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„SMARTilience“ entwickelt digitale Toolbox für Klimaresilienz in Kommunen

Das Forschungsprojekt „SMARTilience“ unterstützt Städte und Gemeinden
dabei, klimaresilienter zu werden und sich so gegen Extremwetterereignisse
wie Hitzewellen oder Starkregen zu wappnen.

Am 17. und 18. Januar 2022 stellte das vom BMBF geförderte
Forschungsprojekt SMARTilience die neu entwickelte, digitale „Urban
Governance Toolbox“ vor. Sie liefert kommunalen Entscheidungs- und
Handlungstragenden Informationen zur Planung klimaresilienter Maßnahmen.

Dabei werden innovative Governance-Formate für ein integriertes kommunales
Management mit konkreten Handlungsfeldern einer klimaresilienten Stadt
zusammengebracht und in Form von Reallaboren erprobt. Beispiele sind
datenbasierte Planungsverfahren, innovative Formate der Bürgerbeteiligung,
Investition in Ökosystemdienstleistungen und vernetzte Technologien.

Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) gefördert.  Die HCU forscht gemeinsam mit der Universität
Stuttgart und den Praxispartnern Halle/Saale und Mannheim. An der HCU wird
das Projekt von Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling (Stadtplanung und
Regionalentwicklung), Nancy Kretschmann und Olga Izdebska bearbeitet.

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Startschuss für OpenGPT-X: Das große KI-Sprachmodell aus Deutschland für Europa

Eine Vielfalt an Sprachen, hohe ethische Werte und strikte Regularien z.
B. beim Datenschutz – Angebote aus Amerika und Asien werden den
Anforderungen des europäischen Marktes häufig nicht gerecht. Dennoch
dominieren sie vor allem den digitalen Markt – das gilt auch für
Sprachtechnologien basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI). Damit
europäische Firmen das Innovationspotenzial nutzen und gleichzeitig
digital unabhängig bleiben können, entsteht jetzt mit »OpenGPT-X« ein
großes KI-Sprachmodell für Europa.Unter der Leitung der Fraunhofer-
Institute IAIS und IIS entwickelt ein Konsortium aus zehn Partnern aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Medienbranche die neue Sprach-KI.

Mit OpenGPT-X entstehen intelligente Sprachanwendungen, die Unternehmen
europaweit über die dezentrale Cloudlösung GAIA-X zur Verfügung stehen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das
Projekt mit rund 15. Mio. Euro.

Sprachtechnologien in Form von Sprachassistenten oder Chatbots
unterstützen bereits heute viele Menschen und Unternehmen dabei, ihren
Alltag effizienter zu gestalten. Durch den Einsatz von Künstlicher
Intelligenz (KI) ist die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache
mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau. Sogenannte große KI-
Sprachmodelle aus Amerika und Asien entwickeln sich schnell und können
bereits qualitativ anspruchsvolle Aufgaben wie die Erstellung von
Computer-Programmen und Zeitungsberichten oder Kundendialoge automatisiert
durchführen. Um die Innovationsmöglichkeiten für den europäischen Markt
und insbesondere kleine- und mittelständische Unternehmen zu erschließen,
entsteht im Forschungsprojekt »OpenGPT-X« ein vergleichbar großes und
damit leistungsfähiges KI-Sprachmodell für Europa. »Für Wirtschaft,
Industrie und Gesellschaft ist das disruptive Potenzial von KI-
Sprachtechnologien enorm, das hat die internationale Konkurrenz bereits
erkannt. Ein europäisches KI-Sprachmodell wie OpenGPT-X ist daher zwingend
notwendig, um die digitale Souveränität und marktwirtschaftliche
Unabhängigkeit in Europa zu gewährleisten«, sagt Dr. Nicolas Flores-Herr,
Leiter des Projekts am Fraunhofer IAIS.

Als zwei der führenden Forschungseinrichtungen in Europa in den Bereichen
Künstliche Intelligenz, Big Data, informationstechnische Dienstleistungen
sowie Audio- und Sprachsignalverarbeitung haben die Fraunhofer-Institute
IAIS und IIS die Konsortialleitung des Projekts OpenGPT-X übernommen. Ihre
Kompetenzen in der Entwicklung von Sprachtechnologien verknüpfen die
Institute bereits im gemeinsamen SPEAKER-Projekt, in dem sie eine
datenschutzkonforme Sprachassistenzplattform für konkrete Anwendungsfälle
in Unternehmen schaffen. Von dem Sprachmodell OpenGPT-X versprechen sich
die Institute einen weiteren Entwicklungsschub im Bereich der
Sprachtechnologien und damit große Chancen für Unternehmen. »Fast überall
dort, wo Sprache genutzt wird, z. B. im Gespräch, per Text oder in
audiovisuellen Medien, können KI-gestützte Sprachtechnologien unsere
Kommunikation beeinflussen und damit kann sich in Zukunft auch der Kontakt
zu Partnern, Mitarbeitenden und Kunden verbessern«, sagt Prof. Dr.-Ing.
Bernhard Grill, Institutsleiter des Fraunhofer IIS.

Mit der neuen Sprach-KI für GAIA-X sollen durch Anwendungspartner
intelligente Sprachanwendungen entstehen, sogenannte Sprachapplikations-
Services, die bestehende Lösungen deutlich verbessern können und
Unternehmen auch Raum für neue Produkte und Geschäftsmodelle bieten. So
können z. B. Dialogsysteme um die Auswertung von Meinungen und Stimmungen
erweitert oder auch Dokumente mit Fachvokabular effizient ausgewertet oder
auch automatisiert erstellt werden. »Mit OpenGPT-X schaffen wir die
nächste, noch leistungsfähigere Generation von KI-Sprachmodellen – schnell
und günstig anpassbar an besondere Bedürfnisse durch die Integration von
Spezialvokabularen oder weiteren Informationsquellen im Unternehmen. Dies
ermöglicht hochwertige und wirtschaftliche individuelle Lösungen, auch für
kleinere Unternehmen«, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Institutsleiter des
Fraunhofer IAIS.

Neben der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit soll OpenGPT-X als EU-
Projekt auch die Datensouveränität hiesiger Unternehmen und den
Datenschutz ihrer Kunden wahren. Eine Herausforderung, denn wie alle KI-
Anwendungen basieren Sprachmodelle auf der Verarbeitung großer
Datenmengen, die je nach Kontext auch Unternehmens- und Kundendaten
enthalten können. Damit derlei sensible Daten nicht außerhalb von Europa
verarbeitet werden, werden die OpenGPT-X-Sprachanwendungen über die
dezentrale Cloudlösung GAIA-X zur Verfügung gestellt, die derzeit nach
europäischen Werten und Sicherheitsstandards entsteht. Die neue Sprach-KI
soll künftig in drei GAIA-X-Domänen bereitgestellt werden, in Mobilität,
Finanzwirtschaft und Medien.

Aufgrund der hohen technischen Anforderungen wie z. B. die Rechenleistung,
lassen sich derart leistungsstarke Sprachmodelle bisher nur von
Großunternehmen oder Konsortien umsetzen. Für die Entwicklung von
OpenGPT-X kombinieren insgesamt zehn Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft
und der Medienbranche ihre Kompetenzen in der KI-Forschung, der
Bereitstellung technisch leistungsstarker Ressourcen und der KI-Anwendung,
darunter u. a. das Forschungszentrum Jülich, die Technische Universität
Dresden und der Westdeutsche Rundfunk Köln.

Weitere Informationen:

Als europäische Sprach-KI wird OpenGPT-X nach und nach in den fünf
meistgesprochenen Sprachen Europas zur Verfügung stehen. Neben Deutsch und
Englisch soll das Sprachmodell auch die Sprachen Französisch, Spanisch und
Italienisch beherrschen. Start des Projekts ist im Januar 2022, die
Laufzeit beträgt drei Jahre. Das Gesamtbudget beträgt 19 Mio. EUR, das
Fördervolumen 14,9 Mio Euro. Davon gehen 6,3 Mio. Euro an die Fraunhofer-
Gesellschaft.

Das OpenGPT-X Konsortium:

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
(Fraunhofer IAIS und Fraunhofer IIS; Konsortialführung), Aleph Alpha GmbH,
Alexander Thamm GmbH, ControlExpert GmbH, Deutsches Forschungszentrum für
Künstliche Intelligenz GmbH, Forschungszentrum Jülich GmbH, KI
Bundesverband e.V., Technische Universität Dresden, Westdeutscher Rundfunk
Köln Anstalt des öffentlichen Rechts, IONOS SE

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HU-Podcast: Die Möglichkeiten des Spiels

Ein Gespräch mit dem HU-Professor Klaus Eisenack und dem Leiter vom
gamelab.berlin Thomas Lilge über Gaming in der Wissenschaft, Gamification
und die Kulturtechniken im Spiel.

Unsere Gesellschaft folgt unzähligen expliziten und impliziten Regeln.
Genauso wie Spiele. Deswegen benutzen Wissenschaftler:innen klassische
Brettspiele und moderne Spielapps, um Menschen in den Dialog zu bringen
und Regeln neu zu verhandeln. Interessant sind sogenannte Game-Techniken
zum Beispiel, um Expert:innen und Wissenschaftler:innen aus verschiedenen
Disziplinen zu einer gemeinsamen Sprache zu bringen – durchs Spiel.

Prof. Klaus Eisenack ist Ressourcenökonom an der HU und befasst sich unter
anderem mit Kommunen, die an der Lösung von Umweltproblemen arbeiten,
beispielsweise um gegen Wasserknappheit anzukämpfen. In diesen Kommunen
hakt es manchmal an der Kommunikation bzw. wissen die beteiligten Akteure
nicht genau, wie sie ihre Ziele erreichen können, sagt Klaus Eisenack.
Speziell entwickelte Spiele, etwa das Klimabrettspiel Keep Cool
(https://www.climate-game.net), können dabei helfen. Thomas Lilge vom
gamelab.berlin wiederum entwickelt Apps, wie beispielsweise Sciencely
(https://www.hu-berlin.de/de/pr/nachrichten/oktober-2021/nr-211020), und
digitale Spiele, um z.B. Museumsbesucher:innen Wissenschaft auf eine ganz
neue Weise zu vermitteln.

Thomas Lilge und Klaus Eisenack erklären im Gespräch mit der
Radiojournalistin Cora Knoblauch in der neuen Podcastfolge von „Humboldt
Hören“ welche Kulturtechniken in modernen Videospielen stecken.

Die Podcastfolge „Die Möglichkeiten des Spiels“ hören Sie auf der Podcast-
Seite der HU: https://www.hu-
berlin.de/de/pr/nachrichten/januar-2022/nr-22119-1.

Dort finden sich auch alle bisherigen Themen von „Licht, Atomen und
Geheimdiensten“ bis  „Unberechenbare Pflanzen“.  Sie finden die Podcasts
der Humboldt-Universität auch auf Spotify und Apple Podcasts.

Der HU-Podcast „Humboldt hören“ bringt die Hörerinnen und Hörer in Kontakt
mit den Forschenden der HU. Die Radiojournalistin Cora Knoblauch führt die
Gespräche an den Orten, die für die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler wichtig sind und an denen sie anschaulich machen können,
worum es ihnen mit ihrer Forschung geht.

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Proband:innen für Adipositas-Studie gesucht

SRH Hochschule für Gesundheit forscht an neuen Therapiekonzepten.

„Adipositas entwickelt sich weltweit zu einem massiven Problem – zum einen
für das individuelle Wohlbefinden, zum anderen auch gesamtgesellschaftlich
in Form von enormen wirtschaftlichen Konsequenzen. Vielen Betroffenen
gelingt es nur teilweise oder kurzzeitig Gewicht zu reduzieren – und die
Wahrnehmung des eigenen Körpers ist bislang kaum Teil von strukturierten
Therapieansätzen. Deshalb möchten wir neue Therapieverfahren für
körperbezogene Gesundheitsstörungen und Krankheitsbilder am Beispiel der
Adipositas entwickeln“, erklärt Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski,
Präsidentin der SRH Hochschule für Gesundheit und Projektleiterin des
Forschungsprojekts „ViTraS – Virtual-Reality-Therapie durch Stimulation
modulierter Körperwahrnehmungen“.

Das im Master-Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie
angesiedelte Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung gefördert wird, arbeitet mit aktuellen Technologien der Virtual
und Augmented Reality (VR/AR), um die Therapierwirksamkeit zu verstärken
und die Rückfallquoten zu reduzieren. Für eine Studie des ViTraS-
Forschungsprojektes am Campus Gera der SRH Gesundheitshochschule werden
derzeit Personen über 18 Jahren mit Übergewicht bzw. Adipositas (BMI
30-40) gesucht, die Interesse daran haben, mit ihrer Teilnahme die
Wissenschaft zu unterstützen.

Ziel der Studie ist es, Übungen zur Unterstützung der Körperwahrnehmung
hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Wirkung zu untersuchen. In drei ca.
60- bis 90-minütigen Sitzungen werden die Teilnehmenden nach einem
ausführlichen Aufklärungsgespräch gebeten, verschiedene Fragebögen zu
Körperwahrnehmung, Körperbild, Ernährung und Befinden auszufüllen sowie
Übungen mit einem Ganzkörperspiegel durchzuführen. Eine psychologische
Fachkraft begleitet den gesamten Prozess. Die Proband:innen können auf
diese Weise im Laufe der Sitzungen ihr Körperbild verbessern. Außerdem
erhalten sie für die Teilnahme eine Aufwandsentschädigung von insgesamt
100 Euro.

„Als Professorin für Psychische Gesundheit und Psychotherapie ist es mir
neben meiner Tätigkeit als Präsidentin immer wieder ein wichtiges
Anliegen, selbst zu forschen und damit die vielfältige
Forschungslandschaft an unserer Hochschule noch weiter auszubauen. Wir
möchten in allen Bereichen, in denen wir Studierende ausbilden, auch mit
der Forschung einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheit in unserer
Gesellschaft leisten. Besonders freut es mich, wenn wir in Projekten wie
„ViTraS“ direkt mit Betroffenen zusammenarbeiten und deren Wohlbefinden
verbessern können“, fasst Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski zusammen.

Interessierte können sich unter natascha-alexandra.weinberger@srh.de für
eine Teilnahme an der Adipositas-Studie anmelden.

Mehr zur Forschung an der SRH Hochschule für Gesundheit erfahren
Interessierte unter www.srh-gesundheitshochschule.de/forschung/

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