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12. Landshuter Leichtbau-Colloquium – Call for Papers

Zum angesehenen Leichtbau-Branchentreff an der Hochschule Landshut werden
interessierte Wissenschaftler und Praktiker eingeladen, Vortragsangebote
abzugeben.

Damit der Leichtbau sein volles technisches und nachhaltiges Potenzial
ausschöpfen kann, sind grenzüberschreitende Ansätze notwendig.
Disziplinen-, Technologien-, Branchen- und Länder übergreifende
Zusammenarbeit ist notwendig, um effiziente und nachhaltige Innovationen
realisieren zu können. Diesen Gedanken greift das 12. Landshuter
Leichtbau-Colloquiums (26./27. Februar 2025, Hochschule Landshut) mit dem
Thema „Leichtbau – Grenzen überwinden und Innovationen gestalten“ auf. Es
bietet eine Plattform für aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen im
Leichtbau: von der Grundlagen- sowie angewandten Forschung über
industrielle Anwendungen und fertige Leichtbau-Produkte bis hin zur
Kreislaufwirtschaft. Organisiert wird es vom Leichtbau-Cluster der
Hochschule Landshut unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Otto Huber.

Call for Papers
Interessierte Wissenschaftler/-innen und Praktiker/-innen sind eingeladen,
Vortragsthemen beim Organisations-Team des Leichtbau-Clusters
einzureichen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Fachbeitrag im
begleitenden Tagungsband zu veröffentlichen.

Es wird um Vortragsangebote zu folgenden Themen gebeten:
Werkstoffanalytik, Werkstoffsynthese, Werkstoffcharakterisierung und
-modellierung, monolithische und hybride Werkstoffe und Strukturen,
Konstruktion, Systemleichtbau, Berechnung/Simulation für Strukturen und
Prozesse, Optimierungsverfahren, Verbindungstechnik, Fertigungsprozesse,
Additive Fertigung, Leichtbauprodukte/-strukturen, Versuch/Erprobung,
Energie-/Ressourceneffizienz und Materialkreisläufe.
Disziplinübergreifende Vortragsthemen sind willkommen.

In Plenumsvorträgen und Sessions mit je zwei parallelen Fachvorträgen
werden Referenten/-innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Dienstleistung
auch beim 12. Landshuter Leichtbau-Colloquium vielfältige Leichtbauaspekte
beleuchten. Die vorgeschlagenen Themen werden durch das Fachkomitee
beurteilt und anschließende mit den angenommenen Vorträgen das Programm
zusammengestellt. Parallel zu den Vorträgen findet eine Fachausstellung
statt. Aussteller erhalten dabei die Gelegenheit, sich einem breiten
Fachpublikum zu präsentieren.

Vortragsangebote (Vortragszeit 25 Minuten) sind bis 28. Juli 2024 mit
folgenden Informationen an den Leichtbau-Cluster (bicker@leichtbau-
cluster.de) zu senden: Titel des Vortrages, Kurzfassung der geplanten
Inhalte (1 DIN A4-Seite), Angaben zu Autor und ggf. Co-Autoren
(Institution/Unternehmen, Position, Arbeitsgebiete).

Zusätzlich zu den Vorträgen besteht für die Referenten/-innen des
Colloquiums die Möglichkeit, bisher unveröffentlichte Beiträge in einem
Tagungsband (Buch und online-Veröffentlichung) zu publizieren, der zur
Veranstaltung erscheinen wird. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die
Beiträge mit einer DOI-Nummer versehen der wissenschaftlichen
Öffentlichkeit online zur Verfügung gestellt. Für die Qualität der
Beiträge bürgt das Fachkomitee.

Weitere Informationen unter www.leichtbau-colloquium.de.

Das Landshuter Leichtbau-Colloquium (LLC)
hat sich zum wichtigen und angesehenen Branchentreff etabliert. Es ist ein
werkstoff-, konstruktions- und produktübergreifendes Forum mit dem Ziel,
ausgewählte Leichtbaukonzepte und -lösungen zu präsentieren. Die
Veranstaltung findet im Turnus von zwei Jahren an der Hochschule Landshut
statt. Neben Fachvorträgen aus Forschung und Praxis bietet eine
begleitende Fachausstellung den Teilnehmern/-innen aktuelle Lösungen und
Entwicklungen aus dem Bereich des Leichtbaus. Zur zweitägigen
Veranstaltung erscheint ein Tagungsband, der die vielfältigen
Erstveröffentlichungen des Colloquiums einem breiten Publikum zur
Verfügung stellt. Organisiert wird das Colloquium vom Leichtbau-Cluster
der Hochschule Landshut, die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof.
Dr.-Ing. Otto Huber.

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Fortbildung „Fachjournalismus Religion“ geht weiter

Exzellenzcluster und Journalistenschule qualifizieren Medienprofis für
Religionsthemen – Themen wie Antisemitismus und Rassismus, Konflikte um
religiöse Praktiken und neue ideologische Bewegungen – Bundesweit einzige
Fortbildung dieser Art wird nach positiver Evaluation fortgesetzt

Antisemitismus oder Rassismus, Konflikte um religiöse Praktiken wie
Burkini und Beschneidung oder neue ideologische Bewegungen: Zur
Vermittlung von Expertise über Religion an Medienprofis setzt der
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster mit der
Journalistenschule ifp die bundesweit einzige Fortbildung
„Fachjournalismus Religion“ fort. Das berufsbegleitende Programm
qualifiziert Journalistinnen und Journalisten aus Politik-, Kultur- oder
Fachredaktionen für eine fundierte und kritische Berichterstattung über
religiöse Zugehörigkeiten und Konflikte in pluralen Gesellschaften.

Die Anmeldefrist zur Fortbildung „Fachjournalismus Religion“ läuft bis 1.
Oktober 2024 (Infos unten). Es referieren Professorinnen und Professoren
des Exzellenzclusters, Angehörige von Religions- und
Weltanschauungsgemeinschaften und Religionsjournalistinnen und
-journalisten. Hinzu kommen Besuche an religiös relevanten Stätten wie
Synagogen, Kirchen und Moscheen sowie vielfältige Einblicke in jüdisches,
christliches und muslimisches Leben heute. Die im deutschsprachigen Raum
einmalige Fortbildung wird von Januar 2025 bis Juni 2026 in fünf Modulen
in Berlin, Münster, Frankfurt a.M., Köln und München abgehalten. Aus dem
Exzellenzcluster unterrichten etwa der Religionssoziologe Detlef Pollack,
die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger, der katholische Theologe
Michael Seewald, die islamische Theologin Dina El Omari und der
Kommunikationswissenschaftler Thorsten Quandt.

Auf dem Programm stehen der politische, rechtliche und gesellschaftliche
Umgang mit der wachsenden weltanschaulichen Vielfalt, Konflikte um
religiöse Praktiken wie Kopftuch und Kruzifix, das kirchliche
Arbeitsrecht, Religionsfreiheit und Herausforderungen des
Religionsverfassungsrechts. Es geht auch um Hintergründe des
Antisemitismus, ideologische Bewegungen und Verschwörungstheorien in
digitalen Welten, internationale Konflikte um Religion in Geschichte und
Gegenwart und das Verhältnis von Religion, Gewalt und Geschlecht.

„Religiöse und weltanschauliche Vielfalt kann gesellschaftliche Konflikte
erzeugen“, sagt der Sprecher des Exzellenzclusters Prof. Dr. Michael
Seewald. „Wie soziale Zugehörigkeiten entstehen, wie Konflikte um sie
reguliert werden und Ausgleich zustande kommt, ist Teil unserer
Forschungen. Mit der Fortbildung bieten wir Medienprofis wissenschaftliche
Erkenntnisse über solche komplexen Phänomene an, gehört doch eine
wissenschaftsbasierte Berichterstattung zu den Eckpfeilern der
Demokratie.“

Burkhard Schäfers, Studienleiter an der katholischen Journalistenschule
ifp, betont die Bedeutung des Programms für die Redaktionen: „Der Nahost-
Konflikt zeigt: Journalistinnen und Journalisten benötigen Fachkompetenz
zum Thema Religion, um relevante Fragen stellen und Ereignisse einordnen
zu können.“

Die Leiterin der Wissenschaftskommunikation des Exzellenzclusters, Viola
van Melis, sagt, die Fortbildung habe sich als wirksam erwiesen, den Fach-
und Wissenschaftsjournalismus zu stärken. „Die Teilnehmenden aus großen
Medienhäusern haben die Fortbildung mit Blick auf die Vielfalt an Themen,
Experten und Exkursionen positiv evaluiert und die erworbenen Kenntnisse
für die Berichterstattung vielfach nutzen können. Das ermutigt uns zur
Fortsetzung.“ (vvm/tec)

Fortbildungsprogramm:

Modul 1, 22.-24.01.2025, Berlin:
Religion, Politik, Recht: Die ungestörte Religionsausübung wird
gewährleistet

Modul 2, 09.-11.07.2025, Münster:
Weltanschauliche Pluralität: Religionen und das Ertragen der
Vieldeutigkeit

Modul 3, 08.-10.10.2025, Frankfurt a. M.:
Zugehörig oder ausgegrenzt: Vom Leben religiöser Minderheiten in
Deutschland

Modul 4, 28.-30.01.2026, Köln:
Wir und die anderen: Religiöse Konflikte und ihre politischen Folgen

Modul 5, 24.-26.06.2026, München:
Ideologische Bewegungen und Verschwörungstheorien: Religionen in der
digitalen Moderne

Die Module beginnen jeweils mittwochs um 16 Uhr und enden freitags um
13.30 Uhr.

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft
Forschungs- / Wissenstransfer

Sachgebiete:
Gesellschaft
Politik
Recht
Religion

Weitere Informationen finden Sie unter
https://journalistenschule-ifp.de/seminardetails/1037 Link zur Anmeldung
https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2024/Fortbildung_Fachjournalismus_Fortsetzung.shtml weitere Informationen

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Mit Forschung psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen reduzieren: DZPG hat Risikofaktoren im Visier

Bis zu 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben eine
psychische Störung. Aber nicht alle Kinder sind gleichermaßen gefährdet.
Am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) wird in vielen
Projekten speziell für Gruppen geforscht, die von Risikofaktoren betroffen
sind. Ziel ist es, früher Diagnosen zu stellen und in Deutschland ein
breites Netz an Präventions- und Hilfsangeboten für jede Altersstufe zu
schaffen.

„Psychische Erkrankungen sind eines der relevanten Gesundheitsprobleme in
Deutschland. Mit Präventionsangeboten kann ein Teil der Kinder und
Jugendlichen geschützt werden. Dafür setzt das DZPG sich mit
translationaler Forschung ein“, betont Prof. Dr. Peter Falkai,
Klinikdirektor der Psychiatrie und Psychotherapie an der LMU Klinik und
Standortsprecher des DZPG in München.

Angststörungen, hyperkinetisches Syndrom, Lernstörungen, Depressionen,
Suchterkrankungen und Essstörungen: Der Katalog der psychischen Störungen,
die Kinder und Jugendliche treffen, ist gewichtig. Werden psychische
Probleme im Kindes- und Jugendalter nicht behandelt, wirken sie oft bis
ins Erwachsenenalter. „Bei Kindern und Jugendlichen ist schon jeder fünfte
von psychischen Störungen betroffen“, so Falkai. „Bei Erwachsenen wächst
der Anteil auf jeden vierten. Damit sind seelische Erkrankungen eine der
großen Herausforderungen im Medizinbereich.“

Risikofaktor Erwachsenwerden: Mit dem Alter steigt das Risiko für
psychische Erkrankungen

Mit steigendem Alter sind Heranwachsende Stress ausgesetzt durch
Schulabschluss, Ausbildung, die Gründung eigener sozialer Verbünde und das
Finden sozialer Rollen. Aber eine Gefährdung für seelische Erkrankungen
ergibt sich nicht allein aus dem Reifeprozess. Forschungen am DZPG haben
spezielle Risikofaktoren im Blick. Falkai erklärt: „Während der Corona-
Pandemie mit Kontaktbeschränkungen, Einsamkeit und mehr häuslicher Gewalt
sind die Zahlen psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen
deutlich angestiegen.“ Den Zuwachs belegt eine Untersuchung des BKK
Dachverbands im Auftrag der Stiftung Kindergesundheit. Aus ihr geht
hervor, dass in den Pandemiejahren 2020 und 2021 besonders die 15- bis
19-jährigen weiblichen Versicherten unter psychischen Symptomen gelitten
haben. Überdurchschnittlich häufig waren demnach Angst- und
Anpassungsstörungen zu beobachten.¹ Und die nächste Krise ist längst da:
„Wir beobachten auch einen Anstieg von Posttraumatischen
Belastungsstörungen und Depressionen bei externen Stressoren wie
kriegerischen Konflikten.“

Vor der Behandlung steht die Prävention

„Zahlreiche Forschungen innerhalb des DZPG zielen hier auf Prävention“, so
Prof. Falkai. „Schon vor dem Auftreten vieler psychischer Störungen
entwickeln Betroffene erste Symptome.“ In der Praxis sehen diese ersten
Anzeichen von außen oft unspezifisch aus: „Dazu gehören Schlafstörungen,
innere Unruhe und körperliche Beschwerden wie Bauch-, Kopf- und
Rückenschmerzen. Schließlich kann diese Entwicklung fließend übergehen in
Angststörungen. Auch eine Verschlechterung der Konzentration und damit der
schulischen Leistungen ist häufig zu beobachten.“ Auch hier registrieren
Fachleute wachsende Fallzahlen: Bei Schulkindern haben potenziell
psychosomatische Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, aber
auch Einschlafprobleme und Niedergeschlagenheit über die Jahre stark
zugenommen. Das ist ein Ergebnis der Studie Health Behaviour in School-
aged Children (HBSC) der WHO.²

Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen verhindern

Auf diese Vor-Phase zielen die Forschungen zur Primärprävention des DZPG:
Ziel ist, die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Kinder und Jugendliche an
psychischen Störungen erkranken, zu verkleinern. Prof. Dr. Andreas Meyer-
Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in
Mannheim und DZPG-Sprecher, erklärt: „Dazu gehört im ersten Schritt,
psychische Gesundheit überhaupt zu messen. Eine solche Messung wird am
Standort Bochum vom DZPG gerade mit dem Deutschen Gesundheitsbarometer
implementiert. Dafür wird regelmäßig eine repräsentative
Bevölkerungsstichprobe zu ihrem seelischen Befinden befragt. So kann man
Veränderungen – etwa während einer Wirtschaftskrise oder Pandemie – bei
der psychischen Gesundheit der Bevölkerung messen, um gegebenenfalls
Maßnahmen zu ergreifen, damit sie nicht kippt.“

Forschung für Kinder mit erhöhtem Risiko

Dabei ist das Risiko einer psychischen Erkrankung längst nicht bei allen
Kindern und Jugendlichen in Deutschland gleich hoch: „Wir kennen
Risikofaktoren, die psychische Krankheiten auslösen oder verschlechtern
können. Dazu gehört auch eine Frühgeburt“, so Falkai. Dieser Umstand wird
am DZPG-Standort Tübingen in den Fokus genommen. Dort werden die Familien
von Frühgeborenen im Rahmen eines Früherkennungsprogramms engmaschig
betreut, um mögliche Frühsymptome psychischer Erkrankungen zu erkennen und
den durch die Frühgeburt ausgelösten Stress in der Familie zu reduzieren.
Parallel wird eine große Zwillingskohorte nachverfolgt, um auch hier
Risiko- und Resilienzfaktoren zu verstehen, um Frühsymptome zu erkennen
und Interventionsmöglichkeiten anzubieten.

Aber auch im weiteren Verlauf ergeben sich Risiken. Prof. Dr. Dr. Andreas
Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie CCM an der
Charité – Universitätsmedizin Berlin und Sprecher des DZPG: „Ein Faktor
ist der sozioökonomische Status, vor allem in Hinblick auf
Zugangsbarrieren zu gesundheitlicher Versorgung, aber auch die Mental
Health Literacy: Wie viel weiß ich über seelische Gesundheit?“ Ein
besonderer Risikofaktor für psychische Störungen ist zudem das Aufwachsen
in städtischen Ballungsräumen und Arbeitslosigkeit eines oder beider
Elternteile. Auch ein Minderheitenstatus zählt zu den Risikofaktoren.
Deshalb startete ein Projekt des DZPG im Bochumer Stadtteil Wattenscheid.
Dort leben überdurchschnittlich viele Menschen in prekären Verhältnissen,
mit Migrationshintergrund oder von Arbeitslosigkeit betroffen. Das
Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) der
Ruhr-Universität Bochum entwickelt ein neuartiges Präventionskonzept unter
dem Motto „Urban Mental Health“ (UMH). Es bringt erstmals Wissenschaft,
Politik und Praxis zusammen, um die psychische Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Das Projekt zielt auf die seelische
Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern, die mit gesteigerter Resilienz und
einem Curriculum für die Schülerinnen und Schüler deren „Mental Health
Literacy“, das Wissen über seelische Gesundheit, steigern sollen. Bei
Erfolg könnte es zur Blaupause für ganz Deutschland werden.

Risikofaktor psychische Probleme der Eltern

An der FU Berlin haben die Forschenden Kinder von Eltern im Fokus, die
aufgrund ihrer eigenen psychischen Belastung Schwierigkeiten im Umgang mit
ihren Kindern erleben. Das kann beispielsweise bedeuten, dass ein oder
mehrere Elternteile eine psychische Erkrankung (z.B. Depressionen oder
Angststörungen) haben oder nur eingeschränkte soziale oder finanzielle
Ressourcen vorhanden sind. Die Forschung zeigt, dass solche Belastungen
mit einem erhöhten elterlichen Stresserleben einhergehen können, was
wiederum die Kommunikation und den Umgang mit den eigenen Kindern
erschweren kann. Hier wird gerade eine App als niederschwelliges Angebot
entwickelt, das Eltern dazu befähigt, ihre eigene psychische Gesundheit zu
stärken und ein positives Erziehungsverhalten zu fördern.

Frühere Diagnosen für einen leichteren Start ins Erwachsenenleben

Aber auch an der Sekundärprävention, der Verbesserung von Therapiechancen
durch frühe Erkennung von Erkrankungen, forscht das DZPG. Falkai: „Das
DZPG evaluiert gerade Zentren für Früherkennung und Erstbehandlung von
Psychischen Erkrankungen und will hier das Informationsangebot für die
Bevölkerung verbessern.“ Das Ziel: Kinder, Jugendliche und ihre Familien
sollen als Anlaufpunkte kompetente Früherkennungszentren zur Verfügung
haben, die auf psychische Störungen spezialisiert sind. „Nur Fachleute
können Symptome, die auf eine psychische Erkrankung hinweisen, von solchen
unterscheiden, die sich im Rahmen von normalen Reifungs- und
Entwicklungsprozessen zeigen.“

Über das DZPG

Seit Mai 2023 arbeiten im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit
(DZPG) Expertinnen und Experten daran, durch gemeinsame Forschung die
psychische Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern und psychische
Erkrankungen zu entstigmatisieren. An sechs Standorten in Deutschland
wirken hierfür Forscherinnen und Kliniker gemeinsam mit Expertinnen aus
Erfahrung, also Betroffenen und ihnen Nahestehenden, sowie internationalen
Wissenschaftlern zusammen. Unter www.dzpg.org finden Interessierte
Informationen zur Organisation, zu Forschungsprojekten und Zielen sowie
informative Texte und hilfreiche Links rund um das Thema psychische
Gesundheit.

Quellen

Kindergesundheitsbericht 2023 der Stiftung Kindergesundheit:
https://www.kindergesundheit.de/Die-
Stiftung/Kindergesundheitsberichte/Kindergesundheitsbericht_digital.pdf

Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) study, WHO:
https://www.who.int/europe/initiatives/health-behaviour-in-school-aged-
children-(hbsc)-study/highlights

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Fachkräftemangel: Unternehmen können mit KI gegensteuern

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft. Wenn in den
nächsten Jahren die Babyboomer in Rente gehen, verschärft sich dieser
Trend. „Eine Strategie, mit den Herausforderungen des
Arbeitskräfteengpasses umzugehen, kann die Nutzung von KI sein. Denn mit
KI-Assistenz, wie wir sie im Projekt KI_eeper* entwickeln, können
Arbeitskräfte zukünftig schneller eingearbeitet werden. Dies verschafft
Unternehmen auch mehr Flexibilität bei der Personaleinsatzplanung“, so
Nicole Ottersböck wissenschaftliche Expertin am ifaa. Im aktuellen
Whitepaper der Plattform Lernende Systeme werden, neben KI_eeper, weitere
Use Cases aufgeführt, wie KI den Fachkräftemangel mildern kann.

Rund 1,8 Mio. Stellen blieben in 2023, laut Schätzung der DIHK, unbesetzt.
Hinzu kommt die massenhafte Verrentung der Babyboomer aus den 1960er
Jahren. Laut den Prognosen des Statistischen Bundesamtes werden 12,9 Mio.
Menschen in Deutschland bis 2036 das Renteneintrittsalter erreichen
(Statistisches Bundesamt 2022**). Diese beiden Faktoren führen dazu, dass
in Unternehmen heute und in Zukunft verstärkt Arbeitskräfte fehlen werden.
Auch Migrationsbewegungen können diesen Mangel an Arbeitskraft nicht
ausgleichen.

KI im Kampf gegen den Arbeitskräftemangel einsetzen

Im Projekt KI_eeper – Know how to keep wird aktuell erforscht, wie das
Wissen der erfahrenen Beschäftigten möglichst effizient mittels KI
identifiziert und gesichert werden kann. „Das Ziel ist es mit KI ein
Assistenzsystem zu entwickeln, dass sich von selbst aufbaut, ohne dass es
von den Erfahrenen erst aufwendig manuell „gefüttert“ werden muss. Im
Projekt geht es unter anderem um Sensortechnologie, die am Arbeitsplatz
installiert ist. Ein Beispiel: Während eines Richtprozesses von Flachstahl
werden durch erfahrene Beschäftigte Daten erhoben. Der KI-Algorithmus soll
anhand der Daten erkennen, wie eine optimale Arbeitsausführung
funktioniert, damit der Flachstahl gerade wird. Wenn diese Informationen
bekannt sind, können diese über ein Assistenzsystem unerfahrenen
Beschäftigten als Anleitung zur Verfügung gestellt werden.
„Durch gute Assistenzsysteme könnte die ganze Organisation flexibler
werden. Wenn an der einen Stelle Beschäftigte fehlen, können schnell
andere, angeleitet durch das KI-System, einspringen“, erläutert
Ottersböck.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.Kieeper.net

Das Whitepaper der Plattform Lernende Systeme: KI gegen Fachkräftemangel
Im kürzlich erschienen Whitepaper der Plattform Lernende Systeme werden
die Potenziale des KI-Einsatzes zur Bekämpfung von Fachkräfteengpässen
deutlich. Neben dem Use Case aus dem Projekt KI_eeper werden weitere
Anwendungsbeispiele für KI in Unternehmen anschaulich erläutert. Das Paper
gibt wertvolle Hinweise welche Potenziale neue Technologien haben, um die
Herausforderungen von Arbeitskräfteengpässen abzumildern.

Hier geht’s zum kostenlosen Whitepaper: https://www.acatech.de/publikation
/ki-fuer-die-fachkraeftesicherung-nutzen/



*Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
**https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD22_330_13.html.

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