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Internationaler Frauentag: Von wegen Gleichberechtigung!

Seit 111 Jahren wird am 8. März der internationale Frauentag begangen. Wer
denkt, dass wir als Gesellschaft im 21. Jahrhundert längst viel weiter
seien als damals, sieht sich schnell mit der Wirklichkeit konfrontiert.
Zum Beispiel in der Wissenschaft: Hier fehlt es noch immer an Vorbildern
für junge Frauen und Mädchen. Dabei gibt es sie zuhauf – nur kommen sie in
der öffentlichen Wahrnehmung viel zu wenig vor, wie aktuelle Forschungen
an der SRH Fernhochschule – The Mobile University zeigen.

„Warum eigentlich immer nur Einstein? Und nicht Marie Curie?“ Dr. Angela
Bittner-Fesseler stellt diese Frage nicht ohne Grund. Sie ist Professorin
für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der SRH Fernhochschule und
forscht zur medialen, öffentlichen Darstellung weiblicher role models –
Frauen also, deren Leistungen in der Wissenschaft und in vielen anderen
gesellschaftlichen Bereichen eine Vorbildfunktion für junge Frauen und
Mädchen haben könnten – wenn, ja, wenn sie doch nur präsenter wären.

Nicht immer nur Einstein, bitte!
„Einstein ist ein griffiges, historisches Beispiel“, so Bittner-Fesseler.
„Wir alle kennen den alten Herrn mit dem wirren, weißen Haar, der seit
Generationen als Sinnbild für geniale Wissenschaftler steht. Ohne
Einsteins bahnbrechende Forschungen außer Acht zu lassen: Warum haben wir
da nicht auch Marie Curie vor Augen?“ Die französische Wissenschaftlerin
(1867-1934) leistete Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Strahlenforschung
und ist nicht umsonst eine von nur zwei Personen überhaupt, die den
Nobelpreis auf zwei unterschiedlichen Fachgebieten – Physik und Chemie –
erhalten hat. Das war Einstein nicht gelungen!

Doch ist es eben entscheidend, solche Leistungen auch sichtbar zu machen
und auch Frauen anders –in ihrer aktiven Rolle - darzustellen. „Heute sind
Professorinnen von der Randerscheinung im akademischen Betrieb zur
Selbstverständlichkeit geworden. Diese Entwicklungen helfen,
Genderbarrieren aufzubrechen, die Männer noch immer besser in der
Forschung vorankommen lassen.“ Und das ermutigt junge Frauen, selbst ihren
Weg in der Wissenschaft zu gehen. Um dies noch zu beschleunigen, müssten
die Leistungen der Wissenschaftlerinnen aber noch mehr kommuniziert werden
– in der medialen Berichterstattung, aber auch durch die Hochschulen
selbst.

Noch sehr viel Luft nach oben, leider
Dem schließt sich ihre Kollegin Dr. Petra Arenberg, Professorin für
Sozialwissenschaften und Kompetenzentwicklung, an: „Frauen können als
Vorbilder doppelt wirken. Nicht nur Mädchen und junge Frauen sehen, dass
sie herausragende Leistungen erbringen können – auch Männer nehmen dies
verstärkt wahr.“ So lösen sich die oben beschriebenen, nicht
genaderkonformen Strukturen irgendwann von selbst auf. Doch auch hier sind
sich die Professorinnen einig: Bis es so weit ist, bleibt noch reichlich
Luft nach oben, um es einmal ganz unwissenschaftlich auszudrücken.

Eine Einschätzung, die Ihr männlicher Kollege Prof. Dr. Ahmed A. Karim nur
bestätigen kann. Der Neurowissenschaftler und Psychotherapeut hat ein Buch
über Pionierinnen im Nahen Osten herausgegeben, um auf die psychologische
und bildungspolitische Relevanz von weiblichen Vorbildern hinzuweisen.
„Was Frauen im Orient, vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart, geleistet
haben, ist selbst in ihren Herkunftsländern nur wenig bekannt. Dabei wäre
es für junge Mädchen und Frauen mit orientalischem Migrationshintergrund
auch hierzulande von großer Bedeutung, die Lebensleistungen dieser
Pionierinnen zu kennen und sich als Vorbild zu nehmen.“

Oder hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass die älteste noch existierende
Bildungseinrichtung der Welt, die Universität al-Qarawīyīn, von einer Frau
gegründet wurde? Oder dass es eine junge Iranerin war, Maryam Mirzakhani
(1977-2017), die als erste und bislang einzige Frau mit der Fields-
Medaille, dem „Nobelpreis der Mathematik“, ausgezeichnet wurde? Sehen Sie:
wir auch nicht. Leider!

Info zum Buch
Karim, A. A. et al. (2021). Female Pioneers from Ancient Egypt and the
Middle East: On the Influence of History on Gender Psychology. Springer
Nature. ISBN: ‎978-981-16-1412-5

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Hochschul-Informationstag für Studieninteressierte an der Zeppelin Universität i

Die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen am Bodensee lädt am
Samstag, 12. März, Studieninteressierte und deren Angehörige zu einem
virtuellen Hochschul-Informationstag ein. Ausgerichtet wird er von 10 bis
13 Uhr in Online-Formaten.

Die Teilnehmenden haben dabei Gelegenheit, ein Online-Seminar zu besuchen
und mit Dozierenden und Studierenden ins Gespräch zu kommen. Zudem werden
die Universität und ihre Bachelorstudiengänge Corporate Management &
Economics, Communication, Culture & Management, Politics, Administration &
International Relations und Sociology, Politics & Economics sowie ihre
Masterstudiengänge Corporate Management & Economics, General Management,
Pioneering in Arts, Media & the Creative Industries, Politics,
Administration & International Relations, International Relations & Global
Politics, Public Management & Digitalisierung, Transformation Management
in Digital Societies sowie der Interdisciplinary Research Master
vorgestellt. Außerdem gibt es Informationen über Zulassungsverfahren,
Karrierewege und Auslandssemester sowie die umfangreichen
Studienfinanzierungs- und Stipendienprogramme.

Nächster Studienstart der Bachelor- und Masterstudiengänge an der ZU ist
Anfang September.

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Palliativversorgung von Gehörlosen verbessern

Neue Website www.deafpal.org informiert Bevölkerung über Forschungsprojekt
„DeafPal“ und über die Möglichkeiten der palliativen Versorgung - vor
allem von gehörlosen Menschen

„Für alle Menschen ist es wichtig, dass sie in schwierigen Lebensphasen
versorgt werden – und zwar gut versorgt werden.“ Mit diesen Worten
beschreibt Wolfgang Sandtner, Sektionsleiter der Abteilung Palliative Care
im Klinikum Landshut, die Motivation hinter seiner Arbeit. Auf der
Palliativstation stehen seine Patient*innen im Fokus: Es geht darum,
Schmerzen zu lindern und trotz schwerer Krankheit eine bestmögliche
Lebensqualität herzustellen. Dabei kann es jedoch vorkommen, dass das
medizinische Fachpersonal an seine Grenzen stößt. Diese Erfahrung machte
Sandtner bei seinem ersten Kontakt mit gehörlosen Patient*innen. Da das
Fachpersonal die deutsche Gebärdensprache nicht beherrscht, ist die
Kommunikation problematisch, was wiederum eine gute Versorgung erschwert.

Möglichst viele Menschen informieren

Aus Sandtners Erfahrungen entstand die Idee zum Forschungsprojekt
„DeafPal“. Das Projekt hat zum Ziel, die Kommunikationssituation für
gehörlose Patient*innen auf Palliativstationen zu verbessern. Nun tritt
das Projekt mit seiner Website www.deafpal.org an die Öffentlichkeit. Es
ist wichtig, dass Informationen über palliative Versorgung eine möglichst
große Masse erreichen. Denn bis dato gibt es noch zu wenig Aufklärung über
die Möglichkeiten der Versorgung für schwerkranke Menschen. Deshalb
enthält die Website einen Blog, zu dem sich Interessierte anmelden können.
Er informiert regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Projekt.

Mehr Fokus auf gehörlose Patient*innen legen

„DeafPal“ ist mit einem interdisziplinär aufgestellten Team an den Start
gegangen: Die Forschungsleitung liegt bei der Hochschule Landshut, wo auch
der Studiengang Gebärdensprachdolmetschen angesiedelt ist. Prof. Dr. Uta
Benner und ihr Team haben dafür eine partizipative Studie konzipiert. Das
heißt: Die Gehörlosengemeinschaft wird aktiv in die Forschung eingebunden,
damit die Bedürfnisse der Zielgruppe möglichst gut erkannt und umgesetzt
werden können.

Neben einem Projektbeirat, bestehend aus gehörlosen Vertreter*innen der
Community, hat das Projekt zwei weitere starke Partner an der Seite. So
spielt der Gehörlosenverband München und Umland e.V. (GMU) eine wichtige
Rolle: „Gesundheit liegt mir sehr am Herzen. Dadurch, dass ich gehörlos
bin, kann ich als Schnittstelle zur Inklusion fungieren“, erklärt Cornelia
von Pappenheim, Geschäftsführerin des GMU. Ebenso beteiligt ist die
Palliativstation des Krankenhauses Landshut Achdorf (Lakumed). Dort werden
beispielsweise wichtige Forschungsdaten erhoben, auf deren Grundlage
Konzepte zur Verbesserung der Versorgung entwickelt werden.

„Ich denke, Palliativmedizin ist ein Thema, das für alle wichtig ist“,
betont Prof. Benner und spricht damit einen wichtigen Punkt an. Denn
früher oder später kämen wir alle mit schwierigen Lebensphasen in
Berührung – egal, ob wir selbst oder eine nahestehende Person betroffen
sind. Dann sei es wichtig, informiert zu sein.

Weitere Informationen zum Projekt DeafPal finden sich unter: https://www
.haw-landshut.de/aktuelles/news/news-detailansicht/article/gehoerlose-
menschen-auf-dem-letzten-weg-begleiten.html

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nternat. Frauentag 2022: Karrierewege ebnen und Nachteile abbauen bleiben zentrale Themen zur Stärkung der Parität

Neue Studie in der Hämatologie und Medizinischen Onkologie

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
e. V. setzt sich seit Jahren für die Förderung von Ärztinnen ein. Für die
Hämatologie und Medizinische Onkologie ist dies besonders wichtig, denn
als eine der innovativsten Fachdisziplinen in der gesamten Medizin ist sie
auf exzellent ausgebildete Kolleg*innen angewiesen. Nun hat die DGHO e. V.
eine Studie in Auftrag gegeben, um karriereförderliche und
karrierehinderliche Bedingungen im beruflichen und persönlichen Bereich
von hämatologisch und onkologisch tätigen Ärzt*innen zu untersuchen.

Das Phänomen des Verlustes von Ärztinnen im Rahmen beruflicher Karrieren
wurde in verschiedenen Untersuchungen beschrieben. So absolvieren zwar
mehr Studentinnen als Studenten das Medizinstudium, ab der Karrierestufe
von Oberärzt*innen nimmt der männliche Anteil allerdings wieder deutlich
zu. Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische
Onkologie e. V. ist dem Fortschritt verpflichtet und begreift es als eines
ihrer zentralen Ziele, diesem auch als „Leaky Pipeline“ bekannten Phänomen
entgegenzuwirken. So hat die Fachgesellschaft bereits 2014 mit dem 5. Band
ihrer Gesundheitspolitischen Schriftenreihe „Die berufliche Situation von
Frauen in der Hämatologie und Onkologie. Fakten und Forderungen“ eine
Situationsanalyse und im Jahr 2019 mit dem Positionspapier „Paritätische
Positionierung von Frauen in der Hämatologie und Medizinischen Onkologie“
einen Katalog von entsprechenden Maßnahmen vorgelegt.

Um in der Thematik noch rascher und konkreter voranzukommen, hat die DGHO
einen weiteren wesentlichen Schritt unternommen: Ziel der vom Verein zur
Förderung der Weiterbildung in der Hämatologie und Onkologie e. V. (WBHO)
durchgeführten Studie, die in Form einer Online-Umfrage unter den
Mitgliedern der DGHO, der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie
und Medizinische Onkologie, der Schweizerischen Gesellschaft für
Medizinische Onkologie und der Schweizerischen Gesellschaft für
Hämatologie umgesetzt wurde, ist es, den aktuellen Stand der Genderparität
zu ermitteln sowie Mittel und Wege zu identifizieren, um den in der
Hämatologie und Onkologie tätigen Ärztinnen eine nachhaltige Aussicht auf
gleichwertige Karriereoptionen wie ihren männlichen Kollegen zu
ermöglichen.

Die Studie nimmt detailliert karriereförderliche und -hinderliche
Bedingungen im beruflichen und persönlichen Bereich in den Fokus und
untersucht, welche Veränderungen sich Ärzt*innen wünschen, um ihre
Karriere besser voranbringen zu können. „Die ersten Befragungsergebnisse
zeigen uns bei Ärztinnen und Ärzten eine gleichermaßen hohe
Eigenmotivation im beruflichen Kontext“, so Prof. Dr. med. Hermann
Einsele, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der
Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Würzburg.

Mit Blick auf die beruflichen Rahmenbedingungen zeigt sich, dass
Arbeitgeber*innen und Vorgesetzte viel zu einer nachhaltigen Stärkung der
Parität – und damit zur Sicherung fachlicher Expertise in der Zukunft –
beitragen können. Dabei wurden flexible, aber planbare Arbeitszeiten, ohne
dass damit Nachteile für die berufliche Laufbahn verbunden sind, in der
Online-Umfrage am häufigsten genannt. Als ausbaufähig werden die aktuellen
Betreuungsangebote für Kinder begriffen und somit eine Erweiterung
entsprechender Angebote gewünscht. Ein großer Anteil der Befragten gibt
an, dass Karriere und Familie bzw. Privatleben nur mit Kompromissen
miteinander vereinbar sind, wobei sich in diesem Punkt kein signifikanter
Unterschied in der Einschätzung von Ärztinnen und Ärzten zeigt. Die
Befragten auf den höheren ärztlichen Hierarchieebenen sind zufriedener mit
ihrer Karriereentwicklung als die Befragten auf den unteren
Hierarchieebenen. Mit Blick auf eine Differenzierung nach Geschlecht zeigt
sich hier eine – wenn auch geringe aber statistisch signifikante – höhere
Zufriedenheit bei den männlichen Befragten. „Unser Fachgebiet ist extrem
innovativ. Wir sind davon überzeugt, dass sich Innovationen auch im Rahmen
der beruflichen Realitäten unserer Kolleginnen und Kollegen abbilden
müssen. Hier setzen wir uns beispielsweise für die Ermöglichung moderner
Arbeitszeitmodelle ein“, so Prof. Maike de Wit, Mitglied im Vorstand der
DGHO und Chefärztin der Klinik für Innere Medizin – Hämatologie, Onkologie
und Palliativmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln und dem Auguste-
Viktoria-Klinikum.

In diesem Zusammenhang konnte ein – noch nicht veröffentlichtes –
Gutachten einer anderen wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaft
bei Ärztinnen ein Zuwachs der ärztlich Tätigen von 60 Prozent gegenüber
2011 verzeichnen, während es bei den Ärzten 12 Prozent sind. Der Anteil
der Ärztinnen in der Inneren Medizin liegt inzwischen bei 40 Prozent. Im
Jahr 2011 waren es noch 32 Prozent. „Diese Entwicklung begrüßen wir
außerordentlich“, so Einsele.

Zwischen Ende April und Anfang Juli 2021 haben 469 Personen an der Online-
Umfrage teilgenommen. 58,6 Prozent der Rückläufe stammen aus Deutschland,
15,6 Prozent aus Österreich, 24,5 Prozent aus der Schweiz und 1,3 Prozent
aus einem anderen Land. Der Fragebogen wurde von 61 Prozent Frauen und
38,6 Prozent Männern beantwortet. Die Rücklaufquote schränkt die
Repräsentativität zwar leicht ein, gleichwohl zeigen die statistischen
Analysen interessante Ergebnisse sowohl für den Geschlechter- als auch für
den Ländervergleich.

Die Studie wurde von Maike Busson-Spielberger, M. A., Dr. phil. Marianne
Giesler und Dr. phil. Bärbel Miemietz durchgeführt und erste Ergebnisse
während der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und
Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie
2021 in Berlin vorgestellt. Die komplette Auswertung wird im Rahmen eines
Bandes der Gesundheitspolitischen Schriftenreihe der DGHO im Mai 2022
veröffentlicht. Darüber hinaus werden Ergebnisse auf der Jahrestagung der
Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
e. V. (bukof) – Kommission Klinika ebenfalls Anfang Juni präsentiert.

Über die DGHO

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
e. V. besteht seit über 80 Jahren und hat heute mehr als 3.800 Mitglieder,
die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer
Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-, Fort- und
Weiterbildung, mit der Erstellung der Onkopedia-Leitlinien, mit der
Wissensdatenbank, mit der Durchführung von Fachtagungen und
Fortbildungsseminaren sowie mit ihrem gesundheitspolitischen Engagement
fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patientinnen
und Patienten im Fachgebiet. In mehr als 30 Themen-zentrierten
Arbeitskreisen engagieren sich die Mitglieder für die Weiterentwicklung
der Hämatologie und der Medizinischen Onkologie.
Informationen unter: https://www.dgho.de

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