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Angela-Davis-Gastprofessur 2024: Grada Kilomba, The Art of Performing Knowledge

Vom 2. Juli bis 12. Juli wird die international renommierte Künstlerin,
Kuratorin und Theoretikerin Grada Kilomba an der Goethe-Universität
forschen und lehren.

FRANKFURT. Das Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung hat vom
2. Juli bis 12. Juli die international renommierte Künstlerin, Kuratorin
und Theoretikerin Grada Kilomba als Angela-Davis-Gastprofessorin an die
Goethe-Universität eingeladen. Grada Kilomba ist eine in Berlin lebende
portugiesische Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Erinnerung,
Trauma, sowie dem Nachhall kolonialer Herrschaft und transatlantischer
Versklavung auseinandersetzt.

Mit Hilfe von Performance, inszenierter Lesung, Video, Fotografie sowie
großformatigen skulpturalen und akustischen Installationen hinterfragt
Kilomba Konzepte von Wissen, Gewalt und Wiederholung. Ihr Werk ist vor
allem für ihre subversive Praxis des Geschichtenerzählens bekannt, bei der
sie eine poetische und immersive Bildsprache schafft und ihren eigenen
Texten Körper, Stimme, Form und Bewegung verleiht. „Welche Geschichten
werden erzählt? Wie werden sie erzählt? Wo werden sie erzählt? Und von wem
erzählt?“ sind wiederkehrende Fragen in Kilombas Werk.

Im Rahmen ihrer Gastprofessur wird Kilomba die „art of performing
knowledge", also die „Kunst, Wissen darzustellen“, erforschen. Die
Gastprofessur beginnt mit einer öffentlichen Vorlesung und Performance am
2. Juli 2024 um 18 Uhr c.t.. Neben einem dreitägigen Seminar wird Kilomba
sich mit Wissenschaftler*innen in der frühen Berufsphase treffen und am
11. Juli 2024 um 15 Uhr in einem Artist Talk über ihre künstlerische
Praxis berichten. Die Gastprofessur endet mit einer öffentlichen Vorlesung
und Performance am 11. Juli 2024 um 18 Uhr c.t..

Das Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung lädt in Kooperation
mit dem Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums, dem GRADE Center Gender
und dem Büro für Chancengerechtigkeit der Goethe-Universität zu den
Veranstaltungen im Rahmen der Angela-Davis-Gastprofessur ein. Die
Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei.

Die Angela-Davis-Gastprofessur für internationale Gender und Diversity
Studies dient der Förderung internationaler und interdisziplinärer
Zusammenarbeit im Bereich Gender und Diversity. Als erste Inhaberin der
Gastprofessur war Angela Davis 2013 am Cornelia Goethe Centrum zu Gast.
Nach dem erfolgreichen Auftakt wird die Gastprofessur in regelmäßigen
Abständen mit eine*r international renommierten Frauen- und
Geschlechterforscher*in besetzt.

Übersicht der öffentlichen Einzeltermine

02.07.2024
18-20 Uhr c.t. (mit anschließendem Empfang)
HZ5, Hörsaalzentrum, Campus Westend
Performing Knowledge: Heroines, Birds and Monsters.
Öffentliche Antrittsvorlesung und –performance

11.07.2024
15-16:00 Uhr
Cas 823, Casino, Campus Westend
Artist Talk

11.07.2024
18-20 Uhr c.t. (mit anschließendem Empfang)
Cas 823, Casino, Campus Westend
Performing Knowledge: Opera to a Black Venus.
Öffentliche Abschlussvorlesung und –performance

Mehr Informationen zur Angela-Davis-Gastprofessur unter <https://cgc.uni-
frankfurt.de/veranstaltungen/angela-davis-gastprofessur

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Was heißt „kolonial“? „Frankfurter Schule“ widmet sich dem Diskurs über Kolonialismus

Am 3. Juli findet im Freien Deutschen Hochstift die mittlerweile fünfte
Veranstaltung der vom Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-
Universität gemeinsam mit dem Dezernat Kultur und Wissenschaft
durchgeführten Reihe „Frankfurter Schule“ statt. Das Podiumsgespräch und
die anschließende Diskussion gehen der Frage nach, welche Bedeutung das
Attribut „kolonial“ annehmen kann und welche Verwendung es findet.

FRANKFURT. Das Wort vom „Kolonialen“ erlebt eine durchaus widersprüchliche
Konjunktur. In jüngster Vergangenheit sind Deutschlands kolonialistisches
Erbe und die lange Zeit marginalisierte Stellung des Kolonialismus in der
deutschen Erinnerungskultur vermehrt zum Gegenstand öffentlicher
Diskussionen geworden. Parallel zu der gestiegenen Aufmerksamkeit für den
Kolonialismus als historische Phase und für die weiterhin drängende Frage
der Aufarbeitung lässt sich jedoch auch ein regelrecht inflationärer
Gebrauch des Wortes beobachten. Unterschiedslos wird es auf Herrschafts-
und Ungleichheitsverhältnisse verschiedenster Art angewendet. Damit droht
das Attribut „kolonial“ seine ursprüngliche analytische Bedeutung zu
verlieren und zu einem allseits einsetzbaren Schlagwort in oft hitzig
geführten politischen Debatten zu verkommen. Die Veranstaltung

„Was heißt ‚kolonial‘?
Zur Bedeutung einer historischen Qualifizierung“
am Mittwoch, den 3. Juli 2024, um 19 Uhr
im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstift

mit dem Historiker und Autor Dan Diner und dem Rechtswissenschaftler und
Journalisten Miloš Vec will sich in aufklärerischer Absicht diesem überaus
aktuellen Thema widmen. Dabei geht es um Geschichte, Begriff und
politische Verwendung von mit dem „Kolonialen“ in Verbindung gebrachten
Phänomenen.

Der Eintritt kostet 3 Euro. Karten können an der Abendkasse erworben
werden.

Dan Diner ist Professor Emeritus an der Hebräischen Universität zu
Jerusalem und ehemaliger Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische
Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Gegenwärtig leitet er
das Jacob Robinson Institute for the History of Individual and Collective
Rights in Jerusalem. In seiner Forschung konzeptualisiert er eine moderne
jüdische Geschichte und eine von der kolonialen Peripherie her erzählte
Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Er ist Autor zahlreicher Publikationen
zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, zur jüdischen Geschichte, zur
Geschichte des Mittleren Ostens und zur deutschen Geschichte, insbesondere
zu Holocaust und Nationalsozialismus.

Miloš Vec ist Professor für Europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte
an der Universität Wien und assoziiertes Mitglied des Forschungszentrums
„Normative Ordnungen“. Er habilitierte sich an der Goethe-Universität in
Neuerer Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Zivilrecht.
In seiner Forschung beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit der
Geschichte des Völkerrechts, des öffentlichen Rechts sowie der
Kriminologie und Kriminalistik. Zudem arbeitet er als freier Journalist,
unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Rainer Forst, Direktor des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“, sagt
mit Blick auf den Termin: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir unsere
Reihe mit dem renommierten Historiker Dan Diner fortsetzen können. Uns
geht es darum, die brisanten Themen der Zeit mit Bezug auf die kritische
Theorie zu durchdenken, und für das komplexe Thema des Kolonialismus ist
Diner goldrichtig.“ Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig
betont: „Frankfurt ist die Stadt der kritischen Theorie, die als
Ideologiekritik gerade in Zeiten erbittert ausgefochtener Kulturkämpfe
unverzichtbar ist. Umso wichtiger ist, dass das ‚Frankfurter Denken‘ nicht
in der universitären Echokammer verbleibt, sondern den Weg in die breite
Öffentlichkeit findet. Dies gelingt unserer Gesprächsreihe in
vorbildhafter Weise, was die große Resonanz beim Publikum belegt.“

Die vom Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität in
Kooperation mit dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt
am Main organisierte Reihe findet in regelmäßigen Abständen in wechselnden
Frankfurter Kultureinrichtungen statt. Zu Gast sind Persönlichkeiten, die
– geschult am ‚Frankfurter Denken‘ – zu aktuellen Problemlagen kritisch
Position beziehen. Die Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe sind
das Institut für Sozialforschung, hr2-kultur und das Museumsufer
Frankfurt.

Weitere Informationen:
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des
Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.;
069/798-31407. <www.normativeorders.net>

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Familiengerechte Arbeits- und Studienbedingungen ausgezeichnet Fachhochschule Dortmund erhält Audit-Zertifikat

Die Fachhochschule Dortmund ist erneut für ihre familiengerechten Arbeits- und Studienbedingungen geehrt worden. Anlass gab die 26. Zertifikatsverleihung der berufundfamilie Service GmbH in Berlin. Bereits seit 2008 nutzt die FH das Audit familiengerechte Hochschule als strategisches Management-Instrument, das einen nachhaltigen Prozess der Vereinbarkeit anstößt und steuert.

 

Als Würdigung des langjährigen Vereinbarkeitsengagements bestätigte die Auditierungsgesellschaft das Zertifikat mit Prädikat. Das für die Fachhochschule inzwischen 6. Qualitätssiegel zum Audit familiengerechte Hochschule erhielt Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel auf einer feierlichen Veranstaltung aus den Händen der Audit-Schirmherrin, Bundesfamilienministerin Lisa Paus, und von Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH.

 

Die Fachhochschule zählt zu insgesamt 306 Organisationen – 119 Unternehmen, 151 Institutionen und 36 Hochschulen –, die in diesem Jahr mit einem Zertifikat ausgezeichnet wurden, das in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren hat. Vorausgegangen war der Verleihung ein mehrmonatiger, strukturierter Auditierungsprozess der berufundfamilie Service GmbH. Dabei werden Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium, Familie und Privatleben (weiter-)entwickelt und die familiengerechte Ausrichtung in der Kultur der Organisation verankert.

 

„Nach nunmehr sechs Auditierungsphasen zum Thema Familiengerechtigkeit wird die Fachhochschule im kommenden Verfahren 2025/26 weitere Dimensionen von ‚Vielfalt‘ in den Blick nehmen, um die Chancengerechtigkeit ganzheitlich zu verbessern“, erklärt Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel. An der Fachhochschule können rund 900 Beschäftigte und 13.500 Studierende von den vereinbarkeitsfördernden Maßnahmen profitieren. Das Angebot wurde seit 2020 um eine Mobile Kinderbetreuung für Notfälle und Randzeiten sowie Beratung und Vernetzung für Personen mit Pflegeverantwortung erweitert. Geplant ist die Einführung weiterer Maßnahmen, beispielsweise die Förderung von Führungsmodellen für Teilzeitbeschäftigte.

 

„Die Fachhochschule besteht aus Menschen, die hier lernen, lehren und arbeiten. Sie alle haben Bindungen und übernehmen Verantwortung auch im Privatleben. Mit der weiteren Verbesserung unserer familiengerechten Strukturen und der Thematisierung von Vielfalt in all seinen Facetten senden wir das Signal nach innen und außen: Hier wird der ganze Mensch gestärkt und kann sich ganzheitlich einbringen“, betont Tamara Appel.

 

Zum Hintergrund:

Die berufundfamilie Service GmbH ist Dienstleister und Think Tank im Themengebiet Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Sie begleitet Unternehmen, Institutionen und Hochschulen bei der Umsetzung einer nachhaltigen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik und der Gestaltung familiengerechter Arbeits-, Forschungs- und Studienbedingungen. Ihr zentrales Angebot ist das Audit berufundfamilie bzw. Audit familiengerechte Hochschule, das von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiiert wurde. Das Audit ist das strategische Management-Instrument, welches Arbeitgeber dazu nutzen, ihre Personalpolitik familien- und lebensphasenbewusst aufzustellen und ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken. Seit 1998 wurden rund 2.000 Organisationen mit dem Zertifikat zum Audit ausgezeichnet. Weitere Infos: www.berufundfamilie.de

 

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Online-Vortrag: „Diversity und Digitalisierung: (k)ein Thema für den Sozial- und Gesundheitsbereich?“

Die Beschäftigung mit den Themen Differenz und Diversity wird häufig
aufgrund
gesellschaftlicher Entwicklungen argumentiert. Dazu gehören zum Beispiel
die Aspekte Globalisierung, Migration, Fluchtbewegungen und Pluralisierung
von Lebensformen. In ihrem Online-Vortrag „Diversity und Digitalisierung:
(k)ein Thema für den Sozial- und Gesundheitsbereich?“ ergänzen Mag.a Dr.in
Sabine Klinger und Mag.a Dr.in Andrea Mayr den Bereich Digitalisierung als
gesellschaftliche Transformation. Die Veranstaltung beginnt am 09.07.2024
um 18:00 Uhr.

Prozesse der Digitalisierung haben nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche
erreicht und sind zum bestimmenden Faktor unserer Zeit geworden, welche
die Konstruktion von Differenz tradieren. Gegenwärtig zeigt sich das vor
allem bei Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Grundsätzlich
stellt sich die Frage, wie Algorithmen trainiert und angewendet werden
können, damit sie nicht diskriminieren und soziale Ungleichheiten
reproduzieren. Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich Mag.a Dr.in Sabine
Klinger und Mag.a Dr.in Andrea Mayr in ihrem Online-Vortrag mit der
Verschränkung der Themen Diversität, Digitalisierung sowie Sozial- und
Gesundheitswesen.

Ziel ist es dabei, einerseits zu verdeutlichen, wie sich soziale
Konstruktionen von Differenz auch in der Technikentwicklung fortschreiben
und Strukturen von Macht und sozialer Ungleichheit bedingen. Andererseits
zielt der Vortrag darauf ab, Akteurinnen und Akteure im Sozial- und
Gesundheitsbereich für diese Verschränkung zu sensibilisieren, um sich
intensiv und kritisch an der Diskussion zukünftiger Entwicklungen und
Einsatzbereiche von KI im Sozial- und Gesundheitswesen beteiligen zu
können.

Zur Teilnahme am Online-Vortrag benötigen Interessierte entweder Computer,
Smartphone oder Tablet mit Internetzugang und Audioausgabe. Mit der
Anmeldung bis zum 08.07.2024 per E-Mail an studienorganisation(at)apollon-
hochschule(dot)de erhalten externe Teilnehmer:innen die Zugangsdaten zum
virtuellen Vortragsraum. Der Warteraum ist ab 17:45 Uhr geöffnet.
Studierende der APOLLON Hochschule entnehmen die Anmeldemöglichkeiten und
Zugangsdaten den Informationen auf dem Online-Campus.

Mag.a Dr.in Sabine Klinger MA ist Universitätsassistentin am
Arbeitsbereich Sozialpädagogik am Institut für Erziehungs- und
Bildungswissenschaft an der Universität Graz sowie Lektorin an der FH
JOANNEUM im Studiengang Soziale Arbeit. Sie lehrt, forscht und publiziert
zu den Themen Diversität, qualitative Sozialforschung, Partizipation,
Gender und Feminismus sowie Digitalisierung. Aktuell leitet sie an der
Universität Graz die Forschungsprojekte digi@youthwork: Entwicklung und
Erprobung eines Lehrgangs für digitale Kinder- und Jugendarbeit
(2023-2025) und ai@youthwork: Zukunftsszenarien zur Anwendung von
Artificial Intelligence in der Kinder- und Jugendarbeit.

Mag.a Dr.in Andrea Mayr ist Professorin an der Privativen Pädagogischen
Hochschule Augustinum, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der
Universität Graz sowie Lektorin an der FH JOANNEUM im Studiengang Soziale
Arbeit. Sie beschäftigt sich intensiv mit den Themen Diversität,
Partizipation und Digitalisierung in der Lehre und in der Forschung. An
der PPH Augustinum koordiniert sie den Schwerpunkt Sozialpädagogik.

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