.

Künstliche Intelligenz kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, Milliarden
von Datenpunkten zu sammeln, zusammenzufassen, zu sortieren und
organisiert darzustellen. Sie ist ein Sammelbegriff für algorithmische
Systeme, die bestimmte Aufgaben lösen können. Ein Teilgebiet der KI ist
das Maschinelle Lernen. Der Begriff umschreibt selbstlernende Algorithmen,
die aus Daten Muster ableiten, um daraus Lösungswege für ein
wiederkehrendes Problem zu erstellen. Eine spezielle Methode des
Maschinellen Lernens und der Informationsverarbeitung wiederum ist das
Deep Learning. Diese Themen greifen die Referenten der
Akademievorlesungsreihe im Sommersemester 2022 auf.

Die Akademievorlesungsreihe entspricht dem Fokus des Hamburger
Wissenschaftspreises 2021: „Künstliche Intelligenz in der Medizin“. Als
Preisträger eröffnet Prof. Dr. Dr. Fabian Theis die Vortragsreihe.
Mehr zum Preis:
https://www.awhamburg.de/akademie/preise/preistraeger-2021.html

Die Vorträge beginnen jeweils um 19:00 Uhr. Sie sind nur per Livestream
über den YouTube-Kanal der Akademie der Wissenschaften in Hamburg zu
verfolgen.
Eine Anmeldung zum Livestream ist nicht erforderlich. Der Chat ist
aktiviert.
Zum Livestream gelangen Sie hier:
https://www.youtube.com/user/awhamburg/videos

Donnerstag, 12. Mai 2022, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Helmholtz Munich Computational Health Center:
„Künstliche Intelligenz in Biologie und Biomedizin“

In der modernen Biomedizin werden riesige und komplexe Datensätze erzeugt.
Sie entstehen insbesondere in den Bereichen Bildgebung und ‚Omics‘, der
Analyse verschiedener Komponenten des Zellstoffwechsels auf einer globalen
Ebene. Die Analyse und Integration dieser Datensätze ist nicht nur für die
Forschung, sondern auch für den geplanten klinischen Einsatz, z. B. in der
Präzisionsmedizin, von entscheidender Bedeutung. Die Vision einer wirklich
datengestützten Medizin wird daher durch Techniken der Datenwissenschaft
ermöglicht, vor allem durch maschinelles Lernen und künstliche
Intelligenz.

Fabian Theis ist ein Pionier für künstliche Intelligenz und maschinelles
Lernen in der Biomedizin, speziell im Bereich der Einzelzellbiologie.
Seine wissenschaftlichen Beiträge werden breit rezipiert und tragen
wesentlich zur Beantwortung komplexer biologischer und medizinischer
Fragen bei. Fabian Theis ist unter anderem Preisträger des Hamburger
Wissenschaftspreises 2021.

Mittwoch, 1. Juni 2022, 19:00 Uhr
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist:
„Mensch und Maschine – wer programmiert wen?“

Wir werden in den nächsten Jahren immer häufiger mit dem Aufkommen von
künstlicher Intelligenz konfrontiert werden. Sie wird viele Bereiche
unseres Lebens fundamental verändern. Von Industrie 4.0 über autonome
Maschinen bis hin zu Anwendungen in der Medizin verstärkt sich der Einsatz
von Deep Learning-Systemen. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir
diesen neuen intelligenten Systemen vertrauen können. Wie viel
Verantwortung geben wir ab?
Anhand konkreter Beispiele vermittelt der Vortrag auf verständliche Weise
die grundlegenden Qualitäten selbstlernender Systeme und fragt nach den
gesellschaftlichen Konsequenzen. Es geht um unsere Rolle. Mensch und
Maschine – wer programmiert wen?

Der Physiker Ranga Yogeshwar zählt zu den bekanntesten
Wissenschaftsjournalisten Deutschlands. Yogeshwar begann seine TV-Karriere
beim WDR Köln, seit 2008 arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist.
Als Autor und Vortragsredner befasst er sich intensiv mit den Themen
Innovation, Bildung und Nachhaltigkeit.

Donnerstag, 23. Juni 2022, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Christoph Bock, Medizinische Universität Wien / CeMM
Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften:
„Maschinelles Lernen für eine präzise molekulare Medizin“

Krankheiten anhand ihrer molekularen Ursachen zu diagnostizieren und zu
behandeln – das ist das Ziel der molekularen Medizin. Dank neuer
Technologien wie der Genomanalyse und CRISPR-Screens haben wir sehr viele
Daten zur Entstehung von Krebs. Maschinelles Lernen hilft uns dabei, diese
Daten zu verstehen und für einzelne Patientinnen und Patienten nutzbar zu
machen. Mit der Epigenetik werfen wir den Blick zurück in die Herkunft
eines Tumors – bis zu der Zelle, mit der alles begann. Und wir richten den
Blick nach vorn: Welches Potenzial haben Immunzellen für die Tumor-Abwehr
und wie können wir sie unterstützen?

Christoph Bock ist Principal Investigator am CeMM Forschungszentrum für
Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und
Professor für Bio Medizinische Informatik an der Medizinischen
Universität Wien. Seine Forschung kombiniert experimentelle Biologie
(Genom-Sequenzierung, Epigenetik, CRISPR) mit Methoden der Informatik
(Bioinformatik, Maschinelles Lernen, Artificial Intelligence) – im Kontext
von Krebs, Immunologie und Präzisionsmedizin.

Über gegebenenfalls eintretende kurzfristige Änderungen informieren Sie
sich bitte zeitnah zur Veranstaltung auf unserer Website www.awhamburg.de

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Sonnenschutzkampagne will Hautkrebsrisiko im Sport senken

Sportlerinnen und Sportler – vom Breiten- bis zum Spitzensport –
verbringen häufig viel Zeit im Freien. Wenn sie wiederholt und lange der
UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt sind, erhöht sich ihr Risiko an
Hautkrebs zu erkranken. Zu viel UV-Strahlung kann zudem das Immunsystem
und die Leistungsfähigkeit der Athletinnen und Athleten schwächen. Die
Deutsche Krebshilfe startet daher gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen
Sportbund und den Partnern des Präventionsprogramms „Clever in Sonne und
Schatten“ der Deutschen Krebshilfe eine deutschlandweite Kampagne unter
dem Motto „Wir machen UV-Schutz im Sport zum Thema“.

Die Kampagne vermittelt zielgruppengerecht wichtige Tipps für den
Sonnenschutz: beispielsweise die Mittagssonne zu meiden, schützende
Kleidung zu tragen und Sonnencreme zu benutzen. Bei einer
Auftaktveranstaltung an der Sportoberschule Dresden bekräftigten
Vertreterinnen und Vertreter aus Sport und Medizin – darunter die SG
Dynamo Dresden als mitgliedsstärkster Sportverein Sachsens – das
gemeinsame Engagement. Die Kampagne wurde vom Präventionszentrum des
Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) entwickelt.
Alle Informations- und Arbeitsmaterialien für die Eliteschulen des Sports,
sportbetonte Schulen und Vereine sind kostenfrei erhältlich.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen
Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums
Dresden-Rossendorf (HZDR).

In Deutschland erkranken derzeit pro Jahr mehr als 300.000 Menschen neu an
Hautkrebs, mehr als 40.000 Menschen davon am Malignen Melanom, dem sehr
gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Der wichtigste äußere Risikofaktor für
Hautkrebs ist eine starke Belastung der Haut mit ultra­violetten (UV-)
Strahlen. Sportlerinnen und Sportler sowie ihre Trainerinnen und Trainer
sind oft viel und lange in der Sonne. Deshalb ist ein geeigneter
Sonnenschutz zur Hautkrebsprävention – etwa durch möglichst lange
Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnencreme und Trainingszeiten außerhalb der
Mittagszeit – für sie besonders wichtig. Mit einer deutschlandweiten
Kampagne wollen die Deutsche Krebshilfe, der Deutsche Olympische Sportbund
(DOSB) sowie die Partner des Programms „Clever in Sonne und Schatten“ die
Aufmerksamkeit für das Thema erhöhen und richtigen Sonnenschutz nachhaltig
in sportbetonten Schulen, Vereinen und Verbänden etablieren.

„Die Deutsche Krebshilfe macht sich angesichts steigender
Erkrankungszahlen seit Jahren für die Hautkrebsprävention stark, etwa mit
gezielten Programmen für Schulen und Kitas. Wir freuen uns, gemeinsam mit
starken Partnern künftig einen weiteren Schwerpunkt im Bereich des Sports
legen zu können“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Krebshilfe. „Zu viel UV-Strahlung kann auch das Immunsystem
schwächen und die Gefahr für Infektionen verstärken. Auch deshalb ist es
uns wichtig, unsere Sportlerinnen und Sportler möglichst gut vor einer
wiederkehrenden intensiven Sonnenbelastung zu schützen“, ergänzt Dr. Sven
Baumgarten vom DOSB.

Um das Bewusstsein für die Bedeutung des UV-Schutzes im Sport zu stärken,
hat das Präventionszentrum des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen
Dresden (NCT/UCC) spezielle Projektpakete für sportbetonte Schulen
entwickelt. Diese enthalten unter anderem Videospots und Präsentationen
für den Unterricht sowie für Elternabende, Poster mit Sonnenschutzregeln
und ein Handbuch für Lehrkräfte. Seit Jahresbeginn wurden die
deutschlandweit 43 DOSB-Eliteschulen des Sports über das Projekt
informiert, die rund 11.500 junge Sportlerinnen und Sportler fördern.
„Jetzt begleiten wir die Schulen dabei, das Projekt umzusetzen und
Sonnenschutz nachhaltig in den Schulalltag zu integrieren. Nach
erfolgreicher Umsetzung können sich die Schulen im Herbst für ihr
Engagement auszeichnen lassen“, sagt Dr. Friederike Stölzel, Co-Leiterin
des NCT/UCC-Präventionszentrums.

Darüber hinaus entwickelt das NCT/UCC Materialien, um einen adäquaten UV-
Schutz in Sportvereinen und -verbänden zu verankern. Aktuell werden diese
im Dresdner Sportclub 1898 e.V. auf Praxistauglichkeit und Akzeptanz
getestet, auch die SG Dynamo Dresden ist eng eingebunden. Ab nächstem Jahr
stehen die kostenfreien Informations- und Aktionspakete dann allen
Vereinen und Verbänden deutschlandweit zur Verfügung. „Im Sommer
trainieren wir oft mehrere Stunden am Tag in der Sonne, mit T-Shirts und
kurzen Hosen. Da sollte es selbstverständlich sein, auch an die
Sonnencreme zu denken. Es ist wichtig, dass wir uns über die Risiken und
die einfachen Schutz-Möglichkeiten besser bewusst werden“, sagt Sebastian
Mai, Spieler von Dynamo Dresden. „Vorbeugung und Früherkennung sind beim
Kampf gegen Hautkrebs das A und O. Mit eigentlich einfachen Regeln könnten
sich die Hautkrebszahlen senken und die Heilungsraten erhöhen lassen“,
betont Prof. Friedegund Meier, Leiterin des Hauttumorzentrums am NCT/UCC.
„Nach meiner eigenen Hautkrebserkrankung ist es mir ein großes Anliegen,
andere für dieses Thema zu sensibilisieren. Wir freuen uns, Eliteschulen
des Sports, sportbetonte Schulen und Vereine hierbei künftig gezielt
unterstützen zu können“, ergänzt Susanne Klehn, Botschafterin für
Hautkrebsprävention der Deutschen Krebshilfe.

Clever in Sonne und Schatten
Das Programm „Clever in Sonne und Schatten“ der Deutschen Krebshilfe
richtet sich – neben dem neuen Fokus auf sportbetonten Schulen und
Sportvereine – vor allem an Kitas und Grundschulen. „Kinderhaut ist ganz
besonders empfindlich. Die in der Kindheit und Jugend erworbenen UV-
Schäden der Haut sind maßgeblich für das spätere Entstehen von Hautkrebs
verantwortlich. Daher müssen wir schon bei den Kleinsten mit dem richtigen
Sonnenschutz beginnen“, sagt Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Hamburg. In den
vergangenen Jahren konnten deutschlandweit 5.500 Projektpakete versandt
und mehr als 350 Kitas und Grundschulen für ihr Engagement zum
Sonnenschutz ausgezeichnet werden. Partner des Programms sind die
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. und das Projekt „Die
Sonne und Wir“ an der Universität zu Köln – Uniklinik Köln.

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