Von klein auf im Blick
Wie die Risikobewertung die besonderen Bedürfnisse von Kindern
berücksichtigt, zeigt das neue „BfR2GO“-Wissenschaftsmagazin
Kinder sind ein spezieller Fall für die Risikobewertung – und
Schwerpunktthema im neuen BfR2GO. Heranwachsende gehören wie auch ältere
oder immungeschwächte Menschen zu den besonders gefährdeten
Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Kinder sind keine kleinen
Erwachsenen“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR), Professor Andreas Hensel. „Ihr Organismus hat ganz eigene
Bedürfnisse und besondere Empfindlichkeiten. Diese muss die
gesundheitliche Risikobewertung berücksichtigen.“ Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler am BfR erforschen, in welchen Mengen Kinder welchen
Stoffen in Lebensmitteln, Produkten und Chemikalien ausgesetzt sind. Ihre
Ergebnisse sind Teil der Risikobewertungen des BfR und damit
Entscheidungsgrundlage für die Politik.
https://www.bfr.bund.de/de/pub
Da der Körper eines Kindes noch wachsen muss, können Organe und Gewebe
empfindlicher auf unerwünschte Substanzen reagieren. „Kinder haben,
bezogen auf ihr Körpergewicht, einen wesentlich höheren Energiebedarf als
Erwachsene, bedingt durch Wachstum und Bewegungsdrang. Entsprechend müssen
sie mehr Nahrung zu sich nehmen – und damit möglicherweise auch mehr
problematische Stoffe“, sagt Professorin Tanja Schwerdtle, Vizepräsidentin
des BfR. Auch ihre Neugier kann Kinder gefährden, wenn sie Dinge wie
Haushaltschemikalien oder Knopfzellen in den Mund nehmen und verschlucken.
Mehr zu gesundheitlichen Risiken für die Jüngsten und neue
Forschungsansätze gibt es im Interview mit Tanja Schwerdtle im neuen
BfR2GO.
Neben dem Schwerpunktthema nimmt das neue Heft auch
Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin in den Blick – ebenso wie
gesundheitliche Risiken, die beim Haltbarmachen von Lebensmitteln, etwa
aus dem eigenen Garten, entstehen können.
Der Artikel zur MEAL-Studie beschreibt, wie das BfR 356 Lebensmittel und
Gerichte zubereitet hat, um herauszufinden, wie viele unerwünschte Stoffe
Menschen in Deutschland eigentlich durch die Nahrung aufnehmen. Dabei hat
das BfR 90 % des Speiseplans der Bevölkerung abgedeckt.
Den rückläufigen Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung beleuchtet das
neue BfR2GO ebenso wie die Wege, die ein Pflanzenschutzmittel nehmen muss,
bevor es in der Europäischen Union auf den Markt kommen kann. Dabei geht
es auch um die aufwendige Genehmigung von Pflanzenmittelwirkstoffen.
Wie das BfR bei der Begutachtung durch den Wissenschaftsrat abgeschnitten
hat ist ebenso Thema im neuen BfR2GO wie Nanomaterialien in Pflege- und
Beautyprodukten, die Regulierung bestimmter gesundheitsschädlicher
Phthalate sowie tierversuchsfreie Methoden bei der Erforschung des
Einflusses von Chemikalien auf die Schilddrüse. Damit liefert das aktuelle
Wissenschaftsmagazin BfR2GO wie immer kompakt und bis zum Rand gefüllt mit
Wissen aktuelle und fundierte Informationen über die Forschung und deren
Bewertung im gesundheitlichen Verbraucherschutz sowie zum Schutz von
Versuchstieren.
Jede BfR2GO-Ausgabe stellt ein Thema aus einem aktuellen Arbeitsbereich
des BfR in einem Schwerpunkt vor. Daneben gibt es Berichte, Interviews und
Meldungen aus sämtlichen Arbeitsgebieten des BfR. Das aktuelle Heft wartet
auch mit einer Umfrage auf, die Leserinnen und Leser dazu einlädt, ihre
Meinung zu BfR2GO abzugeben.
Das Magazin wird auf der BfR-Webseite auf Deutsch und auf Englisch
veröffentlicht und kann von dort kostenlos heruntergeladen oder zum darin
Blättern direkt kostenlos bestellt werden. Wer BfR2GO dauerhaft beziehen
möchte, kann sich für ein Gratis-Abonnement anmelden:
https://www.bfr.bund.de/de/wis
Die Umfrage zum Magazin ist bis 30. September 2024 hier zu finden:
https://www.soscisurvey.de/BfR
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
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