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Forscher*innen der TU Berlin auf der Berlin Science Week

Zahlreiche digitale Events vom 1. bis 10. November 2021 / Queen‘s Lecture
2021 findet digital statt

Die Berlin Science Week bietet internationalen Forscher*innen und
Organisationen eine öffentliche Bühne, um Einblicke in aktuelle Themen zu
geben, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren und
gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Während der zehn Festivaltage vom 1.
bis 10. November 2021 werden sich über 500 Forscher*innen, Innovatoren und
Vordenker*innen in rund 200 Veranstaltungen – digital und vor Ort –
treffen. Die Themenblöcke reichen von Umwelt und Nachhaltigkeit über
Gesundheit und Wohlbefinden bis hin zu innovativen Technologien oder Kunst
und Wissenschaft. Das zentrale Festivalzentrum auf dem Berlin Science Week
Campus im Museum für Naturkunde Berlin lädt am 5. und 6. November 2021 zu
Präsenz-Veranstaltungen ein.

Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei und digital zugänglich. Für
Präsenz-Veranstaltungen gelten entsprechende Abstands- und Hygieneregeln.
Der Großteil der Vorträge findet auf Englisch statt.

Beiträge der TU Berlin und der Berlin University Alliance

Queen's Lecture 2021: „Blueprint for Peace in C21st: So little done, but
it’s not too late“
Die Vortragsreihe wurde anlässlich des Besuches von Königin Elisabeth II.
am 27. Mai 1965 in Berlin als ein Geschenk der Briten an die Stadt Berlin
eingeführt. Die diesjährige Lecture wird von Sanam Naraghi Anderlini MBE,
Direktorin des Centre for Women, Peace and Security an der London School
of Economics and Political Science gehalten. Die Friedensstrategin und
Anwältin ist eine weltweit anerkannte Fürsprecherin für Frauen, Frieden
und Sicherheit. Sie wird über Ursachen gewaltsamer Konflikte nachdenken
und Lösungen anbieten, die sich aus feministischen Perspektiven im Bereich
der Friedenskonsolidierung und Sicherheit ergeben.
Die Queen's Lecture wird von der Britischen Botschaft und vom British
Council Germany unterstützt.
Zeit: Montag, 1. November 2021, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Ort: Online (Livestream auf dem YouTube-Kanal der TU Berlin)
Der Direktlink zum Livestream ist kurz vor der Veranstaltung hier zu
finden: <www.tu.berlin/go33060>
Für eine Erinnerung und den Direktlink per E-Mail, Registrierung bitte
hier: <https://www.events.tu-berlin.de/QL2021>
Weitere Informationen: <www.tu.berlin/go33060>
Kontakt: Daniela Bechtloff, TU Berlin, Stabsstelle Kommunikation, Events
und Alumni, E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

Global Food Summit – Dialog for a Transforming Society
Eine der wichtigsten Fragen der Zukunft lautet: Wie kann eine biobasierte
urbane Kreislaufwirtschaft dazu beitragen, die Klimaziele für 2030 zu
erreichen?
Der urbane Raum verändert sich durch die Digitalisierung, neue
Mobilitätskonzepte und innovative Food-Start-ups. Urbane „Techno-Farmer"
versorgen ihre regionalen Gemeinschaften bereits mit innovativen,
ökologischen Produkten durch Aquaponik, Vertical Farming oder Food Labs.
Welchen Beitrag können also zellkultiviertes Fleisch oder mit
Mikroorganismen erzeugte Milch leisten, um den städtischen Kohlenstoff-
Fußabdruck zu verringern? Und: Welchen Beitrag können Städte zur
Energiewende durch die Algenproduktion leisten? Oder wie kann das
Abwassersystem in Neubausiedlungen auf Trockensanierung umgestellt werden,
um Trinkwasser zu sparen und den endlichen Rohstoff Phosphat
zurückzugewinnen? Diese Fragen sollen unter anderem diskutiert werden mit
Stephan Becker-Sonnenschein, Global Food
Ralf Fücks, Zentrum Liberale Moderne
Regina Birner, Georg-August-Universität Göttingen
Dr. Christina Kuchendorf, Forschungszentrum Jülich
Dr. Sven Hartmann, Plant Nutrition & Biostimulants
Elmer Schialer Salcedo, Peruanische Botschaft in Deutschland
Dr. Nehreen Majed, University of Asia Pacific
Prof. Dr. Christian von Hirschhausen, Technische Universität Berlin
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 9.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Online
Registrierung hier möglich: <https://globalfoodsummit.live/event-
registrierung/#anmeldung
>
Weitere Informationen: <https://berlinscienceweek.com/de/event/global-
food-summit-dialog-for-a-transforming-society/
>

Wissenschaft und Gesellschaft
Die großen und komplexen Herausforderungen unserer Zeit können nur durch
Kooperation und Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gelöst
werden. Welche Rolle kann die Wissenschaft bei gesellschaftsrelevanten
Diskursen spielen und welche Verantwortung hat die Gesellschaft gegenüber
der Wissenschaft und umgekehrt? Berlin University Alliance-Sprecherin
Sabine Kunst diskutiert mit Aileen Moeck, Katja Naie und Mazda Adli über
diese und weitere Fragen. Teilnehmende können eigene Impulse geben und
über interaktive Tools die Diskussion mitgestalten.
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 12.00 bis 14.00 Uhr
Ort: Online (Livestream) / Berlin Science Week Campus
Bei Interesse an einer Teilnahme vor Ort bitte kurze E-Mail unter Angabe
des Namens an <knowledge-exchange@berlin-university-alliance.de>
Weitere Informationen: <https://berlinscienceweek.com/de/event
/wissenschaft-und-gesellschaft/>

Neue Methoden für weniger Tierversuche – so forscht Berlin
Einblicke in das neue Einstein-Zentrum 3R
Forschung an Mini-Organen, menschlichem Gewebe oder Multi-Organ-Chips –
moderne Technologien versprechen eine Zukunft ohne Tierversuche. Doch was
ist der aktuelle Stand der Forschung? Wie funktionieren diese Methoden und
wo liegen ihre Grenzen?
Die Wissenschaftsjournalistin Emelie Langlade erörtert diese und weitere
Fragen mit den Berliner Wissenschaftler*innen
Prof. Michael Gotthardt, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin)
Prof. Stefan Hippenstie, Charité – Universitätsmedizin Berlin)
Prof. Jens Kurreck, Technische Universität Berlin
Prof. Tanja Schwerdtle, Bundesinstitut für Risikobewertung und
Prof. Christa Thöne-Reineke, Freie Universität Berlin
Hier kann man erfahren, wie Berlins Wissenschaft gemeinsam daran arbeitet,
die Forschung im Sinne der 3R – Replace, Reduce, Refine von Tierversuchen
– zu verbessern.
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 12.00 bis 13.30 Uhr
Ort: Hybridveranstaltung
Bei Fragen vorab: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
Kurz vor Beginn der Veranstaltung wird der Stream auf der Webseite der
Berlin Science Week zur Verfügung gestellt:
<https://berlinscienceweek.com/de/event/neue-methoden-fur-weniger-
tierversuche-so-forscht-berlin/
>
Bei Teilnahmewunsch an der Veranstaltung im Museum für Naturkunde
teilnehmen, bitte hier anmelden: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>. Das Publikum vor
Ort ist auf 18 Personen begrenzt.

The Dance Floor is a Political Space!
Clubs und alternative kulturelle Räume sind häufig experimentelle Orte,
für soziale Utopien, in denen neue Formen des Zusammenlebens und -wirkens
ausprobiert werden können. Häufig sind sie aber von Gentrifizierung,
steigenden Mietpreisen und Raumknappheit in den städtischen
Ballungszentren bedroht. Was bedeutet es unseren Gesellschaften, wenn
diese Orte verschwinden? Wie können wir sie schützen und welche Rolle
können Wissenschaft, Politik und Gesellschaft dabei einnehmen?
Wissenschaftler*innen des Exzellenzclusters „SCRIPTS“, Akteur*innen der
Berliner Clubcommission und weitere Expert*innen aus Kunst und Kultur
tauschen sich aus. Teilnehmende können eigene Impulse geben und über
interaktive Tools die Diskussion mitgestalten.
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 14.00 bis15.30 Uhr
Ort: Online (Livestream) / Berlin Science Week Campus
Bei Interesse an einer Teilnahme vor Ort bitte kurze E-Mail unter Angabe
des Namens an <knowledge-exchange@berlin-university-alliance.de>
Weitere Informationen: <https://berlinscienceweek.com/de/event/the-dance-
floor-is-a-political-space/
>

CLIMATE TALK: Give The Future a Chance
Beim „CLIMATE TALK I From Climate Research to Transfer in the Metropolitan
Region Berlin Brandenburg“ wird u. a. das wissenschaftliche Konzept des
geplanten Einstein Center Climate Change and Public Policy of Human
Settlements (ECCC, in Gründung) vorgestellt. Es geht aus der 2020
gegründeten Gemeinschaftsinitiative Climate Change Center Berlin
Brandenburg hervor, an der die TU Berlin, FU Berlin, Charité Berlin, UdK
Berlin, Universität Potsdam, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
und mehr als 30 Forschungspartner beteiligt sind. Neben dem Vortrag
„Climate change demands behavioral change: What are the challenges?“ von
Elke Weber von der Princeton University wird eine Panel-Diskussion mit
Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, TU-
Präsident Christian Thomsen sowie Felix Creutzig vom Mercator Research
Institute on Global Commons and Climate Change stattfinden.
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 14.00 bis15.30 Uhr
Ort: Digital per Livestream. Kurz vor Veranstaltungsbeginn wird der Stream
auf der Website der Berlin Science Week zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen: <https://berlinscienceweek.com/event/climate-talk-
give-the-future-a-chance/
>
Kontakt: Berit Petzsch, Projektmanagement Climate Change Center Berlin
Brandenburg, E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

CLIMATE:Lab #3 I Kein Schweigen mehr im Walde
Vor der Industrialisierung betrug der Anteil der Wälder an der Landmasse
der Erde zwischen 55 und 60 Prozent, heute sind es noch ca. 30 Prozent.
Brandenburg gehört mit seinen 1,1 Millionen Hektar Wald zu den fünf
waldreichsten deutschen Bundesländern, etwa 18 Prozent der Fläche Berlins
sind bewaldet. Durch Rodungen zur Landgewinnung, monotone Forstbestände,
Hitzeperioden und Brände sind die Wälder weltweit stark bedroht. Beim
„CLIMATE:Lab #3 I Kein Schweigen mehr im WALDE - mit mehr Biodiversität im
Wald das Klima schützen“ des Climate Change Center Berlin Brandenburg
stellen verschiedene Expert*innen ihre Forschungsprojekte vor. Zudem
findet eine Panel-Diskussion, u. a. mit Gunnar Heyne, Leiter der Berliner
Forsten, und Tamina Jeschonnek von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Brandenburg e.V. statt.
Zeit: Freitag, 5. November 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr
Ort: Digital per Livestream. Kurz vor Veranstaltungsbeginn wird der Stream
auf der Website der Berlin Science Week zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen:
<https://berlinscienceweek.com/de/event/climatelab-3/>
Kontakt: Berit Petzsch, Projektmanagement Climate Change Center Berlin
Brandenburg, E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

The Transformative Effect of Science
Seit dem Beginn der wissenschaftlichen Revolution vor fast fünf
Jahrhunderten hat sich unser Verständnis der Welt und unsere Fähigkeit,
sie zu manipulieren, massiv verbreitert. Einerseits haben sich die
Lebenserwartung und die Lebensqualität stark erhöht, und wir haben neue
Möglichkeiten, durch die Welt zu reisen und zu kommunizieren, die für
unsere Vorfahren unvorstellbar waren.
Andererseits hat dieses beispiellose Wachstum aber auch zur Zerstörung von
Ökosystemen, zur Ausbeutung von Ressourcen und zur Umweltverschmutzung,
zum Zusammenbruch traditioneller Gemeinschaften sowie zum Auftreten
existenzieller Risiken wie der globalen Erwärmung und der Möglichkeit
eines Atomkriegs geführt. Die Frage, wie Wissenschaft mit Technologie,
Innovation, praktischer Anwendung und Wachstum zusammenhängt, ist daher
von zentraler Bedeutung für die Schaffung einer nachhaltigen Zukunft.
Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Präsidentin der Humboldt-Universität zu
Berlin und Sprecherin der Berliner Universitätsallianz (BUA), begrüßt im
Rahmen diese Veranstaltung Prof. Dr. Maria Leptin, Präsidentin des
Europäischen Forschungsrates (ERC), in Berlin. Sie wird erläutern, warum
Grundlagenforschung für die Forschung unverzichtbar ist und wie sie zur
Transformation von Forschung und Gesellschaft beiträgt.
Anschließend präsentieren vier ERC-Grantees den transformativen Effekt
ihrer Projekte. Für die TU Berlin spricht Prof. Dr. Demir Begüm. Sie
leitet die Gruppen Remote Sensing Image Analysis (RSiM) und Big Data
Analytics for Earth Observation an der Technischen Universität Berlin und
untersucht, wie die Millionen Bilder von Fernerkundungssatelliten, optimal
genutzt werden können, um das Verständnis unserer Erde zu revolutionieren.
Zeit: Sonnabend, 6. November 2021, 18.00 bis 19.00 Uhr
Ort: virtuell per livestream
Anmeldung und weitere Informationen: <https://berlinscienceweek.com/event
/the-transformative-effect-of-science-a-joint-event-of-the-berlin-
university-alliance-and-the-european-research-council/
>

Programmdetails: <https://berlinscienceweek.com/de/programme/>

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Neuer Ort der Wissenschaftskommunikation: Eröffnung des „UNI_VERSUM – TU Berlin Exhibition Space“ am 2. November 2021 mit der Ausstellung „Pavillon & Wissenspfade und Interaktiver Datentisch”

Über den universitären Kosmos hinaus thematisieren die Projekte „Pavillon
& Wissenspfade und Interaktiver Datentisch“ in einer gemeinsamen
Ausstellung Lösungsansätze und Handlungsstrategien für aktuelle
gesellschaftliche Herausforderungen. In seiner ureigenen Sphäre wirkt der
Universitätsbetrieb für die Öffentlichkeit manchmal verschlossenen und
unverständlich. Die beiden Projekte stehen für einen Austausch zwischen
Wissenschaft und Gesellschaft. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit
zwischen Lehre, Forschung, Verwaltung und Zivilgesellschaft ist schon im
Prozess nachhaltig und partizipativ und stellt Vertrauen in die
Wissenschaft sicht- und begreifbar her.

Die Veranstalter laden herzlich zur Ausstellungseröffnung ein:

Zeit: Dienstag, 2. November 2021, 14.00 bis 15.30 Uhr
Ort:    TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude,
Erdgeschoss, UNI_VERSUM

Die Ausstellung wird voraussichtlich bis zum 1. April 2022 zu sehen sein.
Es ist geplant, sie mit kleinen Veranstaltungen, Präsentationen und
Diskussionsrunden zu begleiten.

Zu den einzelnen Projekten:

„Pavillon und Wissenspfade“ ist ein gemeinsames Projekt der TU Berlin und
des Bezirks Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Ziel, Universität
und Stadt inhaltlich und programmatisch miteinander zu verknüpfen und den
Campus stärker in den umliegenden Stadtraum hin zu öffnen.

Über die sogenannten Wissenspfade, die sich wie Spinnfäden über den Campus
legen, können sich Besucher*innen den Campus selbstständig räumlich und
digital erschließen. Durch das Storytelling werden die Sammlungen,
Denkmäler, Gebäude sowie aktuelle Forschungsinhalte erleb- und begreifbar.
Dort, wo die Fäden zusammenlaufen, steht der Pavillon wie die Spinne im
Netz zentral auf dem Campus und nimmt die Themen der Wissenspfade auf und
vertieft diese. Hier findet der Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und
Gesellschaft statt, der Pavillon ist innovativer Kommunikations- und
Ausstellungsraum, ein Ort für vielfältige Austauschformate. Auf Grundlage
eines integrativen Ausstellungskonzeptes werden Gesprächsanlässe
geschaffen, zum einen durch die Objekte der Mineralogischen Sammlung der
TU Berlin und zum anderen durch kuratierte, thematisch wechselnde
Installationen, Performances oder Stationen der Science Gallery Berlin.

Die Vision ist, den Campus als offen zugänglichen Erlebnisort des
forschenden Lernens und Lehrens zu erschließen und künftig für
interessierte Besucher*innen jeden Alters, Städte- und Bildungsreisende,
Wissenschaftstourist*innen und die TU- und UdK-Gemeinschaft erfahrbar zu
machen.
Die bauliche Fertigstellung des durch GRW-Mittel (Gemeinschaftsaufgabe
"Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur") finanzierten Projekts
ist für 2025/2026 angestrebt.

Kontakt:
Bettina Liedtke
TU Berlin, Präsidialamt
Projektleitung „Pavillon und Wissenspfade“
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
Webseite: <www.tu-berlin.de/pavillon-wissenspfade>
Social Media: <www.instagram.com/pavillon_wissenspfade>

Der „Interaktive Datentisch“ ist ein partizipatives Werkzeug zur
Darstellung und Diskussion von stadträumlichen Szenarien im Zuge urbaner
Transformation. Er visualisiert auf einem interaktiven Multitouch-Display
öffentlich zugängliche Geo-Datensätze sowie Planungsgrundlagen, die durch
ein darüber liegendes, lichtdurchlässiges physisches Modell ergänzt
werden. Ein erster Prototyp wurde 2020 für das Modellgebiet Neu-
Hohenschönhausen durch das Einstein Center Digital Future entwickelt und
vom City Lab Berlin gefördert und wird dort ausgestellt. Inzwischen ist
aus dem Prototyp ein Produkt geworden. Die StadtManufaktur – Plattform für
Reallabore in Berlin an der TU Berlin wird den Datentisch für die
transdisziplinäre Campusentwicklung und zur Nutzung in Forschung und Lehre
einsetzen. Der „Interaktive Datentisch Campus Charlottenburg“ bildet den
Standort der TU und der Universität der Künste Berlin als Teil des Bezirks
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf sowie angrenzende Wohngebiete und
relevante Orte wie den Stein- und Hardenbergplatz ab.
Der „Interaktive Datentisch Campus Charlottenburg“ wurde in enger
Abstimmung mit der TU Berlin durch die Form Follows You GmbH konzeptionell
sowie technisch umgesetzt.

Kontakt:
E-Mail: <stadtmanufaktur-TB-info@win.tu-berlin.de>
<https://stadtmanufaktur.info/>

Das UNI_VERSUM ist ein Ort der Wissenschaftskommunikation, der aktuelle
Themen und Projekte zeigt, die im wissenschaftlich-gesellschaftlichen
Kontext entwickelt werden. Der zentral im Hauptgebäude der TU Berlin
gelegene Raum, lädt mit seinen Ausstellungen, Lectures und Events zum
Mitmachen und zur Diskussion ein.
Es werden sowohl Ergebnisse und Prozesse von transdisziplinären
Lehrforschungsprojekten gezeigt als auch Methoden und Formate der
Wissenschaftskommunikation und des Wissenstransfers von, mit und für
verschiedene Zielgruppen erprobt.

Das Transferpotenzial im Bereich Wissenschaft und Kunst/Kultur soll nach
innen und außen sichtbar gestärkt werden.

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Über die Glaubwürdigkeit von Podcastern: Laura Siehler wird für ihre Masterarbeit ausgezeichnet

empirische Strukturgleichungsanalyse über den Einfluss der Glaubwürdigkeit von Podcastern“, betreut durch Prof. Dr. Andreas Fuchs, ausgezeichnet.  (Foto S. Siehler)
empirische Strukturgleichungsanalyse über den Einfluss der Glaubwürdigkeit von Podcastern“, betreut durch Prof. Dr. Andreas Fuchs, ausgezeichnet. (Foto S. Siehler)

Verleihung des Alfred Gerardi Gedächtnispreises: Die Jury zeichnet drei
Arbeiten aus, unter ihnen eine von der FHWS
Wie glaubwürdig sind Podcasts? Dieser Frage ist Laura Siehler im Rahmen
ihrer Masterarbeit nachgegangen. Die Studentin des Masterstudiengangs
„Marken und Medienmanagement“ an der Hochschule für angewandte
Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt beschäftigte sich mit dem Thema
„Podvertising und Konsumierendenverhalten. Eine empirische
Strukturgleichungsanalyse über den Einfluss der Glaubwürdigkeit von
Podcastern“ (Podvertising bezeichnet das Werben in und mit Podcasts). Mit
ihren Ergebnissen überzeugte sie die Jury des Alfred Gerardi
Gedächtnispreises: Ihre Masterarbeit wurde mit 2.500 Euro ausgezeichnet
und wird am Dienstag, 21. September, 17 Uhr, vorgestellt und prämiert.

Betreut wurde die Arbeit durch Prof. Dr. Andreas Fuchs: „Die
Abschlussarbeit von Frau Siehler stellt insgesamt eine außerordentliche
Leistung dar und übersteigt die Erwartungen an eine Masterandin deutlich.
Die Arbeit zeugt von einer eingehenden wissenschaftlichen
Auseinandersetzung mit der Thematik und entspricht – nicht zuletzt auch
aufgrund der aufwendigen und komplexen Methodik linearer
Strukturgleichungsmodelle – einer `kleinen Dissertation`.“ Insgesamt
wurden 22 Arbeiten von 23 Teilnehmenden eingereicht in den Kategorien
„Beste Dissertation“, „Beste Masterarbeit“ sowie „Beste Bachelorarbeit“.

Auch die Absolventin Laura Siehler zeigt sich erfreut: „Die Auszeichnung
ist für mich eine große Ehre, und ich bin dankbar für die besondere
Wertschätzung meiner Arbeit. Ich freue mich sehr, dass ich mit
Unterstützung meines Betreuers Anstöße zu weiterer Forschung zum jungen
Thema Podvertising geben konnte. Die Preisverleihung rundet mein Studium
perfekt ab, und ich möchte allen danken, die mir das ermöglicht haben."

Der Juryvorsitzende Bernd Ambiel hebt die Aktualität der Themen und der
professionellen Methodik aller eingereichten Arbeiten heraus: „Besonders
auffällig ist, dass inzwischen auch `kritische` Themen wie beispielsweise
die Akzeptanz von Datenverarbeitung oder ethische Probleme beim Einsatz
von Algorithmen breit bearbeitet werden. Auch die `Haltung` von Marken
spielt eine zunehmend wichtigere Rolle. Alle Arbeiten waren qualitativ
sehr hochwertig und eng beieinander. Das erschwerte die Auswahl der
Preisträger in diesem Jahr.“

Der Alfred Gerardi Gedächtnispreis

Alfred Gerardi war ein Vorreiter im Direktmarketing und hat die Branche
des heutigen Dialog- und Data Driven Marketings (datengesteuertes
Marketing) maßgeblich geprägt. Die Suche nach jungen Talenten im kreativen
und im technischen Bereich lag ihm besonders am Herzen. Zu seinen Ehren
vergibt der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) seit 1986 den Alfred
Gerardi Gedächtnispreis (AGGP) an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Einmal
im Jahr werden Abschlussarbeiten von Studierenden ausgezeichnet, die sich
hauptsächlich mit den Themen des Data- und Dialogmarketings befassen und
neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. Teilnahmeberechtigt sind
Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Wasserstoff als Lösung für die Energiewende?

Prof. Dr. Enno Wagner, Professor für Mechatronische Konstruktion und Technische Mechanik an der Frankfurt UAS.  Foto: Benedikt Bieber/Frankfurt UAS
Prof. Dr. Enno Wagner, Professor für Mechatronische Konstruktion und Technische Mechanik an der Frankfurt UAS. Foto: Benedikt Bieber/Frankfurt UAS

Experte Prof. Dr. Enno Wagner setzt sich in einem Statement mit den
Chancen und Grenzen neuer Zukunftstechnologien auseinander und fordert
mehr Realismus: "Den Umbau unseres Energiesystems für eine
umweltfreundliche Wirtschaftsweise gibt es nicht zum Nulltarif"

Wasserstoff wird gegenwärtig – nicht nur im Bundestagswahlkampf – eine
Schlüsselrolle für die Energiewende zugeschrieben. Das vom Weltklimarat
IPCC ausgegebene Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu
begrenzen, kann nur erreicht werden, indem die weltweiten
Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2030 halbiert werden und bis
spätestens 2050 eine globale CO2-Neutralität erreicht ist.
Ist Wasserstoff als Alternative zu fossilen Energieträgern das Element der
Zukunft?

Prof. Dr. Enno Wagner, Professor für Mechatronische Konstruktion und
Technische Mechanik an der Frankfurt University of Applied Sciences
(Frankfurt UAS), erklärt in seinem Statement die Chancen und Grenzen der
Wasserstoff-Technologie. Er fordert mehr Realismus: „Das Umdenken für eine
nachhaltige Energiewende wird sehr viel einschneidender sein, als sich das
heute manche politischen und wirtschaftlichen Entscheider schönreden. Wir
stehen vor der größten technologischen Herausforderung seit Beginn der
Industrialisierung. Es geht um nicht weniger als den vollständigen Umbau
der gesamten weltumspannenden Industriemaschinerie.“

Als eine Lösung wird grüner, also klimaneutral erzeugter Wasserstoff
lanciert, der als neuer und nachhaltiger Energieträger in
unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden kann. In einem
Zukunftsszenario soll in sonnenreichen Gegenden, etwa in Saudi-Arabien
oder Chile, mit riesigen Solarkraftwerken zunächst günstiger Strom erzeugt
werden, aus dem mittels Elektrolyse (durch Spaltung von reinstem Wasser)
Wasserstoff produziert wird. Dieser kann in Tankschiffen nach Europa
transportiert werden, wo er als nachhaltiger Brennstoff in der Industrie,
im Verkehr oder in Wohngebäuden eingesetzt wird. Denn mittels
Brennstoffzellen kann man aus Wasserstoff wieder elektrischen Strom
erzeugen. „Für den Aufbau dieser Technologie sind allerdings immense
Investitionen erforderlich“, so Wagner. „Und es kommen Fragen auf: Sind
die hierfür erforderlichen riesigen Geldmittel auch rentabel eingesetzt?
Ist die gesamte Wasserstoff-Technologie überhaupt sinnvoll? Und wie steht
es um ihre Effizienz?“

Zunächst muss einmal klargestellt werden, dass Wasserstoff keine primäre
Lösung sein kann, da dieser auf der Erde nicht frei verfügbar ist, sondern
immer erst aufwendig hergestellt werden muss.
„Unsere eigentliche nachhaltige Energiequelle ist die Sonne. In Form von
hochwertiger Solarstrahlung trifft jede einzelne Stunde eine Energiemenge
auf die Erde, die dem Jahresbedarf der gesamten Menschheit entspricht“,
erklärt der Wissenschaftler. „Die erste Aufgabe muss also die
großtechnische Erschließung der Solarenergie im globalen Maßstab sein.
Hocheffiziente Solarzellen, solarthermische Kraftwerke, aber auch die
Solarchemie (zur direkten Wasserstofferzeugung aus Sonnenlicht) gilt es
technisch zu entwickeln. Im zweiten Schritt erfolgt die direkte Nutzung
des Solarstroms über Stromnetze, die hierzu massiv ausgebaut werden
müssen. Erst im dritten Schritt erfolgt dann die Energiespeicherung, weil
diese immer verlustbehaftet ist.“

Für die kurzfristige Speicherung zum Beispiel über Nacht oder für die
leichte Elektromobilität sind Lithium-Ionen-Akkus heute die erste Wahl.
Sie speichern mit einem Wirkungsgrad von rund 90 Prozent und sind daher
äußerst effizient. „Nachteilig ist, dass der Strom hier an spezielle
Metalle wie Lithium, Cobalt und seltene Erden gebunden wird, deren
Gewinnung oft in ärmeren Ländern unter schlechten Bedingungen erfolgt, und
dass hierbei auch maßgeblich CO2 freigesetzt wird“, gibt Wagner zu
bedenken. „Für die Speicherung über längere Distanzen sind sie daher
ökologisch nicht verantwortbar.“

Ab einer Speicherkapazität von rund 50 Kilowattstunden ist es ökologisch
vorteilhafter, Wasserstoff und Brennstoffzellen einzusetzen, obwohl die
Energiewandlung hierbei mit höheren Verlusten einhergeht. Dafür können mit
verhältnismäßig kleinen Elektrolysegeräten sehr große Gasmengen erzeugt
werden. „Die saisonale Energiespeicherung für dunkle und kalte
Wintermonate ergibt also praktisch nur mit Wasserstoff wirklich Sinn. Auch
LKW, Lokomotiven und Schiffe, die lange Strecken zurücklegen, werden in
Zukunft vermutlich Wasserstoff tanken und Brennstoffzellen für die
Stromerzeugung an Bord haben. Synthetische Treibstoffe haben eine noch
viel schlechtere Energiebilanz als Wasserstoff, so dass sie vermutlich
eher in Nischen, zum Beispiel für den Flugverkehr, zum Einsatz kommen“,
prognostiziert der Wissenschaftler.

Wagner warnt vor falschen und zu hohen Erwartungen. „Den Umbau unseres
Energiesystems für eine nachhaltige und umweltfreundliche Wirtschaftsweise
gibt es nicht zum Nulltarif. So wird beispielsweise der Industrie
suggeriert, dass der grüne Wasserstoff künftig nur 1 bis 2 Euro pro
Kilogramm kosten wird, womit er vergleichbar mit Erdgas wäre. Regional in
Deutschland erzeugter grüner Wasserstoff kostet aber momentan eher 6 bis 8
Euro pro Kilogramm. Großtechnische Erzeugungsanlagen in Wüstengegenden
versprechen zwar einen sehr viel niedrigeren Preis – sie bergen aber ein
erhebliches Risiko. Bilden sich durch den Klimawandel plötzlich Tiefdruck-
und Regengebiete über den ehemaligen Wüstenregionen, könnte das die
Wirtschaftlichkeit schnell zunichtemachen. Es wird also kaum möglich sein,
dass wir die technischen Strukturen und Berechnungsmodelle der fossilen
Industriewirtschaft einfach übernehmen und auf erneuerbare Energien
ummünzen.“

Es existieren heute gewaltige Geldmengen in den Händen weniger
Superreicher, die nur investieren, wenn das eingesetzte Geld nach
zweieinhalb Jahren zurückgespielt ist. Augenblicklich stehen aber
Investitionen an, die erst nach zehn und mehr Jahren einen ROI (Return of
Invest) haben. Es ist leicht vorstellbar, dass mit fossilem Öl, das jetzt
praktisch umsonst aus dem Boden sprudelt, sehr viel schneller Geld zu
verdienen ist, als wenn man den Treibstoff erst mühsam selbst herstellen
muss.

Wagner fordert daher ein Umdenken auch beim Thema Investitionen. „Wenn die
Energiewende gelingen soll, müssen wir die prallgefüllten Geldkonten aus
dem fossilen Industriezeitalter sinnvoll re-investieren: in Bildung,
Forschung und Entwicklung, Start-Ups, Kultur und eine neue flexible und
nachhaltige Infrastruktur, die Raum und Gestaltungsmöglichkeiten für
qualitatives Wachstum gibt. Auf diese Weise werden künftig die
unterschiedlichen Energiesysteme über smarte Netzwerke zusammenspielen:
Solarzellen, Batterien, Brennstoffzellen und Geräte, die wir uns heute
noch gar nicht vorstellen können. Nur so werden wir das nächste
Wirtschaftswunder erleben – in einem neuen intelligenten Solarzeitalter.“

Zur Person:
Prof. Dr. Enno Wagner lehrt seit 2019 als Professor für Mechatronische
Konstruktion und Technische Mechanik an der Frankfurt UAS hauptsächlich
das technische Zeichnen und die Konstruktionslehre. Sein Anliegen ist es
u.a., die Mechatronik (Schnittmenge aus Mechanik, Elektronik und
Informatik) um die Fächer Thermodynamik und Elektrochemie zu erweitern,
woraus die „Thermotronik“ wird, eine Ausbildung, der in Bezug auf die
Energiewende große Bedeutung zukommt. Wagner baut derzeit ein Wasserstoff-
und Brennstoffzellenlabor an der Hochschule auf. Aktuelles Projekt ist die
Entwicklung eines smarten Wasserstoff-Tankgeräts für Privathaushalte.
In der Grundlagenforschung konzentriert er sich auf die Entwicklung
hocheffizienter Brennstoffzellen. Ein weiterer fachübergreifender
Forschungsschwerpunkt dreht sich um die Syntropie-Kennzahl, mit deren
Hilfe die Güte von nachhaltigen Energiesystemen oder Systemstrukturen
bestimmt werden kann.

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