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Technik im Sinne der Nutzenden gestalten

Entwicklerinnen und Entwickler werden oft durch unvorhergesehene Verwendungsweisen ihrer Produkte überrascht. Forschende am KIT suchen nach Wegen, mögliche Umnutzungen von Technik besser zu antizipieren. (Grafik: Dominika Rogocka/modus media).  Grafik: Dominika Rogocka/modus media
Entwicklerinnen und Entwickler werden oft durch unvorhergesehene Verwendungsweisen ihrer Produkte überrascht. Forschende am KIT suchen nach Wegen, mögliche Umnutzungen von Technik besser zu antizipieren. (Grafik: Dominika Rogocka/modus media). Grafik: Dominika Rogocka/modus media

Digitale Technologien formen unseren Alltag. Bei der Gestaltung der
Technik steht die reine Funktionalität im Vordergrund. Angesichts des
Klimawandels oder gesellschaftlicher Fragen wandeln sich jedoch die
Ansprüche von Nutzerinnen und Nutzern: Ein technisches System, das
ökologischen oder moralischen Anforderungen nicht genügt, ist für viele
ein schlechtes Produkt. Hersteller müssen bei der Entwicklung von Technik
also über die Funktionslogik hinausgehen. Forschende des Karlsruher
Instituts für Technologie (KIT) wollen Wege für eine reflektierte
Technikentwicklung und -gestaltung aufzeigen.

Diese Presseinformation finden Sie mit Foto zum Download unter:
https://www.kit.edu/kit/pi_2022_014_technik-im-sinne-der-nutzenden-
gestalten.php


„Wir erarbeiten Werkzeuge und Methoden, um die digitale Revolution
einerseits besser zu verstehen und sie andererseits verstärkt im Interesse
der Nutzenden und der Gesellschaft zu gestalten“, sagt Dr. Bruno Gransche
vom Institut für Technikzukünfte des KIT. „Ein Problem für durchdachte und
bewusste Technikgestaltung ist, dass Entwicklerinnen und Entwickler häufig
überhaupt nicht voraussehen können, auf welche Art und Weise die Menschen
eine Technologie tatsächlich nutzen werden“, sagt der Philosoph. Diese
sogenannte Multistabilität von Technik führe zu Umnutzungen und
Zweckentfremdungen, aber auch zu Innovationen.

Unvorhergesehene Verwendung von Produkten

Als Beispiel nennt Gransche die Nutzung autonomer Fahrzeuge: Dass es beim
Fahren von A nach B gleichzeitig möglich ist zu arbeiten, Zeitung zu
lesen, Videos zu schauen oder zu schlafen, haben die Entwickler
beabsichtigt. Das Drehen etwa von Sexfilmen während der Fahrt mit dem
Auto-Piloten – so geschehen in einem Videoclip, der vor wenigen Jahren in
den Sozialen Medien für Aufmerksamkeit sorgte – dagegen nicht. Diese
Verwendung habe auch er nicht abgesehen, kommentierte Elon Musk, Gründer
und Chef des amerikanischen Automobilherstellers Tesla, damals auf
Twitter: „Es stellt sich heraus, dass es mehr Möglichkeiten gibt, den
Autopiloten zu verwenden, als wir uns vorgestellt haben – hätte es kommen
sehen sollen.“ „Autonome Autos haben also vielschichtige Auswirkungen auf
den Straßenverkehr, den nicht einmal zentrale Technologietreiber
durchschauen. Das gleiche gilt etwa für die Verbreitung von
Digitaltechnik, KI-Systemen, oder Sprachassistenten“, erläutert Gransche.

Mögliche Umnutzung von Technik besser voraussehen

„Wer Technik gestaltet, ist zwar nicht verantwortlich dafür, welches
Verhältnis die Nutzenden zu dieser tatsächlich eingehen, wohl aber dafür,
welche Nutzungsmöglichkeiten und Potenziale sich bieten“, so der Experte.
Entwicklerinnen und Entwickler müssten also vorab bestimmte Entscheidungen
treffen, die nicht nur Nutzungsweisen bestimmten, sondern auch daraus
folgende weitreichende Handlungspotenziale beeinflussten. Wer diese
Komplexität bewusster und früher berücksichtigen könne, könne besser
verantwortliche Innovationsstrategien entwickeln, gezielter die
vielschichtigen Ansprüche der Nutzenden berücksichtigen und letztlich
vorausschauender gesellschaftlichen Wandel mitgestalten. „Dafür wollen wir
ihnen eine möglichst fundierte und dabei konkret handhabbare Grundlage
bieten“, sagt Gransche. „Phänomene wie die Multistabilität besser zu
verstehen, kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten.“

Das Projekt „Lebensformen in Digitalisierten Lebenswelten“, kurz LeDiLe,
ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,75
Millionen Euro geförderten Clusters Integrierte Forschung. Das KIT erhält
davon 550 000 Millionen Euro. (mex)

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
https://www.kit.edu/kit/presseinformationen.php

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Aufklärer der Klimakrise: Bremen im Weltklimarat

Ruft zum Handeln auf: Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner, Meeresbiologe am AWI und der Universität Bremen.  Kerstin Rolfes
Ruft zum Handeln auf: Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner, Meeresbiologe am AWI und der Universität Bremen. Kerstin Rolfes

Er dokumentiert das Wissen der Welt zu den Auswirkungen des Klimawandels
auf Ökosysteme und Artenvielfalt, auf Mensch und Natur: Im Februar
verabschiedet die Arbeitsgruppe II des Weltklimarates ihren
Sachstandsbericht –  am 28.02.2022 wird dieser vorgestellt. Ko-
Vorsitzender des einflussreichen Gremiums ist ein Bremer: Professor Dr.
Hans-Otto Pörtner, Kooperationsprofessor vom Alfred-Wegener-Institut
Helmholtz-Zentrum für Polar-und Meeresforschung (AWI) und der Universität
Bremen.

Marktstraße 3 im Zentrum von Bremen, ein schmuckloses Bürogebäude unweit
von Rathaus, Bürgerschaft und Dom: Unten im Erdgeschoss offeriert eine
Kette ihre Kaffeeprodukte. Oben im fünften Stock wird buchstäblich
Klimageschichte geschrieben, ganz unaufgeregt. Hier ist die
Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe II des Weltklimarates zu Hause. Ein Team
von zwölf Mitarbeitenden unter Leitung des Meeresbiologen Hans-Otto
Pörtner.

Den Stand der Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen und zu bewerten,
der Politik eine wissenschaftsbasierte Grundlage für ihre Entscheidungen
zu liefern, ist die Aufgabe des Weltklimarates. 195 Staaten sind im
„Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) vertreten, so die
englischsprachige Bezeichnung der zwischenstaatlichen, unabhängigen
Institution, die 1988 von den Vereinten Nationen gegründet worden ist. In
Sachstandsberichten tragen drei Arbeitsgruppen regelmäßig das Klima-Wissen
der Welt zusammen.

--- „Weiterdaddeln wie bisher geht nicht. Wir sind Zeitzeugen der
existentiellsten Krise des Planeten, der Natur, der Menschheit.“ ---

Im Februar ist es wieder so weit. Dann verabschiedet die Arbeitsgruppe II,
deren Ko-Vorsitzender Pörtner ist, ihre Ergebnisse. „Folgen des
Klimawandels, Verwundbarkeit und Anpassung“ lautet der Titel ihres
Hauptberichts im 6. Berichtszyklus. Mit den Folgen des Klimawandels für
Ökosysteme und Artenvielfalt, mit der Verwundbarkeit von Mensch und Natur,
mit den Möglichkeiten und Grenzen der Anpassungsfähigkeit der Systeme
beschäftigt er sich. Auch enthält der Bericht Prognosen etwa darüber, wie
viel Lebensraum der Mensch durch den Klimawandel verliert oder wie die
Mortalität durch die globale Erwärmung steigt.

Der Entwurf ist noch vertraulich, aber eine grundlegende Botschaft ist
bereits jetzt klar. „Weiterdaddeln wie bisher geht nicht“, sagt Pörtner.
„Wir sind Zeitzeugen der existentiellsten Krise des Planeten, der Natur,
der Menschheit. Noch haben wir die Hebel in der Hand. Aber wir müssen auch
bereit sein, sie zu bewegen. Mit dem Klima können wir keine Verhandlungen
führen; Naturgesetze müssen wir respektieren.“

Über einen Zeitraum von drei Jahren hat das Team an der Marktstraße mit
Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt kommuniziert, hat sie
unterstützt in wissenschaftlichen, organisatorischen, technischen Fragen
und das Wissen zusammengefügt. Etwa 280 Hauptautorinnen sind an dem
Bericht beteiligt – Bio-log:innen, Geolog:innen, Umweltphysiker:innen und
viele andere Disziplinen, oft die besten ihrer Zunft. Alle sind wie
Pörtner auch ehrenamtlich dabei. Herausgekommen ist ein voraussichtlich
gut 2000 Seiten starker Report, unterteilt in 18 Kapitel. Sie befassen
sich mit einzelnen Weltregionen, mit besonders gefährdeten Systemen wie
den tropischen Regenwäldern oder den Polargebieten, mit der Artenvielfalt,
mit Ozeanen, der Waldwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion.

Die gut 30-seitige politische Zusammenfassung des Berichts wird im Februar
auf der einwöchigen Vollversammlung des Weltklimarates mit rund 500
Regierungsvertreter:innen diskutiert. „Wir als Ko-Vorsitzende haben die
Aufgabe, diesen Prozess zu koordinieren und zu leiten“, sagt Pörtner, der
sich die Aufgabe mit der Südafrikanerin Debra Roberts teilt.

Die Ko-Vorsitzenden sind dann weniger als Wissenschaftler:innen gefragt,
sondern als Diplomat:innen, als Vermittler:innen – und als Personen mit
dem Hammer. Wort für Wort, Zeile für Zeile des Entwurfs werden debattiert.
„Sie glauben gar nicht, was da noch an Wünschen kommen kann“, sagt der 66
-jähri-ge mit einem leichten Stöhnen. Ist Einigung über eine Formulierung
erzielt, lässt er wie bei einer Auktion den Hammer niedersausen. Dann
springt die gelbe Schrift für strittige Formulierungen um auf Grün.

Der Bericht ist ein Konsensprodukt, natürlich. Er wird gemeinsam
verabschiedet von Wissenschaft und Regierungen, fließt in deren Handeln
mit ein. „Wir haben direkten Zugang zu den Regierungen und können
Informationen unmittelbar in den Politikprozess einschleusen. Das ist der
große Vorteil des Weltklimarats“, sagt Pörtner. Ein Vetorecht habe die
Politik nicht. „Die Wissenschaft hat das letzte Wort. Die Wünsche der
Regierungen können nie so weit gehen, dass sie wissenschaftlichen Aussagen
verändern.“

Pörtner engagiert sich seit Langem für den Weltklimarat. Zunächst als
Autor, später als Leitautor für das Kapitel Ozeansysteme. Als er 2015
gefragt wurde, ob er sich als Ko-Vorsitzender zur Wahl stellen wolle,
zögerte er nicht lange. Nach Professor Dr. Ottmar Edenhofer vom Potsdam-
Institut für Klimafolgenforschung ist er erst der zweite Deutsche an der
Spitze einer Arbeitsgruppe.

Das ist nicht nur eine Auszeichnung für ihn als Wissenschaftler und
Person, sondern auch für das AWI sowie insgesamt für den
Wissenschaftsstandort Bremen und die U Bremen Research Alliance. Der
Biologe kam 1995 ins Bundesland Bremen, übernahm dort die Leitung der
Forschungsgruppe für Integrative Ökophysiologie am AWI. Obwohl es an
Anfragen aus anderen Wissenschaftsstandorten nicht mangelte, blieb er in
Bremen. „Wir haben am AWI über die Jahre Forschungsmöglichkeiten
aufgebaut, die sich nicht überall finden“, meint Pörtner.

Ein weiterer Faktor für sein Bleiben ist der enge Austausch der
Wissenschaft im Bundesland Bremen. Als Kooperationsprofessor ist Pörtner
gleich für zwei Mitgliedseinrichtungen der U Bremen Research Alliance
tätig: für das AWI und für die Universität Bremen, an der er lehrt und
Promovierende betreut. „Gute Wissenschaft geht nur gemeinsam, über die
Grenzen der Disziplinen und Institutionen hinweg. Dafür ist die Allianz
ein sehr gutes Beispiel.“

Mittelpunkt seiner Forschung sind der Naturraum Ozean und die Auswirkungen
des Klimawandels auf das Leben im Meer. Drei zentrale Faktoren bestimmen
die Veränderungen: der Temperaturanstieg, die zunehmende Sauerstoffarmut
und die Versauerung durch die steigende Aufnahme von Kohlendioxid. „Tiere
sind spezialisiert auf ein begrenztes Temperaturfenster. Der antarktische
Fisch stirbt bei drei Grad Celsius den Hitzetod“, sagt er. Eine Folge der
Erwärmung ist die Artenwanderung. Die Wechselwirkungen zwischen den Arten
ändern sich, neue Ökosysteme entstehen. „Wie funktionieren sie? Das ist
eine von vielen Fragen, die ich beantworten möchte.“

--- „Gute Wissenschaft geht nur gemeinsam, über die Grenzen der
Disziplinen und Institutionen hinweg. Dafür ist die Allianz ein sehr gutes
Beispiel.“ ---

Im Weltklimarat hat es Pörtner mit Kolleg:innen ganz verschiedener
Disziplinen zu tun. Dabei geht es nicht nur um naturwissenschaftliche
Fragen, sondern auch um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen
der Klimakrise, etwa beim Fischfang. „Man muss die interdisziplinären
Zusammenhänge sehen und die Scheuklappen seines Fachs überwinden“,
beschreibt Pörtner eine Anforderung an seine Arbeit. So hat er im Sommer
2021 gemeinsam mit dem Weltbiodiversitätsrat eine Studie vorgelegt, die
den Dreiklang aus Emissionsschutz, nachhaltigem Artenschutz und sozialer
Gerechtigkeit erstmals thematisierte. „Dass wir diesen Zusammenhang
aufgezeigt und mit Fakten etabliert haben – darauf bin ich stolz.“ Nicht
weniger stolz ist er, mitgeholfen zu haben, die Ozeane in den
Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen zu verankern. „Für die
Meeresforschung ist das ein großer Erfolg.“

Für drei Sonderberichte des Weltklimarates im 6. Berichtszyklus trug
Pörtner bislang Mitverantwortung, zur globalen Erwärmung um 1,5 Grad, zu
Landsystemen sowie zu Ozeanen und der Kryosphäre, den gefrorenen Systemen
der Erde. Welche Wirkung auf das Klima er sich von dem Bericht erhofft?
„Dass wir es schaffen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu
begrenzen. Wir sind in den zehn entscheidenden Jahren der Klimapolitik.
Wenn wir jetzt nicht die Dinge umdrehen, wird uns das Klima möglicherweise
davonlaufen.“

In diesem Jahr steht noch ein weiterer Bericht an, der die Ergebnisse der
drei Arbeitsgruppen des Weltklimarates zusammenfasst. Im November dann
folgt die UN-Klimakonferenz in Ägypten. 2023 endet seine Amtszeit. Doch
der Klimawandel schreitet weiter fort, und mit ihm das Berichtswesen. Ist
das 1,5 Grad-Ziel noch erreichbar? Pörtner ist verhalten optimistisch.
„Ja“, sagt er, die Betonung liege jedoch eindeutig auf „noch“. Und dann
folgt das Aber: „Wir müssen bereit sein für eine tiefgreifende
Transformation, und zwar jetzt. Was zu tun ist, ist bekannt.“

Originalpublikation:
Impact – Das Wissenschaftsmagazin der U Bremen Research Alliance

In der U Bremen Research Alliance kooperieren die Universität Bremen und
zwölf Forschungsinstitute der vier deutschen Wissenschaftsorganisationen
sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz - alle mit
Sitz im Bundesland.

Das seit 2019 erscheinende Magazin Impact dokumentiert die kooperative
Forschungsstärke der Allianz und ihre gesellschaftliche Relevanz.
„Aufklärer der Klimakrise: Bremen im Weltklimarat“ wurde in Ausgabe 5
(Januar 2022) veröffentlicht.

https://www.uni-
bremen.de/fileadmin/user_upload/sites/research_alliance/Impact_Magazin_U_Bremen_Research_Alliance_Ausgabe_5_Januar_2022.pdf.pdf

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Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) freut sich über erfolgreichen Spendenlauf für Kinderherztransplantation

ICH LAUF UM DEIN LEBEN: SPENDENLAUF 2021 für die Kinder-Herztransplantation  Copyright: DGTHG
ICH LAUF UM DEIN LEBEN: SPENDENLAUF 2021 für die Kinder-Herztransplantation Copyright: DGTHG

Über 2.300 Läuferinnen und Läufer an Aktion "Ich lauf um Dein Leben"
beteiligt.
Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) und der Deutschen
Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V.
(DGPK) wurde dem Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler ein Spendenscheck
über die Gesamtsumme von 67.295,18 € aus der Aktion „Ich lauf um Dein
Leben“ übergeben. Über 2.300 Läuferinnen und Läufer haben sich im
vergangenen Jahr an diesem virtuellen Spendenlauf beteiligt, um den Fokus
der Öffentlichkeit auf Familien zu richten, in denen eine
Herztransplantation ansteht.

„Die Spende soll dafür genutzt werden, Familien zu unterstützen, die sich
in dieser schwierigen Situation befinden und – neben der Sorge um das
betroffene Kind – auch mit finanziellen Sorgen zu kämpfen haben“, erklärt
Kai Rüenbrink, Sprecher des Aktionsbündnisses bei der Scheckübergabe.
„Nicht selten warten die kleinen Patienten aufgrund fehlender
Spenderorgane viele Monate in der Klinik auf den lebensrettenden Eingriff.
Hier möchte das ABAHF schnelle und unbürokratische Hilfe leisten und damit
ein wenig den Druck von den Schultern dieser Familie nehmen“, betont
Rüenbrink: „Wir bedanken uns bei den Organisatoren der beiden
Fachgesellschaften, vor allem aber bei den vielen aktiven Läufer:innen für
die überwältigende Unterstützung der Aktion „Ich lauf um Dein Leben“.
Insbesondere in Zeiten, in denen viele eher an sich als an ihre
Mitmenschen denken, sei dieses Engagement aller Beteiligten für andere
Menschen in einer Notlage etwas ganz besonders Wertvolles.

Das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF)
Um in der Öffentlichkeit mit einer Stimme für eine bessere Versorgung von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern und
deren Familien einzutreten und ihnen noch effektiver zu helfen, haben sich
2014 auf Initiative der Deutschen Herzstiftung e. V. sechs bundesweit
tätige Patientenorganisationen zum „Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler“
(ABAHF) zusammengeschlossen. Die Organisationen sind: Bundesverband
Herzkranke Kinder e.V., Bundesverein Jemah e.V., Fontanherzen e.V.,
Herzkind e.V., Interessengemeinschaft Das Herzkranke Kind e.V. und die
Kinderherzstiftung der Deutschen Herzstiftung e.V.

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Erfolgreiche Evaluierung: Gutes Zeugnis für Digitalisierungsforschung am Weizenbaum-Institut

Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft  Hans-Christian Plambeck
Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft Hans-Christian Plambeck

Das Weizenbaum-Institut, das die digital vernetzte Gesellschaft
untersucht, kann seinen Weg fortsetzen. Eine hochrangig besetzte
Evaluierungskommission hat ihm eine hohe Forschungsqualität und eine stark
ausgeprägte Interdisziplinarität bescheinigt. Sie empfiehlt dem
Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Institut ab September für
weitere drei Jahre zu fördern. Die Kommission lobt den Fortschritt beim
Aufbau des Instituts, das 2017 gegründet worden ist.

Am Weizenbaum-Institut arbeiten rund 180 Wissenschaftler*innen aus
unterschiedlichen Disziplinen. Partner des Verbundprojekts sind die vier
Berliner Universitäten, die Universität Potsdam, Fraunhofer Focus und das
Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin und – seit 2019 – der
Weizenbaum-Institut e.V.

Von der Evaluierungskommission wird die Forschungsqualität „durchweg als
positiv eingeschätzt“, so der jetzt veröffentlichte Bericht. Die
Interdisziplinarität als „Wesensmerkmal“ des Instituts zeigt sich in der
Zusammensetzung der 21 Forschungsgruppen. Das Spektrum der untersuchten
Themen reicht von digitaler Bildung über Sharing Economy, datenbasierten
Geschäftsmodellen, digitaler Demokratie und Öffentlichkeit, nachhaltige
Digitalisierung bis hin zu Fragen der digitalen Sicherheit und
Normsetzung. Um die interdisziplinäre Forschung zu fördern, hat das
Weizenbaum-Institut 2021 ein wissenschaftliches Journal gegründet.
Außerdem organisiert es jährlich eine internationale Konferenz. 2022 wird
das Thema „Digitale Souveränität“ im Mittelpunkt stehen.

Die Kommission stellt fest, dass die gesellschaftliche Relevanz der
Forschungsthemen „sehr hoch“ ist und während der Corona-Pandemie weiter
zugenommen hat. Hervorgehoben wird das Weizenbaum-Forum, eine monatliche
Diskussionsrunde, zu dem das Weizenbaum-Institut Gäste einlädt, um mit
ihnen aktuelle Fragen und neue Forschungsergebnisse zu diskutieren. Der
Namensgeber des Instituts, der in Berlin geborene Joseph Weizenbaum,
Computerpionier und -kritiker, wäre 2023 hun-dert Jahre alt geworden. Zum
Jubiläum plant das Institut Veranstaltungen, die sein Werk und die
Bedeutung seiner kritischen Thesen für die Gegenwart würdigen. Der Bericht
geht auch auf die gute Vernetzung auf regionaler, nationaler und
internationaler Ebene ein und auch auf die Erfolge in der
Nachwuchsförderung.

Mit dem Evaluierungsbericht „haben wir ein gutes Zeugnis auf dem Tisch
liegen, sodass wir mit viel Zuversicht in die Zukunft blicken können“, so
der geschäftsführende Direktor des Weizenbaum-Instituts Christoph
Neuberger, der an der Freien Universität Publizistik- und
Kommunikationswissen-schaft lehrt. „Die intensive Aufbauarbeit trägt
Früchte“, ergänzt der stellvertretende geschäftsführende Direktor Sascha
Friesike, Professor für digitale Innovationen an der Universität der
Künste. „Wir wollen nun bald eine dauerhafte Einrichtung werden, welche
die Digitalisierungsforschung in der Region bündelt und international sehr
sichtbar ist.“

Auch der Ausschuss Wissenschaft und Forschung des neu konstituierten
Abgeordnetenhauses hat sich im Februar mit dem Weizenbaum-Institut
befasst. Senatorin Ulrike Gote betonte in der Sitzung, dass das
Weizenbaum-Institut, „obwohl es sehr jung ist, schon jetzt eine
Erfolgsgeschichte ist“. Das Land Berlin finanziert neben dem BMBF das
Institut, das seinen Sitz an der Hardenbergstraße in Berlin hat.

Download Evaluierungsbericht: https://www.weizenbaum-
institut.de/media/News/Berichte/Evaluierungsbericht_Weizenbaum-
Institut_2022.pdf

Download Stellungnahme des Weizenbaum-Instituts: https://www.weizenbaum-
institut.de/media/News/Statement
/Stellungnahme_Evaluierungsbericht_Weizenbaum-Institut.pdf

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