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KIT: Krisenkommunikation: glaubwürdig und verständlich informieren

Die Corona-Pandemie zeigt aktuell, wie wichtig zuverlässige und allgemein
verständliche Information ist. Mit multimodalen Formen der Risiko- und
Krisenkommunikation befasst sich das nun gestartete Verbundvorhaben
MIRKKOMM. Expertinnen und Experten für Wissenschaftskommunikation am
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) untersuchen in einem
Teilprojekt, wie multimodale Kriseninformationen rezipiert werden und
welche kognitiven und affektiven Wirkungen sie haben, und erhalten dafür
vom Bundesforschungsministerium eine Förderung von rund 418 000 Euro.

Die Corona-Pandemie zeigt aktuell, wie wichtig zuverlässige und allgemein
verständliche Information ist. Mit multimodalen Formen der Risiko- und
Krisenkommunikation befasst sich das nun gestartete Verbundvorhaben
MIRKKOMM. Expertinnen und Experten für Wissenschaftskommunikation am
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) untersuchen in einem
Teilprojekt, wie multimodale Kriseninformationen rezipiert werden und
welche kognitiven und affektiven Wirkungen sie haben, und erhalten dafür
vom Bundesforschungsministerium eine Förderung von rund 418 000 Euro.

Diese Presseinformation finden Sie mit Foto zum Download unter:
https://www.kit.edu/kit/pi_2021_104_krisenkommunikation-glaubwurdig-und-
verstandlich-informieren.php


Wie wollen Bürgerinnen und Bürger in Krisenzeiten von Behörden und Medien
informiert werden? Wie gut erreichen Botschaften von
Gesundheitseinrichtungen die Öffentlichkeit? Wie lassen sich Informationen
allgemein verständlich und glaubwürdig aufbereiten und wirksam verbreiten?
Fragen wie diese haben in der Corona-Pandemie zusätzlich an Aktualität und
Brisanz gewonnen. Mit ihnen befasst sich das neue Verbundvorhaben
„MIRKKOMM – Multimodalität in der Risiko- und Krisenkommunikation“. Die
Besonderheit des Projekts besteht darin, dass es multimodale Formen der
Kommunikation erforscht, das heißt Kommunikation auf verschiedenen Kanälen
wie Dashboards, Broschüren, neuartigen Videoformaten und Visualisierungen.
Das Department für Wissenschaftskommunikation am Institut für
Technikzukünfte (ITZ) des KIT ist an MIRKKOMM beteiligt und beschäftigt
sich mit der Rezeption, das heißt der Aufnahme solcher multimodaler
Informationen.


Laborstudie und Online-Umfrage

„Wir steuern eine umfangreiche Laborstudie mit Blickaufzeichnungen und
Wissenstests sowie eine Online-Umfrage zur Bewertung und Akzeptanz
multimodaler Kommunikationsangebote bei“, erklärt Professor Hans-Jürgen
Bucher, der aufgrund der Projekteinwerbung vom KIT zum Distinguished
Research Fellow ernannt wurde und das Teilprojekt am Department für
Wissenschaftskommunikation zusammen mit Professorin Annette Leßmöllmann
leitet. „In Krisen haben sowohl Behörden als auch Bürgerinnen und Bürger
Handlungsentscheidungen bei häufig unsicherer und teils auch kontroverser
Informationslage zu treffen“, erläutert Leßmöllmann. „Daher gilt es
herauszufinden, welche Kommunikationsangebote Glaubwürdigkeit vermitteln
und Vertrauen aufbauen.“ Im Einzelnen untersuchen die Karlsruher
Forschenden, wie Bürgerinnen und Bürger einerseits und
Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter andererseits multimodale
Kriseninformationen rezipieren und welche kognitiven und affektiven
Effekte die Informationen auf sie haben, das heißt, nach welchen Kriterien
sie die Informationen bewerten, wie diese ihre Risikowahrnehmung
beeinflussen und welche Handlungsanforderungen sie daraus ableiten. Diese
Untersuchungen sollen dazu beitragen, adressatengerechte Angebote zu
entwickeln und Defizite in der Behördenkommunikation zu beheben. Das
Projektteam am KIT kann dabei auf breite Erfahrungen aus früheren
Forschungsarbeiten zur Wissenschaftskommunikation zurückgreifen.


Kooperation von Forschung und Praxis

Insgesamt umfasst das interdisziplinär angelegte Projekt MIRKKOMM acht
Teilprojekte. Beteiligt sind Forschende aus Medien- und
Kommunikationswissenschaft, Politik- und Rechtswissenschaft, Psychologie
und Informatik. Das Verbundvorhaben ist am 1. Oktober 2021 gestartet und
auf drei Jahre angelegt. Im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile
Sicherheit“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
das Projekt mit insgesamt rund zwei Millionen Euro, davon entfallen rund
418 000 Euro auf das Teilprojekt am KIT. Koordiniert wird MIRKKOMM vom
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), einer unabhängigen
wissenschaftlichen Einrichtung, welche die Bundesregierung berät. Neben
dem BfR und dem KIT wirken die Technische Universität Ilmenau, die SRH
Berlin University of Applied Sciences, die Europa-Universität Viadrina in
Frankfurt an der Oder und als Praxispartner die mecom – Medien-
Communikations-Gesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen
Presse-Agentur (dpa), an dem Verbundvorhaben mit. Forscherinnen und
Forscher aus den USA, den Niederlanden, Australien und Deutschland sowie
Institutionen wie das Robert Koch-Institut, die Bundeszentrale für
politische Bildung und die dpa unterstützen MIRKKOMM. (or)

Weitere Informationen: https://www.wmk.itz.kit.edu

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querFELDein-Podcast: Neue Folge zu Genome Editing

Haben Sie schon einmal etwas von Genome Editing gehört oder von CRISPR-
Cas? Man bezeichnet damit Verfahren mit denen gezielt Mutationen in
bestimmten Abschnitten der DNA herbeigeführt werden - bei Tieren oder
Pflanzen. In der Pflanzenzüchtung ist das gar nichts Neues, nur die
Techniken haben sich mit der Zeit verändert, sodass wir heute ganz genau
bestimmen können, welches Gen wir bearbeiten wollen.

In der aktuellen Folge des querFELDein-Podcasts sprechen Johann und Julia
mit Robert Hoffie vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und
Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, der erklärt wie Genome
Editing funktioniert, warum und wo es angewendet wird und welche Bedeutung
diese Verfahren für die Landwirtschaft haben.

"Es hat sich über viele Jahre ein allgemeines Gefühl in der Gesellschaft
entwickelt, dass Gentechnik etwas Schlechtes ist. Dabei hat Gentechnik
große Potenziale. Wir brauchen nur einen Rahmen, in dem wir diese
Potenziale auch nutzen können." - Robert Hoffie, Biotechnologe

Der Podcast ist auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, YouTube und
auf dem Blog verfügbar: https://www.quer-feld-ein.blog/hoeren/

Die Online-Wissensthek „querFELDein“ der Leibniz-Gemeinschaft bündelt
Fakten, News und Ideen rund um die Landwirtschaft der Zukunft. In einem
interaktiven Blog-Format bringt sie dabei Perspektiven aus Forschung,
Praxis und Gesellschaft zusammen und lädt zum Dialog ein. Initiiert vom
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und gefördert
vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes
Brandenburg (MWFK) wird das Projekt neben dem ZALF unterstützt vom
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), dem Leibniz-
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), dem Leibniz-
Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ), dem Leibniz-Institut für
Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP), dem Leibniz-Institut für
Raumbezogene Sozialforschung (IRS), dem Deutschen Institut für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), dem Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung (PIK), der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung
Eberswalde (HNEE), der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-
Senftenberg (BTU), dem Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN), dem
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK),
dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen
Universität München (LSB), dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie
(IPB) und Saxony5: www.quer-feld-ein.blog

Originalpublikation:
https://www.quer-feld-ein.blog/episodes/genome-editing-gentechnik-fur-die-
landwirtschaft-der-zukunft
- Folge #11 des querFELDein-Podcasts in voller
Länge

https://www.quer-feld-ein.blog/episodes/reingehort-genome-editing-
gentechnik-fur-die-landwirtschaft-der-zukunft
- REINGEHÖRT - Folge #11 des
querFELDein-Podcasts in der Kurzversion

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Dmitry Ivanov von der HWR Berlin einer der meist zitierten Wissenschaftler weltweit

Prof. Dr. Dmitry Ivanov von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
(HWR Berlin) ist als einziger Berliner Wissenschaftler einer Hochschule
für Angewandte Wissenschaften auf der Liste der „Global Highly Cited
Researchers“ 2021.

Berlin, 19. November 2021. Prof. Dr. Dr. habil. Dmitry Ivanov von der
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) steht auf der
jüngst veröffentlichten Liste der „Global Highly Cited Researchers“ 2021.
Damit hat der Berliner Professor für Supply Chain und Operations
Management es als einziger Berliner Forscher einer Hochschule für
Angewandte Wissenschaften (HAW) in das Who‘s Who der internationalen
Wissenschaftsszene geschafft. Insgesamt werden rund 6 600
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 22 Fächerkategorien als
„Highly Cited Researchers“ aufgeführt. Alle haben in herausragender Weise
durch ihre wissenschaftliche Arbeit Einfluss auf ihr Fachgebiet genommen.

Prof. Dr. Dmitry Ivanov forscht zur 3P-Triade in Global Supply Chain und
Operations Management: Planet, People, Profit. Im wissenschaftlichen Fokus
seiner Untersuchungen zur integrierten prozessorientierten Planung und
Steuerung der Waren-, Informations- und Geldflüsse – vom Kunden bis zum
Rohstofflieferanten – stehen digitale, resiliente, nachhaltige und
effiziente Wertschöpfungs- und Lieferketten (Supply Chains). Der
international gefragte Experte stellt seine Forschungsergebnisse auf den
Gebieten Supply Chain Resilienz, Digitale Supply Chain und Industrie 4.0
regelmäßig auf führenden Fachkonferenzen vor und leitet global agierende
Arbeitsgruppen. 2020 und 2021 hielt er auf Einladung zahlreiche
Plenarvorträge auf renommierten internationalen Tagungen wie INFORMS ICSS,
IFIP APMS, IFIP PRO-VE.

Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse publizierte der Berliner Forscher in
Lehrbüchern und Monographien und veröffentlichte über 110 Artikeln in
führenden internationalen Fachzeitschriften und verfasste mehr als 160
Konferenz- und Buchbeiträge. GoogleScholar zählt mehr als 12 000
Zitationen seiner Arbeiten, wobei allein 2021 bereits über 5 200
Erwähnungen hinzugekommen sind. Seine am meisten zitierten Beiträge sind
derzeit “Predicting the impacts of epidemic outbreaks on global supply
chains: A simulation-based analysis on the coronavirus outbreak (COVID-19
/SARS-CoV-2) case” (2020) in Transportation Research: Part E mit aktuell
844 Zitationen und “The impact of digital technology and Industry 4.0 on
the ripple effect and supply chain risk analytics” (2019) im International
Journal of Production Research mit 614 Zitationen. Für seine Arbeiten
erhielt Ivanov mehrere internationale Preise und Auszeichnungen, zum
Beispiel den Best Paper Award 2018 der International Journal of Production
Research, den Most Cited Author Award der International Journal of
Production Research in 2019 und 2020 und den Annual Reviewer Award 2020
des International Journal of Production Economics. Er ist im Ranking der
WirtschaftsWoche 2020 und 2018 als „Top-Forscher in der BWL“ gelistet.

Clarivate Analytics veröffentlicht jährlich auf der Basis von Angaben aus
der Publikationsdatenbank „Web of Science“ eine Übersicht der
international führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diese
gehören damit zu den einflussreichsten ein Prozent ihres Faches.
Ausschlaggebend für diese Bewertung ist, wie oft Fachkolleginnen und
-kollegen die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der gelisteten
Forscherinnen und Forscher in den letzten zehn Jahren, in diesem Fall von
2009 bis 2019, zitiert haben. Clarivate Analytics ist nach eigenen Angaben
die weltweit einzige verlagsneutrale globale Zitationsdatenbank.

Deutschland nimmt mit 331 hochranging zitierten Forschenden im
Ländervergleich den fünften Platz auf der Liste der „Global Highly Cited
Researchers“ 2021 ein, nach den USA, China, Großbritannien und Australien.
Berlin ist mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu
Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Charité
Universitätsmedizin Berlin und zum ersten Mal mit der Hochschule für
Wirtschaft und Recht Berlin vertreten.

Prof. Dr. Andreas Zaby, Präsident der HWR Berlin, sagt: „Dmitry Ivanov
steht nicht nur für Forschung auf internationalem Spitzenniveau, er ist
auch ein wichtiger Impulsgeber in der Lehre. Der große Erfolg unserer
Studienangebote im Bereich Supply Chain und Operations Management ist ganz
wesentlich auf ihn zurückzuführen. Unsere praxisnahen Bachelor- und
Masterangebote in diesen wichtigen Disziplinen erfreuen sich großer
Nachfrage bei Studierenden und bei kooperierenden Industrieunternehmen.“

Mehr Informationen über Prof. Dr. Dmitry Ivanov
blog.hwr-berlin.de/ivanov

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist mit über 11 500
Studierenden eine der großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften –
mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen
Qualitätsstandards sowie einer starken internationalen Ausrichtung. Das
Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und
Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in über 60
Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin
unterhält 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen
Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for
Excellence“. Als eine von Deutschlands führenden Hochschulen bei der
internationalen Ausrichtung von BWL-Bachelorstudiengängen und im Dualen
Studium belegt die HWR Berlin Spitzenplätze in deutschlandweiten Rankings
und nimmt auch im Masterbereich vordere Plätze ein. Die HWR Berlin ist
einer der bedeutendsten und erfolgreichen Hochschulanbieter im
akademischen Weiterbildungsbereich und Gründungshochschule. Die HWR Berlin
unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene
Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

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Biodiversität als Chance. Handeln. Jetzt.

Die digitale „Konferenz der Arten III“ endete heute mit einem großen
Anliegen der mehr als 300 Teilnehmenden: Es ist jetzt nötig, zu handeln,
um die abstürzende Kurve des Biodiversitätsverlustes wieder nach oben zu
biegen – und zwar auf allen Ebenen! Im Privaten, an den Schule,  in der
Politik und in der Verwaltung. Es ist dringend notwendig, aktiv zu werden
und das Artensterben zu stoppen. Die Energiewende darf nicht auf Kosten
der Biodiversität gehe,n und die Klimakrise kann nicht ohne die
Biodiversitätskrise gedacht werden. Mit mehr Vernetzung und mehr Austausch
durch gemeinsames Handeln können nachhaltige Lösungen entstehen, die die
Welt lebenswerter machen.

Die Tagung dauerte zwei Tage und fand im Rahmen der „Bonner Thementage der
Biodiversität“ statt.

„Das Fazit im Rahmen der Bonner „Konferenz der Arten III“ ist eindeutig:
wir müssen handeln, um gegen die Biodiversitätskrise vorzugehen. Es gibt
in unserem Land viele Menschen, die sich enorm engagieren und handeln“,
meint Prof. Dr. Bernhard Misof, Generaldirektor des Leibniz-Instituts zur
Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). Der Austausch zwischen
Wissenschaft, Politik, Nichtregierungsorganisationen,
Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftlern, Lehre oder Schule
gelingt und macht Hoffnung. Das kooperative Treffen zeigte sehr deutlich,
wie groß die Notwendigkeit ist, sich jetzt gemeinsam für die Umwelt und
die Gesellschaft zu engagieren - und wieviel man voneinander lernen kann.

Im Rahmen der Vorträge, Workshops und in den virtuellen Diskussionsräumen
sind unglaublich viele neue mögliche Aktivitäten zur Förderung der
Artenvielfalt genannt worden. „Diese Tagung kann ein echter Motor zur
Entwicklung von Strategien sein, das Thema Biodiversität in die Mitte der
Gesellschaft zu rücken und damit das Leben der Menschen nachhaltig zu
verbessern“ freut sich Misof über den Erfolg.

Gerade Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler helfen
Menschen zu motivieren und Wissen weiter zu geben. Das
Biodiversitätsmainstreaming wird wahr. Die Einflussnahme von Menschen an
Entscheidungsprozessen ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip für echten
Fortschritt in der Entwicklung von Maßnahmen zum Nutzen der Biodiversität.
Die“ Konferenz der Arten“ hat uns in wunderbarer Weise gezeigt, dass
engagierte Bürger vieles wissen und noch mehr Wissen schaffen. So
gestalten Menschen  ihre eigenen, lokalen Communities und bringen sich auf
unterschiedliche Art und Weise ein. Wir als Gesellschaft müssen dies
fördern.

In der Öffentlichkeit muss das Bewusstsein für die Bedeutung der
Biodiversität steigen. Mit „True Cost Accounting“ Standards zu setzen,
also die wahren Kosten eines Produkts oder einer Dienstleistung
vergleichbar berechenbar zu machen, wird sich positiv auf
Unternehmensaktivitäten, Umwelt und Gesellschaft auswirken. „Payment for
Ecosystem Services“ (PES) kann dabei finanzielle Anreize bieten mit dem
Ziel, die Umwelt zu schützen.

„Die Landwirtschaft steht natürlich in einem besonderen Fokus. Viele Arten
gibt es heute bereits nicht mehr, weil sie zum Beispiel durch Fehler in
der Vergangenheit im Rahmen der Flurbereinigung verloren gegangen sind“,
ergänzt Professor Dr. Christoph Scherber, Leiter des Zentrums für
Biodiversitätsmonitoring und Naturschutzforschung (zbm) am LIB und
inhaltlicher Mit-Organisator der Tagung. Notwendig sei also auch eine
Restaurierung der früheren Artbestände. Landwirtschaft müsse auf breiter
Fläche artenreicher werden, zum Beispiel durch Mischfruchtanbau,
Untersaat, Zwischenfrüchte und bunte Fruchtfolgen, aber auch durch
innovative Technologien sowie durch die Reduktion der Auswirkungen von
Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt.

Es existieren bereits viele Daten zu auffälligen Arten, wie Schmetterlinge
oder Vögel, aber  für viele ökologisch wichtige Tierarten wissen wir viel
zu wenig. Dies scheitert oft auch am Geld, daher ist es notwendig den
Kapitalmarkt zu mobilisieren und weiterzuentwickeln.

In den letzten 10 Jahren ist die Artenkenntnis sehr viel schlechter
geworden. Entsprechend muss die Artenkenntnis zurück in die Schule.
Curricula sollten überdacht und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Insgesamt, so das Fazit der Veranstaltung, erfordert Biodiversität als
breites öffentliches Thema dieselbe Aufmerksamkeit wie der Klimawandel.
Das Aussterben einer Art lässt sich nicht rückgängig machen, und wir
brauchen die „Konferenz der Arten“, um uns zu vernetzen und auszutauschen.

Hintergrundinformationen:

Nach 2016 in Berlin und 2019 in Bonn organisierte das LIB Museum Koenig
die Konferenz der Arten in diesem Jahr in einem reinen Onlineformat über
eine virtuelle Veranstaltungsplattform.

Das Programm stand  unter dem Motto „Biodiversität als Chance“: Welche
Chancen kann die Biodiversität für unsere Landwirtschaft, unsere Ökonomie,
unsere Landschaften, unsere Städte und Regionen, unsere Bildung und
insbesondere für unsere Gesellschaft bieten? Die Themen Schutz der
Artenvielfalt, Taxonomie, Monitoring, Datenaustausch, Artenkenntnis wurden
in vielfältigen Programmformaten aufgegriffen. Im Fokus standen auch
wieder Citizen Sciences, denn in den sogenannten Bürgerwissenschaften
liegt ein riesiges Potenzial – von der Erfassung von Daten bis zum
Wissenstransfer. Der Biodiversitätsschutz gewinnt immens durch die
Verbindung von Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Zum Konferenzprogramm:
https://bonn.leibniz-
lib.de/dateien/dokumente/programm_konferenz_der_arten_7.pdf

Weitere Informationen:
https://bonn.leibniz-lib.de/de/artenkonferenz2021

Die „Konferenz der Arten“ wurde jetzt erstmalig zusammen mit der Konferenz
„FörTaxCon“ vom 18. bis zum 19. November 2021 durchgeführt. Letztgenannte
Konferenz wird durch das FörTax Projekt ausgerichtet, dem Projekt zur
Förderung von taxonomischem Wissen als Grundlage für den Naturschutz.
Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Beide Konferenzen bilden die „Bonner
Thementage der Biodiversität“.

Alle drei „Konferenzen der Arten“ wurden aus Mitteln des "Aktionsplans der
Leibniz-Forschungsmuseen" gefördert und sollen regelmäßig, alle zwei Jahr
veranstaltet werden.

Über das LIB
Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) widmet
sich der Erforschung der biologischen Vielfalt und ihrer Veränderung. Seit
dem 1. Juli 2021 arbeiten unsere Forschenden an zwei Standorten: dem
Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn sowie dem
ehemaligen Centrum für Naturkunde in Hamburg. Generaldirektor ist Prof.
Dr. Bernhard Misof, der das LIB standortübergreifend leitet.

Über die Leibniz-Gemeinschaft
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 96 Forschungsinstitute und
wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei
assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von
den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-,
Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften.
Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an
Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung Bund und Länder
fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam.

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