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Prof. Harald Kunstmann: „Auch in Deutschland wird es zu Problemen bei der Wasserverfügbarkeit kommen“

Der Klimawandel wirkt sich stark auf unsere Gewässer aus. Hitzewellen und
Dürren lassen Flüsse und Seen austrocknen, die Grundwasserspiegel sinken.
Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu starken Niederschlägen und
Überschwemmungen. Der Schutz der Ressource Wasser steht im Mittelpunkt des
Weltwassertags am Freitag, 22. März, zu dem die Vereinten Nationen seit
1993 jährlich aufrufen.

„Wir müssen uns dringend bewusst machen, dass Wasser eine endliche
Ressource ist und sie konsequenter schützen. Das gilt nicht nur für die
trockensten Regionen unserer Welt. In Zukunft wird es auch hier in
Deutschland – zumindest regional und temporär – zu Problemen mit der
Wasserverfügbarkeit kommen“, sagt Professor Harald Kunstmann vom Institut
für Meteorologie und Klimaforschung Atmosphärische Umweltforschung, dem
Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen.

Kunstmann untersucht mit Hilfe von Computermodellsimulationen, wie sich
beispielsweise Klimaveränderungen auf den regionalen Wasserhaushalt
auswirken oder welche langfristigen Entwicklungen zu erwarten sind. „Mit
unseren Modellsystemen können wir hydrologische Prozesse im Gesamtsystem
abbilden – vom Grundwasser bis zur Atmosphäre“, erklärt der
Wissenschaftler. „So können wir etwa untersuchen, wie sich
Landnutzungsänderungen oder Hochwasser und Dürren regional auswirken. Das
ist zum Beispiel wichtig für das Wassermanagement, das zwischen
Wasserangebot und -nachfrage ausgleichen muss.“

Um zu messen, wann es wo wie viel regnet, haben der Hydrologe und sein
Team spezielle Messverfahren entwickelt: So können sie mit Hilfe von
Mobilfunkdaten hochauflösende Niederschlagskarten erstellen. Das ist vor
allem in Ländern des globalen Südens relevant, wo verlässliche Messungen
und Vorhersagen für ein angepasstes Wassermanagement fehlen. „Wir haben
die Regenmessung bereits erfolgreich in Afrika eingesetzt“, so Kunstmann.
„Unsere Forschung lebt vom Transfer in die Praxis. Nur so können wir auch
wirklich dabei helfen, unsere Gewässer – und damit unsere wichtigste
Lebensgrundlage – zu schützen.“

Für seine herausragenden Leistungen für die Hydrologie im
deutschsprachigen Raum erhielt Harald Kunstmann am 20. März 2024 in Berlin
den Deutschen Hydrologiepreis 2024 der Deutschen Hydrologischen
Gesellschaft.

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Suffizienz als „Strategie des Genug“: Eine Einladung zur Diskussion

Ökologische Krisen schreiten weltweit mit besorgniserregender
Geschwindigkeit voran. Die Mehrheit der elementaren planetaren
Belastungsgrenzen ist überschritten, ebenso ökologische Grenzen in
Deutschland. Ganz offensichtlich reichen bisherige Ansätze für den Schutz
der Umwelt nicht aus. In einem heute veröffentlichten Papier spricht sich
der SRU für eine gesellschaftliche Debatte über Suffizienz aus, also über
eine „Strategie des Genug“. Der SRU zeigt in seinem Papier, warum es Zeit
ist, sich diesem schwierigen Thema zu stellen.

„Suffizienz bezeichnet den Anspruch, im Einklang mit unseren Werten
gerechter und innerhalb ökologischer Grenzen zu leben“, sagt Prof.
Wolfgang Lucht. „Es ist unbestreitbar, dass wir ökologisch über unsere
Verhältnisse leben. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen ausreichenden
Zugang zu Energie und Ressourcen. Wie kann unsere Zivilisation also
ökologischer und zugleich gerechter werden? Die Auseinandersetzung mit
solchen Fragen ist nicht einfach, angesichts der Krisen aber Teil eines
notwendigen Lernprozesses.“

Suffizienz wird oft als individuelle Lebensstilfrage diskutiert. Die
Entwicklung nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensweisen ist jedoch eine
gemeinsame gesellschaftliche und politische Verantwortung. Eine Stärkung
von Suffizienz erfordert politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
die ein umweltschonende gesellschaftliche Praxis fördern - anstatt sie wie
häufig zu erschweren.

„Die polarisierte Debatte zwischen 'grünem Wachstum' und 'Postwachstum'
bringt uns nicht weiter“, sagt Prof. Claudia Kemfert. „Klar ist: Bereiche,
die der Umwelt und dem Klima schaden, dürfen nicht immer weiter wachsen.
Seit Jahren besteht Einigkeit, dass Wohlfahrt mehr ist als das
Bruttoinlandsprodukt. In der Praxis schlägt sich dies allerdings immer
noch zu wenig nieder.“

„Kreislaufwirtschaft trägt zu Suffizienz bei, denn sie ist viel mehr als
Recycling: Sie zielt darauf ab, Produkte langlebig, reparierbar und
kreislauffähig zu gestalten und dadurch den Rohstoffverbrauch zu senken
sowie Abfälle zu vermeiden“, sagt Prof. Christina Dornack. „Gleichzeitig
setzt zirkuläres Wirtschaften aber auch Suffizienz voraus: Es ist weder
technisch möglich noch ökonomisch sinnvoll, stetig steigende Stoffströme
im Kreislauf zu führen - zumal immer auch energetische, qualitative und
teils auch stoffliche Verluste entstehen.“

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Julia Hertin, Tel.: +49 30
263696-118,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berät die Bundesregierung
seit mehr als 50 Jahren in Fragen der Umweltpolitik. Die Zusammensetzung
des Rates aus sieben Professorinnen und Professoren verschiedener
Fachdisziplinen gewährleistet eine wissenschaftlich unabhängige und
umfassende Begutachtung, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als
auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Der Rat besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:
Prof. Dr. Claudia Hornberg (Vorsitzende)
Universität Bielefeld

Prof. Dr. Claudia Kemfert (stellvertretende Vorsitzende)
Leuphana Universität Lüneburg und Deutsches Institut für
Wirtschaftsforschung Berlin

Prof. Dr.-Ing. Christina Dornack
Technische Universität Dresden

Prof. Dr. Wolfgang Köck
Universität Leipzig und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Prof. Dr. Wolfgang Lucht
Humboldt-Universität zu Berlin und Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung

Prof. Dr. Josef Settele
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Helmholtz-Zentrum für
Umweltforschung – UFZ

Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller
FernUniversität in Hagen

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Zi-Call for Papers (bis 30. Mai 2024): Regionale Unterschiede in der medizinischen Versorgung vor dem Tod

Fast 7 Millionen Menschen benötigen in OECD-Ländern eine veränderte
medizinische Versorgung vor dem Tod // Bis 2050 Anstieg auf über 10
Millionen erwartet

Nach dem aktuellen OECD-Bericht „Time for Better Care at the End of Life“
sind viele Menschen in der finalen Lebensphase sowohl mit einer
medizinische Über- wie Unterversorgung konfrontiert. Gemessen am Wunsch
der meisten Patientinnen und Patienten, möglichst zuhause zu sterben,
findet insbesondere für betagte Menschen zu häufig eine
ressourcenintensive stationäre Versorgung statt. Gleichzeitig wird im
Bereich der palliativen Versorgungsangebote für terminal erkrankte
Patientinnen und Patienten oftmals eine Unterversorgung festgestellt. Die
Zahl der Betroffenen in der Europäischen Union dürfte nach OECD-
Schätzungen von rund 7 Millionen jährlich vor Beginn der Corona-Pandemie
auf rund 10 Millionen jährlich im Jahr 2050 ansteigen. Ein wertvoller
Ansatz, um Lücken in der personenzentrierten Unterstützung für Menschen zu
bestimmen, die sich dem Lebensende nähern, ist die Messung regionaler
Versorgungsunterschiede.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) lädt Forscher,
Praktiker, politische Entscheidungsträger und andere Interessengruppen
daher ein, ihre Beiträge zu unserem Call for Papers zum Thema regionale
und anbieterbezogene Unterschiede in der medizinischen Versorgung vor dem
Tod einzureichen. Diese interdisziplinäre Untersuchung zielt darauf ab,
verschiedene Aspekte zur Bereitstellung, Zugänglichkeit und Qualität der
Pflege in verschiedenen geografischen Regionen zu untersuchen.

Wir ermutigen Forscher, bevölkerungsbasierte Daten zu nutzen, um
Aufschluss über den Bedarf und die Bereitstellung von Palliativ- und
Sterbebegleitung zu geben. Die Untersuchung regionaler Bevölkerungsgruppen
und ihrer demografischen, sozioökonomischen und ethnischen Merkmale sowie
der verfügbaren Gesundheitsdienste wird zu einem umfassenden Verständnis
regionaler Unterschiede in der Sterbebegleitung beitragen.

Die Einreichungen sollten Originalforschung, theoretische
Rahmenbedingungen, Fallstudien, politische Analysen oder systematische
Übersichten enthalten, die zum Verständnis der Sterbebegleitung beitragen.
Wir begrüßen auch interdisziplinäre Perspektiven, die Erkenntnisse aus dem
Gesundheitswesen, den Sozialwissenschaften, der Ethik, dem Recht, der
Wirtschaft und anderen relevanten Disziplinen einbeziehen (>
https://link.springer.com/journal/43999/updates/25480820).

Akzeptierte Beiträge werden in einer speziellen Sammlung unserer
Zeitschrift „Research in Health Services and Regions“ veröffentlicht, die
sich der Wissenserweiterung und der Förderung evidenzbasierter Praktiken
in der medizinischen Versorgung vor dem Tod widmet. Dieser Call for Papers
bietet Forschern und Praktikern eine Plattform, um ihr Fachwissen zu
teilen, Ideen auszutauschen und zur Entwicklung von Richtlinien und
Interventionen beizutragen, die eine mitfühlende, gerechte und qualitativ
hochwertige Sterbebegleitung in verschiedenen Regionen gewährleisten.
Einsendeschluss ist der 30. Mai 2024.

Die Einreichung kann über den Editorial Manager erfolgen:
https://www.editorialmanager.com/rhsr/default1.aspx

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unsere Chefredakteurin
Camila Gonzatto da Silva unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Die Informationen auf English sind hier zu finden:
https://link.springer.com/collections/dacehabiha

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Landespreis Hochschullehre 2023 würdigt herausragende Lehrangebote der Saar-Universität

Zwei innovative Lehrkonzepte an der Universität des Saarlandes sind mit
dem Landespreis Hochschullehre 2023 ausgezeichnet worden: Ein mit 20.000
Euro dotierter Preis wurde an ein neues, individuelles Klausurcoaching für
Examenskandidaten im Fach Jura verliehen. Einen weiteren, mit 14.000 Euro
dotierten Preis erhielt das Projekt „sonoBYstudents: Ultraschallkurse von
Studierenden für Studierende“ an der Medizinischen Fakultät. Mit dem neuen
Sonderpreis des Landes für herausragendes Studentisches Engagement und
2.000 Euro Preisgeld wurde zudem die Studentin Celine Sahota geehrt.

Die Auszeichnungen wurden am 21. März vom Minister der Finanzen und für
Wissenschaft, Jakob von Weizsäcker, im Rahmen der Vergabefeier im
Ministerium für Finanzen und Wissenschaft verliehen.

Das neue Examens-Klausurcoaching an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
der Universität des Saarlandes richtet sich an Jura-Studentinnen und
-Studenten in der Staatsexamens-Vorbereitung; es soll die Examensnoten von
Staatsexamens-Kandidaten und damit deren Karrierechancen auf dem
juristischen Arbeitsmarkt verbessern. Für die Entwicklung des Lehrformats
mit dem Landespreis Hochschullehre und einem Preisgeld von 20.000 Euro
ausgezeichnet wurden Professor Nikolaus Marsch, Inhaber des Lehrstuhls für
Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung,
sowie zwei seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter, Rechtsassessor Alexander
Kratz und Diplom-Jurist David Gölz.

Das Examens-Klausurcoaching ist ein Einzel-Coaching von 30 bis 60 Minuten,
bei dem ein wissenschaftlicher Mitarbeiter gemeinsam mit dem
Examenskandidaten eine zuvor geschriebene Examens-Probeklausur analysiert.
Dem Kandidaten werden dabei individuelle Verbesserungsmöglichkeiten
aufgezeigt: „Wir geben insbesondere ein methodisches Feedback, das
speziell die Soft Skills trainiert, die die Studierenden für die
Staatsexamens-Klausur brauchen. So können sie gezielt ihre Schwächen
beheben und mit geringem Aufwand deutlich bessere Noten erreichen“,
erklärt Alexander Kratz.

Auch bisher schreiben Studierende in der Examensvorbereitung Dutzende
Examens-Probeklausuren, jedoch erhalten sie nur die schriftlichen
Korrekturen ihrer inhaltlichen Fehler. „Ein Feedback zu ihrer Klausur-
Methodik ist im Lehrplan dagegen nicht vorgesehen“, sagt Professor
Nikolaus Marsch. Die Idee für das neue Lehrformat kam ihm und seinen
wissenschaftlichen Mitarbeitern bei der Korrektur von Klausuren im
öffentlichen Recht. „Uns fiel auf, dass sich grundlegende, leicht
vermeidbare Fehler in den Klausuren wiederholten. Insbesondere falsche
Formulierungen und ein schlechtes Klausurzeitmanagement kosten die
Kandidaten leicht mehrere Notenpunkte“, erläutert Marschs Mitarbeiter
David Gölz. Das könne erhebliche Auswirkungen auf ihre Karriere haben,
denn nach wie vor sei die Note des Staatsexamens auf dem juristischen
Arbeitsmarkt das alles entscheidende Kriterium, während vorherige Noten
weitestgehend unberücksichtigt blieben.

Erstmals erprobt haben die Preisträger ihr neues Einzel-Coaching im Juli
2023. Studierende, die daran teilgenommen haben, bewerten es als große
Entlastung. Das Gespräch mit dem Coach habe ihnen nicht nur geholfen, ihre
juristischen Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch etwas die Examens-
Angst gelindert. Die Preisträger möchten das Klausurcoaching gerne mittel-
und langfristig als Lehrformat an der Fakultät etablieren. Der erste
Schritt hierfür ist getan: Im vergangenen Wintersemester 2023/24 hatte die
Fakultät die finanziellen Mittel für weitere Coachings bewilligt, so dass
40 weitere Staatsexamens-Kandidaten gecoacht werden konnten.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Nikolaus Marsch
Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung
Tel.: 0681 302-2104 (Sekretariat), Tel.: 0681 302-3104 (Durchwahl)
E-Mail: nikolaus.marsch(at)uni-saarland.de
www.uni-saarland.de/lehrstuhl/marsch.html

Einen weiteren, mit 14.000 Euro dotierten Preis erhielt das Projekt
„sonoBYstudents: Ultraschallkurse von Studierenden für Studierende“, mit
dem bereits vor zehn Jahren eine strukturierte Ultraschall-Ausbildung im
Medizin-Studium der Saar-Universität eingeführt und seither fortlaufend
weiterentwickelt wurde. Preisträger sind zwei Homburger Kinderärzte:
Privatdozentin Dr. Nasenien Nourkami-Tutdibi (Funktions-Oberärztin in der
Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie) und Privatdozent Dr.
Erol Tutdibi (leitender Oberarzt der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und
Neonatologie).

Der Ultraschall spielt in der Medizin bei Routine-Untersuchungen,
Notfällen, aber auch in der Kinderheilkunde eine große Rolle. Er ist
einfach, schnell und vor allem schmerzfrei durchzuführen und wird
beispielsweise eingesetzt, um die Bauchorgane, das Herz oder den Blutfluss
in Arterien und Venen zu beurteilen. Abgesehen von einzelnen Kursen gab es
bis 2014 im Studium an der Medizinischen Fakultät der Saar-Universität
keine strukturierte Ultraschall-Ausbildung. Daher gründeten Dr. Nasenien
Nourkami-Tutdibi und Dr. Erol Tutdibi im Wintersemester 2014/2015 die
Arbeitsgruppe „sonoBYstudents: Ultraschallkurse von Studierenden für
Studierende“. Ihr Konzept beruhte von Anfang an auf einem „Train the
Trainer“-Programm, mit dem sie studentische Tutorinnen und Tutoren
ausbildeten, die anschließend in der Lage sind, ihre Kommilitoninnen und
Kommilitonen kompetent zu unterrichten. Mehr als 50 studentische Tutoren
wurden in den vergangenen zehn Jahren ausgebildet.

Pro Semester bieten derzeit 12 bis 14 Tutoren mehr als 20 Ultraschall-
Kurse an. In diesen Kursen können etwa 70 Studierende den Bauch-
Ultraschall sowie den Schilddrüsen- und Notfall-Ultraschall erlernen und
weitere 20 bis 25 Studierende einen Herz-Ultraschall-Kurs absolvieren. In
einem weiteren Kurs werden die Blutgefäße von Bauch-Organen, Beinen, Hals
und Gehirn geschallt. Studierende, die einen Teil ihres Praktischen Jahres
an der Homburger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin absolvieren, können
zudem den Gehirn-Ultraschall von Neugeborenen erlernen.

Bisher wurden durch das Projekt „sonoBYstudents“ rund 1100 Studierende im
Ultraschall unterrichtet. Zusätzlich zum praktischen Ultraschall-Training
in Kleingruppen haben die Studierenden Zugang zu Lehrvideos als „blended-
learning“-Einheiten. Neben den sonoBYstudents-Kursen, in denen sich die
Studierenden gegenseitig schallen, stehen ihnen im „Skills-Lab“ im neuen
Hörsaalgebäude außerdem KI-gestützte Ultraschall-Simulatoren zur
Verfügung, mit denen krankhaft veränderte Organe simuliert und geschallt
werden können.

Das Kurskonzept „sonoBYstudents“ wurde bereits 2015 auf Initiative von Dr.
Nasenien Nourkami-Tutdibi im Rahmen eines Wahlfachs an der Kinderklinik in
Homburg etabliert. Für ihr Engagement in der Ausbildung angehender
Medizinerinnen und Mediziner erhielt die Kinderärztin den PJ-Lehrpreis
2022, mit dem Studierende im Praktischen Jahr ihre besten Dozenten
vorschlagen dürfen. Seither sind etliche fächerübergreifenden
Kooperationen entstanden: mit der Klinik für Frauenheilkunde, dem Institut
für Anatomie sowie dem Zentrum für Allgemeinmedizin. In Zusammenarbeit mit
der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe entstand zudem ein spezielles
Modul, bei dem Studierende unter Anleitung einzelne Organe beim
ungeborenen Säugling an schwangeren Frauen schallen können.

Kontakt:
PD Dr. Nasenien Nourkami-Tutdibi und PD Dr. Erol Tutdibi
Universität des Saarlandes
Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie
E-Mail: nasenien.nourkami(at)uks.eu; erol.tutdibi(at)uks.eu
Tel.: 06841 16-28000

Die Hochschule für Bildende Künste (HBK saar) wurde ebenfalls mit 14.000
Euro für das Kursprojekt (Point of You 1+2) mit der anschließenden
Ausstellung "Schluss mit Lustig" ausgezeichnet:
https://galerie.hbksaar.de/veranstaltung/schluss-mit-lustig).

Erstmals verliehen wurde zudem ein mit 2.000 Euro dotierter Sonderpreis
des Landes für herausragendes studentisches Engagement. Der Preis ging an
die Studentin Celine Sahota, die unter dem Projekttitel
„Unterstützungsangebote für bedürftige Studierende“ drei Initiativen ins
Leben gerufen hat. Die 26-Jährige studiert die Fächer Germanistik sowie
Philosophie und Ethik fürs Lehramt. Derzeit ist sie stellvertretende
Vorsitzende des AStA und Referentin für Finanzen. Die von ihr konzipierten
Initiativen werden vom Studierendenwerk des Saarlandes unterstützt.

Der „Food Carrier“ ist ein eigenhändig von Celine Sahota aufgebautes Regal
zur Lagerung und Ausgabe von Lebensmitteln, die von Studierenden und Uni-
Beschäftigten gespendet werden. Es steht im Untergeschoss der Mensa im
Eingangsbereich des Studierendenwerks. Mit dem Food Carrier will die
Preisträgerin bedürftigen Studierenden nicht nur unbürokratisch Hilfe
leisten, sondern auch ein Zeichen gegen die Verschwendung von
Lebensmitteln setzen. Die Initiative „Sommerhilfe – Essensausgabe für
bedürftige Studierende“ entstand als Nachfolge-Idee zur Winterhilfe, die
vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit für das
Wintersemester 2022/23 entwickelt worden war. Mit der Sommerhilfe konnten
bedürftige Studierende auch im folgenden Sommersemester eine warme
vegetarische Mahlzeit am Tag bekommen.

Die Initiative „Care-Pakete“ hat die Preisträgerin zu Beginn des
Wintersemesters 2022/23 ins Leben gerufen. „Dabei haben wir gesammelte und
wiederverwendete Baumwolltaschen ausgegeben, gefüllt mit Pflegeprodukten,
veganen Lebensmitteln sowie Mensa- und Einkaufsgutscheinen. Zudem haben
wir Flyer beigelegt, die über die Beratungsangebote des AStA informieren“,
erzählt Celine Sahota. Die Studentin führt die Angebote weiter; sie
kümmert sich um Geld- und Sachspenden, organisiert Helferinnen und Helfer,
vergibt Semester-Gutscheine und kauft Lebensmittel ein.

Kontakt:
Celine Sahota, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der saarländische Landespreis Hochschullehre:

Der Landespreis Hochschullehre wird seit 2003 jedes Jahr von der
zuständigen Ministerin beziehungsweise dem zuständigen Minister verliehen.
Der Preis würdigt herausragende und innovative Leistungen in der Lehre an
Hochschulen im Saarland aus dem vergangenen Jahr. Gleichzeitig werden
Dozentinnen und Dozenten dazu ermuntert, neue Wege der Vermittlung zu
suchen und zu erproben. Das Preisgeld in Höhe von 48.000 Euro soll der
weiteren Verbesserung der Qualität in der Lehre dienen und kann auf
mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Seit dem Jahr 2023 vergibt das
Ministerium für Wissenschaft zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von
2.000 Euro für besonderes studentisches Engagement mit Vorbildcharakter.
Info: https://www.uni-saarland.de/dezernat/ls/qualitaetsinstrumente
/landespreis-hochschullehre.html


Hinweis für Hörfunk-Journalisten:
Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der
Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit
Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche
bitte an die Pressestelle (0681 302-2601) richten

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