TROPHELIA Deutschland 2022: Gold für „Golden Barley“! Duo der TU Berlin gewinnt mit Upcycling-Getränk auf Treberbasis
Mit der Produktidee "Golden Barley" gewinnt das Studentinnen-Tandem der
Technischen Universität Berlin den diesjährigen TROPHELIA-Wettbewerb. Der
Ideenwettbewerb richtet sich an Studentinnen und Studenten der
Lebensmittelwissenschaften und wurde zum dreizehnten Mal durch den
Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) ausgerichtet.
„Golden Barley“ ist eine Gerstenmilch auf Basis von Biertreber, die den
wachsenden Markt der sogenannten Milchalternativen sinnvoll um ein
veganes, protein- sowie ballaststoffreiches Upcycling-Produkt ergänzt.
Biertreber, der Rohstoff für „Golden Barley“, ist ein Reststoff aus der
Bierherstellung: Jährlich fallen etwa 2 Millionen Tonnen Biertreber allein
in Deutschland an, der bisher vorrangig als Futtermittel oder für die
Biogasgewinnung verwertet wird. Mit einem Ballaststoffgehalt von über 55
%, einem Proteinanteil von 20 % sowie einem hohen Gehalt an Vitaminen,
Polyphenolen und Antioxidantien ist Biertreber zugleich ein wertvoller
Rohstoff für die Herstellung einer Milchalternative, mit dessen Upcycling
auch eine bessere Ressourcennutzung gewährleistet wird.
„Unser Ziel ist es, eine Kreislaufwirtschaft zu erzeugen, sodass die
Ressourcen kontinuierlich für den Menschen nutzbar gemacht werden können“,
erklären die Erfinderinnen Laura Caspereit und Thao Tran von der
Technischen Universität Berlin. „Aus diesem Grund leisten wir mit „Golden
Barley“ einen Beitrag für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz.“
Das Siegerteam wird mit „Golden Barley“ Deutschland beim europäischen
Wettbewerb ECOTROPHELIA, der vom 16. bis 17. Oktober in Paris stattfinden
wird, vertreten. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Idee wurde das Team
unterstützt durch Prof. Dr. Cornelia Rauh.
Platz 2 erreicht ein Team der Universität Hannover mit „Cauli(t)cheeze“,
einer veganen Pastasoße nach Käseart auf Basis von in Sojamilch
fermentiertem Blumenkohl sowie Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten,
verfeinert mit Hefeflocken.
Über Platz 3 freut sich das Team des Karlsruher Instituts für Technologie
mit „oat.break“, einem Ready-to-eat-Frühstück ohne Verpackungsmüll aus
fermentierter, mit Apfeltresterfasern angedickter Hafercreme sowie
saisonalem Früchtemüsli.
Der diesjährige Sonderpreis für die innovativste Produktidee geht an das
Team der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe: Mit „LupiDream“ wurde
ein Kakaogetränk auf pflanzlicher Basis mit entspannender,
schlaffördernder Wirkung entwickelt – ein regionales, nachhaltiges und
gesundes Lebensmittel, das bei einem bewussterem Lebensstil unterstützt.
Zwei weitere Teams hatten ihre Produktideen der fünfköpfigen TROPHELIA-
Jury vorgestellt: „Pookies – Sunny in Press“, ein Keks mit einzigartiger
Füllung, inspiriert durch eine ostasiatische Süßspeise, der durch seinen
nussigen Geschmack überzeugte (Technische Universität Berlin) und
„A:live“, ein fermentiertes Erfrischungsgetränk aus Biertreber, das sich
insbesondere durch seine probiotischen Eigenschaften auszeichnet
(Hochschule Geisenheim).
In diesem Jahr hatten sich für TROPHELIA Deutschland 18 Studierenden-Teams
von 10 Hochschulen in ganz Deutschland beworben, um ihre Ideen für
innovative Lebensmittelprodukte mit einem ökologischen Benefit
vorzustellen. Sechs Favoriten-Teams wurden durch die Jury für das Finale
ausgewählt, das am 26. April nach drei Jahren wieder als
Präsenzveranstaltung in Bonn im Rahmen des FEI-Kooperationsforums
stattfand. Nach der Ideen-Präsentation und Verkostung bewertete die Jury
die Produktideen nach Punkten in verschiedenen Kategorien. Die
Preisverleihung fand im Anschluss an das FEI-Kooperationsforum vor rund 80
Teilnehmenden statt.
"Wir alle stehen vor immensen Herausforderungen hinsichtlich der Sicherung
der Welternährung, um mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, den Folgen
des Ukraine-Kriegs und des Klimawandels nur einige zu nennen. Die Teams
des TROPHELIA-Wettbewerbs haben sich den Herausforderungen gestellt und in
beeindruckender Weise die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität, Tierwohl,
CO2-Abdruck und gesunde Ernährung in ihre Projekte einfließen lassen.
Dabei blieben der Genuss und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit nicht auf
der Strecke", eröffnet Martin Ammann, Sprecher der TROPHELIA-Jury 2022,
die Preisverleihung und ergänzt: „Wir hoffen, viele der Produktideen
künftig auf dem Markt zu finden, bedanken uns bei allen Teams und wünschen
insbesondere dem Gewinner-Team „Golden Barley“ von der TU Berlin, dass es
beim europäischen Wettbewerb ECOTROPHELIA reüssieren wird."
- Aufrufe: 11