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Anmeldeschluss in zwei Tagen Bundespräsident und DBU laden zur „Woche der Umwelt“

Der Countdown läuft: In zwei Tagen ist für Bürgerinnen und
Bürger Anmeldeschluss für die kostenlose Teilnahme an der „Woche der
Umwelt“ auf Einladung des Bundespräsidenten und der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU). Wer im Park von Schloss Bellevue am Amtssitz
von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diese Innovationsschau mit
Ideen und Lösungen für mehr Umweltschutz live erleben will, muss sich bis
zum 15. Mai unter folgendem Link anmelden: www.dbu.de/anmeldung-wdu.

„Fundgrube an herausragenden Projekten für den Schutz der Erde“

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde verspricht „ein spannendes Angebot für
Diskussion und Informationen“. Neben einem breitgefächerten Programm auf
Haupt- und Fachbühne und in rund 70 Fachforen sei die „Woche der Umwelt“
geprägt von den rund 190 Ausstellenden aus ganz Deutschland. „Sie alle
präsentieren eine Fundgrube an herausragenden Projekten, Technologien und
Geschäftsideen, die uns beim Schutz von Klima und Natur voranbringen.“ Die
Ausstellenden, so Bonde, „zeigen, was alles in der Praxis möglich ist“.

Vision: Wasserstoffproduktion auf hoher See

In die Liste solcher Vorhaben reiht sich an Stand 74 ein Unterfangen ein,
das derzeit noch nach Science Fiction anmutet und bei dem sich alles um
Wasserstoff dreht – einem Hoffnungsträger der Energiewende: „H2Mare“ ist
eines von drei seitens des Bundesforschungsministeriums geförderten
sogenannten Leitprojekten. „Und ein Beispiel dafür, wie sehr es bei der
Transformation zu mehr Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschutz auch
auf das Zusammenspiel von Forschung und Industrie ankommt“, sagt der DBU-
Generalsekretär. Expertinnen und Experten aus beiden Bereichen tüfteln an
der Vision, auf hoher See das Potenzial des Windes zu nutzen – um damit
einen noch zu entwickelnden Windturbinentyp samt neuartigem Elektrolyseur
zu speisen. Außerdem wird die Erzeugung von Wasserstoff-Folgeprodukten auf
festen oder schwimmenden Plattformen erforscht.

Schlaglicht auf einen Schlüsselsektor zur Senkung von Treibhausgasen

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wirft an Stand 108
ein Schlaglicht auf einen Schlüsselsektor, der eine zentrale Rolle spielt,
um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) zu
senken. Die rund 21,4 Millionen Gebäude in Deutschland, darunter ungefähr
zwei Millionen sogenannte Nichtwohngebäude, verursachen hierzulande etwa
40 Prozent der laut Umweltbundesamt-Statistik des Jahres 2022 bundesweit
rund 746 Millionen Tonnen THG-Emissionen. Hauptursache für den hohen
Anteil des Gebäudesektors ist der deutschlandweit immense Altbestand:
Nahezu zwei Drittel der Gebäude wurden vor 1977 errichtet, bevor eine
Wärmeschutzverordnung die Dämmung von Dächern, Decken und Wänden
vorschrieb. „Wir müssen Tempo machen bei der Sanierung“, so Bonde. Auf der
„Woche der Umwelt“ bietet der DGNB-Stand neben Einspartipps auch einen
großen Wissensschatz und Praxisbeispiele für nachhaltiges Bauen.

Mit Lasertechnologie weniger Pestizideinsatz

Dass es bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht allein um den
schlagkräftigen Einsatz gegen die Klima-, sondern auch gegen die
Biodiversitätskrise geht, zeigt das Laser Zentrum Hannover (LZH) am Stand
50: Das niedersächsische Unternehmen stellt ein Verfahren zum Lasereinsatz
im Pflanzenschutz vor. Denn das LZH hat eine Methode entwickelt, mit der
punktgenau mittels eines hauchdünnen Laserstrahls Unkraut und auch
Schädlinge bekämpft werden können. Künstliche Intelligenz sorgt für die
Lasersteuerung. Das Ziel: Der Einsatz chemischer und oft umweltschädlicher
Pestizide soll minimiert oder gar vermieden – und ein Beitrag zum Erhalt
der Artenvielfalt geleistet werden.

Erfindergeist in der Stahlbranche auf dem Weg zur Klimaneutralität

Ebenfalls aus Niedersachsen stammt eine Ausstellerin, deren Erfindergeist
die äußerst energieintensive Stahlbranche auf dem Weg in eine
klimaneutrale Stahlproduktion beflügeln – und bundesweit zum Modell werden
könnte: Die Georgsmarienhütte Holding GmbH (GMH Gruppe) ist am Stand 82 zu
finden, wo sie nach eigenen Worten den Besucherinnen und Besuchern mit
„Leidenschaft für Nachhaltigkeit“ und „Agilität eines Mittelständlers“
demonstrieren will, wie wichtig Wirtschaft bei der Energiewende wird: „Wir
wollen 2039 nahezu klimaneutral Stahlerzeugnisse produzieren“, setzt sich
das Unternehmen ein ambitioniertes Ziel. Und: „Bereits heute sparen wir
durch elektrische Schmelzprozesse 80 Prozent der CO2-Emissionen im
Vergleich zur konventionellen Stahlherstellung ein“, so die GMH Gruppe.
„Diese und all die anderen insgesamt rund 190 Ausstellenden sind eine
echte Inspiration und Mutmacher, wie man den notwendigen Wandel zu einer
nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise schaffen kann“, sagt der DBU-
Generalsekretär. „Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich auf der
,Woche der Umwelt‘ eine einmalige Gelegenheit, solche Innovationen und
Ideen hautnah zu erleben – noch dazu im besonderen Ambiente im Park von
Schloss Bellevue“, so Bonde weiter.

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Olympiasieger C.Harting im Podcast ‚Raus aus der Depression‘:"Einsicht, dass man Hilfe braucht, war unglaublich schwer"

In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Raus aus der Depression“ von NDR
Info und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
spricht Diskus-Olympiasieger Christoph Harting mit Entertainer und
Stiftungs-Schirmherr Harald Schmidt über seine Depression und den schweren
Weg in Hilfe: "Dann kam der arrogante Sportler raus: 'Ich habe keine
Kopfprobleme. Ich setze mich im Wettkampf nur mit meinen Gegnern
auseinander und habe eine starke Psyche. Das habe ich auch unter Beweis
gestellt.' Die Einsicht, dass man Hilfe braucht, war unglaublich schwer."
Nach einer Panikattacke im Training wandte er sich schließlich an eine
Psychologin am Olympiastützpunkt.

Hamburg/ Leipzig, 13.5.2024 – In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Raus
aus der Depression“ von NDR Info und der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention spricht Diskus-Olympiasieger
Christoph Harting mit Entertainer und Stiftungs-Schirmherr Harald Schmidt
über seine Depression. Im Podcast beschreibt Harting, wie er vor drei
Jahren merkte, dass er Hilfe braucht: „Ich war beim Wurftraining und habe
versucht, die Bewegung abzurufen, die ich seit 20 Jahren jeden Tag
trainiere. Sobald ich in die Nähe des Rings gegangen bin, ist mein Puls
dermaßen nach oben geschnellt, dass ich Angst hatte, den Ring zu betreten.
Ich habe versucht, mich durch die Situation durch zu quälen und mich
selbst zu besiegen. Ich stand da und habe das Gerät fallen lassen, bin
zusammengesackt und habe gesagt ‚Ich muss hier raus‘. Ich hatte quasi
meine erste Panikattacke“. Sich Hilfe zu holen sei ihm nicht leicht
gefallen: „Es war ein schwieriger Schritt, sich selbst und anderen
einzugestehen, dass man ohne Hilfe nicht weiterkommt. Es auszusprechen,
macht es real. In dem Moment war es die Mammutaufgabe“, so Harting.
Zunächst habe er sich an die Psychologin am Olympiastützpunkt gewandt, die
ihn dann weitervermittelt habe. Geduld für die Behandlung mit Medikamenten
und Psychotherapie aufzubringen, sei anfangs eine Herausforderung für ihn
als Leistungssportler gewesen. „Wir Sportler wollen ja nicht krank sein.
Alles was länger als 14 Tage dauert, geht in die Unmöglichkeit, sich diese
Zeit zu geben. Wenn dann ein Arzt zu dir sagt, du hast ein Problem und wir
müssen da ein bis anderthalb Jahre dran bleiben, auch mit Medikamenten.
Das hat überhaupt nicht in mein Weltbild gepasst“, erzählt Harting
rückblickend. Inzwischen geht es Harting wieder besser und er wird bei den
Olympischen Spielen 2024 in Paris erneut antreten.

Der Podcast „Raus aus der Depression“ mit Christoph Harting wird am
Montag, 13. Mai 2024, in der ARD-Audiothek und auf den gängigen Podcast-
Plattformen veröffentlicht. Am Sonntag, den 20. Mai, ist das Gespräch um
12:33 Uhr zudem im Radioprogramm von NDR Info zu hören.

Etliche prominente Gäste sprachen bereits über ihre Erfahrung mit
Depression

Im gemeinsamen Podcast von NDR Info und der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention begrüßt Entertainer Harald Schmidt
bereits seit 2021 als Gastgeber prominente Gäste, die ihre persönlichen
Erfahrungen mit der Erkrankung Depression teilen. In den bisherigen 28
Folgen waren unter anderem Paralympics-Silbermedaillengewinner Mathias
Mester, Comedian Hazel Brugger, Komiker Torsten Sträter, der ehemalige
Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Autorin Jasmin Schreiber oder
Moderatorin Sophie Passmann zu Gast. Über Ursachen, Auslöser und
Behandlungen der Depression klärt im zweiten Teil jeder Folge Prof. Ulrich
Hegerl auf. Er ist Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und
Suizidprävention, hat die Senckenberg-Professur an der Universität
Frankfurt/M. inne und verfügt als Psychiater über langjährige Erfahrung in
der Behandlung von depressiv erkrankten Menschen.

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Am Sonntag, 12. Mai, ist „Tag der Pflege“: HSBI-Studentin gibt Einblicke in ihr Pflege-Studium

Pflegefachkräfte gehören zu den wichtigsten Berufsgruppen unserer
Gesellschaft. Pflege von älteren Menschen, Kindern oder erkrankten
Personen – ambulant oder stationär? Ohne pflegerische Unterstützung geht’s
oft nicht. Die HSBI bietet diverse Studiengänge zur Pflege an. Dabei
absolvieren Studierende in acht Semestern mit dem Bachelorstudium auch
eine Berufsausbildung. Erika Reiswich ist eine von ihnen. Passend zum Tag
der Pflege am 12. Mai erzählt sie von ihrem Alltag zwischen Campus und
Klinik.

Bielefeld (hsbi). Der 12. Mai ist der „Internationale Tag der Pflege“ im
Gesundheitswesen. Wenn man mit und am Menschen arbeitet, ist vor allem
eines wichtig: Die Praxis. Die 22-jährige Erika Reiswich studiert
ausbildungsintegriert Pflege am Fachbereich Gesundheit im sechsten von
insgesamt acht Semestern. Ausbildungsintegriert bedeutet, dass sie nicht
nur die Theorie in Vorlesungen und Seminaren am Campus in Bielefeld lernt,
sie absolviert auch eine Berufsausbildung zur Pflegefachfrau, um die
vielfältigen Einsatzmöglichkeiten kennenzulernen.

Ein Tag in der Praxis: Übergabe, Blutdruckmessen und OP-Vorbereitungen

4.30 Uhr: Erika Reiswichs Wecker klingelt. Dann geht’s für die Studentin
aus dem Bett, damit sie pünktlich um 6 Uhr den Frühdienst antreten kann.
Im Krankenhaus angekommen schlüpft sie erst mal in ihren Kasack, die
Dienstkleidung des Pflegepersonals. Mit dem ersten Kaffee in der Hand geht
es direkt zur Übergabe vom Nachtdienst an den Frühdienst. Die dauert meist
30 bis 45 Minuten und so bekommt Reiswich alle wichtigen Informationen zu
den aktuell stationär behandelten Patienten.

7.00 Uhr: Zusammen mit einer Fachkraft geht’s los zu den Patient:innen.
Pflegepersonen überprüfen die Vitalzeichen, dazu zählen Blutdruck, Puls,
Temperatur, Atemfrequenz und Bewusstsein. Sie kontrollieren und
verabreichen Medikamente, führen Verbandswechsel durch, kümmern sich um
Infusionen, Perfusoren, Drainagen und Katheter – also sämtliche Zu- und
Ableitungen. Sie unterstützen bedürfnis- und bedarfsgerecht bei der
Körperpflege und Nahrungsaufnahme. Je nach Station und Fachbereich
bereiten sie Personen auch auf Operationen und Eingriffe vor oder holen
sie nach den Eingriffen von der Intensivstation ab. Fortgeschrittene
Studierende übernehmen komplexere Aufgaben wie Blutzucker messen, Insulin
spritzen, Infusionsvorbereitung oder auch die  Versorgung und das
Verbinden von Wunden.

14.00 Uhr: Schichtwechsel. Hier folgt eine erneute Übergabe, bei der die
junge Studentin die Patient:innen an den Spätdienst übergibt. Sie
informiert ihre Kolleg:innen über Abläufe und Besonderheiten aus ihrer
Schicht. Danach zieht sie sich um und macht sich auf den Weg nach Hause.
Um selbst fit zu bleiben, darf ein wenig Entspannung nicht fehlen: „Je
nachdem, wie der Dienst so verlief, gönne ich mir nach der Arbeit ein
kleines Mittagsschläfchen, treibe Sport, lese und entspanne mich einfach
nur.“

2.300 Stunden Praxiseinsätze in acht Semestern

Doch nicht nur in Krankenhäusern werden Pflegepersonen gebraucht. 2.300
Stunden Praxis absolvieren Studierende im ausbildungsintegrierten
Studiengang Pflege. 2.300 Stunden, die sie abwechselnd in der stationären
Akutpflege im Krankenhaus, in der stationären Langzeitpflege wie in
Altenheimen oder Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung oder in
der ambulanten Pflege verbringen. Weitere Stationen sind die pädiatrische
und psychiatrische Pflege. Die Einsätze werden mal blockweise und mal
gestückelt auf die Semester verteilt. Die Zeiträume reichen von zwei bis
sieben Wochen am Stück. Allerdings gibt es auch Semester, in denen die
Studierenden ausschließlich an der Hochschule sind. Und wiederum Semester,
die überwiegend aus Praxiseinsätzen bestehen. Für Erika Reiswich ist das
die richtige Mischung. „Das gefällt mir so an der Pflege. Es gibt die
unterschiedlichsten Bereiche und alle haben einen anderen Fokus.“

Skills Lab bietet geschützten Raum, um die Praxis zu üben

Doch auch während der Theorieeinheiten am Campus haben Studierende die
Möglichkeit, praktisch zu arbeiten. Der Fachbereich Gesundheit bietet
Zugang zu einem Skills Lab, in dem Situationen aus dem Krankenhaus, der
Altenpflege und der ambulanten Versorgung und der Kinderpflege ganz
einfach nachgestellt werden können. Einer der Räume erinnert an ein
typisches Krankenhauszimmer, zwei Krankenbetten stehen einander gegenüber,
Infusionsständer samt Infusionspumpen stehen neben den Betten. Ein Schrank
mit pflegerischen Hilfsmitteln wie NaCl, Spritzen, Handschuhen und Kanülen
darf auch nicht fehlen. Daneben ein Skelett, um auch die Anatomie des
Menschen lernen zu können. Und ein Kinderbett, in dem eine täuschend echte
Baby-Puppe liegt. Ein Wickeltisch mit Decken, Feuchttüchern und echten
Windeln komplettiert den Raum. „Das Skills Lab ist sehr wertvoll für uns,
da wir nicht erst in der Praxis ins kalte Wasser geschmissen werden,
sondern in einem geschützten Raum und ohne Zeit- oder Leistungsdruck üben
können, unter anderem an speziellen Pflegesimulatoren“, findet Reiswich.
Dementsprechend kommt das Skills Lab auch oft in den Veranstaltungen zum
Einsatz oder kann bei Bedarf außerhalb der Veranstaltungen aufgesucht
werden.

Erika Reiswich konnte während ihrer sechs Semester schon viele Formen der
Pflege kennenlernen. Sie war bereits in der ambulanten Pflege, in der
stationären Langzeitpflege und in der stationären Akutpflege. „Dort konnte
ich auch schon sämtliche Stationen kennenlernen, wie die Chirurgie, die
Kardiologie, die Diabetologie und die Kinderintensivstation. Im nächsten
Praxiseinsatz bin ich auf einer Station für Herzchirurgie eingeplant.“

Personalmangel und Entlohnung von Pflegepersonal sind noch immer kritisch
zu betrachten

Besonders in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie wichtig gutes
und ausreichendes Pflegepersonal für die Gesellschaft ist. Gleichwohl gibt
es eine Reihe von Herausforderungen für das Pflegepersonal. „Es ist
schade, unter welchen Umständen, Bedingungen und zu welcher Entlohnung
Pflegefachpersonen arbeiten.“ In Deutschland betreue eine Pflegefachkraft
durchschnittlich 13 Patient:innen pro Schicht im Wechseldienst. Hier muss
noch immer mehr Entlastung geschaffen werden.
Die Pflege ist für die junge Studentin unfassbar wichtig. Auch ihre Mutter
ist Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die Arbeit mit und am Menschen
wurde ihr in die Wiege gelegt. Besonders gefällt ihr die Vielseitigkeit
der Arbeit. „Alle Patient:innen sind absolut individuell. Ich begleite sie
in ihrer eigenen Lebensrealität, ihrem Krankheits- und Genesungsverlauf
und versuche, auf ihre Wünsche, Prioritäten und Vorstellungen einzugehen.“
In der Pflege gebe es kein „Schema F“, das man universell bei jedem
Patienten oder jeder Patientin anwenden kann. „Man befindet sich in einem
ständigen Abwägungs- und Aushandlungsprozess. Und genau das ist
gleichzeitig Herausforderung und Bereicherung dieses Jobs“, sagt Erika
Reiswich.

Pflegestudium wird seit 2024 entlohnt

Lange Zeit wurde das Pflegestudium nicht entlohnt. Reiswich finanziert
sich ihr Studium deshalb durch ein Stipendium des Herz- und
Diabeteszentrums Bad Oeynhausen. Dank des Pflegestudiumsstärkungsgesetzes,
das im Januar 2024 in Kraft getreten ist, erhalten Studierende jetzt die
gleiche Vergütung wie Auszubildende in der Pflege. Sie können sich zu
Beginn ihres Studiums für einen Träger der praktischen Ausbildung
entscheiden und dieser gilt während des Studiums als Arbeitgeber. Und das
ist ein guter Schritt in die richtige Richtung, denn
Pflegefacheinrichtungen stehen immer noch vor der Herausforderung
Personalmangel.

Ganz gleich, ob ausbildungsintegriertes Studium oder Berufsausbildung –
alle Fachkräfte werden gebraucht. Eine Veränderung wünscht sich Erika
Reiswich jedoch: „Es wäre schön, wenn die Akademisierung der Pflege zu
einer Veränderung des stereotypen Gesellschaftsbildes der Pflege als
‚Arzt-assistierenden Beruf‘ führt. Wir müssen hin zur Pflege als
selbstständige und handlungswirksame Profession.“ Für ihre Zukunft plant
sie, einen Master zu studieren. Sie interessiert sich für den Studiengang
„Berufspädagogik Pflege und Therapie“ an der HSBI.

Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigen viele Begegnungen, die Erika Reiswich
in den vergangenen drei Jahren gemacht hat: Sie schiebt eine Patientin im
Bett, die sie gerade aus dem Aufwachraum nach einer Operation abgeholt
hat, wieder in ihr Zimmer. Sie legt der 72-Jährigen das Blutdruckmessgerät
um den Oberarm und misst. Danach reicht sie ihr ein Glas Wasser, fragt
nach ihrem Wohlbefinden, stets mit einem Lächeln auf den Lippen. „Brauchen
Sie noch etwas? Kann ich Ihnen noch etwas Gutes tun?“, fragt die
22-jährige Studentin. Ein erneutes Lächeln, doch diesmal von der
Patientin. „Sie sind ein Engel.“

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Baden-württembergische Wissenschaftsministerin zu Gast bei der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim

Um sich über die aktuellen Projekte in Medizin, Lebenswissenschaften und
Medizintechnik im Rahmen der als Innovationscampus geförderten Health +
Life Science Alliance Heidelberg Mannheim zu informieren, ist die baden-
württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski zu Gast an der
Universität Heidelberg. Geplant sind dazu am 17. Mai 2024 verschiedene
Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dieser
Forschungsallianz, die sich auch an die interessierte Öffentlichkeit
wenden.

Die Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim wurde von sieben
führenden universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in
Heidelberg und Mannheim mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Rhein-Neckar-
Region zu einem international sichtbaren biomedizinisch-technologischen
Leuchtturm mit den Schwerpunkten Lebenswissenschaften,
Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik auszubauen. In der Alliance
kooperieren die Exzellenzuniversität Heidelberg mit ihren beiden
Medizinischen Fakultäten, die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim,
das Deutsche Krebsforschungszentrum, das Europäische Laboratorium für
Molekularbiologie, das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und
das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Sie wird als
Innovationscampus vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Zu dieser nachhaltigen Forschungsförderung betont Wissenschaftsministerin
Petra Olschowski: „Gesundheit ist ein zentrales Thema für jeden von uns.
Im Innovationscampus wird an drängenden wissenschaftlichen Fragen zu
Gesundheit und Krankheit geforscht, um auf dieser Grundlage zügig neue
Produkte, Medikamente oder Verfahren für die Prävention, Diagnostik und
Therapie in die Anwendung zu bringen.“ In der Etablierungsphase von 2021
bis Ende 2024 werden drei thematische Schwerpunkte mit bis zu 40 Millionen
Euro gefördert. Zusätzlich zu 10,7 Millionen Euro, die für den Auf- und
Ausbau des Innovationscampus eingesetzt werden, stehen seit diesem Jahr
strukturelle Mittel in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro jährlich zur
Verfügung.

Die Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim bildet den Kern
eines einzigartigen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks, eingebunden in
ein potentes wirtschaftliches Umfeld in der Rhein-Neckar-Region, das aus
international agierenden Großunternehmen und mehr als 400 kleinen und
mittleren Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft besteht. Sie ist
Schrittmacher und Katalysator für Innovationen und soll eine hohe
Anziehungskraft für Top-Talente ebenso wie für Spitzenforscherinnen und
Spitzenforscher entfalten. Um Translation und Transfer wissenschaftlicher
Erkenntnisse in die Wirtschaft zu beschleunigen, initiiert die Alliance
interinstitutionelle Forschungsprogramme und betreibt gemeinsame
Hochtechnologieplattformen. Sie hat als gemeinnützige GmbH inzwischen auch
einen institutionellen Rahmen erhalten.

Die Impulsvorträge aus Anlass des Besuchs der baden-württembergischen
Wissenschaftsministerin geben Einblicke in aktuelle Fragestellungen in
Lebenswissenschaften und Medizin. Zum Thema Wechselwirkungen zwischen
Krebs und Neurowissenschaften referieren Dr. Sophie Heuer und Prof. Dr.
Thomas Kuner. Über neue Ansätze zum Schutz vor krankheitsübertragenden
Insekten sprechen Noa Borst, Dr. Justin Crocker, Dr. Lautaro Gandara und
Dr. Victoria Ingham. Um den Einfluss des individuellen Mikrobioms auf die
Wirkung von Arzneimitteln geht es in dem Beitrag von Privatdozent Dr.
Tianzuo Zhan, Dr. Michael Zimmermann und Dr. Maria Zimmermann-Kogadeeva.
Die Vorträge finden von 12.15 bis 13 Uhr im BioQuant-Gebäude, Im
Neuenheimer Feld 267, Vortragsraum 041 (Hörsaal im Erdgeschoss), statt.

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