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Cannabis als Arzneimittel: deutliche Mehrheit der Apotheker und Bundesbürger für Legalisierung

  • 59 % der Bundesbürger für Cannabis-Einsatz als Arzneimittel
  • Bei den Apothekern beträgt der Anteil 56,4 %
  • Für Legalisierung jenseits des medizinischen Gebrauches sind nur 7,2 % der Apotheker, allerdings knapp ein Drittel der Bürger
  • Genehmigungsquote bei Anfragen auf Kostenübernahme liegt gegenwärtig bei etwa 60 %
  • Cannabis Aktien gewinnen wieder an Momentum

59 Prozent der Bundesbürger sind für den Einsatz von Cannabis als Arzneimittel. Selbst bei den Apothekern beträgt der Anteil der Befürworter 56,4 Prozent, wie aus einer neuen Handelskontor-Infografik hervorgeht.

Anders sieht es indes aus, wenn nach einer Legalisierung völlig ohne Einschränkungen gefragt wird, auch jenseits des medizinischen Gebrauches. Dies befürwortet immerhin knapp ein Drittel der Deutschen, wohingegen lediglich 7,2 Prozent der Apotheker hierfür sind.

Bereits gegenwärtig werden Cannabinoide in der Medizin angewendet. Die Genehmigungsquote bei Anfragen auf Kostenübernahme liegt bei etwa 60 Prozent.

Wie die Infografik aufzeigt, wird Cannabis vor allem bei Patienten mit Schmerzen verschrieben. Bei Anwendung nach Indikation sind es hierbei 69 Prozent. Der zweitgrößte Posten fällt auf Patienten mit Spastiken, gefolgt von jenen mit Anorexie.

Jüngst ist wieder Bewegung in die gesellschaftliche und politische Debatte gekommen. Der Grund: der wahrscheinliche Regierungswechsel. Sowohl Bündnis90/DIE GRÜNEN als auch die FDP befürworten weitere Entkriminalisierungen. Auch die SPD scheint demgegenüber aufgeschlossener zu sein als CDU/CSU.

Auch auf dem Börsenparkett sorgt das Thema für Furore. So stieg der Preis einiger Cannabis Aktien zuletzt wieder an, nach einer längeren Phase der Schwäche. Im 12-Monats-Rückblick schlägt der Zugewinn bei der Aurora Aktie beispielsweise mit 57,3 Prozent zu Buche.

 

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Open Embassy for Democracy @ America Club Von allen für alle – historische Stätte in Bonn wird zum Zukunftsort für Demokratie und Künste

Ein offener und geschützter Raum für die Arbeit an den Herausforderungen für Demokratie, an Offenheit, Inklusion und Toleranz – das ist die Zukunftsvision der Projektgruppe um die Montag Stiftungen aus Bonn für die Open Embassy for Democracy @ America Club. Im Mittelpunkt dieser Vision steht das denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Gebäude des ehemaligen Amerikanischen Clubs in der HiCoG-Siedlung Plittersdorf/Bad Godesberg, das in Würdigung alter Tradition zu neuem Leben erweckt werden soll. Ziel ist ein gemeinnütziges Trägermodell: Nach der Phase der Sanierung und einer partizipativen Projektentwicklung übernehmen zivilgesellschaftliche Gruppen langfristig gemeinsam Verantwortung und sichern mit ihrem vielfältigen Engagement dauerhaft den laufenden Betrieb. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Ideen und Impulse einzubringen, Botschafterinnen und Botschafter der Demokratie zu werden und das künftige Programm der Open Embassy for Democracy aktiv zu gestalten.

In einem ersten Schritt soll die Embassy im Jahr 2022 so weit entwickelt werden, dass das Grundstück erworben (oder per Erbbaurecht langfristig gesichert) und mit den baulichen Maßnahmen begonnen werden kann. Erste Planungen und Abstimmungsgespräche haben mit Unterstützung der ulrich hartung gmbh, Bonn, inzwischen stattgefunden. So freut sich Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner besonders darüber, dass die Projektgruppe aus dem persönlichen Engagement Bonner Bürgerinnen und Bürger entstanden ist.

„Bürgerschaftliches Engagement zu stärken, wo immer es geht, empfinden wir in Bonn als wichtige Aufgabe der kommunalen Verwaltung", sagt Dörner. „Ich bin sehr optimistisch, dass es der Projektgruppe mit ihren starken Partnern – den Montag Stiftungen – gelingen wird, das ambitionierte Ziel der Wiedernutzbarmachung des Amerikanischen Clubs zum Wohle der Stadtgesellschaft in die Tat umzusetzen. Den weiteren Prozess werden wir als Verwaltung eng begleiten und die Projektgruppe bestmöglich unterstützen, damit die Open Embassy for Democracy zukünftig über die Stadtgrenzen hinaus wichtige gesellschaftliche Impulse liefert!"

Auch in Bad Godesberg hat sich bereits herumgesprochen, dass sich am Amerikanischen Club etwas tut. Christoph Jansen, der Bürgermeister des Stadtbezirks, weist auf die bewegte Historie des Standorts hin: „Obwohl es nach dem Wegzug der amerikanischen Botschaft unterschiedlichste Ansätze zur Weiternutzung des Clubs gab, hat sich daraus nie etwas Ernstes entwickelt. Im Ergebnis liegt die Immobilie seit mittlerweile 22 Jahren brach. Ich wünsche der Projektgruppe und den Montag Stiftungen viel Erfolg bei der Reaktivierung und hoffe, dass dieser einzigartige Ort bald wieder in einstigem Glanze erstrahlt!", so Jansen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Montag Stiftungen und die Projektgruppe sich gemeinsam der Zukunft dieses historisch bedeutsamen Gebäudes neben unserer Schule annehmen wollen“, betont Patricia Baier, Director der Bonn International School. „Das Konzept der Open Embassy for Democracy setzt den Schwerpunkt auf Offenheit, Inklusion und Toleranz. Das würde hervorragend zum Auftrag und den Werten unserer internationalen Schule passen.“

Der Aufwand für die Konzept- und Projektentwicklung, für Planung und Beteiligung sowie für die Sanierung des Hauses werden über die Montag Stiftungen gesichert (ca. 8 – 10 Mio. €). Aus zukünftiger Vermietung resultierende Überschüsse werden im Rahmen einer langfristig anzulegenden Finanzierung des Bauvorhabens für Aktivitäten in der Open Embassy for Democracy zur Verfügung stehen.

In einer Initiativgruppe, einem lockeren Verbund Bad Godesberger Bürgerinnen und Bürger, entstand die Idee, sich für die Sanierung des ehemaligen Amerikanischen Clubs zu engagieren – aufgrund von Erinnerungen an das Clubleben aus der Kinder- und Jugendzeit. Heute wollen die Mitwirkenden (Judith Andreae, Gabriele Freise-Buhr, Bernd Fesel u.a.) gemeinsam mit den Montag Stiftungen Aktive, Unterstützende, Institutionen und Initiativen gewinnen und eine Struktur für den Trägerverein der Embassy aufbauen. Die Programmatik soll in den kommenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt werden, wobei der Kunst (bildende, partizipative und Aktionskunst) mit Blick auf gesellschaftliche Teilhabe und die konstruktive, kreative Gestaltung von sozialen Prozessen eine besondere Bedeutung zukommt.

Erste Ideen existieren bereits: „Die Künste legen den Finger in die Wunden unserer Welt. Sie vermitteln radikale Botschaften, setzen starke Impulse und beleben damit den Diskurs zwischen den gesellschaftlichen Gruppen“, so Judith Andreae aus der Projektgruppe. „Thematische Interventionen und unterschiedliche Perspektiven lokaler, nationaler und internationaler Akteurinnen und Akteure transformieren die Art und Weise, wie Veränderungen von der Gesellschaft verhandelt und umgesetzt werden können. Es werden Prozesse in Gang gesetzt, die die Demokratie fordern und fördern."

Die Open Embassy for Democracy soll ein gemeinschaftlicher Ort der Entfaltung sein: ob Jugendliche aus Bad Godesberg, UN-Mitarbeiterinnen, Artists in Residence oder Demokratiebewegungen weltweit und viele andere – eingeladen sind alle, sich mit eigenen Ideen, Veranstaltungen und Aktionen zu engagieren, zum Beispiel

  • Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Kunst der Demokratie erfahren oder Bestehendes weiter- und neudenken wollen: Rahmen und Regeln für die Freiheit des Einzelnen, die Balance von Eigenwohl und Gemeinwohl, Verantwortung für Lokales und das globale Ganze
  • Kunstschaffende, die die Demokratie mit ihren Formaten und Aktionen befragen, ausleuchten und herausfordern, sie mit ihren Mitteln befruchten, gestalten und stärken wollen
  • Alle, die sich für das Konzept begeistern und die Programmatik dieses neuen Zukunftsorts weiterentwickeln wollen.

Hintergrund und Historie des Amerikanischen Clubs
Der Amerikanische Club war fast 50 Jahre lang nicht nur Zentrum der amerikanischen Community, sondern auch offener Anlaufpunkt für protokollarische und informelle Anlässe. Zwischen 1951 und 1999 realisierte die amerikanische Botschaft hier lebensnah ihre Vorstellungen einer demokratischen Gesellschaft. Im Clubambiente begegneten sich Menschen vieler Nationen, Bürgerinnen und Bürger, amerikanische Präsidenten, Bundespräsidenten und Bundeskanzler, Mitarbeitende der Vereinten Nationen.

Erbaut wurde der Amerikanische Club 1951 als Bestandteil der HiCoG-Siedlung Plittersdorf im Stil der „Prairie Houses“ des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten. Mit ihren großzügigen Wohngrundrissen, breiten Straßen und parkartigen Freiflächen stand die Siedlung als Sinnbild für die amerikanische Lebensweise.

Nach dem Hauptstadtbeschluss aus dem Jahr 1991 und dem Umzug der amerikanischen Botschaft nach Berlin 1999 wurde der Amerikanische Club an die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) verkauft. Für das denkmalgeschützte Gebäude gab es bisher keine tragfähigen Konzepte. Es befindet sich in einem sehr schlechten, sanierungsbedürftigen Zustand.

Der Bungalow verfügt über eine Fläche von ca. 2.000 Quadratmetern in Souterrain und Erdgeschoss. Die als Hochparterre ausgeführte, sehr transparente Beletage mit Rheinterrasse wird über eine großzügige Freitreppe von der repräsentativen Vorfahrt erschlossen. Die Tragstruktur ermöglicht hier weitläufige Räume, die sich für die Programmatik der Open Embassy for Democracy optimal gestalten lassen.


Über die Montag Stiftungen
Die Montag Stiftungen sind eine unabhängige und gemeinnützige Stiftungsgruppe in Bonn. Zu ihr gehören die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, die Montag Stiftung Urbane Räume, die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und die Montag Stiftung Denkwerkstatt. Im Sinne des Leitmotivs „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“ arbeiten die Stiftungen jeweils operativ eigenständig und projektbezogen in den Handlungsfeldern Pädagogische Architektur, Chancengerechte Stadtteilentwicklung, Teilhabe in der Kunst, Bildung im digitalen Wandel, inklusive ganztägige Bildung und Zukunftskonzepte. Die Carl Richard Montag Förderstiftung als Dachstiftung und Eigentümerin des Stiftungsvermögens finanziert die projektbezogene Stiftungsarbeit im Sinne des Stifters Carl Richard Montag. Unterstützt wird sie von der Montag Stiftung Denkwerkstatt als Impulsgeberin und Ideenschmiede, die auch die strategische Beratung sowie die übergeordnete Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftungsgruppe verantwortet.

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FH-Studie: Hidden Champions ticken wie Tesla

Dr. Jan-Philipp Büchler ist Mittelstandsforscher und Experte für die sogenannten Hidden Champions. Der Professor für Unternehmensführung an der Fachhochschule Dortmund hat zu diesen mittelständischen Weltmarktführern über viele Jahre eine umfangreiche Datenbank aufgebaut. Sie bietet spannende Einblicke in die Erfolgsgeschichten dieser häufig wenig bekannten Branchengrößen.

 

Mithilfe seiner Hidden-Champions-Datenbank hat er in einer Studie für das Handelsblatt belegt, dass der Anteil deutscher Spitzentechnologie am Tesla Model 3 enorm hoch ist: Gut ein Drittel der rund 3.000 Bauteile stammt von insgesamt 50 deutschen Firmen – darunter 41 Hidden Champions aus dem Mittelstand. Dass Hidden Champions aus NRW mit 38 Prozent einen großen Anteil ausmachen, korrespondiert mit den starken Automobilzulieferer-Clustern im Sauerland und entlang der Rhein-Ruhr-Schiene.

 

Wie lassen sich Tesla-Zulieferer in einer Datenbank finden?

 

Um aufzuspüren, welche Unternehmen für Tesla produzieren, durchforstete der Professor am Fachbereich Wirtschaft seine Datenbank zunächst nach relevanten Branchen (Automobilzulieferer, Maschinen- und Anlagenbau, Werkzeugbau, Produktionstechnologie etc.), um dann gezielt nach Hinweisen auf Tesla zu filtern: Kennzahlen zu Strukturmerkmalen, Umsatzzahlen, Zahl der Mitarbeiter, Profitabilität, Forschungs- und Entwicklungsquote sowie Innovations-, Patent- und Exportquote dienten als Indikatoren für besondere Leistungsstärke, die von Tesla-Zulieferern erwartet wird.

Öffentlich zugängliche Quellen wie Geschäftsberichte, Unternehmensseiten, Industrieverbände und Branchendienste auszuwerten, gehörte ebenfalls zur Recherche. „Manche Unternehmen werben mit ihrer Geschäftsverbindung zu Tesla, bei anderen haben wir – nach der Datenauswertung – auch direkt angefragt und Interviews geführt,“ so Büchler.

 

Dass Tesla bei den deutschen Hidden Champions fündig geworden ist, überrascht Professor Büchler nicht. Die geheimen Weltmarktführer ticken wie Tesla. Sie gelten als innovationsstark und stecken durchschnittlich sechs Prozent ihrer Einnahmen in Forschung und Entwicklung. Die Tesla-Zulieferer stechen nochmals heraus: „9 Cent von jedem verdienten Euro fließen zurück in die Forschung“, sagt Professor Büchler. „Auch die 50 Patente pro 1000 Mitarbeiter bei den Tesla-Zuliefern sprechen eine klare Sprache.“

 

Wissenschaft-Praxis-Transfer

 

Die Innovationskraft der Hidden Champions wird gestärkt durch die anwendungsorientierte Forschung an den Hochschulen. Die Fachhochschule Dortmund kooperiert mit einer Reihe der Unternehmen, die nun Tesla beliefern. Einige Beispiele: Die ifm electronic GmbH in Essen arbeitet mit der FH Dortmund in Entwicklungsprojekten zum Innovations- und Technologiemanagement zusammen und ist an einem kooperativen Promotionsverfahren zu Smart Services beteiligt. Um die Erforschung neuer Testverfahren geht es bei der Kooperation mit der Lüdenscheider Leopold Kostal GmbH. Mit der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg und der WILO SE aus Dortmund betreibt die Fachhochschule Innovationsforschung im Kontext des IHK-InnoMonitor.

 

Jan-Philipp Büchler: „Die Fachhochschule Dortmund ist Teil eines vitalen Ökosystems für Innovation und Wissenschaft-Praxis-Transfer. Wir sind nicht nur ein geschätzter Netzwerk- und Entwicklungspartner, sondern profitieren von der gemeinsamen Innovationsfreude und Entwicklungslust.“

 

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Expedition Schneeleopard - Interaktive Ausstellung im Museum Koenig in Bonn

Vom 27.10.2021 bis zum 23.01.2022 zeigt das Leibniz-Institut zur Analyse
des Biodiversitätswandels - Museum Koenig in Bonn die NABU-Ausstellung
„Expedition Schneeleopard“. Die interaktive Sonderausstellung ist einen
Familienausflug wert und erläutert die Lebensweise einer der seltensten
Wildkatzen der Erde. Vom Aussterben bedroht existieren keine 10.000 mehr
Exemplare in freier Wildbahn. Nicht nur die Klimakrise, auch Wilderei und
Lebensraumverlust in zwölf zentralasiatischen Verbreitungsländern machen
den schönen Großkatzen das Leben schwer.

Insbesondere die jüngeren Besuchenden des Museums Koenig können
Pfotenabdrücke im Sand erstellen, Beutetiere auf einem Monitor fangen
sowie eine echte, beschlagnahmte Eisenschlagfalle erkunden. Solche Fallen
nutzen Wilderer, um Schneeleoparden illegal zu fangen und zu erlegen.
Digitale und analoge Mitmach-Aktionen machen die Ausstellung zu einem
Erlebnis für Groß und Klein. Am Ende der Stationen kann man der Großkatze
sogar ins Auge sehen - per Augmented Reality.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Januar 2022 im Zoologischen
Forschungsmuseums Alexander Koenig, Bonn, zu den üblichen Öffnungszeiten
zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist im normalen Tages-Ticket
enthalten, es wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben.

Bitte beachten Sie die aktuellen Regelungen des Museums zum
Infektionsschutz: www.bonn.leibniz-lib.de/de/museum

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