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„Bleibt fit, macht mit!“ – Mit Bewegungshaltestellen neue Angebote für Kinder vor Ort schaffen

Neue, niedrigschwellige Bewegungsangebote für Kinder vor Ort schaffen –
das ist Ziel der Aktion „Bewegungshaltestellen“, die der Deutsche Turner-
Bund (DTB) und die Deutsche Turnerjugend (DTJ) gemeinsam mit der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt gestartet
haben. Die Aktion ermöglicht Turn- und Sportvereinen, in ihrem jeweiligen
Ort ein Bewegungsangebot für Kinder zu schaffen, das ohne großen Aufwand
umsetzbar ist. Unter dem Motto „Bleibt fit, macht mit!“ sollen nicht nur
die motorische Entwicklung, sondern auch die sozialen Kompetenzen von
Kindern gefördert werden.

Neue, niedrigschwellige Bewegungsangebote für Kinder vor Ort schaffen –
das ist Ziel der Aktion „Bewegungshaltestellen“, die der Deutsche Turner-
Bund (DTB) und die Deutsche Turnerjugend (DTJ) gemeinsam mit der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt gestartet
haben. Die Aktion ermöglicht Turn- und Sportvereinen, in ihrem jeweiligen
Ort ein Bewegungsangebot für Kinder zu schaffen, das ohne großen Aufwand
umsetzbar ist. Unter dem Motto „Bleibt fit, macht mit!“ sollen nicht nur
die motorische Entwicklung, sondern auch die sozialen Kompetenzen von
Kindern gefördert werden.

Julia Schneider, Vorsitzende der Deutschen Turnerjugend: „Bewegung, als
eines der Grundbedürfnisse von Kindern, ist wichtig für ein ganzheitlich
und gesundes Aufwachsen. Sport und Bewegung sind somit die Grundlage für
weiterführende Fähigkeiten. Wie für das Erlernen von Mathematik oder
Fremdsprachen gibt es auch für das Erwerben von motorischen Fähigkeiten
ein optimales Lernalter. Vor allem Kinder haben in der Zeit der Corona-
Pandemie einen großen Teil dieser Phase für das Bewegungslernen verpasst.
Um dies auch nur annähernd aufzuholen, bedarf es zusätzlicher Programme
und mehr angeleitete Angebote in den Turnvereinen.“

Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turner-Bundes: „Jedes Kind hat
gemäß UN-Kinderrechtskonvention nicht nur ein Recht auf Gleichheit,
Bildung und Schutz vor Gewalt, sondern auch auf Gesundheit, Spiel und
Freizeit. Die Bewegungshaltestellen sollen einen niederschwelligen
Einstieg darstellen, um mit einfachen Mitteln vielerorts Bewegungsangebote
für alle Kinder zu schaffen. Sie stellen eine von vielen notwendigen
Maßnahmen zur Re-Aktivierung von Kindern für das Kinderturnen dar.“

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung: „Für ein gesundes Aufwachsen von Kindern ist
die körperliche Fitness genauso wichtig wie die Förderung von
Lebenskompetenzen. Wenn Kinder in ihrer Freizeit sportlich aktiv sind,
können sie ihre eigenen Fähigkeiten testen, Neues wagen, einander helfen
und auf diese Weise Vertrauen und Anerkennung erfahren. Motorische und
körperliche Fitness sowie soziales Miteinander machen Kinder stark und
fördern die Persönlichkeitsentwicklung. Das schützt sie vor späteren
Gefährdungen durch Suchtmittel wie Tabak und Alkohol.“

Anmelden und Bewegungshaltestellen anbieten
DTB-Vereine, die sich an der Aktion beteiligen möchten, können sich unter
http://www.dtb.de/bewegungshaltestellen/anmeldung anmelden.
Die Bewegungshaltestellen laden zum sofortigen Mitmachen ein – unabhängig
von Kinderturnstunden, Material und Räumlichkeiten. Insgesamt gibt es zehn
Haltestellen, hinter denen sich je eine Bewegungsaufgabe verbirgt.
Angemeldete Vereine erhalten kostenlos zehn Schilder mit QR-Codes, die sie
vor Ort an geeigneten Stellen anbringen können. Der QR-Code führt direkt
zur Bewegungsaufgabe auf der Website kinderturnen.de. Auch
Nationalturnerin Sarah Voss – gleichzeitig Botschafterin der BZgA-
Mitmachinitiative „Kinder stark machen“ – ist mit zwei Clips aus der BZgA-
Videoreihe „Bewegungs-ABC“ bei den Bewegungshaltestellen vertreten.
Im Downloadbereich finden angemeldete Vereine außerdem eine Checkliste zu
Rechts- und Versicherungsfragen sowie Anleitungen zum Erstellen einer
Haltestellenroute.

Weitere Informationen zur Aktion: http://www.dtb.de/bewegungshaltestellen

Informationen zum Mitmach-Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung: http://www.kinderstarkmachen.de

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Wissenschaft zum Anfassen

Für die Energiewende im städtischen Raum setzt das Forschungsprojekt
MieterstromPlus! auf Dachflächen. Am 30. Oktober 2021 zu sehen auf der
Wissenschaftsmesse „Tabula rasa“ in der Urania Berlin.

Um die Energiewende im urbanen Raum voranzubringen, bietet sich die
Nutzung der Dachflächen von Mietshäusern zur Erzeugung von Solarenergie
an. Der umweltfreundlich erzeugte Mieterstrom wird Mieterinnen und Mietern
zu einem Preis angeboten, der mindestens zehn Prozent unter dem
ortsüblichen Grundversorgungstarif liegt.

Wissenschaftler*innen der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR
Berlin) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin)
haben in Zusammenarbeit mit Praxispartnern im Rahmen des
Forschungsprojekts „MieterstromPlus!“ neue Geschäftsmodelle und
Marketingstrategien entwickelt, Kombinationen von Zusatzdienstleistungen
zusammengestellt, um Solarstrom von eigenen Dächern für Abnehmerinnen und
Abnehmern attraktiv zu machen.

Vorgestellt wird das Ganze am 30. Oktober 2021 ab 14 Uhr auf der
Wissenschaftsmesse „Tabula rasa – Wissenschaft zum Anfassen“ in der Urania
Berlin. Der Eintritt ist frei.

„MieterstromPlus!“ gehört zu den 25 innovativsten und außergewöhnlichsten
Projekten, die eine Jury unter den zahlreichen Vorschlägen von Berliner
Nachwuchswissenschaftler*innen für die Ausstellung anlässlich der Kampagne
Wissensstadt Berlin 2021 und zum Auftakt der Berlin Science Week
ausgewählt hat. Das Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF)
fördert das Forschungsprojekt.

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist mit über 11 500
Studierenden eine der großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften –
mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen
Qualitätsstandards sowie einer starken internationalen Ausrichtung. Das
Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und
Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in über 60
Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin
unterhält 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen
Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for
Excellence“. Als eine von Deutschlands führenden Hochschulen bei der
internationalen Ausrichtung von BWL-Bachelorstudiengängen und im Dualen
Studium belegt die HWR Berlin Spitzenplätze in deutschlandweiten Rankings
und nimmt auch im Masterbereich vordere Plätze ein. Die HWR Berlin ist
einer der bedeutendsten und erfolgreichen Hochschulanbieter im
akademischen Weiterbildungsbereich und Gründungshochschule. Die HWR Berlin
unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene
Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

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COP26 muss Ambitionssteigerung fördern und Umsetzung von Paris vorantreiben

Die Erwartungen des Wuppertal Instituts an die Klimakonferenz in Glasgow

Vom 31. Oktober bis zum 12. November 2021 findet in Glasgow die 26. UN-
Klimakonferenz statt. Bei diesen Verhandlungen, die aufgrund der Corona-
Pandemie um ein Jahr verschoben werden mussten, wird ein Schwerpunkt sein,
das detaillierte Regelwerk zum Pariser Klimaabkommen zu vervollständigen.
Dabei sollen unter anderem Vorgaben für die Nutzung marktbasierter
Instrumente verabschiedet werden. Zugleich stellt die Konferenz eine
wichtige Gelegenheit für die Vertragsstaaten dar, die Ambitionen ihrer
Klimaschutz-Bemühungen zu verstärken. Das Wuppertal Institut beobachtet
seit Beginn des UN-Klimaprozesses die laufenden Verhandlungen und
analysiert kontinuierlich deren Ergebnisse. Während verschiedener
Sideevents stellt es seine Forschung vor und diskutiert konkrete Wege für
die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Wuppertal, 27. Oktober 2021: Unter dem Vorsitz Großbritanniens wird die
26. Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, kurz COP) der
Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework
Convention on Climate Change, UNFCCC) im schottischen Glasgow abgehalten.
Die diesjährige Klimakonferenz findet unter herausfordernden Bedingungen
statt: Nachdem die Konferenz Pandemie-bedingt um ein Jahr verschoben
werden musste, sind die Erwartungen hoch, dass sie konkrete Beschlüsse und
auch nachgebesserte Klimaschutzziele der Staaten hervorbringt. Im Lauf des
Jahres hat eine weltweite Serie von Extremwetterereignissen einmal mehr
die Dringlichkeit des Handelns unterstrichen. Zugleich stellt die
Durchführung der Klimakonferenz in Zeiten der Pandemie auch eine
organisatorische Herausforderung dar. So muss der gesundheitlichen
Sicherheit der rund 25.000 Teilnehmenden Sorge getragen werden ohne
hierdurch Vertreterinnen und Vertreter einzelner Staaten oder auch
zivilgesellschaftliche Akteure von der Teilnahme auszuschließen. Denn die
jährlich stattfindenden Klimakonferenzen sind eine wichtige Gelegenheit,
die Dringlichkeit klimapolitischen Handelns zu betonen und die Umsetzung
des Übereinkommens von Paris voranzutreiben.

Steigerung der Ambition im Klimaschutz

Mit Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens hat sich die internationale
Gemeinschaft 2015 zum Ziel gesetzt, den Anstieg der globalen
Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung auf deutlich
unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und will die Erwärmung sogar auf unter
1,5 Grad Celsius begrenzen. Allerdings reichen die bisher gemachten
Zusagen der Vertragsstaaten, die nationalen festgelegten Beiträge
(Nationally Determined Contributions, NDCs) – nicht aus, um die 1,5-Grad-
Obergrenze einzuhalten – wenngleich einige Staaten bereits neue oder
überarbeitete Beiträge vorgelegt haben. Es bleibt abzuwarten, ob weitere
nachgebesserte NDCs während der Klimakonferenz eingereicht werden. Neben
nachgebesserten NDCs sollten jene Länder, die dies noch nicht getan haben,
ihre Langfriststrategien für eine emissionsarme Entwicklung vorlegen. Von
den Industriestaaten werden zudem weitergehende Zusagen für die
Bereitstellung von Finanzmitteln erwartet, auf die insbesondere die
ärmsten Länder bei der Verstärkung ihrer Klimaschutzanstrengungen
angewiesen sind.

„Von Glasgow muss ein klares Signal für eine Steigerung der Ambitionen
ausgehen und die Dekade der Umsetzung eingeleitet werden“, betont Prof.
Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des
Wuppertal Instituts, und ergänzt: „Die Staaten müssen jetzt ihre
Klimaschutzziele in Einklang mit der 1,5-Grad-Obergrenze bringen und die
bestehende Ambitionslücke bis 2030 schließen. Das Übereinkommen von Paris
macht Anpassungen möglich: Die Vertragsstaaten können jederzeit
nachgebesserte NDCs an die UNFCCC übermitteln. Zugleich muss die Umsetzung
der bereits beschlossenen Minderungspläne beschleunigt werden. Nur so
bleibt die Einhaltung der 1,5-Grad-Obergrenze noch in Reichweite.“

Lücken im Regelwerk von Paris

Ein Schwerpunkt der Verhandlungen in Glasgow wird sein, das detaillierte
Regelwerk zum Pariser Abkommen zu vervollständigen. Regeln zu den meisten
Aspekten des Abkommens konnten bereits auf der Klimakonferenz im
polnischen Katowice im Jahr 2018 verabschiedet werden. Offen geblieben ist
allerdings die Ausgestaltung der Kooperationsmechanismen unter Artikel 6
des Abkommens. Diese Mechanismen sollen es den Staaten erlauben, bei der
Umsetzung ihrer Beiträge zusammenzuarbeiten und Emissionsminderungen zu
transferieren. Auch ein einheitlicher Zeitrahmen für die nationalen
Klimaschutzbeiträge sowie Details, wie die Staaten, über deren Umsetzung
innerhalb des neuen Transparenzrahmens berichten sollen, müssen noch
vereinbart werden. Auf der letzten Klimakonferenz in Madrid im Jahr 2019
gelang es den Vertragsstaaten nicht, hier klare Regeln zu verabschieden.
Da diese Vorgaben für die vollständige Umsetzung des Abkommens jedoch von
großer Bedeutung sind, wird das Schließen dieser Lücken im Mittelpunkt der
Verhandlungen von Glasgow stehen.

„Die Regeln der unter Artikel 6 des Pariser Abkommens angelegten
Kooperationsmechanismen sind von entscheidender Bedeutung“, betont
Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale
Klimapolitik am Wuppertal Institut. „Die Vorgaben für Artikel 6 müssen
sicherstellen, dass die Nutzung der Kooperationsmechanismen tatsächlich zu
zusätzlichem Klimaschutz führt und zu einer Ambitionssteigerung beitragen
kann“, sagt Obergassel. Eine reine Verschiebung von Minderungen von einem
Land in ein anderes sei nicht ausreichend. Und auch mögliche
Schlupflöcher, die die Umwelt-Integrität des Übereinkommens von Paris
untergraben könnten, müssten geschlossen werden: „Die Doppelzählung von
Emissionsminderungen muss vermieden werden. Durch Festlegung robuster
Regeln kann verhindert werden, dass ein und dieselbe Minderung mehrmals
angerechnet wird – einmal durch den Staat, in dem die konkreten
Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, und einmal durch den ausländischen
Investor. Auch muss sichergestellt werden, dass nur Maßnahmen gefördert
werden, die einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und darüber
hinaus positive ökologische und soziale Nachhaltigkeitsbeiträge liefern”,
ergänzt der Wissenschaftler.

Das Wuppertal Institut setzt mit Sideevents wichtige Impulse

Das Wuppertal Institut führt auf der COP26 eine Reihe von Sideevents
durch, um seine Forschungsarbeiten vorzustellen und Diskussionen mit
Delegierten und Praxispartnern anzuregen. Die Sideevents reflektieren
Themen, die in Glasgow verhandelt werden, wie die Ausgestaltung der Regeln
zu den marktbasierten Instrumenten unter Artikel 6. Daneben steht im Fokus
der Diskussionen, wie Klimaschutzmaßnahmen sozial gerecht ausgestaltet
werden können und wie der Übergang in eine kohlenstofffreie Wirtschaft
unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten gelingen kann.

Analyse der Konferenz-Ergebnisse

Das Wuppertal Institut veröffentlicht kurz nach Abschluss der Konferenz
eine erste Bewertung der Ergebnisse. Ein ausführlicher Analysebericht
folgt Anfang 2022. Weitere Informationen zur COP26 und den Sideevents sind
in den nachfolgenden Links zu finden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale
Klimapolitik: https://wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/93

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"Kriegsbedingt zerstört – wissenschaftlich rekonstruiert. Die Prussia–Sammlung aus dem Königsberger Schloss"

Die traditionelle Jahresvorlesung des Leibniz-Instituts für Geschichte und
Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig nimmt sich in diesem Jahr
des Schicksals der Sammlungen des Prussia-Museums im Königsberger Schloss
an. Das Museum beherbergte einst die bedeutendsten Zeugnisse der Vor- und
Frühgeschichte Ostpreußens.

Der Verlust an kulturellem Erbe im Zuge des 2. Weltkriegs ist kaum zu
ermessen. Er erfasste alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens, darunter
auch Museen und Archive. Ein besonders eindrückliches Beispiel vermittelt
das ehemalige Prussia-Museum in Königsberg, das 1944/45 weitgehend
zerstört wurde. Damit gingen auch seine archäologischen Sammlungen und
Archive unter, die nur in Teilen in Richtung Westen verlagert worden
waren. Diese gelangten zunächst über Umwege in den Keller der Akademie der
Wissenschaften der DDR in Berlin, um dann in den frühen 1990er Jahren
wieder offiziell und uneingeschränkt der Fachöffentlichkeit zur Verfügung
zu stehen. Der Vortrag beschreibt das dramatische Schicksal der
Königsberger Sammlung und gibt zugleich einen Einblick in die aktuellen
Arbeiten an ihrer Rekonstruktion in internationaler Kooperation, die auch
mit neuen archäologischen Feldforschungen verbunden sind.

Festredner des Abends ist Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim. Nach
Promotion und Habilitation an der Philipps-Universität Marburg war er
Mitarbeiter im Illerup-Projekt des Moesgård Forhistorisk Museum im
dänischen Århus. Seine Forschungen zu den Heeresausrüstungsopfern
Südskandinaviens und zur Römischen Kaiserzeit im nördlichen und östlichen
Europa sind inhaltlich und methodisch wegweisend. Er ist seit 2009
Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen,
bereits seit 1999 Direktor des Archäologischen Landesmuseums Schloss
Gottorf und Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel. Seit 2008 leitet er darüber hinaus das von
ihm gegründete Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA)
in Schleswig; von 2004 bis 2018 war er Direktor des Archäologischen
Landesamtes Schleswig-Holstein. 2017 wurde er von der dänischen Königin
Margrethe II. zum Ritter des Dannebrogordens ernannt. | https://schloss-
gottorf.de/

Zur jährlichen Oskar-Halecki-Vorlesung lädt das GWZO führende
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch Persönlichkeiten des
öffentlichen Lebens aus dem In- und Ausland ein, die zu einem mit der
Untersuchungsregion und dem Forschungsspektrum des Instituts verbundenen
aktuellen Thema referieren. Die Festvorträge werden anschließend
publiziert und im Open Access der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt,
um eine breite Rezeption und fortdauernde Diskussion anzustoßen.
Prominente Referenten waren etwa der ehemalige Bundesaußenminister Hans-
Dietrich Genscher, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Hermann Parzinger und der führende Repräsentant der Solidarność-Bewegung
in Polen Karol Modzelewski. Im Jahr 2020 musste die GWZO-Jahresvorlesung
pandemiebedingt erstmals abgesagt werden, das geplante Programm wird nun
nachgeholt.

Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
in Leipzig erforscht in vergleichender Perspektive die historischen und
kulturellen Gegebenheiten im Raum zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und
Adria vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart. Die am Institut tätigen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler repräsentieren verschiedene
Disziplinen der Geisteswissenschaften, darunter Archäologie, Geschichte,
Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. In seiner Forschungsarbeit
stützt sich das GWZO auf ein dichtes Netz an Kooperationsbeziehungen mit
Wissenschaftseinrichtungen in Europa und Übersee. | https://www.leibniz-
gwzo.de

Jahresvorlesung des GWZO/ Oskar-Halecki-Vorlesung 2021

“Kriegsbedingt zerstört – wissenschaftlich rekonstruiert. Die
Prussia–Sammlung aus dem Königsberger Schloss”
Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim
(Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
Schloss Gottorf)
Dienstag, 2. November 2021, 18 Uhr c.t.
Ort: Salles de Pologne, Hainstraße 16/18, 04109 Leipzig

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