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Neuer Studiengang ermöglicht Einblicke in fremde Kulturen

Im Herbst 2022 startet an der Fakultät für Staats- und
Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München ein neuer
Studiengang: Kulturwissenschaften mit regionalen Schwerpunkten auf Europa,
Nordafrika und dem französischsprachigen Subsahara-Afrika (südlich der
Sahara). Er wird als Bachelorstudium mit konsekutivem Masterstudium
angeboten.

Der Studiengang Kulturwissenschaften möchte einen Beitrag dazu leisten
einen besseren und tieferen Einblick in fremde Kulturen zu gewinnen, um
diese noch mehr zu verstehen und genauer analysieren zu können. In diesem
Kontext werden die Studierenden Bekanntschaft mit einer der großen
Religionen unserer Welt, dem Islam, machen und sich intensiv mit dem damit
zusammenhängenden religionswissenschaftlichen Wissen auseinandersetzen.
Der Studiengang zeichnet sich insbesondere auch dadurch aus, dass er
wissenschaftliches Wissen mit praktischen Kompetenzen verbindet, wie z.B.
dem Erlernen zweier neuer Sprachen sowie der Möglichkeit, eigene
persönliche Erfahrungen direkt vor Ort auf dem afrikanischen Kontinent zu
sammeln.

Internationale Vernetzung, regionale Ausrichtung
Der an der Universität der Bundeswehr München neu konzipierte Studiengang
beschäftigt sich aus verschiedenen fachlichen Perspektiven mit der Analyse
und Erklärung kultureller Phänomene. Die Erschließung von grundlegendem
kulturtheoretischen Wissen wird dabei ebenso gelehrt wie die Vermittlung
von praxisrelevanten Kenntnissen über Religion, politische Ordnungs- und
Handlungskulturen, Kulturgüterschutz in Friedens- und in Kriegszeiten und
interkulturelle Interaktionen und Austauschprozesse. Ursachen und
Auswirkungen von Flucht und Migration stehen ebenfalls im Zentrum des
wissenschaftlichen Interesses.

Ein wichtiger Teil des Studiums beschäftigt sich zudem mit einer
fundierten Sprachenausbildung der Studierenden, im ersten Studienjahr
zunächst in Arabisch und Französisch, danach vertiefend in einer der
beiden Sprachen. Durch eine Vielzahl von Angeboten vor Ort, wie
internationalen Summer-Schools, Sprachkursen, Praktika und
Auslandstrimestern können die Sprachkenntnisse angewandt und ausgebaut
werden. Im Master-Studium haben die Studierenden zudem die Möglichkeit,
sich auf einzelne Regionen und Themen zu spezialisieren.

Durch seine internationale Vernetzung und seine regionale Ausrichtung
vermittelt der Studiengang künftigen Offizierinnen und Offizieren
zahlreiche Kernkompetenzen für ihren häufig auch international geprägten
Berufsalltag in einer sich zunehmend globalisierenden Welt. Hier sind die
grundlegenden Studieninhalte noch einmal aufgeführt:

•       Sprachkenntnisse des Arabischen und des Französischen
•       Vertiefte Kenntnisse von Religion, insbesondere des Islam
•       Gezielte Auseinandersetzung nicht nur mit den Traditionen und
Werten des eigenen Kulturraums, sondern auch denen Nordafrikas und des
französischsprechenden Subsahara-Afrikas
•       Wissenschaftliches Verständnis für den Begriff Kultur aus
verschiedenen Fächerperspektiven
•       Umfassende regionale Kenntnisse
•       Verständnis für kulturelle, wirtschaftliche, gesellschaftliche und
politische Verflechtungen zwischen Europa und Afrika.

Wichtige Fertigkeiten und Kenntnisse für eine militärische und zivile
Karriere
Der Studiengang Kulturwissenschaften ermöglicht den Erwerb wichtiger
Fertigkeiten und Kenntnisse für eine Laufbahn bei der Bundeswehr. Diese
sind nicht nur bei Auslandeinsätzen, sondern auch hinsichtlich einer immer
bedeutenderen sicherheitspolitischen Zusammenarbeit und Vernetzung
wichtig. Zugleich bietet er auch optimale Startbedingungen für eine
Karriere im zivilen Bereich, denn das Verständnis kulturell komplexer
Sachverhalte ist für diplomatische Verwendungen, internationale Behörden
und Organisationen, global agierende Firmen, aber auch für den Tourismus
heutzutage unerlässlich.

Voraussetzung für die Zulassung zu diesem Studiengang ist die allgemeine
Hochschulreife (Abitur) oder ein nach den Vorschriften des Freistaates
Bayern als gleichwertig anerkannter Abschluss in der jeweils geltenden
Fassung. Die Regelstudienzeit für Bachelor und Master zusammen wird vier
Jahre betragen.

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Bundesförderung für Projekt zu Starkregenereignissen bewilligt

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt ein
Forschungsvorhaben mit Umfang von 2,5 Mio Euro im Rahmen der Förderlinie
„Wasser-Extremereignisse“, innerhalb dessen ein Konsortium aus sechs
Partnern und unter zentraler Beteiligung des Umwelt-Campus Birkenfeld der
Hochschule Trier ein intelligenter Weg zur nachhaltigen Umsetzung von
Hochwasservorsorgemaßnahmen in urbanen Räumen gefördert wird.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal, aber auch die bekannten
Starkregenereignisse der letzten Jahre in Deutschland haben die
Notwendigkeit der Entwicklung adäquater Hochwasservorsorgemaßnahmen sowie
einer geeigneten Risikokommunikation unmissverständlich vor Augen geführt,
um den Klimawandelfolgen geeignet begegnen zu können. In diesem
Zusammenhang wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
jetzt ein Forschungsvorhaben mit Umfang von 2,5 Mio Euro im Rahmen der
Förderlinie „Wasser-Extremereignisse“ bewilligt, innerhalb dessen ein
Konsortium aus sechs Partnern und unter zentraler Beteiligung des Umwelt-
Campus  Birkenfeld der Hochschule Trier ein intelligenter Weg zur
nachhaltigen Umsetzung von Hochwasservorsorgemaßnahmen in urbanen Räumen
gefördert wird. Neben einer Weiterentwicklung von High-Tech Methoden wie
robotergestützte Systeme zur 3D-GeoDatenerfassung, dem Einsatz der
Künstlichen Intelligenz zum Nachweis von Notabflusswegen und dem Einsatz
von Drohnentechnik liegt der Focus des Forschungsvorhabens „FloReST“ auch
in der Risikokommunikation mit der Bevölkerung. Dabei soll während der
dreijährigen Projektlaufzeit in enger Abstimmung mit Pilotkommunen,
Fachverbänden und betroffenen Bürgern/innen ein dialog-orientierter Weg
zum Voranbringen einer wassersensiblen Entwicklung der Siedlungsstrukturen
in urbanen Räumen eröffnet werden.

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Wie viel Klimaschutz im grünen Deal der EU steckt

Der grüne Deal der EU ist ein Fahrplan, um die gesamte Wirtschaft der
Europäischen Union auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050
auszurichten. Nachdem die Zielsetzung für 2030 verschärft wurde,
veröffentlichte die Europäische Kommission im Jahr 2021 umfassende
Maßnahmenvorschläge für die Umsetzung. „Diese müssen zügig umgesetzt
werden, denn die Emissionsminderung bis 2030 muss doppelt so schnell wie
bisher erfolgen“, sagt Sabine Gores in der ersten Episode der zweiten
Staffel des Podcasts „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft und
nachhaltigen Transformationen“ vom Öko-Institut.

Anpassung der drei großen Systeme EU ETS, Effort Sharing und LULUCF
Neben vielen anderen Zielsetzungen und Maßnahmen müssen vor allem die drei
großen Systeme angepasst werden, mit denen das Treibhausgasziel der EU von
minus 55 Prozent bis 2030 erreicht werden soll: der EU-Emissionshandel (EU
ETS), die Lastenteilungsverordnung (Effort Sharing) und die Verordnung
über Landnutzung und Forstwirtschaft (LULUCF).

Klimapolitik-Expertin gibt Überblick
Die Ingenieurin und Wissenschaftlerin Sabine Gores arbeitet seit vielen
Jahren zu den Energie- und Treibhausgas-Zielen der europäischen
Klimapolitik. Sie gibt in dem Podcast einen Ein- und Überblick zu der
komplexen Thematik, die nichts weniger als den Umbau des gesamten
Wirtschaftssystems der EU bedeutet.
Zum Podcast des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-
viel-klimaschutz-kann-die-eu
)

„Fit-for-55“-Paket
Wie die Klimaziele erreicht werden sollen, steht im „Fit-for-55“-Paket,
das die Kommission im Juli 2021 vorgestellt hat. Insgesamt umfasst das
Paket zehn Vorschläge für die Überarbeitung bestehender Maßnahmen und fünf
neue Initiativen für Klima, Energie und Kraftstoffe, Verkehr, Gebäude,
Landnutzung und Forstwirtschaft. Im Dezember wurde es noch weiter ergänzt.
„Manche Zielsetzungen müssen nun noch auf die Mitgliedsländer
heruntergebrochen werden, manche sind nach der Einigung auf europäischer
Ebene in Kraft“, sagt Gores.

Forderung nach deutschem grünen Deal
Dass in dem Paket das gesamte europäische Wirtschaftssystem auf seine
Klimawirkung hin auf den Prüfstand kommt, methodisch neue Ideen sowie
strikte europaweite Grenzwerte enthalten sind, begrüßt Sabine Gores. „Wir
brauchen als Folge und zur Umsetzung des europäischen auch einen deutschen
grünen Deal. Im Zuge dessen würden wir die Wirtschaft vom Kopf auf die
Füße stellen und alle Förderungen, Regulierungen und Gesetzgebungen
entknoten, vereinfachen und auf klimafreundlich umstellen.“

Wissen statt Alltagsberatung
Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit
politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien,
NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderiert Nadine Kreutzer,
Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf
Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig,
Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über
anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die
„Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Staffel 2
Episode 1: „Wie viel Klimaschutz kann die EU?“ mit Sabine Gores, er-
schienen am 28. Januar 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-
klimaschutz-kann-die-eu
)

Staffel 1 (2021)
Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewende?“ mit
Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/warum-ist-wasserstoff-der-champagner-
der-energiewende
)
Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“ mit
Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-geht-es-mit-dem-flugverkehr-nach-
corona-weiter
)
Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“ mit
Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/was-bringt-die-buergerbeteiligung-
bei-der-endlagersuche
)
Episode 4: „Wie verlängern wir das Leben unserer Elektrogeräte?“ mit
Siddharth Prakash, erschienen am 5. August 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-verlaengern-wir-das-leben-
unserer-elektrogeraete
)
Episode 5: „Wie sozial kann die Energiewende sein?“ mit Dr. Katja
Schumacher, erschienen am 23. September 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-sozial-kann-die-energiewende-
sein)
Episode 6: „Was bringen internationale Klimaverhandlungen?“ mit Anke
Herold, erschienen am 28.Oktober 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode
/was-bringen-internationale-klimaverhandlungen
)

Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei
Apple Podcasts (https://podcasts.apple.com/de/podcast/wenden-bitte-der-
podcast-zu-wissenschaft-und-nachhaltigen/id1559020985
) sowie bei Spotify
(https://open.spotify.com/show/1JrGB3BesOrmr8VUZvGBqA?si=NZDW93ozTfe2yUJVi9uxvw&nd=1).

Zum Podcast auf der Website des Öko-Instituts mit Shownotes und weiteren
Hintergrundinformationen (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-
klimaschutz-kann-die-eu
)

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Lab-on-chip-Systeme: In kürzester Zeit vom Prototypen zur Serienfertigung

Fraunhofer IWS löst mit Partnern Industrialisierungsproblem der Hersteller

Weltweit ist er täglich millionenfach im Einsatz: Als portables Labor im
Miniformat zeigt der Corona-Antigen-Schnelltest aktuell deutlich, welches
Potenzial in Lab-on-chip-Systemen steckt. Die Analyse binnen weniger
Minuten, die er ermöglicht, ist gerade in der Pandemie von immenser
Bedeutung. Immer mehr solcher medizinischer Kleinstsysteme kommen in der
Diagnostik zum Einsatz. Bei komplizierteren Testsystemen sind Entwicklung
und Herstellung jedoch mit hohen Kosten verbunden. Im Forschungsprojekt
SIMPLE-IVD entwickeln Forschende des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff-
und Strahltechnik IWS zusammen mit mehreren Partnern neue
Fertigungsverfahren und Methoden für die kosteneffiziente Produktion von
Schnelltest-Kartuschen.

Lab-on-Chip-Systeme sind nur wenige Zentimeter klein, vereinen aber auf
dieser geringen Fläche diverse Funktionalitäten, wie sie in der
Vergangenheit nur gut ausgestattete Labore erlaubten. »Gerade in der
personalisierten Medizin werden sie in Zukunft eine bedeutende Rolle
spielen«, erwartet Dr. Frank Sonntag, Abteilungsleiter Biosystemtechnik
und Digitalisierung Fraunhofer IWS. Geringste Mengen an Flüssigkeiten aus
Patientenproben lassen sich vollkommen automatisch analysieren. Die
einfache Handhabung ermöglicht künftig zudem eine patientennahe
Labordiagnostik. Zwar wurden in den vergangenen Jahren in der ganzen Welt
verschiedene Lab-on-chip-Systeme entwickelt. Davon kam jedoch nur ein
kleiner Teil auf den Markt. »Die Hürde ist die Skalierung der im
Labormaßstab entwickelten Tests für die Massenproduktion«, erklärt er. Das
Fraunhofer IWS entwickelte eine Lösung für diese Probleme bei der
Industrialisierung.

Einmal Planen für gleich mehrere Verfahren

Im Mittelpunkt des Projekts »Skalierbare Mikrofertigung polymerer In-
Vitro-Diagnostik-Systeme« (SIMPLE-IVD) stehen die In-Vitro-Diagnostik-
Kartuschen (IVD-Kartuschen) für die Schnelltests. »Für den Weg von der
Kleinserie hin zu großen Stückzahlen fehlen aktuell noch prototypische
Produktionsprozesse«, erläutert Florian Schmieder vom Fraunhofer IWS, der
das Projekt koordiniert. Bei der Herstellung im Labor kommen unter anderem
Verfahren der additiven Fertigung oder die Multilagenlamination zum
Einsatz, also der Aufbau in Schichten aus Polymerfolien, die für die
Serienfertigung in Spritzguss oder Rolle-zu-Rolle-Verfahren umgesetzt
werden würden. »Bisher mussten Hersteller für die Skalierung in ein
anderes Verfahren noch einmal ganz von vorn beginnen«, erklärt der
Wissenschaftler der Gruppe Mikro- und Biosystemtechnik.

Sein Team hat nun eine Lösung für diese Problematik gefunden, indem es
spezielle Designregeln entwickelt und erprobt hat. Mit deren Hilfe können
Produzenten bereits in der Planungsphase für die IVD-Kartuschen
Anforderungen für verschiedenste Herstellungsverfahren sowohl der
Prototypenentwicklung als auch für Klein- und Großserien in ihre
Konstruktion einbeziehen. Für mehrere klassische Herstellungstechnologien
haben die Wissenschaftler des Fraunhofer IWS solche Designregeln bereits
gestaltet. Dazu gehören neben Spritz- und Vakuumguss auch die
Multilagenlamination, das Tiefziehen sowie mehrere additive Verfahren.
»Künftig werden wir die Palette stetig erweitern«, blickt Schmieder
voraus. Dabei ließen sich mit Kunden schnellstmöglich auch Lösungen
entwickeln, die genau zu deren Anforderungen passen. Auch eine
Rücktranslation von Groß- in Kleinserien wäre praktisch möglich.
Interessant seien die Designsets nicht nur für die Hersteller von IVD-
Kartuschen. »Es gibt aktuell zahlreiche Biotechnologie-Start-ups, die
genau solche Möglichkeiten brauchen«, erläutert Schmieder.

Weltweit einzigartige Lösung spart Zeit und Kosten

Großer Vorteil der innovativen Methode: Prototypen und Kleinserien können
schneller als bisher in industrielle Lösungen umgesetzt werden. Lab-on-
chip-Systeme erreichen somit schneller Marktreife und stehen Anwendern
zügiger zur Verfügung. »Wir können die Zeit, die bisher dafür notwendig
war, mit unserer weltweit einzigartigen Lösung nahezu halbieren«, macht
der Forscher des Fraunhofer IWS deutlich. Das alles reduziert die Kosten
im Herstellungsprozess.

Alle am Projekt beteiligten Unternehmen erproben und validieren die
Designregeln. »Die im Verbundprojekt SIMPLE-IVD entwickelten
Translationstechnologien helfen uns als Hersteller innovativer
Blutseparationstechnologien neue Produkte schnell und kosteneffizient vom
Prototypen zum fertigen Serienprodukt zu entwickeln«, unterstreicht auch
Dr. Wilhelm Gerdes, CSO bei der Cell.Copedia GmbH aus Leipzig, die
bisherigen Ergebnisse. Weitere Beteiligte sind die Microfluidic ChipShop
mbH aus Jena und die beiden Dresdner Unternehmen GeSIM Gesellschaft für
Silizium-Mikrosysteme sowie die Michael Sander Kunststofftechnik GmbH.
Finanziert wird SIMPLE-IVD durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung.

Bis zum Projektende im Jahr 2022 sollen die Ergebnisse in einen
universellen Datensatz übersetzt werden. »Wir wollen mit verschiedenen
Verfahren funktional gleichwertige IVD-Kartusche herstellen«, erklärt
Florian Schmieder die Hintergründe. Ziel ist es, mit unterschiedlichen
Methoden die gleiche hohe Qualität der Endprodukte zu erreichen, die in
der Anwendung identische Ergebnisse ermöglichen. Maßgeschneiderte IVD-
Tests ermöglichen im Gesundheitswesen ein individuelles und permanentes
Screening von Erkrankungen. »Unser neuartiges Verfahren ermöglicht es, den
Markt für das frühzeitige Erkennen von Krankheiten zu erschließen, die
aktuell im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeleistungen aus Kostengründen
nicht abgedeckt werden können«, fasst Frank Sonntag zusammen. Auch der
Einsatz für diagnostische Home-Care-Anwendungen in der häuslichen Pflege
oder in Pflegeeinrichtung wäre denkbar.

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