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Politikwissenschaftler Dr. Axel Berger neuer stellvertretender Direktor am DIE

Zum 1. April 2022 übernimmt Dr. Axel Berger die Stelle des
stellvertretenden Direktors am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik
(DIE). Er folgt auf Professorin Dr. Imme Scholz.

Zum 1. April 2022 übernimmt Dr. Axel Berger die Stelle des
stellvertretenden Direktors am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik
(DIE). Er folgt auf Professorin Dr. Imme Scholz, die seit 2009 in dieser
Position, nun zum 1. April 2022 in den Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
wechselt. Die Position des stellvertretenden Direktors (interim) ist auf
zwei Jahre befristet. Eine dauerhafte Besetzung der Stelle am DIE wird
über ein gemeinsames Berufungsverfahren mit einer nordrhein-westfälischen
Hochschule in Form einer offenen Ausschreibung zum 1. April 2024
angestrebt.

Zusammen mit der Direktorin und Geschäftsführerin, Professorin Dr. Anna-
Katharina Hornidge, sowie der Leiterin der Serviceeinrichtungen, Margret
Heyen, wird Dr. Berger in den nächsten zwei Jahren die strategische und
inhaltliche Ausrichtung sowie die weitere nationale, europäische und
internationale Vernetzung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik
gestalten. Nach dem Prinzip der gemeinschaftlichen Institutsführung wird
Dr. Berger insbesondere die drei Fortbildungsformate für
Nachwuchsführungskräfte des DIE, das Postgraduierten-Programm, Managing
Global Governance sowie die BMZ African-German Leadership Academy
begleiten. Darüber hinaus wird Herr Berger eng die Forschungs- und
Beratungsaktivitäten zu inter- und transnationaler Kooperation sowie zur
Transformation politischer (Un-)Ordnung betreuen.

Als Politikwissenschaftler arbeitet Dr. Axel Berger bereits seit 2007 am
DIE. In seiner Rolle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Programm
‚Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme‘ hat er insbesondere
die Forschung und Politikberatung im Bereich internationale Handels- und
Investitionspolitik mit aufgebaut und international positioniert. Des
Weiteren koordinierte er die Aktivitäten des DIE in den Think 20 (T20)-
und Think7 (T7)-Beratungsprozessen der Bundesregierung und trug zur
Forschung des Instituts zu Club- Governance-Formaten wie der G20 und G7
bei. Dr. Berger, selbst ein Alumnus des Managing Global Governance
Programms am DIE, lehrt seit Jahren in den Ausbildungsformaten des DIE.
Auch trägt er zur universitären Lehre der Universität Bonn im Bereich der
internationalen politischen Ökonomie bei. Institutsintern gestaltete Dr.
Berger in seiner Rolle als Mitglied und langjähriger Vorsitzender des
Betriebsrats des DIE konstruktiv die Dialog- und Austauschprozesse
zwischen Mitarbeiter*innen und der Institutsleitung sowie zwischen
Wissenschaft und Servicebereichen.

„Mit seiner Expertise zu internationaler Handels- und Investitionspolitik
stärkt Herr Dr. Berger die wissenschaftliche Leitung des Institutes in
zentralen Fragen der Neuordnung der globalen Kooperationssysteme“ betont
Prof. Dr. Hornidge. „Auch freue ich mich sehr über die fortgesetzte
Zusammenarbeit in Fragen institutsstrategischer und struktureller
Weiterentwicklung des Institutes.“

„Ich freue mich sehr, die Rolle als stellvertretender Direktor des DIE in
den nächsten zwei Jahren zu übernehmen und an der Fortentwicklung des
Instituts zusammen mit allen Mitarbeiter*innen aus den wissenschaftlichen
Programmen und den Servicebereichen mitzuwirken. Es ist das Zusammendenken
von Forschung, Beratung, Ausbildung und Lehre, was die Position des DIE
national und international ausmacht und innovative Köpfe und engagierte
Mitarbeiter*innen anzieht – diese Stärke des DIE weiter auszubauen, ist
mir ein besonderes Anliegen“, so Dr. Axel Berger.

Professorin Dr. Imme Scholz, die 30 Jahre in unterschiedlichen Positionen
am DIE war, davon seit 2009 in der Geschäftsführung, war Ende März 2022
ausgeschieden und im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung durch
Gesellschafter, langjährige Forschungspartner sowie von der
Mitarbeiter*innenschaft verabschiedet worden. „Wir danken Professorin Dr.
Imme Scholz, für ihr großes Engagement, mit dem sie das DIE über Jahre
geprägt hat und wünschen ihr alles Gute für ihre neue Position“, so Berger
und Hornidge zum Wechsel im Direktorat.

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Universität Bamberg gewinnt im Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch“

Zum Thema „Künstliche Intelligenz“ sind ab April 2022 an der Universität
Bamberg zahlreiche Veranstaltungen geplant.

KI macht Kunst, KI auf dem Keller oder KI-Skulpturen: Die kommenden Monate
stehen an der Universität Bamberg im Zeichen der Künstlichen Intelligenz.
Zu verdanken ist dies dem Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch“, an dem sich
eine Projektgruppe aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern,
Studierenden und Universitätsbeschäftigten erfolgreich beteiligt hat.
Diskussionsgrundlage und Bezugspunkt für die geplanten Veranstaltungen ist
das Sachbuch „Rebooting AI – Building Artificial Intelligence We Can
Trust“ von Gary Marcus und Ernest Davis. Der bundesweite Wettbewerb „Eine
Uni – ein Buch“ wird vom Stifterverband und der Klaus Tschira Stiftung in
Kooperation mit dem ZEIT Verlag ausgerichtet. Insgesamt 10.000 Euro
Preisgeld erhält die Universität Bamberg für die Umsetzung ihrer Aktionen.

Hinter dem Wettbewerb steckt die Idee, anhand eines ausgewählten Buchs ins
Gespräch zu kommen – über alle Fakultäten und Statusgruppen innerhalb der
Universität hinweg. „Seit über 15 Jahren beschäftigen wir uns in Forschung
und Lehre mit menschzentrierten, partnerschaftlichen KI-Systemen“, erklärt
Informatikerin Prof. Dr. Ute Schmid, die das Projekt gemeinsam mit
Universitätsbibliotheksdirektor Dr. Fabian Franke leitet. „Die Frage, wie
Künstliche Intelligenz aussehen kann, der wir vertrauen können, steht
dabei im Mittelpunkt.“ Sie gehöre mit Blick auf die digitale
Transformation in allen Lebensbereichen zugleich zu den zentralen
zukunftsweisenden Fragen, denen sich unsere gesamte Gesellschaft stellen
müsse. Ganz bewusst hat sich das Projektteam deshalb mit der Stadt
Bamberg, Bamberger Schulen und dem Internationalen Künstlerhaus Villa
Concordia vernetzt und freut sich, sie als Kooperationspartnerinnen und
-partner mit im Boot zu wissen.

Projektkonzept macht besonders Merkmal der Universität Bamberg sichtbar

Das Thema war also schnell gefunden, das Buch, das dem gemeinsamen
Wettbewerbsprojekt „KI@BA: Bamberg liest, diskutiert und gestaltet
Künstliche Intelligenz“ zugrunde liegt, auch. In „Rebooting AI – Building
Artificial Intelligence We Can Trust“ beleuchten die Autoren Gary Marcus
und Ernest Davis kritisch und für Laien verständlich den aktuellen Stand
der Forschung im Bereich KI und zeigen dabei sowohl Defizite als auch
Lösungsmöglichkeiten auf. „Wir haben uns für ein Buch entschieden, das
sowohl einen allgemeinverständlichen Einstieg in das Themengebiet als auch
vielfältige Anknüpfungspunkte zu nichtinformatischen Bereichen unseres
Lebensalltags bietet“, begründet Fabian Franke die Auswahl.

Das Projekt spiegelt damit ein besonderes Merkmal der Universität Bamberg
wider: „Unsere informatischen Fächer zeichnen sich durch einen hohen
Anwendungsbezug sowie eine enge Kooperation mit unseren geistes-, kultur-,
human-, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern aus“, betont
Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach. „So können wir
Forschungsgegenstände im Bereich der Künstlichen Intelligenz aus
verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven betrachten und
gesellschaftliche Entwicklungen kritisch begleiten und gestalten.“

Eröffnungsveranstaltung mit Buchvorstellung findet zu Beginn des
Sommersemesters 2022 statt

Gelesen, besprochen und diskutiert wird „Rebooting AI“ deshalb nicht nur
in universitären Lehrveranstaltungen oder im Schulunterricht, sondern in
zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen, zu denen alle Interessierten
herzlich eingeladen sind. Geplant sind unter anderem ein Leseabend, ein
Film- und Fotowettbewerb, eine Ringvorlesung und eine KI-Skulpturen-
Ausstellung im öffentlichen Raum. Für sprachlich und fachlich geeignete
Übersetzungen ist jeweils gesorgt. Los geht’s zu Beginn des
Sommersemesters 2022 mit einer öffentlichen Vorstellung des Gewinnerbuchs
„Rebooting AI – Building Artificial Intelligence We Can Trust“. Autor Gary
Marcus ist virtuell zu Gast an der Universität und spricht über
Möglichkeiten und Chancen bei der Entwicklung einer menschgerechten,
vertrauenswürdigen KI.

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Neuer Notfallausweis für Aortenpatient*innen und Aorten-Informationswoche am DHZB

Bei akuten Erkrankungen der Hauptschlagader sind eine schnelle Diagnose,
die richtige Erstversorgung und der rasche Transport in ein
spezialisiertes Krankenhaus für die Patient*innen überlebenswichtig. Das
Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) bietet Aortenpatient*innen deshalb
jetzt einen neuen Notfallausweis an, der im Ernstfall schnellen Zugriff
auf die Patient*innenakte ermöglicht. Die Einführung der Notfallkarte ist
der Auftakt einer Informationswoche zu akuten Aortenerkrankungen. Denn
noch immer sterben Patient*innen, weil die Erkrankung zu spät erkannt
wurde oder die Verlegung in ein Herzzentrum zu lange gedauert hat.

Der Fachbegriff „Typ A Aortendissektion“ steht für einen der dringlichsten
Notfälle in der Herzmedizin: Meist ohne jede Vorwarnung reißt die innere
Wand der Hauptschlagader (Aorta) unmittelbar am Herzen. Blut dringt durch
den Einriss in einen Spalt zwischen den Gefäßwänden und vergrößert diesen
immer weiter. Die einzig mögliche Therapie ist eine Notoperation in einem
spezialisierten Herzzentrum. Unbehandelt verläuft die Typ A
Aortendissektion fast immer tödlich.

Tückisches Krankheitsbild

Leider werden die Symptome dieser Erkrankung oft als – wesentlich häufiger
auftretender – Herzinfarkt fehlinterpretiert oder die Erkrankung wird aus
anderen Gründen zu spät diagnostiziert. Einer aktuellen DHZB-Studie
zufolge wurde bei mehr als 75 Prozent der Patient*innen eine falsche
Erstdiagnose gestellt. Zudem kann die Dringlichkeit der Erkrankung
unterschätzt werden. Dadurch verlieren die Patient*innen entscheidende
Zeit. Denn mit jeder Stunde, die eine akute Typ A Aortendissektion
unbehandelt bleibt, versterben statistisch ein bis zwei Prozent der
Patient*innen.

Am Deutschen Herzzentrum Berlin, dem nach Fallzahlen bundesweit größten
Zentrum für die chirurgische Behandlung der Typ A Aortendissektion, wurde
bereits 2015 das europaweit einzigartige Konzept eines „Aortentelefons“
ausgearbeitet: Eine medizinische Hotline, die allen Berliner und
Brandenburger Ärztinnen und Ärzten rund um die Uhr koordinierend und
beratend zur Seite steht.

Das Konzept hat bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Diagnostik
und Versorgung geführt: Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die am
DHZB wegen einer akuten Typ A Aortendissektion operiert wurden, konnte
verglichen mit den Vorjahren um mehr als 45 Prozent gesteigert werden. Die
Zeit von der Diagnose bis zur Operation wurde ebenfalls deutlich
reduziert. Insgesamt sank auch die Sterblichkeit.

Jetzt stellt das DHZB erstmals einen speziellen Notfallausweis für Aorten-
Patient*innen vor. Er ermöglicht Notärzt*innen einen sofortigen Zugriff
auf die wichtigsten Patient*innendaten. Das DHZB kooperiert dabei mit der
DoctorBox GmbH, die das Konzept eines digitalen Gesundheitskontos
entwickelt hat. Das Angebot ist kostenlos.

Wie der Notfallausweis funktioniert
Patient*innen, die das Angebot wahrnehmen möchten, können sich über die
kostenlose DoctorBox-App registrieren und Daten zur Blutgruppe,
Krankheiten und Allergien eintragen. Über diese App können Klinken oder
Arztpraxen auch Patient*innendaten übermitteln.

Sind die medizinischen Daten hinterlegt, kann auch der Notfallausweis
aktiviert werden.
Im Notfall können Notärzt*innen oder Mitglieder des Teams einer Klinik-
Rettungsstelle über einen auf der Karte aufgedruckten QR-Code die
DoctorBox-Website aufrufen und erhalten nach Eingabe einer PIN-Nummer
sämtliche Gesundheitsdaten der Patient*innen.

Zudem steht die Nummer des DHZB-Aortentelefons auf der Karte und
ermöglicht Rettungsstellen und Notärzt*innen schnellen Support.

Die Daten sind sicher

Die technischen und infrastrukturellen Schutzmaßnahmen der DoctorBox GmbH
entsprechen den höchsten Standards und sind gemäß der ISO/IEC 27001 –
einer internationalen Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme
auf der Basis von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit –
zertifiziert.

Der Notfallausweis für Aortenpatient*innen soll zur bestmöglichen
Versorgung insbesondere bei Patient*innen mit Vorerkrankungen beitragen,
wie Herzchirurg Prof. Dr. med. Christoph Starck, Leitender Oberarzt am
DHZB, erläutert: „Auch bei Patientinnen und Patienten, die bereits in
ambulanter Behandlung sind, kann es zu einer plötzlichen Notfallsituation
außerhalb der Klinik kommen. Dann ermöglicht die sofortige Abfrage der
Vorgeschichte und aller wichtigen Parameter den erstversorgenden
Kolleginnen und Kollegen eine schnelle und individuelle Therapie – was für
die Patientinnen und Patienten lebensrettend sein kann.“

Oberarzt Dr. med. Stephan Kurz, Kardioanästhesist und Notfallmediziner am
DHZB und der Charité, ergänzt: „Viele Patientinnen und Patienten, die eine
akute Aortenerkrankung mit einer Notoperation hinter sich haben, leben in
großer Sorge vor einer erneuten Erkrankung. Wir möchten mit dem
Notfallausweis zu einem besseren Gefühl der Sicherheit beitragen.“

Übertragbares Konzept

Das DHZB wird gemeinsam mit DoctorBox mehreren hundert Patient*innen mit
bekannten Aortenerkrankungen einen Notfallausweis zur Verfügung stellen,
der durch die Registrierung bei DoctorBox und die Übermittlung der
Patient*innendaten aktiviert werden kann.

Bei positiver Resonanz und Praxistauglichkeit wird das Konzept auch allen
anderen DHZB-Patient*innen empfohlen. Schon jetzt ist die Registrierung
bei DoctorBox selbstverständlich für alle Patient*innen möglich.

„Aortenwoche“ am DHZB

Das DHZB nimmt die Einführung der Notfallkarte zum Anlass für eine
Aortenwoche: Sieben Tage lang wollen wir auf unseren Social-Media-Kanälen
für Information und Aufklärung sorgen. Wir präsentieren informative
Schaubilder mit Daten und Fakten zu Aortenerkrankungen, sprechen mit
Expert*innen über modernste Diagnose- und Therapieformen, stellen
Patient*innengeschichten vor und vieles mehr.

Wenn Sie zum Notfallausweis oder anderen Aspekten rund um akute
Aortenerkrankungen berichten wollen, sprechen Sie uns bitte an: Wir
vermitteln Ihnen gerne den Kontakt zu betroffenen Patient*innen, Gespräche
mit unseren Expert*innen sowie entsprechende Foto- oder Drehmöglichkeiten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns im Rahmen der Aortenwoche medial bei
der Information zu diesem wichtigen Thema unterstützen könnten!

Website und Ratgeber für Patient*innen und Angehörige

Weitere Informationen zu Erkrankungen der Aorta und zu deren
Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auch auf unserer Website unter
www.dhzb.de/ratgeber/aorta. Hier können sich Patient*innen, Angehörige und
Interessierte außerdem einen Ratgeber mit ausführlichen Informationen zur
Diagnose, Therapie und Nachbehandlung von Aortenerkrankungen
herunterladen.

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft
Forschungs- / Wissenstransfer

Sachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Medizin

Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.dhzb.de/presse/news/detailansicht-meldungen/ansicht/pressedetail/neuer-notfallausweis-fuer-aortenpatientinnen-und-aorten-informationswoche-am-dhzb

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Robotaxi für das Flughafenrollfeld

Erfolgreicher Projektabschluss von Lidar-Spezialist Ibeo, der Christian-
Albrechts-Universität Kiel und Airbus Operations

Autonomes Fahren unter den besonderen Sicherheitsanforderungen auf dem
Airport-Rollfeld erfolgreich getestet
Abschluss der Projektpartnerinnen und -partner mit Livepräsentation auf
dem GATE InnoAirport Rostock-Laage

Nach rund dreijähriger Forschungs- und Entwicklungszeit hat der Hamburger
Lidar-Spezialist Ibeo Automotive Systems GmbH zusammen mit der Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Airbus Operations das Projekt
AirPortMover mit einer Livepräsentation auf dem GATE InnoAirport Rostock-
Laage erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus des vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projektes stand dabei der
fahrerlose Transport von Personen, wie zum Beispiel Flugzeugcrews, auf dem
Roll- bzw. Vorfeld.

Als Spezialist für Lidar-Sensoren, die dazugehörige Software und
begleitende Systeme gestaltet die Ibeo Automotive Systems GmbH die Zukunft
der Mobilität entscheidend mit. Relevant sind dabei für den weltweiten
Innovationsführer sowohl Lösungen für den individuellen Straßenverkehr als
auch für Logistik, Schiene oder in sich geschlossene Umgebungen wie etwa
Flughäfen. Die Kieler Universität hat sich als wissenschaftliches Zentrum
Schleswig-Holsteins unter anderem den Fragen zur nachhaltigen und
innovativen Entwicklung von Mobilität verschrieben. Ein Schlüsselaspekt
bei der Einführung autonomer Verkehrsmittel ist deren sichere
Funktionsweise und hohe Vertrauenswürdigkeit. Die Arbeitsgruppe
„Zuverlässige Systeme“ unter der Leitung von Professor Dirk Nowotka stellt
sich diesem Projektthema insbesondere vor dem Hintergrund von
Zulassungsverfahren.

Airbus begleitete das Projekt mit wichtigen Informationen zu den Themen
Prozessabläufe auf dem Airport-Vorfeld, Anforderungen an die Kommunikation
zwischen Flughafentower und autonomem Fahrzeug sowie der dafür benötigten
Infrastruktur. Die Innovationsplattform GATE InnoAirport bot für das
Projekt auf dem Flughafen Rostock-Laage eine Testumgebung unter
Realbedingungen. Mit einem erfolgreichen Projektabschluss auf dem
Flughafengelände zeigten die Projektpartnerinnen und -partner Lösungen für
komplett autonom fahrende Fahrzeuge unter den besonderen Herausforderungen
und Sicherheitsbedingungen eines Flughafenvorfelds.

„Seit dem Projektstart im Jahr 2018 hat sich die Technik in einer hohen
Geschwindigkeit weiterentwickelt. Das war sehr spannend, aber auch eine
echte Herausforderung. So haben wir im Sensorbereich von Anfang an auf
eine Kombination aus Ibeos Solid-State-Lidar-Sensoren und Kameras
gesetzt“, sagt Max Stehn, der als Projektmanager Autonomous Driving für
Ibeo projektverantwortlich war. „Solid-State-Sensoren sind wesentlich
kompakter und wartungsärmer als konventionelle Lidar-Sensoren und kommen
ohne bewegliche Teile aus. Gleichzeitig bieten Sie eine größere vertikale
Abdeckung des Umfelds, das heißt, sie erkennen auch zuverlässig Objekte,
die höher als sie selbst positioniert sind – etwa Leitwerke von
Flugzeugen. Mit den ibeoNEXT-Sensoren haben wir eine 360-Grad-Abdeckung
realisiert, um sowohl statische als auch dynamische Hindernisse rund um
das Fahrzeug zu erkennen. Dies ist besonders wichtig bei der Annäherung an
ein Flugzeug.“

„Meilenstein auf dem Weg der Automatisierung von Flughafenprozessen“

Herausforderungen gäbe es allerdings noch im Bezug auf die große Menge von
Daten, die in Echtzeit verarbeitet und dann an die jeweiligen
Fahrzeugfunktionen weitergegeben werden müssen. „Mit der schnellen
Entwicklung der Rechnerleistungen und möglichen Verlagerungen von
Rechenleistungen in die Cloud sind diese technischen Hürden jedoch
absehbar in den Griff zu bekommen“, so Stehn weiter.
Wie gut das System funktioniert, zeigte vor Ort eine Livepräsentation, in
deren Rahmen eine ausgerüstete Mercedes V-Klasse vollautonom verschiedene
Testkandidatinnen und -kandidaten über das Rollfeld zu verschiedenen
Flugzeugmodellen manövrierte.

„Wir haben im Team bewiesen, dass die heutige Technologie in der Lage ist,
die komplexen Herausforderungen von Objektlokalisierungen auf kleinstem
Raum sicher und zuverlässig zu gewährleisten. Das gelingt beispielsweise
auf dem Vorfeld, wo Shuttlefahrzeuge an Flugzeuge herangeführt werden. Ich
bin mir sicher, dass wir und die Projektpartnerinnen und -partner in
diesem Bereich und aus diesem Projekt in der nahen Zukunft weitere
wichtige Erkenntnisse gewinnen werden“, so Professor Dirk Nowotka von der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

„Als Ideengeber für den weltweiten Flugverkehr und Innovationstreiber für
den Flughafenbetrieb liegt unser Schwerpunkt auf der komfortablen und
nachhaltigen Reise des Fluggastes mit Gepäck, von der Ankunft am Flughafen
und der dort verbrachten Zeit bis zum Ein- und Aussteigen, einschließlich
des Transfers, sowie auf dem effizienten Transport von Fracht.
Automatisierung ermöglicht genau das – und zwar in vielen Bereichen. Im
Falle des AirPortMovers kommt eine wichtige Sicherheitskomponente dazu –
hier entkoppelt Automatisierung die Mobilität in einem
sicherheitsrelevanten Bereich von menschlichen Schwächen, wie etwa
kurzfristigen Unaufmerksamkeiten. Ich bin stellvertretend für das gesamte
Team sehr stolz darauf, diesem wichtigen Projekt hier auf dem Gelände des
GATE InnoAirports eine entsprechende Bühne gegeben haben zu können“, freut
sich Kevin Fischer, Innovation Manager des Verbands der Flughafenausrüster
GATE, abschließend.

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