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Aktiv gegen Krebs: Erfolgreiche Wege, um das persönliche Krebsrisiko zu senken

Etwa jeder zweite Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Das
sind rund 510.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr. Experten rechnen mit
einem Anstieg auf 600.000 bis 2030. Laut Robert Koch-Institut leben in
Deutschland rund 1,7 Millionen Menschen mit einer Krebserkrankung, die in
den letzten 5 Jahren diagnostiziert wurde. Zum Weltkrebstags (4. Februar)
informieren Experten der Technischen Universität München (TUM), des
Comprehensive Cancer Center (CCC) München, der Bayerischen
Krebsgesellschaft und der Felix Burda Stiftung über erfolgreiche Wege, um
das Krebsrisiko zu senken.

„Durch Krebsprävention und Früherkennung lässt sich die Sterblichkeit
deutlich reduzieren. Voraussetzung dafür ist eine hohe Akzeptanz der
Vorsorgeprogramme in der Bevölkerung. Es nehmen aber nur etwa 67 Prozent
der Frauen (ab 20 Jahre) und rund 40 Prozent der Männer (ab 35 Jahre)
daran teil. Deshalb raten wir: Nehmen Sie Krebsvorsorge ernst und fördern
Sie Ihre Gesundheit durch einen gesunden Lebensstil“, betont Prof. Dr.
med. Hana Algül, Direktor des CCC München und Professor für
Tumormetabolismus an der TU München.

„Forscherinnen und Forscher sehen europaweit großes Potential in der
Krebsprävention. Würde das Zusammenspiel von Prävention und Früherkennung
optimiert, könnten 50-70 Prozent der Krebstodesfälle in Europa vermieden
werden.* Durch flächendeckende Präventionsprogramme verbunden mit
translationaler Krebsforschung und einer verbesserten onkologischen
Versorgung wäre im Jahr 2030 in Europa ein krebsspezifisches 10-Jahres-
Überleben von etwa 75 Prozent möglich“, erklärt Prof. Dr. med. Volker
Heinemann, Direktor des CCC München und Oberarzt am Klinikum der
Universität München (LMU).
* Wissenschaftlich fundierte Empfehlungen dazu siehe:
https://febs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/1878-0261.12763 )

„Durch einen gesunden Lebensstil könnten 40 Prozent aller
Krebserkrankungen verhindert werden. Körperliche Inaktivität, Übergewicht,
ungesunde Ernährung, Genussmittel und Schutz vor UV-Strahlung sind
beeinflussbare Risikofaktoren für Krebs.* Diese gilt es in der
Primärprävention zu reduzieren, damit Krebs gar nicht erst entsteht. Die
Sekundär- und Tertiär-Prävention zielt darauf ab, ein Fortschreiten der
Erkrankung zu verhindern und krankheits- oder therapiebedingte
Nebenwirkungen und Spätfolgen zu mildern. Das gilt in der Krebs-Nachsorge,
aber auch für krebskranke Kinder und Jugendliche, bei denen der Lebensstil
nicht Ursache für den Krebs ist“, berichtet Prof. Dr. med. Renate
Oberhoffer-Fritz, Dekanin und Ordinaria am Lehrstuhl für Präventive
Pädiatrie, Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TU
München.
* Siehe Europäischer Krebskodex - Regeln gegen Krebs:
https://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de

Sport senkt das Krebsrisiko

„Die Wirkung des Sports für die Krebsprävention lässt sich am Beispiel
Darmkrebs erklären: Wir wissen heute, dass die Muskulatur bestimmte
Botenstoffe über das Blut in unterschiedliche Organsysteme aussendet. Wird
die Muskulatur belastet, werden zum Beispiel im Darm bestimmte
Muskelhormone freigesetzt. Gelangen sie in die Darmschleimhaut, hemmen sie
die Entwicklung von Darmpolypen“, sagt Prof. Dr. med. Martin Halle,
Ärztlicher Direktor und Ordinarius Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive
und Rehabilitative Sportmedizin, Klinikum rechts der Isar TU München.

Sport beeinflusst indirekt auch Mechanismen des Zuckerstoffwechsels und
des Insulinspiegels und er stimuliert das Immunsystem. Durch Bewegung
erhöht sich die Zahl der natürlichen Killerzellen, die Krebszellen abtöten
können. „Um die Immunkompetenz zu fördern, sollten wir täglich mindestens
10 Minuten höher intensiv trainieren und richtig ins Schwitzen kommen, um
die Muskulatur zu aktivieren“, erläutert Prof. Halle.

Gesunde Ernährung fördert die Gesundheit

„Man darf die krebspräventive Wirkung der Ernährung sowie einzelner
Nahrungsmittel aber nicht isoliert betrachten. Erst im Zusammenspiel mit
Bewegung und einem gesunden Lebensstil kommt sie zum Tragen. Jemand, der
sich gut ernährt, aber raucht und keinen Sport treibt, hat dennoch ein
erhöhtes Krebsrisiko“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. rer. biol.
hum Nicole Erickson, Koordinatorin für Gesundheitskompetenz und E-health
am Klinikum der LMU München.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine ausgewogene
Mischkost: mindestens 400 g Gemüse und 250 g Obst am Tag,
Vollkornprodukte, täglich max. 150 g Milchprodukte wie Joghurt und Käse.
Fisch ein- bis zweimal pro Woche, unverarbeitetes Fleisch 300-max. 600 g
pro Woche, wenig Alkohol: 10 g pro Tag (ein kleines Glas Wein) für Frauen
und 20 g pro Tag (ein halber Liter Bier) für Männer. Verarbeitetes, rotes
Fleisch gilt als krebserregend, vor allem gepökelte und geräucherte
Wurstwaren.

Effektive Vorsorge

Die Darmkrebsprävention ist mit dem immunologischen Stuhltest und der
Darmspiegelung (Koloskopie) eine effektive Vorsorgemaßnahme. „Bei der
Entstehung von Darmkrebs kennen wir gutartige Vorstufen, sogenannte
Darmpolypen. Diese können bei einer Darmspiegelung entfernt werden. Damit
wird verhindert, dass sie später zu Krebs entarten können,“ sagt Dr.
Berndt Birkner, Facharzt für Gastroenterologe, Internist und Kurator der
Felix Burda Stiftung und Vizepräsident des Netzwerks gegen Darmkrebs e.V.

Um möglichst viele Darmkrebserkrankungen zu verhindern oder in einem
frühen und somit heilbaren Stadium erkennen zu können, müssten allerdings
wesentlich mehr Versicherte die von den Krankenkassen angebotenen
Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch nehmen als es jetzt noch
der Fall ist. Die Teilnahme an einem immunologischen Stuhltest ist ein
erster wichtiger Schritt zum Verhindern von Darmkrebs. Wenn dieser positiv
ist und damit Blut im Stuhl gefunden wird, sollte die Ursache hierfür
unbedingt durch eine Darmspiegelung beim Magen-Darm-Arzt abgeklärt werden.

Für Risikogruppen wie z.B. Angehörige von Darmkrebspatienten – die
familiäre Risikogruppe – ist die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung
noch bedeutsamer, da diese Risikogruppe gegenüber der
Durchschnittsbevölkerung ein 4-8-fach erhöhtes Risiko hat, an Darmkrebs zu
erkranken.

Prävention gynäkologischer Krebserkrankungen

Die Prävention und Früherkennung von gynäkologischen Krebserkrankungen ist
sehr wichtig, denn etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen bei Frauen
stammt aus der Gynäkologie. So ist Brustkrebs mit rund 70.000
Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. „Die
Sterblichkeit an Brustkrebs sinkt seit den 90er Jahren kontinuierlich, da
bei der Mammographie viele Tumore bereits in einem Frühstadium entdeckt
werden. Aber auch die frühe Etablierung von zertifizierten Krebszentren
trägt zur verbesserten onkologischen Versorgung der Frauen bei“, erklärt
Prof. Dr. med. Sven Mahner, Direktor der Klinik und Poliklinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LMU Klinikum der Universität München.

Mit Einführung des PAP-Abstrichs 1971 konnte die Zahl der jährlichen
Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs, dem häufigsten bösartigen Tumor
bei jungen Frauen, von 16.000 auf 4.300 Fälle gesenkt werden. „Auch die
Impfung gegen HPV ist eine Erfolgsgeschichte. Bei einer hohen
Durchimpfungsrate bei Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren könnten wir die
Zahl der Neuerkrankungen fast auf 0 Prozent senken“, so Prof. Mahner.

Folgerisiko Fatigue

Eine Studie evaluiert die Fatigue-Sprechstunde der Bayerischen
Krebsgesellschaft. Sie ist auf drei Jahre angelegt und analysiert das
Angebot der Fatigue-Sprechstunde in 10 Psychosozialen
Krebsberatungsstellen sowie den Bedarf für Patienten. Betroffene leiden
oft an tumorbedingter Fatigue, die sich u.a. durch große Müdigkeit und
Erschöpfung, Schlafstörungen, Leistungsabfall oder Depressionen äußern
kann.

„Rund 30 Prozent aller Krebspatienten entwickeln eine tumorbedingte
Fatigue, die das Leben der Betroffenen sehr belastet“, sagt
Diplompsychologe Markus Besseler, Geschäftsführer der Bayerischen
Krebsgesellschaft. Die Studie ist durch das Bayerische Staatsministerium
für Familie, Arbeit und Soziales gefördert und wird wissenschaftlich durch
das Zentrum für Klinische Studien am Universitätsklinikum Regensburg
begleitet.

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nternationale Qualitätsstandards für Solarauktionen

Die Solarenergie boomt weltweit, die meisten Regierungen vergeben Projekte
über öffentliche Auktionen. In vielen Ländern, die neu in die Solarenergie
einsteigen, fehlen jedoch solarspezifische Erfahrungen und Fähigkeiten.
Das kann zu technischen Fehlern und einer geringeren Leistung der
Solaranlagen führen. Internationale Qualitätsstandards als technische
Anforderungen bei der Gestaltung von öffentlichen Auktionen können eine
Lösung bieten. Ein IASS Policy Brief beschreibt die potenziellen Vorteile
und Herausforderungen.

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA)
haben bis Ende 2018 106 Länder Auktionen für erneuerbare Energien
durchgeführt. Ein Drittel der 55 Länder, die 2017 und 2018 Auktionen
veranstalteten, taten dies zum ersten Mal. Eine frühere Untersuchung von
rund 100 Solarprojekten in verschiedenen Ländern hatte ergeben, dass
Probleme weit verbreitet sind: 30 Prozent der  Projekte wiesen schwere
Mängel auf, die sich auf die Leistung auswirkten. Dies macht Investitionen
in Solaranlagen risikoreich, behindert die Entwicklung des Solarsektors
und untergräbt die Bemühungen, die Ziele für den Ausbau der Solarenergie
in den betroffenen Ländern zu erreichen.

In dem IASS Policy Brief „Technical requirements in public auctions to
make solar plants shine“ fassen die Autorinnen und  Autoren die
wichtigsten Erkenntnisse aus internationalen Erfahrungen mit technischen
Anforderungen in Photovoltaik-Auktionen zusammen und geben drei
Empfehlungen:

1) Definition der technischen Anforderungen entsprechend der nationalen
Ziele der Solarpolitik

Der länderspezifische Kontext und die politischen Ziele für die
Entwicklung des Photovoltaik-Sektors spielen eine wichtige Rolle bei der
Entwicklung einer Strategie für die Einführung technischer Anforderungen
in Auktionen. Insbesondere sollte der Zustand des nationalen
Qualitätsinfrastruktursystems berücksichtigt werden. So kann
sichergestellt werden, dass lokale Projektentwickler Zugang zu den
Dienstleistungen haben, die für die Erfüllung der technischen
Anforderungen erforderlich sind.

2) Förderung der Anwendung internationaler Qualitätsstandards

Eine klare und verständliche Kommunikation der technischen Anforderungen
ist wichtig, um die Qualität zu steigern und die Einhaltung von Normen im
Solarsektor zu gewährleisten. Die Erfüllung internationaler
Qualitätsstandards als Bedingung für den Zugang zu anderen
Förderinstrumenten kann Anreize für die Nutzung internationaler
Qualitätsstandards setzen.

3) Überwachung der Einhaltung der internationalen Qualitätsstandards

Die öffentlichen Behörden sollten die Einhaltung der in den
Ausschreibungsunterlagen geforderten Qualitätsstandards überwachen. Der
Nachweis der Einhaltung kann durch persönliche Inspektionen in der Phase
der Inbetriebnahme der Anlage sowie durch die digitale Fernüberwachung von
Echtzeit-Erzeugungsdaten nach Inbetriebnahme des Kraftwerks erbracht
werden. Auf diese Weise könnten auch die Auswirkungen der
Qualitätsstandards auf die Leistung der Anlage bewertet werden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Adela Marian
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Originalpublikation:
Marian, A., Münch, F. A., Ammel, E., Ferdinand,  N., Kumar, S., Ukar, A.,
López, M., Blind, K., Quitzow, R.: Technical requirements in public
auctions to make solar plants shine, IASS Policy Brief, January 2022,
Potsdam
https://www.iass-potsdam.de/de/ergebnisse/publikationen/2022/technical-
requirements-public-auctions-make-solar-plants-shine

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Immunologisches Gedächtnis schützt langfristig vor Coronavirus

Nach einer SARS-CoV-2-Infektion oder einer Coronavirus-Impfung werden
bestimmte Abwehrzellen gebildet, die einen langfristigen Immunschutz
verleihen. Diese langlebigen Gedächtnis-T-Zellen tragen wesentlich dazu
bei, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Forschende der Universität
Zürich haben nun entschlüsselt, wie dieses immunologische Gedächtnis
entsteht.

Wie eine Infektion mit SARS-CoV-2 oder eine Immunisierung durch Impfungen
zu einer langfristig schützenden Immunität führen kann, ist nach wie vor
ungeklärt. Onur Boyman, Direktor der Klinik für Immunologie, und sein
Forschungsteam von der Universität Zürich und vom Universitätsspital
Zürich, haben nun genauer untersucht, wie sich ein solcher Langzeitschutz
ausbildet. Zusammen mit Forschenden der ETH Zürich haben sie jene
Signalmoleküle identifiziert, die entscheiden, wann aus einer Immunzelle
eine sogenannte Gedächtnis-T-Zelle gebildet wird.

Von kurzlebigen zelltötenden zu langlebigen Gedächtnis-T-Zellen

Die von B-Zellen produzierten, virusspezifischen Antikörper allein reichen
für die effektive Abwehr des neuen Coronavirus nicht aus. Ebenso wichtig
für die Immunität gegen SARS-CoV-2 ist die zelluläre Immunantwort. Zentral
sind hier virusspezifische T-Zellen des Typs «CD8+». Sie erkennen jene
Körperzellen, die vom Virus infiziert sind, und töten diese ab. Diese
zytotoxischen T-Zellen bekämpfen somit jene Viren, die sich in den
Wirtszellen verstecken, und verhindern so, dass Millionen neuer Viren
freigesetzt werden. «Diese T-Zellen sind aber nur kurze Zeit aktiv und
sterben rasch ab. Wichtig für einen langfristigen Immunschutz sind
langlebige Gedächtnis-T-Zellen, die bei einem erneuten Viruskontakt sehr
rasch aktiv werden», betont Boyman. Bezeichnet wird dieses Phänomen als
immunologisches Gedächtnis.

Bisherige Studien untersuchten die gesamten CD8+-T-Zell-Populationen, die
gegen das Virus gebildet werden. Boyman und seinem Team ist es nun
gelungen, einzelne virusspezifische T-Zell-Klone von Personen, die sich
mit SARS-CoV-2 infiziert haben, von der akuten Infektion bis zu einem Jahr
nach der Genesung nachzuzeichnen. Und damit auch jene Signalmoleküle zu
identifizieren, die für den Übergang von der akuten Zelltötungs- zur
langfristigen Gedächtnisphase verantwortlich sind – eine Art molekulare
Signatur.

Botenstoffe des Immunsystems bestimmen Zellentwicklung

Wie die Forschenden zeigen, war die Signatur der langlebigen CD8+
Gedächtnis-T-Zellen bereits während der akuten Infektion vorhanden. Sie
liessen sich somit frühzeitig von ihren kurzlebigen Pendants
unterscheiden. «Die eindeutige Signatur der Gedächtniszellen enthält
Signale für Immunbotenstoffe wie etwa Interferone, die bei der Abwehr von
SARS-CoV-2, aber auch generell bei der Kontrolle von Virusinfektionen
wichtig sind», erklärt Onur Boyman.

Immunantwort unterscheidet sich von Patient zu Patient

Die Studie trägt dazu bei, zu verstehen, wie das immunologische Gedächtnis
gegen SARS-CoV-2 gebildet und aufrechterhalten wird – oder nicht. Denn
während manche Infektionen zu einem robusten und langanhaltenden
Immungedächtnis führen, ist dies bei anderen nicht der Fall. Die neu
identifizierte Signatur ermöglicht zudem herauszufinden, bei welcher Art
der Infektion – milder oder schwerer Verlauf bzw. auf die Schleimhäute
begrenzter oder systemischer Verlauf – eine langfristige Immunität
gebildet wird. Auch die Impfstoffe, die unterschiedliche Inhalts- und
Hilfsstoffen enthalten, beeinflussen die Immunantwort. «Auch wenn jeder
Mensch etwas anders auf das Virus oder einen Impfstoff reagiert, trägt die
zelluläre Immunität bei geimpften und genesenen Personen wesentlich dazu
bei, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern», so Boyman.

Finanzierung
Die Studie wurde finanziell unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds
(SNF), vom Klinischen Forschungsschwerpunkt CYTIMM-Z der Universität
Zürich (UZH), einem Innovationsgrant des Universitätsspitals Zürich (USZ),
dem Pandemiefonds der UZH, vom Botnar Research Centre for Child Health
(BRCCH) sowie von der Schweizerischen Akademie der Medizinischen
Wissenschaften (SAMW).

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KIT: Motor für zukunftsfähige Entwicklungen

Unsere Gesellschaft steht vor vielfältigen und tiefgreifenden
Wandlungsprozessen. Dabei geht es um eine Transformation unserer Lebens-
und Wirtschaftsweise hin zu Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit in allen
Lebensbereichen, Sektoren und Sparten. Um diese Wandlungsprozesse zu
unterstützen, hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das
Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel
(KAT) gegründet. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg hat den Aufbau der Einrichtung gefördert. Am 2. Februar
2022 ist das KAT offiziell gestartet.

Unsere Gesellschaft steht vor vielfältigen und tiefgreifenden
Wandlungsprozessen. Dabei geht es um eine Transformation unserer Lebens-
und Wirtschaftsweise hin zu Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit in allen
Lebensbereichen, Sektoren und Sparten. Um diese Wandlungsprozesse zu
unterstützen, hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das
Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel
(KAT) gegründet. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg hat den Aufbau der Einrichtung gefördert. Am 2. Februar
2022 ist das KAT offiziell gestartet.

„Das KAT ist die erste Einrichtung in Baden-Württemberg, die Wissenschaft
und Forschung einerseits und wirtschaftliche, kommunale und
zivilgesellschaftliche Akteure andererseits zusammenbringt, um Wissen bei
Fragen der Nachhaltigkeit zu teilen und zu vermehren. Ich bin überzeugt,
dass darin ein Schlüssel liegt, um unsere Klimaschutzziele zügig und
gemeinsam zu erreichen. Die Einrichtung sattelt auf den guten Erfahrungen
der Reallabore am KIT auf, mit deren Förderung Baden-Württemberg
bundesweit vorangeht“, sagt die baden-württembergische
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Das KAT verbindet Wissenschaft und Praxis auf sieben Handlungsfeldern:
Forschung, Bildung, Beratung, Verständigung und Vernetzung, Reflexion und
Kontemplation, Experimentierräume sowie Aktion und Innovation. Um die
„Große Transformation“ voranzubringen, deren Notwendigkeit der
Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
2011 in seinem Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine
Große Transformation“ aufzeigte, schlägt das KAT eine Brücke vom Wissen
zum Handeln.


„Wir sind stolz, als Exzellenzuniversität zeigen zu können, dass
herausragende Forschung und Praxisnähe sich nicht ausschließen, sondern
sich wie im KAT wunderbar verbinden lassen“, so der Präsident des KIT,
Professor Holger Hanselka. „So entsteht ein unmittelbarer Mehrwert für die
Wissenschaft wie für die Gesellschaft.“ Mit dem KAT ergänze das KIT sein
breites Themenspektrum. Die neue Einrichtung fokussiert auf den Menschen
und die Gesellschaft und setzt sich ein für ein gutes Leben in der
Zukunft, das Umwelt, Mitwelt und Nachwelt achtet. „Mit seiner klaren
Nachhaltigkeitsorientierung und der Öffnung hin zur Gesellschaft
bereichert das KAT das KIT mit seinen Handlungsfeldern Transfer und
Nachhaltigkeit enorm“, betont der Vizepräsident für Transfer und
Internationales des KIT, Professor Thomas Hirth.


Forschende begeben sich selbst in Wandlungsprozesse

Das KAT versteht Transformation als umfassenden öko-sozio-technischen
Wandel und erforscht und begleitet Innovationen für eine nachhaltige
Entwicklung in allen Lebensbereichen. Es erarbeitet umfassende
Schulungsangebote und bietet individuelle Beratung für Kommunen,
Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen an. Reallabore schaffen
dabei Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft. Das KAT ist am Institut für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS) des KIT angesiedelt, das auf 25 Jahre auch
international anerkannte Nachhaltigkeitsforschung zurückblickt, bereits
umfangreiche Erfahrungen mit Reallaboren gesammelt hat und für das
Reallabor „Quartier Zukunft“, das durch das KAT weiterbetrieben und
ausgebaut wird, mehrfach ausgezeichnet wurde. „Die Forschenden begeben
sich selbst in Wandlungsprozesse und sind an diesen beteiligt. Mit dieser
eher ungewöhnlichen Art zu forschen lassen sich Erkenntnisse erlangen, wie
sie eine Beobachtung von außen nicht generieren kann“, beschreibt der
Leiter des ITAS, Professor Armin Grunwald, die Arbeit im Reallabor.
Initiator und Leiter des KAT ist Dr. Oliver Parodi,
Forschungsgruppenleiter am ITAS, der auch das Reallabor „Quartier Zukunft”
aufgebaut hat. „Mit dem KAT schaffen wir eine Institution des Wandels und
bringen Themen wie Klimaschutz, Energiewende und eine Kultur der
Nachhaltigkeit auf eine praktische Ebene“, erläutert Parodi, der Kopf des
17 Personen umfassenden interdisziplinären Teams ist.


Die Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Karlsruhe, Bettina
Lisbach, begrüßt die innovative Einrichtung: „Für Organisationen,
Unternehmen, Kommunen und auch für die Region Karlsruhe ist das KAT eine
echte Bereicherung. Klimawandel, Ressourcen und soziale Fragen sind große
Herausforderungen für unsere Städte. Wir freuen uns, dass in Karlsruhe ein
Kompetenzzentrum entsteht, das beiträgt, unsere Städte fit für die Zukunft
zu machen.“


Die Gründungsfeier für das KAT ist im Rahmen der Tagung „Nachhaltig wirken
– Reallabore in der Transformation“ am 2. und 3. Juni 2022 im Südwerk –
Bürgerzentrum Südstadt Karlsruhe geplant. (or)

Weitere Informationen zum KAT: https://www.transformationszentrum.org

KAT Broschüre zum Herunterladen:
https://wsm10.scc.kit.edu/cms/ImageCache/156BF71E4D14414F8B7D39ED074D5D78/7F6E0F53B0EA4FC2BD19F3603FDFCB2B/KA/KAT_Web_22_01_4.pdf

„Was ist ein Reallabor?“ – Erklärfilm:
https://www.youtube.com/watch?v=mhQXeOnP9ZI

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