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Eine Website mit WordPress erstellen: 5 einfache Tipps

Website mit WordPress Symbolbild
Website mit WordPress erstellen Symbolbild

Mehr als 60 % aller Websites basieren auf WordPress, einem sogenannten Content Management System (CMS). Die Software ist kostenlos und lässt sich auf verschiedene Bedürfnisse zuschneiden. Das heißt, dass man ebenso gut einen Blog wie eine Vereinswebsite oder einen Onlineshop mit WordPress erstellen kann.


Wie funktioniert WordPress?

Es gibt zwei WordPress-Varianten: WordPress.org ist eine Art kostenloses Tool, das man zum Erstellen einer Website nutzen kann. Anders als bei Homepage-Baukästen, bei denen bereits alles im Preis inbegriffen ist, benötigt man Folgendes, um eine WordPress-Website erstellen zu können:

  • eine Domain (also eine Internetadresse)
  • Webhosting (die Unterbringung auf einem Webserver)


Sowohl die Kosten für die Domain als auch die Kosten für das Webhosting werden auf Jahresbasis angerechnet. Dabei muss man den Vertrag nicht erneuern, da dies automatisch geschieht. WordPress.com hingegen ist ein typischer Baukasten mit allem Drum und Dran. Wenn man WordPress erwähnt, ist meist die kostenlose Variante gemeint.


Tipp 1: Domain und Hosting wählen

Für Domain und Webhosting muss man ein paar Euro monatlich zahlen. Kommen noch verschiedene kostenpflichtige Tools und Erweiterungen hinzu, ist man schnell bei einer hübschen Summe angekommen. Der Vorteil einer kostenpflichtigen Domain ist, dass sie professionell wirkt und von Suchmaschinen indexiert wird. Wer möchte, geht einen Schritt weiter und holt sich einen eigenen Server mit blitzschnellen Ladezeiten.


Tipp 2: WordPress installieren

Im Hosting-Verwaltungsbereich gibt es eine spezielle Navigationsleiste mit der Option, WordPress einzubinden. Die automatische Installation erfolgt direkt und unkompliziert, sodass man sofort loslegen kann. Bei einigen Hosting-Anbietern muss man WordPress manuell installieren, doch auch das ist schnell getan.


Tipp 3: Inhalte hochladen

Jetzt kommt der interessanteste Punkt, denn endlich kann man mit der Gestaltung der Website beginnen. Per Drag-and-Drop lassen sich Bilder, Texte und Videos einfügen. Einen hohen Stellenwert nehmen die sogenannten Themes ein. Das sind Vorlagen, die einer Website einen bestimmten Look verleihen. User haben die Möglichkeit, unter Tausenden solcher Themes zu wählen. Es ist ratsam, Inhalte systematisch zu organisieren


Tipp 4: Auf die URL-Struktur achten

Unter dem Begriff URL (Uniform Resource Location) versteht man die Webadresse einer jeden Unterseite. Für Besucher ebenso wie für Suchmaschinen ist es wichtig, dass die einzelnen URLs aussagekräftig sind. Bei der URL "muster.de/beispiel" sieht man sofort, worum es geht. Lautet die URL jedoch "muster.de/?p=123", fehlt jeglicher Bezug zum Inhalt.


Tipp 5: Die richtigen Plugins wählen

Ein Plugin ist eine optionale Softwarekomponente, die je nach Wunsch an die Grundversion von WordPress angeschlossen werden kann. Plugins funktionieren ähnlich wie Apps für Smartphones: Für alles gibt es ein Plugin. Dies ist auch der Grund, warum User in der Regel eine Vielzahl von Plugins herunterladen - und im Nachhinein ein blaues Wunder erleben. Schließlich wird mit jedem Plugin Code installiert, was unter anderem zu Sicherheitslücken oder einer längeren Ladezeit führen kann.


Fazit

WordPress ist die weltweit beliebteste Software zum Erstellen von Websites. Es handelt sich um ein kostenloses Content Management System, das sich mithilfe von Plugins erweitern lässt. WordPress muss auf einer bereits existierenden Domain installiert werden, damit User ihre Website neu gestalten können. Dies bietet eine flexible und skalierbare Lösung, um online Präsenz zu zeigen und individuelle Anforderungen technisch umfassend zu realisieren.

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Studentin stellte ihr erstes Buch vor – Inspiration fand sie an der HHN

Buchvorstellung von "ARGO: Zwischen Algorithmus und Herzschlag" war ein
voller Erfolg für Studentin Selina R. Solis.

• Das Publikum tauchte in die faszinierende Geschichte von Argo ein, einem
Roboter, der eine neue Welt entdeckt.

• Zum Schreiben beflügelt wurde Solis durch zwei Projekte an der
Hochschule: “Die HHN liest ‚Klara und die Sonne‘ von Kazuo Ishiguro“ und
„WORTSTATT Heilbronn an der HHN“.

Heilbronn Juni 2024. Fesselnd, vielschichtig und empathisch – mit diesen
Worten beschreibt Studentin Selina R. Solis ihr erstes Buch "ARGO:
Zwischen Algorithmus und Herzschlag“. Die 29-jährige Nordheimerin studiert
an der Hochschule Heilbronn (HHN) Verfahrens- und Umwelttechnik und wurde
dort auch zum Schreiben beflügelt: „Meine Beweggründe für das Verfassen
dieses Buches sind stark von der inspirierenden Welt und dem tiefgründigen
Inhalt des Romans "Klara und die Sonne" geprägt, der an der Hochschule im
Rahmen eines Projektes behandelt wurde. Das Werk hat mich dazu angeregt,
über ähnliche Themen wie Künstliche Intelligenz, Menschlichkeit und die
Beziehung zwischen Mensch und Maschine nachzudenken.“

Solis nahm auch mehrfach am Kurs „WORTSTATT Heilbronn an der HHN“ teil.
Eine erfolgreiche Kooperation mit dem Literaturhaus Heilbronn. HHN-
Angehörige haben dabei die Gelegenheit, mit Sprache(n) zu spielen und das
literarische Schreiben kennenzulernen. Begleitet werden sie dabei immer
von vielfach ausgezeichneten Autor*innen. „Innerhalb meiner Teilnahme an
diesen tollen Schreibwerkstätten sind tatsächlich auch die ersten Zeilen
meines Buches entstanden“, sagt Solis.

Am Sontheimer Campus war es dann soweit: Selina R. Solis stellte bei ihrer
Lesung ihr Buch vor und führte gemeinsam mit Dr. Melanie Gish
(Kulturreferentin der HHN im Geschäftsbereich Rektor) und Hannes Brünner
(Projektkoordinator „WORTSTATT Heilbronn im Dialog“, Literaturhaus
Heilbronn) durch den Abend. Rektor Oliver Lenzen eröffnete die Lesung und
deklarierte ihr Werk als „echtes Highlight, das aus der Beschäftigung mit
dem Roman ‚Klara und die Sonne‘ und der Kooperation mit dem Literaturhaus
hervorging.“

Das Publikum tauchte bei der Veranstaltung in die faszinierende Geschichte
von Argo ein, einem Roboter, der durch die einzigartigen Fähigkeiten
seiner blinden Gefährtin eine neue Welt entdeckt. Besonders emotional
wurde es, als Solis das vierte Kapitel vorlas, in dem es um die Fähigkeit
des Sehens geht. Dabei teilte sie Persönliches mit dem Publikum – das
Augenlicht zu verlieren sei in den letzten zwei Jahren ein Thema gewesen,
mit dem sie sich vor Kurzem wegen einer Augenerkrankung auseinandersetzen
musste. „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich meine Sehfähigkeit nicht
verloren habe. Aber mich beschäftigte die Frage nach dem ‚echten Sehen‘
und was es bedeutet.“
Solis verankert viele solche Fragen in ihrem Werk, mit denen sie neue
Perspektiven aufzeigen möchte: „Ich wünsche allen Personen, die sich für
mein Buch entscheiden, eine wahnsinnig schöne Reise mit Argo. Ich habe in
diesem Band all meine Gedanken niedergeschrieben, in der Hoffnung, dass
sie ebenfalls zum Nachdenken anregen.“

Über "ARGO: Zwischen Algorithmus und Herzschlag"

Lesende tauchen in die faszinierende Geschichte von Argo ein, einem
revolutionären Roboter, der durch die einzigartigen Fähigkeiten seiner
blinden Gefährtin eine neue Welt entdeckt. Als Argo sich in diese ihm
unbekannte Dimension begibt, wird nicht nur die faszinierende Herkunft des
Roboters enthüllt, sondern auch die Geheimnisse und Rätsel dieser neuen
Realität. Die besondere Bindung zwischen Argo und seiner blinden Gefährtin
wird zum zentralen Element, während sie gemeinsam eine Reise voller
Entdeckungen und Abenteuer in einer Welt der Künstlichen Intelligenz
antreten.

Näheres über die beiden Projekte, die Selina R. Solis inspiriert haben:

„WORTSTATT Heilbronn an der HHN“: Studierende und Mitarbeitende haben die
Gelegenheit, zusammen mit vielfach ausgezeichneten Autor*innen an drei
Samstagen die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Sprache(n) zu entdecken.
Das Angebot findet im Rahmen einer Kooperation mit dem Literaturhaus
Heilbronn und dem dort verankerten Projekt „WORTSTATT Heilbronn im Dialog“
statt. Ziel ist, dass Teilnehmende ihre Sprache(n) als vielseitiges
Instrument erfahren und Freude am literarischen Experimentieren mit ihr
erleben. Der Kurs wird bereits zum fünften Mal im Studium Generale der HHN
angeboten.

Die HHN liest „Klara und die Sonne“ von Kazuo Ishiguro: Seit September
2023 beteiligt sich die HHN als eine von bundesweit neun Hochschulen am
Programm „Eine Uni – ein Buch“, welches vom Stifterverband und der Klaus
Tschira Stiftung gefördert wird. Die Idee dahinter ist, dass die
Hochschule ein Buch bestimmt, über das debattiert werden soll. Die
Hochschulangehörigen sollen untereinander, aber auch mit der
Zivilgesellschaft ins Gespräch kommen – gelebte Campuskultur steht im
Fokus. Die HHN entschied sich für den Roman: „Klara und die Sonne“ von
Kazuo Ishiguro. Das Werk spielt in einer Zukunft, in der Künstliche
Intelligenz lange ihren Weg in den Alltag gefunden hat: Kinder leben mit
künstlichen Freunden und wachsen weitestgehend isoliert von ihren
Altersgenossen auf. Gesellschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten sind
genoptimierten Kindern vorbehalten.

Die Buchvorstellung von Selina R. Solis fand im Rahmen dieses Projektes
statt und bildete den Abschluss der Veranstaltungsreihe. Besucher*innen
konnten bei der Gelegenheit auch ein letztes Mal die dazugehörige
Ausstellung „HochschulART“ bewundern – eine erfolgreiche Kooperation mit
Schüler*innen des Heilbronner Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums.

--
Hochschule Heilbronn Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Die Hochschule Heilbronn (HHN) ist eine der größten Hochschulen für
Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt
liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier
Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall
bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und
Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN
bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge
Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre,
Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum
unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel
Unternehmertum.

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Neue Daten zeigen: Schmerzmedizin in Deutschland oft unerreichbar - Millionen Menschen mit Schmerz unterversorgt

Eine noch unveröffentlichte Analyse hat erstmals sämtliche Standorte teil-
und vollstationärer schmerzmedizinischer Angebote in Deutschland kartiert.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Für viele chronische Schmerzpatientinnen und
-patienten bleibt eine adäquate Versorgung unerreichbar. Auf der heutigen
Pressekonferenz zum Aktionstag gegen den Schmerz präsentierten Experten
der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. die wichtigsten Daten aus der
Studie und ordneten die Erkenntnisse daraus in die derzeitigen Pläne der
Krankenhausreform ein.

Chronisch Schmerzkranke sind oft stark in ihrer Mobilität eingeschränkt.
Die tägliche Fahrt zur Therapie wird zur unüberwindbaren Hürde, die die
ohnehin schon belasteten Patientinnen und -patienten zusätzlich erschöpft
und die Therapieerfolge konterkariert. „Viele Betroffene können ein
interdisziplinär multimodales Therapieangebot (IMST) nicht in Anspruch
nehmen, wenn sie zu weit weg wohnen, kein Auto haben, zu wenig Geld für
tägliche Anfahrten und Parkgebühren, keine angmessen Anbindung an den
öffentlichen Nahverkehr haben, oder schlichtweg im Rahmen ihrer Erkrankung
zu erschöpft sind, um häufige Fahrten zu schaffen“, gibt Professor Dr.
med. Frank Petzke, Präsidiumsmitglied der Deutschen Schmerzgesellschaft
e.V., zu bedenken. „Zur Überprüfung der realistischen Versorgungslage ist
es daher wichtig, Daten zu erheben, die nicht nur die
Versorgungsstrukturen, sondern auch realistische Erreichbarkeit
entsprechender Einrichtungen aus Patientenperspektive aufzeigen.“ Das sei
mit der aktuellen noch unveröffentlichten Studie gelungen.

Unerreichbare und zu wenige Therapiezentren – ein Versorgungsproblem

In der Untersuchung wurden für 1.000 Modellpatienten in Deutschland die
Fahrzeiten zu den nächstgelegenen schmerzmedizinischen Einrichtungen
analysiert. Hier ergaben sich besonders für teilstationäre Einrichtungen
wie Schmerztageskliniken und universitäre Schmerzambulanzen erschreckende
Zahlen. Insbesondere mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für 68 bis 75
Prozent der Betroffenen der Weg nur unrealistisch zu bewältigen.

Wesentliche Zahlen der Studie im Überblick:

•Universitäre Schmerzambulanzen: Etwa 48 km einfache Anfahrtsstrecke, bis
maximal 161 km. Für die Anfahrt mit dem Auto in 70 Prozent kritisch und in
49 Prozent nicht realistisch, bei Anreise mit ÖPV in 80 Prozent kritisch,
in 68 Prozent nicht realistisch.
•388 vollstationäre Einrichtungen (davon 259 mit >75 Patienten/Jahr
analysiert): Durchschnittlich 26 km vom Wohnort entfernt, mit Extremwerten
bis zu 244 km. Für Anfahrt mit dem Auto in 39 Prozent kritisch und in 14
Prozent nicht realistisch, bei Anreise mit ÖPV in 61 Prozent kritisch, in
48 Prozent nicht realistisch. Hier stellt sich auch das Problem der
Begründung für die Notwendigkeit einer vollstationären Behandlung, die
nicht für alle Patienten mit dringlichem Therapiebedarf gegeben ist.
Fehlende Erreichbarkeit von Alternativen ist keine ausreichende
Begründung.
•93 teilstationäre Schmerztageskliniken (fast die Hälfte davon liegt in
Bayern): Im Durchschnitt 51 km entfernt, maximal 237 km. Für Anfahrt mit
dem Auto in 68 Prozent kritisch und in 49 Prozent nicht realistisch, bei
Anreise mit ÖPV in 83 Prozent kritisch, in 75 Prozent nicht realistisch.
•1.089 ambulante spezialisierte schmerzmedizinische Einrichtungen: Im
Durchschnitt 13 Minuten bzw. 13 km entfernt.

Die ambulante, spezialisierte Basisversorgung ist bei weitem zahlenmäßig
nicht ausreichend, um die Menge der Schmerzpatienten ambulant
„aufzufangen“. Im Zuge der Versorgungsengpässe haben die kassenärztlichen
Vereinigungen die Fallzahlen in der Versorgung von niedergelassenen,
ambulant tätigen spezialisierten Schmerzmediziniern schon sehr großzügig
nach oben gesetzt – auch wenn dies die Behandlungsqualität einschränkt.
Rechnet man auf die  identifizierten Behandelnden diese erhöhten
Fallzahlen hoch, würde dies in Deutschland die Versorgung von maximal rund
einer halben Million Menschen mit chronischen Schmerzen ermöglichen. „Doch
tatsächlich haben wir bis zu  6 Millionen Betroffene, die eine
hochspezialisierte ambulante Schmerztherapie benötigen. Daran wird das
Versorgungsdefizit sehr deutlich“, erklärt Petzke, Leiter der Abteilung
Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum
Göttingen.. Zur oft schlechten Erreichbarkeit komme also noch das
mangelhafte Versorgungsangebot in der Fläche hinzu. Eine ambulante
leitliniengerechte Therapie ist somit oft nicht oder nur schwierig
umsetzbar. Insbesondere interdisziplinär ausgerichtete ambulante
Behandlungsangebote sind in der aktuellen Versorgungsstrultur gar nicht
vorgesehen. Bis zu 60 Prozent der aktuell niedergelassenen
Schmerztherapeutinnen und-therapeuten werden in den nächsten 10 Jahren aus
der Versorgung ausscheiden.

Auch die Krankenhausreform der Bundesregierung wird hier, wie es derzeit
aussieht, leider zu keiner positiven Veränderung beitragen. Im Gegenteil:
„Da Schmerz keine eigenen „Leistungsgruppe“ mit eigenen Vorhaltepauschalen
und einer Planungsperspektive in der aktuellen Krankenhausreform wird,
drohen insbesondere nötige spezialisierte Zentren weiter wegzufallen und
sich die ohnehin schon sehr ausgedünnte Versorgung für Schmerzpatientinnen
und -patienten weiter zu verschlechtern“, so  Petzke. Es fehlen gute
Versorgungsstrukturen und eine flächendeckende Schmerzexpertise.

Auf dieses Problem weist auch der aktuelle Beschluss des Deutschen
Ärztetages (Mainz 7.05. bis 10.05.2024) hin: „…in den Plänen der
Bundesregierung zur Klinikreform ist eine Förderung der spezialisierten
Schmerzmedizin bisher nicht vorgesehen. Eine interdisziplinäre
multimodale Schmerztherapie wird aktuell in rund 450 Kliniken
durchgeführt. Aktuell kommt es bereits zu Schließungen
schmerzmedizinischer Einrichtungen, Neuplanungen werden eingestellt (…)
Die teil- und vollstationäre schmerzmedizinische Versorgung ist ebenso
wie eine umfassende ambulante Betreuung unerlässlich für eine
Gewährleistung der Versorgungssicherheit von chronischen Schmerzpatienten
in Deutschland.“

„Die Zahl der Schließungen schmerzmedizinischer Einrichtungen und die
fehlende Planungsperspektive sind alarmierend in Anbetracht steigender
Zahlen von Betroffenen und der notwendigen Sicherung der Ausbildung
zukünftiger Schmerzspezialisten", kritisiert Petzke. „Wir fordern die
Bundesregierung, die Fraktionen des Deutschen Bundestags und alle an der
Krankenhausreform beteiligten Akteure auf Bundes- und Landesebene dazu
auf, die Strukturen der Schmerzmedizin zu stärken, statt zu schwächen“
ergänzt Petzke. „Dazu bedarf es unter anderem die Einführung einer eigenen
Leistungsgruppe der `Interdisziplinären multimodalen Schmerzmedizin‘ mit
entsprechenden Qualitätsvorgaben und Vorhaltepauschalen bei der
Krankenhausreform!“

Zur Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist mit über 3500 persönlichen
Mitgliedern die größte wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im
Bereich Schmerz in Europa. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist
Mitglied der IASP (International Association for the Study of Pain) sowie
der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften). Sie ist zudem die interdisziplinäre
Schmerzdachgesellschaft von derzeit 19 mitgliederstarken weiteren
medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Schmerz.
Diese Perspektive wird zudem erweitert durch die institutionelle
korrespondierende Mitgliedschaft der Vereinigung aktiver Schmerzpatienten
SchmerzLOS e. V. in der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.
Die Mitglieder der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. sind
interdisziplinär und interprofessionell aufgestellt und bestehen aus
Schmerzexpertinnen und -experten aus Praxis, Klinik, Psychologen, Pflege,
Physiotherapie u. a. sowie wissenschaftlich ausgewiesenen
Schmerzforscherinnen und -forschern aus Forschung, Hochschule und Lehre.

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Gegen den Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe: Hochschule qualifiziert internationale Akademiker*innen

Mit ‚Kipädplus‘ will die Evangelische Hochschule Freiburg ausländische
Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt der Kindheitspädagogik gewinnen.
Der erhebliche Fachkräftemangel in Arbeitsfeldern der Kindheitspädagogik
erfordert schnelles Handeln. Das neue Programm eröffnet den
internationalen Fachkräften attraktive Berufsfelder und soll in
Deutschland zur Entspannung der schwierigen Arbeitskräftesituation
beitragen. Es bereitet internationale Akademiker*innen aus Portugal,
Spanien und der Ukraine auf den Berufseinstieg in Deutschland vor und
ermöglicht ihnen eine Anpassung ihres ausländischen Hochschulabschlusses
an das deutsche System.

Das Programm Kipädplus wurde von Prof.in Dr.in Maike Rönnau-Böse
entwickelt und als eines von 25 Projekten in Deutschland ausgewählt.
Lediglich zwei dieser Projekte richten sich an den kindheitspädagogischen
Bereich. Rönnau-Böse ist Leiterin des Bachelor-Studiengangs
Kindheitspädagogik und organisiert in dieser Funktion internationale
Hochschulpartnerschaften, zum Beispiel mit der Escola Superior de Educação
de Paula Frassinetti, Porto und der die Universidad de Sevilla, Facultad
de Ciencias de la Educación.

Rönnau-Böse: „Mit den Hochschulen in Porto und Sevilla arbeiten wir seit
Jahren intensiv zusammen, unsere Studierenden wie Hochschullehrende der
Kindheitspädagogik nehmen an Austauschprogrammen teil, Studierende können
einzelne Semester im Ausland oder auch Praxisphasen absolvieren“.
Absolvierende der beiden Hochschulen in Porto und Sevilla gehören zur
Zielgruppe des Programms. Eine weitere Zielgruppe sind Akademiker*innen
aus der Ukraine, die bereits in Deutschland sind.

Ein zentraler Schwerpunkt des Programms ist die intensive Zusammenarbeit
mit der Praxis. Die Studierenden werden eng an eine Einrichtung im Feld
der Kindheitspädagogik gebunden. Die Praxisanleiter*innen, die die
Studierenden fachlich begleiten, werden von der Hochschule für die Bedarfe
der internationalen Akademiker*innen sensibilisiert, zum Beispiel durch
regelmäßige Informations- und Austauschtreffen. Dafür wird das bestehende
Netzwerk aus Praxiseinrichtungen der Hochschule erweitert und die
Kooperationen mit Vermittlungsstellen, wie der Arbeitsagentur, weiter
ausgebaut.

Fachspezifische Sprachkurse und Schreibwerkstätten sind weitere
wesentliche Bestandteile des Programms. Denn Tätigkeiten im pädagogischen
Arbeitsfeld sind mit einem hohen Sprachanteil verbunden. Die Studierenden
sollen sich zum Beispiel sicher an Teamsitzungen und Elterngesprächen
beteiligen können.

Individuelle Beratungsgespräche sollen den erfolgreichen Einstieg in den
Arbeitsmarkt sichern. Sie dienen der Klärung von Perspektiven und
Karriereinteressen. Am Ende des Praktikums werden diese Gespräche ergänzt
um eine Reflexion der Praxisphase und Rückmeldung der Anleitungspersonen.

Kipädplus hat auch für die Hochschule selbst und ihre
kindheitspädagogischen Studiengänge mehrere Vorteile: die
Studierendengruppen werden vielfältiger und das fördert den Umgang mit
Vielfalt als Perspektive auf die Realität und als Handlungsorientierung.
Studierende und Lehrende erleben andere, auch mehrere internationale
Perspektiven auf das Fach der Kindheitspädagogik, und können sich
professionell mit diesen auseinandersetzen.

Gefördert wird das Projekt mit 500.000 Euro vom Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesforschungsministerums (BMBF)
im Programm „Profi plus. Akademische Anpassungsqualifizierung für den
deutschen Arbeitsmarkt“.

Mehr Info zum Programm Kipädplus:
Das Programm ist von Wintersemester 2024 bis Sommersemester 2028 angelegt.
Es können jeweils drei Kohorten bis 15 Personen teilnehmen, d.h. max. 45
Personen in dem genannten Zeitraum.
Der Abschluss ist: B.A. Kindheitspädagogik, staatlich anerkannt
Die Absolvent*innen sind in allen Arbeitsfeldern der Kindheitspädagogik
einsetzbar.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.eh-freiburg.de/personen/maike-roennau-boese/

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