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Historischer Kannofenbrand an der Hochschule Koblenz in Höhr-Grenzhausen am 24./25.9. im Livestream

Am letzten Wochenende im September steht in Höhr-Grenzhausen ein ganz
besonderes Ereignis im Kalender, das zuletzt 2016 stattgefunden hat: In
Zusammenarbeit mit der Stadt und Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und dem
Keramikmuseum Westerwald organisiert das Institut für Künstlerische
Keramik und Glas (IKKG) der Hochschule Koblenz am WesterWaldCampus mit dem
Studiengang Freie Kunst Keramik wieder auf dem Gelände der Hochschule
einen Brand des historischen Kannofens. Die Veranstaltung wird am 24. und
25. September live gestreamt.

Coronabedingt hatte dieser 15. Kannofenbrand 2020 nicht wie geplant
stattfinden können. Um dieses Erlebnis nun trotz der Pandemie einer
möglichst großen Anzahl an Interessierten anbieten zu können, wird der
Brand des Ofens ab Freitag, 24. September 2021, 20 Uhr, bis Samstag, 25.
September 2021, 20 Uhr, 24 Stunden lang live im Internet gestreamt. Dabei
wird neben dem Feuern des Ofens auch der besonders imposante Vorgang des
Salzens (am Samstag zwischen 14 und 15 Uhr) im Livestream auf www.keramik-
stadt.de und unter https://youtu.be/aqxfvSiMp5E zu sehen sein.

Den diesjährigen Brand leitet die neue Werkstattleiterin des IKKG, Nora
Arrieta. Sie wird von den lokalen Keramikern Arthur Mueller – ehemaliger
Werstattleiter des IKKG und verantwortlich für den Brand 2016 – Gideon
Necker, Martina Latka und Gerhard Tattko unterstützt. Nachdem der letzte
Brand bereits vor fünf Jahren stattgefunden hatte, war die Neuauflage nun
allen beteiligten Institutionen ein besonderes Anliegen. „Diese Tradition,
mit der in Höhr-Grenzhausen beziehungsweise dem Kannenbäckerland früher
regelmäßig Keramik hergestellt wurde, kann heutzutage kaum noch
durchgeführt werden“, bedauert Nora Arrieta. Das Wissen um die Technik des
Brennens gehe leider immer mehr verloren: „Der Brand des Kannofens dient
daher insbesondere der Pflege, Erhaltung und Weitergabe dieses
immateriellen Weltkulturerbes.“

Insgesamt haben rund 60 Künstlerinnen und Künstler keramisch-plastische
Stücke geliefert, die nun nach „alter Tradition” gebrannt werden. Der
Kreis der Teilnehmenden ist international – von England über Belgien bis
zu den USA und mit vielen Keramikerinnen und Keramikern sowie und
Bildhauerinnen und Bildhauern aus Deutschland. Unterstützt wird Nora
Arrieta bei den vielfältigen Aufgaben rund um den insgesamt 60 h dauernden
Kannofenbrand von Studierenden der Kunstakademie Münster, der Weißensee
Kunst-Hochschule Berlin, der MAD Faculty Universiteit Hasselt Belgien
sowie selbstverständlich von den Studierenden des IKKG. Diese kommen
aktuell aus Korea, Taiwan, China, USA und Deutschland. Sie werden sich
beim mehrtägigen Befeuern des Ofens, das rund um die Uhr erforderlich ist,
gegenseitig ablösen.

Der Kannofen, den das IKKG seit 1992 regelmäßig nutzt, wurde vollständig
restauriert und ist einer der letzten Öfen seiner Art. Elfriede Balzar-
Kopp ließ hier 1929 ihren ersten eigenen Ofen mit einem Volumen von 6,5
Kubikmetern bauen und betrieb ihn bis 1961. 1938 erhielt der Ofen seinen
Fachwerk-Überbau. Das Salzen findet bei etwa 1270 Grad Celsius statt.
Hierbei wird sehr grobkörniges Kochsalz mit langen Eisenlöffeln in den
Ofen eingebracht. Das Natriumchlorid (Kochsalz) verbindet sich dabei mit
dem im Scherben vorhandenen Quarz und bildet die Salzglasur. Die
Salzglasur ist der bedeutendste Beitrag Deutschlands zur Entwicklung der
traditionellen Keramik. Dieser holzbefeuerte Ofentypus wurde – 500 Jahre
lang unverändert – bis in die 1990er Jahre gebaut, steht unter
Denkmalschutz und zählt zum immateriellen Weltkulturerbe.

Der Übertragung des Feuerns und Salzens des Kannofens ist von Freitag, 24.
September 2021, 20 Uhr, bis Samstag, 25. September 2021, 20 Uhr, 24
Stunden lang live unter https://youtu.be/aqxfvSiMp5E zu sehen.

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Wie Berlin klimaneutral werden kann: Studie empfiehlt über 50 Maßnahmen und fordert mehr Verbindlichkeit

► Für Berlins Klimaziele sind rasche Senkungen der Emissionen in den
zwanziger Jahren entscheidend

► Forschende wenden restriktionsbasierten Szenarioansatz an, um
Hindernisse auf dem Weg zur Klimaneutralität besser aufzuzeigen

► Studienleiter Prof. Bernd Hirschl (IÖW): „Um emissionsfrei zu werden,
braucht es endlich Entschlossenheit und Aufbruchsstimmung in allen
Sektoren.“

Berlin, 14. September 2021 – Seit dem Jahr 2015 gibt das Pariser
Klimaabkommen die Marschroute beim Klimaschutz vor. Um möglichst das
1,5°-Ziel zu erreichen oder mindestens deutlich unterhalb von 2° zu
bleiben, müssen nicht nur der Bund, sondern auch alle Länder und Kommunen
ihre Klimaschutzziele deutlich verschärfen. In der neuen Studie „Berlin
Paris-konform machen“ im Auftrag des Senats von Berlin zeigt das Institut
für ökologische Wirtschaftsforschung gemeinsam mit Partnern, dass das Land
Berlin noch nicht auf dem Zielpfad ist. Daher empfiehlt die Studie dem
Land, in den fünf Sektoren Energieversorgung, Gebäude, Verkehr, Wirtschaft
und Konsum nun zusätzliche und verschärfte Maßnahmen für die
Klimaneutralität verbindlich festzusetzen.

„Berlin muss die Verbindlichkeit erhöhen und die Steuerung verbessern: Das
Land braucht eine neue Klima-Governance, die das Ziel der Klimaneutralität
in allen Sektoren und Ressorts hoch priorisiert und Probleme aktiv
beseitigt“, sagt Energieexperte und Studienleiter Professor Bernd Hirschl
vom IÖW. „Um emissionsfrei zu werden, braucht es endlich Entschlossenheit
und Aufbruchsstimmung in allen Sektoren. Ambitionierte Sektorziele und die
Einführung eines Klimasenats sind wichtige Bausteine. Zudem sollten
Stakeholder sowie Bürgerinnen und Bürger mehr beteiligt werden, denn neben
technischen Fortschritten brauchen wir auch soziale Innovationen. In
unserer Studie empfehlen wir für alle Handlungsfelder insgesamt über 50
Maßnahmen, die nun sehr schnell und konsequent angegangen werden müssen.“

Klimaschutz: Die zwanziger Jahre sind entscheidend

Die Studie zeigt, dass ein „Weiter so“ Berlin nicht auf einen Pfad zur
Klimaneutralität führt. Die CO2-Emissionen der letzten Jahre gehen
langsamer zurück, bei den Gebäuden stagnieren sie und beim Verkehr steigen
sie sogar an. Einzig im Energiesektor konnten sie überproportional
reduziert werden, dank des begonnenen Kohleausstiegs auf Berliner wie auf
Bundesebene. Ernüchternd bleibt aber der mit 92 Prozent enorm hohe Anteil
der fossilen Energieträger an der Primärenergiebilanz auch im Jahr 2020 –
bundesweit liegt der Anteil hier bereits bei 83 Prozent. Um die Pariser
Klimaschutzziele zu erreichen, müssen insbesondere im nächsten Jahrzehnt
die Emissionen sehr stark gesenkt werden. Nur dann ist es möglich,
langfristig den Primärenergieverbrauch fast zu halbieren und die
Emissionen bei Strom und Wärme auf null zu senken.

Neue Szenarien: Fokus auf Restriktionen und deren Überwindung

Wie schnell kann Berlin klimaneutral werden? Realistisch und plausibel?
Dies hat die Studie in mehreren Szenarien untersucht. Während viele andere
Studien überwiegend theoretische oder technisch erforderliche Zielwerte
ermitteln, ohne sich ausreichend um deren Erreichbarkeit und Plausibilität
zu kümmern, wurde hier in allen Handlungsfeldern der Fokus besonders auf
solche limitierenden Faktoren gelegt, die einem schnellen Erreichen der
Klimaneutralität im Wege stehen. Mit diesem restriktionsbasierten Ansatz
nehmen die Forschenden einerseits größtmögliche Ambitionen an,
andererseits berücksichtigen sie aber auch explizit wahrscheinliche
Verzögerungen. Dazu zählen viele eher langsam ablaufende „Hochlaufeffekte“
– etwa bei der energetischen Gebäudesanierung, der Verbreitung von
Geothermieanlagen oder der Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff –, aber
auch Genehmigungsprozesse oder der Mangel an Fachkräften und
Verwaltungspersonal. Zudem gibt es Zielkonflikte etwa beim Denkmalschutz
oder der Sozialverträglichkeit. Da viele Hemmnisse auf Bundesebene gelöst
werden müssen, kann dies weiteren Zeitverzug bedeuten.

So werden bis 2030 aufgrund der Lebensdauer noch nicht alle Ölheizungen
ersetzt sein und auch nicht alle Verbrennerautos ausgetauscht. „Dies führt
in Summe dazu, dass Berlin bis 2030 nur rund zwei Drittel seines Wegs bis
hin zur Klimaneutralität wird gehen können – und das obwohl wir in diesem
Szenario den bundesweiten Kohleausstieg und eine weite Verbreitung
klimafreundlicher Technologien bis dahin angenommen haben“, erläutert
Bernd Hirschl. Insbesondere die Überwindung der limitierenden Faktoren,
also die Beseitigung von Hemmnissen und Zielkonflikten, muss jetzt
verstärkt auf die politische Tagesordnung, fordern die Studienautor/innen.
Das Land Berlin muss dafür alle seine Spielräume nutzen, der Bund den
geeigneten Rahmen schaffen – und zudem ist die Kooperation mit Brandenburg
zu intensivieren, etwa beim Thema der Windstromimporte oder bei der
Kreislaufwirtschaft.

Berlin frühestens Anfang der vierziger Jahre klimaneutral

Und bis wann kann Berlin nun klimaneutral sein? Dies halten die
Forschenden nach ihren Szenarioberechnungen in den vierziger Jahren
zwischen 2042 und 2048 für erreichbar. „Um wie in unserem besten Szenario
Anfang der 2040er Jahre klimaneutral werden zu können, muss sich nicht nur
Berlin mächtig ins Zeug legen. Auch der Bund muss dann bereits
klimaneutral sein und insbesondere Flächen- bzw. Partnerländer wie
Brandenburg. Dieser Zusammenhang gilt umso schärfer für jedes Jahr, das
Berlin noch früher klimaneutral werden will“, so Energieexperte Hirschl.

Über die Studie

Die Studie „Berlin Paris-konform machen“ schreibt die Vorgängerstudie
„Klimaneutrales Berlin 2050“ (2014) sowie das Gutachten zur Entwicklung
des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (2015) fort, an denen das
IÖW bereits maßgeblich mitgewirkt hat. Das IÖW führte das Vorhaben im
Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin
gemeinsam mit mehreren Fachpartnern durch und war verantwortlich für die
Koordination sowie die Handlungsfelder Gebäude, Wirtschaft und Konsum; BLS
Energieplan verantwortete die Bilanzierung und die Energieversorgung, das
Reiner Lemoine Institut (RLI) den Verkehr, Luftbild Umwelt Planung LUP
unterstützte bei Bilanzierung und Gebäudedaten und IFOK beim
Beteiligungsprozess, in dem im Rahmen mehrerer Veranstaltungen und
Workshops Stakeholder aus allen Handlungsfeldern einbezogen wurden.

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Mehr Informationen und Downloads:

► Zur Studie: <www.ioew.de/publikation/berlin_paris_konform_machen>
► Zum Projekt: <wwww.ioew.de/berlin-paris>

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WHU-Alumni unterstützen Entrepreneurship-Ökosystem der WHU mit 100.000 Euro

Die Ausbildung der WHU – Otto Beisheim School of Management ist
nachweislich die beste Basis für zukünftige Start-up-Gründer in
Deutschland. Das Erfolgsgeheimnis ist, dass sie nicht nur eine hochwertige
unternehmerische Ausbildung mit starkem Praxisbezug anbietet, sondern auch
über ein sehr effektives unternehmerisches Ökosystem verfügt. Letzteres
lebt von einem regen Austausch zwischen Professoren, Studierenden und dem
aktiven Ehemaligen-Netzwerk der Hochschule, „In Praxi“, das viele der
erfolgreichsten Gründer Deutschlands zu seinen Mitgliedern zählt.
Intensiviert wird die Zusammenarbeit innerhalb dieses Ökosystems nun durch
eine großzügige Spende der Alumni-Organisation von 100.000 Euro.

Aktuelle Studien belegen erneut den großen Erfolg des Entrepreneurship-
Ökosystems der WHU – Otto Beisheim School of Management. So ist die WHU
laut einem aktuellen Entrepreneurship-Index der Technischen Universität
München (TUM) und mehrerer ihrer Unternehmenspartner jene deutsche
Hochschule, die relativ die meisten hochkarätigen Start-ups hervorbringt.
Auch das Risikokapitalunternehmen Antler weist in seiner jüngsten
“Unicorn-Founder-Roadmap“ für das Start-up-Ökosystem der DACH-Region 10
sogenannte Unicorns („Einhörner“ mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd.
Euro vor Börsengang oder Exit) aus, die ihren Ursprung an der WHU haben,
sowie 17 WHU-Einhorn-Gründer. Damit steht die WHU an Platz eins der
deutschen Gründer-Hochschulen.

Dieser enorme Erfolg im Bereich der Unternehmensgründungen erklärt sich
vor allem durch das Engagement und die Beteiligung von WHU-Alumni an den
Lehr- und Netzwerkaktivitäten an den Standorten der WHU in Vallendar und
Düsseldorf. So zeichnet eine Gruppe äußerst erfolgreicher Alumni für die
Lehre im Kurs "Building & Scaling Successful Companies" des WHU-
Masterprogramms verantwortlich. Sie geben ihre Erfahrung, wie man ein
Unternehmen von einer Million Euro Umsatz auf 100 Millionen Euro skaliert,
an die Teilnehmer weiter. Darüber hinaus engagieren sich die Alumni
intensiv als Gastredner und Mentoren bei der jährlichen "IdeaLab! WHU
Founder's Conference", Europas führender, von Studierenden organisierter
Start-up-Konferenz, auf der junge Gründer mit hochkarätigen Investoren
zusammentreffen können.
Die WHU investiert zudem kontinuierlich in die Unterstützung ihrer
Studierenden auf ihrem Weg zu erfolgreichem Unternehmertum. Die
Aktivitäten werden vom WHU Entrepreneurship Center koordiniert. Dessen
Hauptziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Hauptakteuren des
Unternehmertums an der WHU zu fördern und die unternehmerischen
Kompetenzen der WHU-Studierenden im Unterricht und darüber hinaus
auszubauen. Zu diesem Zweck hat das WHU Entrepreneurship Center kürzlich
mehrere neue Initiativen ins Leben gerufen, so zum Beispiel den "WHU Most
Awesome Founder Podcast", die "WHU StartUp School" und den "WHU Summer
Accelerator".

Die WHU freut sich bekanntzugeben, dass die WHU-Alumni-Vereinigung In
Praxi, die Aktivitäten des WHU Entrepreneurship Centers nun mit einer
großzügigen Spende von 100.000 Euro strukturell unterstützt. Diese Spende
ist ein deutliches Zeichen für das starke Engagement der Alumni bei der
Förderung von Unternehmergeist an der WHU. Sie unterstreicht auch das
gemeinsame Streben von In Praxi und WHU Entrepreneurship Center nach einer
noch stärkeren Zusammenarbeit. Sie wollen der nächsten Generation äußerst
erfolgreicher WHU-Gründer den Start erleichtern, nicht zuletzt weil diese
einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Wohlstands in Deutschland
leisten werden.

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Schulklassen erhalten Einblicke in das Leben in der Jungsteinzeit

Das archäo:labor der Kieler Forschungswerkstatt feiert Eröffnung

Am Montag, 13. September, eröffnete das archäo:labor der Kieler
Forschungswerkstatt. Bei Grabungen und Experimenten entdecken Schulklassen
der Stufen fünf bis sieben hier künftig, wie die Menschen in der
Jungsteinzeit in Schleswig-Holstein gelebt haben, woraus ihre Nahrung
bestand oder wie ihre Häuser aussahen. Das Schülerlaborangebot ist eine
Zusammenarbeit des Exzellenzclusters ROOTS (Konnektivität von
Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten) an der Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Kieler Forschungswerkstatt.

Eine sechste Klasse der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel besuchte am
Eröffnungstag das neue Themenlabor. Begrüßt wurden sie von Prähistoriker
Professor Johannes Müller sowie Umweltarchäologin und Archäobotanikerin
Professorin Wiebke Kirleis. Sie leiten das Institut für Ur- und
Frühgeschichte der Kieler Universität und sind Mitglieder im
interdisziplinären Exzellenzcluster ROOTS. Forscherinnen und Forscher aus
den Geistes- und Naturwissenschaften sowie aus den Lebens- und
Ingenieurwissenschaften untersuchen hier anhand verschiedener sozialer,
kultureller, ökologischer und ökonomischer Aspekte vergangener
Gesellschaften die Wurzeln sozialer, umweltbedingter und kultureller
Phänomene sowie Prozesse. Die Forschungsergebnisse und der Arbeitsalltag
der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Exzellenzcluster sind
direkt in die Entwicklung der Angebote im archäo:labor eingeflossen.

„Bei der Ausgestaltung der Lernstationen war es uns wichtig, den
Schülerinnen und Schülern nicht nur die archäologischen Inhalte zu
vermitteln, sondern ihnen durch möglichst realistische Einblicke in den
oftmals von Mythen und Abenteuern geprägten Forschungsbereich auch das
wissenschaftliche Arbeiten näherzubringen“, erklärt ROOTS-Sprecher Müller.
„Vom eigens angelegten Grabungsfeld über die verschiedenen archäologischen
Fundstücke bis hin zu den Werkzeugen ist daher alles so originalgetreu wie
möglich.“

Umweltarchäologin Kirleis berichtet den Jungen und Mädchen bei der
Eröffnung mehr aus dem Forschungsalltag und was für sie das Besondere an
ihrer Arbeit in der Archäobotanik ist: „Die Arbeiten sind sehr vielseitig.
Neben dem Ausgraben und dem Gewinnen von Bohrprofilen gehören genauso die
Probenaufbereitung im Labor, die Analyse der Funde am Mikroskop und die
Datenauswertung am Computer dazu“, so Kirleis. „Es ist faszinierend, aus
einer Bodenprobe 6000 Jahre alte Getreidekörner auszuwaschen. Auf diese
Wiese schauen wir den Steinzeitleuten regelrecht in den Kochtopf, können
ihren Alltag detailgetreu erschließen und sogar alte Kochrezepte
rekonstruieren.“

Mit einem zehnminütigen Einführungsvortrag über die Jungsteinzeit von Dr.
Katrin Schöps, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für die
Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und Leiterin des
archäo:labors, startete dann der eigentliche Besuchstag. In Kleingruppen
entdeckten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Stationen zu den
menschlichen Grundbedürfnissen Behausung, Ernährung, Bekleidung, Umwelt
und soziales Miteinander. So machten sie sich beispielsweise in dem
überdachten Grabungsfeld auf die Suche nach archäologischen Fundstücken,
aus denen sich in Kombination mit Experimenten Rückschlüsse auf das Leben
in der Jungsteinzeit ziehen lassen. Dabei erfahren sie auch, dass man an
gefundenen Keramikscherben nicht nur ablesen kann, welche Art von Gefäßen
die Menschen in Schleswig-Holstein vor 6000 Jahren benutzt haben. Wenn man
Glück hat, kann man anhand der Scherben sogar herausfinden, mit welchen
Regionen ein Austausch bestanden hat. „Ich fand die Archäologie schon
immer faszinierend, aber dass man aus dem Fund einer einzigen
Keramikscherbe so viel Verschiedenes erfährt, hätte ich nicht gedacht“, so
eine der Schülerinnen begeistert.

Das Angebot des archäo:labors ist ab sofort über die Webseite der Kieler
Forschungswerkstatt buchbar.

Fotos stehen zum Download bereit:
<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-kinder-dokumentieren-
funde.jpg
>
<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-kinder-dokumentieren-
funde2.jpg
>
<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-archaeo-labor.jpg>
An der Station Keramik und soziales Miteinander dokumentieren die
Schülerinnen ihre Ausgrabungsfunde. Die Scherben geben nicht nur Auskunft
darüber, was für Gefäße die Menschen in Schleswig-Holstein in der
Jungsteinzeit verwendet haben, sondern auch darüber, mit welchen Regionen
sie im Austausch standen.
© Kieler Forschungswerkstatt

<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-besuchstag.jpg>
An ihrem Besuchstag im archäo:labor erfahren die Jungen und Mädchen der
Klassenstufen 5 bis 7 auch, wie Archäologinnen und Archäologen
herausfinden, was die Menschen in der Jungsteinzeit gegessen haben.
© Kieler Forschungswerkstatt

<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-johannes-mueller.jpg>
Johannes Müller, Direktor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der CAU
und Sprecher des Exzellenzclusters ROOTS begrüßt die Schülerinnen und
Schüler zur Eröffnung des archäo:labors im Hörsaal.
© Kieler Forschungswerkstatt

<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-katrin-schoeps.jpg>
Von Wiebke Kirleis erfahren die Jungen und Mädchen von der Käthe-Kollwitz-
Schule Kiel am Eröffnungstag des archäo:labors mehr über ihre Arbeit als
Umweltarchäologin und Archäobotanikerin.
© Kieler Forschungswerkstatt

<www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-wiebke-kirleis.jpg>
Bevor die Schülerinnen und Schüler an den Lernstationen des archäo:labors
praktisch arbeiten, erfahren sie in einem Einführungsvortrag von IPN-
Mitarbeiterin und Laborleiterin Dr. Katrin Schöps mehr über das Leben in
der Jungsteinzeit.
© Kieler Forschungswerkstatt

Über die Kieler Forschungswerkstatt
Die Kieler Forschungswerkstatt ist eine gemeinsam Einrichtung der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Leibniz-Instituts
für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). In den
thematischen Laboren beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler sowie
Lehrkräfte und Lehramtsstudierende mit wissenschaftlichen Fragestellungen
aus den Meeres- und Nanowissenschaften, erfahren mehr über die
gesellschaftlichen Aspekte von Energie, erhalten Zugang zu aktuellen
Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung, entdecken
die Robotik oder lernen, warum Boden mehr als nur Dreck ist. Die
geisteswissenschaftlichen Werkstätten bieten Angebote aus dem Bereich
Sprache, Kunst und Theologie sowie zu historisch-politischen Themen.
Im archäo:labor erfahren Schulklassen bei Grabungen und Experimenten mehr
über das Leben in der Jungsteinzeit. Dabei durchlaufen sie in Kleingruppen
verschiedene Module zu den menschlichen Grundbedürfnissen Behausung,
Ernährung, Bekleidung, Umwelt und soziales Miteinander. Mehr unter: <www
.forschungs-werkstatt.de>

Über den Exzellenzcluster ROOTS
Der Exzellenzcluster ROOTS – Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und
Kultur in vergangenen Welten – an der Christian-Albrecht-Universität zu
Kiel (CAU) untersucht seit 2019 die Wurzeln sozialer, umweltbedingter und
kultureller Phänomene und Prozesse, die die menschliche Entwicklung
nachhaltig prägen. Dafür erforschen Wissenschaftler und
Wissenschaftlerinnen aus Geistes- Sozial-, Natur- und Lebenswissenschaften
in einem interdisziplinären Ansatz archäologische und historische
„Laboratorien“ unter der Annahme, dass Menschen und ihre Umwelt sich
gegenseitig geprägt haben und dabei soziale und umweltrelevante
Konnektivitäten geschaffen haben, die bis heute existieren. Mehr unter
<www.cluster-roots.uni-kiel.de>

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