Wirtschaft neu denken – Die Grenzen von Markt und Wachstum“
Die Ringvorlesung des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen
diskutiert im Wintersemester 2021/22 Lösungsansätze für eine gerechtere
Wirtschaftsordnung – Auftakt der Reihe am 25. Oktober 2021 mit Prof. Dr.
Claus Leggewie – Livestream
Welche Zukunft hat unser auf Markt und Wachstum ausgerichtetes
Wirtschaftssystem? Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer? Welche
Alternativen gibt es für eine gerechtere und nachhaltige Wirtschaft der
Zukunft? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Ringvorlesung
des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im
Wintersemester 2021/22. Unter dem Titel „Wirtschaft neu denken – Die
Grenzen von Markt und Wachstum“ diskutieren Expertinnen und Experten
Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven. Zum Auftakt der Reihe
am Montag, 25. Oktober 2021 nimmt der renommierte Politikwissenschaftler
Prof. Dr. Claus Leggewie, Inhaber der Ludwig-Börne-Professur der JLU, eine
thematische Einordnung vor und legt den Fokus auf die Rolle des Staates.
„Es geht in der aktuellen Ringvorlesung einmal mehr um eines der großen
Zukunftsthemen. Finanzkrisen, wachsende soziale Ungleichheiten und
insbesondere die Einsicht in die Endlichkeit globaler Ressourcen werfen
Fragen nach den Grenzen der Marktwirtschaft auf. Hier gilt es, innovative
Modelle zu entwickeln. Umso mehr freue ich mich, dass im Rahmen unserer
Ringvorlesung hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ihre Thesen zur Diskussion stellen
werden“, sagt JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Mit der
Vortragsreihe wollen wir erneut unterschiedliche Positionen beleuchten, um
eine Plattform für den öffentlichen Diskurs zu bieten.“
Eine sich über den Markt regulierende Wirtschaft gilt vielen als Garant
für gesellschaftliche Produktivität, ökonomisches Wachstum und stetig
steigenden Wohlstand. Die Mechanismen des Marktes sowie seine
Selbststeuerung nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage versprechen
ökonomische Effizienz und sollen zur Lösung großer gesellschaftlicher
Herausforderungen beitragen. Aber es gibt auch eine Kehrseite: Sind
Altersarmut, explodierende Mietpreise, der Raubbau an natürlichen
Ressourcen und nicht zuletzt die globale Klimakrise möglicherweise nicht
nur Begleiterscheinungen der Marktwirtschaft, sondern vielmehr die direkte
Folge einer auf Wettbewerb und Wachstum ausgerichteten Wirtschaftslogik?
Zur Eröffnung der Reihe schlägt Prof. Dr. Claus Leggewie in seinem Vortrag
„Wirtschaft neu denken – und [was ist] die Rolle des Staates dabei?“ am
25. Oktober 2021 (Beginn: 19.15 Uhr), einen Bogen zur vorangegangenen
Ringvorlesung des Präsidenten der JLU, in der im Wintersemester 2020/21
das Thema Nachhaltigkeit im Fokus stand. Denn die Frage, wie wir
Wirtschaft neu denken müssen, ist untrennbar mit den immensen
Herausforderungen von Klima- und Artenschutz, aber gleichzeitig auch mit
der Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit verknüpft. Nun, da die Grenzen
der Regulierungsfähigkeit des Marktes und die negativen Folgen
wirtschaftlichen Wachstums deutlich geworden sind, müsse nach
umweltverträglicheren Formen der Produktion und Verteilung gesucht und
dabei die Rolle des Staates neu justiert werden, ist Leggewie überzeugt.
Prof. Dr. Dr. h.c. Claus Leggewie ist Professor für Politikwissenschaft
und seit dem Wintersemester 2015/16 erster Amtsinhaber der Ludwig-Börne-
Professur der JLU. Von 2007 bis 2015 war er Direktor des
Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen sowie des Centre for
Global Cooperation Research in Duisburg. Er war von 2008 bis 2016 Mitglied
des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung „Globale
Umweltveränderungen“ (WBGU). Leggewie ist Direktoriumsmitglied des ZMI und
hat an der JLU das „Panel on Planetary Thinking“ ins Leben gerufen.
Prof. Dr. Alexander Haas, Inhaber der Professur für Marketing und
Verkaufsmanagement und Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften
der JLU, hat die Vorlesungsreihe in diesem Jahr koordiniert. Seine
Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Vertriebsmanagement und
persönlicher Verkauf. An der JLU hat er u.a. das Center for Sales Research
aufgebaut, über das die JLU als einzige nichtamerikanische Universität
Vollmitglied der renommierten University Sales Center Alliance ist.
Die Ringvorlesung des Präsidenten hat seit vielen Jahren ihren festen
Platz im akademischen Kalender der JLU und richtet sich gleichermaßen an
ein universitäres Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region.
Unter Pandemiebedingungen ist die Reihe wie schon im vergangenen Jahr als
Livestream zu verfolgen unter www.uni-giessen.de/ringvorlesu
Gefördert wird die Vorlesungsreihe auch in diesem Wintersemester durch die
Gießener Hochschulgesellschaft (GHG).
Termin
Auftaktveranstaltung
Montag, 25. Oktober 2021 • Prof. Dr. Claus Leggewie
Ludwig Börne-Professur der Justus-Liebig-Universität Gießen
Wirtschaft neu denken – und die Rolle des Staates
Ausblick
Montag, 22. November 2021 • Luisa Neubauer
Klimaaktivistin
Freiheiten bewahren durch eine neue Wirtschaft: Welche Wahl wir (noch)
haben
Donnerstag, 2. Dezember 2021 • Nicola Beer
Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, FDP
Wohlstand für alle – Soziale Marktwirtschaft verteidigen?!
Montag, 24. Januar 2022 • Prof. Dr. Bernhard Neumärker
Götz Werner Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie,
Universität Freiburg und Freiburg Institute for Basic Income Studies
(FRIBIS)
Das Netto-Grundeinkommen: Ein Krisengrundeinkommenskonzept als Einstieg in
eine resiliente Governance- und Sozialstaatsreform
Montag, 7. Februar 2022 • Janine Wissler
Bundesvorsitzende DIE LINKE
Alternativen zur Politik der verlorenen Zeit
Montag, 14. Februar 2022 • Prof. Dr. Michael Hüther
Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
Perspektiven der Marktwirtschaft: Freiheit in der Wohlstandskrise
Beginn jeweils 19 Uhr c. t.
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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine
traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende
anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen
Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften,
Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und
Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches
Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und
Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie
Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU
geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von
Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für
Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr
2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der
Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern
gefördert.
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