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1. Preis beim „aerokurier Innovation Award 2024“: Wasserstoff-Flugzeug der THWS ausgezeichnet

Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.)  THWS/Roland Oppelt
Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.) THWS/Roland Oppelt

Leichtflugzeug als Pionierprojekt zur Nutzung von Wasserstoff im Flug-
verkehr – THWS-Team plant vorläufige Flugzulassung für 2024

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat bei der
Luftfahrt-Messe „AERO 2024“ in Friedrichshafen ihr Leichtflugzeug Taifun
17 H₂ mit Brennstoffzellen-Antrieb präsentiert und beim „aerokurier
Innovation Award 2024“ den ersten Preis in der Kategorie Aviation
gewonnen. „Im letzten Jahr wurden wir auf der Messe AERO 2023 bereits mit
dem ,Sustainable Aviation Award 2023‘ ausgezeichnet.“, sagt Prof. Dr.
Johannes Paulus, Dekan der Fakultät Maschinenbau und Leiter des
Forschungsprojekts. „In diesem Jahr sind wir für die Weiterentwicklung
unseres Wasserstoff-Flugzeugs von der Redaktion der Fachzeitschrift
aerokurier für die Leserwahl ausgewählt worden. Bei der Leserwahl
konkurrieren etablierte Hersteller und Zulieferer aus der
Luftfahrtindustrie in mehreren Kategorien. Die Auszeichnung mit dem 1.
Preis ist für uns daher ein ganz besonderer Erfolg.“

Die Entwicklung einer ersten Version des Brennstoffzellen-Antriebsstrangs
für Flugzeuge erfolgte von 2021 bis 2023 im THWS-Labor für
Wasserstofftechnik im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten
Forschungsprojekts „HyFly“ mit einer Fördersumme von mehr als 1,1 Mio.
Euro. Ab 2022 begannen Studierende der THWS, den
Brennstoffzellenantriebsstrang in einen Reisemotorsegler zu integrieren.
Das THWS-Team verantwortet die Weiterentwicklung des Antriebssystems, die
Systemintegration in das Flugzeug und die Entwicklung weiterer Details bis
hin zur Erprobung im Reisemo-torsegler Taifun 17 H₂.

Das Wasserstoffsystem des zweisitzigen Flugzeugs besteht aus einem
Hochdruck-Wasserstofftank sowie der Wasserstoff-PEM-Brennstoffzelle mit
einer elektrischen Leistung von 50 kW. Der weitere Antriebsstrang baut
sich aus einem 6 kWh Li-Ionen-Hochleistungs-Akku als Pufferbatterie, einem
elektri-schen Laderegler, einem Elektromotor, einer selbstentwickelten
Systemsteuerung und einem elektrisch verstellbaren Propeller auf. Die
Taifun 17 H₂ besitzt eine Spannweite von 17 Metern, eine maximale
Flugmasse von 820 kg und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 205 km/h.

Durch die Verwendung von Solarenergie für die Elektrolyse kann zukünftig
der benötigte Wasserstoff direkt am Hangar emissionsfrei und kostengünstig
hergestellt werden.
„Damit wurde ein alltagstaugliches und wirtschaftliches Antriebssystem für
einen flugfähigen Reisemotorsegler auf Basis grüner Wasserstofftechnologie
entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Paulus. Nach der Messe sind weitere Boden-
tests geplant, um die vorläufige Verkehrszulassung (Permit to fly) vom
Luft-fahrt-Bundesamt zu erhalten.

Wasserstofftechnik an der THWS

Seit dem Wintersemester 2021 bietet die THWS den deutschlandweit einzig-
artigen Bachelorstudiengang Wasserstofftechnik an. Der Studiengang be-
handelt die Wasserstoffwertschöpfungskette von der klimaneutralen Was-
serstofferzeugung bis hin zu Wasserstoffnutzung in der industriellen
Produk-tion, zur Wärmeerzeugung oder für die Mobilität. Intensive
Betreuung der Studierenden, eine praxisorientierte Ausrichtung sowie viele
Praktika und Projekte zeichnen den Studiengang aus.

Beim „Tag der Wissenschaft“ am Freitag, 26. April, in Schweinfurt können
Interessierte die Taifun 17 H₂ sowie das Wasserstofflabor der THWS
besichtigen und mit den Studierenden und Professoren persönlich ins
Gespräch kommen.

Über die AERO-Messe

Auf der AERO-Messe in Friedrichshafen zeigen mehr als 650 Ausstellerinnen
und Aussteller aus 35 Nationen mehr als 500 Journalistinnen und Journalis-
ten sowie rund 35.000 Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt ihre
neuesten Entwicklungen. Präsentiert werden Segel- und Ultraleichtflugzeu-
ge, ein- und zweimotorige Kolbenflugzeuge, Flugzeuge mit Elektroantrieb,
Drohnen, Helikopter, Business-Jets sowie die Bereiche Avionik (alle
elektri-schen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes) und
Wartung.

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200 Flaschen Bier pro Kopf: Wissenschaftliche Fakten zum 30. Tag des Bieres

Dr. Margit Jekle ist Professorin für Lebensmitteltechnologie und pharmazeutisches Qualitätsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University.  SRH Fernhochschule
Dr. Margit Jekle ist Professorin für Lebensmitteltechnologie und pharmazeutisches Qualitätsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University. SRH Fernhochschule

Hopfen und Malz – Gott erhalt’s. Trotz rückläufigem Bierkonsum ist Bier
nach wie vor sehr beliebt bei den Deutschen. Am 23. April feiern wir des
Tag des Bieres und nehmen dies zum Anlass, um zu klären, was eigentlich
drin ist im Gerstensaft, wie der Geschmack zustande kommt und warum so
viele Menschen das Getränk so sehr lieben.

Deutschland. Wenn man im Ausland jemanden fragt, wie man sich Deutschland
vorstelle, werden dabei oft die gleichen Bilder umschrieben. Bier ist
eines davon und in der Tat gibt es in unserem Land eine sehr alte und
reiche Brautradition, eine Vielfalt lokaler Brauereien, unzählige
Biersorten und mindestens genau so viele Anlässe, um Bier zu konsumieren.

In der Tat gehören die Deutschen zu den größten Biertrinkern der Welt.
Auch wenn der Konsum seit einigen Jahren zurückgegangen ist, kamen wir im
Jahr 2020 laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes auf einen
durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 93,3 Litern. Das entspricht in
etwa 200 Flaschen Bier. Doch was macht sie aus, die Faszination zum
Gerstensaft? Wie bekommt man den Alkohol aus dem Bier und wie kann man mit
so wenigen Zutaten so viele Geschmäcker erzeugen? Dr. Margit Jekle ist
Professorin für Lebensmitteltechnologie und pharmazeutisches
Qualitätsmanagement. Im Interview beantwortet sie die spannendsten Fragen
rund ums Bier.

Was ist drin im Bier?

Jekle: „Gemäß dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 darf zur
Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden. Das
Reinheitsgebot gilt als die älteste, heute gültige lebensmittelrechtliche
Vorschrift der Welt. Deutsche Brauereien dürfen, im Gegensatz zu
internationalen Brauereien, daher keine Zusatzstoffe wie Aromen oder
Farbstoffe außer diesen vier Zutaten dazu geben, da sie ein geschütztes
„Traditionelles Lebensmittel“ herstellen.“

Wie ist es möglich, dass man mit so wenigen Zutaten so viele Geschmäcker
erzeugen kann?

Jekle: „Mit nur vier Zutaten 40 verschiedene Sorten Bier mit rund 7000
einzelnen Biermarken herzustellen erfordert kurz gefasst viel Fachwissen,
Zutatenqualitäten und verschiedenste Herstellungsprozesse. Bei
Schwarzbier, einem dunklen Vollbier, wird das Braumalz länger geröstet,
damit es die dunkle Farbe und Aromen nach Kaffee- und Kakaonoten erhält.
Das untergärige Pilsner Bier (Pils) hat im Vergleich zu anderen Biersorten
einen erhöhtem Hopfengehalt und bietet daher den herberen Biergenuss. Bei
Weizenbier werden die Biere mit einen höheren Weizengehalt (durch
Weizenmalz) hergestellt.“

Was macht gutes Bier aus?

Jekle: „Wie bei jedem Lebensmittel ist auch bei Bier der Geschmack sowie
alle weiteren sensorisch erfassbaren Qualitäten wie Schaumstabilität und
das Mundgefühl verschieden. Neben individuellen sensorischen Aspekten gibt
es bekannterweise auch regionale Unterschiede. So ist das beliebteste Bier
in Deutschland das Pils, während vor allem in Bayern und auch Baden-
Württemberg auch gerne Weißbier (Weizenbier) getrunken wird. Auch hier
gilt, dass die Zutaten und der Brauprozess wesentlichen Einfluss auf die
Qualität eines Bieres haben. Damit zeichnen die besten Biere auch gute
Brauer aus.“

Gibt es besondere Biere? Regionale Unterschiede?

Jekle: „Jeder, der in Köln einmal verweilte, kennt das Altbier, das
traditionell in schlanken, zylinderförmigen Gläsern, im Kölschglas oder
der Stange, serviert wird. Diese Variante wirkt für den Bayern eher
„zierlich“ der mit seinem 1L Maßbier gerne das süffige Helle trinkt.  Auch
hier zeichnet der Name die Herstellung aus. Beim Hellen wird von hellen
Lagerbieren gesprochen, die malzaromatisch und süßlich sind, zugleich aber
auch fruchtig-frisch. Also ja. Es gibt eine Vielzahl besonderer Biere und
regionaler Unterschiede.“

„Wie lange dauert der Brauprozess und kann man das wirklich auch in der
Badewanne machen?“

Jekle: „Der Brauprozess dauert in der Regel circa einen Tag. Und ja, der
Brauprozess könnte technisch, jedoch wohl mit Qualitätseinbußen, in der
Badewanne ablaufen. Der sich anschließende Lagerprozess dauert jedoch
Wochen bis Monate, bevor das Bier trinkbar ist und erfolgt in größeren
Tanks bzw. Fässern oder in der Flasche. Während der Lagerung reift der
Geschmack des Bieres und erwünschte Aromen bilden sich weiter auf.
Unerwünschte Aromen wie z.B. Diacetyl (Butteraroma) baut sich ab.
Weiterhin setzen sich während der Lagerung des Bieres Schwebstoffe am
Boden des Behälters ab und das Bier wird klarer (Klärung). Als weitere
Vorgang entwickelt sich Kohlensäure durch natürliche Nachgärung oder auch
Karbonisierung.“

Alkoholfreie Biere sind immer weiter auf dem Vormarsch. Doch wie
funktioniert das eigentlich? Wie bekommt man den Alkohol aus dem Bier?

Jekle: „Prinzipiell gibt es zwei Verfahren um den „Alkohol aus dem Bier zu
bekommen“. Zum einen wird nach einer normalen Bierherstellung inklusive
der Alkoholproduktion und einer Bierreifung im Lagertank der Alkohol im
Anschluss daran wieder aus dem Bier entzogen. Hierfür kann eine
Vakuumdestillation oder Membrantrennverfahren angesetzt werden. Durch das
Ansetzen eines Vakuums unter 50 °C kann der Alkohol schonend bei niedriger
Temperatur verdampft und so aus dem Bier herausgelöst werden. Dem Bier
wird so viel Alkohol entzogen, dass alkoholfreie Biere mit maximal 0,5%vol
Restalkohol vorhanden ist. Beim zweiten Verfahren, der gestoppten Gärung
wird der Brauprozess klassisch gestartet, also Hefe der Bierwürze
beigesetzt. Die Hefe verstoffwechselt den in der Würze vorhandenen Zucker
v.a. zu Alkohol. Bei der gestoppten Gärung wird die Gärung gemäß der
Bezeichnung bei einem Alkoholgehalt von maximal 0,5%vol gestoppt, indem
die Würze kurz stark erhitzt wird. Die Temperatureinwirkung inaktiviert
die Hefe und die Hefe kann keinen weiteren Zucker mehr in Alkohol
umwandeln. Da bei diesem Prozess mehr Zucker im Bier vorhanden ist, da die
Hefe diesen Zucker nicht in Alkohol umwandeln konnte, wie beim ersten
Verfahren, schmeckt das Bier auch deutlich süßer.“

Was ist der Unterschied zwischen Pils und Weizen?

Jekle:“ Biere werden grundsätzlich ich zwei Kategorien aufgeteilt, und
zwar in obergärig und untergärige Biere. Die Bezeichnung klingt zunächst
etwas sperrig, jedoch gibt es einen ganz einfachen Unterschied, und zwar
liegt der in der Hefe. Um aus der Bierwürze und dessen Zucker durch Gärung
Alkohol entstehen zu lassen, wird Hefe zugesetzt. Prinzipiell kann man die
Hefe unterscheiden in obergärige und untergärige Hefe. Daher auch die
Bezeichnung von unter- und obergärigem Bier. Die obergärige Hefe bildet
bei der Hefevermehrung Sprossverbände die verbunden bleiben und durch
aufsteigende Kohlensäure im Bier noch oben treiben. Demnach liegt die Hefe
bei der Gärung oben auf, also OBERgärig. Die untergärige Hefe bleibt
während der Gärung nicht verbunden und setzt sich unten am Boden ab.
Demnach UNTERgärig Die obergärige Hefe benötiget im Übrigen für die Gärung
wärmere Temperaturen als die untergärige Hefe, die bei niedrigeren
Temperaturen aktiv ist. Warum nun diese Ausführung? Pils schmeckt
intensiver nach Hopfen und ist bitterer als Weizenbier, es ist ein
untergäriges Bier. Weizenbier hingegen ist ein obergäriges Bier, wie auch
Kölsch oder Alt. Weizenbier verdankt seinen Namen im Übrigen seinen
Inhaltsstoffen. So wird bei der Herstellung von Weizenbier mit einem
höheren Anteil an Weizenmalz gebraucht im Vergleich zu Pils. Typisch für
Weizenbier ist auch sein weiches Geschmacksprofil und einer fruchtigen
oder würzigen Frische. Einige Weizenbiere zeichnen auch die Besonderheit
aus, dass sie Bananen- oder Nelkenleitaromen aufweisen. Diese Aromen
werden neben der alkoholischen Gärung durch spezifische Hefestämme
gebildet. Auch zeichnet die höhere Weizenmenge im Weizenbier das eher
cremigere und vollere Mundgefühl beim Trunk, durch eine erhöhte Viskosität
des Bieres, aus.“

Und noch eine Frage zum Abschluss: Warum überhaupt Bier? Das ist doch
bitter! Wieso stehen da so viele drauf?

Jekle: „Bier gilt als eines der ältesten alkoholischen Getränke. Getreide
wurde gesammelt und zufällig mit Wasser stehen gelassen bis durch eine
Spontanfermentation (Hefen gibt es überall, auch in der Luft) diese
Maische nach einigen Tagen zu gären begonnen hat. Aktuellen Daten nach
soll das Bier älter als 9000 Jahre sein. Die Hintergründe zur Beliebtheit
sind vielzählig. Zum einen war und ist Bier nahrhaft durch den
Getreideanteil. Diesen Vorteil nutzten gerade Klöster im Mittelalter
während der Nahrungseinschränkungen in der Fastenzeit. So wurde die Regel
übertragen „Was flüssig ist, bricht kein Fasten“.  Daher rührt auch die
Herkunft der Starkbiere. Weiterhin konnten einige krankheitserregende
Keime durch den Alkoholgehalt im Getränk reduziert werden. Trinkwasser war
oftmals mit Fäkalien verunreinigt. Somit war Bier damals, zumindest in
Teilen und mikrobiologisch gesehen, das „gesündere“ Getränk. Auch wurde in
manchen Epochen Bier als Medizin ausgelobt. Und natürlich war die
berauschende Wirkung von Alkohol schon jeher für den Menschen
interessant.“

Und daran wird sich auch in naher Zukunft so schnell nichts ändern. In dem
Sinne: Zum Wohl!

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Virtuelle Gebete, Online-Beichtstühle und Fatwas im Internet

Plakat zur Podiums- und Vortragsreihe „Religiöse Praxis im digitalen Wandel“  Exzellenzcluster „Religion und Politik“
Plakat zur Podiums- und Vortragsreihe „Religiöse Praxis im digitalen Wandel“ Exzellenzcluster „Religion und Politik“

Exzellenzcluster „Religion und Politik“ befasst sich im Sommersemester mit
dem digitalen Wandel religiöser Praxis – Podiums- und Vortragsreihe
„Religiöse Praxis im digitalen Wandel“ startet am 30. April –
Podiumsdiskussion bringt Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft ins
Gespräch mit religiösen Akteuren

Ob virtuelle Gebete, Online-Beichtstühle oder Fatwas im Internet: Mit
Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels für
Religionsgemeinschaften befasst sich der Exzellenzcluster „Religion und
Politik“ der Universität Münster im Sommersemester des Themenjahres „Die
Digitalisierung der Religion“. Am 30. April startet eine Podiums- und
Vortragsreihe unter dem Titel „Religiöse Praxis im digitalen Wandel“, die
neue religiöse Formen in Web und Social Media, Apps und KI aus
verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wie Kommunikationswissenschaftler
Thorsten Quandt vom Exzellenzcluster ankündigte. „Religion und digitaler
Wandel werden häufig als Gegensatz betrachtet. Doch religiöse
Organisationen, Autoritäten und Gruppierungen gehen ganz unterschiedlich
mit den Möglichkeiten der Digitalisierung um: Das Spektrum reicht von
einem widerständigen Verharren im Analogen bis zum umfassenden Einsatz
neuer digitaler Mittel.“

„Manche Religionsgemeinschaften sehen vor allem die Herausforderungen oder
gar Gefahren, die sich durch eine mögliche Auflösung etablierter
Strukturen und die Konkurrenz durch neue religionsähnliche Sinnsysteme in
der digitalen Welt ergeben“, erläutert Thorsten Quandt. „Andere betonen
dagegen die Chance für Kirchen und religiöse Gemeinschaften, mit digitalen
Mitteln neuen Raum für Begegnungen und religiöse Teilhabe zu erschließen.
Digital übertragene Gottesdienste und Gebete, personalisierte Online-
Auskünfte zur korrekten Interpretation religiöser Quellentexte, die
automatisierte Beratung in spirituellen Fragen sowie Online-Beichtstühle
und religiöse Chatgruppen sind nur einige der neuen Möglichkeiten, mit
denen Religionsgemeinschaften innovative Formen von Teilhabe und
Zugehörigkeit erschließen.“

Auf dem Podium am 25. Juni diskutieren die Technikphilosophin und
katholische Theologin Anna Puzio, der Pressesprecher der Deutschen
Bischofskonferenz Matthias Kopp, die Islamwissenschaftlerin Natalie
Kraneiß und der evangelische Theologe Gerald Kretzschmar. Der Historiker
Marcel Bubert führt in die Veranstaltung ein. Die Moderation des Abends
übernimmt Joachim Frank vom Kölner Stadt-Anzeiger. Die Podiumsdiskussion
sowie die Vorträge am 30. April und am 7. Mai finden in Raum JO 1 im
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters (Johannisstraße 4, 48143 Münster)
statt. Eine Teilnahme per Videoplattform Zoom ist nach einer Anmeldung
unter veranstaltungenEXC@uni-muenster.de möglich.

Wie verschiedene religiöse Organisationen mit den Herausforderungen des
digitalen Wandels umgehen, ist die zentrale Frage der Podiumsdiskussion.
„Religionsgemeinschaften befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen
Tradition und Innovation“, erläutert Historiker Marcel Bubert, der an
diesem Abend in die Veranstaltung einführt. „Neue digitale Möglichkeiten
können zwar einerseits genutzt werden, um Gläubige zu mobilisieren und
neue Formen religiöser Teilhabe zu ermöglichen, aber sie können auch als
Gefahr für konventionelle rituelle und religiöse Praktiken wahrgenommen
werden.“

Die Vorträge der Reihe nähern sich dem digitalen Wandel religiöser Praxis
ebenfalls aus unterschiedlichen Perspektiven. „So stellt der
Sozialanthropologe Martin Slama die Frage, welche Rolle die Nutzung
sozialer Medien durch Musliminnen und Muslime bei der Veränderung
religiöser Praxis in Indonesien spielt“, erläutert Sozialanthropologin
Dorothea Schulz, die in den ersten Vortragsabend einführt. „Der
evangelische Theologe Thomas Schlag beleuchtet in seinem Vortrag dagegen
die Auswirkungen religiöser Transformationsphänomene, etwa auf die
öffentliche Präsenz religiöser Organisationen, sowie die neuen
Anforderungen, die sich daraus für religiöse Gemeinschaften ergeben.“
(fbu/pie/vvm)

Vorträge:
30. April 2024, 18.00 Uhr – Muslim religious practice and social media in
Southeast Asia
Martin Slama (Sozialanthropologe, Österreichische Akademie der
Wissenschaften, Wien)

07. Mai 2024, 18.00 Uhr – Tradition – Innovation – Transformation.
Beobachtungen zur öffentlichen Religionspraxis in postdigitalen Zeiten
Thomas Schlag (evangelischer Theologe, Universität Zürich)

Podiumsdiskussion:
25. Juni 2024, 18.00 Uhr – Religiöse Praxis im digitalen Wandel. Neue
Herausforderungen für Kirchen und Religionsgemeinschaften
Matthias Kopp (Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn),
Natalie Kraneiß (Islamwissenschaftlerin, Universität Münster), Gerald
Kretzschmar (evangelischer Theologe, Universität Tübingen), Anna Puzio
(Technikphilosophin und katholische Theologin, Universität Twente)

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DZD-Forscher Robert Wagner mit Werner-Creutzfeldt-Preis ausgezeichnet

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hat den DZD-Forscher Prof. Dr.
med. Robert Wagner mit dem Werner-Creutzfeldt-Preis ausgezeichnet. Die
Fachgesellschaft ehrt mit dem Preis seine außerordentlichen Leistungen auf
dem Gebiet der Erforschung der Pathogenese des Prädiabetes und
Typ-2-Diabetes aus unterschiedlichen Aspekten des Organ-Crosstalks. Die
Verleihung findet im Rahmen des diesjährigen Diabetes Kongresses (8.-11.
Mai) in Berlin statt.

Prof. Wagner leitet beim DZD-Partner Deutsches Diabetes Zentrum in
Düsseldorf die Arbeitsgruppe “Klinisches Studienzentrum” und ist
W3-Professor für klinisch-diabetologische Stoffwechselforschung an der
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der wissenschaftliche Fokus der
Arbeit von Prof. Wagner liegt in der klinisch-translationalen Erforschung
der Pathogenese des Typ-2-Diabetes und seiner Komplikationen. Einer seiner
Schwerpunkte ist das Verstehen der Heterogenität des Diabetes, die
perspektivisch zur Entwicklung von präzisionsmedizinischen Ansätzen zur
Vermeidung von späten Komplikationen führen wird.

Heterogenität des Prädiabetes
Seine Forschung führte zu wichtigen Erkenntnissen über die Heterogenität
des prädiabetischen Stoffwechsels. So konnte er zeigen, dass es sechs
Subtypen des Prädiabetes gibt, die sich in der Krankheitsentstehung, dem
Risiko für Diabetes und der Entwicklung von Folgeerkrankungen
unterscheiden.

Die Erkenntnisse basieren auf Daten von 899 Diabetes-gefährdeten, aber
noch nicht erkrankten Personen, die über 25 Jahre an der Tübinger
Familienstudie und der Studie des Tübinger Lebensstilprogramms des DZD-
Partners Institut für Diabetes und Metabolismus Forschung (IDM),
teilnahmen. Auf Basis von oralen Glukose-Toleranztests, Magnetresonanz-
Messungen des Körper- und Leberfetts sowie genetischen Untersuchungen
identifizierte Wagner zusammen mit seinem Team drei Prädiabetes-Subtypen,
die ein eher geringes Risiko für Typ-2-Diabetes haben – aber auch drei
Subtypen mit hohem Progressionsrisiko. Letztere entwickeln auch häufiger
schwere Verläufe und Folgeerkrankungen.

Auf dem Weg in eine präzisere Diabetologie
Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, die sehr unterschiedlich verläuft.
Gemeinsam mit DDZ-Forschenden wandte Wagner einen innovativen Algorithmus
an, um Menschen mit Typ-2-Diabetes anhand von Routinedaten zu
stratifizieren und so die stoffwechselbedingte Vielfalt einer Diabetes-
Erkrankung darzustellen.
Diese Erkenntnisse zur Subtypisierung des Diabetes und des Prädiabetes
könnten künftig dazu beitragen, individuelle Risiken und Verläufe des
Typ-2-Diabetes besser und frühzeitiger beurteilen zu können. Eine
praktische Anwendungsmöglichkeit wäre, auf die einzelnen Subtypen
zugeschnittene Überwachungs-, Präventions- und Therapieprogramme zu
etablieren.

Werner-Creutzfeldt-Preis
Den Werner-Creutzfeldt-Preis vergibt die DDG für herausragende Arbeiten
auf dem Gebiet der Pathophysiologie und Therapie des Diabetes mellitus an
deutschsprachige forschende Medizinerinnen und Mediziner.  Der von der
Firma Lilly zu Ehren und im Gedenken an Prof. Dr. med. Dr. h. c. Werner
Creutzfeldt initiierte und geförderte Preis wurde zum ersten Mal im Jahre
2007 vergeben. Der Preist ist mit 10.000 € dotiert.

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