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UNESCO zeichnet Studentinnen der OTH Regensburg aus

Von der UNESCO und vom Bayerischen Sozialministerium ausgezeichnet: Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke (v.li.).  Erol Gurian
Von der UNESCO und vom Bayerischen Sozialministerium ausgezeichnet: Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke (v.li.). Erol Gurian

Kinder spielerisch über Hassrede und Cybermobbing aufklären: Projektidee
überzeugt international und kommt dank Förderung aus dem Bayerischen
Sozialministerium in die Umsetzung.

Mit einem hybriden Spielkonzept Kinder zwischen acht und zwölf Jahren über
Hassrede im Internet und Cybermobbing aufklären: Mit dieser Idee sind
Studentinnen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH
Regensburg) bei einem Wettbewerb der UNESCO als eines von nur sechs
Siegerteams weltweit ausgezeichnet worden. Darüber hinaus erhalten Deborah
Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke im Rahmen des Projekts
#ideenfürdiejugend 49.000 Euro Förderung aus dem Jugendbudget des
Bayerischen Sozialministeriums, damit aus der Idee Realität werden kann.

„Ich bin extrem stolz auf das Team, seine Leistungen und den zu
erwartenden Mehrwert für unsere Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Katherine
Gürtler, Dekanin der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften
an der OTH Regensburg. Sie hatte ihre Studierenden gefragt: „Wer hätte
Zeit und Lust bei einem Hackathon zum Thema Medienkompetenz mitzumachen?“
Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke hatten Lust. Sie
studieren im siebten Semester International Relations and Management und
hatten bereits Prof. Gürtlers Kurs „Medienkompetenz im Zeitalter der Fake
News“ besucht.

Gute Voraussetzungen also zur Teilnahme am von der Organisation der
Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO)
ausgelobten „Global Media and Information Literacy Youth Hackathon“. Mit
Erfolg: In der Kategorie „Förderung friedensfördernder Narrative und
Bekämpfung von Hassrede“ sicherten sich die Studentinnen unter Beiträgen
aus aller Welt den ersten Platz. Die Jury urteilte in ihrer Begründung
„dass Ihr Vorschlag innovativ und kreativ ist und die Bewertungskriterien
Kohärenz, Exzellenz, Durchführbarkeit, Nachhaltigkeit und potenzielle
Wirkung gut erfüllt". Und Prof. Gürtler sagt: „Dieser Erfolg bestätigt die
bedeutende Rolle der OTH Regensburg als Impulsgeberin für Social
Entrepreneurship und positiven gesellschaftlichen Wandel.“

„Wir sehen, dass Hassnachrichten und Cybermobbing ein immer größeres
Problem für Kinder und Jugendliche sind. Wer hat sich um die Probleme von
Schüler*innen vor allem während des Online-Lernens der letzten zwei Jahre
gekümmert? Da wollen wir mit unserer Idee anpacken“, beschreiben Deborah
Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke ihren Ansatz. „Unsere Vision
wäre ein Peer-to-Peer-Learning als fester Bestandteil der Medienausbildung
von Schüler*innen. Ältere Schüler*innen können mit jüngeren unser Spiel
spielen, ins Gespräch kommen und bei diesem wichtigen Thema füreinander da
sein.“

„Abenteuer mit Sam“ lautet der Arbeitstitel für eine digitale und analoge
Schatzsuche, die Kinder zwischen acht und zwölf Jahren spielerisch zur
Auseinandersetzung mit Hassrede und Cybermobbing einlädt. Der analoge Teil
des Spiels besteht aus einer Box, in der die Kinder alle benötigten
Materialien finden. Der digitale Teil ist eine Website, welche die
Geschichte von Sam erzählt – einem Kind, das in der Schule mit
Cybermobbing konfrontiert wird. Die Kinder lernen einerseits, wie real
sich Aussagen und Handlungen im Internet auf das „echte“ Leben auswirken
können. Zugleich erhalten sie Gewissheit, dass sie der virtuellen Welt
nicht machtlos gegenüberstehen, sondern mutiges Handeln oder
Ansprechpersonen in der realen Welt weiterhelfen.

Aus einer Idee wird Realität: Das Konzept für „Abenteuer mit Sam“
überzeugte auch die Jury um Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner im
Projekt #ideenfürdiejugend: 49.000 Euro Förderung erhalten Deborah
Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke für die Umsetzung bis
Oktober 2022. Mit Partnerschulen soll zudem getestet werden, wie das
hybride Spielkonzept bei Kindern ankommt. Prof. Dr. Wolfgang Baier,
Präsident der OTH Regensburg, ist schon gespannt auf die Ergebnisse und
zeigte sich beeindruckt vom Erfolg der Studierenden. „Das ist einmal mehr
ein Beleg dafür, dass wir in der Lehre ganz nah dran sind an aktuellen
Themen und neben der Forschung auch im Bereich der Bildung wichtige
Akzente für die Gesellschaft setzen.“

Prof. Dr. Katherine Gürtler will die Studentinnen weiter unterstützen und
blickt bereits in die Zukunft: „Neben der aktuellen Konzeptidee zur
Aufklärung über Cybermobbing kann das Format eventuell um andere Themen
aus dem Bereich Medienkompetenz erweitert werden, etwa Aufklärung über
Fake News und Verschwörungsideologien.“

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Ostwestfalen EACTA Fellowship: Erste Absolventin schließt erfolgreich ab

Institutsdirektorin Prof. Dr. Vera von Dossow (r.) gratuliert ihrer Oberärztin Dr. Ioana Belciu zum erfolgreich absolvierten Weiterbildungprogramm in der Herz-, Thorax- und Gefäßanästhesiologie  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW
Institutsdirektorin Prof. Dr. Vera von Dossow (r.) gratuliert ihrer Oberärztin Dr. Ioana Belciu zum erfolgreich absolvierten Weiterbildungprogramm in der Herz-, Thorax- und Gefäßanästhesiologie (Foto: Marcel Mompour). HDZ NRW

Die Kardioanästhesistin Dr. Ioana Belciu hat ein 24-monatige Curriculum im
eurpäischen Weiterbildungsprogramm der Fachgesellschaft für Herz-, Thorax-
und Gefäßanästhesiologie (EACTA) am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ
NRW), Bad Oeynhausen, erfolgreich abgeschlossen.

Hochkomplexe Herzoperationen am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW),
Bad Oeynhausen, erfordern besonders qualifizierte Ärztinnen und Ärzte. Für
dieses Spezialgebiet der Kardioanästhesie bieten die Vorgaben für Fort-
und Weiterbildung der europäischen Fachgesellschaft für Herz-, Thorax- und
Gefäßanästhesiologie (European Association of Cardiothoracic
Anaesthesiology, kurz EACTA) einen international anerkannten
Qualitätsstandard. Deshalb hat sich das HDZ NRW unter der Federführung von
Prof. Dr. Vera von Dossow, Direktorin des Instituts für Anästhesiologie
und Schmerztherapie, und Prof. Dr. Jan Gummert, Direktor der Klinik für
Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, vor drei Jahren erstmals für das
EACTA Programm akkreditiert – und durfte jetzt seiner ersten erfolgreichen
Absolventin gratulieren.

Die gebürtige Rumänin Dr. Ioana Belciu arbeitet seit 2015 als Fachärztin
für Anästhesie und Intensivmedizin am HDZ NRW, seit Juni 2020 ist sie
Oberärztin. „Ich habe mich für das EACTA Fellowship Programm beworben,
weil ich meine Kenntnisse in der Kardioanästhesie vertiefen wollte“, sagt
sie. „Dabei wollte ich vor allem die Besonderheiten der Versorgung von
schwerkranken Herzpatienten intensiver kennenlernen und meine Erfahrungen
zur Perfusionstechnik oder beim Einsatz der Herz-Lungen-Maschine weiter
ausbauen.“
„Laut Curriculum vermitteln wir in der 12-monatigen Basis-Fortbildung
zunächst Grundkenntnisse und vertiefen das Ausbildungsspektrum dann in der
Kardiovaskular- und Thoraxchirurgie,“ erläutert Prof. Dr. Vera von Dossow
das Programm.  Unter der Anleitung der Institutsdirektorin hat Ioana
Belciu daher ab 2019 zunächst an Standardeingriffen wie Klappenoperationen
und interventionellen Prozeduren teilgenommen, bevor die angehende
Oberärztin auch komplexere Eingriffe in der Aorten- und Thoraxchirurgie
begleiten durfte. „Das hat Frau Dr. Belciu so hervorragend gemacht, dass
die nächste Ausbildungsstufe gleich daran anschließen konnte.“

Kardioanästhesie für Fortgeschrittene

In zwölf weiteren Ausbildungsmonaten, dem sogenannten „Advanced
Fellowship“, lag der Schwerpunkt auf einem der Spezialgebiete des HDZ NRW,
der Versorgung von Patienten mit hochgradig eingeschränkter Herzfunktion.
Dazu gehörte auch die Einarbeitung in das Kunstherz- und
Transplantationsprogramm.

Neben den praktischen Einsätzen im Herzinsuffizienzzentrum lernte Dr.
Belciu auch akut lebensbedrohliche Situationen im Klinikum kennen, wenn es
darum ging, kritische Notfallpatienten oder Patienten mit einem akuten
Herzinfarkt zu betreuen. „Zugleich gab es aber auch in der Theorie ein
umfangreiches Lernprogramm. Zu den Themen zählten unter anderem
anästhesiologische Aspekte der Überwachung und der mechanischen
Kreislaufunterstützung, das pharmakologische Management oder auch die
Versorgung mit Blutprodukten bei komplexen Eingriffen.“ Nicht zu vergessen
das EACTAIC Examen zur Theorie und Praxis der Schluckechokardiographie
(TEE) und ein abschließendes Interview, welches Dr. Ioana Belciu mit den
verantwortlichen EACTA Ausbildern in Deutschland, England und der Schweiz
aufgrund der Pandemie online führen musste und mit dem sie das komplette
Ausbildungsprogramm als erste Absolventin des HDZ NRW erfolgreich
abschloss.

Wie geht es nun weiter? Iona Belciu liebäugelt bereits mit einer weiteren
Herausforderung, der sie sich im Rahmen der EACTA Fortbildungen vielleicht
schon in Kürze stellen könnte: „Ich möchte meine Erfahrung in der
Kinderherzanästhesie vervollständigen.“ Gemeinsam mit anderen europäischen
Zentren erarbeite das HDZ NRW derzeit ein entsprechendes
Ausbildungskonzept für die Fachgesellschaft. „Ich wäre sehr gern dabei,
sobald unser Institut für Anästhesiologie und Schmerztherapie die
Akkreditierung erhalten hat.“

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Hintergrundinformation:

Ostwestfalen EACTA Fellowship
Das Programm bietet Fachärztinnen und Fachärzten für Anästhesiologie die
Möglichkeit, sowohl praktische klinische Fertigkeiten als auch
theoretische Kenntnisse im Bereich der Herz-, Thorax- und Gefäßanästhesie
unter anderem bei Hochrisikopatienten auszuweiten und auf hohem Niveau mit
modernster apparativer Ausstattung weiterzuentwickeln. Ein großer Vorteil
liegt dabei in der europaweiten Anerkennung der über das EACTA Programm
erworbenen Qualifikationen, die zugleich als Vorbereitung für das EACTA-
Examen in der transösophagealen Echokardiographie (sog. Schluckecho)
dienen. Info über das HDZ NRW: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .

Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 35.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier
Universitätskliniken und Institute seit 35 Jahren interdisziplinär
zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Am Institut für Anästhesiologie und Schmerztherapie mit Lehrstuhl an der
Ruhr-Universität Bochum werden unter der Leitung von Prof. Dr. Vera von
Dossow jährlich mehr als 7000 Narkosen an Patientinnen und Patienten
durchgeführt. Ausgeprägte Spezialkompetenzen, langjährige Expertise und
eine vertrauensvolle interdisziplinäre Teamarbeit garantieren eine
größtmögliche Sicherheit bei der Narkoseführung von Patientinnen und
Patienten aller Altersstufen, insbesondere auch bei Hochrisikopatienten.

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Die Universität Trier redet beim Unwort weiterhin ein Wörtchen mit

Prof. Dr. Martin Wengeler (rechts) hat seinen Sitz in der Jury der Aktion Unwort des Jahres an Dr. David Römer übergeben.  Universität Trier
Prof. Dr. Martin Wengeler (rechts) hat seinen Sitz in der Jury der Aktion Unwort des Jahres an Dr. David Römer übergeben. Universität Trier

Nach 15 Jahren hat Germanistik-Professor Martin Wengeler seinen Platz in
der Jury an Dr. David Römer übergeben.
Auch in diesem Jahr dominierte die Corona-Pandemie die Suche nach dem
Unwort des Jahres, das die neu zusammengesetzte Jury am Mittwoch
verkündete. Dennoch konnte sich unter den rund 1.300 Einsendungen
letztendlich der Begriff “Pushback“ als Unwort des Jahres 2021
durchsetzen. Im vergangenen Jahr hatte die Jury mit “Corona-Diktatur“ und
“Rückführungspatenschaften“ erstmals zwei Begriffe ausgewählt.
Anschließend übergaben alle Jury-Mitglieder nach über zehn Jahren
gemeinsamer Zusammenarbeit das Projekt in jüngere Hände.

Zur neuen Unwort-Jury gehören neben den Sprachwissenschaftlern Prof. Dr.
Constanze Spieß (Sprecherin der Gruppe), Dr. Kristin Kuck, Prof. Dr.
Martin Reisigl und der Journalistin sowie Dozentin Alexandra-Katharina
Kütemeyer auch Dr. David Römer von der Universität Trier. Er übernimmt den
Juryplatz seines Kollegen an der Universität Trier, Prof. Dr. Martin
Wengeler, der seit 2006 Teil der Jury war.

„Uns war es immer ein Anliegen, für Sprache zu sensibilisieren und
Diskriminierendes, Unmenschliches, das in Sprache ausgedrückt wird, zu
kritisieren. Daher war es uns wichtig, dass die Juryarbeit von Personen
übernommen wird, die sprachwissenschaftliche Kenntnisse und auch ähnliche
ethisch-moralische Überzeugungen wie wir mitbringen,“ begründet Wengeler
die Auswahl der neuen Jurymitglieder. Dabei habe sein Mitarbeiter David
Römer in zahlreichen Gesprächen Interesse für das Projekt gezeigt und sich
in der gemeinsamen Arbeit als geeigneter Nachfolger erwiesen.

Römer sieht die Sache ähnlich: „Ich war schon immer an den Themen
Sprachkritik und öffentlicher Sprachgebrauch interessiert und habe diese
als wichtig empfunden. Insofern musste ich gar nicht lange überlegen, als
ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, Teil der Jury zu werden“,
antwortet er auf die Frage, was seine Motivation für den Jurybeitritt
gewesen sei. „Ich durfte im letzten Jahr bereits in den Job hinein
schnuppern und als Praktikant sozusagen dabei sein. Das Ganze jetzt zu
verantworten, war schon herausfordernd, aber es hat mir auch großen Spaß
gemacht, mit den Kollegen und Kolleginnen darüber nachzudenken und zu
diskutieren, was Unwort des Jahres 2021 werden könnte.“

Auch Martin Wengeler hebt die Diskussionskultur zwischen den
Jurymitgliedern lobend hervor: „Das war kontrovers, aber immer harmonisch.
Natürlich erinnere ich mich an Jahre, in denen ich mich gefreut habe, dass
ein Wort gewählt wurde, das ich favorisiert hatte, und an andere Jahre, in
denen ich eher ein anderes Wort bevorzugt hätte“, berichtet der
Sprachwissenschaftler der Universität Trier. „Aber uns war es immer
wichtig, im Konsens zu entscheiden. Das ist uns auch gelungen, sodass
jeder die letztendliche Entscheidung gut vertreten konnte.“

Im Rückblick auf seine 15-jährige Juryzeit sind Martin Wengeler
insbesondere die Begegnung mit den jährlich wechselnden Prominenten, die
die Jury bei ihrer Arbeit unterstützen, sowie deren Beiträge zur
Diskussion besonders positiv in Erinnerung geblieben. In diesem Jahr war
der Autor und investigative Journalist Harald Schumann, der unter anderem
für seine Recherche über die verborgene Macht des Finanzkonzerns BlackRock
ausgezeichnet wurde, Teil der Aktion.

Die neu zusammengesetzte Jury plant, in den kommenden Jahren auch einige
Modernisierungen der Aktion vorzunehmen. So könnte sich Römer
beispielsweise vorstellen, dass in Zukunft neben dem Unwort des Jahres
auch Unwörter für einzelne Teil-Öffentlichkeiten wie Soziale Netzwerke
gekürt werden. „Dieses Jahr mussten wir uns als Jury erst einmal
einarbeiten und das Unwort des Jahres 2021 wählen. Jetzt haben wir etwas
Zeit, um uns vertieft darüber Gedanken zu machen, was wir neues Anstoßen
möchten.“

Die Unwort-des-Jahres-Aktion war 1991 von dem Frankfurter
Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser initiiert worden. Seit über 30
Jahren rügt eine überwiegend aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury
Wörter, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie
verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die
verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Dabei kann jede
Person Begriffe einreichen, die von der Jury berücksichtigt und diskutiert
werden sollen.

Im Jahr 2019 war “Klimahysterie“ das Unwort des Jahres, 2018 “Anti-
Abschiebe-Industrie“. 2017 hatte die Jury die Wendung “alternative Fakten“
zum Unwort des Jahres bestimmt, 2016 war es der Begriff “Volksverräter“.

Weitere Informationen: <www.unwortdesjahres.net>

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„Talking about sex…“ will gekonnt sein

Teil der Genderfachkonferenz war auch eine Podoiumsdiskussion über die Herausforderungen von sexueller Bildung.  Hochschule Landshut
Teil der Genderfachkonferenz war auch eine Podoiumsdiskussion über die Herausforderungen von sexueller Bildung. Hochschule Landshut

Online-Konferenz bietet Plattform, um sexuelle Bildung
diskriminierungsfrei weiterzuentwickeln und fachlichen Austausch anzuregen

Bereits zum 6. Mal lud der Beirat Genderpädagogik in Bayern Mitte Januar
zur Genderkonferenz. Kooperationspartnerin war die Fakultät Soziale Arbeit
der Hochschule Landshut, unter Federführung von Prof. Dr. Barbara
Thiessen. Im Fokus der zweitägigen Online-Fachtagung stand das Thema
„Sexuelle Bildung: Identität: Intersektional gedacht“.

Rund 200 Teilnehmer*innen nutzten die Genderkonferenz, um sich
untereinander auszutauschen und sich über theoretisch fundierte Konzepte
vielfaltsorientierter und zugleich diskriminierungsfreier sexueller
Bildung zu informieren. Denn sexuelle Bildung ist Bestandteil der
Lehrpläne an Schulen und ist darüber hinaus auch Thema in der
Jugend(sozial)arbeit. Doch die Verunsicherung, den sexualpädagogischen
Auftrag umzusetzen, ist auch bei Fachkräften groß, nicht zuletzt, weil das
Thema im (Sozial-)Pädagogikstudium meist nicht grundständig behandelt
wird. Wie kann es also gelingen Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer
sexuellen Entwicklung zu begleiten und dabei ihrer Vielfalt und
Heterogenität gerecht zu werden? Wie gehen sie mit traditionellen, binären
Geschlechtermustern um, mit denen sie medial konfrontiert werden?

Podiumsdiskussion über sexuelle Bildung

Neben Vorträgen von Prof. Dr. Anja Henningsen (Fachhochschule Kiel) über
die Herausforderungen sexueller Bildung in Schule und Jugendarbeit und
Prof. Dr. Jutta Hartmann (ASH Berlin) über heteronormativitätskritische
sexuelle Bildung, bildete eine Podiumsdiskussion den Höhepunkt des ersten
Tags. Die beiden Referentinnen traten ins Gespräch mit Danii Arendt
(amanda München), und Michael Kröger (Aktion Jugendschutz Bayern). Die
Moderation übernahm Prof. Dr. Barbara Thiessen. Im Austausch zeigte sich,
dass sexuelle Bildung bereits da beginnt, wo ein positives Verhältnis zum
eigenen Körper entwickelt werden kann. Die pädagogische Kunst besteht
darin, Mädchen*, Jungen* sowie transidenten, nichtbinären und
intergeschlechtlichen jungen Menschen einen sicheren Rahmen zu bieten, um
Fragen altersadäquat aufgreifen zu können ohne vorherrschende
Diskriminierungsdynamiken zu verstärken.

Am zweiten Konferenztag förderte der Vortrag der freiberuflichen
Bildungsreferentin Katharina Debus ein präzises Verständnis für
Fettnäpfchen in der intersektionalen Sexualpädagogik und lieferte
hilfreiche Instrumente für eine Reflexion von Diskriminierung. In den
folgenden fünf Workshops konnten die Tagungsteilnehmer*innen wählen
zwischen den Schwerpunkten „Kultursensible sexuelle Bildung mit
geflüchteten jungen Männern“, „Sexpositive sexuelle Bildung mit Mädchen*
und jungen Frauen*“, „Partizipative und diversitätssensible
Sexualpädagogik“, „Queersensible sexuelle Bildung – wie geht das?“ und
„Sexualpädagogik und Diskriminierungsprävention“. Abschließend stellten
Danii Arendt (amanda München) und Gabriele Nuß (Gleichstellungsstelle der
LHM) ein Positionspapier zu fachlich fundierter vielfaltsorientierter
sexueller Bildung in Bayern vor, das, moderiert durch Prof. Dr. Susanne
Nothhafft (KSH München), im Plenum diskutiert wurde. Das Papier soll im
Sommer dieses Jahres verabschiedet werden.

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