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Luzerner Theater King Lear, Première, 30. September, besucht von Max Thürig

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Produktion und Besetzung:
Regie: Heike M. Goetze Bühne und Kostüme: Heike M. Goetze Licht: David Hedinger-Wohnlich Dramaturgie: Dominik Busch
Daniel Nerlich (Lear) Martin Carnevali (Gloucester) Thomas Douglas (Narr) Christian Baumbach (Kent) Sebastian Schulze (Edmund) Hugo Tiedje (Edgar) Zoe Hutmacher (Goneril) Dagna Litzenberger Vinet (Regan) Marta Rosa (Cordelia) Max Rüfle (Alter Mann, Statist)

Der Herbst zeigt sich bereits in den kräftigsten Farben, lässt das Grün so intensiv erscheinen, dass ich mich in Irland wähne und meine Gedanken um all das Schöne, das sich mir in meinem Umfeld bietet, kreisen. Für heute steht ein Besuch im Luzerner Theater zu William Shakespeare’s Stück «KING LEAR» an.

Schon geerbt? Nein? …dann sehe ich SCHWARZ…

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Dieses sehr imposante Werk – um nicht zu sagen dieser Koloss – vom grossen Meister um 1600 geschrieben, feiert Premiere! Mit dem Inhalt des Stückes vertraut, bin ich gespannt, wie die Truppe unter der Regie von Heike M Goetze, die gewählte Neuübertragung von Miroslava Svolikova umsetzt.

 

 

 

Lockdown und seine möglichen Folgen

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Um in den Genuss dieser Aufführung zu gelangen, musste ich mich der Zertifikatspflicht unterziehen. Zeigte sich hier nicht eine erste Parallele zu Shakespears Stück? Grassierten in dieser Zeit nicht Pestzüge in Europa und schickten die Menschen auch in eine Art Lockdown? Will heissen, dass auch damals aus Angst vor Ansteckungen soziale Kontakte reduziert wurden und die Gesellschaft prägten, veränderten?

 

 

 

Schwarz dominiert

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Gleich von Beginn an werde ich in den Bann der Geschichte gezogen. Düster, wenig Licht und wenn Licht, dann für sehr ausgewählte Szenerien, so versuche ich dem Geschehen zu folgen. Nichts erinnert mich an meine Eindrücke der kräftigen Herbstfarben. Im Gegenteil: Schwarz und Leder dominieren und verleihen der Szenerie etwas Gespenstisches, Surreales! Schon mit den ersten Sätzen Lears zeigen sich liebgewonnene Eigenschaften des Menschen: Macht, Ansehen und geliebt werden!

 

 

 

 

 

 

Macht ist geil…

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Anfänglich etwas irritiert, dass der «alte König» mit einer im besten Alter lebenden Person UND seinem Spiegelbild als alten Mann dargestellt wurde, mache ich mir erste Gedanken über Machtansprüche und Machtabgabe in unserem Leben. Wann ist der richtige Zeitpunkt seine Macht abzulegen? Als Mensch habe ich ja die Möglichkeit, mich in die Vergangenheit zu begeben, Lehren zu ziehen, daraus Strategien abzuleiten, wie es in Zukunft weitergehen soll und so eigentlich auch meinen Abgang und die Stabsübergabe zu planen. Doch will das der Mensch überhaupt? Oder ist er schlicht zu verliebt in all die Möglichkeiten damit zu «spielen»? So ertappe ich mich im momentanen Zeitgeschehen, welches sich im Grundsatz nur sehr wenig von den damaligen überzeugten Herrschern wie er von King Lear dargestellt wird, unterscheidet. Da fallen mir die Namen vieler Weltpolitiker ein, die so von sich überzeugt sind, dass sie den Anspruch auf Unersetzlichkeit reklamieren…

Abgründe des Menschen werden sicht- und schmerzlich spürbar

King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn
King Lear Szenenfoto von Ingo Hoehn

Das Stück nimmt weiter Fahrt auf, zeigt die zerstörerische Kraft des Geliebtsein-Wollens indem die Hauptfigur seine Lieblingstochter, die ihm vordergründig die Liebe verweigert, verdammt und sie so letztlich in den Tod stösst. Durch die Aufteilung seines Reiches unter die beiden ältesten Töchter begibt er sich unbemerkt in deren Abhängigkeit und muss erleben, dass er letztlich alles verliert und in den Wahnsinn getrieben wird.
Gleichzeitig erlebe ich in einer Parallelhandlung wie in der Familie des Grafes Glosters, einem alten Vertrauten Lears, weitere Intrigen, angetrieben vom unehelichen Sohn Edmund, vorangetrieben werden. Die Klaviatur des Täuschens, der fake News und der Ausnützung der Beteiligten wird in Perfektion gespielt und führt mir vor Augen, wozu der Mensch fähig sein kann, wenn er von seinen Wahnideen besessen ist. Dass Graf Gloster  erst nach der Beraubung seines Augenlichts realisiert, dass er nun sehend ist und feststellen muss, dass er auf die falschen Freunde und Personen gesetzt hat lässt mich sehr nachdenklich werden. Getoppt wird das Ganze dann noch durch die Vergiftung Regans durch ihre Schwester Goneril!

Zu späte Einsicht

Vollends düster wird es dann, als der sterbende Edmund sein schlechtes Gewissen beruhigen möchte und versucht, seinen Tötungsauftrag für Gordelia und Lear rückgängig zu machen, was scheitert. Für beide kommt dieses Ansinnen zu spät…

Shakespears Tragödie führte mich in die dunkelsten Abgründe des Menschen. Sie zeigt Menschen, die den Vergleich eines Tieres auf zwei Beinen rechtfertigen. Zum Glück spielt die Geschichte aber in einer Zeit, die längst der Vergangenheit angehört…. Oder lassen sich da nicht auffällig viele Parallelen zum Hier und Jetzt ziehen? Beeindruckt von der schauspielerischen Leistung aber nachdenklich über das Gesehene verlasse ich diese reale Kunstwelt und freue mich, wenn ich mit meinen Augen «sehend» das Leben erfahren darf!

Text: Max Thürig https://maxthuerig.ch/                                                                     https://www.wildwaldwalk.ch/

Fotos: www.luzernertheater.ch  Ingo Hoehn

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Zentrale Radonstelle NRW – Europäischer Radon-Tag 2021

Der europäischen Radonverband (ERA) nimmt jährlich den Geburtstag der
Nobelpreisträgerin Marie Curie am 7. November zum Anlass, um auf das
Gesundheitsrisiko aufmerksam zu machen, das von Radon ausgeht.

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das  auf natürliche Weise in Böden und
Gesteinen vorkommt. Es kann über undichte Stellen im Fundament oder in
Kellermauern, aber auch durch Kabel- und Rohrdurchführungen direkt aus dem
Boden in Gebäude eindringen und sich dort ansammeln. Radon ist unsichtbar
sowie geruchs- und geschmacklos, es lässt sich deshalb nur durch Messungen
feststellen. Mit speziellen Messgeräten ist das für jeden einfach und
kostengünstig möglich.

Insbesondere in hohen Konzentrationen ist Radon gesundheitsschädigend.
Hält man sich über längere Zeit in Räumen mit hohen Radonkonzentrationen
auf, erhöht sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Das
Strahlenschutzgesetz legt daher einen Referenzwert von 300 Becquerel pro
Kubikmeter Raumluft in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen fest. Wird
dieser Wert im Jahresmittel überschritten, sollten Maßnahmen zum Schutz
vor Radon ergriffen werden.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat 2019 die Zentrale
Radonstelle NRW eingerichtet, um Maßnahmen aus dem Radonmaßnahmenplan des
Bundes umzusetzen und die Bevölkerung über Radon zu informieren. Wenn Sie
mehr über Radon erfahren möchten, finden Sie Informationen über
Gesundheitsrisiken, Schutzmaßnahmen und Radonvorkommen auf der Webseite
der Zentralen Radonstelle NRW: www.radon.nrw.de.

Was es bei Radon in Bestandsbauten, beim Bauen oder auch am Arbeitsplatz
zu beachten gilt, hat die Zentrale Radonstelle NRW außerdem in mehreren
Informations-Flyern zusammengefasst. Die Flyer können kostenlos bestellt
werden.

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Jetzt anmelden: Online-Diskussion "Miteinander statt Nebeneinander: Diskussionskultur statt Feindbild" am 10. November

nwiefern prägt der Wandel der Medienlandschaft unsere Gesellschaft? Diese
Frage steht im Mittelpunkt der Online-Veranstaltung „Miteinander statt
Nebeneinander: Diskussionskultur statt Feindbild", zu der das Deutsche
Stiftungszentrum (DSZ), die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt
(DSEE) und ZiviZ im Stifterverband am Mittwoch, 10. November 2021 in der
Zeit von 16 bis 18 Uhr gemeinsam einladen. Anmeldungen sind online
möglich: https://pretix.eu/DSEE/diskussionskultur/

Verschwörungsmythen, Populismus, Fake News gepaart mit
Wissenschaftsskepsis oder gar -leugnung: Erfundene Meldungen und
Geschichten haben Hochkonjunktur. Parallel erleben wir, dass die
klassischen Medien, wie etwa Zeitungen, TV und Radio, an Bedeutung
verlieren. Zunehmend steht der Qualitätsjournalismus in Konkurrenz zu
(kostenlosen) Angeboten, die sich journalistischen Standards weniger
verpflichtet sehen oder diese sogar unterminieren. Soziale Medien tun ein
Übriges: Immer mehr Menschen greifen zur Information auf Inhalte ihrer
digitalen Freundeskreise zurück.

Welche Rolle spielen Medien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und
unsere demokratische Ordnung? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung,
haben die sozialen Medien auf unser gesellschaftliches Diskursklima und
Urteilsvermögen? Und inwiefern sind Stiftungen, Vereine und andere
zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für das Gemeinwohl einsetzen,
jetzt gefragt, im Rahmen ihrer Aktivitäten die Medien mehr in den Blick zu
nehmen und neue digitale und analoge Formate mitzugestalten?

Es diskutieren:

Holger Stark, stellvertretender Chefredakteur von DIE ZEIT (Keynote)
Prof. Dr. Andreas Jungherr, Professor für Politikwissenschaft,
insbesondere Steuerung innovativer und komplexer technischer Systeme an
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Katarina Peranić, Vorständin der Deutschen Stiftung für Engagement und
Ehrenamt
Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung
Matthias Schmolz, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der
Geschäftsleitung des Deutschen Stiftungszentrums, Geschäftsführer und
Kaufmännischer Leiter des Stifterverbandes

Moderation: Tanja Samrotzki

Jetzt online anmelden und mitdiskutieren:
https://pretix.eu/DSEE/diskussionskultur/

Für weitere Informationen:
Anke Meis
Leiterin Kommunikation & Marketing
Deutsches Stiftungszentrum GmbH im Stifterverband
Barkhovenallee 1  .  45239 Essen
T  0201 8401-204
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

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Das Global Future Council on Agile Governance des Weltwirtschaftsforums hat Prof. Dr. Anne Paschke von der Technischen Universität Braunschweig in die Liste der "Agile 50 – The World’s 50 Most Influential People Navigating Disruption“ des Jahres 2021 gewä

Das Global Future Council on Agile Governance des Weltwirtschaftsforums
hat Prof. Dr. Anne Paschke von der Technischen Universität Braunschweig in
die Liste der "Agile 50 – The World’s 50 Most Influential People
Navigating Disruption“ des Jahres 2021 gewählt. Diese Auszeichnung ehrt
Führungspersönlichkeiten, die die Agilität von Regierungen, Regulierung
und Politikgestaltung in der ganzen Welt vorantreiben.

Professorin Anne Paschke ist unter den ausgewählten global und lokal
aktiven Politikerinnen und Politikern, Unternehmerinnen und Unternehmern
sowie Verwaltungsbediensteten die einzige Vertreterin aus Deutschland.
Neben ihr wurden in die Reihe der „Agile 50“ unter anderem Ministerinnen
und Minister aus unterschiedlichen Kontinenten, aber auch die Vorsitzende
des internationalen Vorstandes von Amnesty International, die kanadische
Botschafterin in der EU sowie die Koordinatorin für den globalen Einsatz
von COVID-19-Impfstoffen der Vereinten Nationen gewählt.

Anne Paschke ist Universitätsprofessorin für Öffentliches Recht und
Technikrecht an der TU Braunschweig. Dort ist sie zugleich Direktorin des
Instituts für Rechtswissenschaften und Leiterin der Forschungsstelle
Mobilitätsrecht. In ihrer Forschung hat sie sich spezialisiert auf
Rechtsthemen in der Digitalisierung, in den Bereichen Datennutzung und
Datenschutz, E-Commerce, E-Government und E-Health. Seit 2019 ist sie
außerdem Referentin für Grundsatzfragen der Digitalpolitik im
Bundeskanzleramt. Sie hat langjährige Erfahrung in der Vermittlung von
Digitalkompetenzen und in Digitalisierungsprojekten für die Verwaltung.

Die Auszeichnung „Agile 50“ wurde von Apolitical und dem Global Future
Council on Agile Governance des Weltwirtschaftsforums ins Leben gerufen.
Apolitical ist eine Plattform, die Beschäftigte in öffentlichen
Verwaltungseinrichtungen mit politischen Entscheidungsträgern
zusammenbringt, um den Ideenaustausch zu einigen der drängendsten Probleme
zu unterstützen – von der Flüchtlingskrise, über Covid-19 bis zum
Klimawandel. Ein Kernziel ist es, die Verwaltung auf den raschen
technologischen Wandel einzustellen. Der Global Future Council on Agile
Governance hat sich zur Aufgabe gemacht, durch die Vernetzung von
Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Verwaltung die Praxis von
Behörden anhand bewährter Beispiele aus der ganzen Welt zu erneuern. So
sollen Innovationen entstehen und auch das Wirtschaftswachstum gefördert
werden.

2020 waren aus Deutschland unter den Agile 50 zwei Persönlichkeiten
vertreten: Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und
Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, und Andrej Safundzic,
Gründer des Fellowship-Programms Tech4Germany der Bundesregierung.

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