Zum Hauptinhalt springen

FlamenCo, Brandschutz und Holzbauteile auf der Schiene

Das Forschungsprojekt „Flammenhemmendes Coating: Ökologischer Brandschutz
in Schienenfahrzeugen“ (FlamenCo) der Hochschule für nachhaltige
Entwicklung Eberswalde (HNEE) untersucht ein neues Brandschutzmittel im
Schienenfahrzeugbau. Ziel ist die Entwicklung eines Brandschutzlackes, der
einen umfassenderen Einsatz holzbasierter Materialien ermöglicht.

Holz wird in Schienenfahrzeugen vor allem als Armlehne oder Klapptisch
eingesetzt. Kunststoffe und Metalle überwiegen als eingesetzte Materialien
beim Innenausbau von Zügen. Dafür bestehen hohe Brandschutzanforderungen,
um im Ernstfall sicherstellen zu können, dass die eingesetzten Materialien
keine zusätzliche Gefahrenquelle (z.B. Rauchgasentwicklung) für die
Passagiere darstellen. Daher wurden die Zulassungsvorschriften bzgl. der
Brandschutzanforderung an Materialien für den Schienenfahrzeugbau
überarbeitet und verschärft. Hintergrund sind die nach der Validierung der
DIN-Norm EN 45545-2 für Brandschutz in Schienenfahrzeugen erhöhten
Brandschutzanforderungen.
Im HNEE-Forschungsprojekt „Flammenhemmendes Coating: Ökologischer
Brandschutz in Schienenfahrzeugen“ (FlamenCo) wird ein neues
Brandschutzmittel untersucht, mit dem Ziel der Entwicklung eines
Brandschutzlackes, der die vorgeschriebenen Brandschutzanforderungen an
die jeweiligen Komponenten einhält.
Das Forschungsteam um Prof. Dr. Alexander Pfriem erhofft sich, dass nach
Projektende nicht nur die bereits bekannten Einbauteile im
Schienenfahrzeugbau eingesetzt werden können, sondern das weitere
Einbauteile zusätzlich aus holzbasierten Materialien gefertigt werden
können.

Über das Projekt
Das HNEE-Forschungsprojekt „Flammenhemmendes Coating: Ökologischer
Brandschutz in Schienenfahrzeugen“ (FlamenCo) beschäftigt sich im
Teilvorhaben 1 mit vergleichenden Untersuchungen zum Brandverhalten und
der Bestimmung von Gebrauchseigenschaften.
Förderer des Projekts ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
(FNR) als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft (BMEL).
Laufzeit: 01.06.2024 – 31.05.2027
Förderkennzeichen: 2222HV031A

Projektkonsortium:
•       HNE Eberswalde, Fachbereich Holzingenieurwesen, Arbeitsgruppe
Chemie und Physik des Holzes (Lead)
•       Rülke GmbH
•       Zschimmer & Schwarz Mohsdorf GmbH & Co.KG
•       Zschimmer & Schwarz GmbH & Co.KG Chemische Fabriken

  • Aufrufe: 43

Palliativversorgung: Qualität und Kosten variieren regional stark

Ein neues Datenportal liefert erstmals deutschlandweite Kennzahlen zu
Inanspruchnahme, Qualität und Kosten der Hospiz- und Palliativversorgung.
Die von Universitätsklinikum Jena und BARMER vorgenommene Datenauswertung
zur medizinischen Versorgung am Lebendende zeigt große regionale
Unterschiede. Das Projekt wird vom Innovationsausschuss beim G-BA
gefördert.

Wenn ein Mensch so schwer erkrankt ist, dass Heilung nicht mehr möglich
und seine Lebenserwartung begrenzt ist, dann muss eine angemessene
medizinische Versorgung auf die Erhaltung der Lebensqualität in der
verbleibenden Zeit zielen. Um diesem Anspruch in Deutschland
flächendeckend gerecht zu werden, ist das Gesundheitssystem in den
vergangenen Jahren und Jahrzehnten um neue palliative
Versorgungsstrukturen erweitert worden. Dazu gehören Palliativstationen in
Krankenhäusern, Hospize und vor allem ambulante Palliativteams. Für diese
Teams gelten spezielle Zulassungs- und Vergütungsregelungen, die in
Einzelverträgen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern geregelt
werden.

Um die Versorgung zu evaluieren, wertete das Universitätsklinikum Jena
gemeinsam mit dem BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung auf Basis
der BARMER-Routinedaten die Inanspruchnahme, Qualität und Kosten der
verschiedenen Versorgungsformen aus. Der Innovationsausschuss beim
Gemeinsamen Bundesausschuss fördert das Versorgungsforschungsprojekt. Im
interaktiven Portal des BARMER Institutes sind die aufbereiteten Daten
jetzt als pallCompare Monitor öffentlich verfügbar. Die Ergebnisse der
wissenschaftlichen Auswertung können Hinweise zur Verbesserung der
Palliativversorgung geben.

Ambulante Palliativversorgung: Häufiger spezialisiert als ausschließlich
allgemein

Deutschlandweit erhält inzwischen mehr als die Hälfte der ambulanten
Patientinnen und Patienten eine spezialisierte ambulante
Palliativversorgung. Diese SAPV war ursprünglich als Versorgungsform für
Fälle mit komplexem Symptomgeschehen und besonderem Zuwendungsbedarf
gedacht, kommt jetzt aber bereits in der Mehrzahl der Fälle zum Einsatz.
Die Projektleiterin PD Dr. Antje Freytag vom Institut für Allgemeinmedizin
des Uniklinikums Jena sieht dafür drei Gründe: „Die patientenseitige
Nachfrage nach SAPV steigt, die meist von Hausarztpraxen getragenen
allgemeinen Versorgungsstrukturen vor Ort brechen weg und zudem ist es
finanziell attraktiv, auch leichte Fälle in die SAPV aufzunehmen.“

Regionale Versorgungsmodelle variieren stark

Die verschiedenen Formen ambulanter und stationärer Hospiz- und
Palliativversorgung werden regional sehr unterschiedlich in Anspruch
genommen. Auch Qualität, Kosten und Kosteneffektivität der Versorgung
variieren regional stark. Während im Zeitraum von 2016 bis 2021 z.B. in
Bayern 36,3 Prozent der palliativ versorgten Versicherten im Krankenhaus
verstarben, waren es in Westfalen-Lippe nur 23,2 Prozent. Dabei sticht der
Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe nicht nur bei
diesem Qualitätsindikator für gute palliative Versorgung hervor. Versorgte
Menschen erhalten dort in den letzten 30 Lebenstagen auch die wenigsten
belastenden Behandlungen, zu denen z.B. Rettungsdiensteinsätze,
Krankenhauseinweisungen, Intensivbehandlungen, Chemotherapien oder
künstliche Ernährung zählen - und das bei der im Vergleich höchsten
Kosteneffektivität.

Westfalen-Lippe: Wie machen die das?

Kennzeichnend für Westfalen-Lippe ist die integrierte Struktur der
ambulanten Palliativversorgung, die über einen besonderen
Versorgungsvertrag geregelt ist. Während anderswo allgemeine und
spezialisierte Palliativversorgung streng getrennt voneinander organisiert
und vergütet werden, gibt es in Westfalen-Lippe palliativmedizinische
Konsiliardienste. Sobald eine palliative Versorgung notwendig wird, können
diese die Hausärztinnen und Hausärzte in der Versorgung von Menschen am
Lebensende flexibel unterstützen. Die KV-weite Verbreitung und Bekanntheit
des Versorgungsvertrags fördert die Zusammenarbeit aller Beteiligten, z.B.
auch mit Rettungsdiensten und Pflegeheimen bei der Vermeidung unnötiger
Behandlungen. Der in die hausärztliche Versorgung integrierte
Konsiliardienst arbeitet zudem deutlich kosteneffektiver: So fällt in
Westfalen-Lippe je Fall nur ein Fünftel der Kosten an, die im
Bundesdurchschnitt für die SAPV zu verzeichnen sind.

Detailinformationen bis auf Kreisebene

Viele Kennzahlen des pallCompare Monitors sind bis auf Kreisebene sowie
nach Erkrankungen und Versorgungssetting differenzierbar. Sie zeigen
kleinräumige Unterschiede und Auffälligkeiten, z.B. die besonders große
Spanne innerhalb der Landkreise Thüringens bei Rettungsdiensteinsätzen im
letzten Lebensmonat von 26,8% im Saale-Orla-Kreis bis 46,5% im
Wartburgkreis. „Der Monitor macht auch deutlich, dass Palliativversorgung
dazu beitragen kann, dass Sterben seltener im Krankenhaus stattfindet,
dass der Palliativversorgungsgrad bei Patienten mit Krebs höher ist als
bislang bekannt, aber auch, dass zuhause palliativ versorgte Menschen
deutlich mehr belastende Therapien erhalten als solche im Pflegeheim“
ergänzt Prof. Dr. Ulrich Wedding von der Palliativmedizin des
Universitätsklinikums Jena weitere Befunde.

Effiziente Versorgung auch am Lebensende

Der demografische Wandel lässt den Bedarf an palliativer Versorgung
steigen und führt gleichzeitig zu sinkenden personellen Ressourcen dafür -
effiziente Versorgungsmodelle sind also unabdingbar. „Der pallCompare
Monitor und das integrierte Versorgungsmodell Westfalen-Lippe liefern
maßgebliche Hinweise, wie viele Menschen am Lebensende mit gutem Ergebnis
kosteneffektiv versorgt werden können“, so Antje Freytag. Um die
Evaluation der Palliativversorgung erweitern zu können, spricht sich ihr
Projektteam für eine Fortführung des Datenportals, das zunächst die
BARMER-Daten bis 2021 umfasst, und eine Ausdehnung der Datenbasis auf
weitere Krankenkassen aus.

  • Aufrufe: 43

Berufsbegleitendes Masterstudium an der Leuphana: Umwelt- und Energierecht

Um der Klimakrise zu begegnen und die Energiewende konsequent
voranzutreiben, ist fundiertes Wissen im Umwelt-, Energie- und
Ressourcenschutzrecht gefragt. Die Leuphana Universität Lüneburg bietet
auf diesem Feld den berufsbegleitenden Masterstudiengang
Nachhaltigkeitsrecht – Energie, Ressourcen, Umwelt (LL.M.) sowie als
Zertifikatsstudium Umweltrecht und Recht der Energiewende an. Die
Studienprogramme vermitteln juristisches Fachwissen zu einem breiten
aktuellen Themenspektrum: Klimawandel, Kohleausstieg, Umwelt- und
Naturschutz gehören ebenso dazu wie Mieterstrom, Biokraftstoffe oder
Netzregulierung. Bewerbungen für den Studienstart im Oktober sind noch bis
zum 15. August möglich.

Der dreisemestrige Master-Studiengang vermittelt neben klassischem
Umweltrecht auch das hochaktuelle Energie- und Ressourcenschutzrecht. Das
Angebot verbindet in einem fachübergreifenden Ansatz rechtliche
Kompetenzen mit Anwendungsperspektiven aus Umwelt- und
Naturwissenschaften, Ökonomie und Technik. Der Studiengang berücksichtigt
die speziellen Bedürfnisse berufstätiger Studierender, indem er
Präsenzveranstaltungen an Wochenenden mit flexiblen E-Learning-Angeboten
kombiniert.

Das Studienprogramm richtet sich vor allem an Bewerber mit
rechtswissenschaftlichem Hintergrund, eignet sich aber auch für
Akademiker*innen aus der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre, dem
Ingenieurwesen oder anderen fachnahen Studiengängen.

Interessierte können den Studiengang am 15. Juni beim digitalen Infotag
der Professional School oder am 18. Juni bei einer Online-
Infoveranstaltung von Prof. Dr. Thomas Schomerus näher kennenlernen.
Studiengangskoordinatorin Dr. Katrin Klitzke steht zudem für persönliche
Beratungsgespräche zur Verfügung (nachhaltigkeitsrecht@leuphana.de, Fon
04131.677-1304).

Weitere Informationen gibt es hier: http://www.leuphana.de/llm-
nachhaltigkeitsrecht

  • Aufrufe: 33

Urbane Produktion für lebendige Stadtzentren fördern und sichern

Neues Positionspapier aus der ARL 147 „Urbane Produktion fördern und
bewahren“ zeigt die Potentiale von urbaner Produktion (Handwerk,
Manufakturen, Landwirtschaft und Industrie) für eine nutzungsgemischte,
nachhaltige und sozial integrative Stadtentwicklung auf und gibt acht
konkrete Handlungsempfehlungen aus Sicht von Wissenschaft und Praxis, um
urbane Produktion in städtischen Zentren zu sichern und wieder zu stärken,
um diese lebendig zu gestalten.

Urbane Produktion was ist das und warum ist sie wichtig?

Eine produktive Stadt zeichnet sich durch Nutzungsmischung aus. Die Stadt
muss Raum für Wohnen, soziale und technische Infrastrukturen sowie
Arbeiten bieten. "Arbeiten" umfasst nicht nur Dienstleistungen, sondern
auch Produktion und Handwerk. Urbane Produktion ist ein wesentlicher
Bestandteil einer nachhaltig produktiven Stadt. Die Förderung und
Sicherung dieser Nutzungsmischung ist ökonomisch, ökologisch und sozial
wichtig. Nur so können Stoffkreisläufe und eine Stadt der kurzen Wege
entstehen. Zentren, die nur monofunktional genutzt werden, sind
unattraktiv. Erst durch eine gelungene Nutzungsmischung entsteht urbane
Dichte und städtisches Flair mit hoher Aufenthaltsqualität. Produzierende
Betriebe haben jedoch zunehmend Probleme Raum in der Stadt zu finden.

Das Positionspapier wurde von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis
erarbeitet. In zwei ganztägigen Workshops diskutierten die Mitglieder der
Arbeitsgruppe der ARL mit externen Expertinnen und Experten über Hemmnisse
und Lösungsansätze Urbaner Produktion. Durch die inter- und
transdisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und die externe
Expertise entstand wichtiges Synthesewissen. Die Praxisperspektive bezieht
sich vor allem auf Nordrhein-Westfalen. Die Herausforderungen und
Lösungsansätze sind jedoch weitestgehend auf alle Bundesländer
übertragbar.

Vorgestellt werden Lösungen und Handlungsansätze für die Sicherung und
(Re-)Integration der Produktionswirtschaft und des Handwerks in die
städtische Siedlungsstruktur, für den Umgang mit Nutzungskonflikten und
die Herausforderung die durch eine flächenschonende Nachverdichtung
entstehen. Die Empfehlungen richten sich an Entscheidungsverantwortliche
in Bund, Ländern, Kommunen, Planungsbüros und der Projektentwicklung, aber
auch an die Gesetzgeber, da auch rechtlicher Novellierungsbedarf
aufgezeigt wird.

Das Positionspapier aus der ARL 147 „Urbane Produktion fördern und
bewahren“ der ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-
Gemeinschaft ist für alle Interessierten kostenfrei zugänglich.


***
Die ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft ist ein
Netzwerk exzellenter Fachleute aus Wissenschaft und Praxis. Wir wollen
Räume nachhaltig entwickeln. Inter- und Transdisziplinarität prägen unser
Denken und Handeln.
arl-net.de // arl-international.com

  • Aufrufe: 45