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Mehr Klimaschutz: Neue DEGAM-Leitlinie zu Inhalativa

Durch einen Wechsel der inhalativen Arzneimittel lässt sich der CO2-Austoß im Gesundheitswesen deutlich verringern  Sakorn Sukkasemsakorn  iSTock
Durch einen Wechsel der inhalativen Arzneimittel lässt sich der CO2-Austoß im Gesundheitswesen deutlich verringern Sakorn Sukkasemsakorn iSTock

Auch im Bereich der Leitlinienarbeit setzt sich die Deutsche Gesellschaft
für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) für mehr Klimaschutz im
Gesundheitswesen ein: Im Sommer 2022 hat die DEGAM erstmalig eine
S1-Leitlinie zur klimabewussten Verordnung von Inhalativa erstellt. Nun
hat die sie – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) – die Leitlinie zu einer S2k-
Leitlinie weiterentwickelt.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht viel zu sein scheint, gehört das
Gesundheitswesen in Deutschland mit rund fünf Prozent zu den
entscheidenden Treibern der CO2-Emissionen. Im hausärztlichen Bereich
entsteht der größte CO2-Fußabdruck durch die Verordnung von Medikamenten,
insbesondere durch inhalative Arzneimittel (Dosieraerosole), die vor allem
bei Asthma und chronisch obstruktiver Bronchitis verordnet werden.

Dass es bei inhalativen Arzneimitteln noch viel Potenzial für mehr
Klimaschutz gibt, zeigt die DEGAM mit ihrer neuen S2k-Leitlinie
„Klimabewusste Verordnung von Inhalativa“, die auf der S1-Version vom
Sommer 2022 basiert und in der neuen Fassung in Zusammenarbeit mit der DGP
erarbeitet wurde. Damit ist sie die erste Leitlinie, die die Bedeutung der
Verschreibung einer Medikamentengruppe für den Klimawandel thematisiert:
„Klimaschutz ist ein wichtiger Beitrag zur globalen Gesundheit. Die
Leitlinie unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte dabei, in der Praxis
eine klimabewusste Entscheidung treffen zu können. Damit übernehmen wir
als wissenschaftliche Fachgesellschaft Verantwortung für mehr
Klimaschutz“, erklärt Prof. Martin Scherer, Präsident der DEGAM.

Die wichtigste Botschaft der Leitlinie: Durch einen Wechsel von
Dosieraerosolen zu Pulverinhalatoren ließe sich der CO2-Fußabdruck im
Gesundheitswesen deutlich reduzieren – bei gleicher Wirksamkeit. In der
Leitlinie werden Inhalatoren, die den Wirkstoff in Pulverform beinhalten,
als etablierte Alternativen mit besserer Klimabilanz vorgestellt.
„Inhalativa werden vor allem bei Asthma bronchiale und chronisch
obstruktiver Bronchitis (COPD) verordnet – also bei Krankheitsbildern, die
durch den Klimawandel begünstigt werden. Mit der Leitlinie wollen wir dazu
beitragen, diesen problematischen Kreislauf zu durchbrechen“, kommentiert
PD Dr. Guido Schmiemann als Autor der Leitlinie.

Die neue Leitlinie gibt konkrete Hilfestellungen für die ärztliche Praxis:
Die vorhandene Evidenz zur Entscheidung zwischen Pulverinhalatoren und
Dosieraerosolen wird – unter Berücksichtigung des Klimaschutzes –
zusammengefasst. „Unsere Leitlinie mit der Empfehlung, auf
klimafreundliche Pulverinhalatoren zu setzen, ist ein gutes Beispiel
dafür, dass es auch wirklich einfache und praktische Lösungen gibt.
Natürlich müssen wir im Gesundheitswesen auch strukturell umdenken, aber
es ist genauso sinnvoll, auf konkrete Veränderungen in der Praxis zu
setzen“, so Guido Schmiemann weiter.

Neben der wissenschaftlichen Aufwertung auf das S2k-Level zeichnet sich
die Leitlinie nun auch durch eine stärker interdisziplinär ausgerichtete
Perspektive aus: Für die DEGAM sind PD Dr. Guido Schmiemann und für die
DGP Dr. Christian Grah als federführende Autoren beteiligt. Außerdem
wurden drei pädiatrische Fachgesellschaften und die Deutsche Gesellschaft
für Innere Medizin (DGIM) eingebunden. Neu ist auch, dass sich die
Arzneimittelkommission der Apotheker eingebracht hat, um Apothekerinnen
und Apotheker zu den verschiedenen Darreichungsformen mit ihrer jeweiligen
Klimabilanz zu informieren. Auch der Aspekt der Entsorgung der
Inhalatoren, für die strenge Regeln gelten, wird in der neuen Fassung der
Leitlinie erstmalig aufgegriffen.

Die S2k-Leitlinie „Klimabewusste Verordnung von inhalativen Arzneimitteln“
finden Sie hier: https://tinyurl.com/mvryb43s

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DIVI-Zeitschrift 2.4: Digital in die Zukunft

Prof. Gerhard Jorch  Foto: Mike Auerbach
Prof. Gerhard Jorch Foto: Mike Auerbach

Das ist der Aufbruch in eine neue Zeitrechnung: Die DIVI-Zeitschrift wird
stolze 15 Jahre alt – und flügge. Die heute erscheinende Ausgabe 01/24 ist
die erste rein digitale Ausgabe der bisherigen Mitgliederzeitschrift. Ab
sofort steht sie durch diese Neuerung Open Access jedem Interessierten
offen. Alle Beiträge können umgehend gelesen, geteilt, zitiert werden.
„Wir sehen hierin große Chancen für eine deutliche Steigerung der
Reichweite unserer Zeitschrift“, sagt Herausgeber Prof. Gerhard Jorch.
Schließlich sei die Intensivmedizin, und hier allen voran die DIVI,
multiprofessionell und interdisziplinär geprägt.

„Bis auf die Abgabe in der Druckerei bleiben alle weiteren Prozesse der
Redaktion, dem Peer-Review-Verfahren, Lektorat und Satz unverändert. Auch
arbeiten wir weiterhin Hand in Hand mit dem Ärzteverlag.“ Die
unvergängliche, wissenschaftliche Quelle liefern – diesem Ziel kommt der
Herausgeber ab heute einen großen Schritt näher.

Je mehr Menschen die Inhalte der DIVI-Zeitschrift lesen, desto besser.
„Wir sind als langjährige Mitarbeiter sehr gespannt, wie viele Leser wir
jetzt ansprechen und wie das neue Format akzeptiert wird“, überlegt Marie-
Luise Bertram, Head of Product and Marketing der DIVI-Zeitschrift. Die
Entwicklung auf dem gesamten Zeitschriften-Markt gehe in die digitale
Richtung. „Denken Sie doch mal an die DB-mobil, das US-Magazin Newsweek –
große, auflagenstrake Zeitschriften, die Sie aber auch nicht mehr auf
Papier in der Hand halten“, so Bertram. „Und bei einem Fachmagazin wie der
DIVI-Zeitschrift können die interessierten Leser jetzt viel besser nach
Schlagworten suchen und finden, Passagen an Kollegen mailen oder
zitieren!“

„Zugegeben, ein bisschen traurig bin ich schon. Das Haptische fehlt! Und
ich habe gerne Papier in den Händen“, verrät Gerhard Jorch, der erst vor
wenigen Wochen – nicht nur, aber eben auch für seine Verdienste um die
DIVI-Zeitschrift – zum Ehrenmitglied der Fachgesellschaft ernannt wurde.
„Mir ist dann aber im letzten Jahr klar geworden, dass ich eigentlich
immer schon Online-Leser des DIVI-Magazins war. Ich habe alle Manuskripte
und alle Beiträge immer digital auf dem Rechner oder Smartphone gelesen,
mehrfach jeden der Beiträge. So habe ich das fertige, gedruckte Heft, dann
tatsächlich nicht mehr studiert, sondern in mein Archiv gelegt.“

DIVI-Zeitschrift ist die unvergängliche, zitierfähige Quelle

Was ist also die DIVI-Zeitschrift heute? Eine akademische Quelle! „In der
Zeitschrift publizieren wir langfristig wissenschaftlich wertvolle Artikel
aus unseren Schwerpunktgebieten der Intensivmedizin und der
Notfallmedizin“, unterstreicht Jorch, der bereits seit Januar 2018 als
verantwortlicher Herausgeber fungiert.

Aktuelle Nachrichten, politische Statements, Reaktionen auf Reform-
Vorhaben – das gehöre in die schnellen Kanäle der DIVI-Website und des
Newsletters. „Was wir besser können, ist die Wissenschaft! Wir sind die
wissenschaftliche Quelle mit überwiegend medizinisch-wissenschaftliche
Beiträgen, die zitterfähig sind und eine lange Halbwertszeit haben
werden“, ist Gerhard Jorch überzeugt. „Die Notwendigkeit ist die
Unvergänglichkeit. Das rechtfertigt das weitere Erscheinen der DIVI-
Zeitschrift!“

Qualität halten und Bedeutung steigern

Was wünschen sich Herausgeber, Verlagsmitarbeiter und Mitherausgeber jetzt
für die Zukunft? „Wichtig ist uns auf jeden Fall, die Qualität zu halten“,
betont Alessandra Provenzano, Content Managerin vonseiten des
Ärzteverlages. „Das Peer-Review-Verfahren haben wir jetzt seit 2022
etabliert, wodurch die Zeitschrift wirklich profitiert hat.“ Kollegin
Alessandra Bertram ergänzt: „Wir möchte schon, dass die DIVI-Zeitschrift
für bestimmte Bereiche so wichtig wird, wie der Lancet oder das New
England Journal! Deshalb stehen wir jeden Morgen wieder in der Redaktion.“

Das hohe Engagement seiner Mitherausgeber hochhalten – das ist auch die
erste Antwort, die Prof. Gerhard Jorch auf diese Frage hat: „Ohne
Mitherausgeber könnte ich die redaktionelle Heftarbeit nicht schaffen. Das
ist Teamwork! Es ist wichtig, als DIVI-Zeitschrift die Fachgebiete und
Berufsgruppen an einen Tisch zu bringen, gemeinsam Schwerpunkthefte zu
konzipieren, viele Aspekte zu beleuchten. Und das werden wir in Zukunft
hoffentlich noch viel intensiver tun. Es ist motivierend, neue Wege zu
beschreiten. Die Welle der Digitalisierung wird uns tragen – wohin, darauf
warte ich jetzt gespannt!“

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Studierende entwickeln Konzept zur Cannabisprävention

Das Projektseminar Cannabisprävention richtet sich an Studierende der Psychologie, Schulpsychologie und der Beruflichen Bildung an der Universität Bamberg. Es hat zum Ziel, Cannabis-Präventionskonzepte für Berufsschüler*innen und Studierende zu erstellen.  Benjamin Herges/Universität Bamberg
Das Projektseminar Cannabisprävention richtet sich an Studierende der Psychologie, Schulpsychologie und der Beruflichen Bildung an der Universität Bamberg. Es hat zum Ziel, Cannabis-Präventionskonzepte für Berufsschüler*innen und Studierende zu erstellen. Benjamin Herges/Universität Bamberg

Vor dem Hintergrund der beschlossenen Cannabis-Legalisierung spielt
Prävention eine wichtige Rolle.
Der Deutsche Bundestag hat am Freitag, 23. Februar 2024, nach langer
politischer Auseinandersetzung das sogenannte Cannabisgesetz beschlossen.
Cannabis soll damit ab April 2024 nicht mehr zu verbotenen Substanzen nach
dem Betäubungsmittelgesetz gehören. Der Besitz und Konsum bleiben unter
bestimmten Bedingungen straffrei. Vorangegangen war der Legalisierung von
Cannabis in Deutschland nicht nur eine politische, sondern auch eine
gesellschaftliche Diskussion, die sich weiter fortsetzt. Am Freitag, 22.
März, wird sich der Bundesrat erneut mit dem Gesetz befassen.

Handlungsbedarf in der Aufklärungs- und Präventionsarbeit

Präventionsarbeit spielt vor diesem Hintergrund eine große Rolle. Denn:
Der Konsum von Cannabis ist verbreiteter denn je. 4,5 Millionen Erwachsene
haben nach aktuellen Erhebungen des Bundesgesundheitsministeriums im
letzten Jahr wenigstens einmal Cannabis konsumiert. Oft verursachen
falscher Konsum oder gefährliche Beimischungen aus dem kriminellen Handel
gesundheitliche Schäden. Diese zu reduzieren, ist ein Ziel der Cannabis-
Legalisierung in Deutschland. „Der Cannabiskonsum unter jungen Menschen
bis zu einem Alter von 25 Jahren ist in den vergangenen zehn Jahren
gewachsen. Der Anstieg ging rückblickend einher mit der Legalisierung von
Cannabis zum medizinischen Gebrauch“, erklärt Prof. Dr. Jörg Wolstein,
Professor für Pathopsychologie an der Universität Bamberg. Seit die
öffentlichen und politischen Diskussionen um die Legalisierung des
privaten Konsums und Anbaus losgingen, sei ebenso ein Anstieg des
Cannabiskonsums festgestellt worden. „Ob wir also eher für oder gegen die
Cannabis-Legalisierung sind, spielt für den Handlungsbedarf in der
Aufklärungs- und Präventionsarbeit keine Rolle. Wir müssen als
Gesellschaft jetzt schon reagieren“, sagt Wolstein. Deshalb ist 2023 das
vom Freistaat Bayern geförderte Verbundpilotprojekt „CannaPeer:
Cannabisprävention an bayerischen Berufsschulen sowie Hochschulen und
Universitäten“ gestartet.  Im Projekt soll Cannabisprävention für
Berufsschüler*innen und Studierende neu konzipiert werden – von Lernenden
für Lernende. Teil davon ist das interdisziplinäre Projektseminar
Cannabisprävention an der Professur für Pathopsychologie in Bamberg.

Innovatives Präventionskonzept im Peer-to-Peer-Prinzip

Es handelt sich dabei um ein innovatives Präventionskonzept nach dem Peer-
to-Peer-Prinzip: Studierende entwickeln in einer aufeinander aufbauenden
Seminarreihe eigenständig ein Präventionskonzept für Gleichaltrige unter
Begleitung einer Lehrkraft und weiteren Fachkräften. Bis Februar 2024 lief
die Konzeptionsphase. Bald startet die Pilotphase und ab Oktober 2024 soll
es in die Umsetzung gehen. „Bei der Prävention geht es im Kern um Facetten
wie Selbstwirksamkeit, also die eigene Überzeugung, in Situationen
zielführend handeln und mit dem Ergebnis zufrieden sein zu können. Oder um
Resilienz, also die Fähigkeit, auch ohne Substanzkonsum mit Belastungen
umgehen zu können. Derartige Präventionsprinzipien gelten natürlich auch
bei anderen Suchtmitteln“, erläutert Wolstein. Die mit dem Projekt
erreichten Schüler*innen und Studierende sollten ihr eigenes Handeln
reflektieren und dann motiviert werden, es so anzupassen, dass die Risiken
minimiert werden. „Ziel ist es, überhaupt nicht oder wenn, dann risikoarm
zu konsumieren“, erklärt Wolstein.

Das Projekt wird mit 466.000 Euro vom Bayerischen Staatsministerium für
Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) bis 2025 gefördert. Im
Verbundprojekt arbeitet die Universität Bamberg mit dem Institut für
Therapieforschung (IFT) in München unter Federführung des Zentrums für
Prävention und Gesundheitsförderung am Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit (LGL) zusammen. Vor Ort sind das Landratsamt
Bamberg (Fachbereich Gesundheitswesen) und der Verein Innovative
Sozialarbeit (iSo e.V.) involviert.

Ein ausführlicher Artikel zum Projekt ist in der aktuellen Ausgabe des
Campus-Magazins uni.kat erschienen. Der Beitrag ist im uni.blog der
Universität Bamberg zu finden: https://blog.uni-bamberg.de/campus/2024
/cannabis-praevention


Die gesamte Ausgabe des Campus-Magazins mit zahlreichen weiteren Themen
gibt es unter: https://www.uni-bamberg.de/unikat/

Weitere Informationen zum Projekt „CannaPeer: Cannabisprävention an
bayerischen Berufsschulen sowie Hochschulen und Universitäten“ unter:
https://www.zpg-bayern.de/cannapeer-cannabispraevention-an-bayerischen-
berufsschulen-sowie-hochschulen-und-universitaeten.html

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HM24: Schlüsselmaterialien für die Wasserstoffwirtschaft - zuverlässig und nachhaltig

Wie sicher ist Wasserstoff als Energieträger der Zukunft? Welche
Materialien müssen für die Nutzung von Wasserstoff ertüchtigt werden und
wie sieht ihre Recyclingfähigkeit aus? Wie sehen effiziente Prozesse dafür
aus? Forscherteams aus der Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe
und Ressourcenstrategie IWKS und dem Fraunhofer-Institut für
Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF zeigen aktuelle
Entwicklungen rund um Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung von
Wasserstoff auf der HANNOVER MESSE, 22. bis 26. April 2024, Halle 13,
Stand C16, am Stand der LandesEnergieAgentur Hessen LEA.

Zuverlässigkeit und Betriebsfestigkeit von Werkstoffen und Baugruppen der
Wasserstoffwirtschaft

Gezeigt werden auf der Messe Prüfumgebungen, die am Fraunhofer LBF
entwickelt werden. Sie dienen der zyklischen Werkstoffuntersuchung an
Vollproben bzw. kleinen Bauteilen unter Druckwasserstoff für die schnelle
und effiziente Absicherung von Komponenten aus wasserstoffbeaufschlagten
Systemen. Darüber hinaus dienen sie der Beurteilung der Lebensdauer und
der Medienbeständigkeit, da die Untersuchungen auch an Proben unter
alkalischen oder sauren Bedingungen durchgeführt werden können, wie sie in
Elektrolyseuren zu finden sind. In Einlagerungsuntersuchungen unter
erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck verschiedener Gase können z. B.
Kunsstoffproben beschleunigt gealtert werden, sodass bei einem Vergleich
ihrer mechanischen Eigenschaften mit ungealterten Proben direkt Aussagen
zu Materialeignung und Einsatzdauer für die jeweilige Anwendung möglich
sind.
Diese Untersuchungen bilden die Basis für die Etablierung einer
zuverlässigen und nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur.

Kreislaufwirtschaft für Systeme und Komponenten der Wasserstoffwirtschaft

In Bezug auf das Themengebiet Kreislaufwirtschaft stellen die Fraunhofer-
Expertenteams ein vielseitig einsetzbares nachhaltiges Verfahren zur
Aufbereitung von Brennstoffzellen vor. Der verifizierte Recyclingansatz
aus mechanischer Vorbehandlung und chemischen Trennverfahren ist in der
Lage, hochwertige Materialfraktionen, insbesondere aus wertvollen
Katalysatormaterialien wie die Metalle der Platingruppe von den anderen
Werkstoffen - im Fokus stehen hier flourbasierte Kunststoffe - zu trennen.
Darüber hinaus wird eine Methode zur Trennung von CFK-Bauteilen in
Kohlenstofffasern und Kunststoffmatrix vorgestellt.

Mehr Informationen zum Leistungszentrum Green Materials for Hydrogen –
GreenMat4H2:

Im Leistungszentrum-Wasserstoff Hessen »GreenMat4H2« bündeln Fraunhofer
IWKS und Fraunhofer LBF ihre Kompetenzen, um Konzepte für eine
nachhaltige, geopolitisch unabhängige, effiziente und sichere
Wasserstoffwirtschaft zu erarbeiten. Berücksichtigt wird der gesamte
Lebenszyklus von Produkten und Systemen einer Wasserstoffökonomie, von der
Erzeugung über Speicherung und Transport bis hin zur Nutzung und
Wiederverwertung. Dabei fokussiert das Fraunhofer LBF auf die
Zuverlässigkeit und Betriebsfestigkeit von mit Wasserstoff beaufschlagten
Systemen; das Fraunhofer IWKS auf die Zirkularität und Rezyklierbarkeit
von Komponenten.
Im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus hat sich das Leistungszentrum-
Wasserstoff Hessen als Kompetenzzentrum und Austauschplattform für die
Akteure der Wasserstoffwirtschaft etabliert.

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