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Verengte Aortenklappe: Herzklappenersatz per Katheter oder chirurgisch?

Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Kardiologe und Intensivmediziner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.  Andreas Malkmus  Deutsche Herzstiftung/A. Malkmus
Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Kardiologe und Intensivmediziner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Andreas Malkmus Deutsche Herzstiftung/A. Malkmus

Eine verkalkende Verengung der Aortenklappe ist im Alter häufig.
Unbehandelt kann sie lebensbedrohlich werden. Aktuelle Daten der DEDICATE-
Studie erleichtern die Wahl, welcher Behandlungsweg einen effektiven und
sicheren Klappenersatz ermöglicht. Die Herzstiftung ordnet die Ergebnisse
ein.

Erkrankungen der Herzklappen nehmen mit höherer Lebenserwartung der
Bevölkerung an Häufigkeit zu. Jährlich kommt es zu rund 97.000
Klinikeinweisungen wegen Herzklappenerkrankungen (Deutscher Herzbericht
2022). Vor allem die verkalkende Verengung (Stenose) der Aortenklappe
steht dabei im Vordergrund. Sie ist eine typische Erkrankung des höheren
Lebensalters. Für den Aortenklappenersatz stehen die kathetergeführte
Aortenklappen-Implantation (TAVI = Transcatheter Aortic Valve
Implantation) und die chirurgische Methode (meist mit Öffnung des
Brustkorbs) zur Verfügung. Allein im Jahr 2021 wurden laut Deutschem
Herzbericht isoliert mehr als 23.100 TAVI und über 7.500 Eingriffe der
Aortenklappenchirurgie durchgeführt. „Die medizinische Entwicklung auf dem
Gebiet des Aortenklappenersatzes in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat
wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Überlebensprognose und die
Lebensqualität von Patienten mit einer Aortenklappenstenose verbessert
haben“, betont der Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen
Herzstiftung Prof. Dr. Thomas Voigtländer. „Die DEDICATE-Studie zeigt nach
einem Jahr Vorteile für die Patienten, die mit einer TAVI versorgt wurden.
Die Patienten, die in die DEDICATE-Studie eingeschlossen wurden, werden in
den nächsten Jahren weiter beobachtet. Sollten sich die Ergebnisse auch im
Langzeitverlauf bestätigen, wird bei zunehmend mehr Patienten das
kathetergestützte Verfahren zum Einsatz kommen können.“
Die kürzlich publizierte und von der Deutschen Herzstiftung mitfinanzierte
DEDICATE-Studie könnte hier künftig bei der Entscheidungsfindung helfen
und somit für mehr Sicherheit für die Patienten sorgen. „Da das TAVI-
Verfahren in Deutschland sowohl von Kardiologen als auch von Herzchirurgen
durchgeführt wird, sind die sehr guten Ergebnisse auch ein Ausdruck der
erfolgreichen Arbeit unserer Heart-Teams“, berichtet Herzchirurg Prof. Dr.
Volkmar Falk vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) Berlin. Prof.
Falk hat die DEDICATE-Studie aktiv begleitet und geprägt. Die Herzstiftung
liefert zu den Ergebnissen der Studie eine Stellungnahme unter
https://herzstiftung.de/aortenklappenstenose-op-tavi

Altersgrenze für TAVI in der Diskussion
Viel diskutiert wird in den herzmedizinischen Fachgesellschaften, in
welchen Fällen und vor allem in welchem Alter eine Operation am besten
geeignet ist und wann eine TAVI vorteilhaft ist. Bei älteren Patienten (ab
75 Jahre) mit hochgradiger Aortenklappenstenose sowie bei Patienten mit
einem hohen operativen Risiko gilt zum Beispiel inzwischen die TAVI als
das Behandlungsverfahren der ersten Wahl. Allerdings wird unter
Kardiologen und Herzchirurgen weiter intensiv die Frage diskutiert, wann
dieses Verfahren für Patienten mit niedrigem Operationsrisiko und mit
jüngerem Alter zu empfehlen ist.

Studie mit Unterstützung der Herzstiftung
Primär zielte diese in Deutschland durchgeführte Studie darauf ab, zu
prüfen, ob zwischen beiden Verhandlungsverfahren – TAVI oder Operation –
Unterschiede hinsichtlich der Sterblichkeit (Tod jedweder Ursache) sowie
dem Auftreten nicht-tödlicher Schlaganfälle bestehen. Denn speziell bei
der TAVI wird befürchtet, dass es durch gelöste Trümmer der Stenose beim
Einsetzen der neuen Klappe zu einer Embolie und einem Schlaganfall kommen
könnte. Die Studie war eng zwischen Kardiologen und Herzchirurgen
abgestimmt.  Geleitet haben die DEDICATE-Studie der Kardiologe Prof. Dr.
Stefan Blankenberg vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der
Herzchirurg Prof. Dr. Jochen Cremer vom Universitätsklinikum Schleswig-
Holstein, Campus Kiel. „Die Studie hat erstmals die medizinische
Routinebehandlung der Aortenklappenstenose gespiegelt und besitzt daher
einen besonders hohen Wert für die klinische Versorgung im Alltag“, betont
Studienleiter Prof. Blankenberg. „Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass
diese Studie dank der Förderung durch das Deutsche Zentrum für Herz-
Kreislauf-Forschung und die Deutsche Herzstiftung – anders als
vergleichbare Studien in den USA – unabhängig und ohne Sponsoring von den
Herstellern der Herzklappen durchgeführt werden konnte“, unterstreicht
Prof. Falk.

TAVI auch bei Jüngeren mit niedrigem OP-Risiko nicht unterlegen
Insgesamt haben 1414 Patienten ab einem Alter von 65 Jahren mit
hochgradiger symptomatischer Aortenklappenstenose an der Studie
teilgenommen, die auch von der Herzstiftung mit unterstützt wurde. Das
Operationsrisiko der Studienteilnehmer war generell als eher gering
eingestuft worden. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Patienten dann
entweder mit dem TAVI-Verfahren oder chirurgisch eine neue Aortenklappe.
Die Kliniken waren in der Entscheidung frei, welchen Klappentyp sie
verwendeten. Beide Patienten-Gruppen unterschieden sich nicht in der
Geschlechtsverteilung, in der klinischen Ausgangssituation und im
Schweregrad der Stenose. Auch die Altersverteilung war ähnlich. Aktuell
wurden nun die Ergebnisse aus dem ersten Jahr nach dem Eingriff
vorgestellt. Danach war die TAVI der offenen Chirurgie auch bei jüngeren
Patienten mit einem niedrigen Operationsrisiko nicht unterlegen.

Weniger Todesfälle in der TAVI-Gruppe
So lag die Häufigkeit des kombinierten Studienendpunktes von Tod und
Schlaganfall in der chirurgischen Gruppe bei 10 Prozent und in der TAVI-
Gruppe bei 5,4 Prozent. Wurden nur die Todesfälle allein betrachtet,
starben in der chirurgisch behandelten Gruppe 6,4 Prozent der Patienten
und in der kathetertechnisch behandelten Gruppe nur 2,6 Prozent der
Patienten. Auch die Häufigkeit von Schlaganfällen war in der chirurgisch
behandelten Gruppe deutlich höher (4,7 Prozent versus 2,9 Prozent). Neu
aufgetretenes Vorhofflimmern wurde zudem bei 12,4 Prozent der Patienten
nach TAVI und bei 30,8 Prozent der Patienten nach Operation festgestellt.
„Die Behandlung der Aortenklappenstenose mittels TAVI sollte nun auch für
jüngere Patientinnen und Patienten in Erwägung gezogen werden. Die
exzellenten Ergebnisse der TAVI-Behandlung wurden in den hervorragenden
Strukturen erzielt, in welchen diese in Deutschland derzeit stattfindet“,
sagt Studienleiter Prof. Blankenberg.

TAVI hatte auch Nachteile
Die bemerkenswert günstigen Ergebnisse in der kathetertechnisch
behandelten Patientengruppe wurden allerdings auch von einigen Nachteilen
begleitet: In der TAVI-Gruppe waren zum Beispiel doppelt so viele
Schrittmacherimplantationen notwendig wie in der chirurgischen (11,8
Prozent versus 4,7 Prozent). Auch Gefäßkomplikationen waren in der TAVI-
Gruppe deutlich häufiger als in der chirurgischen (7,9 Prozent versus 0,7
Prozent).

Fazit:
Zumindest im ersten Jahr nach Durchführung des Eingriffs scheint die
kathetertechnische Implantation der Aortenklappe vorteilhafter als eine
chirurgische Maßnahme zu sein – auch mit Blick auf die schnellere Rückkehr
in den Alltag. Die weitere Beobachtung der Patienten wird zeigen, ob die
Überlegenheit auch während der nachfolgenden Jahre bestehen bleibt.
Definitive Aussagen sollen dazu die 5-Jahres-Daten von DEDICATE
ermöglichen.
Weitere Studien sind zudem nötig, um zu klären, ob sich die Daten auch auf
Patienten mit bikuspider Aortenklappe (betrifft etwa zwei Prozent der
Bevölkerung) übertragen lassen. Diese waren von der Studienteilnahme
nämlich ausgeschlossen. Die bis heute vorliegenden Beobachtungen über bis
zu zehn Jahre nach Aortenklappenersatz zeigen bislang keinen eindeutigen
Unterschied in der Klappenhaltbarkeit zwischen den beiden Implantations-
Verfahren.

(Ne/Wi)

Quellen
1) DEDICATE: Transcatheter or Surgical Treatment of Aortic-Valve Stenosis;
DOI: 10.1056/NEJMoa2400685
2) Another Early Win for TAVI in Low-Risk Patients; DOI:
10.1056/NEJMe2402934
Stellungnahme der Deutschen Herzstiftung zur DEDICATE-Studie:
https://herzstiftung.de/aortenklappenstenose-op-tavi

Info-Service für Herzklappen-Patientinnen und -patienten
Infos rund um die Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie der
Aortenklappenstenose:
https://herzstiftung.de/aortenklappenstenose

Der Herzstiftungs-Ratgeber „Herzklappenerkrankungen – Welche Behandlungen
bei Herzklappenfehlern?“ kann kostenfrei per Tel. unter 069 955128-400
oder unter www.herzstiftung.de/bestellung bestellt werden.

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Waldinventur per Drohne und KI

Waldinventur per Drohne und KI  Jens Lehmkühler  U Bremen Research Alliance
Waldinventur per Drohne und KI Jens Lehmkühler U Bremen Research Alliance

Im Kampf gegen den Klimawandel sind Mangroven wichtige Verbündete; sie
speichern bis zu fünfmal mehr Treibhausgase als andere Bäume. Dank einer
von Forschenden aus Mitgliedseinrichtungen der U Bremen Research Alliance
entwickelten Methode lässt sich der Bestand der Mangrovenwälder
detailliert erfassen – und damit besser schützen.

Für Dr. Arjun Chennu sind Mangroven schlicht „Super-Bäume“. Weil sie in
einem extrem salzigen Umfeld gedeihen, weil sie angepasst sind an die
tropische Hitze, an die Gezeitenwechsel mit ihrer unterschiedlichen
Salinität und weil sie ganz nebenbei noch mit ihren Wurzeln die Küsten
schützen vor Erosion sowie als Kinderstube für Fische und andere
Meerestiere dienen. Vor allem aber sind sie einmalig aufgrund ihrer
Fähigkeit, CO₂ in großen Mengen aus der Atmosphäre zu ziehen und
langfristig in ihrer Biomasse und im Sedimentboden zu speichern, für
Jahrhunderte, wenn nicht sogar für Jahrtausende. „Das“, findet Chennu,
„macht sie ziemlich besonders und deshalb sollte es uns nicht egal sein,
was mit ihnen passiert.“

Genaue Angaben über die Kohlenstoffvorräte in den verschiedenen
Mangrovengebieten gibt es bislang kaum. Schätzungen gehen von 4 bis 20
Milliarden Tonnen aus, die in den Gezeitenwäldern gebunden sind. Chennu,
Leiter der Arbeitsgruppe „Data Science und Technologie“ am Leibniz-Zentrum
für Marine Tropenforschung (ZMT), und Daniel Schürholz, Doktorand am Max-
Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPIMM), beides
Mitgliedseinrichtungen der U Bremen Research Alliance, wollten es genauer
wissen.

„Unser Ziel war, eine Methode zu entwickeln, die jeden einzelnen Baum in
einem Wald identifiziert und seine Biomasse erfasst, indem wir die
Baumkrone, die Höhe und den Umfang des Stammes ermitteln. Je präziser die
Informationen sind, desto genauer kann die gespeicherte Kohlenstoffmenge
bestimmt und desto besser können die Bäume überwacht und geschützt
werden“, erläutert Schürholz.

Das Duo setzte stattdessen auf modernste Technik, auf eine
Inventarisierung aus der Luft mithilfe von Drohnen und Künstlicher
Intelligenz (KI). „Diese Technologien eröffnen ganz neue Möglichkeiten für
die Kartierung von Lebensräumen“, meint Schürholz. Über Wochen
identifizierte er anhand der Aufnahmen einzelne Bäume, mehr als 4.000, und
trainierte die KI mit den Ergebnissen. Die KI war schließlich in der Lage,
eigenständig Mangroven und sogar unterschiedliche Arten zu identifizieren.
Wofür zuvor Monate gebraucht wurde, gelang nun innerhalb von Stunden:
Insgesamt 34.667 Bäume der Mangrovenart Pelliciera rhizophorae erkannte
der Algorithmus in dem Untersuchungsgebiet. Zudem wurden 30 Hektar Fläche
mit der Roten Mangrove (Rhizophora mangle) kartiert.

„Das Tolle an der Inventarisierung ist: Jeder Baum hat nun eine eigene
Identität“, meint Chennu. „Wir kennen seinen genauen Standort und wissen,
wie viel CO₂ er speichert.“ Ermöglicht wird dies durch die Feststellung
des Kronendurchmessers. Sie lässt Rückschlüsse auf die Höhe, den
Stammumfang und damit auf die oberirdische Biomasse eines Baumes zu.
Daraus wiederum lässt sich die gespeicherte Kohlenstoffmenge ableiten.

Ein spannender Beitrag der im Bremer Kooperationsprojekt entwickelten
innovativen Methode von den Forschenden aus U Bremen Research Alliance
Mitgliedseinrichtungen ist kürzlich im Wissenschafts-Magazin „Impact“ der
U Bremen Research Alliance erschienen und kann auf der nachstehenden
Internetseite abgerufen werden:

https://www.bremen-research.de/einblicke/waldinventur-per-drohne-und-ki

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Neuerscheinung: Verschiedene Blickwinkel auf „Autonomie und Selbstwirksamkeit“

„Autonomie und Selbstwirksamkeit verstehen und stärken” ist ab dem 14. Mai 2024 im Buchhandel oder über den Verlag APOLLON University Press erhältlich.
„Autonomie und Selbstwirksamkeit verstehen und stärken” ist seit dem 14. Mai 2024 im Buchhandel oder über den Verlag APOLLON University Press erhältlich.

Autonomie und das Gefühl von Selbstwirksamkeit tangieren zentrale
menschliche Bedürfnisse und beeinflussen unsere Motivation unter anderem in der
Arbeitswelt, im Bildungsbereich und im Gesundheitssektor. Im neuen, im
Verlag APOLLON University Press erschienenen Thesisband „Autonomie und
Selbstwirksamkeit verstehen und stärken“ beleuchten die Autorinnen die
beiden Konstrukte aus verschiedenen Blickwinkeln.

Selbstwirksamkeit und Autonomieerleben haben laut verschiedener Studien
nicht nur einen Einfluss auf Motivation, sie sind zudem ein Prädiktor für
Erfolg, Performanz und Lebenszufriedenheit. Eine Einschränkung der
Autonomie kann ungünstige Auswirkungen auf die Befindlichkeit, Gesundheit
sowie auf die Leistungsbereitschaft von Menschen haben. Zugleich erhöht
das Gefühl eingeschränkter Autonomie die Wahrscheinlichkeit, sich als
selbstwirksam zu erleben.
Die Autorinnen dieses Bandes betrachten die Konstrukte Autonomie und
Selbstwirksamkeit sowie ihre Bedeutungen aus verschiedenen Blickwinkeln.
Aus Sicht der Sozialpsychologie wird betrachtet, welchen Einfluss die
Wahrnehmung durch Mitmenschen auf die eigene Selbstwirksamkeit bei
Rettungskräften sowie in schulischen Kontexten haben kann. Darüber hinaus
wird den Fragen nachgegangen, welche autonomen psychischen Prozesse
Führungskräfte in ihren Entscheidungen beeinflussen und welche Rolle der
Persönlichkeitsdimension Extraversion/Introversion bei der
Emotionsregulation zukommt. Abschließend erhalten Leser:innen Einblick in
ein Setting hoch eingeschränkter Autonomie, der Pflegeausbildung im
Maßregelvollzug.

Das Fachbuch verschafft Studierenden und Interessierten ein umfassendes
Verständnis für die Bedeutung von Autonomie und Selbstwirksamkeit und
befähigt sie, praktische Implikationen abzuleiten.

Autorinnen:
Merle Dworack arbeitete nach ihrem Fachabitur und einer Ausbildung als
Tänzerin. Seit 2017 ist sie Mutter von mittlerweile zwei Kindern. Nebenher
begann sie Ende 2017 das Studium Angewandte Psychologie (B. Sc.) an der
APOLLON Hochschule.

Lisa Gruenagel absolvierte nach dem Abitur ein Pflegepraktikum in einer
Hamburger Klinik. Im Anschluss folgte ein Auslandsaufenthalt in London.
Anschließend absolvierte Lisa
Gruenagel eine Ausbildung zur Logopädin am Werner Otto Institut in
Hamburg, die sie im Oktober 2004 abschloss. Im Anschluss folgte eine
Anstellung in Berlin.

Deborah Hofer arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin
im Verkauf, in der Zug- und Kundenbegleitung sowie in der Personal- und
Arbeitslosenberatung. Parallel absolvierte sie den berufsbegleitenden
Studiengang in Angewandter Psychologie (B. Sc.) an der APOLLON Hochschule,
welchen sie 2022 abschloss.

Andrea Hofmann arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Rettungsassistentin mit
anschließender Weiterqualifizierung zur Notfallsanitäterin im Mainzer
Rettungsdienst. 2022 schloss sie ihr Studium Angewandte Psychologie (B.
Sc.) an der APOLLON Hochschule ab. Seitdem ist sie zusätzlich zu ihrer
Arbeit im Rettungsdienst die dortige Beauftragte für das innerbetriebliche
Gesundheitsmanagement.

Katharina Nülsen arbeitete nach ihrer Ausbildung als Gesundheits- und
Krankenpflegerin (2006–2009) in der Psychotherapie und Traumatherapie.
Nach den Weiterbildungen für Ambulante Psychiatrische Pflege,
Allgemeinpsychiatrie und der Arbeit als Praxisanleiterin für Pflegeberufe
begann sie ihr Studium an der APOLLON Hochschule im Studiengang
Pflegemanagement (B. A.) (2017–2020).

Herausgeber:in:
Eva Schandro ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der APOLLON
Hochschule. Sie studierte Psychologie an der University of Groningen und
an der Jacobs University Bremen. Während der Studienzeit entwickelte sie
großes Interesse an der psychologischen Forschung und der Arbeit mit
Menschen. Nach dem Studium arbeitete sie als Psychologin bei einem
Bildungswerk, wo sie arbeitssuchende, junge Erwachsene coachte und beriet.

Prof. Dr. Marcus Eckert lehrt seit 2020 an der APOLLON Hochschule. Er
studierte als ausgebildeter Lehrer selbst per Fernstudium Psychologie, im
Präsenzstudium klinische Psychologie und promovierte am Institut für
Psychologie der Leuphana Universität Lüneburg. Seine
Forschungsschwerpunkte liegen u. a. auf den Themen Emotions- und
Stressregulation, Selbstregulation und Prokrastination.

„Autonomie und Selbstwirksamkeit verstehen und stärken” ist ab dem 14. Mai
2024 im Buchhandel oder über den Verlag APOLLON University Press (www
.apollon-hochschulverlag.de) erhältlich.

„Autonomie und Selbstwirksamkeit verstehen und stärken“ – Merle Dworack,
Lisa
Gruenagel, Deborah Hofer, Andrea Hofmann, Katharina Nülsen. 1. Auflage
2024, Bremen: APOLLON University Press, Softcover – 180 Seiten – 17 x 22,0
cm – 29,90 € - ISBN: 978-3-94-3001-89-1

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Moderne IT: Fluch und Segen für die Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt  xtrakt media/Jonathan Ziegler
Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt xtrakt media/Jonathan Ziegler

Nachhaltigkeit in der IT – Impulse und Innovationen bei einer
Vortragsreihe an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Zu einer Vortragsreihe an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt
(THWS) sind führende Köpfe der regionalen IT-Branche zusammengekommen, um
über ein drängendes Thema zu diskutieren: Nachhaltigkeit in der
Informationstechnologie. Moderiert von Prof. Dr. Michael Müßig von der
Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik der THWS bot die
Veranstaltung eine Plattform für fundierte Einblicke und zukunftsweisende
Ideen.

Dr. Thorsten Beyer, Autor und Experte für nachhaltige Webkommunikation,
eröffnete die Diskussion mit einer kritischen Reflexion über den digitalen
Fußabdruck, den Webpräsenzen hinterlassen. Angesichts des Zettabyte-
Zeitalters und des dramatischen Preisverfalls bei der Datenspeicherung
rückte Beyer den CO₂-Ausstoß, den das Internet verursacht, in den
Vordergrund. Die Zahlen seien alarmierend: 360 Gramm CO₂ pro übertragenem
Gigabyte. Ein nachhaltigeres Webdesign und die verstärkte Nutzung grüner
Hosting-Angebote sind nur einige der Maßnahmen, die Beyer vorschlägt. Eine
nachhaltige Webseitenstruktur bringe nicht nur Vorteile für das Klima,
sondern ebenso für die Suchmaschinenoptimierung und die Barrierefreiheit.

Arnulf Koch, Gründer der K&K Software AG, widmete sich dem Thema Open
Source als nachhaltige Philosophie in der IT. Koch betonte, wie Open-
Source-Modelle nicht nur zur Reduktion von Energieverbrauch und seltenen
Erden beitragen, sondern auch lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und
soziale Gerechtigkeit fördern können.

Christoph Rockenstein, Vorstand der Rockenstein AG, präsentierte
beeindruckende Einblicke in die Praxis der Green IT. Seit der Umstellung
auf Ökostrom im Jahr 2017 hat die Rockenstein AG innovative Kühl- und
Energierückgewinnungssysteme implementiert, die zeigen, wie nachhaltige
Praktiken direkt in die IT-Infrastruktur integriert werden können.
Überschüssige Abwärme könne außerdem von anderen Unternehmen z. B. für
Gewächshäuser weiterverwertet werden.

Nachhaltigkeitsziele durch KI erreichen

Dr. Toni Wagner von vAudience beleuchtete schließlich die Rolle der
künstlichen Intelligenz in der nachhaltigen IT. Wagner diskutierte, wie
KI-Technologien helfen können, Energieeffizienz zu steigern,
Ressourcenmanagement zu optimieren und durch Datenanalyse zum Umweltschutz
beizutragen. Trotz der Herausforderungen bei Energiebedarf und Nutzung von
Rohstoffen für KI-Systeme zeigte Wagners Ausführung deutlich das Potenzial
von KI als Treiber für Nachhaltigkeit. Außerdem könne KI beispielsweise
beim Artenschutz eingesetzt werden: Biodiversität und Artensterben ließen
sich besser erforschen, indem große Datenmengen gesammelt, analysiert und
integriert werden können. Auch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten
Nationen ließen sich durch den Einsatz von KI besser erreichen.

„Diese Diskussionen und Vorträge waren mehr als nur ein Austausch von
Ideen – sie waren ein Aufruf zum Handeln“, betont Prof. Dr. Müßig
abschließend. „Es ist klar, dass Nachhaltigkeit in der IT keine Option
mehr ist, sondern eine Notwendigkeit.“ Es gehe nicht mehr nur darum, was
technologisch möglich, sondern was ökologisch notwendig und ökonomisch
sinnvoll sei. Müßigs Appell: „Die Zeit zu handeln ist jetzt – lassen Sie
uns gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten.“

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