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DEN und GRE blicken wissenschaftlich auf den klimaneutralen Gebäudesektor Fachkongress in Kassel wendet sich an Praktiker, Forschende und Studierende

„Klimaneutraler Gebäudesektor – Wie schaffen wir das?“ – so lautet die Kernfrage des Fachkongresses, zu dem das Deutsche Energieberater-Netzwerk mit seiner wissenschaftlichen Abteilung der GRE am 25. und 26. April 2024 nach Kassel einladen. Zahlreiche Fachvorträge aus der Wissenschaft, der Politik und dem Alltagsgeschäft der Energieberatung wenden sich sowohl an Praktiker aus dem Bereich der Energieeffizienz als auch an Forschende und Studierende.

In der Einladung heißt es:

„Deutschland möchte 2045 klimaneutral sein – dazu muss auch der Gebäudesektor seinen Beitrag leisten. Mit hochkarätigen Beiträgen zu künftig relevanten Themen bieten wir bei unserem DEN-GRE-Kongress Informationen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Praxis.

Wir informieren über Strategien auf der Grundlage des neuen Gebäudeenergiegesetzes und aktualisierter Normen. Wir zeigen auf, wie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien im Einklang mit hohem Aufenthaltskomfort und Nutzerzufriedenheit stehen. Bereits umgesetzte Beispiele geben Anregungen für die Anwendungspraxis.

Dabei gibt es viel Zeit, um bei gutem Essen und Trinken gemeinsam weitere Ziele und Lösungsansätze zu diskutieren.“ (…)

 

Weiterlesen unter https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-03-2024/

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Urinbasierter Recyclingdünger im Garten: Start des Citizen Science Projekts „U-Cycle“

Urin als Ressource nutzen, statt die Toilette hinunterspülen? Und was hat
das mit dem Weltraum und meinem Garten zu tun? Diesen Fragen geht das
Projekt „U-Cycle - (d)ein citizen science Projekt zur Akzeptanz und
Wirkung von urinbasierten Recyclingdüngern im urbanen Gartenbau“ nach.
Interessierte Gärtner*innen sind nun zur Teilnahme eingeladen!

Hier auf der Erde stehen uns (noch) genügend Ressourcen zur Verfügung, um
Pflanzennährstoffe unter hohem Energieaufwand und durch die Ausbeutung
fossiler Lagerstätten zu gewinnen. Anschließend gelangen diese Stoffe mit
unseren Ausscheidungen über das Klärwerk in Flüsse und Atmosphäre, wo sie
zu Umweltbelastungen führen. Ein Weg aus diesen linearen Nährstoffflüssen
Kreisläufe zu machen wurde für das Leben im All entwickelt, wo sich
Astronaut*innen auf Raumstationen über einen längeren Zeitraum ernähren
müssen: Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrtforschung (DLR) hat
einen Prozess entwickelt, mit dem Urin in schadstoff- und keimfreien,
sicheren Recyclingdünger umgewandelt werden kann. Das hierbei eingesetzte
Verfahren Combined Regenerative Organic food Production – kurz: C.R.O.P.®-
beruht auf natürlichen Stoffwechselvorgängen und verzichtet vollständig
auf den Einsatz von Chemikalien und Gefahrstoffen. Um mit dieser
Neuentwicklung auch auf der Erde zu landen wurde das Projekt U-Cycle ins
Leben gerufen.

In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten und vom
Leibnitz Institut für Gemüse- und Zierpflanzenforschung (IGZ) e.V. und
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. durchgeführten
Forschungsprojekt untersuchen die teilnehmenden Klein-, Gemeinschafts-,
Schul-, und Heimgärtner*innen die Wirkung von C.R.O.P.-Dünger aus
synthetischem Urin auf Pflanzenwachstum und Substrat. Um gesellschaftlich
akzeptierte Wege zu finden, urinbasierte Recyclingdünger zu etablieren,
werden zusätzlich dessen Akzeptanz und Marktpotential untersucht. Für eine
kontinuierliche Wissensvermittlung werden den Teilnehmenden Anleitungen
und Online-Sprechstunden angeboten, bevor sie in Dialogrunden ihre
Beobachtungen gemeinsam mit den Forschenden auswerten. Schließlich werden
in Workshops mit KMUs und Start-Ups aus dem Recyclingdüngerbereich
Marktpotenziale und -hemmnisse der nachhaltigen Dünger identifiziert.

Nachdem im Vorgängerprojekt „urban cycles“ (https://urban-cycles.de/), das
in Berliner Gemeinschaftsgärten durchgeführt wurde, bereits
vielversprechende Ergebnisse erzielt wurden, soll nun Gärtnernden aus ganz
Deutschland die Möglichkeit gegeben werden sich von der Wirkung des
nachhaltigen Düngers zu überzeugen.

Interessierte Gärtner*innen können sich noch bis Mitte April für die
Teilnahme am Projekt anmelden indem Sie eine kurze Nachricht mit ihren
Kontaktdaten und der Adresse ihres Gartens an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. schreiben
oder an der Online-Informationsveranstaltung am 05.04.24 von 18:00 – 19:30
teilnehmen: https://hu-berlin.zoom-x.de/j/61655061364.

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Von Bautzen bis Zittau: Das „Power2Change: Energiemobil“ geht ab 4. April auf Tour durch die Lausitz

Bitte wenden! Eure Meinung ist gefragt: Wir diskutieren über die
Energiewende in Hoyerswerda, Spremberg, Bautzen, Kamenz, Kleinwelka,
Nebelschütz, Lichterfelde, Zittau, Cottbus, Görlitz, Weißwasser,
Knappenrode

Ab dem 4. April ist das „Power2Change: Energiemobil“ auf Tour durch die
Lausitz. Der mobile Showroom ist Teil der vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung geförderten Wanderausstellung „Power2Change: Mission
Energiewende“, die aktuell in der Energiefabrik Knappenrode zu sehen ist.
Ziel ist es, an öffentlichen Orten mit Bürgerinnen und Bürgern über die
Energiewende ins Gespräch zu kommen.

Was denkst du über die Energiewende? Was ist der beste Weg in eine
klimaneutrale Zukunft? Und welche besonderen Herausforderungen siehst du
für deine Region? Das Energiemobil hat Exponate zur Energiewende an Bord
und ist ein Ort, um sich auszutauschen, sich zu informieren und zu
diskutieren. Die Besucher*innen können selbst Wasserstoff erzeugen, den
3D-Druck eines Windrads erleben oder mit der VR-Brille ins Jahr 2045
reisen und miteinander ins Gespräch über die Energiewende kommen.

Felix Dunkl, Projektmanager bei Wissenschaft im Dialog und auf Tour mit
dem Energiemobil: „Es gibt wohl kaum eine Region in Europa, die so von der
Energiewende geprägt ist wie die Lausitz. Dort mit dem Energiemobil
unterwegs zu sein und im Zentrum des Strukturwandels einen temporären Ort
für Diskussion, Austausch und Begegnung zu schaffen, wird sehr spannend
für mein Team und mich sein. Ich freue mich sehr auf die Gespräche und
Geschichten aus dem Alltag der Menschen und neue Perspektiven auf die
Energiewende - besonders an diesem Ort.”

Tourdaten:
06./07.4.2024 Spremberg – Handwerkermarkt
08.4.2024 Bautzen – Kornmarkt
11.4.2024 Kamenz – Wochenmarkt
13.4./14.4. Kleinwelka – Saurierpark
19.4.2024 Nebelschütz – Ortsmitte
20.4./21.4.2024 Lichterfelde – Besucherbergwerk FE60
22.4.2024 Zittau – Marktplatz
23.4.2024 Cottbus – Sprem
25.4./26.4.2024 Görlitz (genauer Standort wird noch bekannt gegeben)
27.4.2024 Weißwasser – Hafenstube Telux

Weitere Informationen zu Standorten und Uhrzeiten erhalten Sie auf der
Website unter:
https://power2change-energiewende.de/energiemobil/lausitz

An mehreren Tagen während der Tour besucht das Energiemobil Schulen der
Region. Diese Termine sind nicht öffentlich.

Anmeldung für Pressevertreter*innen:
Wir freuen uns über Ihren Besuch beim Energiemobil. Anmeldung und Kontakt:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Tel.: +49 30 2062295-54

Die Wanderausstellung „Power2Change: Mission Energiewende“ beschäftigt
sich mit der Frage, wie die Energiewende in Industrie, Wirtschaft und
Verkehr gestaltet werden kann. Die Ausstellung zeigt nicht nur die
Herausforderungen, sondern auch Lösungswege für die Energiewende.
Wissenschaftler*innen stellen ihre Forschungsprojekte vor, die zeigen,
dass die Energiewende machbar ist. Das „Power2Change: Energiemobil“
besucht bundesweit verschiedene Städte und Gemeinden parallel zur
Wanderausstellung. Gestaltet wurde der mobile Showroom von THE CONSTITUTE.
Die Ausstellung kann vom 1. März 2024 bis 26. Mai in der Energiefabrik
Knappenrode besucht werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung:
https://power2change-energiewende.de/orte/hoyerswerda

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag und Feiertage: 10:00 bis 18:00 Uhr
www.energiefabrik-knappenrode.de

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Die Nato ist historisch beispiellos"

Das transatlantische Verteidigungsbündnis wird 75 – und besteht damit 35
Jahre nach Ende des Kalten Krieges immer noch. Seit dem russischen Angriff
auf die Ukraine scheint ihre Rolle unerwartet aktuell. Der Zeithistoriker
Prof. Dr. Jan Eckel von der Universität Freiburg spricht im Interview über
Ziele, Krisen und Funktionen der Nato.

Herr Eckel, am 4. April 2024 wird die Nato 75 Jahre alt. Eine
Erfolgsgeschichte?

Es gibt die Nato zumindest noch – das ist nicht selbstverständlich und
deshalb bemerkenswert, weil sich die internationale Politik in den
vergangenen 75 Jahren ja dramatisch verändert hat. Zumal diese
Organisation historisch beispiellos ist: Ein derart dauerhaftes,
weitreichendes und so viele Staaten umfassendes Militär- und
Verteidigungsbündnis hatte es zuvor nicht gegeben – und auch seitdem ist
nichts Vergleichbares entstanden. Als zweite Antwort auf die Frage würde
ich sagen: Gemessen an dem, was die Gründer und frühen Gestalter der Nato
im Sinn hatten, hat sie viele ihrer Ziele erreicht.

Was waren denn die Ziele der Nato bei ihrer Gründung?

Vor allen Dingen, einen Krieg in Europa zu verhindern, was zumindest eine
lange Zeit gelungen ist, und die Sowjetunion in Schach zu halten. Damit
verknüpft war das Ziel, ein enges politisches Bündnis zu schaffen. Das
sollte dafür sorgen, dass einerseits die USA in Europa präsent sind –
sicher auch, um Einfluss auszuüben – , andererseits die Europäer sich aber
auch selbst um ihre eigene Verteidigung kümmern. Es gibt einen berühmten
Satz, von dem niemand weiß, ob der erste Nato-Generalsekretär Lord
Hastings Ismay ihn tatsächlich gesagt hat: Das Ziel des Bündnisses sei es,
„to keep the Russians out, the Americans in and the Germans down“ („die
Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen klein zu
halten“). Gerade am Anfang war die Furcht vor dem Wiedererstarken des
deutschen Militarismus groß. Im Grunde hat die Nato tatsächlich zu diesen
Entwicklungen beigetragen.

Wie hat sich die Rolle der Nato seit der Gründung gewandelt, vor allem
durch das Ende des Kalten Krieges?

Geschichtswissenschaftlich ist vieles zum Innenleben dieser Organisation
noch gar nicht erforscht. Soweit wir Einblick haben, war die Nato aber nie
eine statische Organisation, ihre Geschichte war auch schon während des
Kalten Krieges von Konjunkturen und Krisen geprägt. Zum Teil gab es auf
der amerikanischen Seiten schon damals das Bedürfnis, dass die Europäer
mehr für ihre eigene Verteidigung tun, auch finanziell, es gab die
Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland 1955, den Rückzug der
französischen Streitkräfte unter Charles de Gaulle Ende der 1960er Jahre.
Immer wieder musste mühsam austariert werden, wer innerhalb der Nato
eigentlich entscheiden durfte, die Zusammenarbeit war durchaus nicht
reibungsfrei. Der Nato-Doppelbeschluss Anfang der 1980er Jahre, also die
Entscheidung, die atomare Aufrüstung in Europa zu verstärken, rief in
vielen Ländern massive Proteste der Zivilgesellschaft hervor – in
Deutschland die bis dahin größten Demonstrationen in der Geschichte der
Bundesrepublik. Und in der komplizierten Übergangsphase der 1990er Jahre
führte die Nato in Bosnien, dem Kosovo und Serbien zum erste Mal
tatsächlich Krieg.

Die entscheidende Zäsur war aber von heute aus betrachtet das Ende des
Kalten Krieges, denn damals tat sich die Frage auf, was mit einer
Organisation passiert, deren Funktion so stark im Kalten Krieg verwurzelt
war. Von hier führt auch eine Linie bis zum aktuellen Krieg Russlands
gegen die Ukraine: Das Putin-Regime verbreitet ja schon länger das
Narrativ, dass es ein Versprechen des Westens gegeben habe, die Nato
werden nicht nach Osten erweitert. Dieses Versprechen sei gebrochen
worden, was nur den aggressiven und gegen Russland gerichteten Charakter
der Nato beweise. Hier zeigt sich einer der wichtigsten Impulse von Putins
Politik: der nicht verschmerzte Verlust des Imperiums durch das Ende der
Sowjetunion.

Heute kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es ein irgendwie
förmliches Versprechen nicht gegeben hat. Aber auch in der
wissenschaftlichen Diskussion ist es nach wie vor eine umstrittene Frage,
ob die Politik der USA in den frühen 1990er Jahren sinnvoll und berechtigt
war. Damals ist relativ schnell entschieden worden, dass die Nato bestehen
bleibt, dass das wiedervereinigte Deutschland einbezogen wird. Und ab
Mitte, Ende der 1990er Jahre wurde dann auch klar, dass die Nato um
ostmitteleuropäische Staaten erweitert werden soll und Russland nicht
dazugehören wird. Ob man länger hätte versuchen können, verschiedene
Kooperationsangebote zu machen und Optionen offen zu halten, ist eine
wichtige Frage, die aber eben hypothetisch bleiben muss.

Braucht es die Nato heute, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine,
dringender denn je?

Zumindest bedeuten die Veränderungen der letzten Jahre tatsächlich
dramatische Einschnitte: Einerseits hat Donald Trump in seiner Amtszeit
den Wert dieses Bündnisses grundsätzlich in Frage gestellt – das hat kein
amerikanischer Präsident vor ihm seit 1949 getan. Andererseits ist die
Nato gerade wieder erweitert worden, um Finnland und Schweden. Besonders
für das schwedische Selbstverständnis spielte die Tradition der
Neutralität, die teilweise Jahrhunderte weit zurückgeführt wird, eine ganz
wichtige Rolle. Aber die Gefahreneinschätzung in Schweden hat sich
offenkundig so stark geändert, dass Schweden mit dieser Tradition bricht
und Mitglied der Nato wird. Die baltischen Länder schauen ohnehin schon
seit der russischen Annexion der Krim 2014 anders auf Russland, als es
damals zumindest die Mehrheit der deutschen Politik getan hat. Ich denke,
ein Kollaps oder eine Auflösung der Nato ist in naher Zukunft sicher nicht
zu erwarten; aus meiner Sicht hat sich Putin verkalkuliert: Er wollte eine
schwächere Nato, er hat eine stärkere Nato bekommen. Eine Wiederwahl
Trumps würde aber größere Ungewissheit bringen, wie es weitergeht.

Welche Rolle wird die Nato in nächster Zukunft spielen?

Heute wird über die Nato wieder als kollektives Verteidigungsbündnis gegen
einen bewaffneten äußeren Feind nachgedacht; es geht um
Abschreckungsmechanismen und ihre Wirkweisen. Die internationale Politik
hat sich dramatisch geändert – aber diese Kernsituation des Kalten Krieges
ist in veränderter Form jetzt wieder gegeben. Es werden wieder klassische
Szenarien diskutiert: Was passiert, wenn Putin Atomraketen einsetzt? Was
passiert, wenn er als nächstes ein Nato-Mitglied wie Polen oder die
baltischen Länder angreift? Dann könnte tatsächlich der Bündnisfall
eintreten, bei dem die gesamte Nato einem Mitglied Beistand bei einem
Angriff leistet. Ein Fall übrigens, der während des Kalten Krieges kein
einziges Mal eingetreten ist: Die Nato hat in ihrer 75-jährigen Geschichte
erst einmal den Bündnisfall erklärt, nach den Terrorattacken auf die USA
vom 11. September 2001.

Jan Eckel steht gerne für Medienanfragen zur Verfügung.

•       Prof. Dr. Jan Eckel ist seit 2021 Professor für Neueste Geschichte
und Zeitgeschichte an der Universität Freiburg. Zu seinen
Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der Geistes- und
Geschichtswissenschaften, der Menschenrechte sowie der internationalen
Politik im 20. Jahrhundert. Eckel wirkt mit an der
Exzellenzclusterinitiative „Constitution as Practice in Times of
Transformation (ConTrans)“ der Universität Freiburg.

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