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Heute startet der MINT-Kongress für Schülerinnen und Schüler

Mehr als 100 einzigartige Vorträge, Workshops und Beiträge - Programm von Montag bis Freitag - Teilnahme online und in Präsenz möglich - Angebot ist kostenlos
Menschen, Umwelt, Technik - unter diesem Motto startet am heutigen Montag der MINT-Kongress im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN). Das ganztägige Angebot von weit über 100 Vorträgen, Workshops, Praxisbeiträgen und Versuchen wendet sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an ganze Schulklassen und Erwachsene. Die Themen spiegeln die Vielfalt von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wider. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Der Kongress läuft von Montag, 13. September, bis Freitag, 17. September.

Die Referentinnen und Referenten kommen aus ganz Deutschland und vielen anderen Ländern. Alle Vorträge und viele Workshops werden online übertragen. Vormittags finden hauptsächlich Vorträge statt, so dass auch ganze Schulklassen dabei sein können. Jeden Vormittag gibt es die Veranstaltung „Extra-Futter für Lehrer und Schüler“, das den Physikunterricht bereichert. Einige Veranstaltungen können nach Voranmeldung auch in Präsenz im SFN besucht werden.

Ganztägiges Programm 

Geboten ist ein ganztägiges Programm mit Vorträgen am Vormittag, Workshops am Nachmittag sowie  Abendvorträgen und Podiumsdiskussionen (etwa zu "KI in Schule“ und "SMART-City“). In einem virtuellen Labor gibt es Experimente zum Klimawandel. Die Schülerforschungszentren Kassel und Hamburg steuern ebenfalls Vorträge und Workshops bei.

Wissenschaftler aus Universitäten geben einen Einblick in den Stand aktueller Forschung u.a. aus Quantenphysik, Astronomie und Technik. Referenten aus Italien, Spanien, Slowakei und Russland bieten die Möglichkeit für gemeinsame Forschungsprojekte. Unternehmen der Region geben einen Einblick hinter die Kulissen - darunter sind Wintershall Dea, Sartorius, Hübner, EAM Netz und Starke + Reichert.

Außerdem berichten Schülerinnen und Schüler über ihre Projekte und Erfahrungen bei Wettbewerben. Schließlich werden die SFN-Awards im Rahmen einer improvisierten Musical-Aufführung verliehen.

"Der MINT-Kongress findet bereits zum zwölften Mal statt. Wir freuen uns sehr über das rege Interesse und das starke Angebot“, so Klaus-Peter Haupt, Leiter und Gründer des Schülerforschungszentrums Nordhessen SFN.

Die Programmübersicht, Anmeldung sowie weitere Informationen gibt es auf der Kongress-Homepage: https://schuelerkongress-kassel.de

 

Sicherheit durch Hygiene 

Eine besonderes Hygienekonzept ermöglicht sicheres Arbeiten: tägliche Lutschtests aller Anwesenden, Maskenpflicht, Luftreiniger in allen Räumen, Dauerbelüftung, berührungsfreie Nutzung von Türklinken, Wasserhähnen sowie Handdesinfektionen.

 

Das Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN)

Schülerinnen und Schüler nordhessischer Schulen von Klasse fünf bis zum Abitur forschen in Teams an echten Problemen der Naturwissenschaften: eigene Experimente und Projekte mit Schwerpunkten in Physik, Astrophysik, Geophysik, Chemie, Biologie und Technik, aber auch Informatik und Mathematik, aktuell und praxisorientiert. Das Konzept wurde Ende 2001 entwickelt, im Februar 2002 kamen die ersten Teilnehmer.

Das SFN bietet Gelegenheit zu eigenständiger Forschung, unterstützt von einem Team aus Fachberatern und Wissenschaftlern. Zur Zeit arbeiten rund 300 Schülerinnen und Schüler aus 35 nordhessischen Schulen an 100 Projekten, unterstützt von 45 Betreuern - Lehrerinnen und Lehrer sowie Studentinnen und Studenten. 

Eine hochwertige Einrichtung (Sternwarte, Laserlabor, Raster-Feldelektronenmikroskop, Chemielabor, Biologielabor) steht zur Verfügung. Anmeldungen sind jederzeit möglich. 

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Bayerisches Testfeld für intelligente Mobilität

Die Technische Universität München (TUM) und die Industrieanlagen-
Betriebsgesellschaft mbH (IABG) errichten in Ottobrunn ein neues Testfeld
für intelligente Mobilitätskonzepte. Auf der vom Bayerischen
Verkehrsministerium geförderten Versuchsanlage erforschen sie das
Zusammenwirken zukünftiger, autonomer Verkehrssysteme sowie deren sicheren
und standardisierten Betrieb.

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, TUM-Präsident Prof. Dr.
Thomas F. Hofmann und IABG-Geschäftsführer Prof. Dr. Rudolf F. Schwarz
haben heute eine Vereinbarung zum Bau des Testfelds unterzeichnet. Die
Anlage soll ab dem kommenden Jahr auf dem Gelände der IABG als erfahrenem
Anbieter von technischen Dienstleistungen eingerichtet werden. Die
wissenschaftliche Leitung liegt bei der TUM unter Federführung des
Lehrstuhls für Verkehrstechnik.

Die Partner wollen in Ottobrunn die Überführung von Konzepten autonomen
Fahrens in die Praxis erforschen, insbesondere mit Blick auf das sichere
Zusammenwirken verschiedener Verkehrsteilnehmer und unterschiedlicher
Systeme. Als Besonderheit des Testfelds können dort alle Fahrzeug-
Hersteller und -Betreiber wissenschaftliche Untersuchungen durchführen,
neue Technologien und deren sichere Anwendung erproben und gemeinsame
Standards entwickeln.

Augmented Reality bei Gefahrsituationen

Im Mittelpunkt des Testfelds wird eine variable Kreuzungsanlage stehen,
auf der eine Vielzahl komplexer Verkehrsszenarien unter Beteiligung
autonomer und von Menschen gesteuerter Fahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger
experimentell untersucht werden kann. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der
Sicherheit von vulnerablen Verkehrsteilnehmern wie beispielsweise
Fußgängern liegen. Zum Testen von Gefahrsituationen in Echtzeit sollen
auch Simulationen zum Einsatz kommen, bei denen Personen per Augmented
Reality eingeblendet werden.

Als weitere Versuchsanlagen sind eine "Park & Charge Lane" und ein
Parkhaus geplant, in denen Elektroautos abgegeben, automatisch geparkt,
induktiv aufgeladen und wieder fahrbereit zur Verfügung gestellt werden.
Unter Einsatz modernster Sensortechnik und der 5G-Mobilfunktechnologie
wollen die Partner die Vernetzung von Fahrzeugen auf ihre
Praxistauglichkeit untersuchen und Empfehlungen für die Industrie und
Politik ableiten. Die Absicherung des Zusammenwirkens selbstfahrender
Fahrzeuge gilt als ein entscheidendes Thema für die Zulassung und
Akzeptanz autonomer Verkehrssysteme.

„Wissenschaft, Unternehmensentwicklung und Politikgestaltung
zusammenführen“

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sagt: „Die Mobilität der
Zukunft ist in Bayern längst angekommen! Erst letzte Woche konnte ich mich
bei der IAA Mobility davon überzeugen, wie grundlegend das autonome Fahren
unsere Mobilität verändern – und an vielen Stellen verbessern – wird. Aber
wir brauchen auch Erkenntnisse darüber, wo noch Fallstricke liegen und wie
wir vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer schützen können. Deshalb
unterstützen wir von Seiten des Verkehrsministeriums den Aufbau des
Testfelds in Ottobrunn und beteiligen uns auch finanziell an den Kosten.“

„Mit dem modernen Testfeld leisten wir einen wichtigen Beitrag, die
Metropolregion München zu einem der weltweit bedeutendsten
Innovationsstandorte für nachhaltige, intelligente Mobilität zu
etablieren“, sagt TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann. „Die TUM bündelt
auf diesem Feld Spitzenforschung von der Konzeption zukunftsfähiger
Verkehrssysteme über die Fahrzeug-, Sensor- und Kommunikationstechnologien
bis hin zu den gesellschaftlichen Implikationen einer elektrifizierten
autonomen Mobilität. In einem gemeinschaftlichen Innovationsansatz von
Wissenschaft, Unternehmensentwicklung und gesellschaftlich verantworteter
Politikgestaltung wollen wir den urbanen Verkehr in eine nachhaltige
Zukunft führen.“

Prof. Rudolf F. Schwarz sagt: „Ich freue mich sehr auf die weitere
Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit der TU München und dem Bayerischen
Verkehrsministerium. Gerade die Absicherung der KI-Algorithmen, welche das
Zusammenwirken autonomer Fahrzeuge steuern, erfordert völlig neue
Herangehensweisen. Wir müssen ,an Sicherheit grenzende‘
Wahrscheinlichkeiten berechnen und wollen diese auf der Testkreuzung
nachweisen. Ein weiteres Anliegen der IABG ist es, dem berührungslosen,
induktiven Laden von Elektrofahrzeugen – auch mithilfe des Testfelds – zum
Durchbruch zu verhelfen. Gerade bei fahrerlosen Fahrzeugen werden selten
Menschen in der Nähe sein, um diese mit unhandlichen Stromkabeln zu
verbinden.“

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Künstliche Intelligenz in der Justiz: EDV-Gerichtstag vom 22. bis 24. September

Unter dem Motto „Mensch oder Maschine – Wer prägt die Zukunft der
Rechtsanwendung?“ werfen auf dem 30. EDV-Gerichtstag vom 22. bis 24.
September mehr als 1.000 Expertinnen und Experten aus Praxis, Politik und
Wissenschaft einen Blick in die Zukunft der Justiz. Diskutiert wird die
neueste Forschung aus den Bereichen Legal Tech, Künstliche Intelligenz und
Rechtsinformatik. Auch in diesem Jahr findet der bundesweit größte
Fachkongress zum elektronischen Rechtsverkehr und der Rechtsinformatik im
virtuellen Raum statt. Die Teilnahme ist für alle Interessierten frei.
Weitere Informationen und Programm: <https://www.edvgt.de>

Künstliche Intelligenz als Richter? Urteile per Mausklick, gefällt von
Algorithmen? Die Frage „Mensch oder Maschine – Wer prägt die Zukunft der
Rechtsanwendung“ als Leitgedanke des diesjährigen EDV-Gerichtstages ist
bewusst provokant gestellt. Dennoch: Auch im Bereich der Rechtsanwendung
sind in den nächsten beiden Jahrzehnten markante Veränderungen zu
erwarten, die zahlreiche rechtliche und auch ethische Fragen aufwerfen.
Der EDV-Gerichtstag ist die zentrale Plattform für diesen Diskurs. Er
begleitet und prägt als Verein und als Fachkongress die Entwicklungen im
Bereich Rechtsinformatik seit nunmehr drei Jahrzehnten und zählt
inzwischen zu den bundesweit wichtigsten Juristenkongressen.

Die Expertinnen und Experten aus Justiz, Anwaltschaft, Verwaltung, Politik
und Wissenschaft loten auch im Rahmen des diesjährigen virtuellen
Kongresses Einsatzmöglichkeiten digitaler Werkzeuge in Justiz und
Anwaltschaft aus, die Arbeitsprozesse erleichtern und beschleunigen
sollen. Sie diskutieren Themen wie IT-Sicherheit an den Gerichten,
rechtliche Fragen von Videoverhandlungen in Gerichtsverfahren oder bei der
Kommunikation über elektronische Postfächer. In Gesprächsrunden beleuchten
sie die IT-gestützte Technik in Anwaltskanzleien und hinterfragen
kritisch, inwieweit die Pandemie tatsächlich einen Digitalisierungsschub
in Justiz und Verwaltung bewirkt hat. Ein Praktiker-Forum befasst sich mit
elektronischer Kommunikation und elektronischer Akte im Arbeitsalltag.
Außerdem stehen die Barrierefreiheit und sichere elektronische Identitäten
im Fokus. Daneben werfen die Fachleute auch einen Blick ins europäische
Ausland und betrachten den dortigen Stand der Entwicklungen in Sachen
Digitalisierung in der Justiz.

Die Vorstandsvorsitzende des Deutschen EDV-Gerichtstages, Dr. Anke Morsch,
wird den virtuellen EDV-Gerichtstag am Mittwoch, dem 22. September, um
16.30 Uhr eröffnen. Den Eröffnungsvortrag hält der Geschäftsführer und
wissenschaftliche Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche
Intelligenz (DFKI) und Professor für Informatik an der Universität des
Saarlandes, Professor Antonio Krüger.

Am Donnerstag, 23. September, geben ab 9 Uhr aus Anlass des 30-jährigen
Jubiläums „Gründerväter“ des EDV-Gerichtstages Einblicke in die Historie:
Professor Helmut Rüßmann spricht in einem Vortrag über „Großes entsteht
aus Kleinem – zu den Wurzeln und Anfängen des Deutschen EDV-Gerichtstages“
und Professor Maximilian Herberger, erster und langjähriger
Vorstandsvorsitzender sowie heute Ehrenvorsitzender des EDV-Gerichtstages,
fordert in einem Vortrag auf: "Juristen und Informatiker müssen Freunde
werden".
Dem (Rück-)Blick auf die Anfänge des Gerichtstages folgt ein Ausblick:
Professor Florian Matthes und Dirk Hartung fassen in ihren Vorträgen den
aktuellen Stand der Forschung im Bereich „Legal Technology“ zusammen und
blicken auf die zu erwartenden Veränderungen im nächsten Jahrzehnt.

Im Rahmen des Kongresses wird die Bund-Länder-Kommission für
Informationstechnik in der Justiz auch in diesem Jahr wieder IT-Projekte
der Länder vorstellen und über den derzeitigen Stand der Umsetzung von
E-Justice und IT-Projekten informieren.

Im Anschluss an die Arbeitskreise am Freitagmittag, 24. September,
organisiert Professor Christoph Sorge eine Veranstaltung zum Thema IT-
Sicherheit.

Der Deutsche EDV-Gerichtstag findet als rein digitaler Kongress statt. Die
Arbeitskreise werden per Videokonferenz in Zoom live angeboten.
Anmeldungen sind kostenlos möglich unter: <https://www.edvgt.de>
Weitere Informationen und Programm: <https://www.edvgt.de>

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Öffentliche Tagung untersucht transdisziplinäre Perspektiven auf die Tagebaufolgelandschaften

Gemeinsame Presseinformation mit dem Sorbischen Institut:
Über neue Formen der Landnutzung und die Bewahrung der Geschichte des
Tagebaus diskutieren Wissenschaftler*innen der BTU Cottbus-Senftenberg
gemeinsam mit dem Sorbischen Institut und dem Institute for Heritage
Management, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen auf einer hybriden
Konferenz

Die Gewinnung von Rohstoffen wie Erz, Sand oder Kohle im Tagebau ist eine
der intensivsten Eingriffe in eine Landschaft. Böden, Wasserhaushalt,
Pflanzen und Tierwelt – die Gestalt ganzer Landschaftszüge ist dauerhaft
verändert. Die Neugestaltung dieser Tagebaufolgelandschaft steht im Fokus
der öffentlichen Tagung „KULTUR[tagebau]LANDSCHAFT. Strukturen der
Tagebaufolge lesen, verstehen, gestalten, entwickeln“.

Datum: Mittwoch bis Freitag, 15. bis 17. September 2021
Ort: Atelier Oestreich, BTU Cottbus-Senftenberg, Standort Cottbus,
Zentralcampus, Konrad Wachsmann Allee, Lehrgebäude 2 C/D und digital:
www.b-tu.de/fg-industriefolgelandschaften/forschung/konferenz/online-
teilnahme

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bei Heidi Pinkepank unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. wird gebeten.

Die Lausitz ist eine Region mit langer bergbaulicher Tradition. Sie zählt
seit jeher zu den Gebieten Deutschlands mit besonders ausgeprägten
Klimaextremen und einem sehr hohen Anteil an Böden mit überwiegend
geringer Wasserspeicherkapazität und Ertragskraft. „Die Lausitz ist ein
Landschaftslaboratorium, in dem seit mehr als einem Jahrhundert die
Brachen der Braunkohletagebaue innovativ rekultiviert, renaturiert, urbar
gemacht und neugestaltet werden“, so Prof. Markus Otto, Leiter des BTU-
Fachgebiets Planen in Industriefolgelandschaften. „Über eine Anerkennung
als UNESCO Welterbe können diese Bemühungen zur Quelle neuer
internationaler Wertschätzung und regionaler kultureller Identität
werden.“

Gemeinsam mit dem Sorbischen Institut und dem Institute for Heritage
Management konnten die Wissenschaftler*innen der BTU Cottbus-Senftenberg
in einer Welterbestudie zeigen, dass die Orte des Braunkohletagebaus in
der Lausitz das Potenzial haben, UNESCO Welterbe zu werden. Ziel der
Forschenden ist es, einen neuen, positiven Zugang zur regionalen
Geschichte des Braunkohleabbaus und der damit verbundenen
Landschaftsinnovation zu schaffen. „Zusätzlich zu einer gesteigerten
regionalen Identität erwarten wir auch einen ökonomischen Nutzen der
Welterbeinitiative, insbesondere im Bereich des Kulturtourismus“, fasst
Prof. Otto die Ziele des Verbundvorhabens „Lausitzer
Tagebaufolgelandschaften als UNESCO Welterbe“ zusammen.

Der Antrag für die Aufnahme auf die deutsche Vorschlagsliste des UNESCO
Kultur- und Naturerbes der Welt ist auf dem Weg. Dieser wird von der
zuständigen Länderbehörde über das Sekretariat der Ständigen Konferenz der
Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, das
Auswärtige Amt und das UNESCO-Welterbezentrum in Paris dem Welterbekomitee
zur Entscheidung vorgelegt. Bis 2024 erwarten die Antragsteller*innen ein
Ergebnis.

„Auf der Tagung wagen wir einen kritischen Rückblick auf die Geschichte
der Kultur- und Siedlungsräume“, sagt Heidi Pinkepank, wissenschaftliche
Mitarbeiterin im Fachgebiet Planen in Industriefolgelandschaften sowie
Gesellschafterin des Institutes für Neue Industriekultur INIK GmbH. „Deren
Entstehung und Entwicklung ist nicht nur durch die naturräumlichen
Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten geprägt, sondern ganz
entscheidend auch von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie aktuellen
Trends oder dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft abhängig.“

Neben strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt von überwiegend
landwirtschaftlich geprägter Tätigkeit zur Beschäftigung in der Industrie
ist auch die Ansiedlung von Arbeitskräften entscheidend. „Der Wandel ist
insbesondere von dem Verhältnis von Einheimischen zu Zugezogenen und der
damit einhergehenden Verschiebung des Mehrheiten-Minderheiten-
Verhältnisses geprägt“, so Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen
Instituts in Bautzen. Im Fokus der Forschung des Sorbischen Instituts
steht die Rolle der anerkannten Minderheit der Sorben/Wenden. „Sorbische
Traditionen in der Landnutzung, kulturelle Praktiken und Netzwerke sind
durch alle untersuchten Zeiten und Bereiche hindurch ein Querschnittsthema
und daher auch für die Forschung zur Folgelandschaft relevant“, sagt Dr.
Hauke Bartels. „Sorben bzw. Wenden haben die Lausitz als Kulturlandschaft
historisch geprägt. Und Folgelandschaften sind nicht nur Innovationslabore
für neue Landnutzungsformen, sondern auch Handlungsarenen für regionale
Identitäten. Sie sind erinnernde Landschaften, deren historisch-
kulturelles Erbe es möglichst partizipativ zu gestalten gilt.“

„Im Rahmen des Forschungsverbundes ‚Land-Innovation-Lausitz (LIL)‘
entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Zivilgesellschaft die Lausitz zu einer Modellregion für eine
nachhaltige Bioökonomie. Neben innovativen Technologien und Nutzungsformen
entlang der Wertschöpfungskette spielt die Tagebaufolgelandschaft als
Kulturlandschaft eine wesentliche Rolle“, fasst die BTU-Präsidentin Prof.
Gesine Grande die Ziele der Forschung zusammen. „Unser Fokus liegt darin,
Tradition und Veränderung in Einklang zu bringen und positiv erlebbar zu
machen.“

Die Tagung „KULTUR[tagebau]LANDSCHAFT“ ist Teil des Verbundvorhabens
„Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als UNESCO Welterbe“, das im Rahmen des
Bündnisses „Land-Innovation-Lausitz (LIL)“ vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) im Förderprogramm „WIR! – Wandel durch
Innovation in der Region“ gefördert wird. Das Studiengebiet des
Tentativantrags der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft umfasst nach
aktuellem Stand cirka 32.500 Hektar und insgesamt etwa 30
Gebietskörperschaften in fünf Landkreisen.

Zum Programm: www.b-tu.de/fg-
industriefolgelandschaften/forschung/konferenz/tagungsprogramm

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