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Land Niedersachsen fördert einen gemeinsamen Campus Wolfsburg mit 11,5 Millionen Euro

Offizielle Förderbescheidübergabe des MWK am 15. Mai 2024 im MobileLifeCampus (MLC) Wolfsburg  Kristina Rottig/TU Braunschweig
Offizielle Förderbescheidübergabe des MWK am 15. Mai 2024 im MobileLifeCampus (MLC) Wolfsburg Kristina Rottig/TU Braunschweig

Die Technische Universität Braunschweig wird zusammen mit der Open Hybrid
LabFactory, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der
Fraunhofer-Gesellschaft als wissenschaftliche Partner einen gemeinsamen
Campus Wolfsburg entwickeln. Der Campus soll regional und international
zum Vorzeigestandort in der automobilen Kreislaufwirtschaft werden – mit
starker Forschungskompetenz sowie Studien-, Weiterbildungs- und
Transferangeboten. Der entsprechende Förderbescheid wurde im Rahmen der
internationalen Fachkonferenz „Circularity Days“ in Wolfsburg am 15. Mai
2024 übergeben.

Mit der Open Hybrid LabFactory (OHLF) in Wolfsburg als Forschungskern soll
ein gemeinsamer Campus Wolfsburg als vollwertiger Universitätsstandort
entstehen und als einer der führenden ingenieurwissenschaftlichen
Forschungs- und Bildungsstätten in Deutschland und Europa etabliert
werden. Für das Vorhaben haben sich starke Partner gefunden: die
Technische Universität Braunschweig, Volkswagen, die Ostfalia Hochschule
für angewandte Wissenschaften und die Fraunhofer-Gesellschaft.

Die Stadt Wolfsburg und das Land Niedersachsen unterstützen den
gemeinsamen Campus Wolfsburg und fördern damit Hightech-orientierte
Forschung im Bereich Kreislaufwirtschaft für die Automobilindustrie. So
stellt die Stadt Wolfsburg über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich
bis zu einer Million Euro bereit, um langfristige Stabilität für die
Aktivitäten am Campus und einen dauerhaft interdisziplinären
Forschungsverbund zu gewährleisten. So wird Wolfsburg auch für Studierende
und junge Talente wieder ein Stück attraktiver.

Aufgabe: Fahrzeugproduktion nachhaltig gestalten

Der Campus legt den Forschungsfokus auf nachhaltige Mobilitätslösungen und
Circular Economy Technologien für neue Ansätze in der industriellen
Fahrzeugproduktion im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. Die existierenden
Einrichtungen bieten hierfür beste Voraussetzungen – sowohl durch die
gesammelten Fachkompetenzen unter einem Dach als auch durch das
Kooperationskonzept einer engen Partnerschaft mit öffentlichen und
privaten Akteuren.

Elemente: Forschung, Lehre, Weiterbildung und Entrepreneurship

Als Eckpfeiler des geplanten Campus fungieren hochkarätige
Forschungsprojekte, die eng mit der Industrie verzahnt sind. Im Element
Forschung werden die Handlungsfelder für Circular Economy in der Mobilität
durch interdisziplinäre Forschungsgruppen, so genannte „Joint-Research-
Groups“ (JRG) etabliert. Diese adressieren Themen wie „Automatisierte
Gesamtfahrzeugdemontage“, „Nachhaltige Material- und Oberflächensysteme“,
„Adaptive Verarbeitung von biobasierten Werkstoffen“ sowie „KI-basierte
Produktentwicklung und -optimierung“.

Der Campus mit seiner bereits zur Verfügung stehenden
Forschungsinfrastruktur bildet auch ein geeignetes Umfeld für
Lehrveranstaltungen und Weiterbildungsangebote für Studierende und externe
Fachkräfte. Mit einer starken internationalen Ausrichtung soll der Campus
Talente aus aller Welt nach Wolfsburg ziehen.

Ein herausragendes Merkmal des Campus ist, dass er sich schon jetzt durch
die intensive Zusammenarbeit zwischen Universitäts-, Hochschul- und
außeruniversitären Forschungsinstituten sowie Unternehmen auszeichnet. Der
Campus fasst das Innovationspotenzial für junge Unternehmen und
Gründer*innen in der Region zusammen und bietet dadurch ein optimales
Ökosystem für Start-ups. Die enge Vernetzung ermöglicht Studierenden und
Forschenden, ihre Ideen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu
verwirklichen und am Markt zu platzieren. Der gemeinsame Campus Wolfsburg
ist zudem in die Gebiets- und Regionsstrategie der Stadt Wolfsburg
eingebettet.

Stimmen zur Förderung des gemeinsamen Campus Wolfsburg:

Prof. Dr. Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen
Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK): „Der gemeinsame Campus
Wolfsburg ist von großer Bedeutung für Niedersachsen. Die Open Hybrid
LabFactory bringt Forschung, Lehre und den Transfer zusammen, um die Idee
einer Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen. So kann es gemeinsam gelingen,
die hiesige Automobilindustrie innovativ und nachhaltig
weiterzuentwickeln.“

Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig: „Die
Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiges Schwerpunktthema unserer
Universität, das unser Profil prägt. Unser Ziel ist, unsere Region als
führenden Standort für internationale Forschung zur Kreislaufwirtschaft in
der Mobilität zu etablieren. Aus diesem Grund ist der neue gemeinsame
Campus Wolfsburg von großer Bedeutung für uns. Hier vereinen sich
Spitzenforschung, erstklassige Forschungsinfrastruktur sowie Partner aus
Wirtschaft und Politik, um einen signifikanten Beitrag zu
zukunftsweisenden Innovationen zu leisten. Im Namen der TU Braunschweig
und aller Projektpartner möchte ich dem Ministerium für die Förderung des
Campus und der Stadt Wolfsburg meinen außerordentlichen Dank für die
Unterstützung aussprechen."

Prof. Dr. Peter Hecker, Vizepräsident für Forschung, TU Braunschweig: „Die
Gründung des gemeinsamen Campus Wolfsburg ist eine großartige Chance, die
exzellente Forschung mit unseren Partnern in dem Themenfeld der
automobilen Kreislaufwirtschaft auf eine neue Stufe zu heben. Wir freuen
uns sehr, neben der Forschung zukünftig auch Lehre, Weiterbildung und
Transfer auf dem Campus etablieren zu können.“

Thomas Schmall, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich
Technik: „In der Open Hybrid LabFactory arbeiten wir zum Thema Circular
Economy bereits sehr erfolgreich mit der TU Braunschweig und der
Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Der gemeinsame Campus Wolfsburg bietet
eine spannende Möglichkeit diese Kooperation weiter auszubauen und auch
die Attraktivität des Standortes Wolfsburg zu erhöhen.“

Prof. Dr. Klaus Dilger, erster Vorsitzender des OHLF e.V.: „Die Gründung
des gemeinsamen Campus Wolfsburg ist eine konsequente Weiterentwicklung
von Kooperationen aus unserem Forschungscampus, der 2013 aus dem
Wettbewerb im Rahmen der Zukunftsstrategie des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung in öffentlich-privater Partnerschaft entstanden
ist.“

Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und
Technologietransfer der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften:
„Die ressourcenschonende und klimaneutrale Kreislaufproduktion ist ein
Schlüsselthema unserer Zeit, eines mit hohem Innovationspotenzial für die
industrielle Fahrzeugproduktion der Zukunft. Wir freuen uns, die wertvolle
Zusammenarbeit zwischen uns als Ostfalia und unseren Partnern hier in
Wolfsburg auf diesem Gebiet weiter auszubauen und auf dem gemeinsamen
Campus bedeutende Forschungsprojekte anzugehen.“

Dennis Weilmann, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg: „Ich freue mich
sehr, dass wir einen gemeinsamen Campus Wolfsburg bekommen. Diese
Institution der TU Braunschweig ergänzt unsere Stadt als ganzheitlichen
und zukunftsfähigen Stand- und Lebensort. Die Open Hybrid LabFactory wird
durch die Förderung einen festen Platz in der Universitätslandschaft
einnehmen und Wolfsburg zu einem führenden ingenieurwissenschaftlichen
Forschungs- und Bildungsstandort in Deutschland entwickeln.“

Prof. Dr. Christoph Herrmann, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für
Schicht- und Oberflächentechnik IST, für die Fraunhofer-Gesellschaft: „Die
Unterstützung des gemeinsamen Campus Wolfsburg markiert einen bedeutenden
Schritt in Richtung nachhaltiger und zukunftsfähiger Mobilitätslösungen.
Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrem Zentrum Circular Economy für
Mobilität CCEM ist Teil der Public Private Partnership und freut sich,
durch angewandte Forschung und Technologieentwicklung in engem
Schulterschluss mit allen Partnern einen Beitrag für Umwelt, Wirtschaft
und Gesellschaft zu leisten. Am Fraunhofer CCEM arbeiten wir zusammen mit
den Partnern daran, automatisierte Produktionssysteme und zukünftige
Innenraumkonzepte für die Automobilproduktion zu erforschen und zu
entwickeln, die den Anforderungen einer Circular Economy gerecht werden.“

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Aufbruchstimmung in der Alzheimer-Forschung

Prof. Dr. Susanne Aileen Funke forscht an der Hochschule Coburg zur Alzheimer-Krankheit.  Foto: Hochschule Coburg
Prof. Dr. Susanne Aileen Funke forscht an der Hochschule Coburg zur Alzheimer-Krankheit. Foto: Hochschule Coburg

Bei der Alzheimer Erkrankung lagern sich Eiweiße im Gehirn ab und
schädigen es. Prof. Dr. Susanne Aileen Funke von der Hochschule Coburg hat
eine Methode gefunden, die solche gefährlichen Eiweißverbindungen
verhindern soll. Es ist angewandte Grundlagenforschung – noch weit
entfernt davon, ein Medikament zu werden. Aber die bisherigen
Forschungsergebnisse sind vielversprechend und stoßen auf großes
Interesse. Die Coburger Wissenschaftlerin hat sie der Fachwelt bei der
diesjährigen Conference on Alzheimer’s and Parkinson’s Diseases (AD/PD)
präsentiert und erklärt sie einer breiten Bevölkerung in der Sendung 4you
von TV Oberfranken.

Wenn ein Mensch an Alzheimer erkrankt, verändert sich etwas im Gehirn:
Zwei köpereigene Proteine fangen an, sich auf eine spezielle Art
zusammenzuballen. Das Amyloid-beta-Peptid verbindet sich mit Peptiden der
gleichen Sorte und lagert sich zwischen den Nervenzellen als Plaques ab.
Und in den Nervenzellen beginnen Tau-Proteine, mit anderen Tau-Proteinen
so genannte Tangles oder Fibrillen zu bilden. „Als einzelnes Protein ist
Tau sehr wichtig für den Körper“, erklärt Prof. Dr. Susanne Aileen Funke
von der Hochschule Coburg. „Aber sobald es mit sich selbst aggregiert,
wird es sehr giftig.“ Nach einiger Zeit sterben die betroffenen
Nervenzellen. Alzheimer-Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung. Die
Betroffenen verlieren kognitive Fähigkeiten. Mehr und mehr Erinnerungen
werden gelöscht, Persönlichkeiten langsam zerstört.
Die Arbeitsgruppe der Coburger Molekularbiologin Funke forscht an kleinen
Eiweißwirkstoffen, Peptiden, die an das Tau-Protein binden. So wird
verhindert, dass Tau mit sich selber aggregieren kann. „Im Reagenzglas
funktioniert das und wir haben inzwischen erste Zellkulturversuche
durchgeführt.“ Von einem Medikament ist das noch weit entfernt: „Da müssen
noch einige Zellkulturversuche folgen und für die weitere Entwicklung
braucht es Kooperationspartner.“ Bis die Wirkstoffe in der Pharmaindustrie
weiterentwickelt und getestet werden, können Jahre, vielleicht Jahrzehnte
vergehen.

Was sich weltweit in der Alzheimer-Forschung tut

Funke berichtet von der 18th International Conference on Alzheimer’s and
Parkinson’s Diseases (AD/PD), einer der wichtigsten europäischen Tagungen
zum Thema mit 4700 Teilnehmenden aus über 70 verschiedenen Ländern. Die
renommierte Alzheimer-Forscherin der Hochschule Coburg hielt dort einen
Vortrag und leitete die entsprechende Session. „Die Atmosphäre war diesmal
anders, es herrscht eine Art Aufbruchsstimmung“, sagt sie. „Es ist ja so,
dass sehr, sehr lange keine neuen Medikamente zugelassen worden sind.“ Nur
die Symptome von Alzheimer konnten bisher behandelt werden. „Jetzt sind
aber beispielsweise in den USA erste Therapien zugelassen worden, die den
Krankheitsverlauf verändern können.“ Der Effekt ist allerdings nicht so
deutlich wie erhofft, die Medikamente sind teuer, haben Nebenwirkungen und
müssen in einer sehr frühen Phase der Krankheit verabreicht werden, was
nicht so einfach ist. Alzheimer wird ja meist erst diagnostiziert, wenn
die Symptome deutlich werden. Bis dahin sind durch die Krankheit aber
unbemerkt schon viele Schäden im Gehirn entstanden, denn sie beginnt viele
Jahre vorher. „Aber auch bei der Biomarker-Forschung, die bei der
frühzeitigen Diagnose hilft, tut sich etwas“, erklärt Funke. Ihre eigene
Forschung ist ein weiterer bedeutender Ansatz: Am Institut für Bioanalytik
der Hochschule Coburg wurde mit Methoden wie dem so genannten Phagen-
Display-Verfahren zwei D-Peptide gefunden, die an genau den richtigen
Stellen des Tau-Proteins andocken. D-Peptide bestehen aus D-Aminosäuren,
diese sind das räumliche Spiegelbild natürlicher L-Aminosäuren. Sie kommen
so in der Natur nicht vor und werden im Körper nicht so schnell wie
natürliche Peptide durch körpereigene Abwehrsysteme angegriffen.
Entscheidend für die gefährliche Verbindung mehrerer Tau-Proteine sind die
Hexapeptid-Motive PHF6* (Aminosäuren 275 bis 280 von Tau, Sequenz VQIINK)
und PHF6 (Aminosäuren 306 bis 311 von Tau, Sequenz VQIVYK). Funkes
Arbeitsgruppe fand dafür zwei ideale D-Peptide: MMD3 bindet an PHF6* und
ISAD1 an PHF6. Die Aggregation von Tau-Proteinen wird damit verändert.

Die Coburger Peptide verhindern die giftige Reaktion

„Wir haben die Fähigkeit der D-Peptide, an Tau zu binden und dessen
Fibrillierung zu verändern, durch biochemische, biophysikalische und
bioinformatische Methoden untersucht”, erklärt Funke. Außerdem wurde in
ersten Zellkulturexperimenten gezeigt, dass die D-Peptide von den Zellen
effizient aufgenommen werden und in der Praxis tatsächlich die giftige
Reaktion der Tau-Peptide hemmen. „Das kann sehr interessant für eine
Therapie von Alzheimer sein”, sagt die Professorin vorsichtig. Alzheimer
sei eine sehr komplexe Krankheit, bei der die Ursachen und Zusammenhänge
immer noch nicht ganz klar sind. Außerdem ist nicht gesagt, dass das, was
in Reagenzglas und Zellkultur passiert, genauso im Gehirn eines Menschen
läuft. „Es sind noch viele Schritte nötig, bis MMD3 und ISAD1 vielleicht
als Therapeutika für ein frühzeitiges Eingreifen in die Alzheimer-
Krankheit entwickelt werden.” Funke will keine falschen Hoffnungen
schüren: „Es kann immer ein Punkt kommen, an dem es kippt, an dem man
merkt: Hier funktioniert es doch nicht.“ Aber immerhin wurde bereits für
eine Reihe anderer D-Peptide gezeigt, dass sie nach oraler Verabreichung
die Blut-Hirn-Schranke überwinden – ein wichtiger Punkt, damit ein
Medikament in den Hirnzellen wirken kann. Alle Tests, alle Versuche, alle
Ergebnisse sind bisher positiv gelaufen. Jetzt sucht die Professorin erst
einmal die richtigen Partner, um das Thema weiter voranzutreiben. Wenn aus
der Forschung ein Medikament entwickelt wird, dauert das vielleicht dann
noch zehn, 15 Jahre. „Aber es sieht wirklich aus, als könnte was draus
werden.”

Beitrag von TV Oberfranken

Um die Alzheimerforschung an der Hochschule Coburg geht es am Mittwoch,
22. Mai, auch in der Sendung 4you auf TV Oberfranken: Zu sehen über Kabel
um 18.30 Uhr und über SAT (FrankenPlus) um 19.30 Uhr. Danach ist der
Beitrag in der Mediathek von TVO verfügbar:
http://www.tvo.de/mediathek/kategorie/sendungen/4you/.

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THWS-Veranstaltung ScienceFem rückt Frauen in Wissenschaft und Forschung in den Fokus

Die ScienceFem findet am Campus Sanderheinrichsleitenweg statt  THWS/Sabine Manger
Die ScienceFem findet am Campus Sanderheinrichsleitenweg statt THWS/Sabine Manger

Messe und Symposium zu künstlicher Intelligenz und Digitalisierung wendet
sich an Schülerinnen, Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und
Berufserfahrene

Frauen in Wissenschaft und Forschung sind das Thema der ScienceFem – die
Messe mit Symposium findet am Freitag, 21. Juni, am Campus
Sanderheinrichsleitenweg der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt
(THWS) statt. Die Leitthemen der Veranstaltung sind künstliche Intelligenz
(KI) und Digitalisierung.

„Dieses ,Femtival‘ soll der Start für eine neue Reihe werden, die es in
Deutschland so noch nicht gibt und dem Ziel nachkommt, mehr Frauen für die
Wissenschaft und Forschung zu begeistern“, sagt Prof. Dr. Christina Völkl-
Wolf, die Initiatorin der ScienceFem. Die Konferenz möchte Wege in die
Wissenschaft aufzeigen bis hin zur Professorin, über die neuesten
Entwicklungen in KI und Digitalisierung informieren sowie eine Plattform
bieten, wo sich Firmen aus der Region und zukünftige Mitarbeitende
kennenlernen können. „Es ist wichtig, Mädchen und Frauen frühzeitig über
die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Karriere zu informieren, um sie
hierfür begeistern zu können. Durch die vielen Vorbilder, die an diesem
Tag Vorträge halten, diskutieren und mitwirken, wird dies möglich.
Networking steht ebenso im Vordergrund wie die spannenden Themen der
Vorträge und die Lebenswege der Vortragenden.“

Preisverleihung und Networking

Die Eröffnung übernimmt Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring
zusammen mit THWS-Präsident Prof. Dr. Jean Meyer und der IHK-Präsidentin
Caroline Tripps. Die Vorträge finden in sechs parallellaufenden Panels
statt und stehen unter Dachthemen wie „Human“, „Business“ oder „Gründung“.
Vortragende sind Professorinnen der THWS und weiterer Hochschulen,
Expertinnen und Experten aus der Gründungsszene, von Unternehmen und aus
der Frauenförderung. Parallel zu Vorträgen und Diskussionen gibt es
Informationsangebote an Messeständen für die wissenschaftliche sowie für
die berufliche Karriere. Im Raum „Science“ gibt es beispielsweise für
Schülerinnen Informationsangebote, um Wissenschaftlerin oder Professorin
zu werden.

Um 17 Uhr wird es die Preisverleihung zur KI-Equity-Challenge geben, zu
der sich fast 100 Studierende angemeldet haben, gefolgt von Networking und
Sundowner-Ausklang direkt im Innenhof des Campus Sanderheinrichsleitenweg.
Weitere Informationen, Tickets sowie das aktuelle Programm gibt es online.
Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr, ab 10 Uhr startet die Kinderbetreuung
vor Ort (nach Anmeldung).

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Leibniz-Gründungspreis prämiert Wasserstoff-Innovation aus Greifswald

Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds)  Michael Jungblut  Leibniz-Gemeinschaft
Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds) Michael Jungblut Leibniz-Gemeinschaft

Der Leibniz-Gründungspreis 2024 geht an die Ausgründung elementarhy des
Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald.
Elementarhy produziert Membran-Elektroden-Anordnungen (MEA) für
Elektrolyseanlagen zur Produktion von Grünem Wasserstoff und hilft dabei,
den Einsatz von teuren Rohstoffen stark zu reduzieren. Das Preisgeld in
Höhe von 50.000 Euro dient zur Unterstützung des Start-ups in der
Markteintrittsphase.

Grüner Wasserstoff ist für die klimaneutrale Energietransformation
elementar, um die volatilen erneuerbaren Energien zu speichern und
sektorübergreifend zu nutzen. Die grüne Wasserstoffproduktion erfolgt in
Elektrolyseuren mit Hilfe von gestapelten Membran-Elektroden-Anordnungen,
welche bislang einen hohen Einsatz von teuren Rohstoffen wie Iridium und
Platin benötigen. Die von elementarhy auf der Basis einer am Leibniz-
Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald entwickelten
Technologie vermarkteten elektrochemischen Funktionskomponenten von
Elektrolyseuren und Brennstoffzellen können hingegen mit deutlich weniger
Iridium und Platin produziert werden. Technologischer Kern der Ausgründung
ist ein patentierter trägerloser Elektrokatalysator zur Beschichtung der
Membran-Elektroden-Anordnungen.
Hierdurch können zukünftig die Investitionskosten für die
vielversprechende PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane) durch den
geringeren Bedarf an Edelmetallen deutlich reduziert werden, was die
Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringert und die
Wasserstoffskalierung verbessert. Die von elementarhy produzierten
Membran-Elektroden-Einheiten zeichnen sich zusätzlich durch eine höhere
Haltbarkeit sowie eine Beschichtung ohne per- & polyflurierte Chemikalien
(PFAS) aus, was zur Wiederverwertbarkeit und somit auch zur Nachhaltigkeit
beiträgt.
Zielkunden von elementarhy sind die Hersteller von Elektrolyseuren, die
die Membran-Elektroden-Anordnungen mit weiteren Komponenten zu
Komplettanlagen verbauen.
Die elementarhy GmbH wurde am 15. Mai 2024 gegründet. Das Projekt wird
bereits durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im
Programm EXIST-Forschungstransfer gefördert.
Das Preisgeld des Leibniz-Gründungspreises möchte elementarhy für den
Aufbau einer professionellen Website, die Entwicklung und Stärkung einer
Unternehmensmarke (z.B. auf Messen) sowie juristische und steuerliche
Beratung einsetzen.

Das Gründungsteam besteht im Kern aus drei Materialwissenschaftlern sowie
einer Materialwissenschaftlerin und einem Marktexperten:
• Arne Birth ist Diplom-Kaufmann und Diplom-Geograf und Finanz/
Marketingvorstand von elementarhy. Er ist für das Geschäftsmodell
verantwortlich sowie für die Bereiche Marketing und Investors Relations.
• Gustav Sievers ist Diplom-Umweltwissenschaftler und promovierter
Elektrochemiker und Geschäftsführer/Technik-Vorstand von elementarhy. Er
koordiniert das Projekt, die Innovation und die Patentierung.
• Martin Rohloff, promovierter Chemiker und stellvertretender
Abteilungsleiter sowie Projektleiter für Wasserstofftechnologie am INP
Greifswald, wird sich vor allem dem Aufbau der Produktionsanlagen für
Membran-Elektroden-Einheiten widmen.
• Zahra Nasri ist promovierte Chemikerin und Post-Doc am ZIK plasmatis des
INP Greifswald. Sie ist spezialisiert auf die elektrochemische Anwendung
von Katalysatoren zur Herstellung von Membran-Elektroden-Anordnungen im
PEM Elektrolyseur. Dazu ist sie für das Qualitätsmanagement zuständig.
• André Pacheco ist Chemieingenieur und hat erfolgreich neue PEM-
Elektroden im Rahmen seiner Masterarbeit beim Deutschen Luft und
Raumfahrtzentrum in Stuttgart entwickelt. Er ist verantwortlich für das
Testmanagement und die Pilotanlagen.

Für den Leibniz-Gründungspreis 2024 waren neben elementarhy fünf weitere
Gründungsprojekte aus Leibniz-Instituten nominiert:
- AgoraNatura (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg):
Online-Marktplatz für zertifizierte Naturschutzmaßnahmen. <https://agora-
natura.de/>
- DeepEn GmbH (Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Jena):
minimalinvasive Mikroendoskop-Systeme für die Neurowissenschaften und für
medizinische Anwendungen. <https://deepen-imaging.com/>
- DNTOX GmbH (IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung,
Düsseldorf): komplexes, tierversuchsfreies Testsystem zur Testung von
Substanzen und neuer Leitstrukturen während der Substanzentwicklung auf
deren Entwicklungsneurotoxizität. <https://dntox.de/>
- NextGO Epi (Leibniz-Institut für Kristallzüchtung, Berlin): Materialien
und Dienstleistungen für Technologien auf Basis von Galliumoxid (Ga2O3),
vor allem für innovative und nachhaltige Halbleitertechnologien.
- OpenFlowTech (Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin): Produktion und
Vertrieb von Streulichtzytometern zur Analyse- und Sortierung von Zellen,
Bakterien und anderen kleinen Partikel in Zellanalytik, Mikrobiologie,
Biotechnologie, Umweltanalytik und Materialforschung.

Pressebilder des ausgezeichneten Gründungsteams sind online verfügbar
unter <www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/presse/pressefotos>

Hintergrund Leibniz-Gründungspreis:
Mit dem Gründungspreis der Leibniz-Gemeinschaft werden
Ausgründungsvorhaben aus Leibniz-Instituten in der Vorbereitungs- bzw.
Start-up-Phase unterstützt. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro ist
zweckgebunden und kann für Unterstützungsleistungen bei der Überprüfung
und praktischen Umsetzung der Unternehmenskonzepte, insbesondere für
Herausforderungen wie Markteintritt, Einwerbung einer Finanzierung oder
Entwicklung von Marketing- und Vertriebskonzepten eingesetzt werden. Über
die Vergabe des Preises entscheidet eine mit internen und externen
Mitgliedern besetzte Preis-Jury der Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen zum Leibniz-Gründungspreis unter
<www.leibniz-gemeinschaft.de/transfer/wissens-und-technologietransfer
/gruenden-in-der-leibniz-gemeinschaft/leibniz-gruendungspreis.html
>

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