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Besonderheiten moderner Zirkusaufführungen

Moderne  Zirkusaufführung Symbolbild
Moderne Zirkusaufführung Symbolbild

Die künstlerischen Traditionen des Zirkus ändern sich ständig. Früher galten nur Tanz und Gesang als Aufführung. Heute hat sich die Ära gewandelt, und die Zirkuskunst hat sich stark erweitert. Der stationäre Zirkus ist Vergangenheit, und moderne Künstler veranstalten legendäre, außergewöhnliche, extreme und wirklich spektakuläre Shows. Ihre Tricks, Nummern, Grazie und die Vielfalt der Genres sind ein echter kreativer Prozess, der viel Mühe und Talent erfordert.

Wenn Sie plötzlich Lust haben, sich eine Show des Zirkus in Deutschland https://www.kontramarka.de/de/cirk/ anzusehen, können Sie die Plakate auf der Website durchstöbern. Sie sind online auf einer spezialisierten Website verfügbar und enthalten Informationen über Datum, Ort und Uhrzeit der Auftritte der Zirkuskünstler sowie andere aktuelle Informationen (Name des Ensembles, des Konzerts usw.). Tickets können ebenfalls auf der Website zu aktuellen Preisen erworben und auf jede gewünschte Weise bezahlt werden.

 

Was sollte man über die Durchführung von Zirkusaufführungen wissen?

Zirkus ist nicht nur eine spezielle Kunstform, sondern wahre Kreativität, die in vielen Genres und mit einer breiten Farbpalette präsentiert werden kann. Moderne Künstler arbeiten harmonisch und abgestimmt auf der Bühne und überwinden jede Schwierigkeit. Talentierte Menschen sind nicht nur körperlich und geistig stark, sie scheuen sich auch nicht, schwierige Tricks auszuführen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Hauptfaktoren bei der Durchführung solcher Veranstaltungen die folgenden Besonderheiten sind, die man kennen sollte:

  1. Bewahrung der Traditionen. Jeder Zirkus hat seine demokratischen, etablierten Traditionen und eine hohe Kultur. Innovation wird jedoch immer begrüßt.
  2. Organisatorisch-kreative Arbeit. Jeder Künstler arbeitet hart und überlegt sich jede Bewegung genau, um die Zuschauer am Ende zu beeindrucken.
  3. Kunst. Alle Zirkuskünstler sind Menschen, die ihr Repertoire regelmäßig verbessern und daher versuchen, interessante Nummern für ihre Auftritte zu kreieren.
  4. Kreative Perspektive. Künstler haben immer die Möglichkeit, große Erfolge zu erzielen, da Akrobatik und andere Fähigkeiten weltweit in jeder ähnlichen Arbeit geschätzt werden.
  5. Künstlerische Inszenierung. Jede einzelne Nummer kann mit einer speziellen Thematik oder einem bestimmten Genre verbunden sein und wird daher bis ins Detail ausgearbeitet.
  6. Kindervorstellungen. Diese sind in der Regel die interessantesten, da sie auf intuitiv verständlichen Handlungen basieren, die die Künstler direkt auf der Bühne darstellen.

 

Es ist bekannt, dass Clowns in Zirkussen die Zuschauer zum Lachen bringen. Menschen mit ihrer Anwesenheit zu erfreuen, ist nicht einfach, da man immer einen individuellen Ansatz finden muss. Mit Kindern ist es noch schwieriger, aber der Zirkus ist für kleine Zuschauer geschaffen, die Clownerie, Auftritte mit verschiedenen exotischen Tieren, Tricks, Tänze usw. genießen können. Kinder haben auch die Möglichkeit, Luftakrobaten, Stelzenspringer, dressierte Katzen, Hunde und sogar Bären sowie andere Tiere zu sehen. Häufig sind herausragende Nummern direkt mit Wasser-, Feuer- und anderen Tricks verbunden.

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Die allgemeine Relativität der Privatsphäre

Er fordert nicht weniger als einen „Paradigmenwechsel in der
Datenschutzforschung“. Tawfiq Alashoor, Professor an der IESE Business
School, plädiert für eine Allgemeine Relativitätstheorie des
Datenschutzes. „Wir müssen personenbezogene Daten durch die Linse der
`Kontextzeit` neu betrachten“, so Alashoor.

„Ich mache vielleicht heute Dinge von mir öffentlich, die mich gut
dastehen lassen – die mir aber in einigen Jahre unangenehm sind, weil sich
die gesellschaftliche Sicht darauf verändert hat“. Die Betrachtung der
Kontextzeit analog zur Raumzeit in der Physik ebne den Weg für eine „neue
wirtschaftliche Weltordnung, in der persönliche Daten als eine digitale
Währung im Mittelpunkt stehen“ zeigt sich IESE-Professor Alashoor
überzeugt.

Einstein definierte unser Verständnis der Schwerkraft mit der Allgemeinen
Relativitätstheorie neu, indem er sie als eine Krümmung der Raumzeit und
nicht als eine einfache Kraft darstellte. Während zum Beispiel die
Geolokalisierung in der digitalen Welt unseren Standort bestimme, „ist es
der Kontext, der unsere Lebenserfahrungen am stärksten prägt“. Diese
allgemeine Relativität der Privatsphäre, so Tawfiq Alashoor, zeige, dass
Bedeutung und Wert personenbezogener Daten durch die Kontextzeit bestimmt
werden. Tawfiq Alashoor, der auch am Campus München der IESE Business
School lehrt, blickt auf zwei Jahrzehnte theoretischer und empirischer
Forschung auf dem Gebiet des Datenschutzes zurück. Alashoor ist IESE-
Professor für Operations, Information and Technology.

„Die Kontextzeit prägt unsere digitale Identität. Diese Makroperspektive
hilft uns, Bedrohungen der Cybersicherheit zu begegnen und ein
grundlegendes Menschenrecht zu schützen: den Datenschutz“, so Alashoor.
Paradox sei die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Datenschutz und dem
tatsächlichen Online-Freigabeverhalten von Einzelpersonen. „Diese
Divergenz entsteht in erster Linie durch das nuancierte Zusammenspiel von
Kontext und Zeit“, meint Tawfiq Alashoor. „In der allgemeinen
Relativitätstheorie sind Raum und Zeit untrennbar miteinander verwoben, in
der Privatsphäre Kontext und Zeit“. Kommende Generationen könnten mit
ihren umfangreichen digitalen Fußabdrücken durch ihre Online-Geschichte
quasi in der Zeit zurückreisen. Künstliche Intelligenz könne zwar
historische Daten mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit
analysieren, aber nur sehr eingeschränkt den Kontext der Daten verstehen.
„Die Vorhersagekraft und der Nutzen für den Menschen wird dadurch
untergraben“, so der IESE-Professor.

„Der Datenschutz erfasst alle Lebensbereiche, er ist allgegenwärtig“. Über
160 Länder versuchen der Herausforderung mit allerlei Vorschriften zu
begegnen. „Um die immer komplexere Datenwelt zu beherrschen, sollten wir
Erkenntnisse aus einer Vielzahl von Fachgebieten einbeziehen, von den
Informationssystemen über Verhaltensökonomie und Recht bis zu den
Neurowissenschaften“, meint Alashoor. Sein Ziel sei „eine Theorie zu
entwickeln, die die Datenschutzpraktiken von Einzelpersonen und
Unternehmen verbessert“.

Den Verzerrungen der Algorithmen könne nur eine „tiefere,
interdisziplinäre Erforschung der allgemeinen Relativität der Privatsphäre
entgegenwirken“. Private Daten hätten einen bestimmten Wert zu einer
bestimmten Zeit. Die Weitergabe persönlicher Daten hänge von den
erwarteten Vorteilen und Kosten ab. Wird diese Entscheidung nicht
sorgfältig getroffen, entstehen Nachteile, wie durch die Weitergabe eines
Passworts an eine nicht vertrauenswürdige Partei. Übermäßige Vorsicht
andererseits kann dazu führen, dass Gelegenheiten zur Zusammenarbeit
verpasst werden. Das Datenschutzkalkül ist anfällig für Verzerrungen.
„Nur, wenn wir die Rolle von Kontext und Zeit berücksichtigen, können wir
richtige Entscheidung zum Schutz der Privatsphäre treffen“, ist Prof.
Tawfiq Alashoor überzeugt.

Die allgemeine Relativität der Privatsphäre bestimme Wert und Bedeutung
personenbezogener Daten durch den zeitlichen Kontext. „So wie sich Licht
weder als Teilchen noch als Welle verhalte, bis es beobachtet wird, können
auch nicht offengelegte Informationen unsere Wahrnehmung der Welt
verändern“, erklärt der Professor der IESE Business School. „Das wahre
Wesen und der Wert der Privatsphäre bleiben so lange unbestimmt, bis sie
innerhalb der Grenzen der Kontextzeit neu konzeptualisiert werden“.

Tawfiq Alashoor (37) ist Professor für Operations, Information and
Technology an der IESE Business School, die auch einen Campus München
unterhält. Alashoor hält einen Bachelor of Science in Management
Information Systems der King Fahd University of Petroleum and Minerals,
einen Master in Information Systems der Pennsylvania State University und
einen Ph.D. in Computer Information Systems der Georgia State University.
Nach seiner Promotion absolvierte er ein Postdoc-Programm an der
University of Notre Dame (USA). Seine Forschung konzentriert sich auf
Datenschutz- und Cybersicherheit in KI-gestützten Technologien. Seine
Forschungsergebnisse wurden in führenden Fachzeitschriften wie der
Information Systems Research (ISR) und dem Journal of the Association for
Information Systems (JAIS) sowie auf Konferenzen wie der International
Conference on Information Systems (ICIS) und der Hawaii International
Conference on System Sciences (HICSS) veröffentlicht. Er hat mehrere
akademische Auszeichnungen erhalten und ist als Gutachter für mehrere FT
50-Wirtschafts- und Wissenschaftszeitschriften tätig. Bevor er zu IESE
kam, unterrichtete Alashoor Cybersicherheit und andere managementbezogene
Themen an hochrangigen Universitäten in Dänemark (Copenhagen Business
School), Saudi-Arabien (King Fahd University of Petroleum and Minerals)
und den Vereinigten Staaten (University of Notre Dame und Georgia State
University). Er hat mehrere Auszeichnungen für hervorragende Lehrtätigkeit
erhalten. Alashoor ist ein ehemaliger Profi-Handballer (Al-Taraj Club,
Saudi-Arabien).

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Nachhaltige Wasserversorgung für Gemeinschaftsgarten auf Tempelhofer Flugfeld

Studierende der TU Berlin entwickeln neues Bewässerungskonzept für den
Gemeinschaftsgarten auf dem Tempelhofer Flugfeld / Einladung zum
Projektabschluss am 27. Juni 2024

Der Gemeinschaftsgarten Allmende Kontor auf dem Tempelhofer Flugfeld zählt
mehr als 250 Hochbeete, um die sich rund 500 Gärtner*innen kümmern. Im
Sommer 2023 stand der Garten vor einem großen Problem. Aufgrund einer
neuen Brandschutzverordnung wurde ihm das Wasser abgestellt, da es fortan
nur noch für Löschaktionen im Flughafengebäude bereitstehen sollte.
Alternativ sollte der Garten an die Trinkwasserversorgung angeschlossen
werden. Dies hätte zum einen den finanziellen Ruin für das Projekt
bedeutet, zum anderen ist es aus ökologischer Sicht wenig nachhaltig,
Hochbeete mit Trinkwasser zu bewässern. Der Verein „Gemeinschaftsgarten
Allmende-Kontor e.V.“ wandte sich mit diesem Problem an das Energieseminar
der TU Berlin, einer studentischen Gruppe, die interdisziplinäre Projekte
aus dem Bereich Energie-Umwelt-Gesellschaft bearbeitet. 14 TU-Studierende
unterschiedlicher Fachrichtungen und zwei Tutor*innen haben im
Wintersemester aus bestehender Infrastruktur eine neue Wasserversorgung
für den Gemeinschaftsgarten geplant und gebaut. Die Hochbeete können nun
hauptsächlich mit Regenwasser versorgt werden. Die Studierenden begehen
den Abschluss ihres Projektes gemeinsam mit den Gärtner*innen,
Verantwortlichen des Landes Berlin, den Stiftungen, die das Projekt
finanziert haben, und Vertreter*innen der TU Berlin. Journalist*innen sind
herzlich zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen.

Zeit: 27. Juni 2024, 19.00 Uhr

Ort: Gemeinschaftsgarten Allmende Kontor, Flugfeld Tempelhof, Zugang über
Oderstraße

Journalist*innen werden gebeten, sich bis zum 26. Juni 2024 zu dem Termin
unter <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> anzumelden. Falls Sie Interesse an einem
Interview mit eine*r der Initiator*innen haben, stehen Ihnen die
Ansprechpartner*innen bereits um 18.30 Uhr für Gespräche zur Verfügung.

Über das Projekt

Die Studierenden haben zwei jeweils acht Meter tiefe
Versickerungsschächte, die an dem damaligen Flughafen Tempelhof die
Taxiways vor Überflutung geschützt haben, zu Zisternen umgebaut. Je
Zisterne holt nun eine Pumpe, die mit Solarstrom betrieben wird, das
Wasser aus den Becken nach oben und ersetzt damit die Bewässerung durch
Trinkwasser. Das bedeutet sowohl mehr finanzielle Freiheit für das auf
soziale Durchmischung ausgerichtete Projekt auf dem Tempelhofer Feld, als
auch eine nachhaltige und zukunftsfähige Nutzung von Regenwasser. Alte
Flughafen-Infrastruktur zur Bewässerung von Gemeinschaftsgärten zu nutzen,
kann als ein bisher einmaliges Projekt gesehen werden.
Für den Umbau und die Installation von zwei Pumpen sowie einer
Photovoltaik-Anlage haben die Studierenden mehr als 11.000 Euro an Spenden
von Stiftungen eingeworben.

Das Energieseminar der TU Berlin

Das Energieseminar an der TU Berlin gibt es bereits seit mehr als 30
Jahren. Entstanden ist es als studentische Initiative in Reaktion auf den
geringen Praxis-, Ökologie- und Gesellschaftsbezug
ingenieurwissenschaftlicher Lehrangebote. Anfangs, insbesondere motiviert
von der Kritik der Atomenergie, wurde in selbstorganisierten Seminaren die
Nutzung regenerativer Energien diskutiert und in Form kleiner Anlagen
umgesetzt. Ökologische, soziale und politische Aspekte sollten das gleiche
Gewicht erhalten wie ökonomische und technische Belange. Themen im
Spannungsfeld zwischen Energie, Umwelt und Gesellschaft sowie die
Verbindung von Theorie und Praxis bestimmen seitdem die Arbeit des
Energieseminars. Mittlerweile ist es in den Lehrbetrieb der TU Berlin
eingebunden und war bis 2022 Teil des Fachgebietes Maschinen- und
Energieanlagentechnik (Prof. Dr.-Ing. Ziegler). Seit 2022 ist es Teil des
Fachgebiets „Wärmewandlung und -übertragung“ bei Prof. Dr. Stefan Elbel.
Die inhaltliche und methodische Gestaltung der Seminare wird seither durch
ein ca. zehnköpfiges Plenum von Tutor*innen und wissenschaftlichen
Mitarbeiter*innen getragen.

Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor

Der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor e.V. versteht sich als
basisdemokratisches Gemeinschaftsprojekt und lebt von der aktiven
Beteiligung seiner Mitglieder. Alle Gärtner*innen beteiligen sich über die
Pflege ihres eigenen Beetes hinaus an dem Garten, indem sie für
Gemeinschaftsaufgaben Zeit schenken. Der Gemeinschaftsgarten Allmende-
Kontor wurde 2011 gegründet. Da das Graben und Gärtnern im Boden nicht
gestattet ist, sind alle Beete Hochbeete. Am 16. April 2011 entstanden auf
einer Fläche von 5000 qm die ersten 10 Hochbeete. Seitdem wächst der
Garten und seine Gemeinschaft mit mehr als 250 Hochbeeten und mit über 500
Mitgärtner*innen – selbstorganisiert. 2014 hat sich der Verein
„Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor e.V. “ gegründet.

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Neue Werte IMK Inflationsmonitor: Leichter Anstieg der Teuerungsraten für alle Haushaltstypen im Mai, Trend nach unten bleibt aber intakt

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai gegenüber April leicht von
2,2 auf 2,4 Prozent gestiegen. Hauptgründe dafür waren ein statistischer
Basiseffekt durch die Einführung des 49-Euro-Tickets vor einem Jahr und
deutlich gestiegene Flugpreise, nicht zuletzt infolge der erhöhten
Luftverkehrsabgabe. Zudem dämpfte die Entwicklung der Preise für
Nahrungsmittel und vor allem Haushaltsenergie zwar weiterhin den
Preisauftrieb, aber weniger stark als im April. Dementsprechend stiegen
auch die Inflationsraten verschiedener Haushaltstypen, die sich nach
Einkommen und Personenzahl unterscheiden, leicht. Der Unterschied zwischen
der höchsten und der niedrigsten haushaltsspezifischen Inflationsrate
betrug im Mai wie im April 0,9 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Im Mai 2023
waren es 1,5 Prozentpunkte und auf dem Höhepunkt der letzten
Inflationswelle sogar 3,1 Prozentpunkte. Während einkommensschwache
Haushalte im Mittel des Jahres 2022 und auch 2023 eine deutlich höhere
Teuerung schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, war ihre
Inflationsrate trotz des leichten Anstiegs um ebenfalls je 0,2
Prozentpunkte im Mai 2024 wie in den Vormonaten unterdurchschnittlich: Der
Warenkorb von Alleinlebenden mit niedrigen Einkommen verteuerte sich im
Mai um 1,6 Prozent, der von Familien mit niedrigen Einkommen um 1,8
Prozent. Das ergibt der neue IMK Inflationsmonitor, den das Institut für
Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung
vorlegt.*

Insgesamt lag die Inflationsrate von vier der untersuchten neun
Haushaltstypen im Mai bei oder leicht unter zwei Prozent, die der übrigen
bei 2,1 bis maximal 2,5 Prozent. Trotz des leichten Wiederanstiegs der
Teuerungsrate sei im weiteren Jahresverlauf eine weitere Abschwächung bei
der Preisdynamik absehbar, analysieren die Forschenden. Da gleichzeitig
die Konjunkturentwicklung auch aufgrund der hohen Zinsen schwach ist,
halten die Fachleute des IMK weitere Zinssenkungen durch die Europäische
Zentralbank (EZB) für dringend nötig.

Dr. Silke Tober, IMK-Inflationsexpertin, und der wissenschaftliche
Direktor Prof. Dr. Sebastian Dullien berechnen seit Anfang 2022 monatlich
spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die
sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen
unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten und in der
Abbildung im Anhang). Seit kurzem liefert der Monitor ein erweitertes
Datenangebot: Online lassen sich längerfristige Trends der Inflation für
alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in
interaktiven Grafiken abrufen (Link zur Datenbank unten).

Die längerfristige Betrachtung illustriert, dass ärmere Haushalte während
der letzten Teuerungswelle bis in den Sommer 2023 hinein besonders stark
durch die Inflation belastet waren, weil sie einen großen Teil ihres
schmalen Budgets für Güter des Grundbedarfs wie Nahrungsmittel und
Haushaltsenergie ausgeben müssen. Diese waren lange die stärksten
Preistreiber. Im Laufe der letzten Monate hat die Preisdynamik dort aber
nachgelassen, so dass sich die einkommensspezifischen Differenzen seit dem
Höhepunkt im Oktober 2022 deutlich verändert haben. Damals hatten Familien
mit niedrigen Einkommen die höchste Inflationsbelastung im
Haushaltsvergleich mit 11,0 Prozent. Dagegen waren es beim Haushaltstyp
der Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen 7,9 Prozent. Vor einem Jahr,
im Mai 2023, waren es Alleinlebende mit niedrigen Einkommen, die mit der
höchsten Teuerungsrate konfrontiert waren – 6,9 Prozent. Alleinlebende mit
sehr hohen Einkommen lagen auch in jenem Monat mit 5,4 Prozent deutlich
niedriger und unter der hohen allgemeinen Inflationsrate von damals 6,1
Prozent.

Aktuell verteuern sich die spezifischen Warenkörbe von ärmeren Haushalten
weniger stark als der Durchschnitt, weil die im Jahresvergleich geringeren
Preise für Haushaltsenergie bei ihnen ein relativ großes Gewicht haben.
Dass wiederum Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen mit 2,5 Prozent
aktuell eine höhere Inflationsrate haben als die übrigen Haushalte im
Vergleich, liegt daran, dass diese Haushalte stärker als andere etwa Kfz-
Versicherungen, Restaurantdienstleistungen, Gesundheitsdienstleistungen
oder Dienstleistungen zur Wohnungsinstandhaltung nachfragen, deren Preise
aktuell deutlich anziehen. Das gilt tendenziell auch für Paare mit Kindern
und hohen Einkommen, deren Warenkorb sich im Mai um 2,4 Prozent
verteuerte. Die Inflationsraten von Paaren ohne Kinder und von Paaren mit
Kindern und jeweils mittleren Einkommen betrug je 2,2 Prozent.
Alleinlebende mit höheren Einkommen verzeichneten eine Teuerungsrate von
2,1 Prozent. Bei Alleinlebenden und bei Alleinerziehenden mit jeweils
mittleren Einkommen legten die Preise im Jahresvergleich um je 2,0 Prozent
zu (siehe auch die Abbildung in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

„Die Inflationsrate für die meisten Haushaltstypen liegt relativ nahe an
der EZB-Zielinflation, das ist ein wichtiges Signal für die Geldpolitik.
Allerdings darf dabei nicht ausgeblendet werden, dass das Preisniveau
deutlich höher ist als vor der Inflationswelle. Die Kaufkraft vieler
Haushalte hat sich von dem Teuerungsschub noch nicht vollständig erholt“,
sagt IMK-Direktor Sebastian Dullien.

– Vorsicht bei Fiskalmaßnahmen, die die Preise antreiben –

Dullien und Tober rechnen im weiteren Jahresverlauf mit nachlassendem
Teuerungsdruck, auch bei den Dienstleistungspreisen, die zuletzt stärker
angezogen haben. Die EZB habe richtig entschieden, trotz des leichten
Anstiegs der Inflation im Mai die Leitzinsen erstmals zu senken. Die
„Zinswende“ sei sogar „überfällig“ gewesen angesichts der insgesamt
deutlich gesunkenen Inflation bei gleichzeitig trüber Wirtschaftslage.

Das gelte auch mit Blick auf die Entwicklung des für die EZB besonders
wichtigen Harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI). In Deutschland
fiel der Ausschlag im Mai bei der HVPI-Rate noch etwas höher aus als in
der nationalen Statistik und trug maßgeblich zum Anstieg der Euroraum-
Inflation im Mai bei. Der Unterschied erkläre sich vor allem dadurch, dass
Mobilitätsausgaben im HVPI stärker gewichtet werden, weshalb sich schlicht
auch der Basiseffekt durch das 49-Euro-Ticket sowie die Luftverkehrssteuer
stärker auswirkten. Dieser Zusammenhang mache aber auch deutlich, dass
Fiskalmaßnahmen wie Anhebungen von Steuern oder Abgaben, die preistreibend
wirken, in der aktuellen Situation besonders gut überlegt werden müssten,
schreiben die Forschenden: „Die Bundesregierung wäre gut beraten, wenn sie
in dieser kritischen Phase der Annäherung der Inflation ans Inflationsziel
auf preistreibende Maßnahmen verzichten oder diese im Falle von
Lenkungssteuern“ – wie etwa dem CO2-Preis –„durch preissenkende Maßnahmen
an anderer Stelle kompensieren würde.“

Dullien und Tober rechnen damit, dass die EZB den maßgeblichen Leitzins
bis zum Jahresende auf drei Prozent senken wird. Das sollte nicht das Ende
des Zinssenkungspfades sein, mahnen die Forschenden, denn: „Damit wären
die Zinsen weiterhin im restriktiven Bereich und würden die Wirtschaft
Deutschlands und des Euroraums weiterhin bremsen.“

– Informationen zum Inflationsmonitor –

Für den IMK Inflationsmonitor werden auf Basis der Einkommens- und
Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für
unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster ermittelt. So lässt sich
gewichten, wer für zahlreiche verschiedene Güter und Dienstleistungen –
von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu
Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen – wie viel ausgibt und daraus die
haushaltsspezifische Preisentwicklung errechnen. Die Daten zu den
Haushaltseinkommen stammen ebenfalls aus der EVS. Im Inflationsmonitor
werden neun repräsentative Haushaltstypen betrachtet: Paarhaushalte mit
zwei Kindern und niedrigem (2000-2600 Euro), mittlerem (3600-5000 Euro),
höherem (mehr als 5000 Euro) monatlichem Haushaltsnettoeinkommen;
Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind und mittlerem (2000-2600
Euro) Nettoeinkommen; Singlehaushalte mit niedrigem (unter 900 Euro),
mittlerem (1500-2000 Euro), höherem (2000-2600 Euro) und hohem (mehr als
5000 Euro) Haushaltsnettoeinkommen sowie Paarhaushalte ohne Kinder mit
mittlerem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3600 und 5000 Euro monatlich.
Der IMK Inflationsmonitor wird monatlich aktualisiert.

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