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Jetzt anmelden für den ARL-Kongress 2024 – Große Infrastrukturprojekte: Planung zwischen Beschleunigung und Protest

Große Infrastrukturen von (über-)regionaler Bedeutung sind kostenintensive
und komplexe Vorhaben, die oft mit hohen Erwartungen an ihre Realisierung
und Leistungsfähigkeit versehen sind. Hierzu gehören beispielsweise
Verkehrswege – Schienen, Autobahnen, Brücken und Tunnel, wie z. B. der
Fehmarnbelttunnel – oder Flughäfen. Ebenso gehören dazu Standorte der
Energieerzeugung, Leitungstrassen, wie bspw. der Südlink, oder
überregionale Vorhaben der Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft,
Kommunikation sowie weiterer Bereiche.

All diese weitreichenden Zukunftsinvestitionen sind planerisch und
baulich-technisch, aber auch umwelt- und gesellschaftspolitisch sehr
herausfordernd und bergen ein hohes Konfliktpotenzial, wie u. a. Stuttgart
21 verdeutlicht hat. Planungsprozesse mit dem Anspruch, eine nachhaltige
und integrierte Raumentwicklung zu realisieren, finden immer in diesem
Spannungsfeld von Interessengegensätzen, Kosten- und Nutzenaspekten sowie
zahlreichen Risikoabwägungen statt. Sie sollen Beteiligung ermöglichen,
Umwelt- und Naturschutzaspekte berücksichtigen, sektoral integrierend
wirken und rechtssichere Ergebnisse produzieren. Gleichzeitig stehen
Planungsprozesse zunehmend unter dem Erwartungsdruck, dabei vor allem auch
schneller zu werden.

Wann: 18./19. April 2024
Wo: media docks, Lübeck

Bis zum 17. März 2024 können Sie sich zum ARL-Kongress anmelden. Aber
warten Sie nicht zu lange, die Plätze für die Exkursion sind begrenzt:
https://pro.formcloud.de/formcycle/form/provide/18894/

Zum Programm:

Wir freuen uns sehr, dass Joanna Hagen (Senatorin für Planen und Bauen und
stellvertretende Bürgermeisterin der Hansestadt Lübeck) den ARL-Kongress
2024 mit einem Grußwort in Lübeck eröffnen wird.
Unser Line-up

Die einführende Keynote hält Lars Friis Cornett (Direktor von Femern A/S
in Deutschland, Burg auf Fehmarn), der aus grenzüberschreitender
Praxisperspektive über den Fehmarnbelttunnelbau berichten wird. In der
sich anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion „Herausforderungen
bei der Planung großer Infrastrukturprojekte“, die Axel Priebs moderieren
wird, werden Konflikte und Herausforderungen und Ihre Nachfragen mit Lars
Friis Cornett, Stephan Siegert (angefragt), Thilo Rohls, Thomas Kiwitt und
Gala Nettelbladt vertiefend diskutiert.

Am Freitag wird Manfred Kühn (IRS, Erkner) den zweiten Tag mit einer
wissenschaftlichen Keynote zum Spannungsfeld des Kongressthemas eröffnen.

In den parallel stattfindenden Fachsessions werden wir an beiden Tagen
Fragen zu den nachfolgenden Themenfeldern vertiefend betrachten:

• Donnerstag, 18. April 2024

Fachsession 1: Infrastrukturausbau und Schienenstrecken
Fachsession 2: Energiewende und Netzplanung
Fachsession 3 (hybrid): Integrative planning and conflicts

***Die Teilnahme an den beiden englischsprachigen, hybrid organisierten
Fachsessions ist kostenfrei möglich; um Ihnen bei Interesse den Zoom-Link
zusenden zu können, melden Sie sich bitte formlos unter kongress@arl-
net.de an***

• Freitag, 19. April 2024

Fachsession 4 (hybrid): Acceleration and/or participation? Examples from
abroad
Fachsession 5: Proteste und Konflikte bei Großprojekten
Fachsession 6: Planung zwischen Beschleunigung und Beteiligung

Nach den Fachsessions laden wir alle zur Fishbowl „Lessons Learned“ ein,
die von Annette Spellerberg moderiert wird und wo wir mit Susan Grotefels,
Matthias Gather, Christina von Haaren und Ihnen Erkenntnisse aus den
gehörten Vorträgen und Diskussionen austauschen und diese gemeinsam
weiterdenken wollen.

• 14:15 Uhr Exkursion (optional): S4 – die neue Nahverkehrsader zwischen
Hamburg und Schleswig-Holstein

Die Teilnehmendenzahl an der Exkursion ist aus logistischen Gründen auf 40
Personen begrenzt, es zählt der Eingang der Anmeldung

Wir fahren ab Lübeck mit dem Bus in den Stadtteil Hamm in Hamburg-
Wandsbek, um uns vor Ort über die neue S4 und über Chancen und
Herausforderungen der Planung zu informieren. Die Baustellenbegehung rückt
vor allem den aktuellen Bau des Projekts in den Fokus, geht aber auch auf
die fachplanerische Diskussion zum Bauabschnitt 3 in Ahrensburg sowie die
Anbindung in die Stadt und an die U-Bahn in den Fokus. Der zweite
Programmpunkt thematisiert die Erfahrungen der proaktiven
Öffentlichkeitsarbeit des S4-Teams und stellt den multimedialen Infozug
und seine Einsatzmöglichkeiten vor.

• 17:30 Uhr Exkursionsende am Hamburger Hbf

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Exkursionsplätze aus logistischen
Gründen auf 40 Personen begrenzt ist, es zählt der Eingang der Anmeldung.

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Erste W3-Professur für Hebammenwissenschaft an der Universitätsmedizin Mainz

Univ.-Prof. Dr. Barbara Fillenberg wird zum 01. März Inhaberin der neu
eingerichteten W3-Professur für Hebammenwissenschaft an der
Universitätsmedizin Mainz. Mit der Professur verbunden ist die Lehrstuhl-
und Studienleitung des zum Wintersemester 2023/2024 in Mainz
eingerichteten Bachelorstudiengangs Hebammenwissenschaft. Vor ihrem
Wechsel nach Mainz war Barbara Fillenberg Professorin und Leiterin des
Studiengangs für Hebammenwissenschaft an der Ostbayerischen Technischen
Hochschule Regensburg und zudem nebenberuflich als Hebamme in Regensburg
tätig.

Professorin Barbara Fillenberg übernimmt am 01. März zudem die Leitung des
neuen Bachelorstudiengangs Hebammenwissenschaft

Univ.-Prof. Dr. Barbara Fillenberg wird zum 01. März Inhaberin der neu
eingerichteten W3-Professur für Hebammenwissenschaft an der
Universitätsmedizin Mainz. Mit der Professur verbunden ist die Lehrstuhl-
und Studienleitung des zum Wintersemester 2023/2024 in Mainz
eingerichteten Bachelorstudiengangs Hebammenwissenschaft. Vor ihrem
Wechsel nach Mainz war Barbara Fillenberg Professorin und Leiterin des
Studiengangs für Hebammenwissenschaft an der Ostbayerischen Technischen
Hochschule Regensburg und zudem nebenberuflich als Hebamme in Regensburg
tätig.

„Unseren neuen, primärqualifizierenden Studiengang ‚Bachelor of Science
Hebammenwissenschaft‘ haben wir zum Wintersemester 2023/2024 erfolgreich
mit 18 Studierenden gestartet. Nun freue ich mich, auch Frau Professor
Fillenberg als dessen neue Leiterin und vor allem als Professorin für
Hebammenwissenschaft an der Universitätsmedizin Mainz begrüßen zu dürfen.
Mit der neu eingerichteten Professur und der akademisierten
Berufsausbildung leisten wir unseren Beitrag, damit Schwangere und ihre
Angehörigen in dieser besonderen Lebensphase eine noch bessere Betreuung
und Versorgung erfahren können“, so Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich,
Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin
Mainz.

Hebammen üben einen sehr wichtigen, jahrhundertealten und
verantwortungsvollen Beruf aus. In Mainz ist die Hebammenausbildung seit
vielen Jahrzehnten mit der universitären Patientenversorgung verbunden.
Mit der akademischen Ausbildung will die Universitätsmedizin Mainz die
Chance nutzen, diesen Beruf auf exzellentem Niveau weiterzuentwickeln und
die Anzahl hochqualifizierter Hebammen zu erhöhen. Mit der Akademisierung
der Hebammenwissenschaft richtet die Universitätsmedizin Mainz auch
erstmals eine W3-Professur in diesem Bereich ein.

„Wir freuen uns, dass Frau Fillenberg den Ruf angenommen hat. Diese
Berufung ist wichtig für die Weiterentwicklung des Lehr- und
Forschungsprofils der Universitätsmedizin Mainz, denn sie erweitert den
Rahmen, in welchem wir die universitäre Patientenversorgung mit
evidenzbasierter Lehre und Forschung verknüpfen können. Zudem bieten wir
für unsere zukünftigen Fachkräfte nun zusätzliche attraktive
Karrieremöglichkeiten, wie beispielsweise Promotion und Habilitation in
der Hebammenwissenschaft“, unterstreicht der Wissenschaftliche Vorstand
und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich
Förstermann.

„Dass der so wertvolle Beruf der Hebamme mit der neu eingerichteten
Professur und dem neuen Studiengang nun eine besondere Wertschätzung
erfährt, freut mich sehr. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die dies
auf sehr engagierte Weise ermöglicht und vorbereitet haben“, betont Marion
Hahn, Pflegevorstand der Universitätsmedizin Mainz. Und ergänzt:
„Gemeinsam mit Professorin Fillenberg und ihrer umfangreichen Expertise
wird es uns sicher gelingen, den Bedürfnissen der Frauen und Familien
zukünftig noch besser gerecht zu werden.“

Professorin Fillenberg sieht ihren neuen Ämtern als W3-Professorin an der
Universitätsmedizin Mainz und Leiterin des Lehrstuhls und Studiengangs
Hebammenwissenschaft freudig und erwartungsvoll entgegen: „Ich freue mich
darauf, in Mainz die neuen Studierenden optimal bei ihrem beruflichen
Werdegang zu unterstützen und das Hebammenwesen auf allen Ebenen
weiterzuentwickeln. Die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit
mit den anderen Kliniken und Instituten der Universitätsmedizin Mainz
reizt mich sehr.“

Im Rahmen des Studiums möchte Professorin Fillenberg ihren Mainzer
Studierenden auch ganz besondere, kooperative und grenzüberschreitende
Bildungsmodule anbieten. Beispielsweise plant sie praktische Übungen und
Planspiele einzuführen, bei denen die Studierenden mit Mitgliedern von
Hilfsorganisationen international zusammenarbeiten können.

„Bei diesen zivilen Organisationsrahmenübungen kommen Inhalte aus dem
Studiengang direkt praktisch zum Einsatz. Aber auch neue Kompetenzen, wie
zum Beispiel das Führen und Leiten in komplexen, unübersichtlichen
Situationen, können vermittelt werden. Dieses Format ist außerdem eine
gute Möglichkeit, um Studierende aus der Medizin und der
Hebammenwissenschaft weiter zu vernetzen“, erläutert Barbara Fillenberg.
Langfristig möchte die neue Professorin auch einen international
ausgerichteten Masterstudiengang etablieren.

Neben ihren Zielen für den neuen Studiengang möchte Professorin Fillenberg
die Forschung im Bereich der Hebammenwissenschaft vorantreiben.
Schwerpunkte ihrer eigenen Forschung in dieser Disziplin sind
Gesundheitsförderung und Prävention. Beispielsweise leitet sie ein
Teilprojekt im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
geförderten Forschungsgruppe HELICAP „Gesundheitskompetenz in der
frühkindlichen Allergieprävention: elterliche Kompetenzen und Public
Health Kontext angesichts sich ändernder Evidenz“.

Seit dem Wintersemester 2023/2024 bietet die Universitätsmedizin der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz den primärqualifizierenden, dualen
Studiengang „Bachelor of Science Hebammenwissenschaft“ an. Voraussetzung
ist eine Hochschulzugangsberechtigung oder eine erfolgreich abgeschlossene
Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Studierenden
erhalten nach ihrem erfolgreichen Studium einen Doppelabschluss: die
staatliche Berufszulassung als Hebamme und den akademischen Grad Bachelor
of Science. Der duale Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft besteht aus
einem theoretischen Teil sowie einem berufspraktischen Teil in den
kooperierenden Praxiseinrichtungen, um optimal auf den Berufsalltag sowie
auf eine weitere akademische Karriere vorzubereiten. Der theoretische Teil
des Curriculums zeichnet sich insbesondere durch seine modulare Struktur
aus. Zudem gibt es dem wissenschaftlichen und selbstständigen
(Er-)Arbeiten adäquaten Raum. Wichtige Bestandteile des Studiengangs sind
praktische Lerneinheiten in modernen Skills-Labs und Praxiseinsätze bei
klinischen und außerklinischen Kooperationspartnern.

Zur Person von Univ.-Prof. Dr. Barbara Fillenberg:

Von 1995 bis 1998 absolvierte Barbara Fillenberg ihre Ausbildung an der
Hebammenschule der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Anschließend
sammelte sie als Beleghebamme sowie als freiberufliche und als angestellte
Hebamme in mehreren Bereichen berufspraktische Erfahrungen. In der
häuslichen Notfallversorgung von Wöchnerinnen war sie bis zu ihrem Wechsel
nach Mainz tätig. 2003 nahm Professorin Fillenberg ihr Studium Bachelor of
Science in Midwifery an der Caledonian University Glasgow in Schottland
auf, das sie 2005 abschloss. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie wieder als
angestellte Hebamme in der universitätsmedizinischen Geburtshilfe in
Regensburg. Ab 2009 wurde sie Studienkoordinatorin am Universitätsklinikum
Regensburg. 2010 legte sie erfolgreich ihr Diplom im Fach
Gesundheitsökonomie an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA)
Regensburg ab.

2013 wechselte Barbara Fillenberg als Fakultätsassistentin an die
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg. In den Jahren zwischen
2014 bis 2018 erweiterte sie ihren beruflichen Werdegang um Stationen im
Bereich Öffentlichkeitsarbeit sowohl in der freien Wirtschaft als auch in
einem kirchlichen Verband sowie um ein abgeschlossenes, berufsbegleitendes
Masterstudium „Leitung und Kommunikationsmanagement“ an der Ostbayerischen
Technischen Hochschule Regensburg. Von 2018 an war sie als Lehrbeauftragte
an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg tätig.

2021 promovierte Barbara Fillenberg an der Universität Vechta im Fach
Medizinische Soziologie und übernahm im gleichen Jahr die Professur für
Hebammenwissenschaft an der Ostbayerischen Technischen Hochschule
Regensburg. Seit 2023 ist Professorin Fillenberg Vorstandsvorsitzende der
Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Ihre Ämter als
W3-Professorin für Hebammenwissenschaft an der Universitätsmedizin Mainz
und Leitung des dortigen Lehrstuhls und Studiengangs Hebammenwissenschaft
hat sie am 1. März 2024 angetreten.

Bildunterschrift: Barbara Fillenberg besetzt die erstmalig eingerichtete
W3-Professur für Heb-ammenwissenschaft und übernimmt ab dem 01. März die
Leitung des neuen Bachelorstudien-gangs dieses Fachs.
Bildquelle: © Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski

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Gemeinsames Essen bei Menschen und Bonobos

Verhaltensbiologin Barbara Fruth und Gesundheitspsychologin Britta Renner
des Exzellenzclusters Kollektives Verhalten geben in einer neuen Folge des
Podcasts „Exzellent erklärt – Spitzenforschung für alle“ Einblicke,
welchen Stellenwert das gemeinsame Essen bei Mensch und Tieren einnimmt.
Zudem sprechen sie über die Erforschung von Schwarmintelligenz.

Essen spielt in unserer Welt eine große Rolle. Wir feiern, indem wir
gemeinsam Speisen zu uns nehmen. Wir genießen besonders gute Lebensmittel.
Und wir kochen für andere Menschen, um ihnen etwas Gutes zu tun. Auch in
der Tierwelt nimmt gemeinsames Essen einen zentralen Stellenwert ein. Die
Forscherinnen Barbara Fruth und Britta Renner des Exzellenzclusters
Kollektives Verhalten der Universität Konstanz erkunden in ihrer
Forschung, wie Menschen und Bonobos (Menschenaffen) essen und was die
Nahrungsaufnahme mit dem Sozialverhalten zu tun hat. Über ihre
Forschungserkenntnisse berichten sie im Podcast „Exzellent erklärt“ – ein
gemeinsames Podcastprojekt der 57 Exzellenzcluster, die im Rahmen der
Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden.

Gemeinsames Essen bildet gemeinsame soziale Identität aus
„Wenn wir uns in unserer Gesellschaft mit Ernährung befassen, schauen wir
eigentlich immer darauf: Was passiert mit dem Essen ‚nach dem Mund‘. Macht
es uns krank, tut es uns gut? Wie wirkt sich das auf unsere Biologie und
Physiologie aus?“, sagt Britta Renner, Sprecherin des Exzellenzclusters
Kollektives Verhalten. Die Professorin für Gesundheitspsychologie an der
Universität Konstanz schaut sich mit ihrer Arbeitsgruppe hingegen an, was
„vor dem Mund“ passiert: also die sozialen Prozesse am Tisch. „Wenn wir
gemeinsames Essen in die Mitte stellen und von einem gemeinsamen Teller
essen, sehen wir positive Auswirkungen auf die soziale Identität: Wir
fühlen uns danach tatsächlich einander enger“, fasst Britta Renner die
bisherigen Forschungsergebnisse zusammen.

Während bei Menschen mit Freude Essen geteilt wird, ist dies bei den
Bonobos selten der Fall, wie Barbara Fruth, Gruppenleiterin am Max-Planck-
Institut für Verhaltensbiologie, beobachtet hat. Sie sagt: „Es in der
Regel so, dass das Geben von Nahrung nach bestimmten Zeremonien abläuft.
Es wird ein bestimmtes Bettelverhalten erwartet. Dann kann gegeben oder
genommen werden. Ganz selten kommt es auch bei Bonobos vor, dass sie Essen
freiwillig geben.“ Die Verhaltensbiologin leitet das LuiKotale Bonobo
Project und arbeitet seit über 30 Jahren mit Bonobos im Freiland. Das
Einladen zum Essen hat sie bislang nicht beobachtet. Doch es gibt ein
anderes spannendes Phänomen bei den Menschenaffen, wie Fruth mitteilt:
„Kinder dürfen sich immer nehmen, egal ob sie verwandt sind oder nicht.
Das ist toll zu beobachten.“

Wie kollektives Verhalten erforscht wird: Von der Beobachtung mit Fernglas
bis zu Laboren mit Hollywood-Ausstattung
Aber wie erforscht man Menschen und Bonobos beim Essen? Barbara Fruth
reist seit über 30 Jahren in das zentrale Kongobecken, also die Region, in
der Bonobos heimisch sind. Dort haben sie zwei Kommunen von insgesamt 100
Individuen über mehrere Jahre an die Präsenz der Forscher*innen gewöhnt.
Nun ist es möglich, die Tiergruppen unter Berücksichtigung vieler
ethischer Aspekte zu beobachten – überwiegend arbeiten die Forschenden
ganz klassisch mit Fernglas und Fragebogen.

Anders sieht es hingegen aus, wenn das Ernährungsverhalten des Menschen
erforscht wird. Britta Renner lädt Studienteilnehmende in ihr Labor ein:
Dank Motion-Capture-Kameras und Mikrofonen kann ihr Team studieren, wie
sich die Personen während des Essens verhalten. „Man würde denken, dass
die Personen befangen sind. Das vergeht aber ganz schnell. Insbesondere
auch, weil wir die Personen in der Regel ja nicht einzeln untersuchen,
sondern in der Gruppe“, sagt Renner.

Doch nicht nur die Relevanz von kollektivem Essen wird am Exzellenzcluster
Kollektives Verhalten erforscht. Schwarmverhalten und -intelligenz
allgemein steht im Fokus der Wissenschaftler*innen: „Ich glaube, es gibt
niemanden, der nicht sofort fasziniert ist, wenn er einen Fisch- oder
Vogelschwarm sieht, wie der sich elegant bewegt“, sagt Clustersprecherin
Britta Renner. „Meiner Meinung nach ist kollektives Verhalten ein
Phänomen, das ganz zentral ist für die drängenden Fragen unserer Zeit –
angefangen beim Klimawandel über das Mobilitätsverhalten bis zum
kollektiven Appetit.“

Weitere Informationen zur Erforschung von kollektivem Verhalten und den
Gemeinsamkeiten und Unterschieden beim Essen zwischen Menschen und Bonobos
erfahren Sie im Podcast „Exzellent erklärt“, Folge 41: https://exzellent-
erklaert.podigee.io/41-wie-wichtig-ist-gemeinsames-essen-bei-menschen-und-
bonobos

Faktenübersicht:

Die Expertinnen
- Prof. Dr. Britta Renner ist eine der Sprecherinnen des Exzellenzclusters
Kollektives Verhalten. Sie ist Psychologin und Professorin für
Gesundheitspsychologie und psychologische Diagnostik an der Universität
Konstanz und Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
sowie stellvertretende Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für
Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz am
Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft. Am Exzellenzcluster
Kollektives Verhalten leitet sie das Projekt Collective Appetite.

- Prof. Dr. Barbara Fruth ist Biologin und Gruppenleiterin am Max-Planck-
Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz. Sie leitet das LuiKotale
Bonobo Project und arbeitet seit über 30 Jahren mit Bonobos im Freiland.
Im Rahmen des Exzellenzclusters untersucht sie das Räuber-Beute-Verhalten
von Säugetieren und Menschen.

Der Exzellenzcluster
- Der Exzellenzcluster Kollektives Verhalten der Universität Konstanz ist
ein weltweit führendes Spitzenforschungszentrum für die Erforschung von
Schwarmverhalten. Interdisziplinär werden drängende Fragen über Arten- und
Organisationsebenen hinweg angegangen, von neuronalen Mechanismen über
individuelle Wahrnehmung und Präferenzen bis hin zu kollektivem Verhalten
in Gruppen oder ganzen Gesellschaften.

Der Podcast
- 57 Exzellenzcluster, 1 Podcast. Regelmäßig berichtet „Exzellent erklärt“
aus einem der Forschungsverbünde, die im Rahmen der Exzellenzstrategie des
Bundes und der Länder gefördert werden.

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Wichtige Inhalte für gesundes Hundefutter

Gesundes Hundefutter Symbolbild
Gesundes Hundefutter Symbolbild

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres besten Freundes auf vier Pfoten. Die Auswahl des passenden Hundefutters kann jedoch angesichts der Vielzahl an Optionen und Meinungen eine Herausforderung darstellen.

Dieser Artikel bietet praktische Ratschläge, um Hundebesitzern bei dieser wichtigen Entscheidung zu helfen. Er beleuchtet, wie Alter, Aktivitätslevel und individuelle Bedürfnisse in die Futterwahl einfließen sollten, und gibt Einblick in die Bedeutung von Inhaltsstoffen und Nährstoffen.

Artgerechte Ernährung: Grundbedürfnisse eines Hundes

Das Verständnis der Grundbedürfnisse eines Hundes ist der erste Schritt zur Auswahl des richtigen Hundefutters. Diese Bedürfnisse variieren je nach Rasse, Alter, Größe und Aktivitätslevel des Hundes. Ein ausgewogenes Futter, das alle ernährungsphysiologischen Anforderungen erfüllt, ist für die Förderung der Gesundheit und Vitalität eines Hundes unerlässlich.

Biologische Anforderungen

Hunde sind von Natur aus Fleischfresser, deren Ernährung primär auf Fleisch basieren sollte. Hochwertiges Protein unterstützt den Muskelaufbau und sorgt für ein gesundes Wachstum.

In ihrer Ur-Form als Wolf haben sie über den Mageninhalt ihrer Beute allerdings auch nicht-fleischliche Inhalte aufgenommen. Zusätzlich haben sich Hunde im Laufe der Domestizierung an eine vielseitigere Ernährung angepasst, die immer mehr auch pflanzliche Komponenten einschließen kann. Neben dem reinen Fleisch ist also eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien wichtig, um den Hund in allen Lebensphasen optimal zu versorgen.

Individuelle Ansprüche

Nicht jeder Hund profitiert gleichermaßen von einem Futter, auch wenn es hochwertige Inhaltsstoffe in einer guten Balance enthält. Ein Beispiel sind Hunde mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, die aus diesem Grund ein alternatives Futter ohne diesen Inhaltsstoff benötigen.

Die Berücksichtigung der individuellen Ansprüche eines Hundes bei der Futterauswahl hilft nicht nur, den Hund gesund zu halten, sondern fördert auch sein Wohlbefinden.

  • Welpen benötigen eine proteinreiche Ernährung, die ihr schnelles Wachstum und die Entwicklung unterstützt. Spezielles Welpenfutter ist auf diese Bedürfnisse abgestimmt.

  • Ausgewachsene Hunde haben je nach Aktivitätslevel unterschiedliche energetische Bedürfnisse. Aktive Hunde benötigen mehr Kalorien, während weniger aktive Hunde von einer kalorienärmeren Ernährung profitieren, um Übergewicht zu vermeiden.

  • Senioren haben oft einen verminderten Energiebedarf und können spezielle gesundheitliche Anforderungen haben, wie z. B. Unterstützung bei Gelenkproblemen durch spezielle Nährstoffe.

Eine Ernährung, die an die spezifischen Bedürfnisse des Hundes angepasst ist, kann die Lebensqualität deutlich verbessern und zu einem langen, aktiven Leben beitragen.

Wichtige Nährstoffe

Eine ausgewogene Ernährung, die alle notwendigen Inhaltsstoffe und Nährstoffe enthält, unterstützt nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch das allgemeine Verhalten und die Lebensfreude Ihres Hundes. Im Folgenden werden wichtige und schädliche Inhaltsstoffe gelistet:

Entscheidende Inhalte

  • Proteine: Sie sind für den Aufbau und die Erhaltung von Muskelgewebe unerlässlich. Hochwertige tierische Proteine sollten die Basis des Futters bilden.

  • Fette: Sie liefern Energie und sind wichtig für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren tragen zudem zu einem gesunden Fell und Haut bei.

  • Kohlenhydrate: In moderater Menge liefern sie Energie und fördern die Verdauung. Komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Vollkornprodukten oder Gemüse vorkommen, sind dabei vorzuziehen.

  • Vitamine und Mineralstoffe: Sie sind essenziell für das Immunsystem, die Knochengesundheit und viele Stoffwechselprozesse. Ein Mangel oder Überschuss kann zu Gesundheitsproblemen führen.

  • Wasser: Ein ausreichender Wassergehalt im Futter oder zusätzliches frisches Trinkwasser zu Trockenfutter ist unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.

Zu vermeidende Inhaltsstoffe

  • Künstliche Zusatzstoffe: Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe können allergische Reaktionen hervorrufen und sind in hochwertigem Hundefutter nicht notwendig.

  • Zucker und Süßstoffe: Sie tragen zu Gewichtsproblemen, Diabetes und Zahnproblemen bei und sollten vermieden werden.

    • Billige Füllstoffe: Sie bieten keinen ernährungsphysiologischen Nutzen und können die Verdauung belasten. Dazu zählen beispielsweise Mais und Soja in minderwertiger Qualität.

    Beim Kauf von Hundefutter ist es wichtig, das Etikett sorgfältig zu lesen und die Inhaltsstoffe sowie deren Herkunft zu überprüfen. Ein transparenter Hersteller gibt nicht nur Auskunft über die Zutaten, sondern auch über deren Qualität und Herkunft.

    Die Wahl eines Futters, das die oben genannten Nährstoffe in ausgewogener Form bietet und auf schädliche Inhaltsstoffe verzichtet, ist ein wesentlicher Schritt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Hundes langfristig zu sichern.

    Fazit

    Die richtige Wahl des Hundefutters ist grundlegend für die Gesundheit und Lebensfreude unserer vierbeinigen Begleiter. Eine fundierte Entscheidung, basierend auf dem Verständnis der biologischen Bedürfnisse, des Alters und des Aktivitätslevels eines Hundes, ist essenziell. Hochwertige Proteine, Fette, Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe sind unerlässlich, während künstliche Zusätze und billige Füllstoffe vermieden werden sollten.

    Indem Hundebesitzer die Etiketten sorgfältig lesen und ein Futter wählen, das an die individuellen Bedürfnisse des Hundes angepasst ist, leisten sie einen wertvollen Beitrag zu einem glücklichen und gesunden Hundeleben.



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