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Der Krieg in der Ukraine: Ängste und Informationsbedürfnisse von Jugendlichen

Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen
(IZI) beim Bayerischen Rundfunk befragte am 2. und 3. März 2022, eine
Woche nach einer ersten Studie, n=206 Jugendliche (106 Mädchen, 100
Jungen) zwischen 13 und 17 Jahren zu ihrem Informationsverhalten, ihrem
Wissen, ihren Emotionen und ihrem Informationsbedarf hinsichtlich des
Kriegs in der Ukraine.

München, 7.3.2022 – Nach der ersten Studie am Tag vor und nach der
Invasion in die Ukraine befragte das Internationale Zentralinstitut für
das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beim Bayerischen Rundfunk
bundesweit eine Woche später erneut 206 Jugendliche zwischen 13 und 17
Jahren zu ihrem Informationsverhalten, ihrem Wissen, ihren Emotionen und
wo sie noch Informationsbedarf im Kontext des Krieges haben.

Acht von zehn der befragten Jugendlichen informieren sich bei den Eltern,
im Fernsehen und auf den Internetseiten großer Tageszeitungen

Waren bei der Erstbefragung neben dem Internet traditionelle Medien wie TV
und Radio (etwa beim Frühstück) die häufigsten Informationsquellen, sind
jetzt die Eltern mit Abstand die wichtigste Informationsquelle der
Jugendlichen. Bei den Medien liegen abermals Fernsehen und Internet und
Nachrichtensendungen wie Tagesschau sowie mit weitem Abstand ZDFheute und
RTL aktuell vorn, gefolgt von den Internetangeboten großer Tageszeitungen.
Informationen zum Nachrichtengeschehen bekommen Jugendliche auch über
soziale Medien, jedoch deutlich weniger, als dies angesichts der hohen
Nutzungsdauer zu erwarten wäre. In Sachen Information vertrauen
Jugendliche in Krisen vermutlich den traditionellen und bekannten
Medienangeboten stärker als sozialen Medien.

Neun von zehn Jugendlichen haben Angst und sind besorgt über die aktuelle
Situation

Knapp neun von zehn Jugendlichen geben angesichts der aktuellen Situation
in der Ukraine an, Angst zu haben und sich besorgt zu fühlen. Die
befragten Mädchen äußern dies noch etwas häufiger als die Jungen. Die
Angst, die am häufigsten genannt wird, ist, „dass andere Länder
angegriffen werden und Putin die Ukraine nicht ausreicht“ (Mädchen, 14
Jahre). Wie viele andere formuliert eine 13-Jährige die Gefahr, dass sich
die Situation zu einem Weltkrieg ausweiten könnte, wenn „Russland Polen
angreift und die Nato in den Krieg eingreift, (so) dass es zu einem 3.
Weltkrieg kommt“ (Mädchen, 13 Jahre). Ein deutliches Angstmoment sind die
Atomwaffen: „Der russische Diktator droht mit Atombomben und in Berlin
gibt es nicht mal Warnsirenen.“ (Junge, 16 Jahre)

Bilder, die verängstigen, und Bilder, die Hoffnung geben

Bilder, die bei Jugendlichen Besorgnis erregen oder Angst auslösen, sind
Bilder von zerstörten und zerbombten Häusern und Städten, von
Bombenexplosionen, von den vielen Menschen, die sich auf die Flucht
begeben, sowie von Toten und weinenden Kindern. Bilder, die ihnen Hoffnung
geben, zeigen, wie viele Länder zur Ukraine stehen, und Bilder von
weltweiten Proteste gegen den Krieg und wie Geflüchteten geholfen wird.

Was Jugendliche von den Nachrichten erwarten

Von der Berichterstattung erwarten Jugendliche, dass sie über die aktuelle
Lage informiert, wenn möglich mehrperspektivisch und verifiziert.
Jugendliche wollen aber auch die Hintergründe zu diesem Krieg verstehen
und die Auswirkungen für Deutschland vermittelt bekommen. Neben dem Wunsch
nach Fakten und Hintergründen äußern die befragten Jugendlichen den
verständlichen Wunsch, wissen zu wollen, wann der Krieg vorbei sein
könnte, wie sich Wladimir Putin stoppen ließe und ob ein Dritter Weltkrieg
mit Einsatz von Atomwaffen drohe. Nicht alle diese Fragen können von
Nachrichten oder Informationsformaten beantwortet werden.

„Hierfür braucht es neben qualitativ hochwertigen medialen Inhalten auch
pädagogisch geleitete Räume, in denen sich Jugendliche mit ihrem Wissen,
ihren Gedanken und Sorgen auseinandersetzen können“, so Medienpädagogin
und Studienleiterin Dr. Maya Götz.

Die Umfrage wurde durchgeführt von Icon Kids & Youth international
Research.

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Herzinfarkt-Forschung: Kann Intervallfasten das Herz reparieren?

Studie untersucht, ob Intervallfasten eine Herzinsuffizienz nach einem
Herzinfarkt verhindern kann. Herzstiftung fördert Untersuchung am
Universitätsklinikum Halle/Saale.

Es ist Fastenzeit und Intervallfasten liegt nach wie vor im Trend.
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass diese Form des Fastens diverse
positive Eigenschaften für die Gesundheit mit sich bringt. So kann
Intervallfasten nicht allein beim Abnehmen helfen, sondern es beeinflusst
auch Herz-Risikokrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhtes
Cholesterin günstig. Somit kann Intervallfasten bei Herzinfarktpatienten
dazu beitragen, das Risiko für einen weiteren Infarkt zu reduzieren. In
Deutschland werden pro Jahr über 212.000 Herzinfarkte vollstationär
versorgt (Deutscher Herzbericht 2020). Wissenschaftler der
Universitätsklinik für Kardiologie in Halle an der Saale schauen nun aber
noch einen Schritt weiter: In ihrer Studie „Intervallfasten nach
Myokardinfarkt“ (INTERFAST-MI) gehen Zoe Kefalianakis, Dr. med. Jochen
Dutzmann und Prof. Dr. med. Daniel Sedding mit ihrem Team der Frage nach,
ob das Intervallfasten auch die Regeneration des Herzens nach einem
Herzinfarkt unterstützen kann, um so eine Herzschwäche (chronische
Herzinsuffizienz) zu vermeiden. Die Deutsche Herzstiftung fördert dieses
Forschungsprojekt mit rund 68.000 Euro. Ein aktuelles Forschungs-Video der
Herzstiftung stellt das Projekt vor:
https://www.youtube.com/watch?v=51jPSd43oNI

„Intervallfasten löst Veränderungen im Zellstoffwechsel aus, die wiederum
viele Gemeinsamkeiten mit genau den Zellprogrammen zeigen, die eine
Heilung des Herzmuskels und eine Wiederherstellung der Durchblutung und
der Pumpfunktion des Herzens begünstigen“, betont Prof. Dr. Daniel
Sedding, Direktor der Uniklinik für Kardiologie in Halle (Saale). Sedding
leitet die Studie gemeinsam mit Dr. Dutzmann, der hinzufügt, dass man mit
der INTERFAST-MI-Studie zur Klärung beitrage, inwiefern sich
Intervallfasten zur Vorbeugung von erneuten Herzinfarkten und einer
Herzschwäche „als ein neuer nebenwirkungsarmer Therapiebestandteil
etablieren“ lässt.

Was bewirkt Intervallfasten im Körper?
Fastenperioden setzen ein Regenerationsprogramm in Gang, das den
Energiehaushalt im Körper optimiert und Schutzmechanismen der Körperzellen
aktiviert. Dieser Vorgang, versetzt Körperzellen in eine Art Winterschlaf
(Hibernation) und verbessert so die Immunabwehr und die
Heilungsmechanismen. Darüber hinaus startet er in den Zellen eine Art
Entrümpelungsprogramm (Autophagie) und verändert deren Stoffwechsel. Die
Zellen konzentrieren sich daraufhin auf einen effektiveren „Super-
Kraftstoff“ für Gehirn und Muskeln, die sogenannten Ketonkörper. „Wir
wollen mit unseren Untersuchungen klären, ob diese Prozesse während des
Intervallfastens dazu beitragen können, Herzinfarktpatienten vor einer
Herzinsuffizienz zu bewahren“, erläutert Dr. Dutzmann.

Wie könnte Intervallfasten eine chronische Herzschwäche verhindern?
Bei einem Herzinfarkt wird ein Teil des Herzmuskels aufgrund einer
verstopften Herzkranzarterie (Thrombus/Blutpfropf) von der
Sauerstoffversorgung getrennt. Dieser Teil des Herzens verfällt nach dem
Infarkt entweder in einen Winterschlaf (Hibernation) oder stirbt gar ab
und vernarbt. In der Folge verliert das Herz allmählich an Leistung und es
kann zu einer chronischen Herzinsuffizienz kommen. Bei der Behandlung von
Herzinfarktpatienten kommt es also auch darauf an, die Pumpfunktion des
Herzmuskels soweit wie möglich wiederherzustellen, um der drohenden
Herzinsuffizienz vorzubeugen. Hier könnte das Intervallfasten und das
durch die Fastenperioden ausgelöste „Hunger-Notfallprogramm“ ins Spiel
kommen, das Zellprogramme in Gang setzt, die eine Heilung des Herzmuskels
und eine Wiederherstellung von Durchblutung und Pumpfunktion begünstigen.

Studie zum Intervallfasten: So geht das Forschungsteam vor
In der INTERFAST-MI-Studie werden Patientinnen und Patienten nach einem
schweren Herzinfarkt anhand von Zufallskriterien auf zwei Gruppen
aufgeteilt. Während die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer der
ersten Gruppe nach der Methode 16:8 Intervall fasten (16 Stunden am Stück
fasten, 8 Stunden nach Belieben essen), ernähren sich diejenigen der
zweiten Gruppe weiter wie bisher. Die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler begleiten beide Gruppen eng, untersuchen die Herzfunktion
jeweils nach einem, drei und sechs Monaten und vergleichen die Ergebnisse
miteinander. Ziel ist es festzustellen, ob das Intervallfasten einen
nicht-medikamentösen, nebenwirkungsarmen Ansatz zur Heilung des
Herzmuskels nach einem Infarkt darstellen könnte. In weiteren Schritten
soll auch erforscht werden, wie sich das Intervallfasten auf weitere
Folgen des Herzinfarkts auswirkt, wie die Anzahl der nötigen
Krankenhauseinweisungen, das Entstehen von Folgeerkrankungen oder das
Auftreten eines neuen Infarkts.

Ein Video-Clip „Kann Intervallfasten das Herz reparieren?“ mit dem
Forscherteam der
Universitätsklinik für Kardiologie Halle (Saale) ist abrufbar unter:
www.youtube.com/watch?v=51jPSd43oNI

Weitere Infos zur INTERFAST-MI-Studie unter www.herzstiftung.de
/intervallfasten-herzinfarkt

Fasten ist nicht gleich Fasten
Hinweis der Herzstiftung zum Fasten
Auch wenn Fasten im Trend liegt, sollte es gut überlegt sein und
vorbereitet werden, sagt der Münchener Ernährungsexperte und
Ernährungsmediziner und Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für
Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München. Vor allem
Herzpatientinnen und -patienten sollten keine Alleingänge planen, sondern
jede Fastenmethode vorab mit einer Herz-Spezialistin oder Herz-
Spezialisten besprechen. Was der Ernährungsspezialist der Herzstiftung zu
den unterschiedlichen Fastenarten wie Intervall-/Intermittierendes Fasten
sowie Heil-, Basen-, Null- bzw. Wasserfasten (Nulldiät) sagt, erfahren
Interessierte unter www.herzstiftung.de/fasten
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Wissenschaftliche Einordnungen zum Krieg in der Ukraine

Online-Podium am 9. März 2022, 16 Uhr, mit Expertin und Experten der TU
Chemnitz über historische, gesellschaftliche und politische Hintergründe
des Krieges in der Ukraine – Mit Prof. Dr. Vladimir Shikhman diskutiert
ein Forscher auf dem Podium, der die Situation in der Ukraine sowie in
Russland aus persönlicher Erfahrung gut kennt

Seit dem 24. Februar 2022 ist die Welt eine andere – an diesem Tag begann
Russland mit einer völkerrechtswidrigen Invasion der Ukraine. Es ist ein
Krieg, der bereits jetzt viele Menschenleben gekostet und die größte
innereuropäische Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat.

Welche historischen Gründe stehen hinter diesem Krieg, welchen Einfluss
auf die internationale Politik hat er und welche sozialen und
gesellschaftlichen Aufgaben wird er Europa und der Welt auftragen?

Über diese und weitere Themen sprechen am 9. März 2022, 16 Uhr, eine
Expertin und drei Experten der Technischen Universität Chemnitz im Rahmen
eines Online-Podiums. Das Podium wird über die Videokonferenz-Plattform
„Zoom“ übertragen und steht allen an dem Thema Interessierten offen.

Auf dem Podium diskutieren:

Prof. Dr. Birgit Glorius, Inhaberin der Professur Humangeographie mit dem
Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung an der TU Chemnitz und
Expertin für das Themenfeld „Flucht und Migration“
Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Inhaber der Professur Kultur- und
Länderstudien Ostmitteleuropas der TU Chemnitz und Experte für die Region
Ostmitteleuropa
Prof. Dr. Kai Oppermann, Inhaber der Professur Internationale Politik an
der TU Chemnitz und Experte für internationale Politik
Prof. Dr. Vladimir Shikhman, Inhaber der Professur Wirtschaftsmathematik
an der TU Chemnitz

Mit Prof. Dr. Vladimir Shikhman nimmt ein Wissenschaftler der TU Chemnitz
an der Podiumsdiskussion teil, der aufgrund persönlicher Erfahrung sowie
aufgrund seiner Verbindungen in die Ukraine und nach Russland einen
vertieften Einblick in die gesellschaftlichen Gegebenheiten beider Länder
hat und diese aus erster Hand einordnen kann.

Moderiert wird das Podium von dem Journalisten Pascal Anselmi, der unter
anderem auch Host des Wissenschaftspodcasts „TUCscicast“ der TU Chemnitz
ist.

Informationen zum Zoom-Meeting:

- Thema: Podiumsdiskussion "Krieg in der Ukraine"
- Termin: 9. März 2022, ab 16 Uhr
- Link: https://us02web.zoom.us/j/83280845594
- Meeting-ID: 832 8084 5594

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Wie gesund sind Studierende in Ausnahmezeiten? Report der TU Kaiserslautern zeichnet gemischtes Bild.

Die TU Kaiserslautern (TUK) legt die Ergebnisse ihres Gesundheitsreports
2021 vor. Diese bestätigen die belastende Situation der Pandemie für
Studierende. Gleichzeitig zeigt der Bericht auch, dass sich das
gesundheitsbezogene Verhalten der Studierenden verbessert. Die TUK gehört
zu den nationalen Spitzenreitern was eine breite und fundierte
wissenschaftliche Untersuchung der bio-psychosozialen Gesundheit Ihrer
Studierenden angeht. Der Gesundheitsreport wird seit 2015 alle drei Jahre
von der Freien Universität (FU) Berlin durchgeführt; 2021 nahmen rund
1.000 TUK-Studierende teil. Aus den Ergebnissen leitet die TUK weitere
Maßnahmen im studentischen Gesundheitsmanagement (SGM) ab.

Im Rahmen der schriftlichen Befragungen gaben beispielsweise im Vergleich
zu 2018 deutlich mehr Teilnehmende an, dass sie unter einem hohen
Stresserleben (+10,7%) oder Erschöpfung (+3%) leiden. Ein Fünftel der
Befragten erlebte durch die Pandemie Doppelbelastungen, beispielsweise
durch die Pflege eines Angehörigen oder Home-Schooling eines
(Geschwister-)Kindes. Der Report dokumentiert zudem eine Zunahme von
Beschwerden, die sich einer depressiven Symptomatik bzw. den Symptomen
einer Angststörung zuschreiben lassen.

Während die soziale Unterstützung durch andere Studierende in der
Wahrnehmung der Befragten gesunken (2021: 3,6 vs. 2018: 4,2; jeweils
Mittelwert auf einer Skala von 1-6), erhält die wahrgenommene „soziale
Unterstützung durch Lehrende“ die gleichen guten bis sehr guten
Bewertungen wie vor der Pandemie. Zudem zeigen die 2021er-Ergebnisse auf,
dass sich das gesundheitsbezogene Verhalten von Studierenden verbessert
hat. So hat beispielsweise der problematische Alkoholkonsum abgenommen
(2021: 32,2% vs. 2018: 45,7%) und der Anteil an Studierenden, der
regelmäßig einer körperlichen Ausdaueraktivität nachgeht, zugenommen
(2021: 56,3% vs. 2018: 43,6%). Zudem bewerten in der aktuellen Befragung
mehr Studierende (+2%) ihre Ernährung als mindestens „(eher) gesund“.

Datengestützt ins Handeln kommen
„Für den Report nutzen wir etablierte, in Vorstudien evaluierte
Befragungsinstrumente, wie sie überwiegend im Gesundheits- und
Medizinsektor zum Einsatz kommen“, erklärt Dr. Max Sprenger,
stellvertretender Leiter des Unisports an der TUK, der auch das SGM
verantwortet. „Die Ergebnisse dienen als Stellschrauben, um unsere
Konzepte und Maßnahmen mit den Bedarfen der Studierenden in Einklang zu
bringen und unser SGM wirkungsvoll zu gestalten. Sprich, anhand des
sogenannten Public-Health-Action Cycles leiten wir aus den datengestützten
Beobachtungen konkrete Maßnahmen ab.“ Gerade die zunehmende Belastung von
Studierenden ist ein Aspekt, den es ernst zu nehmen gilt. Sprenger betont:
„Wir beobachten seit 2015, dass sich auch Faktoren wie die wahrgenommene
Lebenszufriedenheit kontinuierlich verschlechtern. Das zeigt uns klare
Handlungsfelder auf.“

Dabei kann die TUK bei bereits etablierten Konzepten zur
Gesundheitsförderung ansetzen. Auf Grundlage der Ergebnisse von 2018 hatte
das SGM-umsetzende CampusPlus-Team unter anderem ein Maßnahmenpaket
speziell für die Depressionsprävention geschnürt. Ein Bestandteil davon
ist ein Depressionsfolder, der Informationen sowie Handlungsansätze zum
Umgang mit einer depressiven Symptomatik liefert. Viele weitere Impulse
sind aus dem Austausch mit Studierenden und Fachbereichsverantwortlichen
entstanden – darunter einfache, aber effektive Maßnahmen zur
Bewegungsförderung, wie beispielsweise eine Kampagne, die Studierende zum
Treppensteigen motiviert (anstelle des Fahrstuhlfahrens). Studierende sind
nicht nur Zielgruppe, sondern auch aktiv in die Gestaltung des SGM
einbezogen, bringen ihre Ideen ein und entwickeln Präventionsmaßnahmen für
ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Die erste Stufe der Intervention stellt die Sensibilisierung der
Universitätsangehörigen dar. Über Kommunikationskanäle wie Vortragsreihen
erhalten Studierende sowie die gesamte Universitätsöffentlichkeit
Einblicke in die Ergebnisse des Reports. Ebenso setzt sich CampusPlus mit
den Verantwortlichen der einzelnen Fachbereiche zusammen, um den Diskurs
anstoßen. „Allein die Tatsache, dass wir den Gesundheitsbericht unserem
Senat vorstellen können, unterstreicht schon, wie sehr der Universität die
Gesundheit ihrer Studierenden am Herzen liegt“, so Sprenger.

Details zu den Erhebungen

In den Gesundheitsbericht sind Daten von rund 1.000 Studierenden
eingeflossen – dies entspricht über zehn Prozent der Studierendenschaft an
der TUK (Fernstudierende nicht einbezogen). Das Durchschnittsalter der
Teilnehmenden lag bei 23,9 Jahren, der Frauenanteil bei 44,5 Prozent. Der
zugrundeliegende Fragebogen deckt Angaben zur Demographie, zum
Gesundheitszustand, zu wahrgenommenen Ressourcen und Anforderungen des
Studiums sowie zu ausgewählten Gesundheits- und Risikoverhaltensweisen ab.
Durchgeführt hat das Projekt, wie bereits 2018 und 2015, die Arbeitsgruppe
„Prävention und psychosoziale Gesundheitsforschung“ um Dr. Dr. Burkhard
Gusy von der FU Berlin in Kooperation mit der TUK. Somit verfügt die TUK
mittlerweile über vergleichbare und standardisiert erhobene Daten aus drei
Erhebungszeiträumen.

Über das studentische Gesundheitsmanagement der TUK

Das studentische Gesundheitsmanagement (SGM) ist ein Modellprojekt,
welches die TUK in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (TK)
umsetzt. Im Rahmen des SGMs entwickeln die Verantwortlichen seit 2015
Maßnahmen und Angebote, die Studierende in einer gesunden Lebensweise
unterstützen und allgemein für das Thema Gesundheitsförderung
sensibilisieren sollen. Beispiele im Bereich Bewegungsförderung bzw.
Stressmanagement sind die App „Game of TUK“, Yogakurse gegen
Prüfungsstress oder der Hängemattenpark auf dem Campus. Für dieses
Gesamtpaket ist die Kaiserslauterer Universität bereits mehrfach
ausgezeichnet worden, unter anderem 2018 und 2020 mit dem Corporate Health
Award, der zu den bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland im
„Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ zählt.

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