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Das Masterfernstudium Kindheits- und Sozialwissenschaften

Nominierung zum Studiengang des Jahres 2024  Bundesverb. Fernstudienanbieter
Nominierung zum Studiengang des Jahres 2024 Bundesverb. Fernstudienanbieter

Das Masterfernstudium Kindheits- und Sozialwissenschaften ist für den
Studienpreis des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter nominiert

Das berufsbegleitende Masterfernstudium Kindheits- und
Sozialwissenschaften (M.A.), das die Hochschule Koblenz in Kooperation mit
dem zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund anbietet, wurde zum
Studiengang des Jahres nominiert. Unter dem Motto „Bildung. Digital.
Vernetzt. 2024.“ hat der Bundesverband der Fernstudienanbieter den
Studienpreis in verschiedenen Kategorien ausgelobt.
„Wahlvorschläge in der Kategorie „Studienangebot des Jahres“ benötigen
eine ZFU-Zulassung oder eine staatliche Akkreditierung. Dabei muss das
eingereichte Studienangebot entweder einzigartig im Hinblick auf die
Zielgruppe oder innovativ im Sinne der Didaktik oder Methodik sein oder
weitere Alleinstellungsmerkmale aufweisen“, so beschreibt der Verband die
Auswahlkriterien. Über die Vergabe der Preise entscheidet ein unabhängige
Jury mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen. Der „Bildungspreis mit
Tradition“ den der Verband bereits seit 35 Jahren auslobt, wird auf der
LEARNTEC, Europas größte Veranstaltung für digitale Bildung für Schule,
Hochschule und Beruf, verliehen. Erfolgreiche Weiterbildungsgeschichten
und -programme sollen mehr erwachsene Berufstätige zum lebenslangen Lernen
motivieren.

Kindheitspädagogik auf Masterebene
Der Weiterbildungsfernstudiengang Kindheits- und Sozialwissenschaften
integriert Präsenz-, Selbstlern- und Onlinephasen. Neben den monatlich
stattfindenden Präsenzveranstaltungen an der Hochschule studieren die
Teilnehmenden zeitlich und räumlich flexibel. Das Fernstudium ist ein
bundesweit einmaliges Angebot zur nebenberuflichen Weiterqualifizierung
kindheitspädagogischer Fachkräfte auf Masterniveau.

Wählbare Vertiefungen auch als Zertifikatskurse belegbar
Die Absolvierenden qualifizieren sich für anspruchsvolle Tätigkeiten in
leitenden, planenden oder forschenden Positionen
kindheitswissenschaftlicher Berufsfelder. Fünf wählbare Schwerpunkte
ermöglichen eine gezielte und spezialisierte Weiterbildung in den
Bereichen Management und Beratung, Kinderschutz und Diagnostik, Bewegung
und Gesundheit und den zwei neuen Vertiefungen Fachkraft für Kita-
Sozialraumarbeit und Traumapädagogik. Wer kein komplettes Masterstudium
absolvieren möchte, kann einzelne Vertiefungsschwerpunkte belegen und mit
einem Zertifikat abschließen.

Auch ohne Bachelor zum Master
Angesprochen sind Absolventinnen und Absolventen eines ersten
Hochschulstudiums, die über eine mindestens einjährige aktuelle
Berufspraxis in der Arbeit mit Kindern verfügen und ihre bisherigen
Erfahrungen auf akademischem Niveau vertiefen möchten. Aber auch beruflich
qualifizierte Studieninteressierte ohne Hochschulabschluss können über die
Teilnahme an einer Eignungsprüfung zu diesem Studiengang zugelassen
werden.

Weitere Informationen: <www.zfh.de/master/kindheit> und <www.hs-
koblenz.de/maks>

Über das zfh
Das zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund bildet gemeinsam mit
21 staatlichen Hochschulen den zfh-Hochschulverbund. Das zfh ist eine
wissenschaftliche Institution des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in
Koblenz und basiert auf einem 1998 ratifizierten Staatsvertrag der
Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Gemäß Staatsvertrag
fördert und unterstützt das zfh die Hochschulen bei der Entwicklung und
Durchführung ihrer Fernstudienangebote. Neben den 15 Hochschulen dieser
drei Bundesländer haben sich weitere Hochschulen aus Bayern, Berlin,
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein dem Verbund
angeschlossen. Das erfahrene Team des zfh übernimmt für die Hochschulen
die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing der Fernstudiengänge sowie die
Studierendenverwaltung und unterstützt bei der Studienorganisation. Mit
einem Repertoire von über 100 berufsbegleitenden Fernstudienangeboten in
wirtschaftswissenschaftlichen, technischen/naturwissenschaftlichen und
sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen ist der zfh-Verbund bundesweit
größter Anbieter von Fernstudiengängen an Hochschulen mit akkreditiertem
Abschluss. Alle zfh-Fernstudiengänge mit dem akademischen Ziel des
Bachelor- oder Masterabschlusses sind von den Akkreditierungsagenturen
ACQUIN, AHPGS, ASIIN, AQAS, FIBAA bzw. ZEvA zertifiziert und somit
international anerkannt. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen
besteht auch ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmodulen mit
Hochschulzertifikat. Derzeit sind über 6.000 Fernstudierende an den
Hochschulen des zfh-Verbunds eingeschrieben.

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Die Wohlfühlgemeinde: Wie Marktrodach sich mit Hilfe der Hochschule Coburg neu erfindet

Was ist für die Gemeinde am wichtigsten? Unabhängig voneinander gewichteten Paula Smettane und Katja Wich die Themen.  Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Was ist für die Gemeinde am wichtigsten? Unabhängig voneinander gewichteten Paula Smettane und Katja Wich die Themen. Natalie Schalk Hochschule Coburg

In der Wirtschaft wird Feelgood-Management genutzt, um Unternehmen für
Mitarbeitende attraktiv zu machen. Dieses Konzept wurde in Marktrodach
(Kreis Kronach) auf die Gemeinde übertragen: Hier hat Feelgood-Managerin
Paula Smettane die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Blick. Die
besondere Verbindung zwischen Menschen und Verwaltung entstand aus einem
Projekt des Masterstudiengangs „ZukunftsDesign“ der Hochschule Coburg.

Wie kann man neue Bürgerinnen und Bürger gut ins örtliche Leben
integrieren? Wollen sie das überhaupt? Sind sie selbst schuld, wenn es
nicht klappt, liegt es an den Alteingesessenen oder womöglich an beiden?
In den vergangenen Jahren wurde es in Marktrodach schwieriger, Ehrenämter
zu besetzen und Nachwuchs für die Vereinsarbeit zu finden. Wie überall.
Aber woran liegt das – und vor allem: Was lässt sich dagegen unternehmen?
Andreas Buckreus und Katja Wich aus der Marktrodacher Verwaltung wandten
sich an den Masterstudiengang ZukunftsDesign der Hochschule Coburg am
Kronacher Lucas-Cranach-Campus (LCC), um herauszufinden, wie das
bürgerschaftliche Engagement und der Zusammenhalt verbessert werden
können. Zentrale Frage war dabei das Verhältnis von Alteingesessenen und
Zugezogenen. Im Projekt „Vom Bewohner zum aktiven Bürger" begleitete ein
halbes Dutzend Studierende Marktrodach auf dem Weg zu einer lebendigen
Mitmachgemeinde.

Kreative Lösungen für die regionale Entwicklung

„ZukunftsDesign - Innovation.Unternehmertum.Gestaltung“ ist ein
berufsbegleitender Masterstudiengang in dem Studierende mit verschiedenen
Bachelorabschlüssen gemeinsam in praktischen Projekten lernen. In kleinen
Gruppen blicken sie mit ihren unterschiedlichen Perspektiven und
Hintergründen auf das Thema, definieren die Zielrichtung und entwickeln
kreative Lösungsansätze – jedes Semester aufs Neue in einem Projektteam.
„Die Vielfalt macht den Charme aus“, erklärt Studiengangsleiter Prof. Dr.
Christian Zagel. „Bisher hatten wir 120 Projekte. Die Studierenden können
in Welten eintauchen, in die man normalerweise keinen Einblick hat.“ Das
öffnet den Geist – und in der Praxis lernen die Studierenden unter anderem
Innovationsmethoden, die sie auch in ihr berufliches Umfeld übertragen
können. Dabei dient der Studiengang auch der Regionalentwicklung:
Kooperationen wie die mit Marktrodach halten die Region zukunftsfähig.

Ziel: Bürgerinnen und Bürger aktivieren

Im Sommersemester 2023 nahmen sich die Studierenden des Themas mit
wissenschaftlichen Methoden an. Mit Hilfe von Befragungen fanden sie
heraus, dass die Situation in Marktrodach ein wenig anders ist als zuerst
angenommen. Die Gemeinde im Naturpark Frankenwald hat etwa 3700 Einwohner,
herrliche Natur und sie blickt auf eine lange und spannende Geschichte der
Flößerei und Holzwirtschaft zurück, die sich auch in den prächtigen
Floßherrenhäusern spiegelt. Die Kreisstadt Kronach ist nur wenige
Kilometer entfernt. „Unser Dorf ist wirklich superschön und ich liebe es,
hier zu wohnen“, erklärte Tim Schmierer, der Jugendwart der Feuerwehr, den
Studierenden. Die Menschen sind gerne hier – die Alteingesessenen genau
wie die Zugezogenen. Die befürchtete Kluft wurde nicht festgestellt. Die
Ausrichtung des Projektes verschob sich dadurch. Neue Zielrichtung war,
herauszufinden, wie die Bürgerinnen und Bürger aktiver in die Gemeinde
integriert werden können. Entscheidend war dabei die Frage, wo im Leben
wichtige Berührungspunkte zwischen Bürgerinnen und Bürgern mit ihrer
Kommune sind – und wie diese verbessert werden können. „Für die
Marktgemeinde ist dieser Blick von außen auf unser Gemeindeleben und das
Miteinander in der Gemeinde ein großer Schatz“, sagt Katja Wich,
Geschäftsstellenleiterin des Marktes Marktrodach.

Mitmach-Gemeinde der Zukunft

ZD-Studentin Jasmin Block berichtet, wie sich das Projekt entwickelte und
wie dann Themen priorisiert wurden: Gefühlt Tausende Klebezettel,
intensiver Austausch mit dem Projektpartner und viel Lachen.
ZukunftsDesign mache einfach Spaß. „Ich studiere das, weil ich mich
weiterentwickeln will: fachlich, aber auch persönlich.“ Aus den obersten
Prioritäten ergab sich die neue Position der Marktrodacher Feelgood-
Managerin, die mit Paula Smettane besetzt wurde. Sie hatte das Projekt
vorher als Auszubildende in der Verwaltung mitbegleitet. Die Gruppe des
Studiengangs ZukunftsDesign überreichten der Gemeinde zusätzlich ein
„buntes Potpourri an weiteren Ideen und Ansätzen, seine Bürger immer
wieder zu aktivieren“. Und damit ging es richtig los. Die ersten drei
Aktionen werden 2024 unter Federführung der neuen Feelgood-Managerin Paula
Smettane starten. Geplant sind Kino-Veranstaltungen für Jugendliche, ein
Austausch in lockerer Atmosphäre beim gemeinsamen Frühstück für
Unternehmerinnen und Unternehmer und eine Schnitzeljagd, an der sich unter
anderem die Vereine beteiligen. Eingeladen werden alle Bürgerinnen und
Bürger. Marktrodach geht als Mitmach-Gemeinde in die Zukunft.

Über dieses besondere Projekt gibt es jetzt auch einen Filmbeitrag von TV
Oberfranken: Zu sehen am Mittwoch, 28. Februar, im Magazin „4you" | Kabel:
18.30 Uhr | FrankenPlus: 19.30 Uhr | oder in der Mediathek.

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Zulassung von Tenecteplase: DSG bezieht Stellung

Prof. Dr. med. Stefan Schwab und Prof. Dr. med. Peter A. Ringleb  Uniklinik Erlangen und Universitätsklinikum Heidelberg/Sechser
Prof. Dr. med. Stefan Schwab und Prof. Dr. med. Peter A. Ringleb Uniklinik Erlangen und Universitätsklinikum Heidelberg/Sechser

Nach der erfolgreichen Zulassungserweiterung von Tenecteplase (TNK) zur
systemischen Thrombolysetherapie auch für Patientinnen und Patienten mit
akutem Hirninfarkt, hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) eine
dezidierte Stellungnahme zu den Vor- und Nachteilen des neuen
Thrombolytikums veröffentlicht. Tenecteplase habe in der Anwendung
logistische Vorteile, aber die erhebliche Preissteigerung erschwere die
Akzeptanz, formuliert es die DSG.

Bislang war der Wirkstoff als Alternative zu Alteplase (ALT) in Europa nur
zur Behandlung des akuten Myokardinfarktes zugelassen. „Tenecteplase
(0,25mg/kg) kommt unserer Auffassung nach weiterhin als Alternative zur
systemischen Thrombolyse bei Schlaganfallpatienten im 4,5-Stunden-
Zeitfenster in Betracht, insbesondere wenn auch eine endovaskuläre
Schlaganfalltherapie geplant ist“, bestätigt jetzt der erste Vorsitzende,
Professor Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des
Universitätsklinikums Erlangen. Somit bleibt die Fachgesellschaft auch
nach der Sichtung neuer Daten bei ihrer bereits 2022 formulierten
Empfehlung.

„Tenecteplase bietet durch die vereinfachte Anwendung als einmaliger Bolus
vor allem in Drip-and-ship-Situationen einen bedeutsamen logistischen
Vorteil “, unterstreicht der federführende Autor der Stellungnahme, Prof.
Peter Ringleb, Vorstandsmitglied der DSG. Der Leiter der Sektion Vaskuläre
Neurologie am Universitätsklinikum Heidelberg sieht zudem durch die
Berechnung der korrekten Dosierung in 10-kg-Schritten bei TNK einen
deutlichen Vorteil gegenüber ALT. „Die Ermittlung des genauen
Körpergewichtes unserer Patientinnen und Patienten ist in der
Notfallsituation teilweise schwierig und wird bei der Verwendung von TNK
weniger bedeutsam“, so Ringleb.

Logistische Vorteile versus deutliche Preissteigerung

Zwanzig Prozent teurer wird die Lysetherapie mit TNK allerdings werden.
Diese deutliche Preissteigerung sorgt für Unruhe unter den Leitern
deutscher Stroke Units, weiß die DSG. „Tenecteplase ist ausschließlich in
25-mg-Packungen verfügbar“, weiß Peter Ringleb, „sodass bei Patientinnen
und Patienten mit einem Körpergewicht unter 100 Kilogramm immer ein Rest
verbleiben wird.“

DSG- Präsident Stefan Schwab rechnet vor: „Bei einem durchschnittlich 75
Kilogramm schweren Patienten ergibt sich mit Blick auf den unrabattierten
Listenpreis ein Unterschied von rund 200 Euro gegenüber einer Lysetherapie
mit Alteplase!“ ALT habe zudem eine Zulassung zur systemischen
Thrombolysetherapie bei Schlaganfallpatienten ab 16 Jahren, TNK dürfe
hingegen erst bei Patienten ab 18 Jahren zum Einsatz kommen.

Bereicherung für die Rekanalisationsbehandlung des akuten Hirninfarktes

Zusammenfassend sieht die DSG in der Zulassung von Tenecteplase aber eine
Bereicherung für die Rekanalisationsbehandlung des akuten Hirninfarktes.
Da mit derselben Menge TNK etwa viermal so viele Behandlungen als mit ALT
durchgeführt werden können, trage die Zulassungserweiterung zudem zur
Entspannung der Lieferengpässe von Thrombolytika bei. Derzeit ist TNK
jedoch nur kontingentiert verfügbar.

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„Selten allein“ – Kunst lässt Betroffene sichtbar werden

Prof. Reinhard Berner (l.), Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Michael Doerwald, Creative Director der Agentur Ketchum, eröffnen am UKD eine Ausstellung mit Bildern von Betroffenen einer Seltenen Erkrankung.
Prof. Reinhard Berner (l.), Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Michael Doerwald, Creative Director der Agentur Ketchum, eröffnen am UKD eine Ausstellung mit Bildern von Betroffenen einer Seltenen Erkrankung.

Uniklinikum Dresden beteiligt sich am Welttag der Seltenen Erkrankungen
(29. Februar). // Ausstellung „Selten allein“ im Universitäts Kinder- und
Frauenzentrum zeigt Kunst von Betroffenen. // Expertinnen und Experten vom
UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen laden zum Kinotag ein.

Das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen (USE) am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden beteiligt sich in diesem
Jahr am Welttag der Seltenen Erkrankungen (Rare Disease Day). Weltweit
machen Betroffene, Angehörige und Patienteninitiativen am 29. Februar auf
Seltene Erkrankungen aufmerksam, regen zur Vernetzung an und bieten
Informationsmöglichkeiten. Am Uniklinikum wird an diesem Tag die
Ausstellung „Selten Allein“ eröffnet, die bis in den März hinein zu sehen
sein wird. Für die Kunstaktion haben Patientinnen und Patienten aus ganz
Deutschland Selbstporträts gefertigt, die ihre Leiden, Wünsche und Träume
ausdrücken. Weiterhin ist anlässlich des diesjährigen Rare Disease Days
und des 10-jährigen Bestehens des USE ein Kinotag im Programmkino Ost
geplant, bei dem Expertinnen und Experten am 2. März bei einer
Diskussionsrunde für Fragen zur Verfügung stehen. „Die Hochschulmedizin
Dresden ist mit ihrer breiten Expertise wichtiger Anlaufpunkt für
Betroffene aus der Region. Es ist uns ein großes Anliegen, ihnen nicht nur
medizinisch zu helfen, sondern auch das Bewusstsein für die Symptome, das
Leiden und die Bedürfnisse dieser Patientinnen und Patienten zu schärfen“,
sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum
Dresden.

Anders als es die Bezeichnung vermuten lässt, ist die Zahl der an einer
Seltenen Erkrankung leidenden Menschen recht hoch. Immerhin jeder 20. und
damit rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen.
Der Grund: Es gibt mehr als 6.000 verschiedene Erkrankungen, darunter etwa
Mukoviszidose, die als selten bezeichnet werden, weil nicht mehr als fünf
von 10.000 Menschen daran erkranken. Etwa 80 Prozent der Seltenen
Erkrankungen sind genetisch bedingt oder mitbedingt, selten sind sie
heilbar. Der Diagnose gehen oft Jahre der Ungewissheit voraus, was für die
Betroffenen psychisch sehr belastend ist.

Um Menschen flächendeckend und unabhängig vom Krankheitsbild zu versorgen,
bedarf es deshalb weiterer Anstrengungen. Dazu wurden vor allem an den
deutschen Uniklinika in den vergangenen Jahren entsprechende
Zentrumsstrukturen aufgebaut und bundesweite Netzwerke geschaffen. Die
Universitären Zentren für Seltene Erkrankungen sind auf diese Patientinnen
und Patienten spezialisiert und deshalb wichtiger Anlaufpunkt. Auch das
Dresdner Uniklinikum hat frühzeitig die Initiative ergriffen und im
November 2014 das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen (USE)
gegründet. Als sogenanntes A-Zentrum nach den Empfehlungen des Nationalen
Aktionsplans für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) erfüllt das
USE koordinierende und krankheitsübergreifende Aufgaben und ist zuständig
für unklare Krankheitsfälle. „Entscheidend für den Erfolg unserer Arbeit
in dem Zentrum ist das Zusammenwirken vieler Expertinnen und Experten in
interdisziplinären Fallkonferenzen, wie es nur in einer solchen Struktur
vorgehalten werden kann“, sagt Prof. Reinhard Berner, Sprecher des USE und
Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Seit Anfang 2022 werden mindestens einmal wöchentlich multidisziplinäre
Fallkonferenzen durchgeführt, in denen Ärztinnen und Ärzte verschiedenster
Disziplinen Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Seltene
Erkrankung bei bisher unklarer Diagnose vorstellen und diese mit anderen
Expertinnen und Experten bewerten. Lässt sich in diesem Expertengremium
keine Diagnose stellen, aber das Vorliegen einer genetisch bedingten
Erkrankung erscheint wahrscheinlich, besteht die Möglichkeit der
erweiterten genetischen Diagnostik. Allein im vergangenen Jahr haben die
Expertinnen und Experten insgesamt 819 Fälle diskutiert, wobei bei 359
Patientinnen und Patienten eine genetische Diagnostik mittels genomweiter
Exom-Sequenzierung zur Diagnosefindung durchgeführt wurde. „In insgesamt
über 35 Prozent der Patientinnen und Patienten konnte eine Diagnose
gesichert oder eine potenziell krankheitsverursachende Veränderung in
einem Gen gefunden werden. Die Diagnosesicherung ist gerade bei Seltenen
Erkrankungen die Voraussetzung für zielgerichtete Therapien, auch wenn
diese heute noch nicht immer zur Verfügung stehen. Das ist ein großer
Erfolg der bundesweiten Initiative, die dem Nationalen Aktionsplan für
Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) folgt und zu einer deutlichen
Ausweitung zielführender genetischer Diagnostik beigetragen hat“, sagt
Prof. Reinhard Berner.

Neben dieser medizinischen Expertise setzt sich das Team auch für eine
verstärkte Vernetzung von Akteuren auf dem Gebiet ein. Ein Wunsch eint
dabei alle: Die Betroffenen sollen mit ihren Leiden sichtbar werden, das
Verständnis für sie sowie in eine intensivere Erforschung von Seltenen
Erkrankungen gestärkt werden. Die bundesweite Aktion „Selten Allein –
Unsere Kunst macht anderen Mut“ ist ein Ergebnis der Bemühungen. 2022 war
die Ausstellung erstmals zu sehen. Initiiert wurde sie gemeinsam von dem
USE, der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e.V.), den
Deutschen Einkaufsbahnhöfen und der Agentur Ketchum. 2024 sind elf
Kunstwerke in den Hauptbahnhöfen Berlin, Dresden, Freiburg, Lübeck und
Mainz zu sehen. Zusätzlich stellt das Uniklinikum die Bilder im
Universitäts Kinder- und Frauenzentrum (Haus 21) aus. Die begleitende
Website gibt Informationen zu Anlaufstellen und Betroffenenorganisationen
und hält weitere Bilder von Patientinnen und Patienten bereit. Ebenfalls
sind ab 29. Februar Aufsteller mit den Bildern im Universitäts Kinder-
Frauenzentrum (Haus 21) ausgestellt. Zusammen mit den Bildern wird den
Besucherinnen und Besuchern jeweils eine kurze Selbstauskunft zu den
Künstlerinnen und Künstlern und ihrer Krankheit und ein QR-Code geboten.
Darüber ist die Website www.seltenallein.de verlinkt, wo sich
Informationen zu Seltenen Erkrankungen finden. Zudem sensibilisiert die
Seite Besuchende für das Thema und bietet direkt oder indirekt Betroffenen
die Gelegenheit, sich zu vernetzen.

Darum soll es auch beim Kino-Tag des USE am 2. März im Programmkino Ost in
Dresden gehen. Neben sechs Kurzfilmen rund um das Thema Seltene
Erkrankungen, die an diesem Tag zu sehen sind, findet dort ab 10 Uhr auch
eine Podiumsdiskussion statt. Betroffene, Angehörige und Interessierte
können sich mit ihren Fragen an die anwesenden Expertinnen und Experten
wenden. Unter anderem freuen sich Prof. Reinhard Berner, Sprecher des USE
und Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Oberärztin Dr.
Amalia-Mihaela Hanßke, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie, Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Gesellschaft
für Muskelkranke e.V., Patientenorganisation für angeborene Immundefekte
(dsai e.V.) und der ACHSE e.V. auf die Besuchenden. Der Eintritt ist fre

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