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Nationaler Sportkongress: Gesellschaftliche Verantwortung im Fokus

Sportwissenschaft diskutiert eigene Rolle zur Stärkung des
gesellschaftlichen Zusammenhalts

Unter dem Motto „Sport, Meer & Mehr – Sportwissenschaft in
gesellschaftlicher Verantwortung“ richtet das Institut für
Sportwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) vom
29. bis 31. März den 25. Sportwissenschaftlichen Hochschultag der
Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) aus. Die ursprünglich in
Kiel geplante, mehrtägige Veranstaltung mit nationalen und internationalen
Gästen findet pandemiebedingt virtuell statt.

„Wir möchten die aktuelle Zahl von 500 Teilnehmenden aus der
wissenschaftlichen Gemeinschaft unbedingt um Akteurinnen und Akteure aus
Gesellschaft, Politik und Wirtschaft erweitern“, sagt Professor Manfred
Wegner, Leiter des Organisationskomitees des größten nationalen und alle
zwei Jahre stattfindenden Sportkongresses. „Für den Wissensaustausch und
Dialog rund um sportwissenschaftliche Themen steht allen Teilnehmenden ein
interaktives, umfangreiches Begegnungsformat im virtuellen Raum zur
Verfügung“, freut sich der Sportwissenschaftler mit Blick auf die
Veranstaltung.

In fünf jeweils 45-minütigen Hauptvorträgen geben Expertinnen und Experten
Impulse und Überblicke zur Geschichte der dvs und zum Nutzwert der
wissenschaftlichen Gemeinschaft (Prof. em. Klaus Willimczik), zu
sexualisierter Gewalt im Sport (Prof.in Sabine Andresen), zur Bildung für
nachhaltige Entwicklung und Sport (Dr.in Julia Lohmann), zu Sport und
Klima (Prof. Mojib Latif) sowie zur Sportwissenschaft und Corona (Prof.
Ralf Brand). Im Anschluss können Fragen an die Vortragenden im Format
„Meet the Expert“ gestellt werden.

Vertiefung der thematischen Vielfalt in Arbeitskreisen, Workshops und
Postersessions

Eingebettet in das dreitägige Programm sind zudem sieben
Arbeitskreisblöcke mit insgesamt 60 Arbeitskreisen, zahlreiche Workshops
und zwei Postersessions, in denen noch einmal insgesamt 120
wissenschaftliche Arbeiten in Kurzform vorgestellt werden. Die
Themenvielfalt des Kongresses erstreckt sich von Sport und Gesundheit,
Biomechanik, Trainingswissenschaft, Sportpädagogik, Sportdidaktik,
Sportpsychologie, Digitale Angebote im Sport, Behinderung und Inklusion
bis hin zu sehr praktischen Inhalten wie Aktivitätsmessungen,
Präventivprogramme zur Gesundheitsförderung und Bewegungschecks für
Grundschulkinder.

Alle Interessenten am Sportkongress können auch ohne Fachkenntnisse an der
Veranstaltung teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenpflichtig; Tagestickets
sind für 20 Euro buchbar.

Das Wichtigste in Kürze:
Was:    25. Sportwissenschaftlicher Hochschultag der DVS
Wann:   29.-31.3.2022
Wo:             Plattform WHOVA über ZOOM, ohne Aufzeichnung

Programm:       https://www.dvs2022.de/content.php?cont=1042
Anmeldung:      https://www.dvs2022.de/content.php?cont=1001

Weiterführende Links:
Webseite zum 25. Sportwissenschaftlichen Hochschultag der dvs,
https://www.dvs2022.de/index.php

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›Sammler*innen, Sammlung, Netz‹ - Tagung an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (30.3.-1.4.)

Vom 30. März bis 1. April findet die (virtuelle) Tagung ›Sammler*innen,
Sammlung, Netz. Zu den Netzimplikationen von Sammlungspraxis und
Sammlungsforschung‹ an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel statt.

Eine Sammlung trägt Objekte zusammen und verknüpft sie. Auch
unterschiedliche Sammlungen werden miteinander verbunden. Heute werden
Objekte mit Hilfe moderner Technologien in potenziell unendlichen
Geflechten miteinander vernetzt. Inwiefern können digitale Verfahren diese
Vernetzung von Sammlungen unterstützen? Die Tagung ›Sammler*innen,
Sammlung, Netz‹ (30. März bis 1. April, Herzog August Bibliothek
Wolfenbüttel) will die Akteure des Sammelns, Sammlungen und
Sammlungsforschung mit Bezug auf das Netzmodell positionieren. Anhand von
zeitgenössischen und historischen Fallstudien werden Sammlungen als
vernetzte Konstellationen erkennbar. Außerdem versuchen die
Teilnehmer*innen der Tagung, die eigene Wissensarbeit als
Vernetzungspraxis performativ umzusetzen.
Mit Beiträgen u.a. von Aline Deicke (Marburg), Fanny Stoye (Waldenburg),
Torsten Röder (Halle a.d. Saale) und Stefan Laube (Wolfenbüttel).

Die Teilnahme vor Ort ist aufgrund der aktuellen Schutz- und
Hygienebestimmungen den Beiträger*innen vorbehalten. Die Tagung kann
online mitverfolgt werden, dabei besteht die Möglichkeit, sich mit Fragen
und Kommentaren aktiv zu beteiligen.

Gefördert von der Dr. Phil. Fritz Wiedemann-Stiftung.

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Ressource Wasser wird knapp – auch in Deutschland: Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft

In vielen Teilen der Welt, so auch hierzulande, werden Wasserressourcen
und insbesondere Grundwasser-Reserven immer knapper. Dieses Thema steht
beim diesjährigen Weltwassertag der Vereinten Nationen am 22.3. im Fokus.
Der Ukraine-Krieg verschärft das Problem. Eine beschleunigte Energiewende
erfordert den nochmal verstärkten Einsatz teils wasserintensiverer
Technologien zur regenerativen Energieerzeugung. Forscher*innen haben nun
neue Instrumente entwickelt, damit dieser Herausforderung begegnet werden
kann.

Berlin, 21.03.2022. Wie lässt sich die wertvolle Ressource Wasser besser
erkunden, schützen und nachhaltiger nutzen? Dazu haben zwölf
Forschungsprojekte in der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) geförderten Maßnahme „Globale Ressource Wasser (GRoW)“ neue, auch
digitale, Werkzeuge erschlossen und Analysen veröffentlicht. Die GRoW-
Gemeinschaft richtet nun folgende Handlungsempfehlungen an
Entscheider*innen aus Politik und Wirtschaft in Deutschland und aller
Welt:

Ressource Wasser bei Energiewende mitdenken

Technologien mit geringem bis keinem CO2-Ausstoß stehen im Fokus der
Energiewende. Sie verbrauchen teils jedoch enorme Mengen Wasser, das durch
den Klimawandel ohnehin knapper wird. Im GRoW-Projekt WANDEL haben sich
Wissenschaftler*innen mit der Frage befasst, wie viel Wasser für
verschiedene Formen der Energieerzeugung gebraucht wird und was das für
die Energiewende bedeutet. Diese Frage ist seit Ausbruch des Kriegs in der
Ukraine umso relevanter, denn eine Beschleunigung der Energiewende ist nun
noch dringlicher geworden - um das Klima zu schützen und um
energiepolitisch unabhängig zu werden. Die Forschenden haben weltweit die
Verfügbarkeit erneuerbarer Wasserressourcen berechnet und dieser geplante
Wasserentnahmen entgegengesetzt. Dazu bezogen sie auch 48.000 Standorte
von Energiegewinnungsanlagen und deren Wasserverbrauch ein. Das Ergebnis:
An bis zu 42 Prozent der weltweit untersuchten Standorte ist ein Defizit
zu erwarten, weil dort künftig mehr Wasser benötigt wird als verfügbar
ist.

Digitalisierung wirksam für besseres Grundwassermanagement einsetzen

Nicht nur der erhöhte Wasserbedarf neuer Technologien für die
Klimaneutralität erfordern ein besseres Management unserer
Grundwasserressourcen. Die Klimakrise führt ohnehin weltweit, so auch in
Deutschland, zu deutlichen Steigerungen der Grundwasserentnahmen. In
Dürrejahren müssen deutsche Wasserversorger schon jetzt zum Teil auf
Grundwasser-Sicherheitsreserven zurückgreifen. Im GRoW-Projekt MedWater
haben Forschende die Kapazitäten zur Neubildung von Grundwasser in eines
besonders von der Klimakrise betroffenen Grundwasserleiters in Israel und
dem Westjordanland untersucht. Sie haben festgestellt, dass dort die
Grundwasserneubildung bis 2070 um bis zu 25% abnehmen kann. Doch genauso
haben sie festgestellt, dass durch die in diesem Projekt zum Einsatz
gekommenen besseren Modellierungen weltweit Grundwasserschutzmaßnahmen
deutlich effektiver eingesetzt werden können. Auch Probleme wie die
Küstenversalzung und Nitrateinträge ins Grundwasser können besser
analysiert und im Blick behalten werden.

Hierfür sollten die neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters
konsequent und systematisch genutzt werden, um nachhaltiges
Wassermanagement überall und in allen Bereichen zu erzielen und zu
verbessern. Insbesondere in den datenarmen Regionen der Erde, oftmals
Entwicklungsländer mit großen Wasserrisiken, kann moderne Forschung aus
neuen Datenströmen von Umweltsatelliten und Modellsimulationen die bisher
fehlenden Informationen gewinnen. Nicht nur durch Fernerkundungs- und
globale Wetterdaten, sondern auch durch den lokalen Einsatz von Drohnen
und Online-Sensoren konnten in GRoW-Projekten hochaufgelöste Daten für die
Gewässermodellierung erfasst werden.

Möglichkeiten zur saisonalen Vorhersage konsequent nutzen

Wenn Wasserknappheit und Dürren rechtzeitig vorhergesagt werden, können
verantwortliche Akteure Maßnahmen ergreifen, um größere Schäden so gut es
geht abzuwenden. Hierfür sind saisonale Vorhersagen notwendig, die extreme
Wetterereignisse um Monate vorhersagen. Solche Vorhersagen sind inzwischen
mit einem hohen Grad an Verlässlichkeit möglich. So hat das GRoW-Projekt
SaWaM ein System zur saisonalen Vorhersage entwickelt, welches
Dürreereignisse bis zu sieben Monate im Voraus akkurat vorhersagen konnte.
Das System liefert eine wichtige Entscheidungsunterstützung für das
Dürremanagement sowie die Steuerung von Staudämmen. Behörden können
frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um das Wassermanagement an die
bevorstehende Situation anzupassen. Ein derart optimiertes
Wassermanagement ermöglicht auch erhebliche wirtschaftliche Einsparungen.
Eine im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichte Untersuchung des
SaWaM-Projekts für den Upper-Atbara-Staudamm im Sudan zeigt, dass in einem
Beispieljahr bei einem frühzeitigen Betrieb des Staudamms aufgrund von
Dürren Verluste in Höhe von 16 Mio. US-Dollar vermieden werden könnten.

Über GRoW – Globale Ressource Wasser

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) leistet mit der
Fördermaßnahme „Globale Ressource Wasser (GRoW)“ als Teil des BMBF-
Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA)“ einen
Beitrag zum Erreichen des SDG 6. GRoW umfasst 12 internationale
Kooperationsprojekte mit 90 Partnerinstitutionen aus Deutschland und mehr
als 40 Fallstudien weltweit, an denen über einen Zeitraum von vier Jahren
ca. 300 Expertinnen und Experten aus Forschung, Politik und Praxis
beteiligt waren. Ihre Erkenntnisse zum Schutz der Wasserressourcen in
einer globalisierten Welt haben die mehr als 300 Mitwirkenden an den GRoW-
Projekten in übergeordneten Empfehlungen veröffentlicht. Eine Übersicht
der innovativsten GRoW-Produkte findet sich im BMBF Innovationsatlas
Wasser und in Technical Briefs für Anwender. adelphi leitet das
Vernetzungs- und Transfervorhaben „GRoWnet“, das die GRoW-
Forschungsaktivitäten beim Transfer ihrer Forschungsergebnisse und
Problemlösungsansätze in Politik und Praxis begleitet. Die Fördermaßnahme
wird im Auftrag des BMBF vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Über adelphi

adelphi ist Europas führender unabhängiger Think-and-Do-Tank für Klima,
Umwelt und Entwicklung. Als strategische Politikberatung setzen wir uns
ein für einen gerechten transformativen Wandel und eine lebenswerte und
zukunftsfähige Gesellschaft. 280 kluge Köpfe arbeiten lokal und global zu
Umwelt und Nachhaltigkeit und den Herausforderungen politischer,
ökonomischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Wir sind
Zukunftsagentinnen in einem globalen Netzwerk aus Strategen,
Praktikerinnen, Vor- und Nachdenkern. Durch transdisziplinäre Forschung,
evidenzbasierte Beratung und im Dialog mit politischen und
gesellschaftlichen Akteuren und Unternehmen gestalten wir politische
Agenden, vermitteln Themen im politischen Raum und unterstützen
Entscheiderinnen.
www.adelphi.de

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DEGUM: Neues Zertifikat für bessere gynäkologische Behandlung

Der Ultraschall ist die mit Abstand wichtigste Untersuchungsmethode in der
frauenärztlichen Praxis: Wenn es darum geht, gut- oder bösartige Tumore
oder angeborene Fehlbildungen der inneren Genitale zu erkennen,
Endometriose-Herde aufzuspüren, Operationen zu planen oder nach den
Gründen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu suchen, kommt der Bildgebung
per Ultraschall ein hoher Stellenwert zu.

Um die Qualität der gynäkologischen Ausbildung in diesem wichtigen Bereich
zu sichern, hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
e.V. (DEGUM) ihr Stufenkonzept zur Zertifizierung neu strukturiert und um
einen Zertifizierungskurs für die gynäkologische Ultraschalldiagnostik der
Stufe II erweitert. Damit werde die entsprechende ärztliche Expertise auch
für die Patientinnen transparent gemacht, betont die Fachgesellschaft.

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Ein gynäkologisches DEGUM-Zertifikat der Stufe II konnte auch früher schon
beantragt und erworben werden – allerdings nur kombiniert für die Bereiche
der Gynäkologie und der Geburtshilfe. „Der Schwerpunkt lag hier stark
aufseiten der Pränataldiagnostik und Geburtshilfe“, sagt DEGUM-Experte
Professor Dr. med. Markus Hoopmann, Leiter der gynäkologischen Sonografie
am Universitätsklinikum Tübingen. In den vergangenen Jahren seien jedoch
die Anforderungen an die gynäkologischen Ultraschalluntersuchungen stark
gestiegen – beispielsweise der wachsende Bedarf an
Unfruchtbarkeitsdiagnostik sowie das steigende Risiko dafür, dass
Frühschwangerschaften sich im problematischen Bereich einer früheren
Kaiserschnittnarbe einnisten, verdeutlichten dies exemplarisch. Zudem
erlaube die immer bessere Ultraschalltechnik mittlerweile sehr
detaillierte Aussagen über die Beschaffenheit von Wucherungen im Bereich
der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke. „Diese Informationen
sind sehr wichtig für die Planung von Operationen“, betont Hoopmann, der
die Qualitätsanforderungen für die neue DEGUM Stufe II federführend mit
verfasst hat.

„Um seinen vollen Nutzen entfalten zu können, gehört das Instrument
Ultraschall jedoch in die Hände erfahrener Untersucher“, so Hoopmann
weiter. Um das Zertifikat der Stufe II zu erhalten, müssen die Ärztinnen
und Ärzte daher eine bestimmte Zahl von sonografischen Befunden vorlegen,
die sich im Nachgang histologisch bestätigt haben, sowie eine Mindestzahl
von DEGUM-zertifizierten Fortbildungen nachweisen.

Mit der Einführung des neuen Zertifikats hofft die DEGUM auch, dem
Expertenultraschall zu der Stellung zu verhelfen, die ihm den aktuellen
Leitlinien gemäß zukommt. „Noch immer werden Patientinnen mit
gynäkologischen Diagnosen wie Fehlbildungen, Tumoren oder Torsionen zu
häufig in die Radiologie überwiesen“, sagt Hoopmann. Die kostenintensiven
radiologischen Methoden seien dem Expertenultraschall jedoch bei den
meisten gynäkologischen Fragestellungen nicht überlegen und lieferten
keine relevanten Zusatzinformationen. Für die Patientinnen sei ihr
unnötiger Einsatz jedoch zum Teil mit Strahlenbelastung verbunden,
verzögere den Beginn der Therapie und steigere das Risiko für Unter- oder
Überbehandlungen.

Das Mehrstufenkonzept der DEGUM hat sich bereits im Bereich der
sonografischen Untersuchung der Brust (Mammadiagnostik), sowie im
pränatalen/geburtshilflichen Bereich bewährt. „Mit der gynäkologischen
Stufe II schaffen wir nun auch in diesem wichtigen Bereich eine
objektivierbare Grundlage für den Expertenstatus“, sagt Hoopmann. Damit
werde zum einen die Ausbildung in der Gynäkologie verbessert, zum anderen
bekämen qualifizierte Untersucherinnen und Untersucher die Möglichkeit,
sich auch als solche auszuweisen. So könnten sich auch die Patientinnen
anhand des Zertifikats orientieren, wer über die für ihre Behandlung so
bedeutsame Expertise verfüge.

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