Zum Hauptinhalt springen

BESTens aufgestellt: Universität Bremen eröffnet Forschungszentrum für Energiesysteme

An der Universität Bremen ist heute (5. Mai 2022) das BEST – Bremer
Forschungszentrum für Energiesysteme eröffnet worden. Professorinnen und
Professoren aus unterschiedlichsten Fachgebieten haben sich hier
zusammengeschlossen, um auf dem breiten Gebiet der Energiesysteme an
Lösungen für die Zukunft zu arbeiten. Unter dem Motto „Energie für
Wirtschaft und Gesellschaft“ haben sie fachübergreifend die vielfältigen
Herausforderungen im Blick, denen dieser Sektor gegenübersteht.

Die Frage der sicheren, aber auch nachhaltigen Energieversorgung steht
mehr denn je im Fokus der gesellschaftlichen Diskussionen. Die schon
vorher intensiv diskutierte Kernfrage – wie wollen wir künftig unseren
Energiebedarf ressourcenschonend decken? – hat vor dem Hintergrund des
Ukraine-Krieges noch einmal an Brisanz gewonnen. Unvermittelt wurde
insbesondere Deutschland einerseits seine Abhängigkeit von „eingekaufter“
Energie vor Augen geführt, andererseits aber auch die Frage nach
nachhaltigen Formen und Systemen der Energieerzeugung verschärft gestellt.

„Die Herausforderungen auf diesem Sektor sind unglaublich vielschichtig.
Die Lösungen können nur fachübergreifend gefunden werden“, sagt
Volkswirtschafts-Professorin Jutta Günther, die von Beginn an im
Lenkungskreis der neuen Einrichtung mitgewirkt hat und im Herbst neue
Rektorin der Universität Bremen wird. „Das ist längst nicht mehr nur Sache
einfallsreicher Expertinnen und Experten aus den Ingenieurwissenschaften
oder der Physik. Die Energieerzeugung und -versorgung von morgen bringt
auch vielfältige industriemathematische, sozialwissenschaftliche,
volkswirtschaftliche, rechtliche und kulturwissenschaftliche Fragen mit
sich. Um am Ende zu allseits anerkannten Lösungen zu kommen, muss man die
Problematik aus vielen Richtungen angehen.“

Das neue Forschungszentrum hat daher das Ziel, an der Universität Bremen
das Forschungs- und Transfernetzwerk Energiewissenschaften aufzubauen,
seine Aktivitäten zu koordinieren, inneruniversitäre Kooperationen und
Synergien in Forschung und Lehre zu fördern, die Kontakte zu
Wirtschaftsunternehmen auszubauen und das Netzwerk national und
international sichtbar zu machen.

Motto: „Energie für Wirtschaft und Gesellschaft“

„Die Einrichtung ist Bestandteil des noch relativ neuen Forschungs- und
Transferschwerpunkts Energiewissenschaft des Wissenschaftsplans 2025 des
Landes Bremen“, sagt Professorin Johanna Myrzik, die BEST als Sprecherin
leitet. Der Wissenschaftsplan legt die Schwerpunkte für die bremische
Wissenschaftspolitik fest. Die Energiewissenschaften sollen in ihm künftig
fest verankert werden.

„Unser neues Forschungszentrum will künftig die reichhaltige Expertise der
Universität Bremen sowie der außeruniversitären Forschungsinstitute und
Hochschulen des Landes zusammenführen, um die Zukunftsfragen der
Energiesysteme und Energieversorgung zu lösen. Das Motto ist ‚Energie für
Wirtschaft und Gesellschaft‘. Große Bedeutung hat dabei der
interdisziplinäre Ansatz, um Antworten auf komplexe Verknüpfungen von
Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, gesellschaftlicher Akzeptanz und
Wettbewerbsfähigkeit von Energiesystemen zu finden“, so Johanna Myrzik.
Bestehende Forschungs- und Laborinfrastrukturen sollen gemeinsam genutzt
und zu einer ganzheitlichen „Transformationsplattform Energiewissenschaft“
ausgebaut werden.

Vom Land Bremen wird der Aufbau des Forschungszentrums bis 2025 mit einer
Anschubfinanzierung unterstützt. Sie dient dem Aufbau und der
Zusammenführung des wissenschaftlichen Netzwerkes, der Projektkoordination
und dem Projektmanagement sowie der Öffentlichkeitsarbeit. „Mit seiner
transdisziplinären Herangehensweise ist BEST schon jetzt als
Forschungspartner ein zentraler Player für eine Reihe von regionalen und
überregionalen Vorhaben. Besonders freue ich mich über die fruchtbare
länderübergreifende Zusammenarbeit von BEST mit den
Energieforschungsverbünden der anderen norddeutschen Länder. So können wir
die norddeutsche Energieforschung maximal sichtbar machen und zeigen,
welches enorme Potential Norddeutschland für die Energiewende birgt“, sagt
Bremens Wissenschaftssenatorin Dr. Claudia Schilling.

An der Universität Bremen sind vielfältige Kompetenzen rund um das Thema
Energieforschung an verschiedensten Fachbereichen und Instituten
angesiedelt. Zudem hat Bremen als Standort generell eine wichtige
Bedeutung im Bereich der Windenergieforschung. „Das Zusammenspiel von
technisch-wirtschaftlichen mit ökologischen und gesellschaftlichen
Prozessen ist sehr komplex miteinander verknüpft. Viele Forscherinnen und
Forscher an der Universität, den außeruniversitären Instituten und
weiteren Forschungseinrichten arbeiten sehr erfolgreich, aber eben
teilweise auch mit sehr starkem Fokus auf ihr Fachgebiet. Dieses Wissen
zusammenzuführen und mit weiteren wissenschaftlichen Fachgebieten zu
verknüpfen, garantiert erst Lösungsansätze, die auch von der Gesellschaft
akzeptiert werden. Und natürlich müssen die Energiesysteme von morgen auch
wettbewerbsfähig sein“, sagt Johanna Myrzik.

Breites Netzwerk arbeitet auf der Plattform BEST

In BEST als Plattform, die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit
gewährleistet, arbeitet künftig ein breites Netzwerk aus rund 20
Professorinnen und Professoren und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitenden
zusammen. Im Moment sind es die Fachbereiche Physik/Elektrotechnik,
Mathematik/Informatik, Produktionstechnik, Rechtswissenschaft,
Wirtschaftswissenschaft und Kulturwissenschaft, die hier kooperieren. Die
gemeinsame Arbeit zu Energiesystemen soll zeitnah auch ein Forschungs- und
Transfernetzwerk der Universität Bremen werden.

Aus BEST heraus sind bereits gemeinsame, fachbereichsübergreifende
Projektanträge und verschiedene Vorhaben – unter anderem zur
Wasserstoffforschung – initiiert worden. Dies umfasst unter anderem die
Einrichtung einer interdisziplinären Ringvorlesung, die Einrichtung eines
Doktoranden-Kolloquiums sowie das Projekt Bremer Campus-Energielabor.

Das neue Forschungszentrum verpflichtet sich der Intensivierung der
Kooperation mit Wissenschaft und Wirtschaft in Bremen und der Region,
insbesondere um den Forschungstransfer zu ermöglichen. Dafür sollen
zukunftsorientierte Lehrangebote zur Qualifizierung des wissenschaftlichen
Nachwuchses geschaffen werden.

Eröffnet wurde das Bremer Forschungszentrum für Energiesysteme mit einem
wissenschaftlichen Symposium am 5. Mai 2022 im „Haus der Wissenschaft“.

Eine umfangreiche Broschüre mit detaillierten Beschreibungen der
Forschungsansätze in den vier Feldern Nachhaltige Energien, Infrastruktur,
Umwelt und Gesellschaft sowie Daten und Methoden können Sie hier
herunterladen: http://unihb.eu/BESTBroschuere

  • Aufrufe: 36

„international social work“: ehs begrüßt israelische Studierende für Fachaustausch

Vom 8.-12. Mai 2022 begrüßt die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) acht
Studierende und eine Dozentin des israelischen Sapir Academic College
(Fakultät Soziale Arbeit) zu einer gemeinsamen Lehrveranstaltung mit 23
Studierenden des Masterstudienganges Soziale Arbeit der ehs. Der Besuch
folgt einer Reihe an Seminaren zu Themen internationaler Sozialer Arbeit,
die – der Corona-Pandemie geschuldet – seit nunmehr vier Semestern online
stattgefunden haben.

Während ihres Aufenthaltes in Dresden werden die Studierenden zu global
relevanten Themen wie Migration und Flucht, Nachhaltigkeit und Green
Social Work sowie den Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche
arbeiten und theoretische Perspektiven wie auch die jeweiligen Ansätze der
Praxis Sozialer Arbeit kennenlernen und diskutieren. Der in Deutschland
und auch Sachsen erstarkende Antisemitismus wird einen weiteren
inhaltlichen Schwerpunkt darstellen. Beispielsweise präsentieren
Masterstudenten der Sozialen Arbeit ihren Kommiliton:innen aus Israel
aktuelle Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchung zu antisemitischen
Einstellungen unter Studierenden in Sachsen. Bei einem Besuch in der
Jüdischen Gemeinde Dresden gewinnt die Gruppe einen Einblick in das
jüdische Leben in Dresden und Sachsen und wird zu Initiativen gegen
antisemitische Einstellungen informiert.

Die Kooperation mit dem Sapir Academic College besteht seit 2018 und fußt
auf einem Fachkräfteaustausch, angeregt und durchgeführt durch die
Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V. (AGJF). Die nunmer
langjährige Zusammenarbeit im akademisch-seminaristischen Kontext der ehs
geht auf die Initiative von Dr. Rebecca Ranz (Israel) und Prof. Dr.
Franziska Wächter (ehs) zurück.
„Mit dieser ersten gemeinsamen Präsenzveranstaltung in Dresden bieten sich
den Studierenden, aber auch dem Kollegium, intensivere Gelegenheiten zum
Gedankenaustausch, dem Kennenlernen neuer Sichtweisen und damit dem Ausbau
kultureller Kompetenzen und der Reflexion des eigenen professionellen
Handelns und akademischen Arbeitens“, so Franziska Wächter.

Das Sapir College (https://www.sapir.ac.il/en), benannt nach dem
israelischen Politiker Pinchas Sapir, ist eine im israelischen Kreis
Scha’ar HaNegev gelegene Hochschule mit derzeit rund 8000 Studierenden.
Damit ist das Sapir College das größte öffentliche College Israels. In der
akademischen Weiterqualifizierung arbeitet man eng mit der Ben-Gurion-
Universität in Be’er Scheva zusammen, wo die Studierenden mit
Bachelorabschluss ein darauf aufbauendes Masterstudium durchführen können.

  • Aufrufe: 16

Buchvorstellung: „Organisierte Moral. Zur Ambivalenz von Gut und Böse in Organisationen“

In der Reihe „Organisationskulturen | Kulturen der Organisation“
Dienstag, 10. Mai 2022, 18.00 Uhr via Zoom

Der Band untersucht, inwieweit moralisch gutes oder schlechtes Handeln
organisiert werden kann. Die Diskussion soziologischer Erklärungen des
normativ Guten und Bösen in und von Organisationen beleuchtet den
ambivalenten Zusammenhang von Moral und Organisation, da Organisationen
sowohl für moralische Anliegen eintreten als auch moralisch-ethische
Normen (teilweise sogar absichtlich) verletzen.

Diese Ambivalenz adressiert der Band durch theoretisch-konzeptionelle
Beiträge sowie durch empirische Studien. Der Band zeigt damit die große
Varietät in der empirischen Beobachtbarkeit und der
sozialwissenschaftlichen Analyse der Moralität von Organisationen – ohne
selbst für oder gegen Moral zu argumentieren. (Text: Springer VS)

REFERENT*INNEN
André Armbruster, Herausgeber | Universität Duisburg-Essen
Cristina Besio, Herausgeberin | Helmut-Schmidt-Universität/Universität der
Bundeswehr in Hamburg
Robert Jungmann, Autor | Universität Trier

MODERATION & KOORDINATION
Il-Tschung Lim, bis April 2022 Fellow am KWI, seit Mai 2022 IGK-
Koordinator am SFB/Transregio 138 „Dynamiken der Sicherheit“ (Uni
Marburg/JLU Gießen)

TEILNAHME & ANMELDUNG
Teilnahme nur online via ZOOM. Anmeldung bei Emily Beyer unter emily.beyer
@kwi-nrw.de bis zum 9. Mai 2022.

VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI)

Über die Reihe Organisationskulturen | Kulturen der Organisation:
Organisationskulturen sind seit den 1980er Jahren Gegenstand intensiver
organisationswissenschaftlicher Forschung. Die Organisationskultur oder
auch „corporate culture“ umfasst dabei so diverse Sachverhalte wie
beispielsweise Leistungsmotivation, Führungsverhalten, corporate identity,
Symbole, Gemeinschaftsbildung, Entscheidungsstrategien, Rituale,
Führungsverhalten, Leitwerte, Innovationen. Mit dem Faktor Kultur wird ein
organisationales Phänomen bezeichnet, von dem ein eigenständiger Beitrag
zum Handeln von Organisationen ausgeht. Entsprechend lässt sich der
kulturelle Einfluss, je nachdem, ob man sich von ihm Veränderungsimpulse
erhofft oder die stabile Reproduktion bewährter Handlungsroutinen
erwartet, als funktional bzw. dysfunktional für Organisationen einordnen.
Die KWI-Reihe Organisationskulturen | Kulturen der Organisation erörtert
die kulturelle Dynamik von Organisationswirklichkeiten, ihre strukturelle
Trägheit aber auch ihre enorme Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit an
plurale und heterogene Umwelten.

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation sowie ein „Lehr-Labor“.
Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im Forschungsbereich
Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte.

  • Aufrufe: 19

EDEKA.award: Studierende entwerfen urbane Zukunftskonzepte für Hamburg

Angehende Architekt:innen und Stadtplaner:innen der HCU entwickelten im
Wettbewerb innovative Ideen und Nutzungsmöglichkeiten für die Bereiche
Nahversorgung und Einzelhandel in Hamburg.

Sterbende Innenstädte: Konzepte für die Zukunft

Viele Stadtzentren befinden sich im Krisenmodus: Obsolete Shoppingkonzepte
wie das traditionelle Kaufhaus, der immer stärker werdende Online-Handel,
fehlende Mobilitätsalternativen und einseitige Nutzungsprogramme haben
sich in vielen Städten überholt. Viele dieser Gebäude stehen vollständig
oder teilweise leer.

Neue Gebäudetypen und Konzepte für ein Leben im Zentrum der Metropole
müssen entwickelt werden. So könnte aus der aktuellen Krise eine Chance
werden, die den Stadtzentren wieder die Bedeutung zukommen lässt, die sie
traditionell inne hatten und zukünftig wieder haben sollten: Orte der
Begegnung, der Kommunikation und des Aufenthalts für alle Hamburger:innen.

Insgesamt 28 Studierende aus den Studienprogrammen Architektur und
Stadtplanung haben am EDEKA.award „Rethinkung Urban Retail“ 2021
teilgenommen. Betreut wurden sie wie in den vorherigen Wettbewerben von
Prof. Klaus Sill (Konzeptionelles Entwerfen und Gebäudelehre) und Prof.
Dott. Arch. Paolo Fusi (Städtebaulicher Entwurf).

Master: Fokus auf leerstehende Kaufhäuser in der Mönckebergstraße

Die Master-Studierenden haben sich mit der Hamburger Mönckebergstrasse
zwischen dem Museum für Kunst und Gewerbe und dem Hamburger Rathaus
befasst und dazu sowohl einen städtebaulichen Szenarioplan aufgestellt,
wie auch einen Architekturentwurf für das ehemalige Karstadt Sport Gebäude
und das leerstehende Kaufhof Galeria Gebäude entwickelt. Neue
Nutzungsangebote, eine attraktive Erschließung der Gebäude sowie die
Nutzung brachliegender Dachflächen standen dabei ebenso im Fokus wie eine
zeitgemäße Neugestaltung des Innenraums und der Fassaden.

Bachelor: Ideen für existierende Kaufhäuser in Eimsbüttel und Bergedorf

Die Bachelor-Studierenden haben sich mit existierenden Kaufhäusern in zwei
Hamburger Bezirkszentren beschäftigt. Für das Karstadt Gebäude an der
Osterstrasse in Eimsbüttel und für zwei leerstehende Karstadtgebäude im
Zentrum Bergedorfs wurden neue, zukunftsstabile Nutzungsszenarien und
Architekturkonzepte entworfen.

Renommierten Expert:innen-Jury wählt Preisträger:innen aus

1. Preis: Lea Charlotte Gotthardt, Elsa Günther und Dimitrios Traianos
(Master, Preisgeld: 1.500 Euro)
2. Preis: Lars Becker, Simon Grewe und Florian Kraus (Master, 1.000 Euro)
3. Preis: Ivanna Yurchyshena (Bachelor, 750 Euro)
4. Preis: Simon Vogler (Bachelor, 500 Euro)

  • Aufrufe: 22