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Renovierung oder Sanierung von Bürogebäuden - das ist zu beachten

Sanierung von Bürogebäuden Symbolbild
Sanierung von Bürogebäuden Symbolbild

Bei vielen älteren Bürogebäuden steht eine Sanierung an. Einerseits dienen sie dazu, Energiekosten zu sparen. In dem Fall wird von einer energetischen Sanierung gesprochen. Zum anderen entsprechen sie nicht mehr dem aktuellen Trend, sodass eine Modernisierung angesagt ist. Dadurch werden zumeist hellere und lichtdurchflutete Büroräume geschaffen. Eine Modernisierung wirkt sich zumeist positiv auf die Angestellten aus, die in den neu gestalteten Räumen arbeiten. Fühlen sie sich an ihren Arbeitsplätzen wohl, arbeiten sie zumeist sehr viel effizienter.

 

Vorteile einer energetischen Sanierung

Eine energetische Sanierung kann zumeist gleich mit einer Modernisierung einhergehen. Sie ist zwar sehr aufwendig, weil in den meisten Fällen einige bauliche Veränderungen durchgeführt werden müssen. Dafür fallen zumeist auch hohe Investitionskosten an. Doch der Aufwand lohnt sich. Sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, wird in dem Bürogebäude deutlich weniger Energie verbraucht. Falls es sich schon um ein sehr altes Gebäude handelt, lassen sich nach einer energetischen Sanierung bis zu 75 Prozent der Energiekosten sparen. Zudem gibt es in einigen Fällen auch noch staatliche Zuschüsse für derartige Maßnahmen. Doch allein aus Gründen der Energiekosteneinsparung lohnt sich eine energetische Sanierung auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Welche Arbeiten können anfallen?

Es hängt in erster Linie davon ab, welche Änderungen mit einer Sanierung beabsichtigt werden. Im Zuge einer energetischen Sanierung müssen eventuell Dämmstoffe montiert werden. Diese sind zumeist am Fußboden, an den Wänden sowie an der Decke erforderlich. In vielen Fällen werden auch neue Fenster eingebaut, die eine bessere Wärmedämmung bieten. Fenster mit einer modernen Wärmeschutzverglasung sorgen dafür, dass die Wärme der Sonnenstrahlen in die Büroräume gelangt, aber die Wärme der Heizung nicht nach außen entweichen kann. Zudem wird zumeist auch die Elektrik modernisiert und eine neue Heizung eingebaut. Oftmals entscheiden sich die Eigentümer des Bürogebäudes auch dazu, die Fassade von außen dämmen und verkleiden zu lassen. Dadurch bekommt das Gebäude gleichzeitig ein neues Erscheinungsbild.

 

Weitere Maßnahmen zum Sparen von Energie

Die meisten Kunden achten vermehrt darauf, ob ein Unternehmen es ernst mit dem Schutz der Umwelt nimmt. Deshalb dienen Maßnahmen, mit denen Energiekosten gespart werden können, auch gleichzeitig als lukratives Marketinginstrument. So können beispielsweise Photovoltaikanlagen auf dem Dach den elektrischen Strom erzeugen, der im Bürogebäude verbraucht wird. Der selbst erzeugte Strom ist nicht nur günstiger, sondern das Unternehmen kann damit werben, dass es klimaneutral arbeitet. Das kommt bei den Kunden immer sehr gut an.

 

Doch nicht nur beim Stromverbrauch können moderne technische Einrichtungen langfristig zu Einsparungen führen. Auch der Wasserverbrauch lässt sich durch neue sanitäre Anlagen drastisch reduzieren.

Ein Sanierungskonzept erstellen

Nicht jeder Unternehmer kennt sich mit der Sanierung eines Bürogebäudes aus. Deshalb kann eine professionelle Unterstützung von außen sehr hilfreich sein. Inzwischen gibt es versierte Fachleute oder Unternehmen, die Interessenten beraten, damit eine Sanierung auch den gewünschten Erfolg bringen kann. Diese Unternehmen führen dann auch gleich sämtliche Arbeiten durch, die im Sanierungskonzept aufgelistet sind. Eines dieser Unternehmen ist Beis.com. Es lohnt sich für jeden Unternehmer, der eine größere Sanierungsmaßnahme plant, sich etwas näher über den Leistungsumfang dieses Unternehmens zu informieren.

 

In einem Sanierungskonzept sind in der Regel auch die anfallenden Kosten für die geplante Maßnahme aufgelistet. Gegenüber stehen die langfristigen Einsparungen. Aus dem Verhältnis zwischen Investitionsaufwand und Einsparung von Kosten auf langer Sicht lässt sich die Wirtschaftlichkeit einer solchen Maßnahme errechnen. Doch neben der Wirtschaftlichkeit spielt auch das Ansehen eines Unternehmens eine wichtige Rolle. Befindet sich ein modernes Unternehmen in einem alten Gebäude, das schon etwas heruntergekommen ist, macht es keinen guten Eindruck. Zudem mögen die Angestellten lieber in einem modernen Gebäude ihre Arbeit verrichten. Deshalb spielen auch die Renovierung sowie die Modernisierung wichtige Rollen.

 

Die Renovierung von Bürogebäuden

Genauso wichtig wie die baulichen Maßnahmen bei einer Sanierung ist auch die Renovierung der einzelnen Büroräume. Diese können oftmals einen neuen Anstrich vertragen. Zudem lassen sich Decken verkleiden, sodass sich auch die Akustik in den Räumen verbessert. Bei einer umfassenden Renovierung wird zumeist auch eine neue Beleuchtung installiert. Diese sollte so beschaffen sein, dass sie an jedem einzelnen Arbeitsplatz genug Licht bietet, aber nicht schädlich für die Augen der Mitarbeiter sein kann. In einem Bürogebäude, in dem schon einige Jahrzehnte lang intensiv gearbeitet wurde, sind meistens auch die Fußböden schon stark verschlissen. Deshalb werden zumeist auch neue Fußbodenbeläge verlegt.

In eine moderne Einrichtung investieren

Ein saniertes und renoviertes Bürogebäude kann durch eine moderne Einrichtung perfektioniert werden. Dabei sollte unbedingt auf den Komfort geachtet werden. Besonders wichtig sind höhenverstellbare Schreibtische sowie ergonomisch geformte Schreibtischstühle. Können sich die Mitarbeiter ihren Stuhl und ihren Schreibtisch individuell an ihren Bedürfnissen anpassen, arbeiten sie besser. Dadurch treten deutlich weniger Verspannung und damit einhergehende krankheitsbedingte Fehlzeiten auf. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Angestellten gerne in einer modernen Umgebung arbeiten. Dadurch erhöht sich zumeist auch die Effizienz.

 

Sehr beliebt bei vielen Mitarbeitern sind auch flexible Arbeitsplätze. Das bedeutet, nicht jeder hat einen Schreibtisch, der nur ihm zugeteilt wird. Jeder kann sich seinen Platz selbst wählen. In größeren Unternehmen gibt es solche Konzepte schon länger. Allmählich finden diese Varianten aber auch in mittelständischen und kleineren Unternehmen Anklang.

Ein Ausweichbürogebäude finden

Während der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten kann meistens in dem jeweiligen Bürogebäude nicht gearbeitet werden. Deshalb ist es wichtig, vorübergehend ein anderes Gebäude zu finden, in dem die Mitarbeiter ihre Tätigkeiten verrichten können. Es kann jedoch sein, dass sich nicht in der unmittelbaren Umgebung ein geeignetes Gebäude finden lässt, das gerade zur Verfügung steht. Deshalb ist auf jeden Fall etwas Flexibilität gefragt. Zudem sollte rechtzeitig mit der Suche begonnen werden. Es sollte ein Gebäude gefunden werden, bevor konkrete Sanierungspläne aufgestellt werden. Sonst könnte es Probleme mit der Durchführung der gewünschten Arbeiten geben. Auch die Unternehmen, die mit der Durchführung der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten beauftragt werden, benötigen verlässliche Termine für ihre konkrete Planung.

 

Zusammenfassung

Ein Bürogebäude zu sanieren, bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird nach einer ausgeklügelten energetischen Sanierung deutlich weniger Energie verbraucht. Zum anderen wirkt das Unternehmen deutlich besser, wenn es in sanierten Büroräumen arbeitet, die auch optisch ansprechend sind. Das optische Erscheinungsbild eines Bürogebäudes kann auch ein interessantes Marketinginstrument sein. Des Weiteren fühlen sich die Mitarbeiter in einem modern gestalteten Bürogebäude wohl und arbeiten darin gerne. Dadurch steigt die Effizienz.

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«Putin kann uns besser beobachten als wir ihn» - Der Krieg in der Ukraine und die schwierige Unterstützung des Westens

Gerät die Unterstützung der Ukraine ins Wanken? Naht ein Wendepunkt?
Gespräch mit dem Soziologen Marcel Schütz über eine problematische
Kriegskonstellation.

Herr Schütz, Sie haben in dieser Woche in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)
einen Beitrag zum Beginn des dritten Kriegsjahres in der Ukraine
geschrieben. Dort liest man von einer «soziologischen Struktursuche». Was
meinen Sie damit?

Schütz: Es ist der Versuch, die schwierige Rolle der westlichen
Unterstützer nachzuvollziehen. Und die Frage zu stellen, wie die
involvierten Akteure in diesem Konflikt auftreten, wie sie nicht nur Ziele
verfolgen, sondern sich einander beeinflussen. Krieg ist in beträchtlichem
Maße eine Frage der Wahrnehmungen, der Perzeptionen. Jede Seite kalkuliert
mit bestimmten Folgen ihres Tuns und teilt sich über An- und Absichten
mit. Man verrät aber auch Dinge, lässt sich versehentlich in die Karten
schauen, taktiert und provoziert, oder man wird heimlich – wie jüngst der
Fall – abgehört, was zu entsprechenden kommunikativen Reaktionen, zu
Verunsicherungen führt. Das Ganze geschieht heutzutage nicht fern der
Öffentlichkeit, sondern über Massenmedien und soziale Netze vor einem
riesigen Publikum, das durch Resonanz und Stimmung seinerseits Einfluss
hat. Vielleicht wie bei keinem Krieg zuvor.
__

Eine Ihrer Folgerungen ist, dass der Krieg in seiner Durchführung eine
ungewöhnliche Form aufweise bzw. dass sich durch die westliche
Unterstützung einige Schwierigkeiten einstellen.

Russlands Aggression gegen die Ukraine ist sicher das, was man einen
«großen Krieg» nennt. Das Bestreben einer umfangreichen Landnahme unter
Einsatz massiver militärischer Gewalt, was ebenso starke Abwehrmaßnahmen
in Gang setzt. Große Staaten mobilisieren ihre Streitkräfte. In Europa
kennen wir das in solchen Ausmaßen zuletzt aus dem Zweiten Weltkrieg. Das
zentrale organisatorische Problem besteht auf der Seite der Ukraine darin,
dass sie voll und ganz auf die Unterstützung der westlichen Staatenallianz
angewiesen ist, die ihrerseits aber den Krieg gar nicht direkt führt,
nicht führen darf, ihre Mittel laufend abstimmen muss, und in ihrer
Zielsetzung unklar bleibt (absichtlich unklar bleibt). Außerdem verfügt
diese Allianz kaum über Ergebniskontrolle und sie weckt große Erwartungen,
dass sie ihren Einsatz unbegrenzt verlängern und die Feuerkraft notfalls
deutlich verstärken kann.
__

Kurzes Einhaken: Dennoch wird unaufhörlich betont, dass nichts unternommen
werden dürfe, das den Westen direkt am Krieg beteilige. Die Reaktionen von
Bundeskanzler Scholz und anderer europäischer Regierungen auf Präsident
Macrons Überlegung etwaiger Bodentruppen sind aussagekräftig.

Ja genau. Je länger dieser Krieg andauert, desto intensiver müssen die
Unterstützungen auf hohem Niveau fortgesetzt werden, was die Frage
aufwirft, was man eigentlich macht, wenn Russland von seinen Zielen nicht
ablässt und in die Vorderhand kommt. Das ist jetzt der Fall. Und
entsprechend gibt es Druck und Disput im westlichen Staatenbund, dessen
Entscheidungen – anders als bei der Machtkonzentration in Moskau – immer
wieder für eine gemeinsame Linie abgestimmt werden. Zudem müssen sich die
Regierungen laufend mit der Ukraine selbst verständigen, sie vertrösten
und Bitten abschlagen. Das alles ist eine komplizierte Geschichte.
__

Ohne diese Konstellation gäbe es die Ukraine wohl gar nicht mehr als
souveränen Staat. Es kursiert eine Abbildung im Internet: die Ukraine als
Staumauer einer riesigen russischen Wassermenge. Bricht der Damm, wird die
Ebene dahinter, Europa, geflutet.

Die Abbildung bringt eine Erwartung zum Ausdruck, die sich im Laufe der
letzten beiden Jahre gefestigt hat. Die westliche Seite präsentiert sich
als «halbe Welt», die sich der russischen Aggression in den Weg stellt.
Mit der Zeit kamen Spekulationen auf, dass Russland weiter nach Westen
vordringen könnte, möglicherweise das Baltikum oder Polen als Ziele in den
Blick nehme. Diese Annahme wird durchaus zu einer kommunikativen
Strategie, Kräfte gegen den Aggressor zu mobilisieren. Und das kann
bedeuten, dass man die Dinge derart groß werden lässt oder groß macht, bis
man schon den nächsten Weltkrieg vor Augen hat. Anders gesagt: Es wird mit
der Zeit immer schwieriger, sich noch vorstellen zu können, dass Putin
nicht irgendwann den Westen angreift.
__

Es heißt, in der Ukraine werde der ganze Westen verteidigt. Es kann doch
nicht falsch sein, wenn man sich anschaut, wie hart die Ukrainer um ihre
Freiheit kämpfen?

Auf rein ethischer oder emotionaler Ebene lässt sich dem freigiebig
zustimmen. Wenn diese Leute viele unserer Werte teilen, dann berührt es
auch uns. Auf der anderen Seite wird die Ukraine damit zum Prellbock gegen
Russland. Es wachsen die Erwartungen, was sich in diesem Konflikt für uns
entscheidet. Speziell dann, sollte die Ukraine den Krieg nicht in einer
Weise gewinnen, die man als Sieg bezeichnen könnte. In diesen erweiterten
Bedrohungsszenarien steckt eine Menge kommunikative Abschreckung. Es wird
versucht, die Unterstützung im westlichen Bündnis zu stabilisieren.
Zugespitzt gesagt: Wenn wir jetzt nicht gegenhalten, sind wir, in welcher
Weise auch immer, die nächsten, die Putin angreift. So die beabsichtigte
Botschaft.
__

Lassen Sie uns ein heißes Eisen anfassen: Die Frage, warum die westliche
Unterstützung momentan so viel Unentschlossenheit ausdrückt. Was denken
Sie, ist das Ziel der westlichen Hilfe?

Es ist für diese Allianz nicht einfach, ihre Ziele klar auszusprechen. Das
hat mit dem Gegner zu tun und mit der Frage, was realistisch zu erreichen
ist. Es war undenkbar, nach dem Angriff im Februar 2022 die Ukraine
schutzlos Russland zu überlassen. Also wählte man, so die meines Erachtens
zutreffende Deutung, eine Kalkulation, die weder den Diktatfrieden des
Aggressors noch eine Eskalation in den Westen, in die NATO, zulassen
sollte. Und die Hoffnung ist dann, zu einer andersartigen Kommunikation zu
gelangen, zu einem Einlenken und zum vorläufigen Stopp der Aggression. Der
Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sprach vor
einigen Wochen vom Ziel eines neuen Minsk-Abkommens – angelehnt an jene
Vereinbarung von 2015, die allerdings kurz darauf gebrochen wurde.
__

Sie sprechen in Ihrem Artikel vom Montag von der «allmählichen
Verwahrscheinlichung von Verhandlungen».

Genau. Und für diese Verwahrscheinlichung – das Wort deutet einen
zeitlichen Prozess an – ist es nötig, dass die Kosten des Krieges
zunehmend untragbar werden; besonders für den Aggressor, der dann nicht
mehr in der Lage sein wird und nicht willens ist, den Kampf auszuweiten.
Eine Ermüdung sozusagen. Aber, und das macht es kompliziert, es müsste
auch auf Seiten der Ukraine eine Bereitschaft eintreten, bestenfalls bei
beiden Parteien etwa zu gleicher Zeit. Also nicht derart, dass für eine
Seite, im Zweifel wäre das die Ukraine, nur noch Bedingungen zu
unterschreiben sind. Ich denke, dass wir uns nicht ganz klarmachen, wie
allein der Faktor Zeit dazu führt, dass sich Wahrnehmungen verändern und
sich Bereitschaften entwickeln, die man früher für undenkbar hielt.
__

Das klingt erschreckend plausibel. Erschreckend, weil es bedeutet, dass
man gar nicht an den eindeutigen Sieg der Ukraine glaubt, sondern den
Aggressor an einen Punkt bringen will, dass er seine Kriegskalkulation
ändern muss, um nicht seinerseits zu kollabieren und alles zu verlieren.
Am Ende werden aber beide Seiten zum Kompromiss gedrängt.

Das ist das Erschreckende oder Ungeheuerliche. Vom ethnisch-normativen
Standpunkt aus wird die westliche Unterstützung auf den Sieg der Ukraine
zielen. Aber das bleibt relativ abstrakt. Die Frage ist, ob man einen
echten Sieg für realistisch hält. Und ob man dieses Szenario überhaupt
anstreben will, im Wissen um die unberechenbaren Folgen einer Niederlage
auf russischer Seite, im Wissen um einen möglichen russischen Versuch,
diese Kränkung durch den Einsatz weitaus massiverer Waffen abzuwenden, der
eine Kettenreaktion folgen könnte. Es ist nicht entscheidend, ob man
selbst das alles glaubt, entscheidend ist, welche Folgeabschätzungen
Regierungen, die mittelbar beteiligt sind und Verantwortung tragen, in
ihrer Risikoabwägung für relevant halten.
__

Sie wollen die Kontrolle nicht abgeben bzw. wollen eine Vorstellung von
Kontrolle behalten?

Sie wollen die Kontrolle über eine Konstellation behalten, insofern von
Kontrolle hier noch die Rede sein kann. Vielleicht ist es eine
Kontrollillusion. Wir wissen es nicht genau, die Regierungen wissen es
vermutlich auch nicht so genau. Wenn man schon nicht selbst die Waffen
einsetzen und die Befehle geben kann, wird versucht, quasi über dem
Kommando der Ukraine, ihrer Regierung und ihren Streitkräften, noch eine
Ebene zu schaffen, auf der fortlaufend abgewogen und bewertet wird, wie
weit zu gehen man bereit ist. Ungewöhnliches Management in einer
ungewöhnlichen Kriegskonstellation.
__

Es ließe sich einwenden: Das motiviert den Aggressor, seine Maßnahmen
fortzusetzen, außerdem führt es dazu, dass die Unterstützung irgendwann
einbricht, weil man nicht genug Schritt hält.

Aber wiederum schließt man – so das mögliche Selbstverständnis des
westlichen Unterstützungsregimes – damit womöglich aus, selbst zur
Eskalation beizutragen. Die westlichen Regierungen scheinen jene
Konflikteingrenzung betreiben zu wollen, zu der der Aggressor nicht bereit
ist. Er hat den Krieg begonnen, für ihn scheint es alternativlos zu sein,
ihn fortzusetzen. Es ist klar, dass so eine Form der Selbstbeschränkung
und Konfliktkontrolle ziemlich nach Appeasement durch die Hintertüre
aussieht. Und es ist nicht leicht, einen solchen Pfad wieder zu verlassen.
Allein schon, weil es jetzt zu Nachschubproblemen in der Waffenproduktion
kommt, die Blockade in den USA anhält und man im Bündnis auch nicht ganz
einig ist, welche militärischen Maßnahmen für die Zukunft noch denkbar
wären – und wie man darüber spricht oder lieber schweigt.
__

Da wäre die lange Diskussion über die Taurus-Marschflugkörper. Ob es sein
kann, dass man zu zögerlich war, und es jetzt an Munition und Material
fehlt, wodurch Russland Oberwasser kriegt?

Darauf verweisen Experten. Es ist aber auch nicht leicht, zu erkennen oder
einzugestehen, ob und inwieweit man sich in der eigenen Kalkulation
vielleicht verrechnet hat. Hierzu dürfte die Unerfahrenheit mit der
Situation beitragen. Es gibt keine Vorlage, keinen vorangegangenen
Testfall, keine festgeschriebenen Kriterien, wie weit man gehen kann.
Natürlich besteht weiterhin eine Grenze zur direkten Kriegsbeteiligung.
Wir wissen nicht, über welche Kenntnisse die Regierungen verfügen, was sie
dazu veranlasst, zögerliche Entscheidungen zu treffen, die sie
vordergründig schwach aussehen lassen. Und man weiß nicht, was heute wäre,
wäre die westliche Seite mit aller Macht in die Lieferungen gegangen. Mir
persönlich fällt die Vorstellung schwer, dass der russische Präsident,
einmal absolut in die Enge getrieben, seinen Krieg schlichtweg abbricht.
Vieles, über das wir sprechen, ist rein spekulativ. Regieren heißt in so
einer Lage: Spekulationen managen.
__

Es wurde zuletzt von «strategischer Ambiguität» gesprochen. Damit ist
gemeint, dass man Putin viel mehr als bislang im Unklaren halten müsse,
wie weit zu gehen man bereit ist.

Das Problem ist dabei, dass Putin diese Diskussion über strategische
Ambiguität mitkriegt. Wir müssten ihn für ziemlich schlicht halten, würden
wir meinen, man könne ihn groß im Unklaren lassen. Ich denke, da macht man
sich was vor. Putin ist mit der deutschen Sprache und Gesellschaft sehr
gut vertraut. Und Deutschland gilt bekanntermaßen als vorbelastet, was das
Verhältnis zu ihm anbelangt. Bei uns laufen große Auseinandersetzungen
über einen richtigen Kurs in der Unterstützung der Ukraine. Putin wird
sich das alles ansehen und sich davon berichten lassen; all die
Unsicherheiten und die Unruhe, wie sie für eine demokratische Gesellschaft
bei so einer Konfrontation eben typisch sind.
__

Umgekehrt bleibt die Welt des Kremls für den Westen verschlossen, sagen
Sie.

Der russische Präsident kann uns besser beobachten als wir ihn. Das ist
ein Nachteil, den man gegenüber einem autoritären Regime, das sein Volk in
passiver Unterstützung hält und kritische Kommunikation über den Krieg im
eigenen Land abfängt, nicht gut ausgleichen kann. Er kriegt alles mit,
worüber man hier streitet. Er sieht, wie die Opposition den Kanzler in die
Mangel nimmt, wie bestimmte politische Lager allzu naiv von
Verhandlungsbereitschaft reden, wie die Staats- und Regierungschefs
zuweilen uneins sind. Das wird ihn motivieren, seinen Kurs fortzusetzen.
__

Sie schrieben in der NZZ, wenn der Krieg nicht zu gewinnen sein sollte,
dann werde man sein Ende «er-warten». Was heißt das?

Hier werden zwei Bedeutungen aufgerufen. Das Erahnen jedenfalls
irgendeiner Veränderung und dann, damit verbunden, die Dimension der Zeit.
Der Blutzoll ist heute mit schätzungsweise einer halben Million
verwundeter und getöteter Soldaten auf beiden Seiten hoch, die ukrainische
Armee klagt über Erschöpfung und es fehlt ihr an genügend Munition.
Umgekehrt schickt Russland große Mengen von Soldaten aus seinem riesigen
Territorium an die Front. Zu einem heute nicht absehbaren Punkt werden
Dinge geschehen, die eine Änderung des Krieges in seiner bisherigen Form
zur Folge haben. Wendepunkte, ein Kollaps, ein Durchbruch, ein exogener
Faktor.
__

Ein solcher exogener Faktor wäre wohl die US-Präsidentschaftswahl im
Herbst?

Und damit der mögliche Auftritt eines neuen (alten) Präsidenten, der mit
der Idee spielt, einen aus seiner Sicht historischen Deal zu machen;
vielleicht ohne Rücksicht darauf, wie die westliche Allianz dasteht. Ein
vorläufiges Ende des Krieges wird keinen Frieden verheißen.
Verständigungen und das Einfrieren der militärischen Aktivitäten sind
Prozesse, die Jahre oder Jahrzehnte beanspruchen. Mit dem Ende direkter
militärischer Konfrontation wird erst recht die hohe Erwartungslast an
Zugeständnissen, Rechenschaft und Strafbegehren ihre ganze Wirkung
entfalten. Fragile Abkommen und eine Revitalisierung der russischen
Aggression sind ebenso möglich wie Widerstand im ukrainischen Volk gegen
eine mögliche Teilung und teilweise Besetzung des Landes. Das Schwierige
an dieser Entwicklung sind die Anschlüsse und die Art der
Anschlusskommunikation.
__

Was meinen Sie mit Anschlusskommunikation?

Soziologen denken stark in sozialen Anschlüssen. Das heißt: Wie setzt sich
etwas fort, wie bilden sich Strukturen aus, die jeweilige Anschlüsse
wahrscheinlich machen. Kurz gesagt, alles muss irgendwie weitergehen. Auf
militärische Lösungen folgen politische. Aber zu welchem Preis, das ist
die Frage. Russland wird nicht verschwinden, Putin wird aus heutiger Sicht
noch eine lange Zeit Präsident bleiben können. Unabhängig davon, was im
Einzelnen geschieht: Die riskanten Anschlüsse sind aus keiner Kalkulation
herauszurechnen. Ich meine, dass diese Überlegung der unvermeidlich
riskanten Anschlüsse vieles von dem leitet, was im westlichen Bündnis,
speziell hinsichtlich der deutschen Regierung, momentan kritisch und
kontrovers diskutiert wird.
__

Das Gespräch führte Dr. Rüdiger von Dehn.

Marcel Schütz ist Professor für Organisation an der Northern Business
School. Er befasst sich mit Formen der Devianz und Störung aus
soziologischer Sicht.

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Schulranzen kaufen – was Eltern bei der Auswahl und der Pflege beachten sollten

Schulranzen kaufen Symbolbild
Schulranzen kaufen Symbolbild

Die Einschulung ist ein aufregender Tag für jedes Kind. Jetzt beginnt ein neuer spannender Lebensabschnitt. Damit der Nachwuchs perfekt für den Schulbeginn gerüstet ist, braucht er natürlich einen passenden Schulranzen. Dank vielfältiger Designs dürfte es für jeden Geschmack ein schickes Modell geben. Eltern sollten aber auch auf andere Faktoren wie Qualität, Ergonomie und Innenaufteilung achten.

Ergonomische Schulranzen sind angenehmer zu tragen

Kinder wachsen noch und sollten keine allzu hohen Gewichte mit sich herumtragen. Deswegen ist es besonders wichtig, den Schulranzen am Abend vorher immer neu zu packen. Wenn am nächsten Tag kein Mathe auf dem Stundenplan steht, muss auch nicht das schwere Mathebuch mitgenommen werden. Darüber hinaus ist es sehr hilfreich, wenn der Schulranzen selbst nur ein geringes Gewicht aufweist und möglichst ergonomisch geformt ist. Er sollte zur Größe des Kindes passen und über gepolsterte Schultergurte und einen gepolsterten Rücken verfügen. Für eine Entlastung des Rückens und der Schultern sorgen außerdem ein Brust- und ein Hüftgurt. So wird das Gewicht besser verlagert.

Reflektoren für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Viele Grundschüler gehen morgens allein oder gemeinsam mit ihren Freunden zur Schule. Sie nehmen also aktiv am Straßenverkehr teil. Damit sie auch in der Dunkelheit gut von Autofahrern gesehen werden können, sollte der Schulranzen zumindest teilweise aus reflektierenden Materialien bestehen. Oft sind an den Seiten Streifen angebracht, die das Licht der Scheinwerfer zurückwerfen. Zusätzlich können Eltern LED-Blinklichter kaufen und diese am Schulranzen befestigen. Die sind mittlerweile sehr günstig zu haben und weisen nur einen geringen Energieverbrauch auf, sodass eine Batterie lange hält.

Schulranzen sollten den alltäglichen Anforderungen standhalten

Ein Schulranzen ist starken Belastungen ausgesetzt. Er muss nicht nur ein hohes Gewicht tragen, sondern auch die manchmal grobe Behandlung durch Grundschulkinder aushalten. Ein stabiles Material und eine hochwertige Verarbeitung sind also ein besonders wichtiges Kaufkriterium. Darüber hinaus sind wasserabweisende Materialien von Vorteil. Gelegentlich sollte er eine neue Imprägnierung verpasst bekommen. Passende Sprays gibt es im Handel zu kaufen. Moderne Schulranzen bestehen oft aus Kunstfasern wie Nylon oder Polyester, sodass sie sehr strapazierfähig sind und sich leicht reinigen lassen.

Eine sinnvolle Innenaufteilung sorgt für eine bessere Übersicht

Damit im Schulranzen kein absolutes Chaos herrscht, ist eine Aufteilung in verschiedene Fächer von Vorteil. Üblicherweise gibt es ein großes Hauptfach sowie ein Bücherfach. Ein kleines Vorderfach für Krimskrams ist ebenfalls sehr praktisch. Zudem besitzen viele Schulranzen seitliche Steckfächer für Trinkflaschen.

Schulranzen, Turnbeutel und Mäppchen im Set kaufen

Schulranzen können oftmals im praktischen Set mit einem Turnbeutel und einem Mäppchen bestellt werden. Das hat den Vorteil, dass optisch alles gut zusammenpasst. Damit das Kind auch mit seiner Ausstattung zufrieden ist, sollte es beim Design mitentscheiden können.

Nützliche Tipps für die Reinigung des Schulranzens

Da Schulranzen täglich zum Einsatz kommen, werden sie schnell dreckig. Eine regelmäßige Reinigung ist deswegen unbedingt notwendig. Krümel und anderer loser Dreck lassen sich einfach ausschütten. Gegebenenfalls kann der Schulranzen einmal ausgesaugt werden. Die Obermaterialien sind in der Regel wasserfest, sodass es kein Problem darstellt, den Ranzen anschließend in der Dusche oder Badewanne abzubrausen. Mit einem feuchten Mikrofasertuch und einem Spülmittel lassen sich hartnäckige Flecken beseitigen. Vor dem ersten Waschgang sollten jedoch immer die Herstellerhinweise gelesen und beachtet werden!

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Lipödem – Symptome und Therapiemöglichkeiten im Überblick

Lipödem  Symptome Symbolbild
Lipödem Symptome Symbolbild

Bei einem Lipödem kommt es zu einer unkontrollierten und fehlerhaften Vermehrung von Fettzellen in bestimmten Körperregionen. Oft sind die Beine, die Hüfte und das Gesäß betroffen. Manche Personen stellen die Veränderungen auch an den Armen fest. Die Krankheit tritt vor allem bei Frauen auf und wird oft nicht richtig diagnostiziert.

Typische Symptome eines Lipödems

Viele Frauen wissen gar nicht, dass sie an einem Lipödem leiden. Bei den folgenden Symptomen sollten sie aber hellhörig werden und einen Mediziner konsultieren:

  • Ungleiche Fettverteilung: In bestimmten Körperregionen treten unnatürlich viele Fettablagerungen auf. Üblicherweise sind Beine und Hüften deutlich breiter als die Taille. Knöchel und Handgelenke bleiben bei vielen Frauen aber schlank.
  • Schmerzen bei Berührung: Schon bei leichten Berührungen kann es zu Schmerzen kommen.
  • Schweregefühl: Zwischen den Fettzellen entstehen häufig Wassereinlagerungen, was wiederum ein Schweregefühl in den Beinen nach sich ziehen kann.
  • Viele Blutergüsse: Es kann verschiedene Gründe geben, aus denen Frauen zu Blutergüssen neigen. Einer davon kann ein Lipödem sein.

Wer es genauer wissen möchte, kann auch online einen Lipödem-Test durchführen und mit dem Ergebnis dann bei seinem Arzt vorstellig werden. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel aber durch einen Phlebologen, Gefäßspezialisten oder Lymphologen.

Wie verläuft ein Lipödem?

Lipödeme treten vermutlich infolge hormoneller Veränderungen oder aus genetisch bedingten Gründen auf. Im ersten Stadium sind bereits erste Fettansammlungen zu erkennen. Die Haut ist aber meist noch glatt. Auch eine Schmerzempfindlichkeit wird nur selten festgestellt. Es folgt das zweite Stadium, in dem Betroffene zunehmend unebene Stellen auf der Haut finden und erste Schmerzen feststellen. Im dritten Stadium zeigen sich Beulen oder gar Knoten, die oft sehr schmerzhaft sind. Außerdem ist die Mobilität eingeschränkt.

Therapiemöglichkeiten bei einem Lipödem

Sport und eine Ernährungsumstellung reichen leider nicht, um ein Lipödem rückgängig zu machen. Stattdessen sollen die Symptome mit einer gezielten Behandlung gelindert oder sogar ganz beseitigt werden. Darüber hinaus dient die Therapie dazu, die Zunahme des Lipödems zu verzögern und die Entstehung eines Lymphödems zu verhindern. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Eine davon ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie dient vornehmlich dazu, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Zu einer Rückbildung des Fettgewebes führt sie jedoch nicht. Dies ist nur durch eine operative Entfernung des Fettgewebes möglich. Bisher zahlen die Krankenkassen die Behandlung erst ab dem dritten Stadium und auch nur für Personen mit einem BMI von unter 35. Da meist mehrere Operationen notwendig sind, können sich die Kosten schnell auf mehrere tausend Euro summieren, was für viele Betroffene schlichtweg zu viel Geld ist.

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