Lang lebe Technik! Forschende suchen alte funktionsfähige Geräte mit Geschichte
Das fünf Jahre alte Smartphone, die elektrische Kaffee-Mühle aus den
1970ern oder der Föhn der Großmutter: Viele elektronische Geräte sind
verlässliche Begleiter an unserer Seite für eine lange Zeit. Genau nach
diesen Geräten mit Geschichte sucht eine Forschungsgruppe vom Fraunhofer
IZM und der TU Berlin in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Hamburg
und Nordrhein-Westfalen bis Ende des Jahres. Auf der Webseite
https://langlebetechnik.de werden Interessierte darüber informiert, was
sie tun können, damit Technik lange funktioniert.
„Reparatur ist heutzutage eine Ausnahme“, sagt Prof. Dr. Melanie Jaeger-
Erben, Leiterin der Forschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für
Nachhaltigkeit“. „Unsere Umfragen zeigen, dass 71 Prozent der
Waschmaschinen-Benutzer*innen und 86 Prozent der Smartphone-Nutzer*innen
ihr Gerät noch nie zur Reparatur gebracht haben.“ Parallel dazu wird in
der Öffentlichkeit ambivalent diskutiert, ob mit den von Handel und
Herstellern regelmäßig beworbenen „noch besseren“ Produktinnovationen
tatsächlich ein Mehrwert für den alltäglichen Gebrauch verbunden ist.
„Alte Technik hat häufig sogar Vorzüge. Rückmeldungen von
Verbraucher*innen verdeutlichen uns, dass bei einigen Gerätearten alte
Modelle robuster sind als neue und sich leichter reparieren lassen, da sie
weniger komplex und leichter zu öffnen sind“, sagt Tristan Jorde von der
Verbraucherzentrale Hamburg. Was erleben Menschen noch mit ihren alten
Geräten? Die Kooperationspartner suchen alte Haushalts- sowie
Informations- und Kommunikationsgeräte, die sich bewährt haben und die den
Nutzenden über die Jahre hinweg vertraut geworden sind – kurz: Geräte mit
Geschichte.
So kann ich mitmachen
Passend zur Woche der Abfallvermeidung startet die Mitmach-Aktion „Lang
lebe Technik!“ am 20. November und endet vor Weihnachten am 23. Dezember.
Erfahrungen mit einem elektronischen Gerät, welches schon lange regelmäßig
genutzt wird und treu seinen Dienst verrichtet, können auf der
Projektwebseite https://langlebetechnik.de/Akt
Teilnehmer*innen können Fotos teilen und berichten, was sie an ihrem Gerät
schätzen und was ihre Tricks sind, um die Funktionsfähigkeit
aufrechtzuerhalten. Unter dem Hashtag #LanglebeTechnik können Fotos und
Kurzbeschreibungen auch über Social Media (Facebook, Instagram und
Twitter) geteilt werden. Alle Geschichten sind auf der Projektwebseite
einsehbar.
Mit dem Sammeln und Präsentieren der Geschichten zu langlebigen Geräten in
der Vorweihnachtszeit möchten die Kooperationspartner dazu inspirieren,
alte Geräte wertzuschätzen und den eventuell anstehenden vorzeitigen
Austausch zu überdenken.
Durch die Reflexion des Umgangs mit Technik soll das für die
Kreislaufwirtschaft wichtige Thema der langen Nutzungsdauer anschaulich
für Nutzende zugänglich gemacht werden. Auf der Website informiert die
Forschungsgruppe rund um das Thema kurze und lange Lebensdauern von
elektronischen Geräten. Interessierte erhalten durch Beispiele sowie
anschaulich erläuterte Forschungsergebnisse und wissenschaftliche
Perspektiven Einblicke in die Vielschichtigkeit des Themas. Das Anliegen
ist es, den Interessierten ein systemisches Verständnis davon zu
vermitteln, wie technische, rechtliche, kulturelle und soziale Bedingungen
dazu beitragen, dass die Nutzungsdauer von elektronischen Geräten zustande
kommt.
Über die Kooperationspartner
Die Kampagne ist eine Kooperation der Forschungsgruppe „Obsoleszenz als
Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen“ mit den
Landesverbänden der Verbraucherzentralen Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
Die Forschungsgruppe untersucht seit 2016 die Lebens- bzw. Nutzungsdauern
von Elektronikgeräten. Das Team besteht aus Wissenschaftler*innen aus den
Bereichen Wirtschafts-, Rechts-, Ingenieurs- sowie Sozialwissenschaften.
Die Forschungsgruppe ist ein Verbundprojekt zwischen dem Fraunhofer-
Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM und der Technischen
Universität Berlin. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung im Rahmen der Nachwuchsförderung Sozial-ökologische
Forschung von 2016 bis 2022.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird am 29. November zur
Kampagne aufrufen.
Weitere Informationen und Ansprechpartner*innen:
Für weitere Informationen verfolgen Sie auch die Social Media-Maßnahmen
auf den Kanälen der genannten Teilnehmenden:
Twitter: https://twitter.com/Fraunhofer
Instagram: https://www.instagram.com/frau
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